Lufthansa will nicht mehr selbst kochen

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Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
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Für mich ist das Essen auf LH einer der Gründe, wieso ich primär damit fliege, wenn ich die Wahl habe.
Für mich ist das Essen bei LH einer der Gründe, warum ich sie bevorzugt auf Nachtflügen nutze.
Auf den Sitzen schlafe ich sehr gut, die Fensterplätze sind vergleichsweise unbeliebt (über den Nachbarn klettern...) und daher oft zu haben, die Privacy da etwas weg vom Ganggewusel reicht mir völlig. Ich bin aber froh, wenn ich vorher etwas in der Lounge essen kann, und dann an Bord nicht mehr.
Wenn ich etwas Essen will, wähle ich sicher nicht Lufthansa. Kann aber Geschmachssache sein, für mich ist das LH Essen immer zu phantasievoll gestaltet (da habe ich es lieber Bodenständiger, ich brauche kein Mangochutney zum Lachs oder Feigensenf zum Käse etc.), und hat zuwenig Produktqualität (die Käsesorten bekomme ich z.B. größtenteils sogar bei Aldi und Lidl, selbst die First Class Käseplatte!). Dann lieber einfachere Gerichte, die aber aus besten Zutaten. Lieber guten Käse und dafür ohne Schnickschnack dabei. Kann jeder sehen wie er will. Und wer guten Käse will, muss z.B. Air France fliegen. Derartigen Lokalkolorit finde ich gut, es muss nicht überall das selbe Einheitsessen geben, Airlines dürfen ruhig die Vorlieben des eigenen Landes zelebrieren. LH macht das ja zum Beispiel während dem Oktoberfest bei den Flügen ab München.

Das Futter bei EW wird immer substanzloser.
Na gut, wenn EW der Maßstab ist, ist LH in der tat noch eine Kulinarische Hochburg...

Ob man nun etwas selbst macht ("sein Portfolio erweitert", "seine Kompetenzen erhöht"...), etwas eine Tochter machen lässt ("In neue Geschäftsfelder expandieren"..) oder es outsouced ist alle Paar Jahre anders, was heute total angesagt ist, ist morgen schon wieder out, was heute völlig falsch ist, ist schon morgen gebot der Stunde. Ich sage nur Condor... Sowas müssen Finanzfachleute entscheiden, und die Zukunft bewerten.

Das Essen an Bord ist für viele Passagiere wichtig, und ganz sicher eher ein Kriterium bei der Buchungsentscheidung als das Gelb auf dem Leitwerk oder eben nicht. Beim Essen an Bord ist hohe Integration keine dumme Idee, denn schließlich muss in einer Lieferkette von Rohwareneinkauf bis zum Servieren am Sitz alles zusammenpassen, und idealerweise auch das Feedback zurück möglicht Hindernisfrei laufen. Das alles spricht sicher dafür, das Essen selbst zu machen. Nicht zu Unrecht sagt man ja auch, zu viele Köche verderben den Brei... Ein externes Unternehmen andererseits kann Spitzen besser Abfedern wenn sie mehrere Airlines beliefern, das kann Geld durch eine insgesamt bessere Auslastung sparen. Klappt natürlich nur, wenn man bereit ist auf Individualität zu verzichten, wenn man im Wesentlichen das selbe serviert wie andere Airlines auch.

Wenn Auslagern an Ende bedeutet, das im Flugzeug servierte Brötchen ist 3 Tage vor dem Flug in Tchechien geschmiert, dann unter Schutzgas eingeschweißt, tiefgekühlt und nach FRA gekarrt worden (von einer externen Spedition via Holland...), wo es dann nach einiger Lagerzeit im Flugzeug endet, dann Danke, aber Danke nein!
Und spätestens wenn man überall da frisch kochen will, wo man auch fliegt, muss man es selbst machen. Oder es etabliert sich eine einzige Firma an allen Flughäfen, eine derartige Konzentration ist ja bereits weitestgehend zu beobachten, was dann wenig Konkurrenz, und damit schlechte Produkte zu hohen Preisen dank Marktbeherrschender Position führt.

Im Prinzip ist mir egal wie sich LH nun genau organisiert, der Engländer würde treffend sagen "The proof is in the Pudding". (und der sollte einem bei "Kernkompetenz Essen" vielleicht nicht als erster einfallen :eek:). Oder wie es Diether Krebs zu sagen pflegte: "Hauptsache ett schmeckt"
 
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Sciurus

Erfahrenes Mitglied
22.04.2012
1.732
363
ZRH
Dachte immer LSG sei - wie damals bei der Swissair Gate Gourmet - eine Cash Cow.
 

romka_zrh

Reguläres Mitglied
10.12.2016
68
5
Ganz interessant die Feststellung im aktuellen Spiegel vom 11.5.19... gemäß dem Schreiberling kostet ein Menü in der Föörst gerade mal 20 Euro... Denke mal, das ist ohne Getränke kalkuliert, trotzdem beeindruckend tief.
 

Sciurus

Erfahrenes Mitglied
22.04.2012
1.732
363
ZRH
Ganz interessant die Feststellung im aktuellen Spiegel vom 11.5.19... gemäß dem Schreiberling kostet ein Menü in der Föörst gerade mal 20 Euro... Denke mal, das ist ohne Getränke kalkuliert, trotzdem beeindruckend tief.

Schlicht nicht möglich, auch ohne Getränke, alleine wegen dem Kaviar. Selbst wenn LH der grösste Kaviarabnehmer der Welt ist, wird die fischige Brombeeren-Marmelade immer noch gut mit mindestens EUR 10-15 zu Buche schlagen. Kann mir einen noch tieferen Preis nicht vorstellen. Der Rest kann unmöglich nur EUR 10 kosten.
 
N

no_way_codeshares

Guest
Dachte immer LSG sei - wie damals bei der Swissair Gate Gourmet - eine Cash Cow.

Kann ich nicht beurteilen und war sicher über eine lange Zeit so, aber bisher ist für mich der Grund für den Verkauf noch nicht klar: arbeitet LSG mit Verlust, fürchtet man zunehmend Komplikationen mit unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen in sehr unterschiedlichen Nationen oder können Drittanbieter hier preiswerter produzieren ohne den Namen Lufthansa mit anrüchigen Anstellungsverträgen zu beschädigen oder bekommt LH schlichtweg woanders ein besseres Return of Investment?
Wie alle anderen Airlines auch hat LH das Speisenangebot auf den Kurz- und Mittelstrecken und in Economy immer weiter ausgedünnt. Ich kann mich aus meiner Kindheit noch an 60min Flüge erinnern, in der es auch in der Eco stets ein Tablett mit Aufschnitt und Salat gab.
Wie viele andere Airlines hatte LH ein mehrfaches Auf- und Ab in der Speisenqualität und auch in den angebotenen Mengen. Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen BA Business Langstreckenessen besser war als LH und BA scheint in der Hinsicht gerade ganz unten zu sein. Sogar Tarom Europa-Business in der ATR konnte besser sein.
...Kann aber Geschmachssache sein, für mich ist das LH Essen immer zu phantasievoll gestaltet ...

Ob man nun etwas selbst macht ("sein Portfolio erweitert", "seine Kompetenzen erhöht"...), etwas eine Tochter machen lässt ("In neue Geschäftsfelder expandieren"..) oder es outsouced ist alle Paar Jahre anders, was heute total angesagt ist, ist morgen schon wieder out, was heute völlig falsch ist, ist schon morgen gebot der Stunde....
Aber LH hat sich auch davon wieder berappelt und bietet inzwischen wieder ein ordentliches Produkt. Manchmal etwas zu verspielt und gekünzelt phantasievoll, da hat 'Volume" Recht, aber biete einmal einer solchen Vielzal häufiger Gäste, jeweils mit Langstreckenanschlüssen ausreichend Abwechslung... . Zugegeben, das etwas 'bodenständigere' bekommt ausgerechnet Swiss in den letzten Jahren wieder besser hin.

Wobei ich gar nicht wissen möchte, wie oft ich das Essen bei anderen Airlines besser fand als bei LH und es stammte womöglich dennoch von LSG.
Und LSG als Haus- und Hoflieferant der LH hatte für die Passagiere einen enormen Vorteil: ein Minimum an geschmacklicher und qualitativer Konstanz, egal von welchem Ende der Welt man losflog.

Branchenneulinge wie Do&Co haben bei Turkish, AUA und Air Berlin/Niki (ja, tatsächlich waren Langstrecken-Business und Kurzstrecken-Kaufessen längere Zeit überlegen) gezeigt, dass nicht immer Airline-eigene Cateringunternehmen das bessere Resultat liefern. Aber wehe man war dann mal in Gegenrichtung mit zugekauften Produkten unterwegs... . Bei LH gab es solche Unterschiede selten.

Als Fluggast kommt es mir auf das Resultat an und nicht darauf, wer die Köche bezahlt.
 
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romka_zrh

Reguläres Mitglied
10.12.2016
68
5
Schlicht nicht möglich, auch ohne Getränke, alleine wegen dem Kaviar. Selbst wenn LH der grösste Kaviarabnehmer der Welt ist, wird die fischige Brombeeren-Marmelade immer noch gut mit mindestens EUR 10-15 zu Buche schlagen. Kann mir einen noch tieferen Preis nicht vorstellen. Der Rest kann unmöglich nur EUR 10 kosten.
Schien mir auch zu tief. Bezieht sich im Text aber auf die reinen Foodcosts bei LSG ohne Handling etc. Ggf ist Kaviar/Wein etc ausgeklammert.
 

Allererste Reihe

Erfahrenes Mitglied
07.05.2012
1.722
8
Süddeutschland
Kann ich nicht beurteilen und war sicher über eine lange Zeit so, aber bisher ist für mich der Grund für den Verkauf noch nicht klar: arbeitet LSG mit Verlust, fürchtet man zunehmend Komplikationen mit unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen in sehr unterschiedlichen Nationen oder können Drittanbieter hier preiswerter produzieren ohne den Namen Lufthansa mit anrüchigen Anstellungsverträgen zu beschädigen oder bekommt LH schlichtweg woanders ein besseres Return of Investment?
Wie alle anderen Airlines auch hat LH das Speisenangebot auf den Kurz- und Mittelstrecken und in Economy immer weiter ausgedünnt. Ich kann mich aus meiner Kindheit noch an 60min Flüge erinnern, in der es auch in der Eco stets ein Tablett mit Aufschnitt und Salat gab.
Wie viele andere Airlines hatte LH ein mehrfaches Auf- und Ab in der Speisenqualität und auch in den angebotenen Mengen. Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen BA Business Langstreckenessen besser war als LH und BA scheint in der Hinsicht gerade ganz unten zu sein. Sogar Tarom Europa-Business in der ATR konnte besser sein.

Aber LH hat sich auch davon wieder berappelt und bietet inzwischen wieder ein ordentliches Produkt. Manchmal etwas zu verspielt und gekünzelt phantasievoll, da hat 'Volume" Recht, aber biete einmal einer solchen Vielzal häufiger Gäste, jeweils mit Langstreckenanschlüssen ausreichend Abwechslung... . Zugegeben, das etwas 'bodenständigere' bekommt ausgerechnet Swiss in den letzten Jahren wieder besser hin.

Wobei ich gar nicht wissen möchte, wie oft ich das Essen bei anderen Airlines besser fand als bei LH und es stammte womöglich dennoch von LSG.
Und LSG als Haus- und Hoflieferant der LH hatte für die Passagiere einen enormen Vorteil: ein Minimum an geschmacklicher und qualitativer Konstanz, egal von welchem Ende der Welt man losflog.

Branchenneulinge wie Do&Co haben bei Turkish, AUA und Air Berlin/Niki (ja, tatsächlich waren Langstrecken-Business und Kurzstrecken-Kaufessen längere Zeit überlegen) gezeigt, dass nicht immer Airline-eigene Cateringunternehmen das bessere Resultat liefern. Aber wehe man war dann mal in Gegenrichtung mit zugekauften Produkten unterwegs... . Bei LH gab es solche Unterschiede selten.

Als Fluggast kommt es mir auf das Resultat an und nicht darauf, wer die Köche bezahlt.
Als ob es bei LH keinen Unterschied zwischen outbound und inbound gäbe.
Hinflug (TATL) ist das Essen ja meist noch ganz OK, zurück geht gar nicht.
 

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
14.012
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Eastbound über den Teich hat mir auch noch nie jemand etwas halbwegs leckeres serviert. Ein Grund mehr da einfach 100% zu schlafen.

Was Kaviar im Einkauf kostet kann ich wirklich nicht überblicken, aber bei Wein/Spirituosen über €5 zu kommen ist schon schwer.
Die Gewinnspanne in der Gastronomie ist da astronomsisch, man darf nicht ansatzweise an die Preise denken, die man aus Restaurants/Bars/Kneipen kennt.