ANZEIGE
Ich finde, du machst es dir mit dieser Erklärung etwas zu einfach. Natürlich müssen wir über Staatsverschuldung, demografischen Wandel und die langfristige Finanzierbarkeit des Sozialstaats sprechen. Aber die gesamte Inflation auf die EZB und den Sozialstaat zu reduzieren, greift deutlich zu kurz.
Du kannst natürlich Trump eine Mitschuld geben, der wird sich aber herzlich wenig dafür interessieren. Ein weitere Inflationstreiber wären Klimaschutzmaßnahmen wie CO2 Besteuerung. Glaube aber kaum dass Linke das wollen.
Das war es dann auch schon. In den Städten vielleicht noch der Zuzug, aber den zu Begrenzen ist ja wenig Populär.
Und seit wann bedeutet die Forderung nach bezahlbaren Lebenshaltungskosten automatisch, dass man immer mehr Sozialstaat und neue Schulden verlangt? Vielleicht wollen die Menschen einfach nur, dass sie von ihrer Arbeit vernünftig leben können, ohne jeden Euro zweimal umdrehen zu müssen.
Dazu braucht es Ertragsstarke Unternehmen die sich in Hochsteuerländern mit extrem reguliertem Arbeitsmarkt nicht niederlassen. Bleibt also nur der Staat und 60% Staatsquote kann sich keiner auf Dauer leisten.
Die Boomer sind nicht Verantwortlich für alle Probleme aber ihre Vorstellungen von Krankenversorgung ohne Zuzahlung und frühen/hohen Renten sind schlichtweg nicht haltbar. Der größte Soziale Ausgabenposten in Europa, der gerade explodiert.Auch die Boomer pauschal für die Probleme verantwortlich zu machen, ist mir zu bequem. Die demografische Entwicklung ist eine Herausforderung, aber sie ist nicht allein durch eine Generation entstanden.
Was mich an solchen Diskussionen stört: Sobald Menschen gegen steigende Lebenshaltungskosten protestieren, wird ihnen unterstellt, sie wollten auf Kosten anderer leben. Vielleicht sollte man sich stattdessen einmal ernsthaft fragen, warum ein normaler Vollzeitjob für immer mehr Menschen nicht mehr ausreicht.
Die Antwort ist recht simpel - es mangelt an Entragsstarken Unternehmen. Die sind längst weg in Richtung CH, Irland oder USA.
Die Lösung wäre: Weg mit Kündigungsschutz, weg mit Betriebsräten, Vorschriften und Auflagen, runter mit Körperschaftssteuern, Ende von Sozialstaat ohne Mitwirkung, gesteuerte Einwanderung, Rentenreform, senken der Staatsquote,….. aber stattdessen fordern man genau das Gegenteil.Oder ist die Lösung deiner Meinung nach tatsächlich, dass jeder einfach einen Zweitjob annimmt und ansonsten die Klappe hält?