Erstaunlich, wie mit den Jahren die jeweiligen "Erwartungshorizonte" divergieren. Ich entsinne mich noch der Ära (so etwa 1996), als ich für 476 Mark in der Econoventenklasse mit der Lufthansa von Hamburg nach London-Heathrow und zurück geflogen bin. Es gab ein (inzwischen umweltisch-unkorrektes, oder wie das heißt) damals völlig unwiederverwertbares hochdimensioniertes Plastikschalen-Mahl mit mehreren 'Gängen' auf dem Tablett - schmackhaft oder nicht - die geriebenen Karotten irgendwo obendrauf vergesse ich jedenfalls nicht, zusammen mit den Sitzen jedenfalls in einem schönen braun-orangenem Ambiente. Dazu vor dem Boarding das Gate-Buffet und Kaffeeautomaten an allen Stationen. Und mir schien das für alle Beteiligten akzeptabel. Wer Champagner wollte, der buchte eben den Sitz vor dem Vorhang. Bei den laschen Kontrollen habe ich noch hochkalibrige Modellraketentreiber im Handgepäck importiert
Heutzutage wird gerechnet, verglichen, neidvoll auf den Nebensitz geblickt, werden hektisch die Tarifbedingungen taxiert, gönnt man dem (Sitz-)Nachbarn ggf. den selbstbezahlten Exitrowseat nicht mehr, misst die Abstände quasi selbst mit dem Zollstock noch einmal nach und bei der kleinsten Unregelmäßigkeit versucht man das Äußerste an Kompensation herauszupressen.
Ich will jetzt keine alten Zeiten mehr heraufbeschwören mit all den Nachteilen, die wir damals erlebt haben, aber bei den Diskussionen um das Für- und Wider von hoch- oder vielleicht minderwertigen Müsliriegeln: Selbst in der 1. Klasse der Deutschen Bahn AG muß für Speis' und Trank teuer bezahlt werden - man kennt es eben nicht anders dort.
Vielleicht - wahrscheinlich sogar bestimmt - bin ich ohnehin nur ein nostalgischer Spinner, der im Jahre 2011 kaum noch etwas verloren bzw. zu suchen hat.