Lufthansa plant Stellenabbau

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flyglobal

Erfahrenes Mitglied
25.12.2009
5.624
527
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Erstaunliche Nachrichten aus der LH-Zentrale: Carsten Spohr will in der Verwaltung viele Mitarbeiter abbauen (man spricht von 3.200 !) und teilweise durch Branchenfremde ersetzen, die das Thema Digitalisierung und Markenmanagement vorantreiben sollen. Natürlich auch, um damit die Lohnkosten deutlich zu senken. Mit Sicherheit denkt er dabei nicht an sein eigenes Salär, das ihm ja bekanntlich zu niedrig erscheint...
Aber lest selbst

wiwo.de

DMM

Also ich habe einen Bekannten der hat bei LH regulär ein Altersteilzeitprogramm über 34 Monate gemacht. 17 Monate aktiv, 17 passiv, das Ganze also über 34 Monate und das für 75% des Brutto Gehalts. Braucht man hier nur auszuweiten, z.B. auf 48 Monate oder 60 Monate.

Ich habe aber leider bei der LH den Eindruck, dass hier im Wesentlichen der schnelle Personalabbau im Vordergrund steht und die Digitalisierung zwar auch beabsichtigt ist, aber doch eher etwas als Feigenblatt für die Hauptsache - Personalabbau und sparen gilt. Als ernsthaft würde ich es eher sehen, wenn man ein Vorstandsresort Digitalisierung schaffen würde, mit Hauptstelle Silicon Valley, Nebenstelle LH LAC und dann nach Ziel Definition Stück für stück auch Abfindungen angeht wo Abläufe anders definiert oder gestrafft werden.
Diese 'Jungs' sind teuer und / Nase vielleicht teurer als die altgedienten LH Mitarbeiter. Sie kommen auch mit unbequemen Ideen.

Beim Auto gibt es das auch: nur werden jetzt hier nicht erst die Verbrennungsmotor Jungs rausgeschmissen, bevor man an die Elektromobilität geht, sondern es muss 'leider?' eine gewisse Zeit parallel gefahren werden.

Noch fehlt mir hier der Glaube. Erstes ernsthaftes: neuer personalvorstand aus einer anderen Branche. Der Fisch stinkt - wo zuerst? Und dann: die alten sind nicht notwendigerweise zugleich die unbeweglichsten.

Flyglobal
 
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DIFMag

Erfahrenes Mitglied
20.07.2011
444
322
Wobei *offtopic* ich trotz Job in der Branche bei aller Digitalisierung manchmal so meine Probleme damit habe.
Ebenso mit der Annahme (ok liegt an meinem Alter) das nur junge Arbeitnehmer motiviert, modern etc sind ...
Was sollen Arbeitnehmer ab 50 tun ? In Rente gehen ? Kriegen wir auch ein Problem
* offtopic aus
 

longhaulgiant

Erfahrenes Mitglied
22.02.2015
10.880
10.845
Wobei *offtopic* ich trotz Job in der Branche bei aller Digitalisierung manchmal so meine Probleme damit habe.
Ebenso mit der Annahme (ok liegt an meinem Alter) das nur junge Arbeitnehmer motiviert, modern etc sind ...
Was sollen Arbeitnehmer ab 50 tun ? In Rente gehen ? Kriegen wir auch ein Problem
* offtopic aus

Ich stimme dir zu: es ist kein Problem des Alters. Aber wenn jemand schon in jüngeren Jahren eine Auffassungsgabe hat die nur von 12 bis Mittag reicht dann wird das im Alter noch schlimmer.
Dann kann auch schnell mal das Verhältnis Performer/Minderleister verrutschen und eine Firma kann sich letztere nur bis zu einem gewissen Grad leisten ohne ernsthafte Probleme zu bekommen. Im mittleren Alter sind die gerade noch tragbar, später jedoch nicht mehr.
Wenn ich „Ältere“ sage meine ich übrigens 55+ wo ständig nur die Tage bis zur Rente gezählt werden. Ältere die ihren Job bis zum Ende ordentlich machen finde ich völlig in Ordnung. Oft kann man sich von denen noch was abschauen.

Ich wollte das auch nicht komplett auf die ältere Generation schieben. Es gibt auch schon im mittleren Alter genug die den ganzen Tag nichts anderes tun als Büroklammern durch die Gegend zu schieben (überspitzt formuliert)
 
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flyglobal

Erfahrenes Mitglied
25.12.2009
5.624
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Erstaunliche Nachrichten aus der LH-Zentrale: Carsten Spohr will in der Verwaltung viele Mitarbeiter abbauen (man spricht von 3.200 !) und teilweise durch Branchenfremde ersetzen, die das Thema Digitalisierung und Markenmanagement vorantreiben sollen. Natürlich auch, um damit die Lohnkosten deutlich zu senken. Mit Sicherheit denkt er dabei nicht an sein eigenes Salär, das ihm ja bekanntlich zu niedrig erscheint...
Aber lest selbst

wiwo.de

DMM

Absolut richtig. Wir (IT Sparte eines milliardenschweren Unternehmens) haben die gleichen Probleme mit solchen Leuten. Die ewigen Minderleister lassen mit zunehmendem Alter auch noch weiter nach. Spätestens 10 Jahre vor der Rente legt man die Füße hoch - man ist ja faktisch unkündbar - und macht nur noch das nötigste und lässt pünktlich den Stift fallen. Dass man damit die Kollegen und im Endeffekt das ganze Unternehmen damit ausbremst interessiert diese Klientel nicht.

Das ist kein Plädoyer gegen alte Arbeitnehmer denn es gibt auch rühmliche Ausnahmen. Aber es bleibt halt dabei: die wenigen Ausnahmen bestätigen die Regel. Zumindest hier.

Die Kollegen im mittleren Alter sind oft auch nicht viel besser. Da fragt jemand der sich seit Jahren nicht fortgebildet hat und jedes neue Thema erst mal ablehnt (und dafür dennoch exorbitant gut verdient) allen ernstes warum Kollege X der nur ein Drittel der Zeit im Unternehmen ist „so schnell“ eine bestimmte Gehaltsstufe erreicht hat - und er wird „übergangen“. Da fällt einem wirklich nichts mehr ein bei solchen Leuten. Aber das ist leider symptomatisch. Ich schätze, dass es in vielen anderen großen Betrieben auch nicht besser aussieht.

Da muss man ja mal so was wie eine Gegenfrage stellen.
Wie sieht denn in dieser IT sparte das Weiterbildungsprogramm/ Qualifizierungsprogramm aus. Zwar sollte es besonders in der IT wichtig sein sich schon selber weiterzubilden, aber normalerweise gehört beides zusammen. Der Mitarbeiter selber und das Unternehmen die mit Zielvereinbarungen auch Karriere und Weiterbildung steuern.
Hier (nicht IT Abteilung) muss man für jeden Mitarbeiter einen Entwicklungsplan erstellen und der muss immer wieder aktuell gehalten werden. Mindestens 2x Jährlich wird darüber gesprochen, Status und 'opportunities' festgehalten.
So ein Zustand wie du beschreibst deutet für mich immer auf Führungsdefizite hin.

Mal noch eine Beobachtung als nicht IT'ler: Bei uns wurde vor Jahren Insourcing von IT Aufgaben umgesetzt (global). Das hat einen richtigen Schub gegeben. Vorher war die IT Abteilung in einigen Bereichen so was wie eine Auftragsverwaltung, träge und die Anwender nervend und gängelnd, aber mit eigenen Leuten die auch teilweise vom früheren Dienstleister gekommen sind kam richtig Schwung in die IT Abteilung und heute läuft es besser. Dazu massiver Ausbau der Bereiche IT Security usw.


Flyglobal
 

longhaulgiant

Erfahrenes Mitglied
22.02.2015
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Da muss man ja mal so was wie eine Gegenfrage stellen.
Wie sieht denn in dieser IT sparte das Weiterbildungsprogramm/ Qualifizierungsprogramm aus. Zwar sollte es besonders in der IT wichtig sein sich schon selber weiterzubilden, aber normalerweise gehört beides zusammen. Der Mitarbeiter selber und das Unternehmen die mit Zielvereinbarungen auch Karriere und Weiterbildung steuern.
Hier (nicht IT Abteilung) muss man für jeden Mitarbeiter einen Entwicklungsplan erstellen und der muss immer wieder aktuell gehalten werden. Mindestens 2x Jährlich wird darüber gesprochen, Status und 'opportunities' festgehalten.
So ein Zustand wie du beschreibst deutet für mich immer auf Führungsdefizite hin.

Mal noch eine Beobachtung als nicht IT'ler: Bei uns wurde vor Jahren Insourcing von IT Aufgaben umgesetzt (global). Das hat einen richtigen Schub gegeben. Vorher war die IT Abteilung in einigen Bereichen so was wie eine Auftragsverwaltung, träge und die Anwender nervend und gängelnd, aber mit eigenen Leuten die auch teilweise vom früheren Dienstleister gekommen sind kam richtig Schwung in die IT Abteilung und heute läuft es besser. Dazu massiver Ausbau der Bereiche IT Security usw.


Flyglobal

Im großen und ganzen gebe ich dir recht. Wenn es dich näher interessiert schreib mir eine PN dann können wir das dort weiter diskutieren.
 

Westgote

Gesperrt
17.04.2018
94
0
Seit wann gibt es Pyjama Größe 0 und 1 ????

Ab jetzt!
Etihad teams up with Emirati fashion brand on First Class loungewear - Transport,Style,UAE - ArabianBusiness.com

Daß Mao das nicht mehr erleben durfte:cry:

Genosse Reisender und Genossin Reisende - wir sind alle gleich und niemand muß mehr die Kleidung ins Handgepäck packen, die er für den Aufenthalt im Luftfahrtzeug und in der Lounge für angemessen hält!
Der Große Bruder bzw. Emir sorgt für alles - und das ganz undigital.

Z. Zt. nur in der First. Aber da geht mehr: bald werden jeweils 500 schwarze Ameisen im Gleichschritt die A380er in der Wüste deboarden, während die Frau Gemahlin sich im FCT gerade mal freut, daß Herr Sphor ihr jetzt auch einen grauen Schlafanzug der Perlenketten-Hanseaten-Töchter-Marke Van Laack in Größe 36 anbietet.
 

nevadaman

Erfahrenes Mitglied
20.07.2013
2.230
4
Hatte kürzlich mit meiner PA telefoniert ob es nicht möglich sei die gewünschte Pyjama Größe einfach im Profil zu hinterlegen. Würde LH die Beladung vereinfachen und dem Kunden Frust ersparen wenn die Größe mal wieder überraschend aus ist. Geht leider nicht, wir sind ja erst im Jahr 2018 und dieses Internet ist für uns alle immer noch Neuland. Von daher, digitales Denken ist absolut von Nöten. Änderungen sind unabdingbar. Gute Entscheidung hier mal einen echten Schnitt zu machen.

bis die neuen Digitalisierten ;) Mitarbeiter überhaupt das Problem erkannt haben ... sind die neuen Leute auch schon wieder alt.
 

airhansa123

Erfahrenes Mitglied
03.11.2012
4.144
14
Ich finde das ganze ungeheuerlich und kann mich an kein Beispiel weltweit erinnern bei dem ein Konzernchef gesagt hat: "10% meiner Mitarbeiter sind Schrott und müssen weg, und es müssen im gleichen Umfang neue her". Ein unglaubliches Armutszeugnis. Falls es nur die verbale Verklausulierung von "wir müssen teure Mitarbeiter durch billige ersetzen" ist es umso unverschämter, dann lieber Ross und Reiter nennen.
 

peter42

Moderator
Teammitglied
09.03.2009
13.462
1.306
Da muss man ja mal so was wie eine Gegenfrage stellen.
Wie sieht denn in dieser IT sparte das Weiterbildungsprogramm/ Qualifizierungsprogramm aus. Zwar sollte es besonders in der IT wichtig sein sich schon selber weiterzubilden, aber normalerweise gehört beides zusammen. Der Mitarbeiter selber und das Unternehmen die mit Zielvereinbarungen auch Karriere und Weiterbildung steuern.
Hier (nicht IT Abteilung) muss man für jeden Mitarbeiter einen Entwicklungsplan erstellen und der muss immer wieder aktuell gehalten werden. Mindestens 2x Jährlich wird darüber gesprochen, Status und 'opportunities' festgehalten.
So ein Zustand wie du beschreibst deutet für mich immer auf Führungsdefizite hin.

Mal noch eine Beobachtung als nicht IT'ler: Bei uns wurde vor Jahren Insourcing von IT Aufgaben umgesetzt (global). Das hat einen richtigen Schub gegeben. Vorher war die IT Abteilung in einigen Bereichen so was wie eine Auftragsverwaltung, träge und die Anwender nervend und gängelnd, aber mit eigenen Leuten die auch teilweise vom früheren Dienstleister gekommen sind kam richtig Schwung in die IT Abteilung und heute läuft es besser. Dazu massiver Ausbau der Bereiche IT Security usw.


Flyglobal

LH hat nur gerade das Umgekeehrte gemacht und große Teile der IT outgesourced....
 

ngronau

Erfahrenes Mitglied
04.11.2011
2.438
2.706
BER
Hatte kürzlich mit meiner PA telefoniert ob es nicht möglich sei die gewünschte Pyjama Größe einfach im Profil zu hinterlegen. Würde LH die Beladung vereinfachen und dem Kunden Frust ersparen wenn die Größe mal wieder überraschend aus ist. Geht leider nicht, wir sind ja erst im Jahr 2018 und dieses Internet ist für uns alle immer noch Neuland. Von daher, digitales Denken ist absolut von Nöten. Änderungen sind unabdingbar. Gute Entscheidung hier mal einen echten Schnitt zu machen.

Eigentlich sollte ja der Innovation Hub in Berlin auf so ca. eine Idee pro Woche kommen, es wurden dann nur eine Idee pro Jahr. Die Hansa krankt an ihrer extremen Innovationsschwäche. So langsam ist auch alles kopiert, was die Wettbewerber machen. Den Lufthansa-Luftfahrtbeamten am Boden weine ich keine Träne nach - und die neuen Leute werden Forderungen stellen, an denen die beste IT der Welt lange knabbern wird.
 

Herr Bierwurst

Erfahrenes Mitglied
27.03.2011
1.308
46
Ich finde das ganze ungeheuerlich und kann mich an kein Beispiel weltweit erinnern bei dem ein Konzernchef gesagt hat: "10% meiner Mitarbeiter sind Schrott und müssen weg, und es müssen im gleichen Umfang neue her". Ein unglaubliches Armutszeugnis. Falls es nur die verbale Verklausulierung von "wir müssen teure Mitarbeiter durch billige ersetzen" ist es umso unverschämter, dann lieber Ross und Reiter nennen.

Ist vielleicht kein guter Stil, aber ich bilde mir ein nachvollziehen zu können, woher das kommt. Ich kenne diesen Typus gut bzw. überbezahlter, eingebildeter, unflexibler, fauler S*ck ganz gut. Wenn es davon zu viele im mittleren Führungsbereich gibt, und das Unternehmen dadurch ausgebremst wird, kann man schon mal zu viel kriegen.
 

SkyIsTheLimit

Erfahrenes Mitglied
10.01.2013
1.084
208
BER
Carsten Spohr macht sehr vieles richtig und beweist Weitblick oder ist zumindest gut beraten.

Die Strategie GDS zurück zu drängen und die Wertschöpfung sowie die Daten in das Unternehmen zu holen ist 100% richtig. Und der wirkliche Profit hieraus kommt erst mit leistungsfähiger IT und durchgängiger Prozesskette.
Der derzeitige Zustand der LH IT, das derzeitige IFE, etc. wird nicht ansatzweise den zukünftigen (noch nicht mal den heutigen) Anforderungen gerecht.
Solche Dinge wie seinen persönlichen Netflix-Account im IFE nutzen zu können, individuelle Sitz-Presets zu speichern, seine Präferenzen bzgl. Essenszeiten etc. zu hinterlegen werden sicherlich bald erwartet werden. Und natürlich noch vieles mehr.

Dass diese Prozesse nicht mit dem derzeitigen LH Personal und dem Beamtenhaften „LH Spirit“ konsequent angegangen werden, kann ich mir gut vorstellen. Mag für einige bedeuten ihre Comfortzone und das Unternehmen zu verlassen, ist aber für den Gesamterfolg notwendig.
 

Fare_IT

Erfahrenes Mitglied
06.12.2012
4.492
20
Farewell City
Die Strategie GDS zurück zu drängen und die Wertschöpfung sowie die Daten in das Unternehmen zu holen ist 100% richtig.

Gilt diese "absolute 100% Richtigkeit-Gewissheit", was die Entscheidung über die Fokussierung des Verkaufs von Produkten und Dienstleistungen auf den Direktvertrieb (hier proprietäre Verkaufssysteme), die Du hier kundtust, Deiner Ansicht nach für alle Airlines?

Etwas abstrakter: Denkst Du, das sich Handelsplätze für Produkte und Dienstleistungen, die nicht offen sind, in der Zukunft durchsetzen werden?

Wenn dem so ist, wie ist Deine Prognose für einen globalen Handelsplatz/Marktplatz wie Amazon oder Baidu? Werden sich diese nicht durchsetzen können - weil die Produzenten (wie bspw. Airlines) den Vertrieb / Verkauf viel besser und gewinnbringender selbst organisieren können?

Die Strategie die GDS außen vor zu lassen ist imho von der Angst getrieben, sich im direkten Vergleich in einer nahen oder fernen Zukunft nicht mehr in dem Maße durchsetzen zu können, wie man das gern hätte. Die Taktik wird mittels des aktuell scharfen Schwerts der Marktmacht der LHG durchgesetzt - parallel füllt man die Kriegskasse durch konsequentes permanentes Erhöhen der Preise bei gleichzeitiger Senkung der Kosten.

Ich bin mir ganz und gar unsicher wie schlau CS, der Vorstand oder die Berater wirklich sind - die Vorstellung dass eine Airline dauerhaft so Markt - dominierend sein kann, dass die Taktik sich in eine Strategie wandelt, und dann in eine nachhaltige Änderung der globalen Marktgegebenheiten mündet, dazu fehlt mir persönlich die Phantasie.

Die Wirtschaftsgeschichte zeigt imho dass diese Art des Geschäftsmachens wenig erfolgversprechend ist.
 

SkyIsTheLimit

Erfahrenes Mitglied
10.01.2013
1.084
208
BER
Gilt diese "absolute 100% Richtigkeit-Gewissheit", was die Entscheidung über die Fokussierung des Verkaufs von Produkten und Dienstleistungen auf den Direktvertrieb (hier proprietäre Verkaufssysteme), die Du hier kundtust, Deiner Ansicht nach für alle Airlines?

Etwas abstrakter: Denkst Du, das sich Handelsplätze für Produkte und Dienstleistungen, die nicht offen sind, in der Zukunft durchsetzen werden?

Wenn dem so ist, wie ist Deine Prognose für einen globalen Handelsplatz/Marktplatz wie Amazon oder Baidu? Werden sich diese nicht durchsetzen können - weil die Produzenten (wie bspw. Airlines) den Vertrieb / Verkauf viel besser und gewinnbringender selbst organisieren können?

Die Strategie die GDS außen vor zu lassen ist imho von der Angst getrieben, sich im direkten Vergleich in einer nahen oder fernen Zukunft nicht mehr in dem Maße durchsetzen zu können, wie man das gern hätte. Die Taktik wird mittels des aktuell scharfen Schwerts der Marktmacht der LHG durchgesetzt - parallel füllt man die Kriegskasse durch konsequentes permanentes Erhöhen der Preise bei gleichzeitiger Senkung der Kosten.

Ich bin mir ganz und gar unsicher wie schlau CS, der Vorstand oder die Berater wirklich sind - die Vorstellung dass eine Airline dauerhaft so Markt - dominierend sein kann, dass die Taktik sich in eine Strategie wandelt, und dann in eine nachhaltige Änderung der globalen Marktgegebenheiten mündet, dazu fehlt mir persönlich die Phantasie.

Die Wirtschaftsgeschichte zeigt imho dass diese Art des Geschäftsmachens wenig erfolgversprechend ist.

Ich denke eher, dass wenn LH Group ihre aktuellen technischen Hürden überwindet (bzw. je überwinden sollte), den aus Unternehmenssicht richtigen Weg gehen. Erstens haben sie GDS ja nicht gestrichen (was derzeit auch undenkbar wäre) und zweitens versuchen sie eben nicht so abhängig von Plattformanbietern zu sein. Das führt nämlich am Ende zu einer Situation wie mit booking.com, amazon.com, etc. die eine Quasi-Monopolstellung haben und 30% Marge ziehen.

Wenn LH es hingegen schafft, sich durch eine GUTE (was sie derzeit nicht haben) eigene Plattform abzusetzen (mehr individuelle auf LHG abgestimmte Services und Optionen, etc.), können sie sich sicherlich viele Vorteile verschaffen. Darüber hinaus ist ihre Plattform ja nicht komplett closed, sondern es gibt ja Möglichkeiten sich dort anzudocken, nur dass die Daten etc., dann weiterhin über LH laufen, was gut für sie ist.

Aus Kundensicht mag das nicht zwingend optimal sein, ich denke es bietet jedoch (bei guter Umsetzung) die notwendigen Möglichkeiten sich abzusetzen vom Wettbewerb. Ob LH tatsächlich was daraus macht, oder es sich am Ende wieder nur um ein Digitalisierungs-Smart-IoT-Buzzword Strohfeuer handelt, ist natürlich völlig offen. Das es bisher nicht geklappt hat, hat CS jedoch anscheinend erkannt und sieht Handlungsbedarf. Und das ist schon mehr, als ich LHG zugetraut hätte ;)
 

Fare_IT

Erfahrenes Mitglied
06.12.2012
4.492
20
Farewell City
@SitL:

Danke für Deine weiteren Ergänzungen und Ansichten.


Tatsächlich interessieren mich auch Deine Antworten auf meine Fragen:

(...) Denkst Du, das sich Handelsplätze für Produkte und Dienstleistungen, die nicht offen sind, in der Zukunft durchsetzen werden?

Wenn dem so ist, wie ist Deine Prognose für einen globalen Handelsplatz/Marktplatz wie Amazon oder Baidu?

Werden sich diese nicht durchsetzen können - weil die Produzenten (wie bspw. Airlines) den Vertrieb / Verkauf viel besser und gewinnbringender selbst organisieren können?
 

SkyIsTheLimit

Erfahrenes Mitglied
10.01.2013
1.084
208
BER
@SitL:

Danke für Deine weiteren Ergänzungen und Ansichten.


Tatsächlich interessieren mich auch Deine Antworten auf meine Fragen:

Zu Amazon, eBay, baidu, etc.: Diese Beispiele sind m. E. bzgl Plattform als Vergleich nicht gut geeignet, da sich der Airlinemarkt, mit vergleichsweise wenigen starken Playern fundamental unterscheidet. Bei Amazon gibt es (Millionen?) heterogener Produkte, häufig von kleineren Händlern, die sonst keinen Marktzugang hätten und sich dementsprechend den Konditionen von Amazon beugen müssen. Unternehmen mit Marketing- und Pricing-Power wie Mediamarkt, Zalando, etc. beweisen, dass man in seinem Bereich durchaus gegen den „offenen“ Quasi-Monopolisten bestehen kann.

Im Travelbereich sind ja eher booking.com und Expedia die Amazons, und da glaube ich, ist es essentiell eine eigene leistungsfähige Plattform entgegenzusetzen. Denn sonst geißelt man sich wieder an einen Quasi-Monopolisten der schönen neuen „Platform-Economy“. Deswegen schrieb ich auch, dass CS Weitblick beweist. Denn wenn das eigene Angebot nicht mit einer Vielzahl von (an das eigene Angebot angepasste) Zusatzservices glänz, gehen die Kunden selbstverständlich zu Expedia und co.

Zu GDS: ich habe keine detaillierte Ahnung davon, aber alles was ich hier bisher so gelesen habe, erweckt ganz stark den Eindruck einer Legacy-Technologie, die vor 30+ Jahren ihre Ursprünge hat und wo nie ein sauberer Cut gemacht wurde. Die Anbindung an die von dir genannten offenen Plattformen, lässt sich heute durch Web-APIs wesentlich besser und dynamischer realisieren als mit einem monolithischen Uralt-System, was aus Kompatibilitätsgründen immer nur ergänzt wird.

Und ja ich bin fest davon überzeugt, mit einer guten eigenen Plattform, kann man gerade im Airline-Markt gegen die (vermeintlich) „offenen“ Plattform Unternehmen bestehen. Man muss eben besondere Zusatzservices hinterlegen, welche sich deutlich von einem generischen Anbieter absetzen.
 

Wuff

Erfahrenes Mitglied
01.04.2012
3.145
10
HAM/LBC
Hatte kürzlich mit meiner PA telefoniert ob es nicht möglich sei die gewünschte Pyjama Größe einfach im Profil zu hinterlegen. Würde LH die Beladung vereinfachen und dem Kunden Frust ersparen wenn die Größe mal wieder überraschend aus ist. Geht leider nicht, wir sind ja erst im Jahr 2018 und dieses Internet ist für uns alle immer noch Neuland. Von daher, digitales Denken ist absolut von Nöten. Änderungen sind unabdingbar. Gute Entscheidung hier mal einen echten Schnitt zu machen.
Digitales Denken ist ja nicht so ganz banal....

Unser kleines italienisches Lokal um die Ecke hat jetzt einen neuen Besitzer und der hat auch "digitalisiert".
Der Kellner kommt jetzt mit einem Tablet und nimmt die Bestellung auf. Der entsprechende Produktionsauftrag erscheint just in time auf einem Monitor in der Küche. Zum Abschluss wird dann die Rechnung papierlos auf dem Tablet angezeigt und man darf sogar das Trinkgeld selber auf dem tablet eintippen.

Soweit so gut.

Da wir (ich, +1) dort auch öfter mal zwischendurch für einen kleinen Imbiss hingehen, hat das inzwischen das System wegen des unvorhergesehen Prozess-Ablaufs zum Zusammenbruch gebracht; da sind die fehlenden Pyjamas bei der LH Peanuts dagegen :)

Ich nehme dann gerne den Salat ("Vorspeise") und +1 ein Stück Kuchen oder Eis ("Dessert"). Als ich mit dem Salat fertig war, haben wir dann mal höflich beim Kellner nachgefragt, wo das Eis bleibt (hätten wir eigentlich lieber gleichzeitig essen; wie immer).
Antwort: "Ääähhh, muss ich mal in der Küche fragen". Nach weiteren 10 Minuten: "kleines Computerproblem wegen der fehlenden Hauptspeise, aber die Küche macht das Eis jetzt fertig".
Die Rechnung wurde dann natürlich undigital (auch analog genannt) auf einem Zettel erstellt....
 

Wuff

Erfahrenes Mitglied
01.04.2012
3.145
10
HAM/LBC
Hatte kürzlich mit meiner PA telefoniert ob es nicht möglich sei die gewünschte Pyjama Größe einfach im Profil zu hinterlegen. Würde LH die Beladung vereinfachen und dem Kunden Frust ersparen wenn die Größe mal wieder überraschend aus ist..

Ich könnte mich beömmeln.

Da sind also ca. 1000 (in Worten Tausend) Kunden (ich lasse mich gerne belehren, dass es viel mehr, also 5000 sind) daran interessiert, ihre Pyjama-Größe im Profil zu hinterlegen.

Dafür kriegen die anderen 99 Millionen Kunden der LH in ihrem Profil die Frage nach der Pyjama-Größe angezeigt, was dazu führt dass
a) diese Leute natürlich total verwirrt werden ("Warum soll ich für meinen Flug von Paderborn nach Bilbao meine Pyjama-Größe in den Stammdaten angeben?
b) die IT-Lösung für diese 1000 Kunden von den übrigen 99 Millionen mitbezahlt wird.
 
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stepfel1

Erfahrenes Mitglied
06.01.2012
1.191
338
BER
Ich finde das ganze ungeheuerlich und kann mich an kein Beispiel weltweit erinnern bei dem ein Konzernchef gesagt hat: "10% meiner Mitarbeiter sind Schrott und müssen weg, und es müssen im gleichen Umfang neue her". Ein unglaubliches Armutszeugnis. Falls es nur die verbale Verklausulierung von "wir müssen teure Mitarbeiter durch billige ersetzen" ist es umso unverschämter, dann lieber Ross und Reiter nennen.

Das sagt zwar keiner, aber nach meiner Erfahrung ist genau das gelebte Personalpolitik in jedem mir bekannten amerikanischen Konzern (mein Umfeld der letzten Jahre). Genau darauf sind die Bewertungssysteme ausgelegt.
 

Martin.Berlin

Erfahrenes Mitglied
07.07.2010
991
783
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300x250
siehe zum Beispiel Jack Welch bei General Electric. Hat dicke Bücher darüber verfasst/verfassen lassen. MB