Man sollte das alles ein wenig differenzierter betrachten.
Sicherlich gibt es hier verschiedene Betrachtungsweisen, die stark dadurch beeinflusst werden, welchen Vertrag man zur Zeit hat.
Mal eine Gegenfrage: Was passiert, wenn man jetzt plötzlich 2 Dauerstellen an jedem Lehrstuhl Deutschlands schaffen würde (was finanziell natürlich völlig utopisch ist)? Genau, dann werden die 2 Stellen in 80% der Fälle für die nächsten 35 Jahre von 2 Postdocs besetzt, und der wissenschaftliche Nachwuchs hat wiederum die nächsten 35 Jahre das Nachsehen. Ich bin daher gegen unbefristete Stellen, aber ganz stark für Tenure-Track-Positionen mit klar definierten (und hohen!) Anforderungen für die Verstetigung der Stelle.
Ich denke nicht, dass es erstrebenswert ist, dass sich qualifiziertes Personal von befristeter Stelle zu befristeter Stelle hangelt.
Ja, stimmt, die beiden Stellen waeren dann dauerhaft besetzt. Das waere aber ganz normal. Dann leisten diese beiden, hoffentlich guten, Leute die exzellente Arbeit eben ueber 35 Jahre. Aber ob sie dazu auch bereit sind, mehr als 8h/Tag fuer 35 Jahre zu arbeiten?
Es ist leichter, die Postdocs alle paar Jahre auszutauschen.
Es ist ein Trugschluss, dass Masterstudierende oder Doktoranden ausgezeichnete (wir reden hier von Weltspitze) Forschung machen können; am Besten noch ohne Support durch Postdocs oder den "Ordinarius". Dennoch halten es natürlich einige Leute so, wie du sagst. Das sind im Normalfall aber eher nicht die Leute an der Spitze.
Meine Erfahrung: 20 Diplomanden damals noch, einige Doktoranden, ein Postdoc. In der aktuelle Besetzung: 2 Postdocs, 8 Doktoranden, 8 Studenten. Und doch spielt die Gruppe an der Spitze mit.
Wie sieht Euer Betreuungsschluessel aus?
@Topic: Es gibt durchaus auch in TVL (und Konsorten) die Möglichkeit, den Leuten aus Drittmitteln oder den "Lehrstuhlersparnissen" den Umzug oder generell mehr zu bezahlen. Das wird bloß sehr selten genutzt. Allerdings glaube ich auch nicht, dass man wg. des Geldes im akademischen Bereich bleibt, der Job hat ganz andere Vorteile, insbesondere die Freiheitsgrade in der täglichen Arbeit.
Nutzt ihr dies aktiv, um gute Kandidaten anzuwerben? Du schreibst, dass es Probleme gibt. "Alle Kollegen an praktisch allen deutschen Universitäten (selbst in der Provinz, wo es wenige Angebote aus der Industrie gibt) suchen nach Mitarbeitern und können Stellen nicht mit ausreichender Qualität besetzen. Ich würde den Leuten ja sogar mehr zahlen, wenn ich dürfte. Auf Postdoc-Ebene sieht es genauso aus - es ist sehr schwierig, gute Leute zu einem Umzug zu bewegen."
Allerdings glaube ich auch nicht, dass man wg. des Geldes im akademischen Bereich bleibt, der Job hat ganz andere Vorteile, insbesondere die Freiheitsgrade in der täglichen Arbeit.
Das mag zutreffen. Wenn man aber am Ende des Tages keinen Vertrag hat, hat man auch keine Freiheitsgrade bei der täglichen Arbeit bzw. dann hat man ganz andere Freiheitsgrade. Ich hoffe, wir stimmen hier wenigstens ueberein.
@FlyingLawer:
Wenn sie sich langweilen, haette ich fuer sie ein super Jobangebot. Wir suchen immer Leute, die gerne nachts und am Wochenende arbeiten, selbstverständlich ohne Zahlungsausgleich.