In welcher Kabinenklasse fliegen eigentlich die Beamten?

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Andreas91

Erfahrenes Mitglied
30.03.2015
1.187
4
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Die Frage ist doch auch, ob der Flug dann tatsächlich nötig ist, wenn nicht einmal Business im Budget ist. Heutzutage lassen sich so viele Dinge über die Ferne regeln (Internet, Telefon, Videokonferenzen, usw.). Wenn eine Anwesenheit zwingend erforderlich ist, sollte auch Business möglich sein, alleine für die gesteigerte Produktivität.
 
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chrini1

Erfahrenes Mitglied
26.03.2013
8.303
12.288
HAM
Die Frage ist doch auch, ob der Flug dann tatsächlich nötig ist, wenn nicht einmal Business im Budget ist. Heutzutage lassen sich so viele Dinge über die Ferne regeln (Internet, Telefon, Videokonferenzen, usw.). Wenn eine Anwesenheit zwingend erforderlich ist, sollte auch Business möglich sein, alleine für die gesteigerte Produktivität.

Du solltest Dich mal mit den öffentlichen Haushalten beschäftigen, dann verstehst die du stringente Auslegung besser. Ganz abgesehen davon sorgt die Regel dafür, dass nicht laufend für Vorträge über Kontinente hinweg gejettet wird.
 
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thorfdbg

Erfahrenes Mitglied
14.10.2010
3.492
823
Im September geht es für 4 Wochen Forschungsaufenthalt nach NYC. Gebucht ECO bei UA auf TXL-EWR. Der Hammer ist, dass Ihr Budget für die Unterkunft bei 70 USD pro Nacht liegt. Das ist in der Gegend der Columbia University ein verdammt schwieriges Unterfangen.

Das Budget ist im Bundesreisekostengesetz geregelt und erfahrungsgemäß bei Hotels nicht umsetzbar. Liegt daran, dass niemand dieses Gesetz seit 20 Jahren angefasst hat und es realitätsfern ist, das weiß auch die Reisekostenstelle. Es gibt dafür in der Reisekostenabrechnung aber Mittel und Wege. SF = Sonderfall: billigeres Hotel gab's nicht in zumutbarer Entfernung, geht bis zu einer bestimmten Höhe. AF = Ausnahmefall: Unbegrenzte Höhe, gab wirklich nichts anderes. Als AF kann man alles bezahlen, wenn man nur die richtige Begründung hat.

Regelung zu C und Y ist in BW ganz klar: Alles bis 10 Stunden in Y, wobei Anschlüsse unter 2h als ein Flug gelten. Alles darüber *darf* in C gebucht werden. Betonung auf "darf": Welcher Professor oder Institutsleiter verbrät seine Forschungsgelder teuer in einem C-Klasse Flug, wenn man dafür auch einen Mitarbeiter einen Monat länger beschäftigen kann. Also bitte keine Neid-Debatte, C leisten sich hier die wenigsten.

Upgrades: Siehe oben. Solange man alles selbst zahlt, unproblematisch. Einsatz von Meilen ist der Einsatz von Universitätsmitteln und unterliegt der Reisekostenregelung, will sagen: Unter 10h gibt's auch keine Meilenupgrades.
 

Cappex

Erfahrenes Mitglied
14.05.2012
1.084
1
NUE
Ich bin (einen Großteil meiner Arbeitszeit) als Forscher an einer Universität des Freistaates Bayern angestellt.

Doktoranden und Postdocs (Öffentlicher Dienstler, TVL13 bis 15) fliegen ECO. Innerhalb Europas, müssen wir sogar begründen warum wir fliegen anstatt den Bahn zu nehmen. Bei wichtigen Meetings und Vorträgen (gerade wenn aus der Industrie oder EU-Mitteln bezahlt) gehen manchmal recht teure Tickets. Ich bin z.B. neulich NUE-ZRH-DUB; DUB-FRA für knapp 700EUR geflogen wenn es dienstlich erforderlich ist. Business ist aber praktisch ein NO-GO. Sehr wohl haben wir aber die Möglichkeit selbst die Tarifdifferenz zu C oder F zu zahlen.

Professoren fliegen bei uns - wer hätte es gedacht - Economy-Class oder zahlen selbst die Differenz (aus der privaten Tasche). Es sei darauf hingewiesen, dass wir ein recht gut finanziertes Department sind: Neben DFG und EU Mitteln, werben wir auch Gelder aus der Wirtschaft ein.

Mein Doktorvater fliegt bspw. auf privaten Meilen (!) in Eco (!) nach SFO (!) mit UA (!) zu einer Konferenz um unser Abteilungsbudget zu schonen und von dem gesparten Geld lieber 4 Doktoranden auf eine Konferenz in Europa zu schicken.
 

economyflieger

Erfahrenes Mitglied
22.02.2010
4.977
1
Ostsee
Gern, würde das auch gelten, wenn ich Dir sage, dass ich dann mit Deinem Steuergeld C fliegen darf? Wenn ja, dann mal her mit den Kröten...

Irgendjemand hier im Form hat mal sinngemäß geschrieben, dass, sollte sich ein Businessticket für einen geschäftlichen Flug nicht rechnen, dass ganze Geschäft für den Eimer ist..... das sollte auf die Forschung auch zutreffen.
 
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thorfdbg

Erfahrenes Mitglied
14.10.2010
3.492
823
Irgendjemand hier im Form hat mal sinngemäß geschrieben, dass, sollte sich ein Businessticket für einen geschäftlichen Flug nicht rechnen, dass ganze Geschäft für den Eimer ist..... das sollte auf die Forschung auch zutreffen.

Schön wär's. Momentan treibt das eher solche Blüten, dass bestimmte Mitglieder bestimmter Verwaltungseinheiten meinen, dass man zu einer mehrtägigen Konferenz in den USA bitte schön auch nur für den Dienstag anreist, wenn man am Dienstag seinen Vortrag hat. Den Rest der Konferenz mitzunehmen oder etwa beim Social Leute zu treffen wäre Verschwendung von Steuergeld. Es würde ja reichen, pünktlich für den anvisierten Zeitslot zu erscheinen, seinen Vortrag herunterzureißen und danach wieder zu verschwinden....

Sowas kommt natürlich nur von Leuten, die a) von Flugpreisen keine Ahnung haben und b) von Forschung und Konferenzen keine Ahnung haben. Das wichtigste ist eigentlich immer das Social, weil man da mit den Leuten ins Gespräch kommen kann - und deswegen fliegt man ja eigentlich durch die Lande. Und nicht, um einen Vortrag runterzureißen.
 
E

embraer

Guest
Schön wär's. Momentan treibt das eher solche Blüten, dass bestimmte Mitglieder bestimmter Verwaltungseinheiten meinen, dass man zu einer mehrtägigen Konferenz in den USA bitte schön auch nur für den Dienstag anreist, wenn man am Dienstag seinen Vortrag hat. Den Rest der Konferenz mitzunehmen oder etwa beim Social Leute zu treffen wäre Verschwendung von Steuergeld. Es würde ja reichen, pünktlich für den anvisierten Zeitslot zu erscheinen, seinen Vortrag herunterzureißen und danach wieder zu verschwinden....

Sowas kommt natürlich nur von Leuten, die a) von Flugpreisen keine Ahnung haben und b) von Forschung und Konferenzen keine Ahnung haben. Das wichtigste ist eigentlich immer das Social, weil man da mit den Leuten ins Gespräch kommen kann - und deswegen fliegt man ja eigentlich durch die Lande. Und nicht, um einen Vortrag runterzureißen.

Wenn das wirklich alles stimmt, was Du da schreibst, dann sehe ich schwarz für den Forschungsplatz Deutschland. Die Schweiz und die USA als direkte Konkurrenten um die besten Köpfe werden sich freuen...

Gern, würde das auch gelten, wenn ich Dir sage, dass ich dann mit Deinem Steuergeld C fliegen darf? Wenn ja, dann mal her mit den Kröten...

Ja klar, vorausgesetzt Deine Dienstreise nützt mir als Steuerzahler etwas, und dieser Nutzen ist grösser als die paar Euro für das C Ticket und die restlichen Auslagen für die Reise. Falls nicht, bitte ich Dich auf die Dienstreise zu verzichten!
 

Fliegernase

Erfahrenes Mitglied
07.12.2011
552
7
MUC/IAD
Irgendjemand hier im Form hat mal sinngemäß geschrieben, dass, sollte sich ein Businessticket für einen geschäftlichen Flug nicht rechnen, dass ganze Geschäft für den Eimer ist..... das sollte auf die Forschung auch zutreffen.

Seid doch froh, dass hier nicht unnütz Steuergeld vergeudet wird. Bei einer Konferenz hast Du keinen direkt in Geld messbaren "Gewinn" - daher würde ich auch gerne einmal sehen, wie Du ausrechnest, wann sich ein geschäftlicher Flug zu einer Konferenz "rechnet".

Wenn Du dir einmal anschaust, wie wenig ein Wissenschaftler kostet (bzw. wieviel an Drittmitteln für ein Mannjahr bezahlt wird) - da fällt ein C- statt Y-Flug recht stark ins Gewicht.
 

thaifoodpower

Erfahrenes Mitglied
08.01.2010
1.509
17
ZRH
Wenn das wirklich alles stimmt, was Du da schreibst, dann sehe ich schwarz für den Forschungsplatz Deutschland. Die Schweiz und die USA als direkte Konkurrenten um die besten Köpfe werden sich freuen...

Bei uns (grosse Forschungsuni in der CH) wird in der Forschung auch kaum C geflogen. Ganz einfach, weil man von dem Geld ja auch Doktoranden auf Konferenzen schicken kann oder mehr Leute anstellen kann. Und letztlich eben auch, weil wir öffentliche Gelder benutzen, da sollte man dreifach verantwortungsvoll mit umgehen. In der Privatwirtschaft geht man Pleite, wenn man die Kosten nicht im Griff hat, wir dagegen werden von den Bürgern finanziert, das ist ein Privileg, aber entsprechend verpflichtet das auch zum massvollen Umgang mit dem Geld.
 
E

embraer

Guest
Bei uns (grosse Forschungsuni in der CH) wird in der Forschung auch kaum C geflogen. Ganz einfach, weil man von dem Geld ja auch Doktoranden auf Konferenzen schicken kann oder mehr Leute anstellen kann. Und letztlich eben auch, weil wir öffentliche Gelder benutzen, da sollte man dreifach verantwortungsvoll mit umgehen. In der Privatwirtschaft geht man Pleite, wenn man die Kosten nicht im Griff hat, wir dagegen werden von den Bürgern finanziert, das ist ein Privileg, aber entsprechend verpflichtet das auch zum massvollen Umgang mit dem Geld.

Maßvoll ist auch, wenn man seine wichtigsten Mitarbeiter nicht verarscht. Und in der Schweiz fliegt kein Professor (Ordinarius) dienstlich Langstrecke in whY.
 

txl_SZ

Erfahrenes Mitglied
26.12.2010
396
48
Berliner Bezirksbürgermeister (je rund 280.000 Einwohner und mehrere Tausend Mitarbeiter) fliegen in der Regel Y, wenn es z. B. zu Besuchen von Partnersstädten geht.
 

Weltreisender

Erfahrenes Mitglied
05.04.2009
3.174
496
LEJ
Ich finde die Diskussion zeigt sehr eindrucksvoll, wie viel Deutschland die Wissenschaft, welches das einzige Kapital ist über das Deutschland verfügt, wert ist. Dem entsprechend wandern Wissenschaftler ja auch regelmäßig aus. Denn es geht ja am Ende nicht nur um das Fliegen in der Economyclass sondern darum dass in den USA das Forschungsbudget zehn oder 100 mal höher ist für die gleiche Fragestellung als in Deutschland.
 

thaifoodpower

Erfahrenes Mitglied
08.01.2010
1.509
17
ZRH
Maßvoll ist auch, wenn man seine wichtigsten Mitarbeiter nicht verarscht. Und in der Schweiz fliegt kein Professor (Ordinarius) dienstlich Langstrecke in whY.

Hallo, geht´s noch mit dem Ton? Das hat nichts mit verarschen zu tun, es ist einigen Leuten einfach nicht so wichtig, einen auf wichtig zu machen und manche Leute schlafen auch in der Y. Natürlich ist die C schöner, aber man überlegt sich bei den Preisen oft doch, ob das so sinnvoll ist. Stichwort: nicht das eigene Geld :idea:

Du stellst hier schon seit Tagen irgendwelche Behauptungen in den Raum, die völlig unzutreffend sind. Sehr wohl fliegen Profs in der Schweiz Y Langstrecke. Ich kann meinen Prof ja gerade eben noch zu Y+ überreden, wenn er mir 1 h nach Ankunft von einem Nachtflug eine Konferenz eröffnen soll..
 
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thaifoodpower

Erfahrenes Mitglied
08.01.2010
1.509
17
ZRH
Ich finde die Diskussion zeigt sehr eindrucksvoll, wie viel Deutschland die Wissenschaft, welches das einzige Kapital ist über das Deutschland verfügt, wert ist. Dem entsprechend wandern Wissenschaftler ja auch regelmäßig aus. Denn es geht ja am Ende nicht nur um das Fliegen in der Economyclass sondern darum dass in den USA das Forschungsbudget zehn oder 100 mal höher ist für die gleiche Fragestellung als in Deutschland.

Genau das ist es! OK, hier in der CH sind die Budgets auch OK. Es ist der Mix aus Forschungsgeldern, Entlohnung und administrativem Aufwand, ohne dass einem andauernd von der Politik tolle Reformen in den Weg gelegt werden. Beispiel das "Hochschulfreiheitsgesetz" in NRW (bei dem Namen wird mir übel!): Hochschulen haben die "Freiheit", sich woanders als beim Staat nach mehr Geld umsehen zu müssen, die "Freiheit", Grossinvestitionen durch fehlende Mittel aufzuschieben und durch die Besetzung der Aufsichtsräte durch Externe die "Freiheit" von Kompetenz und Unabhängigkeit.

Wer tut sich das denn für 60kEUR im Jahr an, wenn man im Ausland das 2-3fache (sehr guter Forscher vorausgesetzt, natürlich) oder in der Wirtschaft in D das Doppelte verdienen kann?
 

Fliegersepp

Erfahrenes Mitglied
24.04.2015
716
1.196
Österreich
Bitte vergleicht hier nicht die Öffentliche Hand mit der Privatwirtschaft.

Der Staats soll/muss an allen Ecken und Enden sparen und dann soll er etwa seine Staatsdiener in der Nobelklasse in der Weltgeschichte umher fliegen lassen? Da wäre der mediale Wirbel sehr laut...

Was ich auch immer wieder klasse finde ist der Umstand, dass in den diversesten Firmen die kleinen Arbeiter (ihr wisst schon, der Pöbel da, der seinen Urlaub billig mit Y-Anreise irgendwo auf Mallorca oder so macht) aus Spargründen gekündigt wird, während die Obrigkeiten, oftmals mehr oder weniger nutzlos, für viel Geld Umherfliegen.
 
Zuletzt bearbeitet:

thbe

Erfahrenes Mitglied
27.06.2013
9.444
9.879
Ich finde die Diskussion zeigt sehr eindrucksvoll, wie viel Deutschland die Wissenschaft, welches das einzige Kapital ist über das Deutschland verfügt, wert ist. Dem entsprechend wandern Wissenschaftler ja auch regelmäßig aus. Denn es geht ja am Ende nicht nur um das Fliegen in der Economyclass sondern darum dass in den USA das Forschungsbudget zehn oder 100 mal höher ist für die gleiche Fragestellung als in Deutschland.

Angehörige des öffentlichen Dienstes im Allgemeinen und Professoren im Besonderen auch nur Ansatzweise als Leistungsträger zu sehen, dürfte zu den Basisprinzipien eines Ministeriums für Wahrheit gehören.

Wer regelmäßig Business oder First fliegen möchte, der muss reich heiraten, gut erben oder sich durch Teilnahme an der Leistungsgesellschaft selbst die Grundlagen dafür erarbeiten. Mal mindestens unter Professoren gibt es ausreichend Vertreter, die an der Leistungsgesellschaft teilgenommen haben bzw. noch teilnehmen und sehr wohl mindestens in C unterwegs sind.

Der öffentliche Dienst hat nichts mit Leistung zu tun. Das hat für die dortigen Mitarbeiter Vor- und Nachteile. Über die Vorteile können sie sich freuen, über die Nachteile sollten sie nicht jammern. Sie können ja grundsätzlich wieder an der Leistungsgesellschaft teilnehmen und zeigen, was sie drauf haben. Im Erfolgsfalle dann auch C/F fliegend.
 

Andreas91

Erfahrenes Mitglied
30.03.2015
1.187
4
Es wird vom Staat wirklich so derart viel Geld zum Fenster verpulvert. Seine besten Leute und das sind die Leute aus der Forschung ja wohl hoffentlich, dann mit den Touristen eingeengt in Y durch die Gegend zu schicken - ich weiß nicht recht, das zeugt, wie Weltreisender bereits angemerkt hat, wirklich davon, wieviel man diese wertzuschätzen weiß.

Natürlich ist es unsinnig jeden Minihüpfer in C zu machen - aber bei Langstrecken würden die Ausgaben den Mehrwert schon wieder einspielen. Falls das nicht drin ist, muss man sich, wie ich oben bereits geschrieben habe, schon tatsächlich fragen, ob die Veranstaltung so wichtig ist, dass eine Anwesenheit zwingend erforderlich ist. Ich möchte dazu sagen, dass ich nicht aus der Forschung oder vom Staat, sondern aus der Wirtschaft komme und hier wird eine Abwägung gemacht, ob die Ausgaben in irgendeiner Form letzten Endes (mehr) Einnahmen (irgendwann) generieren oder nicht. Handelt es sich um eine Fachkonferenz, werden dort ggf. Kontakte geknüpft, Fachwissen erworben, etc. Handelt es sich um eine Besprechung mit einem Kunden, ist das Meeting vermutlich sowieso bereits Teil des Auftrages und dann sollten die Reisekosten auch entsprechend kalkuliert sein, dass es für C genügt. Veranstaltungen, die nicht ausreichend Mehrwert bringen, sollten von staatl. Seite logischerweise genauso vermieden werden wie in der Wirtschaft. Es muss eben nicht jeder Mitarbeiter bei jeder Fachkonferenz dieser Welt anwesend sein. Die Devise sollte eher lauten Qualität statt Quantität.
 
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rorschi

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
10.201
3.591
ZRH / MUC
Der Staats soll/muss an allen Ecken und Enden sparen und dann soll er etwa seine Staatsdiener in der Nobelklasse in der Weltgeschichte umher fliegen lassen? Da wäre der mediale Wirbel sehr laut...

Von der Nobelklasse (= F) spricht ja niemand, sondern derjenigen, die einigermaßen erschwinglich ist und einem Liegewagen im Nachtzug entspricht, also von C.

12 Stunden in der gleichen Position sitzend auf die Landung zu warten und danach gleich einen Einsatz - dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Aber zum Glück muss ich das weder tun noch entscheiden.
 

Fliegersepp

Erfahrenes Mitglied
24.04.2015
716
1.196
Österreich
Von der Nobelklasse (= F) spricht ja niemand, sondern derjenigen, die einigermaßen erschwinglich ist und einem Liegewagen im Nachtzug entspricht, also von C.

12 Stunden in der gleichen Position sitzend auf die Landung zu warten und danach gleich einen Einsatz - dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Aber zum Glück muss ich das weder tun noch entscheiden.


so ein Flug in C kostet eh nur deutlich mehr als ein Durchschnittsgehalt in D oder Ö hoch ist, aber egal. Außerdem ist ein Flug in Y nicht einmal annähernd so schlimm, wie so manch einer hier tut.
 

SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
22.346
14.458
FRA/QKL

rorschi

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
10.201
3.591
ZRH / MUC
Außerdem ist ein Flug in Y nicht einmal annähernd so schlimm, wie so manch einer hier tut.

Es kommt drauf an, wie lange der Flug ist und wie es der einzelne verarbeiten kann. Muss von jemandem verlangt werden, eine Zeitspanne, die 1-1,5 Arbeitstage lang ist, sitzend zu verbringen ohne die Beine strecken zu können, und hinterher fit genug für einen Anlass / Autofahrt / Arbeitseinsatz / etc. zu sein?
Da bin ich wirklich der Ansicht, dass man hier am falschen Ort spart. Meistens kommen ja noch eine Zeit- und Klimaumstellung dazu.
 

thorfdbg

Erfahrenes Mitglied
14.10.2010
3.492
823
Ja klar, vorausgesetzt Deine Dienstreise nützt mir als Steuerzahler etwas, und dieser Nutzen ist grösser als die paar Euro für das C Ticket und die restlichen Auslagen für die Reise. Falls nicht, bitte ich Dich auf die Dienstreise zu verzichten!

Das ist das Problem bei Forschung und Lehre: Wie beziffert man den Wert in Euro? Ob eine Konferenz oder Dienstreise sich gelohnt hat, kann man meist auch erst hinterher sagen, und eigentlich auch erst nach Jahren, weil sich derartiges extrem langsam amortisiert. Sprich: Netzwerke aufbauen.

Es ist nicht so wie in der Wirtschaft, wo man nach einer Dienstreise sagen kann, wir haben jetzt ein Projekt für X Euro aquiriert, also haben sich die Y Euro für die C gelohnt.

Machen wir hier ein Projekt zur Verbesserung der Lehre, so entsteht im günstigsten Fall eine Software, die von der nächsten Generation der Studierenden gerne angenommen und von der übernächsten schulterzuckend als Selbstverständlichkeit wahrgenommen wird.

Machen wir hier ein Forschungsprojekt für Technologie X, so werden wir die als Uni sicherlich nicht in Euros umwandeln, sondern gewinnen im besten Falle einen industriellen Projektpartner, der für die nächsten Jahre genügend Geld für - unter anderem - Flugtickets an die Uni zahlt. Die werden dann wieder nach Reisekostenrichtlinie ausgegeben. Sprich, in Y. Für den Rest bezahlt man lieber Doktoranden und Mitarbeiter. Auch hier wieder: Wieviel Euro ist so eine Doktorarbeit wert?

Man kann nicht überall eine Zahl anbappen und das gegen den Preis eines C-Tickets verrechnen.
 

Andreas91

Erfahrenes Mitglied
30.03.2015
1.187
4
Das ist das Problem bei Forschung und Lehre: Wie beziffert man den Wert in Euro? Ob eine Konferenz oder Dienstreise sich gelohnt hat, kann man meist auch erst hinterher sagen, und eigentlich auch erst nach Jahren, weil sich derartiges extrem langsam amortisiert. Sprich: Netzwerke aufbauen.

Es ist nicht so wie in der Wirtschaft, wo man nach einer Dienstreise sagen kann, wir haben jetzt ein Projekt für X Euro aquiriert, also haben sich die Y Euro für die C gelohnt.

Machen wir hier ein Projekt zur Verbesserung der Lehre, so entsteht im günstigsten Fall eine Software, die von der nächsten Generation der Studierenden gerne angenommen und von der übernächsten schulterzuckend als Selbstverständlichkeit wahrgenommen wird.

Machen wir hier ein Forschungsprojekt für Technologie X, so werden wir die als Uni sicherlich nicht in Euros umwandeln, sondern gewinnen im besten Falle einen industriellen Projektpartner, der für die nächsten Jahre genügend Geld für - unter anderem - Flugtickets an die Uni zahlt. Die werden dann wieder nach Reisekostenrichtlinie ausgegeben. Sprich, in Y. Für den Rest bezahlt man lieber Doktoranden und Mitarbeiter. Auch hier wieder: Wieviel Euro ist so eine Doktorarbeit wert?

Man kann nicht überall eine Zahl anbappen und das gegen den Preis eines C-Tickets verrechnen.

Geht es hier denn aber wirklich im Detail darum, exakt den Wert in Euro anzugeben? Ich meine nein.

Pieter meinte ja außerdem ganz offensichtlich nicht eine detaillierte betriebswirtschaftliche Gegenrechnung von Kosten / Nutzen, sondern die grundsätzliche Bereitschaft, dass er gerne mit seinen Steuern C-Tickets finanziert, sofern diese einen Nutzen für den Steuerzahler auch wiederum in einem angemessenen Rahmen bieten. Genau in Euro lässt sich dieser Gegenwert natürlich nicht bewerten.
 
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