Lufthansa nach der Rettung - Diskussion zu Zukunft, Sparmaßnahmen und Firmenpolitik

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FCL

Erfahrenes Mitglied
02.04.2020
3.867
3.515
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Fliegt der Vorstand eigentlich mit gutem Beispiel voraus und verzichtet auf einen signifikanten Teil der Vergütung?

"alle Gürtel enger" vs. "Firma gerettet"

ohne Vergütung geht's den Bach runter
 
S

sebfra

Guest
Tja, diese Sexiness werden die Rookies nun wohl niedriger gewichten muessen. Schließlich arbeitet man fuer ein Unternehmen, das aktuell kein funktionierendes Geschaeftsmodell aufweist und einfach weniger Langstrecke bietet. Und auch Shopping/Party/Strand duerfte wohl je nach Destination tagelanger Hotelzimmerdecke weichen.

Nana, das ist jetzt aber doch etwas weit hergeholt und an der Realität vorbei.

Ich habe auch einiges zu kritisieren an der Lufthansa, vor allem in den letzten 2-3 Jahren, aber das Geschäftsmodell ist doch grundsolide.

Corona hat aktuell Auswirkungen, die niemand hat vorhersehen können. Und der Staat macht dazu noch Eingriffe, die nicht immer zwingend notwendiger Weise plausibel und/oder sinnvoll sind.

Die einzigee Vorwürfe, den man der Lufthansa meiner persönlichen Meinung nach in direktem Zusammenhang machen kann, sind die folgenden beiden:
1. In den letzten Jahren hätte man mehr Reserven bilden müssen. Jeder vorsichtige Kaufmann bildet Reserven für Krisen, schwere Zeiten, unvorhergesehene Ereignisse. Hätte die Lufthansa mehr Reserven gebildet und weniger Gewinne ausgeschüttet, wäre wesentlich mehr Luft da, um die Zeit zu überstehen.
2. In den letzten Monaten hat man zu wenig getan, um das Kundenvertrauen zurück zu gewinnen. Noch immer scheint es mir, dass Corona an sich nicht ernst genug genommen wird, das beste Beispiel ist das Busboarding. Da hätte man ganz (!) andere Lösungsansätze auf viel grundsätzlicherer Ebene mit Fraport & Co. suchen und umsetzen müssen und würde jetzt bereits viel mehr Buchungen - sodenn sie aufgrund von Reisebeschränkungen möglich sind - bekommen können.

Ein weiterer Punkt ist aus meiner Sicht, die undurchsichtige, katastrophal verwirrende Lösung mit den Erstattungen. Hätte man das schneller und einfacher gelöst, hätte man sicherlich viel mehr Liquidität halten können. Die ganzen verschiedenen TWPs, dabei noch zu berücksichtigende Einschränkungen und Regeln, das ganze Durcheinander, was man bei invol-Fällen darf und nicht darf - da haben viele Kunden die einfachere Lösung mit einer Erstattung gewählt. Da hat man offenbar auf die Karte gesetzt, dass die Krise schnell zu Ende ist, und man auf keinen Fall einen Kunden aus der D-Klasse kostenfrei in C umbuchen muss. Fast alle Bekannten von mir haben daher einfach "Erstattung" gewählt, anstatt abzuwarten und dann abzufliegen. Die Leute brauchten nicht die Liquidität - sie hatten nur keinen Bock auf die komplizierten Regeln und den Voucher-Blödsinn, der auch nicht richtig funktioniert.

An den Stellen hat meiner Meinung nach die Lufthansa einfach etwas verschlafen.

Aber das Geschäftsmodell an sich - das glaube ich ganz fest - ist auch in den nächsten Jahren wieder sehr profitabel.
 

dplane

Erfahrenes Mitglied
04.01.2017
1.881
1.624
Aber das Geschäftsmodell an sich - das glaube ich ganz fest - ist auch in den nächsten Jahren wieder sehr profitabel.
Das ist eben genau der Punkt. Das Unternehmen wird aktuell künstlich am Leben erhalten, weil der Glaube besteht, dass relativ zügig profitables Geschäft, sozusagen Business pre-Covid, möglich ist. Und weil es andere Staaten mit Ihren Flag Carriern ja auch machen und man nicht hinten anstehen möchte. Und überhaupt ist es ja alles fremdverschuldet...

In der Realität (und ich sagte ja aktuell) steht da ein riesiger, täglich anwachsender Schuldenberg. Und je länger die Misere andauert, desto nachdrücklicher stellt sich die Frage, wie profitabel es denn am Ende wieder sein möge um eigenständig unter diesem Schuldenberg hervorzukriechen...
 
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alex09

Erfahrenes Mitglied
09.12.2010
2.802
1.959
In der FT ist heute ein langer Artikel zur Zukunft der Business Reisen. Aktueller "Base Case" der längerfristigen Erwartungen für Post-Corona scheinen minus 10-15% bei Business-Reisen zu sein. Beratungen Wie PWC würden auf weniger Reisen umstellen wegen Klimavorgaben.
 

BAVARIA

Erfahrenes Mitglied
16.12.2012
855
224
Waldmünchen
In der FT ist heute ein langer Artikel zur Zukunft der Business Reisen. Aktueller "Base Case" der längerfristigen Erwartungen für Post-Corona scheinen minus 10-15% bei Business-Reisen zu sein. Beratungen Wie PWC würden auf weniger Reisen umstellen wegen Klimavorgaben.

siehe auch:

"Die Lufthansa müsse sich grundlegend umstellen, Spohr geht davon aus dass zehn bis 15 Prozent des bisherigen Geschäftsreiseverkehrs nicht zurückkehren werden, sondern sich auf Videokonferenzen verlagere. Stattdessen gebe es eine Verschiebung des Passagieraufkommens hin zu Freizeitreisenden und privatem Besuchsverkehr. In der europäischen Luftfahrt sei eine weitere und beschleunigte Konsolidierung unvermeidlich."

https://www.aero.de/news-37049/Wie-Lufthansa-aus-der-Krise-kommen-will.html
 

Xray

Erfahrenes Mitglied
13.04.2017
2.030
1.124
siehe auch:

"Die Lufthansa müsse sich grundlegend umstellen, Spohr geht davon aus dass zehn bis 15 Prozent des bisherigen Geschäftsreiseverkehrs nicht zurückkehren werden, sondern sich auf Videokonferenzen verlagere. Stattdessen gebe es eine Verschiebung des Passagieraufkommens hin zu Freizeitreisenden und privatem Besuchsverkehr. In der europäischen Luftfahrt sei eine weitere und beschleunigte Konsolidierung unvermeidlich."

https://www.aero.de/news-37049/Wie-Lufthansa-aus-der-Krise-kommen-will.html

Ha, das ist lustig. Ich persönlich komme ja eher aus dem biomedizinischen Bereich. Dass da einer vom anderen abschreibt, ist ja bekannt. Offenbar ist es in der Betriebswirtschaft auch nicht anders.

Wenn man ehrlich ist: Das ist doch Kaffeesatzleserei. Das einzige, was ich mir vorstellen kann, ist eine self fulfilling prophecy. Wenn PWC die Marke jetzt bei 10-15% setzt, werden das andere Berater genauso ansetzen. Und in zukünftigen Beratungen wird das allen Unternehmen als Kürzungsrahmen vom Stand 2019 eingeimpft. Ob im Einzelfall sinnvoll oder nicht spielt dabei keine entscheidende Rolle. Man hat halt wieder was, was man vorbringen kann.....
 

alex42

Erfahrenes Mitglied
02.04.2012
4.211
487
MUC
Ha, das ist lustig. Ich persönlich komme ja eher aus dem biomedizinischen Bereich. Dass da einer vom anderen abschreibt, ist ja bekannt. Offenbar ist es in der Betriebswirtschaft auch nicht anders.

Nun, die lesen halt alle das Wall Street Journal: https://www.wsj.com/articles/a-chun...-may-be-gone-forever-but-how-much-11597155657 (Text ist vom August)

Wobei ich einen dauerhaften Rückgang um nur 10 bis 15 Prozent bei Geschäftsreisen als eher optimistisch einschätzen würde. Nach Corona kommt die Klimakrise, die wiederum öffentlichen Druck auf die Unternehmen ausüben wird, weniger zu reisen.
 

tarantula

Erfahrenes Mitglied
02.02.2011
2.545
2.389
Löhne
Auch wenn es nur die Tochter betrifft, aber ich finde den Artikel recht interessant .
aero: Swiss und SBB sprechen über Personalkooperation
Swiss hat zu viele Piloten und die SBB zu wenig Lokfùhrer. Bin mal gespannt ob da was bei raus kommt und wie viele wechseln werden

Wenn da welche wechseln muss das Gehaltsniveau bei der SBB aber sehr hoch sein.

Man stelle sich nur einmal vor die DB bietet LH-Piloten einen Job als Triebfahrzeugführer an, der Andrang wäre wahrscheinlich riesig.:D
 
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TigerPaw

Aktives Mitglied
03.10.2013
155
15
Wenn da welche wechseln muss das Gehaltsniveau bei der SBB aber sehr hoch sein.

Man stelle sich nur einmal vor die DB bietet LH-Piloten einen Job als Triebfahrzeugführer an, der Andrang wäre wahrscheinlich riesig.:D

Tatsächlich zahlt die SWISS verhältnismäßig wenig im Vergleich zu anderen Lohnniveaus innerhalb der Schweiz. Die Schere wie bei den LH-Piloten im Vergleich zu anderen Arbeitnehmergruppen in Deutschland gibt es in dieser Form nicht. Viele in der Schweiz verdienen sogar deutlich mehr als die LX Piloten. Ein junger FO verdient vielleicht gerade mal 50% mehr als ein Kassierer bei Aldi Schweiz und zahlt auch noch einen Teil seiner Ausbildung zurück. SWISS kann man jedenfalls keineswegs mit der LH vergleichen was den Reallohn anbelangt.
 

Batman

Erfahrenes Mitglied
18.11.2017
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4.538
Hamburg
Es scheint aber tatsächlich mit dem Hin und Her der Zahlen in der EU / den Handlungen der Länder ein Problem zu sein, die Flieger zu füllen. Ich habe vor kurzem von LH ein Angebot bekommen, wo man mit Prämienmeilen lockt. Ich glaube nicht, dass dies mehr Leute zum fliegen bewegt:

Your benefits at a glance
ico_keyfacts.gif
A one-off 2,000 miles extra for an internal flight within Germany or Europe
ico_keyfacts.gif
A one-off 5,000 miles extra for an intercontinental flight
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Valid in all travel classes on flights within the period from 1. to 31.10.2020
ico_keyfacts.gif
Plan your travel, and benefit from our flexible rebooking options
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Your health and safety are our top priority

Mein letztes Erlebnis nach Wochen des Wartens einen Flug zu buchen (bei der Konkurrenz, da LH nur noch unattraktive Verbindungen ab HAM hatte) und schwups ist es Risikogebiet. Es sind noch 2 Wochen, da kann sich ja noch was ändern. Aber die Lust weitere Trips zu buchen ist erstmal verflogen. Maximal innerhalb Deutschlands. Aber das reizt mich gerade auch nicht so...
 

FRAHND

Reguläres Mitglied
30.03.2020
77
1
Aber die Lust weitere Trips zu buchen ist erstmal verflogen. Maximal innerhalb Deutschlands. Aber das reizt mich gerade auch nicht so...

Also da bin ich wesentlich risikofreudiger/optimistischer.

Lufthansa hat mit der vernünftigen und unbürokratischen Lösung für die HONs gezeigt, dass sie in der schweren Phase die Loyalität zu schätzen wissen. Daher bekommt Lufthansa uneingeschränkt wo immer möglich von mir den "Zuschlag" bei den Buchungen. Januar bis Juli 2021 plane ich gerade und buche die ersten Flüge, selbst die, die sich ggf. noch verschieben können.
Auf diese Weise habe ich dann auch gleich etwas, worauf ich mich freuen kann.

Die große Baustelle der Lufthansa müsste jetzt sein - ich hoffe, dass man das auch entsprechend erkannt hat - ein umfassendes Testing in die Reisekette zu integrieren, sodass möglichst alle Gäste vor dem Flug getestet werden. Gleichzeitig muss sich Lufthansa dafür einsetzen, dass man dann mit negativem Test auch entsprechend einreisen darf, vor allem in Gebiete, die kein Risikogebiet sind. Singapur, Japan, .... Das muss eben auf verschiedenen Ebenen vorangetrieben werden.

Und an den Hubs muss Lufthansa sich darum kümmern, dass die Sicherheit weiter erhöht wird - selbst in Frankfurt laufen Bundespolizisten nur mit Schal über dem Mund herum und sind Mitarbeiter mit Spuckschutz an der Sicherheitskontrolle. An den Gates warten die Leute teils eng gedrängt und mit Maske unter dem Kinn. Das Thema muss man richtig angehen, oder man verliert den Kampf eben. Warum muss man am Gate mit Kaffeebecher eine halbe Stunde lang die Maske absetzen dürfen? Ob das Virus nun gefährlich ist oder nicht - es ist nunmal jetzt wichtig, dass man wieder Reisen darf, und nicht wichtig, ob man am Gate Kaffee trinken darf.

Und Lufthansa muss das elendige Busboarding in Frankfurt und München beenden. Der Flughafen ist riesig, warum kann man das nicht anders lösen?

Abgesehen von dieen Baustellen denke ich, dass Lufthansa das inzwischen echt gut macht, und man hoffentlich Lösungen finden wird, wieder mehr reisen zu können. Ich glaube daran, freue mich darauf, und bin bereits munter dabei, wieder zu buchen.
 
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flyglobal

Erfahrenes Mitglied
25.12.2009
5.617
521
Meine Rede ebenfalls.
Also 100$ getestet in den Flieger in beide Richtungen muss eigentlich kommen in Verbindung mit den Behörden. Meinetwegen Land für Land freischalten. Nach Asien sehe ich da wenig Probleme.

Bei mir wird es die Reisetätigkeit jedenfalls beleben und ich werde mich auch an entsprechende Regeln halten im Zielland.
Wenn das kommt und nicht alles durch zu hohe Preise versaut wird, dann bin ich wieder bei den vielfliegenden und natürlich beim Lounge Besuch.

Frau Mann, wie sind die Pläne da und wie ist die Behördenreaktion /auch wenn das nicht das Core Fachgebiet ist)
 

spotterking

Erfahrenes Mitglied
14.07.2012
5.061
3.320
FRA
Ich versteh den Hype um die Schnelltests nicht. Die sind sicher nicht die Wundermittel. In 10% der positiven Fälle wohl falsch negativ. Plus Momentaufnahme. Helfen eher wenn man in der nächsten Stunde feiern oder gar die Oma besuchen will. Beim Reisen kann man warten bis der erste falsch Getestete seinen Virus in der Fremde verteilt. Gerade wo die interessanten Länder sowieso schon extrem vorsichtig bzgl. Einreise sind. Das Ganze bringt ja nur was wenn man dann vor Ort sofort frei ist.
Etwas Off topic. Wobei. Wenn nicht mehr geflogen wird braucht’s auch keine weiteren Öffnungen...
 

trichter

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
2.450
3
Die große Baustelle der Lufthansa müsste jetzt sein - ich hoffe, dass man das auch entsprechend erkannt hat - ein umfassendes Testing in die Reisekette zu integrieren, sodass möglichst alle Gäste vor dem Flug getestet werden..

1. weiß ich nicht was Tests mit Lounges oder deren Schließung zu tun haben
2. Denk das doch mal zu Ende. Du warst 2 Wochen in Mexiko und wirst vor dem Rückflug nach D positiv getestet. Was machst du dann? Die lokalen Behörden werden dir ein Fünf Sterne Domizil mit herrlichem Ausblick und bestem Internet zur Verfügung stellen damit du von dort aus arbeiten kannst. Wenn du tatsächlich nicht nur infiziert sondern auch noch krank wirst bekommst du ein Einzelzimmer im Krankenhaus und Chefarztbehandlung. Glaubst du das wirklich? Und das Szenario motiviert dich zu reisen?
 

Batman

Erfahrenes Mitglied
18.11.2017
6.921
4.538
Hamburg
Also da bin ich wesentlich risikofreudiger/optimistischer.

...Die große Baustelle der Lufthansa müsste jetzt sein - ich hoffe, dass man das auch entsprechend erkannt hat - ein umfassendes Testing in die Reisekette zu integrieren, sodass möglichst alle Gäste vor dem Flug getestet werden. Gleichzeitig muss sich Lufthansa dafür einsetzen, dass man dann mit negativem Test auch entsprechend einreisen darf, vor allem in Gebiete, die kein Risikogebiet sind. Singapur, Japan, .... Das muss eben auf verschiedenen Ebenen vorangetrieben werden.
...
Abgesehen von dieen Baustellen denke ich, dass Lufthansa das inzwischen echt gut macht, und man hoffentlich Lösungen finden wird, wieder mehr reisen zu können. Ich glaube daran, freue mich darauf, und bin bereits munter dabei, wieder zu buchen.
Das ist dann wohl Mißverstanden worden. Ich bin ob der derzeitigen Situation an keinen weiteren Wochenendtrips außerhalb Deutschlands interessiert. Ich bin allerdings noch verhalten was die Testungen angeht. Die Antikörpertests scheinen ja noch an der Genauigkeit und Zertifizierung zu scheitern.

Außerdem verhalten sich ja selbst touristische Destinationen immer noch recht rigide was die Grenzschließungen angeht. Da sehe ich den Effekt mit Tests noch nicht so schnell einsetzen. Beispiele hierfür erscheinen mir Thailand, Australien und Neuseeland. Zumindest die ersten beiden Länder müssten ob des wirtschaftlichen Drucks solch einer Lösung nicht abgeneigt sein, sind es aber scheinbar.
 

Anonyma

Erfahrenes Mitglied
16.05.2011
16.575
9.982
BRU
Ich versteh den Hype um die Schnelltests nicht. Die sind sicher nicht die Wundermittel. In 10% der positiven Fälle wohl falsch negativ. Plus Momentaufnahme. Helfen eher wenn man in der nächsten Stunde feiern oder gar die Oma besuchen will. Beim Reisen kann man warten bis der erste falsch Getestete seinen Virus in der Fremde verteilt. Gerade wo die interessanten Länder sowieso schon extrem vorsichtig bzgl. Einreise sind. Das Ganze bringt ja nur was wenn man dann vor Ort sofort frei ist.
Etwas Off topic. Wobei. Wenn nicht mehr geflogen wird braucht’s auch keine weiteren Öffnungen...

Die Tests würden was bringen, wenn dadurch Reisen wieder in größerem Umfang erlaubt wird, insbesondere Einreise ohne Quarantäne. Denn letztere ist derzeit doch eines der Haupt-Reisehindernisse, und das zunehmend selbst in Europa. Wenn Du ab Mitte Oktober bei Rückkehr nach Deutschland aus einem "Risikogebiet" (also bis dahin vermutlich fast aus jedem Land) erst mal 5 Tage in Quarantäne musst, fliegst Du nicht.

Klar, es bleibt immer das Risiko, dann vor dem Rückflug positiv getestet zu werden. Nur das Risiko hast Du letztendlich auf jeder Reise. Du kannst auch in Quarantäne müssen, weil Du vor Ort Kontakt zu einem anderen positiv Getesteten hattest, es im Hotel einen Fall gab usw. Oder im Ausland tatsächlich an Corona erkranken. Insofern würde ich einen Test vor Abflug nicht als "Reisehindernis" sehen.

Natürlich werden die Leute mit Tests deswegen nicht massenweise fliegen. Aber zumindest diejenigen, die eigentlich wollen, es aber derzeit wegen Einreiseverboten, Quarantäne usw nicht können / dürfen.

Insofern finde ich solche Vorstöße der Airlines grundsätzlich nicht schlecht (ohne Diskussionen über die "medizinische Sinnhaftigkeit zu starten"). Bleibt halt die Frage, ob sie die Regierungen davon überzeugen können.

Hat aber langsam wirklich nichts mehr mit dem Thema der Lounges zu tun. Vielleicht sollte man zu der LH Teststrategie einen eigenen Thread machen?

Und um was zum Thema zu schreiben: In Brüssel sehe ich derzeit sehr gut, was es für Flüge bedeutet, wenn eine Zone Risikogebiet ist. Die Lounge wird zunehmend leerer, selbst Freitag nachmittag / abend kaum Leute dort. Den HON-Bereich hatte ich die ganze Zeit für mich alleine. Gleiches gilt auch für Flüge von / nach BRU. Im Flug nach München vielleicht 30 Paxe, wenn überhaupt (und ab Mitte Oktober, wenn die Möglichkeit des Tests wegfällt, werden es vermutlich noch weniger...).

In MUC im SEN-Cafe waren es zunächst vielleicht 4 oder 5 andere Gäste außer mir, die letzte halbe Stunde noch 1 Person. Bin dann um 19.00 Uhr noch rüber in die SEN-Lounge (da das SEN Cafe zusperrt), die relativ voll war. Platz fand man aber problemlos.

Essensangebot fand ich sowohl im SEN-Cafe (andere Speisekarte als das letzte Mal) als auch in der SEN-Lounge (ebenfalls anderes Essensangebot) gut.
 

SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
21.961
13.456
FRA/QKL
Ich versteh den Hype um die Schnelltests nicht. Die sind sicher nicht die Wundermittel. In 10% der positiven Fälle wohl falsch negativ. Plus Momentaufnahme.
Momentaufnahme sind auch die PCR Tests. Die 10% stimmen nicht. Roche gibt seinen Schnelltest mit 96,52% Sensitivität an. Ergibt 3,48% falsch Negative. Das macht allerdings bei einer Prävalenz von 0,5% gerade mal 0,0174% falsch Negative bei allen Getesteten. Anders ausgedrückt rutschen statistisch gesehen gerade mal 1,74 falsch Negative je 10.000 Reisenden durch.

Prinzipiell viel kritischer halte ich die falsch Positivquote. Gleichermaßen wie bei den PCR Tests liegt die Spezifität bei 99,68%. Das bedeutet je 10.000 Tests werden 32 Personen falsch positiv getestet. Das entspricht bei einer Prävalenz von 0,5% etwa 40% aller positiven Tests.

Für mich stellt sich eher die Frage was im Falle eines positiven Ergebnisses passiert. Immerhin 2 von 5 solcher Reisenden sind nicht wirklich positiv. Darf man dann einen Kontrolltest machen? Wird dieser akzeptiert?
 

Heimweh

Gesperrt
27.07.2020
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Momentaufnahme sind auch die PCR Tests. Die 10% stimmen nicht. Roche gibt seinen Schnelltest mit 96,52% Sensitivität an. Ergibt 3,48% falsch Negative. Das macht allerdings bei einer Prävalenz von 0,5% gerade mal 0,0174% falsch Negative bei allen Getesteten. Anders ausgedrückt rutschen statistisch gesehen gerade mal 1,74 falsch Negative je 10.000 Reisenden durch.

Prinzipiell viel kritischer halte ich die falsch Positivquote. Gleichermaßen wie bei den PCR Tests liegt die Spezifität bei 99,68%. Das bedeutet je 10.000 Tests werden 32 Personen falsch positiv getestet. Das entspricht bei einer Prävalenz von 0,5% etwa 40% aller positiven Tests.

Für mich stellt sich eher die Frage was im Falle eines positiven Ergebnisses passiert. Immerhin 2 von 5 solcher Reisenden sind nicht wirklich positiv. Darf man dann einen Kontrolltest machen? Wird dieser akzeptiert?
Danke für diesen wertvollen Beitrag zum Thema "Vorübergehende Schließung fast aller Lufthansa Lounges".

Erst hab ich kurz überlegt, wo der Bezug zum Threadthema besteht... dann dämmerte es mir. Vielen Dank für den Beitrag! Werde diesen Faden weiterhin stündlich per F5 updaten, um stets die relevantesten Neuheiten und Einsichten zum Thema Lufthansa Lounges zu bekommen!! :) :) (y)
 
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Reaktionen: cokurwa und dahi1809

SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
21.961
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FRA/QKL
Danke für diesen wertvollen Beitrag zum Thema "Vorübergehende Schließung fast aller Lufthansa Lounges".
Schnelltests --> Weniger Reisebeschränkungen --> Mehr Reisende --> Weitgehende Öffnung fast aller geschlossenen Lufthansa Lounges :cool:

Erst hab ich kurz überlegt, wo der Bezug zum Threadthema besteht... dann dämmerte es mir.
Schön dass du sogar selbst darauf gekommen bist. (y)
 

trichter

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
2.450
3
Klar, es bleibt immer das Risiko, dann vor dem Rückflug positiv getestet zu werden. Nur das Risiko hast Du letztendlich auf jeder Reise. Du kannst auch in Quarantäne müssen, weil Du vor Ort Kontakt zu einem anderen positiv Getesteten hattest, es im Hotel einen Fall gab usw. Oder im Ausland tatsächlich an Corona erkranken. Insofern würde ich einen Test vor Abflug nicht als "Reisehindernis" sehen.

Ich antworte mal hier in der Hoffnung, dass die Beiträge in einen neuen Thread ausgelagert werden, das Thema selber halte ich für wichtig.

Natürlich gehört es zum allgemeinen Risiko im Urlaub zu erkranken, man hat dann ja gesehen wie Reisende in Hotels oder Schiffen festgehalten wurden. Bei einem Test am Flughafen - erst recht außerhalb Europas - sieht das aber etwas anders aus. Wenn am Airport ein Test positiv ausfällt hast du bei Rück- oder Weiterreise kein Hotelzimmer, du wirst dort wie ein Paria behandelt werden und bist auf die Unterkunft angewiesen die dir die lokalen Behörden zuweisen. Und da mag ich gerade in exotischeren Ländern gar nicht wissen wie die aussehen.

Ich empfinde das als großes Reisehindernis. Eine Lösung dafür habe ich aber auch nicht.
 

TrickMcDave

Erfahrenes Mitglied
16.07.2015
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ZRH
Momentaufnahme sind auch die PCR Tests. Die 10% stimmen nicht. Roche gibt seinen Schnelltest mit 96,52% Sensitivität an. Ergibt 3,48% falsch Negative. Das macht allerdings bei einer Prävalenz von 0,5% gerade mal 0,0174% falsch Negative bei allen Getesteten. Anders ausgedrückt rutschen statistisch gesehen gerade mal 1,74 falsch Negative je 10.000 Reisenden durch.

Prinzipiell viel kritischer halte ich die falsch Positivquote. Gleichermaßen wie bei den PCR Tests liegt die Spezifität bei 99,68%. Das bedeutet je 10.000 Tests werden 32 Personen falsch positiv getestet. Das entspricht bei einer Prävalenz von 0,5% etwa 40% aller positiven Tests.

Für mich stellt sich eher die Frage was im Falle eines positiven Ergebnisses passiert. Immerhin 2 von 5 solcher Reisenden sind nicht wirklich positiv. Darf man dann einen Kontrolltest machen? Wird dieser akzeptiert?
OT: Bin ich der einzige, der solchen Herstellerangaben nicht traut?
 

SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
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FRA/QKL
OT: Bin ich der einzige, der solchen Herstellerangaben nicht traut?

OT-Antwort: Diese Herstellerangaben werden ja nicht zufällig gewürfelt, sondern in Blindstudien ermittelt. Da hätte ich grundsätzlich schon Vertrauen in die Zahlen. Aber in Zeiten von "Emergency" mögen die Werte in der Tat nicht auf genügend Daten beruhen. Mehr Daten könnten allerdings zu 50% Wahrscheinlichkeit auch zu höherer Sensitivität und/oder Spezifität führen. ;)