Also man hat mir ja schon vieles vorgeworfen, aber "Linke Neidrethorik" ist neu.
Das könnte ich jetzt mit "Neoliberalem Weltbild" kontern.
Das ist für mich keine Beleidigung. Liberal bedeutet doch Freiheitlich, was ist daran schlecht?
Oder ich hinterfrage mal Deine Aussagen. (auch wenn das jetzt etwas OT ist)
Welches Kapital fließt Deiner Meinung nach derzeit wohin?
Bei schlechteren Bedingungen fliesst das Kapital sehr schnell ins Ausland. Legal oder illegal. Einfach mal die Geschichte der DDR anschauen, oder unsere Südamerikansischen Freunde. Gute Anlagestrategien gründen Kapitalgesellschaften im Ausland (ja, es gibt noch relativ sichere Länder). Rede einfach mal mit Anlageberatern. Die wissen wie so was geht und ob die Nachfrage dafür steigt.
Aber wieder beim Beispiel DDR, da ist erst das Geld und dann die Intelligenz gegangen. Gekniffen waren die Immobilienbesitzer.
Frage auch mal wie das in Argentinien war, mit der Staatspleite (Banken zu, Geld weg, aus die Maus!). Blöd wer da nicht schon alles versoffen hatte.
Wie könnte Deiner Meinung nach ein deutscher Einkommensmillionär abwandern?
Wo bitte glaubst Du hätte ich gesagt, dass Manager zu viel verdienen?
Und weil Du meine "Ackermänner" wörtlich genommen hast, bleiben wir mal kurz bei ihm.
Er dürfte ja unbestritten ein Einkommensmillionär sein. Übrigens nach meiner unmaßgeblichen Meinung, als ein Kleinaktionär der Deutschen Bank, völlig zu recht! Im Gegensatz zu den Managern von Commerzbank, Dresdner Bank, Postbank, usw. hat er sein Unternehmen fast unbeschadet durch die Krise gebracht.
Aber zurück zu seinem Einkommen. Natürlich muss er dass beim Finanzamt in Deutschland versteuern! Wie kommst du darauf, dass ihn sein Schweizer Pass davor bewahren könnte? Sein Arbeitgeber, die Deutsche Bank hat ihren Sitz in Frankfurt am Main, und dort wird das Gehalt auch ausgezahlt. Oder glaubst Du ernsthaft, dass Ackermann dem Fiskus glaubhaft darlegen kann, dass er zwar Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank ist, aber sein Lebensmittelpunkt in der Schweiz liegt?
Und damit ist er das Paradebeispiel für einen Einkommensmillionär, der das Land eben nicht verlassen kann.
Verlassen kann er das Land sehr einfach. Bei diesen Einkommen gibt es aber auch genug Strategien, das Einkommen abzusenken. Frag einfach einen Anlagespezialisten.
Und zum Schluss noch eine ganz andere Frage:
Dir ist aber schon klar, dass die Erhebung von Steuern weiteres Geld in den Staatshaushalt bringt?
Im Gegensatz dazu nutzt die "Einsparung" am unteren Ende der Gesellschaft recht wenig, weil dort nur das Geld nicht ausgegeben werden soll, das der Staat sowieso nicht hätte!
Also, wenn ich ein Unternehmen sanier, schaue ich mir als erstes den größten Kostenblock an. Bei Unternehmen sind das vielfach die Personalkosten. Bei unserem Staat sind das aber die Sozialkosten. Die betragen etwa 30%! Die Empfänger sind unproduktiv, d.h. sie tragen nicht zur Wertschöpfung im Land bei. Sie konsumieren nur. Ziel sollte doch sein zumindest einen Teil in den produktiven Prozess zu stecken. Es soll zumindest ein Anreiz dazu sein.
Wir brauchen nicht mehr Einnahmen sondern müssen bei den Ausgaben ansetzen.
Um es abschließend klar zu stellen, natürlich müssen die wohlhabenderen mehr zur Finanzierung des Staates beitragen! Und weil das nun einmal meine Vorstellung von einem funktionierenden Sozialstaat ist, bin ich durchaus bereit meinen, dann erhöhten, Beitrag dazu zu leisten.
Sorry, das ist rotlichtbestrahlt! Die "Wohlhabenden" - ich würde eher sein die Produktiven, Schlauen, Fleissigen - zahlen doch sowieso schon die ganze Miete überproportional (mit der saftigen Progression). Irgendwann ist halt genug.
Die Frage ist, auf welchem Niveau ich die "schwachen" halte. Das Problem ist, dass sich für untere Einkommensgruppen das Arbeiten kaum noch lohnt und sich ein Teil einfach in das soziale Netz fallen lässt, weil es sich da ganz gut leben lässt: Miete wird bezahlt, Heizung wird bezahlt, große Anschaffungen werden bezahlt, Kindergarten ist für Lau, Klassenfahrten werden übernommen, den Sportverein gibt es in vielen Städten für lau, Essen gibt es für nen Euro von der Tafel und die ca. 350 Euro pro Person kann ich einfach auf den Kopf hauen.
Klar gibt es schwere Fälle, wenn mir aber meine Nachbarin (Lehrerin Hauptschule) erzählt, dass ein großer Teil der Kinder auf die Frage was sie machen wollen Antwortet: Ich will Harzer werden, das ist der Papa auch - dann hört für mich einfach der Spaß auf.
Daher eher Hut ab für die Frisöse, die für 900 Euro netto noch malochen geht.