Als HON zum Ironman Hawaii

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Andycisa

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05.02.2026
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The Big Dance – Ironman Hawaii​


Donnerstag: Auf der Suche nach dem Vulkan​

Für Donnerstag hatten wir uns noch einen letzten größeren Ausflug vorgenommen. Unser Plan war, zunächst zum „End of the World“ zu fahren. Dort gibt es einen bekannten Cliff-Jump von ungefähr 20 Metern Höhe, den wir uns zumindest einmal anschauen wollten. Und wenn man schon dort ist … Nun ja. 😜 Die Entscheidung wurde uns allerdings relativ schnell abgenommen. Die Brandung war an diesem Tag so heftig, dass selbst die Locals davon abrieten zu springen. Wenn Einheimische auf Hawaii sagen, dass man heute besser nicht von einer 20 Meter hohen Klippe ins Meer springen sollte, neige selbst ich dazu, diesen Rat ernst zu nehmen. 😂

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Also Plan B. Wir wollten ohnehin noch zum Kīlauea und machten uns auf den Weg Richtung Hawaiʻi Volcanoes National Park. Dabei zeigte Big Island allerdings wieder einmal, wie unterschiedlich das Wetter auf dieser Insel sein kann. Während wir an der Westküste inzwischen ziemlich zuverlässig Sonne, Hitze und trockene Lava-Landschaft hatten, machte die Ostseite ihrem Ruf alle Ehre. Regen. Nebel. Noch mehr Regen. Vom Vulkan selbst beziehungsweise von den Rauchschwaden sahen wir deshalb immer nur zwischendurch etwas, wenn der Nebel für einen Moment aufriss. Nicht ganz das spektakuläre Vulkanerlebnis, das wir uns vorgestellt hatten. Aber so ist es eben mit der Natur. Man kann viel planen, nur interessieren sich weder der Pazifik noch ein Vulkan sonderlich für unseren Reiseplan. 😜 Zurück in Kona war das Wetter dann natürlich wieder deutlich besser und wir vertrieben uns den Rest des Tages unter anderem im Sea Pool direkt vor unserer Unterkunft.

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Und damit war das Sightseeing für diese Woche endgültig beendet. Denn am nächsten Tag musste das Spielzeug vorbereitet werden.

Freitag: Jetzt bloß nichts mehr kaputtmachen​

Der Tag vor einem Ironman folgt bei mir inzwischen einem ziemlich festen Ablauf. Noch einmal eine ganz kurze Aktivierung, um zu schauen, ob der Körper grundsätzlich noch funktioniert. Bike checken. Schaltung checken. Elektronik laden. Reifen kontrollieren. Nutrition vorbereiten. Und vor allem möglichst vermeiden, in den letzten 24 Stunden noch irgendeinen Blödsinn zu machen. 😜 Danach beginnt das große Sortieren. Bike Bag. Run Bag. Alles noch einmal kontrollieren. Und noch einmal kontrollieren. Und wahrscheinlich zehn Minuten später noch einmal kontrollieren. Denn obwohl man das schon ein paar Mal gemacht hat, schafft es ein Ironman immer wieder, einen am Tag vorher daran zweifeln zu lassen, ob man wirklich in der Lage ist, Schuhe, Helm und Startnummer in die richtigen Beutel zu packen. 🙈 Am Nachmittag musste das Rad dann bereits in die Wechselzone. Spätestens wenn das Fahrrad dort hängt und die Wechselbeutel abgegeben sind, gibt es eigentlich nichts mehr zu tun. Außer essen. Trinken. Und versuchen zu schlafen.

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The Big Dance

Samstag, 10. Oktober: Race Day​

Der Wecker war eigentlich gar nicht nötig. Um 3:30 Uhr morgens wurden wir von strömendem Regen geweckt. Kona. Das kannte ich bereits aus den Vorjahren. Und ich wusste auch ungefähr, was das bedeutet Der Morgen wird dadurch vielleicht etwas kühler. Dafür steigt später, wenn die Sonne herauskommt, die Luftfeuchtigkeit ins Unangenehme. Mit anderen Worten: Das würde ein harter Tag werden. Die Profis starteten natürlich deutlich vor uns Age Groupern. Und da die Altersgruppen nacheinander ins Wasser geschickt werden und wir etwas älteren Herren traditionell nicht unbedingt als Erste dran sind, hatte ich noch reichlich Zeit. Fast eine Stunde nach den Profis war es dann auch für mich soweit. 7:35 Uhr. Kanonenschuss.

Los.

3,8 Kilometer: Der Pazifik zeigt, wer hier bestimmt​

Die See war an diesem Morgen ziemlich unruhig. Von meinen bisherigen Starts in Kona war es wahrscheinlich das anspruchsvollste Schwimmen. Aber erstaunlicherweise kam ich damit ganz gut zurecht. Ich fand relativ schnell ein paar gute Füße, an denen ich mich orientieren konnte, bekam meinen Rhythmus und hatte zwischendurch sogar genügend Ruhe, um unter mir die Fische anzuschauen.

Das ist dann doch einer dieser Momente, in denen einem wieder bewusst wird, wo man gerade schwimmt.

Ironman World Championship.

Kailua Bay.

Hawaii.

Kann man schlechter in einen Samstag starten. 😜

Wechselzone 1: Und plötzlich machen die Beine zu​

Nach dem Schwimmen holte mich allerdings ein Problem ein, das ich leider schon von einigen anderen Rennen kenne. Meine Oberschenkel begannen massiv zu verkrampfen. Warum das passiert, ist bis heute nicht abschließend geklärt und etwas, dem ich nach Kona definitiv noch einmal nachgehen muss. Für den Moment half mir diese Erkenntnis allerdings relativ wenig. Die Folge war eine Wechselzone1, die ungefähr doppelt so lange dauerte wie geplant. Und als ich schließlich auf dem Fahrrad saß, war das Problem noch nicht vollständig verschwunden. Auf den ersten Kilometern bekam ich kaum die Leistung aufs Pedal, die ich eigentlich fahren wollte. Nicht unbedingt der Start in 180 Kilometer Radfahren, den man sich wünscht. Aber irgendwann wurde es besser. Und spätestens als wir Kona hinter uns gelassen hatten und auf der Queen Kaʻahumanu Highway waren, konnte ich wieder halbwegs normal fahren.

180 Kilometer Backofen​

Dann begann Kona, Kona zu sein. Sonne. Lava. Hitze. Praktisch kein Schatten. Und Wind. Viel Wind. Eine der besonderen Freuden der Radstrecke in Hawaii besteht darin, dass der Wind im Laufe des Tages gerne seine Richtung verändert. Das kann zu der ausgesprochen motivierenden Situation führen, dass man auf dem Weg nach Hawi Gegenwind hat und sich denkt: Immerhin habe ich nach dem Wendepunkt Rückenwind. Dann dreht man in Hawi um. Und hat wieder Gegenwind. 😂 Genau so fühlte es sich diesmal an. 90 Kilometer gegen den Wind hin. Und gefühlt noch einmal 90 Kilometer gegen den Wind zurück. Dazwischen pralle hawaiianische Sonne und kilometerlang praktisch keinerlei Schutz. Irgendwann hat man dann ausreichend Zeit, sich zu fragen, warum man eigentlich sehr viel Geld dafür bezahlt hat, hier sein zu dürfen. Aber auch das gehört zu Kona.

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Noch einen Marathon?​

Als ich wieder in Kona ankam, war ich mir angesichts der Muskelprobleme vom Morgen keineswegs sicher, wie viel Laufen an diesem Tag noch möglich sein würde. 42,2 Kilometer erschienen jedenfalls zunächst nicht unbedingt wie die naheliegendste Freizeitbeschäftigung. Aber bei einem Ironman passieren manchmal merkwürdige Dinge. Also Laufschuhe an. Loslaufen. Und schauen, was passiert. Und irgendwie …… ging es. Nicht schnell. Ganz sicher nicht so schnell, wie ich mir das vor dem Rennen vorgestellt hatte. Aber ich konnte laufen. Kilometer für Kilometer. Ali‘i Drive. Palani. Queen K. Energy Lab. Und wieder zurück. Je länger das Rennen dauerte, desto klarer wurde: Ich werde diesen Marathon tatsächlich durchlaufen. Und ich werde wieder auf den Ali‘i Drive zurückkommen.

Noch einmal Ali‘i Drive​

Wer schon einmal in Kona gestartet ist, weiß vermutlich, warum dieser letzte Kilometer etwas Besonderes ist. Nach einem ganzen Tag im Wasser, auf dem Rad und zu Fuß biegt man irgendwann zurück auf den Ali‘i Drive. Plötzlich stehen wieder überall Menschen. Es wird laut. Man sieht das Ziel. Und in diesem Moment ist ziemlich egal, ob der Tag exakt so gelaufen ist, wie man ihn sich auf irgendeinem Spreadsheet oder in irgendeiner Race Prediction vorher ausgerechnet hatte. Denn man ist wieder hier. Auf der Finish Line des Ironman Hawaii. Und dieses Mal wartete dort noch etwas ganz Besonderes auf mich. Meine Partnerin und mein Sohn hatten beide als Volunteers im Zielbereich gearbeitet. Meine Partnerin konnte mich direkt auf der Finish Line in Empfang nehmen und mir die Medaille umhängen. Und mein Sohn konnte mir anschließend das Finisher-Handtuch umlegen und dafür sorgen, dass sein doch etwas fertiger Vater wieder halbwegs versorgt wurde.

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Das sind Momente, die keine Zielzeit wirklich abbilden kann. Ein verdammt harter Tag. Ganz sicher nicht das Rennen, das ich mir sportlich in allen Details vorgestellt hatte. Aber am Ende stand mein drittes Finish bei der IRONMAN World Championship in Kona. Und vor allem durfte ich dieses Finish mit den beiden Menschen teilen, die den ganzen Tag dort waren und mich unterstützt haben. Das macht aus einem schwierigen Rennen dann doch einen ziemlich perfekten Tag.

The Big Dance.

Geschafft. 🤙

Und was macht man am Morgen nach einem Ironman Hawaii?

Ganz sicher keinen Sport.

Oder?

Nun ja …

Fortsetzung folgt …
 

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ccl

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16.04.2017
171
278
Vielen Dank für‘s Mitnehmen! Auch wenn ich dem Phänomen Ironman eher wenig abgewinnen kann, macht es großen Spaß Deinen toll geschriebenen Ausführungen zu folgen. Und vielen Dank für die spannenden Einblicke in die Gedankenwelt und Perspektive des Athleten. Glückwunsch zum dritten finish und gute Erholung von den Strapazen!

Viele Grüße,
ccl
 
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Erfahrenes Mitglied
01.02.2017
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Alpen

The Big Dance – Ironman Hawaii​


Donnerstag: Auf der Suche nach dem Vulkan​

Für Donnerstag hatten wir uns noch einen letzten größeren Ausflug vorgenommen. Unser Plan war, zunächst zum „End of the World“ zu fahren. Dort gibt es einen bekannten Cliff-Jump von ungefähr 20 Metern Höhe, den wir uns zumindest einmal anschauen wollten. Und wenn man schon dort ist … Nun ja. 😜 Die Entscheidung wurde uns allerdings relativ schnell abgenommen. Die Brandung war an diesem Tag so heftig, dass selbst die Locals davon abrieten zu springen. Wenn Einheimische auf Hawaii sagen, dass man heute besser nicht von einer 20 Meter hohen Klippe ins Meer springen sollte, neige selbst ich dazu, diesen Rat ernst zu nehmen. 😂

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Also Plan B. Wir wollten ohnehin noch zum Kīlauea und machten uns auf den Weg Richtung Hawaiʻi Volcanoes National Park. Dabei zeigte Big Island allerdings wieder einmal, wie unterschiedlich das Wetter auf dieser Insel sein kann. Während wir an der Westküste inzwischen ziemlich zuverlässig Sonne, Hitze und trockene Lava-Landschaft hatten, machte die Ostseite ihrem Ruf alle Ehre. Regen. Nebel. Noch mehr Regen. Vom Vulkan selbst beziehungsweise von den Rauchschwaden sahen wir deshalb immer nur zwischendurch etwas, wenn der Nebel für einen Moment aufriss. Nicht ganz das spektakuläre Vulkanerlebnis, das wir uns vorgestellt hatten. Aber so ist es eben mit der Natur. Man kann viel planen, nur interessieren sich weder der Pazifik noch ein Vulkan sonderlich für unseren Reiseplan. 😜 Zurück in Kona war das Wetter dann natürlich wieder deutlich besser und wir vertrieben uns den Rest des Tages unter anderem im Sea Pool direkt vor unserer Unterkunft.

Anhang anzeigen 353234 Anhang anzeigen 353235 Anhang anzeigen 353236

Und damit war das Sightseeing für diese Woche endgültig beendet. Denn am nächsten Tag musste das Spielzeug vorbereitet werden.

Freitag: Jetzt bloß nichts mehr kaputtmachen​

Der Tag vor einem Ironman folgt bei mir inzwischen einem ziemlich festen Ablauf. Noch einmal eine ganz kurze Aktivierung, um zu schauen, ob der Körper grundsätzlich noch funktioniert. Bike checken. Schaltung checken. Elektronik laden. Reifen kontrollieren. Nutrition vorbereiten. Und vor allem möglichst vermeiden, in den letzten 24 Stunden noch irgendeinen Blödsinn zu machen. 😜 Danach beginnt das große Sortieren. Bike Bag. Run Bag. Alles noch einmal kontrollieren. Und noch einmal kontrollieren. Und wahrscheinlich zehn Minuten später noch einmal kontrollieren. Denn obwohl man das schon ein paar Mal gemacht hat, schafft es ein Ironman immer wieder, einen am Tag vorher daran zweifeln zu lassen, ob man wirklich in der Lage ist, Schuhe, Helm und Startnummer in die richtigen Beutel zu packen. 🙈 Am Nachmittag musste das Rad dann bereits in die Wechselzone. Spätestens wenn das Fahrrad dort hängt und die Wechselbeutel abgegeben sind, gibt es eigentlich nichts mehr zu tun. Außer essen. Trinken. Und versuchen zu schlafen.

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The Big Dance

Samstag, 10. Oktober: Race Day​

Der Wecker war eigentlich gar nicht nötig. Um 3:30 Uhr morgens wurden wir von strömendem Regen geweckt. Kona. Das kannte ich bereits aus den Vorjahren. Und ich wusste auch ungefähr, was das bedeutet Der Morgen wird dadurch vielleicht etwas kühler. Dafür steigt später, wenn die Sonne herauskommt, die Luftfeuchtigkeit ins Unangenehme. Mit anderen Worten: Das würde ein harter Tag werden. Die Profis starteten natürlich deutlich vor uns Age Groupern. Und da die Altersgruppen nacheinander ins Wasser geschickt werden und wir etwas älteren Herren traditionell nicht unbedingt als Erste dran sind, hatte ich noch reichlich Zeit. Fast eine Stunde nach den Profis war es dann auch für mich soweit. 7:35 Uhr. Kanonenschuss.

Los.

3,8 Kilometer: Der Pazifik zeigt, wer hier bestimmt​

Die See war an diesem Morgen ziemlich unruhig. Von meinen bisherigen Starts in Kona war es wahrscheinlich das anspruchsvollste Schwimmen. Aber erstaunlicherweise kam ich damit ganz gut zurecht. Ich fand relativ schnell ein paar gute Füße, an denen ich mich orientieren konnte, bekam meinen Rhythmus und hatte zwischendurch sogar genügend Ruhe, um unter mir die Fische anzuschauen.

Das ist dann doch einer dieser Momente, in denen einem wieder bewusst wird, wo man gerade schwimmt.

Ironman World Championship.

Kailua Bay.

Hawaii.

Kann man schlechter in einen Samstag starten. 😜

Wechselzone 1: Und plötzlich machen die Beine zu​

Nach dem Schwimmen holte mich allerdings ein Problem ein, das ich leider schon von einigen anderen Rennen kenne. Meine Oberschenkel begannen massiv zu verkrampfen. Warum das passiert, ist bis heute nicht abschließend geklärt und etwas, dem ich nach Kona definitiv noch einmal nachgehen muss. Für den Moment half mir diese Erkenntnis allerdings relativ wenig. Die Folge war eine Wechselzone1, die ungefähr doppelt so lange dauerte wie geplant. Und als ich schließlich auf dem Fahrrad saß, war das Problem noch nicht vollständig verschwunden. Auf den ersten Kilometern bekam ich kaum die Leistung aufs Pedal, die ich eigentlich fahren wollte. Nicht unbedingt der Start in 180 Kilometer Radfahren, den man sich wünscht. Aber irgendwann wurde es besser. Und spätestens als wir Kona hinter uns gelassen hatten und auf der Queen Kaʻahumanu Highway waren, konnte ich wieder halbwegs normal fahren.

180 Kilometer Backofen​

Dann begann Kona, Kona zu sein. Sonne. Lava. Hitze. Praktisch kein Schatten. Und Wind. Viel Wind. Eine der besonderen Freuden der Radstrecke in Hawaii besteht darin, dass der Wind im Laufe des Tages gerne seine Richtung verändert. Das kann zu der ausgesprochen motivierenden Situation führen, dass man auf dem Weg nach Hawi Gegenwind hat und sich denkt: Immerhin habe ich nach dem Wendepunkt Rückenwind. Dann dreht man in Hawi um. Und hat wieder Gegenwind. 😂 Genau so fühlte es sich diesmal an. 90 Kilometer gegen den Wind hin. Und gefühlt noch einmal 90 Kilometer gegen den Wind zurück. Dazwischen pralle hawaiianische Sonne und kilometerlang praktisch keinerlei Schutz. Irgendwann hat man dann ausreichend Zeit, sich zu fragen, warum man eigentlich sehr viel Geld dafür bezahlt hat, hier sein zu dürfen. Aber auch das gehört zu Kona.

Anhang anzeigen 353241

Noch einen Marathon?​

Als ich wieder in Kona ankam, war ich mir angesichts der Muskelprobleme vom Morgen keineswegs sicher, wie viel Laufen an diesem Tag noch möglich sein würde. 42,2 Kilometer erschienen jedenfalls zunächst nicht unbedingt wie die naheliegendste Freizeitbeschäftigung. Aber bei einem Ironman passieren manchmal merkwürdige Dinge. Also Laufschuhe an. Loslaufen. Und schauen, was passiert. Und irgendwie …… ging es. Nicht schnell. Ganz sicher nicht so schnell, wie ich mir das vor dem Rennen vorgestellt hatte. Aber ich konnte laufen. Kilometer für Kilometer. Ali‘i Drive. Palani. Queen K. Energy Lab. Und wieder zurück. Je länger das Rennen dauerte, desto klarer wurde: Ich werde diesen Marathon tatsächlich durchlaufen. Und ich werde wieder auf den Ali‘i Drive zurückkommen.

Noch einmal Ali‘i Drive​

Wer schon einmal in Kona gestartet ist, weiß vermutlich, warum dieser letzte Kilometer etwas Besonderes ist. Nach einem ganzen Tag im Wasser, auf dem Rad und zu Fuß biegt man irgendwann zurück auf den Ali‘i Drive. Plötzlich stehen wieder überall Menschen. Es wird laut. Man sieht das Ziel. Und in diesem Moment ist ziemlich egal, ob der Tag exakt so gelaufen ist, wie man ihn sich auf irgendeinem Spreadsheet oder in irgendeiner Race Prediction vorher ausgerechnet hatte. Denn man ist wieder hier. Auf der Finish Line des Ironman Hawaii. Und dieses Mal wartete dort noch etwas ganz Besonderes auf mich. Meine Partnerin und mein Sohn hatten beide als Volunteers im Zielbereich gearbeitet. Meine Partnerin konnte mich direkt auf der Finish Line in Empfang nehmen und mir die Medaille umhängen. Und mein Sohn konnte mir anschließend das Finisher-Handtuch umlegen und dafür sorgen, dass sein doch etwas fertiger Vater wieder halbwegs versorgt wurde.

Anhang anzeigen 353242 Anhang anzeigen 353243 Anhang anzeigen 353244

Das sind Momente, die keine Zielzeit wirklich abbilden kann. Ein verdammt harter Tag. Ganz sicher nicht das Rennen, das ich mir sportlich in allen Details vorgestellt hatte. Aber am Ende stand mein drittes Finish bei der IRONMAN World Championship in Kona. Und vor allem durfte ich dieses Finish mit den beiden Menschen teilen, die den ganzen Tag dort waren und mich unterstützt haben. Das macht aus einem schwierigen Rennen dann doch einen ziemlich perfekten Tag.

The Big Dance.

Geschafft. 🤙

Und was macht man am Morgen nach einem Ironman Hawaii?

Ganz sicher keinen Sport.

Oder?

Nun ja …

Fortsetzung folgt …
Gratulation tolle Leistung. Bei all dem sportlichem darf man nicht vergessen, dass der Bewerb
nicht vor der Haustüre stattfand sondern von uns aus am anderen Ende der Welt. Das mach die Leistung noch beachtlicher
 
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Wolke7

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30.08.2010
3.395
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Grossartig! 👍👏👍 Das sind die Momente, die man als Sportler so sehr liebt: Bis an die Leistungsgrenze und etwas darueber hinaus gegangen zu sein.
Herzlichen Glueckwunsch.
 
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Fee44

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22.04.2022
2.539
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Glückwunsch! Auch, wenn ich Triathlon eigentlich gaga finde. Warum tut man sich das an??? :LOL:

Patrick Lange musste ja aufgeben, habe ich Montag im Morgenfernsehen mitbekommen ...
 
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cockpitvisit

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04.12.2009
5.709
4.318
FRA
Glückwunsch, und vielen Dank fürs Mitnehmen! Ich finde es erstaunlich, dass Ironman-Teilnehmer so "normal" leben und essen. Ich hätte da eher eine durchgehende Ernährung mit Spezial-Lebensmitteln erwartet, wie bei Astronauten auf dem Mond, genau dosiert und mit genau berechneten Nährwerten, um an dem Tag wirklich alles aus dem Körper rauszuholen... Aber Dein Beitrag liest sich so als ob ein Ironman-Rennen einfach ein Spaziergang ist :D

Wieviel isst man während des eigentlichen Rennens?

Gibt's rund um den Ironman irgendwas VIP-mäßiges für die Teilnehmer, etwa eine Lounge, Empfang etc.? Ist ja ein ziemlich exklusiver Club :) Oder kriegt man lediglich einen speziellen Rucksack, den man nicht kaufen kann?
 
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Alex6

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03.01.2016
727
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Herzlichen Glückwunsch. Die Leistung / Zeit ist ja gar nicht so schlecht, trotz der Probleme.
Gutes Mittelfeld, oder? Und trotzdem ist es schon dunkel… da sieht man wie „kurz“ die Tage in den Breitengraden sind.
 

Andycisa

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05.02.2026
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Glückwunsch!
Aber nicht dass ich dich demnächst als MAMIL an Bord oder den FC Lounges sehe 😂
bin im er in ON gekleidet, Familien-Ehrensache ;-)
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Glückwunsch! Auch, wenn ich Triathlon eigentlich gaga finde. Warum tut man sich das an??? :LOL:

Patrick Lange musste ja aufgeben, habe ich Montag im Morgenfernsehen mitbekommen ...
das frage ich mich beim Rennen selber auch immer... nur um mich dann Tage später wieder anzumelden.... nächstes Jahr geht es im Februar/März nach Neuseeland und wenn es die Lage zulässt im Dezember dann in den Oman.. will keep you posted :)
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Super gemacht, ganz großen Respekt!!! Kann man da am nächsten Tag überhaupt noch aufstehen, geschweige denn Laufen/Krabbeln??
Danke für den tollen Bericht.
ja geht eigentlich schon wieder erstaunlich gut... wobei man hier in den Tagen danach alles sieht ;-)
 

Andycisa

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05.02.2026
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Glückwunsch, und vielen Dank fürs Mitnehmen! Ich finde es erstaunlich, dass Ironman-Teilnehmer so "normal" leben und essen. Ich hätte da eher eine durchgehende Ernährung mit Spezial-Lebensmitteln erwartet, wie bei Astronauten auf dem Mond, genau dosiert und mit genau berechneten Nährwerten, um an dem Tag wirklich alles aus dem Körper rauszuholen... Aber Dein Beitrag liest sich so als ob ein Ironman-Rennen einfach ein Spaziergang ist :D

Wieviel isst man während des eigentlichen Rennens?

Gibt's rund um den Ironman irgendwas VIP-mäßiges für die Teilnehmer, etwa eine Lounge, Empfang etc.? Ist ja ein ziemlich exklusiver Club :) Oder kriegt man lediglich einen speziellen Rucksack, den man nicht kaufen kann?
Also ich brauche in den 10-11h Wettkamp ca 4000 Kalorien oder knapp 100g Kohlenhydrate pro Stunde... wobei man die ersten 1.5 beim Schwimmen ja nichts zu sich nehmen kann, dann nachher auf dem Bike etwas mehr, beim Laufen etwas weniger da der Magen dann nicht mehr so will... .aber die Tage danach läuft man sauber auf "Nachbrenner", da werden dann die Speicher so richtig aufgefüllt :)

Und ja, es gibt einige Events etc für die Teilnehmer, aber bei 2600 aus der ganzen Welt ist es nur limitiert "exklusiv" :)
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Herzlichen Glückwunsch. Die Leistung / Zeit ist ja gar nicht so schlecht, trotz der Probleme.
Gutes Mittelfeld, oder? Und trotzdem ist es schon dunkel… da sieht man wie „kurz“ die Tage in den Breitengraden sind.
ja, hat für 101 Platz aus ca 250 in meiner Altersgruppe gereicht, solides Mittelfeld, aber mehr ist für mich als Familienvater, Fulltime Job, Coach, etc. nicht drin.... an der Spitze tummeln sich of ehemalige Profisportler (Laurent Jalabert, Vinokurow, Norman Stadler, etc.) oder quasi Profis.... für mich ist jeweils teilnehmen alles.. Und leider hatte ich bis jetzt immer as Pech eher spät starten zu dürfen, dann ist es mit einem "Daylight-Finish" fast unmöglich da um Punk 18:00 die Sonne untergeht...
 

deecee

Erfahrenes Mitglied
11.12.2018
3.182
4.406
HAM, LBC
Also ich brauche in den 10-11h Wettkamp ca 4000 Kalorien (...)
Verbrauch, Nahrungsaufnahme während des Wettkampfs oder Defizit? Als Verbrauch erscheinen mir die 4k etwas niedrig – wobei ich natürlich zugeben muss, noch keinen Ironman aktiv bestritten zu haben. Verschiedene Quellen im Internet sprechen von bis zu 11k pro Wettbewerb (unter "Aspekte zum Energiehaushalt")...
 

dplane

Erfahrenes Mitglied
04.01.2017
2.197
2.213
Da man sich die 11k in den 11 Stunden nicht reindrücken kann, werden die 4k wohl die Verpflegung unterwegs sein…

Glückwunsch zu dieser konstanten Leistung über die Jahre. Wie lange betreibst du den Sport abseits der Kona-Teilnahmen bzw. wie lang hast du gebraucht um auf dieses Niveau zu kommen?
 
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Alex6

Erfahrenes Mitglied
03.01.2016
727
169
Bei der Übertragung im ZDF hatten sie es mit einem Experten zum Thema Nahrungsaufnahme.
4:06 Stunden und ein paar Minuten vorher hatte Anne Haug von sich selbst berichtet.

 
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Andycisa

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05.02.2026
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Sorry, dass ich mich jetzt erst melde, die letzten Tage auf Hawaii und die Rückreise waren etwas voll. 😜

Und erst einmal danke für die Glückwünsche!

Triathlon mache ich inzwischen seit über 20 Jahren, Ausdauersport eigentlich noch länger. In der Zeit sind auch über 30 Marathons/Ultras und inzwischen mehr als zehn Ironman zusammengekommen. Kona ist also eher das Ergebnis sehr vieler Jahre als irgendeiner besonders schnellen Entwicklung. 😉 Aber ich habe natuerlich auch einen Super Coach (mich! Aber im Ernst, ich habe die offizielle Triathlon Coach Ausbildung hinter mir und coache ca 10-15 Athleten, inklusive meiner selbst...)

Und zu den 4.000 kcal: Damit meinte ich die Energieaufnahme während des Rennens, nicht meinen Gesamt-Verbrauch. Der Gesamtverbrauch liegt natürlich erheblich höher. Das Energiedefizit lässt sich während eines Ironman nicht annähernd vollständig ausgleichen. Ziel ist deshalb, über die 10–11 Stunden so viel Kohlenhydrate zuzuführen, wie der Körper unter Belastung noch sinnvoll aufnehmen und verarbeiten kann. Bei mir waren dafür auf dem Rad bis etwa 100 g Kohlenhydrate pro Stunde und beim Laufen etwa 80 g/h geplant.
 

Andycisa

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05.02.2026
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Die letzten Tage – Mantas, Volunteers und die Heimreise​

Und dann gingen die letzten Tage auf Hawaii doch irgendwie viel zu schnell vorbei.

Nach dem Ironman wollte ich die verbleibende Zeit vor allem noch meiner Familie widmen. Meine Partnerin und mein Sohn hatten in den Tagen vor dem Rennen schließlich ziemlich viel Rücksicht auf mich, meinen Trainingsplan und die ganzen kleinen und größeren Ironman-Rituale genommen und mich am Renntag perfekt unterstützt. Jetzt durfte also auch einmal Urlaub gemacht werden. Zumindest fast. 😜

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Ein letztes großes Hawaii-Highlight​

Eines der Highlights hatten wir uns bewusst für die Zeit nach dem Rennen aufgehoben: Schnorcheln mit Manta-Rochen. Big Island ist zu viel ich weiss einer der wenigen Orte, an denen man ziemlich zuverlässig die Möglichkeit hat, diesen Tieren nachts im Wasser so nahe zu kommen. Das Prinzip ist relativ einfach. Im Wasser werden starke Lichtquellen eingesetzt, die Plankton anziehen. Und wo Plankton ist, kommen irgendwann die Mantas. Natürlich ist das Ganze inzwischen ziemlich touristisch. Man hängt dort nicht alleine mitten im dunklen Pazifik an einer Lampe und wartet romantisch auf einen einzelnen Manta. 😜Aber beeindruckend ist es trotzdem. Vor allem dann, wenn man im Wasser liegt und plötzlich so ein drei oder vier Meter großes Tier direkt auf einen zukommt, kurz vor der eigenen Nase abdreht und nur wenige Zentimeter entfernt vorbeigleitet. Das kann man auf Bildern eigentlich nur schwer wiedergeben. Wir hatten das im vergangenen Jahr bereits mit meiner Tochter gemacht und dieses Jahr wollte ich das Erlebnis unbedingt noch einmal mit meinem Sohn teilen. Hat sich definitiv gelohnt.

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Und was sagen eigentlich die Profis?​

Ein weiterer fester Bestandteil der Tage nach dem Ironman sind für mich inzwischen die verschiedenen After-Race-Events. Dort gibt es Interviews mit den Siegern und anderen Profis, ein paar Goodies, etwas zu essen und zu trinken und vor allem die Möglichkeit, noch einmal in entspannter Atmosphäre über das Rennen zu sprechen. Und dieses Jahr war eine Aussage ziemlich eindeutig. Viele der Profis, mit denen wir gesprochen haben beziehungsweise deren Interviews wir gehört haben, bezeichneten die Bedingungen als außergewöhnlich hart. Auch bei den Profis gab es entsprechend viele Ausfälle. Das relativiert natürlich im Nachhinein auch die eigene Wahrnehmung etwas. Wenn man während des Rennens auf der Queen K sitzt und sich fragt, warum sich das Ganze heute eigentlich so verdammt schwer anfühlt, weiß man schließlich nicht, wie es den anderen gerade geht. Mit etwas Abstand war ich deshalb mit meinem eigenen Rennen und meiner Zeit sogar noch eine Ecke zufriedener als unmittelbar nach dem Zieleinlauf. Offenbar war es nicht nur ich. 😜

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Montagabend: Party für die Volunteers​

Am Montagabend stand dann noch eine Veranstaltung auf dem Programm, bei der diesmal ausnahmsweise nicht die Athleten im Mittelpunkt standen. Die große Volunteer-Party. Und da hatten wir uns dieses Jahr gleich als ganze Familie qualifiziert. Mein Sohn und ich hatten beim Keiki Dip & Dash die Water Safety unterstützt und meine Partnerin war am Ironman-Renntag als Finish Line Catcher im Einsatz. Bei der Party gab es Essen, Unterhaltung und vor allem jede Menge Verlosungen. Unter anderem wurde ein riesiger Fernseher verlost. Normalerweise würde ich mich natürlich freuen, wenn mein Sohn etwas gewinnt. In diesem speziellen Fall saß ich allerdings da und dachte nur: Bitte nicht den Fernseher. Bitte nicht den Fernseher. 😂 Denn langsam musste ich mir ohnehin Gedanken darüber machen, wie wir unseren inzwischen deutlich angewachsenen Hausstand überhaupt wieder nach Zürich bekommen sollten. Zum Glück gewann er ihn nicht. Problem gelöst. Dachte ich.

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Fünf Koffer, zwei Fahrräder und ein kleines Ticketproblem​

Am Dienstagabend hieß es dann endgültig Abschied nehmen. Und aus dem Gepäck, mit dem wir nach Hawaii gekommen waren, waren inzwischen neben den beiden Bike Cases fünf Koffer geworden. Fragt bitte nicht. 🙈 Eigentlich war der Plan trotzdem relativ einfach. Kona einchecken. Gepäck bis Zürich durchchecken. In San Francisco einen entspannten Tag verbringen. Meinem Sohn noch ein bisschen San Francisco und die Golden Gate Bridge zeigen. Abends in den Flieger steigen. Eigentlich. Am United-Schalter in Kona erfuhren wir dann, dass unser Gepäck nur bis San Francisco eingecheckt werden könne. Angeblich gab es ein technisches Problem beziehungsweise einen Unterbruch in unserem Ticket, durch den das Durchchecken bis Zürich nicht möglich war. Die Mitarbeiterin am Check-in war wirklich sehr nett und versuchte alles Mögliche. Wir telefonierten mit der Hotline. Es wurde versucht, irgendetwas am Ticket zu ändern. Es wurde noch einmal probiert. Und noch einmal. Ergebnis: SFO. Mehr wollte das System nicht. Also bekamen alle fünf Koffer und beide Fahrräder Gepäckanhänger nach San Francisco. Damit war unser Sightseeing-Plan für den nächsten Tag mehr oder weniger erledigt.

Willkommen zurück in San Francisco​

Nach dem Nachtflug kamen wir morgens in SFO an. Und dann begann das große Gepäckspiel. Fünf Koffer. Zwei Bike Cases. Drei Personen. Alles vom Domestic Terminal einsammeln und irgendwie Richtung International Terminal bewegen. Dort standen wir dann allerdings vor dem nächsten kleinen Problem. Unser SWISS-Flug nach Zürich ging erst am Abend und der Lufthansa-Group-Check-in öffnete erst einige Stunden später. Damit hatten wir nun ziemlich genau das, was man bei einem langen Stopover eigentlich nicht haben möchte: Viel Zeit. Und sehr viel Gepäck. 😂 Also verbrachten wir erst einmal rund dreieinhalb Stunden am Flughafen und warteten darauf, dass wir unseren kleinen Umzug endlich wieder loswerden konnten. Irgendwann öffnete dann endlich der Check-in. Gepäck weg. Fahrräder weg. Freiheit!

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San Francisco im Schnelldurchlauf​

Unser ursprünglicher Zeitplan für San Francisco war damit natürlich ziemlich durcheinandergeraten. Aber ganz aufgeben wollten wir dann doch nicht. Also raus aus dem Flughafen und zumindest noch ein bisschen San Francisco mitnehmen. Und tatsächlich schafften wir es mit reichlich Verspätung doch noch zur Golden Gate Bridge. Danach ging es noch weiter zum Pier 39. Wenn man schon einmal mit seinem 16-jährigen Sohn in San Francisco ist, kann man schließlich schlecht sagen: „Sorry, wir haben jetzt sieben Stunden lang Koffer am Flughafen bewacht, jetzt gehen wir wieder zurück.“ 😜 Also noch ein bisschen Waterfront, Pier 39 und natürlich eine Runde mit dem Riesenrad. Sicher nicht das ausführliche San-Francisco-Sightseeing, das wir ursprünglich geplant hatten. Aber besser als nichts.Und nach dem ganzen Theater am Flughafen fühlte es sich ziemlich gut an, wenigstens noch ein paar Stunden tatsächlich in der Stadt verbracht zu haben.

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Wo ist eigentlich die First Class Lounge?​

Zurück am Flughafen hatte ich irgendwie in Erinnerung, dass uns in San Francisco eine First Class Lounge erwarten würde Tat sie nicht. Offensichtlich hatte ich das falsch abgespeichert. Also landeten wir wieder im ganz normalen United Club. Und fairerweise muss ich sagen: So schlecht war das gar nicht. Für eine Lounge, die auch mit einem normalen Business-Class-Ticket zugänglich ist, fand ich den Service durchaus ordentlich. Und nach einer Nacht im Flugzeug, mehreren Stunden Gepäck-Tetris und unserem San-Francisco-Schnelldurchlauf gab es ohnehin eine Sache, die für mich wesentlich wichtiger war als Champagner, À-la-carte-Menü oder irgendwelche HON-Sonderbehandlungen: Eine Dusche. Und die gab es. Damit war ich eigentlich schon zufrieden.

Ende gut, alles gut​

Ein kleines Fragezeichen war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch offen. Wer sich an den Anfang dieses Reiseberichts erinnert: Mein Sohn hatte sein Upgrade auf dem Rückflug bereits lange vor der Reise bestätigt bekommen. Meine Partnerin und ich dagegen nicht. HON und SEN warteten also weiterhin, während der FTL bereits vorne saß. 😜 Ein paar Stunden vor Abflug kam dann aber doch noch die erlösende Nachricht: Auch unsere Upgrades waren durch. Damit konnten wir tatsächlich alle drei gemeinsam in Business nach Zürich zurückfliegen. Angesichts einer gerammelt vollen Maschine war das sicher nicht selbstverständlich. Und spätestens da konnte man dann wirklich sagen: Ende gut, alles gut. Golden Gate Bridge doch noch gesehen. Pier 39 und Riesenrad geschafft. Das gesamte Gepäck wieder losgeworden. Und am Ende alle drei gemeinsam in Business zurück nach Zürich. Da hätte der letzte Tag definitiv schlechter laufen können. 😜

Manchmal hilft der Ironman mehr als der HON​

An Bord gab es dann noch eine nette Wendung. Unser Purser hatte offenbar selbst bereits den Ironman Switzerland in Thun absolviert. Damit war das Gesprächsthema relativ schnell gefunden. Wir unterhielten uns länger über Hawaii, Ironman und Triathlon und ich hatte während des Fluges das Gefühl, einen wirklich ausgesprochen aufmerksamen Service inkl. doppeltem Frühstück "um die Speicher aufzufüllen" zu bekommen. Ob das jetzt am HON auf der Passagierliste lag? Ich glaube eher nicht. 😜 Manchmal bringt einen ein gemeinsames Hobby eben weiter als irgendeine Statuskarte. So spielt das Leben.

Als HON zum Ironman Hawaii – das war’s​

Und damit endet diese Reise. War der HON-Status auf dieser Reise hilfreich? Definitiv. Hat deswegen alles perfekt funktioniert?

Definitiv nicht. 😜

Aber genau das macht solche Reisen am Ende vielleicht auch interessanter.

Und wenn ich aus den vergangenen zwei Wochen einen Moment auswählen müsste, wäre es ohnehin keiner in einer Lounge, kein Upgrade und auch keine Fahrt im Riesenrad.

Es wäre der Moment auf dem Ali‘i Drive, als ich nach einem verdammt harten Tag ins Ziel gelaufen bin, meine Partnerin mir dort die Medaille umhängen konnte und mein Sohn wenige Meter später mit dem Finisher-Handtuch auf mich gewartet hat.

Dafür macht man den ganzen Wahnsinn schließlich.

Vielen Dank fürs Mitreisen, Mitlesen und für die vielen netten Kommentare hier im Thread.

Ich hoffe, der kleine Ausflug „Als HON zum Ironman Hawaii“ hat euch ein bisschen Spaß gemacht.

Mahalo und Aloha! 🤙

Andreas

P.S: Im Februar geht es zum Ironman New Zealand und 6 Wochen mit dem Camper über beide Inseln... bei Bedarf nehme ich Euch gerne wieder mit!
 

SleepOverGreenland

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09.03.2009
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Wo ist eigentlich die First Class Lounge?
Zurück am Flughafen hatte ich irgendwie in Erinnerung, dass uns in San Francisco eine First Class Lounge erwarten würde Tat sie nicht. Offensichtlich hatte ich das falsch abgespeichert. Also landeten wir wieder im ganz normalen United Club. Und fairerweise muss ich sagen: So schlecht war das gar nicht. Für eine Lounge, die auch mit einem normalen Business-Class-Ticket zugänglich ist, fand ich den Service durchaus ordentlich. Und nach einer Nacht im Flugzeug, mehreren Stunden Gepäck-Tetris und unserem San-Francisco-Schnelldurchlauf gab es ohnehin eine Sache, die für mich wesentlich wichtiger war als Champagner, À-la-carte-Menü oder irgendwelche HON-Sonderbehandlungen: Eine Dusche. Und die gab es. Damit war ich eigentlich schon zufrieden.
First Cass Lounge gibt es schon länger nicht mehr in San Francisco. Mit euren Business Class Tickets hättet ihr aber in die United Polaris Lounge gehen können, direkt hinter der Security (Intl. Terminal G) nach rechts abbiegen. Diese ist wesentlich besser als der United Club.
 
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