Firmen werden es wohl nicht kapieren wollen, da sie immer nur den günstigsten AN suchen, der sozusagen, kostenlos arbeitet und keine Fragen (Gehalt, Freizeitausgleich, Überstundenabbau, Gleitzeit usw.) stellt. Es gibt so traurig wie es klingt einen "Fachkräftemangel", der günstigste bekommt die Stelle.
Leider gibt es zu viele Menschen, die eine neue Stelle suchen und sich daher auch unter Wert verkaufen werden/müssen, zumindest wenn sie in Deutschland bleiben wollen.
Hab ein paar interessante Informationen bzgl. zur Stellenbesetzung in einem Buch für Personalentscheidungen gefunden:
Arbeitgeber und Bewerber ticken total unterschiedlich. Wer einen Job sucht, sollte die Spielregeln der Personalauswahl kennen.
Arbeitgeber wollen mit einer Stellenbesetzung möglichst wenig Aufwand haben. Deshalb schätzen sie es, wenn Bewerber die Initiative ergreifen.
1. Zwei Drittel aller Jobs werden nicht öffentlich ausgeschrieben. Initiativbewerbungen lohnen sich.
2. Arbeitgeber wollen bei der Stellenbesetzung Zeit und Geld sparen. Deshalb nutzen sie zunehmend digitale Methoden zur Kandidatenvorauswahl.
3. Arbeitgeber wollen das Risiko einer Fehlentscheidung minimieren. Deshalb schauen sie sich zuerst Bewerber an, die sie kennen bzw. die ihnen empfohlen werden und die sie einschätzen können.
4. Um bei der Stellenbesetzung auf Nummer sicher zu gehen, nutzen Arbeitgeber alle Informationsquellen: Sie googeln die Bewerber.
Nr. 5 bringt es knallhart auf den Punkt:
5. Personalauswahl funktioniert nicht nach dem Prinzip „Finde den, den du einstellst“, sondern nach dem Prinzip „Finde die, die du eliminieren kannst“.
Die Sache mit dem Gehalt
Jobsucher müssen eine Antwort haben auf die Frage „Was möchten Sie verdienen?“ – und eine gute Strategie für die Gehaltsverhandlung.
Fünf Regeln für die Gehaltsfrage
Zugegeben, das Thema Gehalt ist eine schwierige Angelegenheit. Doch obwohl ganze Bücher darüber geschrieben wurden, sind es grundsätzlich nur fünf Punkte, die Sie im Kopf behalten müssen, um bei der Gehaltsverhandlung eine gute Figur zu machen:
- beine gute Vorbereitung,
- der richtige Zeitpunkt,
- die richtigen Argumente,
- realistische Gehaltsvorstellungen und
- der verbindliche Abschluss.
1. Vorbereitung
Recherchieren Sie gründlich, wie viel Gehalt in der Branche und dem Arbeitsfeld gezahlt wird – und zwar bevor Sie zum Job-Interview gehen. Wer eine klare Vorstellung davon hat, wie viel Geld ein Mitarbeiter in der Region, der Branche, einem Unternehmen dieser Größe, in diesem Arbeitsfeld und mit diesen Qualifikationen üblicherweise erhält, kann im Job-Interview ganz anders verhandeln.
Nutzen Sie für Ihre Recherche Ihre bevorzugte Suchmaschine (z. B. Google) und geben Sie das Suchwort „Gehalt“ zusammen mit Ihrem Jobtitel und Ihrer Zielfirma ein. Mit einem Mausklick und ein wenig Glück haben Sie sogar direkt einen Treffer zum Gehaltsgefüge des Arbeitgebers, der Sie zu einem Job-Interview eingeladen hat. Auf jeden Fall finden Sie auf diese Weise Informationsseiten wie z. B.
www.gehalt.de oder
www.gehaltsvergleich.com, auf denen Sie Anhaltswerte bekommen.
Bei manchen Arbeitgebern, wie z. B. dem öffentlichen Dienst oder tarifgebundenen Wirtschaftsunternehmen, gibt es wenig Verhandlungsspielraum. Hier gelten die jeweiligen Tarifverträge oder die Gehaltsgefüge des Entgeltrahmenabkommens (ERA).
2. Der Zeitpunkt im Gespräch
Das Thema Gehalt wird in Deutschland in der Regel vom Personaler am Ende des ersten oder zweiten Job-Interviews angesprochen. Sprechen Sie niemals von sich aus das Thema Geld an – zumindest nicht, solange Sie sich noch nicht sicher sind, dass die andere Seite Sie haben will.
Oft werden Sie vom Arbeitgeber gebeten, bereits in Ihren Unterlagen anzugeben, wie viel Sie verdienen wollen. Manchmal gibt es ein Telefoninterview und Sie werden bereits zu diesem Zeitpunkt nach Ihren Gehaltsvorstellungen gefragt. Oder aber ein Personaler fragt Sie gleich zu Beginn des Job-Interviews. Das sind alles ungünstige Zeitpunkte, da der Arbeitgeber noch gar nicht richtig einschätzen kann, was Sie alles an Erfahrungen und Fähigkeiten mitbringen. Dennoch müssen Sie natürlich Farbe bekennen, wenn ein Personaler nach Ihren Gehaltswünschen fragt. Hier zahlt sich eine gute Recherche und Vorbereitung aus.
3. Argumente
Die richtigen Argumente wählen – und die falschen lassen. Argumentieren Sie niemals mit hohen Mietkosten, der Ausbildung Ihrer Kinder oder dem Job-Verlust Ihres Partners. Versetzen Sie sich in die Lage eines Personalers. Für ihn zählt einzig und alleine, welchen Beitrag Sie zum Erfolg des Unternehmens leisten können. Dieser Beitrag hängt von Ihrer Qualifikation, Ihren beruflichen Erfahrungen, Ihren Fähigkeiten und Ihren besonderen Kenntnissen, wie z. B. den Englisch- oder SAP-Kenntnissen, ab – und natürlich von Ihrer Leistungsmotivation. Argumentieren Sie immer mit dem wertvollen Beitrag, den Sie zum Erfolg des Unternehmens leisten könnten und wollen.
4. Realistische Forderungen
Realistische Gehaltsforderungen zu stellen heißt, nicht zu hoch zu pokern, aber sich auch nicht unter Wert zu verkaufen. Wer zu hoch pokert, macht sich unglaubwürdig, wer sich unter Wert verkauft, schätzt seine eigene Leistungsfähigkeit gering ein. Der Personaler wird sich für den passenden Kandidaten mit dem passenden Gehaltswunsch entscheiden. Nicht für den billigsten.
Sollte das angebotene Gehalt unter Ihrer Wunschvorstellung liegen, können Sie verschiedene Zusatzleistungen aushandeln, zum Beispiel Fahrtkostenzuschuss, freies Mittagessen in der Firmenkantine, Beteiligung an Versicherungen, leistungsabhängige Boni, Firmenhandy u. v. m. Geben Sie einmal in Ihre bevorzugte Suchmaschine (z. B. Google) das Stichwort „Zusatzleistungen Arbeitgeber“ ein. Sie werden überrascht sein, was es da alles gibt.
5. Verbindlicher Abschluss
Bringen Sie das Gehaltsthema zu einem verbindlichen Abschluss. Es genügt nicht, dass Sie Ihre Gehaltsvorstellung genannt haben und der Personaler sich die Zahl notiert hat. Achten Sie darauf, dass Sie sich mit dem Personaler im Dialog befinden. Sie brauchen eine Rückmeldung, ob Ihre Vorstellung im Budget des Arbeitgebers und im Gehaltsgefüge des Unternehmens liegt. Fragen Sie im Zweifelsfalle nach: „Entspricht meine Gehaltsvorstellung der Dotierung der Stelle?“
Die Gehaltsverhandlung
In der Regel planen Arbeitgeber für eine Stelle etwas Spielraum im Budget ein. Man muss aber wissen, welche Gehaltsspanne in der Branche, der Region und dem Bereich, in dem man arbeiten möchte, üblich ist. Und dafür ist die Recherche wichtig.
Okay, und hier ist sie, die 48.000-Euro-Frage – so viel verdient aktuell (2017) ein Industriekaufmann mit Berufserfahrung in der Auftragssachbearbeitung eines mittelständischen produzierenden Unternehmens der Metallindustrie in Baden-Württemberg oder Bayern. Wie steigen Sie in die Verhandlung ein? Spielen Sie Ihr Vorgehen bei der Gehaltsverhandlung einmal vor Ihrem inneren Auge durch.
Tipp 12: Verhandlungsposition stärken
Wer Alternativen hat, also nicht darauf angewiesen ist, den Job zu bekommen, der kann ganz anders in die Gehaltsverhandlung gehen. Wer die potenziell negativen Konsequenzen einer Verhandlung nicht fürchtet, kann freier verhandeln. Braucht man dagegen unbedingt den Job, wird man eine schwächere Verhandlungsposition haben. Schaffen Sie sich Alternativen.