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Lage in Frankreich

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Ich finde, du machst es dir mit dieser Erklärung etwas zu einfach. Natürlich müssen wir über Staatsverschuldung, demografischen Wandel und die langfristige Finanzierbarkeit des Sozialstaats sprechen. Aber die gesamte Inflation auf die EZB und den Sozialstaat zu reduzieren, greift deutlich zu kurz.

Du kannst natürlich Trump eine Mitschuld geben, der wird sich aber herzlich wenig dafür interessieren. Ein weitere Inflationstreiber wären Klimaschutzmaßnahmen wie CO2 Besteuerung. Glaube aber kaum dass Linke das wollen.
Das war es dann auch schon. In den Städten vielleicht noch der Zuzug, aber den zu Begrenzen ist ja wenig Populär.

Und seit wann bedeutet die Forderung nach bezahlbaren Lebenshaltungskosten automatisch, dass man immer mehr Sozialstaat und neue Schulden verlangt? Vielleicht wollen die Menschen einfach nur, dass sie von ihrer Arbeit vernünftig leben können, ohne jeden Euro zweimal umdrehen zu müssen.

Dazu braucht es Ertragsstarke Unternehmen die sich in Hochsteuerländern mit extrem reguliertem Arbeitsmarkt nicht niederlassen. Bleibt also nur der Staat und 60% Staatsquote kann sich keiner auf Dauer leisten.

Auch die Boomer pauschal für die Probleme verantwortlich zu machen, ist mir zu bequem. Die demografische Entwicklung ist eine Herausforderung, aber sie ist nicht allein durch eine Generation entstanden.
Die Boomer sind nicht Verantwortlich für alle Probleme aber ihre Vorstellungen von Krankenversorgung ohne Zuzahlung und frühen/hohen Renten sind schlichtweg nicht haltbar. Der größte Soziale Ausgabenposten in Europa, der gerade explodiert.

Was mich an solchen Diskussionen stört: Sobald Menschen gegen steigende Lebenshaltungskosten protestieren, wird ihnen unterstellt, sie wollten auf Kosten anderer leben. Vielleicht sollte man sich stattdessen einmal ernsthaft fragen, warum ein normaler Vollzeitjob für immer mehr Menschen nicht mehr ausreicht.

Die Antwort ist recht simpel - es mangelt an Entragsstarken Unternehmen. Die sind längst weg in Richtung CH, Irland oder USA.

Oder ist die Lösung deiner Meinung nach tatsächlich, dass jeder einfach einen Zweitjob annimmt und ansonsten die Klappe hält?
Die Lösung wäre: Weg mit Kündigungsschutz, weg mit Betriebsräten, Vorschriften und Auflagen, runter mit Körperschaftssteuern, Ende von Sozialstaat ohne Mitwirkung, gesteuerte Einwanderung, Rentenreform, senken der Staatsquote,….. aber stattdessen fordern man genau das Gegenteil.
 
Du kannst natürlich Trump eine Mitschuld geben, der wird sich aber herzlich wenig dafür interessieren. Ein weitere Inflationstreiber wären Klimaschutzmaßnahmen wie CO2 Besteuerung. Glaube aber kaum dass Linke das wollen.
Das war es dann auch schon. In den Städten vielleicht noch der Zuzug, aber den zu Begrenzen ist ja wenig Populär.



Dazu braucht es Ertragsstarke Unternehmen die sich in Hochsteuerländern mit extrem reguliertem Arbeitsmarkt nicht niederlassen. Bleibt also nur der Staat und 60% Staatsquote kann sich keiner auf Dauer leisten.


Die Boomer sind nicht Verantwortlich für alle Probleme aber ihre Vorstellungen von Krankenversorgung ohne Zuzahlung und frühen/hohen Renten sind schlichtweg nicht haltbar. Der größte Soziale Ausgabenposten in Europa, der gerade explodiert.



Die Antwort ist recht simpel - es mangelt an Entragsstarken Unternehmen. Die sind längst weg in Richtung CH, Irland oder USA.


Die Lösung wäre: Weg mit Kündigungsschutz, weg mit Betriebsräten, Vorschriften und Auflagen, runter mit Körperschaftssteuern, Ende von Sozialstaat ohne Mitwirkung, gesteuerte Einwanderung, Rentenreform, senken der Staatsquote,….. aber stattdessen fordern man genau das Gegenteil.
Aha, jetzt haben wir also die große Wunderlösung: Kündigungsschutz weg, Betriebsräte weg, Arbeitnehmerrechte runter, Sozialstaat zusammenstreichen und Steuern senken. Fehlt eigentlich nur noch, dass Arbeitnehmer künftig ihren eigenen Arbeitsplatz mitbringen und dem Chef für die Beschäftigung danken.

Natürlich hat Deutschland ein Problem mit Bürokratie, hohen Abgaben und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit. Das bestreite ich überhaupt nicht. Aber ausgerechnet Kündigungsschutz und Betriebsräte als Hauptschuldige auszumachen, ist schon eine ziemlich bequeme Erklärung.

Du möchtest offenbar einen möglichst schlanken Staat, möglichst wenige Arbeitnehmerrechte und möglichst wenig soziale Absicherung. Die spannende Frage ist nur: Was passiert mit den Menschen, die trotz Vollzeitbeschäftigung krank werden, ihren Arbeitsplatz verlieren oder im Alter nicht mehr von ihrer Rente leben können? Sollen die dann einfach noch ein bisschen mehr Eigenverantwortung übernehmen?

Wirtschaftliche Stärke entsteht nicht dadurch, dass man Arbeitnehmer möglichst rechtlos macht und den Sozialstaat auf Diät setzt. Und wenn Unternehmen nur dann in Deutschland bleiben wollen, wenn sie möglichst wenig Steuern zahlen, möglichst wenig reguliert werden und möglichst wenig Verantwortung für ihre Beschäftigten übernehmen müssen, dann liegt das Problem vielleicht nicht nur beim Standort Deutschland.

Dein Rezept ist jedenfalls schnell erklärt: Die Wirtschaft entlasten und die Rechnung möglichst denen präsentieren, die ohnehin schon jeden Euro umdrehen müssen. Eine wirklich beeindruckend einfache Lösung – zumindest auf dem Papier.
 
Natürlich hat Deutschland ein Problem mit Bürokratie, hohen Abgaben und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit. Das bestreite ich überhaupt nicht. Aber ausgerechnet Kündigungsschutz und Betriebsräte als Hauptschuldige auszumachen, ist schon eine ziemlich bequeme Erklärung.
Das ist eine sehr zutreffende Erklärung.
Ich sehe es jeden Tag in Unternehmen das Leute mit geschleppt werden ohne eine sinnvolle Beschäftigung wegen Kündigungsschutz. Alternative monströse Abfindungen. Gerade in großen Konzernen arbeitet ein nicht unerheblicher Prozentsatz nicht viel. Betriebsräte die alles blockieren sind auch eine üble Sache. Schau mal nach CH oder Dänemark. Geht es den Leuten da so schlecht? Da zahlt man das
Geld an produktive Mitarbeiter anstelle an die Bürokratie und Daumendrehen.

Was passiert mit den Menschen, die trotz Vollzeitbeschäftigung krank werden, ihren Arbeitsplatz verlieren
Dafür gibt es den Sozialstaat. Aber hier muss volle Mitwirkung selbstverständlich sein. Sofortige 0 Sanktion wenn du nicht mitmachst sind in fast jedem Land selbstverständlich. Hier oder Frankreich? Kassieren über Generationen hinweg ist normal. Man hält Leute mit dem bedingungslosen Sozialstaat in Armut gefangen und fördert Kriminalität.

oder im Alter nicht mehr von ihrer Rente leben können?
Das wird ein Problem, das sich aufgrund der Kinderlosigkeit kaum lösen lässt. Das kann man nur akzeptieren.
Dein Rezept ist jedenfalls schnell erklärt: Die Wirtschaft entlasten und die Rechnung möglichst denen präsentieren, die ohnehin schon jeden Euro umdrehen müssen. Eine wirklich beeindruckend einfache Lösung – zumindest auf dem Papier.
Man kann individuell durchaus hohe Steuern verlangen (mit sehr später Progression) aber bitte nicht von Unternehmen. Man kann auch Konsum sehr einfach und effektiv besteuern. Man kann sogar eine kleine Vermögenssteuer erheben wie die Schweiz, wenn man im Gegenzug Unternehmen nur sehr gering besteuert, einen flexiblen Arbeitsmarkt hat und wenig Bürokratie.

Was Aber nicht geht ist ein Maximum an Bürokratie durch sehr viele öffentlich Beschäftigte, starre Arbeitsmärkte, hohe Steuern, Bedingungsloser Sozialstaat,…das hat Frankreich aktuell und es geht voll vor die Wand.
 
Ich verstehe @Papua so, er Möchte einfach mehr Us of A wagen im doitschen System. Das funktioniert nicht und hat uns eben zum heutigen Abgrund geführt. Das ist ein alter Hut. Spannend wird die Sache dann erst, wenn wir über libertäre Ideen sprechen, die sich immer weiter verbreiten und eine schnelle Lösung versprechen. Da lohnt der Blick auf Argentinien, wie das wohl enden wird. Die Grund Widersprüche des Kapitalismus zeigen sich nun mal aktuell mit voller Wucht.
 
Ihr solltet stets das Positive sehen! Ein irreparables, vollkommen kaputtes Finanzsystem kann prima mit Chaos, Krawallen & ggf. auch Krieg (wenn nötig) neu justiert aufgestellt werden. In Zentraleuropa herrscht bereits seit über 80 Jahren Frieden. Das ist eine sehr lange Zeit. Für einige vielleicht schon zu lange. Nun wird massiv aufgerüstet und einige würden wohl lieber noch heute in den 3. Weltkrieg gehen, als bis morgen abwarten zu müssen. Mit einem Krieg lässt sich unheimlich viel Geld verdienen und wenn dann alles in Schutt und Asche liegt, lässt sich auch nochmal unheimlich viel Geld verdienen. Nur als kleiner Gedankenanstoß.
 
Ihr solltet stets das Positive sehen! Ein irreparables, vollkommen kaputtes Finanzsystem kann prima mit Chaos, Krawallen & ggf. auch Krieg (wenn nötig) neu justiert aufgestellt werden. In Zentraleuropa herrscht bereits seit über 80 Jahren Frieden. Das ist eine sehr lange Zeit. Für einige vielleicht schon zu lange. Nun wird massiv aufgerüstet und einige würden wohl lieber noch heute in den 3. Weltkrieg gehen, als bis morgen abwarten zu müssen. Mit einem Krieg lässt sich unheimlich viel Geld verdienen und wenn dann alles in Schutt und Asche liegt, lässt sich auch nochmal unheimlich viel Geld verdienen. Nur als kleiner Gedankenanstoß.
Das ist ja das beängstigende. Die Berufs Zyniker vom Trans Atlantik würden das dann kreative Zerstörung nennen. Deshalb werfe ich ja den Anarcho Kapitalismus als Reparatur Mechanismus in den Ring. Eine weniger tödliche Lösung als Krieg. Fragezeichen.
 
Ich verstehe @Papua so, er Möchte einfach mehr Us of A wagen im doitschen System.
Ich möchte mehr CH und Dänemark Wagen.

Das funktioniert nicht und hat uns eben zum heutigen Abgrund geführt. Das ist ein alter Hut. Spannend wird die Sache dann erst, wenn wir über libertäre Ideen sprechen, die sich immer weiter verbreiten und eine schnelle Lösung versprechen. Da lohnt der Blick auf Argentinien, wie das wohl enden wird. Die Grund Widersprüche des Kapitalismus zeigen sich nun mal aktuell mit voller Wucht.
Argentinien ist ein sehr riskantes Experiment. Wirtschaftlich wird es sicher funktionieren langfristig, aber Argentinien ist eine Demokratie und es braucht nur eine Wahl um alles rückgängig zu machen. Das Vertrauen der Märkte wird das nicht bestärken.
 
Das ist eine sehr zutreffende Erklärung.
Ich sehe es jeden Tag in Unternehmen das Leute mit geschleppt werden ohne eine sinnvolle Beschäftigung wegen Kündigungsschutz. Alternative monströse Abfindungen. Gerade in großen Konzernen arbeitet ein nicht unerheblicher Prozentsatz nicht viel. Betriebsräte die alles blockieren sind auch eine üble Sache. Schau mal nach CH oder Dänemark. Geht es den Leuten da so schlecht? Da zahlt man das
Geld an produktive Mitarbeiter anstelle an die Bürokratie und Daumendrehen.


Dafür gibt es den Sozialstaat. Aber hier muss volle Mitwirkung selbstverständlich sein. Sofortige 0 Sanktion wenn du nicht mitmachst sind in fast jedem Land selbstverständlich. Hier oder Frankreich? Kassieren über Generationen hinweg ist normal. Man hält Leute mit dem bedingungslosen Sozialstaat in Armut gefangen und fördert Kriminalität.


Das wird ein Problem, das sich aufgrund der Kinderlosigkeit kaum lösen lässt. Das kann man nur akzeptieren.

Man kann individuell durchaus hohe Steuern verlangen (mit sehr später Progression) aber bitte nicht von Unternehmen. Man kann auch Konsum sehr einfach und effektiv besteuern. Man kann sogar eine kleine Vermögenssteuer erheben wie die Schweiz, wenn man im Gegenzug Unternehmen nur sehr gering besteuert, einen flexiblen Arbeitsmarkt hat und wenig Bürokratie.

Was Aber nicht geht ist ein Maximum an Bürokratie durch sehr viele öffentlich Beschäftigte, starre Arbeitsmärkte, hohe Steuern, Bedingungsloser Sozialstaat,…das hat Frankreich aktuell und es geht voll vor die Wand.
Du präsentierst das Ganze, als wäre die Lösung ziemlich einfach: Arbeitnehmerrechte abbauen, Unternehmen entlasten, Sozialleistungen kürzen und schon sind wir auf dem Niveau der Schweiz oder Dänemarks. Ganz so einfach ist die Welt dann doch nicht.

Dass es in Unternehmen Fehlbesetzungen, ineffiziente Strukturen und auch überflüssige Stellen gibt, bestreite ich nicht. Aber daraus abzuleiten, Kündigungsschutz und Betriebsräte seien das eigentliche Problem, ist schon eine gewagte Verkürzung. Betriebsräte blockieren nicht grundsätzlich die Wirtschaft, sondern sollen auch verhindern, dass Beschäftigte den Interessen des Unternehmens schutzlos ausgeliefert sind.

Und dein Hinweis auf den Sozialstaat ist ebenfalls etwas bequem. Du sprichst von bedingungslosen Leistungen, obwohl es bereits Mitwirkungspflichten und Sanktionen gibt. Niemand behauptet, dass ein Sozialstaat ohne Regeln funktionieren muss. Aber zwischen einem funktionierenden Sicherheitsnetz und einem bedingungslosen Rundum-sorglos-Paket liegen Welten.

Auch die Schweiz ist kein Beweis dafür, dass man einfach nur Arbeitnehmerrechte und soziale Absicherung zurückfahren muss. Produktivität, Bildung, Innovationskraft, Branchenstruktur und politische Rahmenbedingungen spielen ebenfalls eine Rolle.

Was mich an deiner Argumentation stört: Für Unternehmen soll möglichst alles flexibel, günstig und unkompliziert sein. Für Arbeitnehmer scheint Flexibilität dagegen vor allem zu bedeuten, möglichst viel Unsicherheit hinzunehmen. Und wer damit nicht klarkommt, bekommt den Hinweis auf Eigenverantwortung.

Das ist natürlich auch eine Haltung. Nur sollte man dann ehrlich sagen, dass man nicht einfach den Wirtschaftsstandort verbessern, sondern die Kräfteverhältnisse zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern deutlich verschieben möchte. Das wäre wenigstens eine offene Diskussion statt der Behauptung, es gäbe nur diesen einen richtigen Weg.
 
Du präsentierst das Ganze, als wäre die Lösung ziemlich einfach: Arbeitnehmerrechte abbauen, Unternehmen entlasten, Sozialleistungen kürzen und schon sind wir auf dem Niveau der Schweiz oder Dänemarks. Ganz so einfach ist die Welt dann doch nicht.

Du präsentierst die Schweiz oder Dänemark als Zustand, das es um jeden Preis zu vermeiden gilt. Wichtiger Hinweis: beide Länder schlagen uns wirtschaftlich seit Jahren pro Kopf gerechnet um Längen.Wir sollten uns im Gegensatz also im Gegenteil genau anschauen, was die besser machen als wir.
 
Du präsentierst die Schweiz oder Dänemark als Zustand, das es um jeden Preis zu vermeiden gilt. Wichtiger Hinweis: beide Länder schlagen uns wirtschaftlich seit Jahren pro Kopf gerechnet um Längen.Wir sollten uns im Gegensatz also im Gegenteil genau anschauen, was die besser machen als wir.
Da hast du mich offenbar etwas missverstanden. Ich habe keineswegs gesagt, dass wir die Schweiz oder Dänemark als Vorbilder vermeiden sollten. Im Gegenteil: Natürlich sollten wir uns anschauen, was diese Länder wirtschaftlich besser machen.

Aber genau da liegt doch der Punkt: Man kann nicht einfach die niedrigen Unternehmenssteuern oder den flexibleren Arbeitsmarkt herausgreifen und so tun, als wäre damit das Erfolgsmodell erklärt. Wie sieht es mit Produktivität, Bildung, Infrastruktur, Löhnen, sozialer Absicherung und den gesamten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aus?

Wenn du die Schweiz als Vorbild nimmst, solltest du auch das Gesamtpaket betrachten und nicht nur die Bestandteile, die in deine Argumentation passen.

Ich habe überhaupt kein Problem damit, von erfolgreichen Ländern zu lernen. Ich habe nur ein Problem damit, wenn daraus die Forderung abgeleitet wird, Arbeitnehmerrechte abzubauen und den Sozialstaat zurückzufahren, als gäbe es keine anderen Stellschrauben.

Erfolgreiche Wirtschaftspolitik ist schließlich mehr als die Frage, wie wenig Steuern Unternehmen zahlen und wie wenig Schutz Arbeitnehmer genießen.
 
Da hast du mich offenbar etwas missverstanden. Ich habe keineswegs gesagt, dass wir die Schweiz oder Dänemark als Vorbilder vermeiden sollten. Im Gegenteil: Natürlich sollten wir uns anschauen, was diese Länder wirtschaftlich besser machen.

Aber genau da liegt doch der Punkt: Man kann nicht einfach die niedrigen Unternehmenssteuern oder den flexibleren Arbeitsmarkt herausgreifen und so tun, als wäre damit das Erfolgsmodell erklärt. Wie sieht es mit Produktivität, Bildung, Infrastruktur, Löhnen, sozialer Absicherung und den gesamten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aus?

Wenn du die Schweiz als Vorbild nimmst, solltest du auch das Gesamtpaket betrachten und nicht nur die Bestandteile, die in deine Argumentation passen.

Ich habe überhaupt kein Problem damit, von erfolgreichen Ländern zu lernen. Ich habe nur ein Problem damit, wenn daraus die Forderung abgeleitet wird, Arbeitnehmerrechte abzubauen und den Sozialstaat zurückzufahren, als gäbe es keine anderen Stellschrauben.

Erfolgreiche Wirtschaftspolitik ist schließlich mehr als die Frage, wie wenig Steuern Unternehmen zahlen und wie wenig Schutz Arbeitnehmer genießen.
Bin bei fast allen deinen Punkten bei dir. Aber, was ist los, du tönst auf einmal so anders...🤷‍♂️
 
Erfolgreiche Wirtschaftspolitik ist schließlich mehr als die Frage, wie wenig Steuern Unternehmen zahlen und wie wenig Schutz Arbeitnehmer genießen.
Ich nehme das nur als Aufhänger.

Stillstand ist keine Wirtschaftspolitik. Uns würde ein Herbst der Reformen für den letzten Herbst versprochen. Jetzt ist es ein Jahr später und passiert ist immer noch nichts.

Da ist unsere Lage eben nicht so anders als die Frankreichs, nur das da die Staatsverschuldung erheblich höher ist.

Aber dass die Wähler an ihrem Besitzständen unbedingt festhalten und keine echte Reformen wollen, ist ein Problem hier wie da.

Traurig auch, dass von den Protestlern keine frische Impulse ausgehen. Die wollen im Wesentlichen mehr von dem, was nicht funktioniert.

Da fande ich die im Forum teils verhassten Fridays for Future frischer .
 
Ich nehme das nur als Aufhänger.

Stillstand ist keine Wirtschaftspolitik. Uns würde ein Herbst der Reformen für den letzten Herbst versprochen. Jetzt ist es ein Jahr später und passiert ist immer noch nichts.

Da ist unsere Lage eben nicht so anders als die Frankreichs, nur das da die Staatsverschuldung erheblich höher ist.

Aber dass die Wähler an ihrem Besitzständen unbedingt festhalten und keine echte Reformen wollen, ist ein Problem hier wie da.

Traurig auch, dass von den Protestlern keine frische Impulse ausgehen. Die wollen im Wesentlichen mehr von dem, was nicht funktioniert.

Da fande ich die im Forum teils verhassten Fridays for Future frischer .
Dass Stillstand keine Wirtschaftspolitik ist, da bin ich durchaus bei dir. Deutschland braucht Reformen, daran besteht für mich kein Zweifel. Allerdings sollten wir bei der Ursachenanalyse auch die internationale Entwicklung nicht ausblenden.

Wir haben schließlich nicht damit gerechnet, dass auf der anderen Seite des Atlantiks wieder der amerikanische Blondschopf im Weißen Haus sitzt, der mit seiner unberechenbaren Politik, Zöllen und ständig neuen Ankündigungen für zusätzliche Unsicherheit sorgt. Als wäre die ohnehin schwierige wirtschaftliche Lage nicht schon kompliziert genug.

Und genau deshalb halte ich es für zu einfach, die Probleme ausschließlich hausgemachten Faktoren zuzuschreiben. Natürlich hat Deutschland eigene strukturelle Probleme, die dringend angegangen werden müssen. Aber wir leben nun einmal nicht auf einer Insel.

Was die Proteste betrifft: Menschen, die gegen hohe Mieten, Energiepreise und sinkende Kaufkraft auf die Straße gehen, müssen nicht erst ein fertiges Reformprogramm präsentieren, um ernst genommen zu werden.

Reformen sind notwendig. Aber sie sollten nicht automatisch bedeuten, dass Arbeitnehmer und sozial Schwächere den größten Teil der Rechnung übernehmen. Und nur weil jemand seinen bisherigen Lebensstandard nicht verlieren möchte, ist er noch lange kein Reformgegner.
 
Wenn du die Schweiz als Vorbild nimmst, solltest du auch das Gesamtpaket betrachten und nicht nur die Bestandteile, die in deine Argumentation passen.
Und das Gesamtpaket ist halt sehr marktliberal. Kein Kündigungsschutz, keine Betriebsräte, sehr niedrige Unternehmenssteuern, keine Kapitalertragssteuern auf Kursgewinne, keine Erbschaftssteuer, Kopfpauschale in der Krankenversicherung und Francise, 42h Woche, 20 Tage Urlaub, extrem schlanke und effiziente Verwaltung, Steuerbelastung pro Kopf sehr gering, keine Beamten, maximaler Druck zur Arbeitsaufnahme, Rückzahlungspflicht von Sozialleistungen,….dann geht auch eine Mini Vermögenssteuer die Superreiche allerdings nicht zahlen müssen.

Was genau im Gesamtpaket ist denn so sozial?
 
Und das Gesamtpaket ist halt sehr marktliberal. Kein Kündigungsschutz, keine Betriebsräte, sehr niedrige Unternehmenssteuern, keine Kapitalertragssteuern auf Kursgewinne, keine Erbschaftssteuer, Kopfpauschale in der Krankenversicherung und Francise, 42h Woche, 20 Tage Urlaub, extrem schlanke und effiziente Verwaltung, Steuerbelastung pro Kopf sehr gering, keine Beamten, maximaler Druck zur Arbeitsaufnahme, Rückzahlungspflicht von Sozialleistungen,….dann geht auch eine Mini Vermögenssteuer die Superreiche allerdings nicht zahlen müssen.

Was genau im Gesamtpaket ist denn so sozial?
Genau das ist doch der Punkt! Wenn wir schon die Schweiz als Vorbild nehmen wollen, dann sollten wir auch ehrlich über das gesamte Modell sprechen und nicht nur über die wirtschaftlichen Vorteile.

Ein Modell mit weniger Kündigungsschutz, weniger Arbeitnehmervertretung, längeren Arbeitszeiten, weniger Urlaub, höherem Druck zur Arbeitsaufnahme und einer anderen sozialen Absicherung kann wirtschaftlich funktionieren. Aber daraus folgt noch lange nicht, dass es automatisch sozialer oder für die breite Bevölkerung erstrebenswert ist.

Man kann nicht ständig von Eigenverantwortung sprechen und gleichzeitig so tun, als hätten alle Menschen die gleichen Voraussetzungen und Möglichkeiten. Wer gut verdient und Vermögen besitzt, kann mit einem solchen System vermutlich hervorragend leben. Für Menschen mit niedrigen Einkommen, unsicheren Jobs oder gesundheitlichen Einschränkungen sieht die Rechnung möglicherweise ganz anders aus.

Und genau deshalb meine Frage: Was daran ist eigentlich das soziale Vorbild, das wir übernehmen sollen? Oder geht es am Ende doch hauptsächlich darum, die Wirtschaft zu entlasten und den sozialen Schutz zurückzufahren?

Ich bin durchaus dafür, von erfolgreichen Ländern zu lernen. Aber bitte das Gesamtpaket betrachten – und nicht nur die Teile herauspicken, die einem ideologisch gerade ins Konzept passen.
 
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