Lufthansa - langsam wird es peinlich...

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LINDRS

Erfahrenes Mitglied
03.04.2013
1.795
2.130
DRS
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Ergänzung: Ich glaube übrigens daran, dass die Crews alles versucht haben, was in ihrer Macht stand. Welcher Captain sitzt gern freiwillig stundenlang auf dem Vorfeld herum? Ich befürchte allerdings, dass man hier irgendwann an eine Grenze gestoßen ist und nicht mehr weiterkam. Das gilt es nun, aufzuarbeiten.

Allein schon für die Transparenz wünsche ich mir einen irgendwie gearteten Gerichtsprozess, damit man die Ereignisse nicht einfach so unter den Tisch fallen lassen kann.
 

Luftikus

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08.01.2010
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irdisch
Ich verstehe immer noch nicht, was eigentlich passiert ist. Dass die Crew sich gemeldet hat, dürfte klar sein. Warum konnte keiner kommen? Und warum hatte daran keiner vorher gedacht? Warum gab es keinerlei Busfahrer? Wer hat so entschieden? War das doch Absicht so? Lassen einen irgendwelche Subalternen einfach geplant an Bord übernachten, um sich Hotelverteilung und Umstände zu sparen?
 
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Goofy

Erfahrenes Mitglied
09.05.2010
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Ergänzung: Ich glaube übrigens daran, dass die Crews alles versucht haben, was in ihrer Macht stand. Welcher Captain sitzt gern freiwillig stundenlang auf dem Vorfeld herum? Ich befürchte allerdings, dass man hier irgendwann an eine Grenze gestoßen ist und nicht mehr weiterkam. Das gilt es nun, aufzuarbeiten.

Allein schon für die Transparenz wünsche ich mir einen irgendwie gearteten Gerichtsprozess, damit man die Ereignisse nicht einfach so unter den Tisch fallen lassen kann.
Auch ich wüsche mir, dass das vor Gericht landet - aber wie bereits erwähnt, am liebsten in den USA mit einer saftigen Zahlung an die Opfer dieser Misswirtschaft, damit das richtig teuer wird. Das ist doch eine traurige Realsatire, dass man es nicht schafft, die Passagiere in das Terminal zu bringen und dort gut zu versorgen. Wenn ich lesen muss, dass die Passagiere vermeintlich gut betreut worden sind, und diese schildern, dass man gerade noch die Mini Wasserflaschen der LH bekommen hat - keine Snacks, Wein, Bier, etc. dann ist das doch eine Verarschung. Und wenn der Flugbetrieb ohnehin eingestellt ist, hätte man die Passagiere doch zur Not sogar zum Terminal wandern lassen können unter Missachtung der normalen Vorschriften und Prozesse - aber Hauptsache man rettet die Lage - aber einfach zu sagen, wir haben geschlossen ist inaktzeptabel und ich hoffe sehr stark, dass da Köpfe rollen werden. Das ist bereits ein Fall, über den man weltweit den Kopf schüttelt.
 
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B727—230

Erfahrenes Mitglied
30.11.2019
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Ich verstehe immer noch nicht, was eigentlich passiert ist. Dass die Crew sich gemeldet hat, dürfte klar sein. Warum konnte keiner kommen? Und warum hatte daran keiner vorher gedacht? Warum gab es keinerlei Busfahrer? Wer hat so entschieden? War das doch Absicht so? Lassen einen irgendwelche Subalternen einfach geplant an Bord übernachten, um sich Hotelverteilung und Umstände zu sparen?
Im schlimmsten Fall ist jeder einzelne Passagier Schuld, der mit seiner Geiz-ist-geil-Mentalität dafür sorgt, dass die Airlines kein Geld mehr verdienen, die Airlines wollen dann immer weniger an den Betreiber für die Abfertigung bezahlen, kommt als Hauptkunde damit durch und somit muss der Abfertiger bzw Flughafenbetreiber ebenfalls zusehen, dass Geld gespart wird und hält deshalb nur soviel Personal zur Verfügung, wie unbedingt nötig. So wurde es mir zumindest mal von einer administrativen Person der Abteilung Flugbetrieb im höheren Dienst erklärt.
 

Langstrecke

Erfahrenes Mitglied
31.08.2013
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LEJ
Ergänzung: Ich glaube übrigens daran, dass die Crews alles versucht haben, was in ihrer Macht stand. Welcher Captain sitzt gern freiwillig stundenlang auf dem Vorfeld herum? Ich befürchte allerdings, dass man hier irgendwann an eine Grenze gestoßen ist und nicht mehr weiterkam. Das gilt es nun, aufzuarbeiten.

Allein schon für die Transparenz wünsche ich mir einen irgendwie gearteten Gerichtsprozess, damit man die Ereignisse nicht einfach so unter den Tisch fallen lassen kann.
Es braucht keinen Gerichtsprozess, es braucht Gehirn. Das scheint jedoch irgendwo auf der payroll verloren gegangen zu sein.
Wahrscheinlich sind Kompetenz und Verantwortung auch nicht mehr vorhanden.
 

Spinnacker

Erfahrenes Mitglied
17.03.2015
360
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Genau, die Passagiere sind schuld. Das war klar.
Nein, der "Bosnier" ist schuld:

Nur ein weiteres Beispiel der breiten Unfähigkeit in Deutschland, die eine ausufernde, nur mit sich selbst beschäftigte Bürokratie, von Brüssel mit immer neuen Ideen versorgt, verursacht.

Lieber nix tun, als was falsches.

In München ist jedenfalls keiner im Schnee ausgerutscht.
Also "erfolgreich" ein Problem ausgesessen.
 

Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
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So langsam gleitet die Diskussion hier ein bisschen ins boomermäßige Wutbürgertum. Es gibt Regeln. Diese haben, gerade in der Luftfahrt, einen gewissen Sinn ("sind mit Blut geschrieben"). Ja, das ist alles Bürokratie, aber die Welt ist nun einmal komplexer geworden und braucht mehr Regeln. Natürlich ist es schöner, schlankere Prozesse und Regeln zu haben, aber es ist wohlfeil (und ein bisschen populistisch), jetzt undifferenziert zu sagen "früher war alles einfacher (und damit besser)".

Klar, im Notstand gilt das nur eingeschränkt ("hElMuT sChMiDt!!!1!1111!!11!"), aber den hatten wir hier nicht. Es war eine sehr unangenehme Situation, die durchaus auch hätte kippen können, aber niemand (Wissensstand hier und jetzt, von außen) hatte gesundheitliche Probleme, niemand war in Gefahr, alle saßen warm. 500 Leute, im Zweifel mit ungeeigneter Kleidung und Schuhwerk nachts im Schneesturm auf dem Rollfeld, evtl. ein paar davon durch die Evakuierung selbst verletzt, das wäre eine Gefahr gewesen. So aber nicht.

"Ich hätte eine Rutsche geschossen", naja, aus dem warmen Sessel vielleicht. Die Crew weiß, was sie tut, und wägt gerade bei Evakuierungen immer ab, ob es drinnen oder draußen sicherer ist. Hier war es definitiv drinnen sicherer - auch in der Rückschau. Kundendienstlich ist das natürlich alles total beschissen, und da muss man schon auch aufarbeiten, was da schiefgelaufen ist. Aber sicherheitstechnisch scheint alles gut gewesen zu sein, da sehe ich (-> Laie) keinen Kritikpunkt.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
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irdisch
Service ist nicht "mit Blut geschrieben". Das Drama ist unnötig. Hier wurden irgendwie Prioritäten falsch gesetzt, vielleicht bewusst, wenn man sich das große Schweigen danach anhört.
 
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Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
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btw. jfk und ewr können auch nicht schneeflocke ;)
Letzte Woche konnte EWR Schneeflocke ganz vernünftig.
EWR Snow.jpg
Das war das Wetter bei meiner Ankunft, und es lief problemlos.
Aktuell sind die meisten Schneeflocken seit 2017, die ganze Stadt ist lahmgelegt, das muss auch der Flughafen nicht können.

Waren die Doors eigentlich die ganze Zeit in Flight? Muss ja eigentlich
Da sie wohl alle schon gerollt haben, bevor sie geparkt haben, ist das sehr wahrscheinlich.

Die Porsches von der Fööööörst hätten es auch getan
Früher hatten sie auch mal Sprinter-Busse für direct transfer. Hatte ich regelmäßig bei knappen stopovers. Seit ein paar Jahren wird nur noch umgebucht...

Aber auch das wäre zu knapp gegriffen; auch wenn MS Bayern gerne vorne sieht, wäre es hier angemessen zu überschreiben:
"Peinliche Zustände in Deutschland"
Naja, ein paar spezielle Kandidaten trifft es schon auffällig oft. Während andere hierzulande immer noch einen guten Job machen.
Aber ja, es ist mehr als nur LH (und Flughäfen an denen LH beteiligt ist) die peinliche Leistungen abliefern.

Warum sind in D. Aufgaben nicht zu schaffen, die ausländische Flughäfen locker meistern?
Warum gibt es in anderen Ländern noch staatliche Flughäfen die nicht auf maximalen Gewinn gebürstet sind?

Weil der Flughafen und FMG nicht unbedingt Kenntnis von der Situation haben bis es zu ihnen eskaliert wird.
Weil Angestellte heute auch angehalten sind, Probleme besser nicht nach oben zu melden, macht nur Ärger und schadet der Karriere...

Aber jetzt kommt halt jeder daher dass es gleich Abmahnungen oder sonstetwas gibt weil man sich nicht an vorgegebene Prozesse, (In-)Kompetenzen und Regeln gehalten hat.
Genau, so legen sich viele Unternehmemn selbst lahm. Wenn eine Ausnahmesituation auftritt, muss es ein kostenoptimierter Schönwetterprozess richten. Um Gottes Willen keine Kreativität an den Tag legen, macht nur Ärger.
Mail an die dafür vorgesehene Mailbox schreiben, Ticket im dafür vorgesehenen Tool öffnen und Ruhe bewahren. So läuft es heute in modern organisierten Betrieben.

Welcher Korinthenk. hat eigentlich die Aufhebung des Nackflugverbots auf 1 Uhr beschränkt?
Im Prinzip eine berechtigte Frage. Zumal MUC in der Pampa liegt.
Man muss allerdings auch fragen, wer versucht noch ein Flugzeug loszuschicken, wenn klar ist, dass es am Nachtflugverbot scheitern wird?
Da sollte wohl auch klar allen gezeigt werden, wie sinnlos das Nachtflugverbot ist. Denn diese Debatte wird jetzt kommen, Problem war nicht das Organisationsversagen diverser Firmen sondern das Nachtflugverbot, das muss jetzt weg...

Am Ende scheitert sowas vermutlich nicht an der Feuerwehr (die sicher immer hilft wenn es notwendig wäre), sondern vermutlich an irgendwelche vertraglichen Tarifregelungen, dass niemand anderes die Vorfeldbusse fahren darf oder dass die Versicherung nicht für den Linienverkehr auf dem Vorfeld aufkommt wenn da nicht ein Busunternehmen mit Lizenz dahintersteckt. Das wäre so die typische deutsche Bürokratie die alles behindert und verhindert.
Wobei das mit den Tarifregeln das selbe ist wie mit dem Datenschutz, das wird immer nur sehr selektiv als Joker gezogen, wenn man es gegen die einsetzen kann, die es eigentlich schützen soll. Versicherungen stecken oft dahinter (oft auch nur als vorgeschobenes Argument), und sind sehr oft nicht deutsch.
Wer viel im Ausland unterwegs ist, benutzt den Begriff "deutsche Bürokratie" wesentlich sparsamer, da kann man durchaus deutlich schlimmere Zustände erleben.
Wie ein Mitforist so schön footert: Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe. Tarifregelungen, Versicherungen und Vorschriften sind immer perfekte Gründe.

Das Vorfeld war ja schneebedeckt und möglicherweise auch vereist. Wenn es in einer solchen Situation zu einem Unfall mit dem Bus kommt, dann ist nur eine Person verantwortlich. Der Fahrer. Da hilft ihm kein Argument das eine übergeordnete Stelle dies angeordnet hätte.
Natürlich, deshalb heisst er ja auch hochoffiziell "verantwortlicher Fahrzeugführer".
Ich bin schon einige Tausend km auf schneebedeckten und vereisten Straßen gefahren, sowas kann man lernen und können. Wer dann natürlich mit einem Affenzahl um die Ecken bügelt ist natürlich verantwortlich. Passend zur aktuellen öffentlichen Debatte ist ja in Deutschand fahren bei winterlichen Verhältnissen nie Pflichtbestandteil der Führerscheinausbildung gewesen. Natürlich kann dir passieren dass du einen billigen Fahrer eines Subunternehmens des Subunternehmens hast, der noch nie auf Schnee gefahren ist. Und natürlich müsste der eigentlich nein sagen, wird er aber nicht machen.

Ergänzung: Ich glaube übrigens daran, dass die Crews alles versucht haben, was in ihrer Macht stand. Welcher Captain sitzt gern freiwillig stundenlang auf dem Vorfeld herum?
Ich denke eher, dass auch gerade in Hinblick auf die aktuelle Pilotensituation bei LHG hier kein Pilot seine Nase zu weit herausstrecken wollte, um nicht auf irgendeiner Abschußliste zu enden. Wer am lautesten eskaliert fliegt ab nächstem Jahr bei City Aitlines... Das ist doch der Sinn der ganzen aufwändigen LHG Organisation, Drohkulisse aufbauen, Jasager produzieren. Kein Manager will im Normalbetrieb Mitarbeiter die Initiative zeigen. Einfach geräuschlos funktionieren ist gefragt.

Wenn Du eine schöne Meldekette auf dem Papier hast,
Auf Papier? Diese internen Prozesse sind eigentlich weitestgehend digitalisiert. Da schreibst du heute Tickets in speziellen Tools, wo sie dann planmäßig versacken...
In dem Bereich haben wir eigentlich schon die perfekte Kombination aus Bürokratie und Digitalisierung erreicht.

Auch ich wüsche mir, dass das vor Gericht landet
Ich im Prinzip auch. Der Ausgang ist aber ziemlich klar, und damit wird das Ergebnis nur ein weiterer Freifahrschein für die Zukunft werden, den Rechtsstaat ein weiteres mal als völlig zahnlos vorführen. Ich habe ja schon ein paar Beispiele aufgeführt und könnte die Liste beliebig erweitern.
Schlimmstenfalls kommt es zu einer Geldstrafe, die auf die Tickets umgelegt wird... Zukünftige Passagiere zahlen dann für das Fehlverhalten.

Das Drama ist unnötig.
Ein wirkliches Drama wäre es z.B. gewesen, wenn es eine El Al Maschine gewesen wäre. Dann wären längst Rücktritte erfolgt und höchste Politiker hätten sich entschuldigt... So hat es halt vor allem leiderprobte LH Gäste erwischt, na und? Im Terminal auf den Sitzbänken hätten sie die Nacht auch nicht bequemer verbracht (habe ich z.B. schon dank der hervorragenden "Betreuung" durch LH gemacht, die vor allem daraus bestand immer wieder durchzusagen, dass maximal €150 für Hotels erstattet wird, und solche Hotels gab es natürlich nicht in realistischer Entfernung und zu der Uhrzeit...)
Wenn es FR gewesen wäre, der Shitstorm hätte es in sich gehabt.

Vor allem ein weiteres Lehrstück was Verbraucher 2025 in Deutschland von Deutschen Firmen noch erwarten können. Lernen wir, damit zu leben, denn etwas anderes wird auf absehbare Zeit nicht mehr kommen.
 
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Münsterländer

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16.12.2018
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MUC / FMO

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
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Wobei es natürlich auch mit Böswilligkeit weniger organisierte Dummheit vieler gibt, die dann in Kombination für das Ergebnis sorgen...
Moderne Organisationsstrukturen sind ja nicht versehentlich entstanden.
 

juliuscaesar

Megaposter
12.06.2014
24.216
22.325
FRA
Die Bundespolizei wusste Bescheid:

"Die Bundespolizei war in der betreffenden Nacht über die Situation an den Parkpositionen informiert", sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Flughafen aero.de am Dienstag. "Da jedoch zu keiner Zeit eine Gefährdung der Luftsicherheit erkennbar war und die Betreuung sowie Abwicklung der Passagiere in der Zuständigkeit des Flughafenbetreibers liegt, ergaben sich für die Bundespolizei keine eigenen Maßnahmen."

Die Behörden arbeiten den Zwischenfall aber ebenfalls auf. Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord bestätigte dem "Spiegel", dass aktuell ein Bericht für die zuständige Staatsanwaltschaft Landshut erstellt werde. Dies sei ein Routinevorgang, von betroffenen Passagieren lägen keine Anzeigen vor:


 
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fhanfi

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20.03.2013
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Die Bundespolizei wusste Bescheid:

"Die Bundespolizei war in der betreffenden Nacht über die Situation an den Parkpositionen informiert", sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Flughafen aero.de am Dienstag. "Da jedoch zu keiner Zeit eine Gefährdung der Luftsicherheit erkennbar war und die Betreuung sowie Abwicklung der Passagiere in der Zuständigkeit des Flughafenbetreibers liegt, ergaben sich für die Bundespolizei keine eigenen Maßnahmen."

Die Behörden arbeiten den Zwischenfall aber ebenfalls auf. Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord bestätigte dem "Spiegel", dass aktuell ein Bericht für die zuständige Staatsanwaltschaft Landshut erstellt werde. Dies sei ein Routinevorgang, von betroffenen Passagieren lägen keine Anzeigen vor:


Die Freude bei diversen Berichteschreibern wird unsäglich sein...
Btw. die Forderung nach rollenden Köpfen find ich übertrieben, sofern verbindliche (bezahlbare) Lösungen für die Zukunft herauskommen.
 
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Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
13.635
11.705
Die Bundespolizei wusste Bescheid:
Und bei Demos haben sie im Zweifelsfall auch Busse um größere Menschenmengen zu "transportieren"...
Und Beamte sind per Definition 24 Stunden im Dienst ;)

"Die Bundespolizei war in der betreffenden Nacht über die Situation an den Parkpositionen informiert"
Alles andere wäre erst recht peinlich gewesen...
Ob sie nun wussten wie freiwillig diese Passagiere im Flugzeug geblieben sind ist die Frage. Die Tatsache war ihnen bekannt, wohl nicht unbedingt die Umstännde. Ist ja auch nicht deren Job. Sie wussten was sie wissen mussten: Da waren hunderte Menschen in Flugzeugen auf dem Rollfeld. Niemand lief unkontroliert rum, alles unter Kontrolle.
 

mbraun

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09.07.2011
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Gibt es da keinen Busfahrer-Pikettdienst? Es könnte ja auch sein, das der letzte Busfahrer aus Gründen nicht mehr weiterfahren kann, dann braucht man ja auch Ersatz.
"Liebe Fluggäste, wir müssen den Flughafen München leider schließen, der Busfahrer ist krank"...
Beitrag automatisch zusammengeführt:

So langsam gleitet die Diskussion hier ein bisschen ins boomermäßige Wutbürgertum. Es gibt Regeln. Diese haben, gerade in der Luftfahrt, einen gewissen Sinn ("sind mit Blut geschrieben"). Ja, das ist alles Bürokratie, aber die Welt ist nun einmal komplexer geworden und braucht mehr Regeln. Natürlich ist es schöner, schlankere Prozesse und Regeln zu haben, aber es ist wohlfeil (und ein bisschen populistisch), jetzt undifferenziert zu sagen "früher war alles einfacher (und damit besser)".
Keine Frage, aber wenn die Regeln zu solchen Situationen führen, sind sie anzupassen und zu verbessern. Idealerweise, bevor die Situation eintritt - eigentlich gibt es auch dafür Prozesse.
 

Spinnacker

Erfahrenes Mitglied
17.03.2015
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"Liebe Fluggäste, wir müssen den Flughafen München leider schließen, der Busfahrer ist krank"...
Beitrag automatisch zusammengeführt:


Keine Frage, aber wenn die Regeln zu solchen Situationen führen, sind sie anzupassen und zu verbessern. Idealerweise, bevor die Situation eintritt - eigentlich gibt es auch dafür Prozesse.
Zumal man ja weiß, daß es im Winter durchaus mal etwa mehr schneien kann.
 

Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
22.483
17.858
Service ist nicht "mit Blut geschrieben". Das Drama ist unnötig.

Ich rede ja ausdrücklich nicht vom Service. Der war unter aller Kanone, klar. Aber dass man mit dieser Situation so umgeht, wie man es getan hat, sich an die Regeln hält und nicht sagt "Ich haue ab" (Passagier) oder "Pan pan pan, die Situation ist unerträglich, schickt uns innerhalb von fünf Minuten Einsatzkräfte, sonst evakuieren wir per Rutsche" (Kapitän) - das ist sehr wohl mit Blut geschrieben. Nämlich mit dem Blut derer, die sich beim Rutschen (entweder aus dem Flugzeug oder auf dem glatten Vorfeld) die Gräten brechen, frierend herumirren oder im Schneetreiben vom Feuerwehrauto überfahren werden.
 

Alfalfa

Erfahrenes Mitglied
23.01.2022
7.647
5.869
So langsam gleitet die Diskussion hier ein bisschen ins boomermäßige Wutbürgertum. Es gibt Regeln. Diese haben, gerade in der Luftfahrt, einen gewissen Sinn ("sind mit Blut geschrieben"). Ja, das ist alles Bürokratie, aber die Welt ist nun einmal komplexer geworden und braucht mehr Regeln. Natürlich ist es schöner, schlankere Prozesse und Regeln zu haben, aber es ist wohlfeil (und ein bisschen populistisch), jetzt undifferenziert zu sagen "früher war alles einfacher (und damit besser)".

Klar, im Notstand gilt das nur eingeschränkt ("hElMuT sChMiDt!!!1!1111!!11!"), aber den hatten wir hier nicht. Es war eine sehr unangenehme Situation, die durchaus auch hätte kippen können, aber niemand (Wissensstand hier und jetzt, von außen) hatte gesundheitliche Probleme, niemand war in Gefahr, alle saßen warm. 500 Leute, im Zweifel mit ungeeigneter Kleidung und Schuhwerk nachts im Schneesturm auf dem Rollfeld, evtl. ein paar davon durch die Evakuierung selbst verletzt, das wäre eine Gefahr gewesen. So aber nicht.

"Ich hätte eine Rutsche geschossen", naja, aus dem warmen Sessel vielleicht. Die Crew weiß, was sie tut, und wägt gerade bei Evakuierungen immer ab, ob es drinnen oder draußen sicherer ist. Hier war es definitiv drinnen sicherer - auch in der Rückschau. Kundendienstlich ist das natürlich alles total beschissen, und da muss man schon auch aufarbeiten, was da schiefgelaufen ist. Aber sicherheitstechnisch scheint alles gut gewesen zu sein, da sehe ich (-> Laie) keinen Kritikpunkt.
Nein, drinnen wurden Menschen gegen ihren Willen stundenlang festgehalten. Dieser Tatbestand ist eigentlich ganz klar geregelt. Gar nicht klar hingegen ist der bescheidene Rechtfertigungsversuch, war alles besser so, konnte man eh nichts machen, draußen war Todesgefahr. :blah: Die Argumentation kennt man inzwischen. Warum ist Doitschland inzwischen am Boden, deswegen, dieses Denken ist das Problem. Eigenes Grab und so.
 
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Takeoff53

Erfahrenes Mitglied
17.03.2013
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68
Great Circle
Ist in Zürich auch schon ähnlich passiert: Letzter abgehender Flug muss nach schon erlittener Verspätung nach dem Line-up auf der Runway zurück ans Gate wegen technischem Problem. Niemand mehr da der die Brücke bewegen könnte und auch kein Personal mehr am Gate. Die waren auf dem Heimweg, wurden aber angerufen, die nötigsten Leute kehrten wieder um und die Situation konnte mit etwas zeitlicher Verzögerung gerettet werden. Manchmal funktioniert es so aber halt, wie das Beispiel MUC zeigt, auch anders.
Was ich mich frage, wie dies ablaufen sollte, wenn mitten in der Nacht eine Maschine wegen einem Notfall landen muss (dazu muss der Flughafen ja zwingend das nötige Personal vorhalten), und die Passagiere auch irgendwie aus dem Flugzeug kommen sollten (ohne Notrutschen) und ins Terminal gebracht werden müssen.
 
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Münsterländer

Erfahrenes Mitglied
16.12.2018
9.615
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MUC / FMO
Die Bundespolizei wusste Bescheid:

"Die Bundespolizei war in der betreffenden Nacht über die Situation an den Parkpositionen informiert", sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Flughafen aero.de am Dienstag. "Da jedoch zu keiner Zeit eine Gefährdung der Luftsicherheit erkennbar war und die Betreuung sowie Abwicklung der Passagiere in der Zuständigkeit des Flughafenbetreibers liegt, ergaben sich für die Bundespolizei keine eigenen Maßnahmen."

Die Behörden arbeiten den Zwischenfall aber ebenfalls auf. Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord bestätigte dem "Spiegel", dass aktuell ein Bericht für die zuständige Staatsanwaltschaft Landshut erstellt werde. Dies sei ein Routinevorgang, von betroffenen Passagieren lägen keine Anzeigen vor:


Exakt meine Erwartung womit die These, ich rufe die Polizei das ich durch die Lufthansa „gefangen genommen wurde“, und werde dann sofort von der Polizei befreit, auch widerlegt wäre.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Was ich mich frage, wie dies ablaufen sollte, wenn mitten in der Nacht eine Maschine wegen einem Notfall landen muss (dazu muss der Flughafen ja zwingend das nötige Personal vorhalten), und die Passagiere auch irgendwie aus dem Flugzeug kommen sollten (ohne Notrutschen) und ins Terminal gebracht werden müssen.
Im Notfall helfen auch die Notdienste wie Feuerwehr, Polizei, etc. (Rettungstreppe, etc.) aber es gab eben keinen Notfall.
 
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Poppy

Erfahrenes Mitglied
19.06.2021
322
343
Wenn ich die Vorschläge der "Spezialisten" lese kommt einem der Gedanke....warum bildet ihr nicht gemeinsam eine "Troubleshooting Task Force" ?
Qwasi die Red Adairs*, die für schnelle Kritik und konstruktive Vorschläge bekannt sind.:yes:

*jüngere unter den Spezialisten kennen ihn vermutlich nicht, daher hier ein wenig Nachhilfe
 

Alfalfa

Erfahrenes Mitglied
23.01.2022
7.647
5.869
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300x250
Exakt meine Erwartung womit die These, ich rufe die Polizei das ich durch die Lufthansa „gefangen genommen wurde“, und werde dann sofort von der Polizei befreit, auch widerlegt wäre.
Eben nicht, da scheinbar niemand angerufen hat! Aber wenn das stimmt, wie doof sind die alle? Selber Schuld und so.