Jetzt bin ich doch wieder in der Diskussion drin, hopstore möge mir verzeihen
Habe ich jemals geschrieben, dass ich ein "Fan" von Hans Rudolf Wöhrl bin? Nein. Ich habe geschrieben, dass ich Respekt vor seiner Leistung bezüglich der Sanierung der dba und der LTU habe. Ebenso viel Respekt habe ich vor der augenblicklichen Leistung von Carsten Spohr, der die Lufthansa wieder auf einen erfolgreichen Kurs bringt. Ich kenne übrigens das Angebot von Hans Rudolf Wöhrl nicht. Ich kenne aber auch nicht das Angebot der Lufthansa.
Das sehe ich etwas vielschichtiger. Es geht einerseits um Prinzipien eines ordentlichen Insolvenzverfahrens. Beispiel: Darf sich hier die Politik einmischen? Wenn ja, wie weit? Andererseits geht es auch um das Kartellrecht und um das europäische Wettbewerbsrecht. Ganz so einfach ist diese Sache also nicht.
Bei diesem Verfahren müssen mehrere Rechtsinstitute berücksichtig werden, sonst geht es schief. Die beiden Insolvenzverwalter (man möge mir die Umgangssprache verzeihen) wissen das und prüfen gewiss sehr genau. Sie haften ja. Und deshalb verdienen sie auch sehr viel Geld an diesem Verfahren.
Was mich an der ganze Sache aber wirklich stört:
Diese Insolvenz wird irgendwie auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen. Ein befreundeter, alter Jurist, bis vor ein paar Jahren noch Ordinarius einer juristischen Fakultät, hat mir zwei Dinge zu dieser Insolvenz gesagt. Erstens müsste das deutsche Insolvenzrecht renoviert werden, denn es benachteilige die kleinen Gläubiger. Zweitens fallen ihm schon heute unzählige Themen für eine Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit ein, wenn er an dieses Insolvenzverfahren denkt, das gerade erst begonnen hat.
Ich hoffe, dass ich mit meiner Antwort gedient habe