Auf schmalem Grat: Interview mit C. Spohr

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ngronau

Erfahrenes Mitglied
04.11.2011
2.439
2.706
BER
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Wieso tun einige hier so, als sei Spohr der Gute und nur die Lufthansa verhielte sich nicht so wie er es gerne hätte? ER ist der CEO, er legt die Regeln für die (schlechte) Qualität fest, er sorgt für einen nicht abreißenden Strom an Verschlechterungen. Er ist der Hauptverantwortliche.

90% des Forums hier drehen sich ja nicht um tolle neue Leistungen der LH zum LCC-Tarif, sondern darum, dass versprochene und verkaufte Nebenleistungen kassiert werden (vermutlich auf vielfachen Kundenwunsch) und dass Nachahmen und Nachziehen keine sinnvolle Strategie sind.

Er hat über weite Bereiche seines Produktes keine Qualitätsführerschaft mehr. Leider hat er das noch nicht begriffen. Und er ist es auch, der durch 1000 ungelöste Baustellen den Wert des ihm anvertrauten Unternehmens immer weiter in den Keller fährt. Was hat es ein CEO gut, der so einen genügsamen AR hat!
 
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pimpcoltd

Erfahrenes Mitglied
03.07.2009
3.316
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Wenn der AR alle Flüge bei LH mit Buchungsgarantie für 1A für umme bekommt, sehen die halt nicht, wo ihr Unternehmen im Branchenvergleich steht.
 
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GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.190
536
Die Lufthansa ist Qualitätsführer weltweit

Ist das jetzt eine politische Aussage gepaart mit einer Absichtserklärung, wohl wissend, daß dem nicht so ist, oder lebt er einfach nur auf einem anderen Planeten? :confused:
 

flyglobal

Erfahrenes Mitglied
25.12.2009
5.624
527
Irgendwie ist der Interviewer auch mehr Stichwortgeber als Interviewer.

Könnte ja auch sein, dass das Interview eher schriftlicher oder telefonischer Natur war.
Aber egal ob persönlich oder online, üblicherweise werden solche Fragen auch abgesprochen.

Die einseitige Position die der Interviewer aber zu den Piloten stellt macht das ganze aber etwas verdächtig und klingt in dem Fall aber auch etwas geskriptet (von LH?).

Aber egal wie die persönliche Einstellung des Interviewers war: Die Themenkomplexe so komplett abzuhandeln war dann insgesamt trotzdem gut.

Nur wie gesagt: Anspruch und Wirklichkeit - da wird in der Praxis leider anders gehandelt als gesprochen.

Flyglobal
 
F

feb

Guest
Das hier verbreitete Lob für das Interview verstehe ich nicht.

Ich verstehe es nicht vor dem Hintergrund der in anderen Threads weit verbreiteteten Kritik an LH und und anderen Konzernmarken - denn jeder dieser (oft, aber nicht immer) berechtigten Kritikpunkte müsste dem CEO jeweils eine (in Schulnoten) bestenfalls 4-, öfters auch eine 5 oder 6 einbringen. Jetzt soll ein gut eingefädeltes und offenbar wochenlang feingetextetes Interview, das noch nicht einmal die aktuellen Entwicklungen streift (>AB), dem CEO eine 2+ einbringen? Wie gesagt, das verstehe, wer will - ich nicht.

Ich hatte große Hoffnungen in Spohr gesetzt, die allesamt enttäuscht wurden. In Erinnerung bleibt er mir als CEO, der die eigenen Einkünfte deutlich erhöht hat, während er seinen Mitarbeitern an deren Geldbeutel ging und den Kampf auf dem Rücken der Kunden austrug - und damit Zeit und Geld aus dem Fenster geworfen hat, das er besser zur Produktverbesserung hätte nutzen müssen.

Für mich besteht die Marke LH (und deren Töchter) aus exzellenten Piloten, einem sehr engagierten Kabinenpersonal, einem auf der Langstrecke guten Produkt..... und einer leider mediokren Unternehmensführung.
 

airhansa123

Erfahrenes Mitglied
03.11.2012
4.144
14
Für mich besteht die Marke LH (und deren Töchter) aus exzellenten Piloten, einem sehr engagierten Kabinenpersonal, einem auf der Langstrecke guten Produkt.....

Nach zweimaligen Lesen des Beitrages frage ich mich, ob dies eine ernstgemeinte Aussage oder Ironie sein soll.
 

concordeuser

Erfahrenes Mitglied
01.11.2011
5.755
1.834
Hamburg
Ich hatte große Hoffnungen in Spohr gesetzt, die allesamt enttäuscht wurden. In Erinnerung bleibt er mir als CEO, der die eigenen Einkünfte deutlich erhöht hat, während er seinen Mitarbeitern an deren Geldbeutel ging und den Kampf auf dem Rücken der Kunden austrug - und damit Zeit und Geld aus dem Fenster geworfen hat, das er besser zur Produktverbesserung hätte nutzen müssen.

Die Hoffnungen aus der CEO Übernahme von Spohr lassen sich für mich aus der schlechten Unternehmensführung seines Vorgängers (der Dr.) erklären, nicht aus der Reputation und der Vita von Spohr selbst

PS ein schönes Wochenende für dich
 
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Anne

Erfahrenes Mitglied
20.06.2010
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Spohr ist ein echtes Rechengenie: Im Interview kommentiert er den Börsenwert von LH (genannt werden 5,2 Mrd. EUR, das ist auch der Wert per heute) und sagt dann im späteren Verlauf, das LH pro Jahr 2,5 Mrd. EUR in neue Flugzeuge investiert; dies seien mehr als ein Drittel des Börsenwertes. Zwar nicht falsch, aber in Wirklichkeit sind es ja wohl ziemlich genau 50% des Börsenwertes. Da hat wohl jemand den jüngsten Kursrutsch der letzten Monate noch nicht wahrgenommen.
Das glaube ich nicht, die Marktkapitalisierung ist seit 2 Monaten in etwa gleich geblieben.

Vermutlich "weiß" Spohr aber, daß die LH-Aktie demnächst auf 15 € steigt...;)
 
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SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
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FRA/QKL
In Erinnerung bleibt er mir als CEO, der die eigenen Einkünfte deutlich erhöht hat,
Das ist falsch dargestellt. Er kann sich seine Vergütung gar nicht erhöhen, da das Sache des Aufsichtsrats ist. Der Aufsichtsrat hat damals darauf reagiert, dass hohe Boni (flexible Vergütung) in der Bevölkerung und in den Medien extrem angeprangert wurden und auch die Bundesregierung zu einer Umstellung auf höheren Fix Anteil und geringeren Flex Anteil gedrängt hat.
während er seinen Mitarbeitern an deren Geldbeutel ging
Hier geht es um Pensionszusagen, die bereits zum Grab vieler Mittelständler wurden. Jedes Unternehmen muss hier reagieren und Dinge verändern, will es nicht in eine Abwärtsspirale kommen. Pensionszusagen sind aus Unternehmerischer Sicht Teufelszeug aus ferner Vergangenheit. Jeder tut mir leid, der sich heute damit rumschlagen muss.
 

peter42

Moderator
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09.03.2009
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1.306
Könnte ja auch sein, dass das Interview eher schriftlicher oder telefonischer Natur war.
Aber egal ob persönlich oder online, üblicherweise werden solche Fragen auch abgesprochen.

Die einseitige Position die der Interviewer aber zu den Piloten stellt macht das ganze aber etwas verdächtig und klingt in dem Fall aber auch etwas geskriptet (von LH?).

Aber egal wie die persönliche Einstellung des Interviewers war: Die Themenkomplexe so komplett abzuhandeln war dann insgesamt trotzdem gut.

Nur wie gesagt: Anspruch und Wirklichkeit - da wird in der Praxis leider anders gehandelt als gesprochen.

Flyglobal

Es wurden zwar viele Themen angesprochen, aber nichts kritisch hinterfragt!
 

rotanes

Erfahrenes Mitglied
01.06.2010
7.016
6
HAM
Es wurden zwar viele Themen angesprochen, aber nichts kritisch hinterfragt!

Die Zeitschrift Bilanz (CH) ist kein Fachmagazin für Vielflieger und auch nicht für Reisebüro-Angestellte.

Leser sind in erster Linie wohlhabende Schweizer und eventuell noch Analysten.
Der Stil der Zeitschrift ist, ganz unabhängig von spezifischen Thema, ein "gefälliger" Ton - eben typisch schweizerisch und halt anders als Wirtschaftswoche oder Spiegel.

Und mein inhaltlicher Kommentar:
Mit der Qualität des LH-Produktes bin ich im großen und ganzen sehr zufrieden.

Ausnahme ist "Wings", aber hier sehe ich die "Schuld" auch nicht beim LH-Management, sondern bei uns Kunden. Wenn wir (in der großen Mehrheit) nur noch 59€ für einen Flug bezahlen, kann kein besseres Produkt dafür geliefert werden.
 
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longhaulgiant

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22.02.2015
10.881
10.848
Ausnahme ist "Wings", aber hier sehe ich die "Schuld" auch nicht beim LH-Management, sondern bei uns Kunden. Wenn wir (in der großen Mehrheit) nur noch 59€ für einen Flug bezahlen, kann kein besseres Produkt dafür geliefert werden.

Sehe ich auch so. Das schlimme ist halt nur, dass selbst wenn man mehr bezahlen wollte, man oftmals dennoch nur Wings bekommt...
 

Anonyma

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16.05.2011
16.839
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BRU
Sehe ich auch so. Das schlimme ist halt nur, dass selbst wenn man mehr bezahlen wollte, man oftmals dennoch nur Wings bekommt...

Genau darin liegt für mich das Hauptproblem. Den Grundgedanken, dass die LH-Gruppe mit Wings den Billigfliegern was entgegensetzen will, finde ich nicht mal so verkehrt. Wenn es dafür einen Markt gibt – warum nicht.

Was mich stört ist vielmehr, dass die Wings innereuropäisch die "Premium Airlines" der LH-Gruppe zunehmend verdrängen. Und es dort früher oder später auf vielen Strecken wahrscheinlich kein besseres Angebot mehr geben wird.
 

Huey

Erfahrenes Mitglied
06.04.2009
4.484
0
Kann mir jemand sagen warum ich das Interview lesen sollte?

Ein Unternehmen was seine Kunden belügt, und bei dem sich die Mitarbeiter hinter vorgehaltener Hand entschuldigen verdient eigentlich nur eine Marktbereinigung. Lokalpatriotismus bekommen sie von mir definitiv nicht.

Ich bin naiv, ich bin unzufriedener Kunde, kein Unternehmensberater.
 

peter42

Moderator
Teammitglied
09.03.2009
13.462
1.306
Die Zeitschrift Bilanz (CH) ist kein Fachmagazin für Vielflieger und auch nicht für Reisebüro-Angestellte.

Leser sind in erster Linie wohlhabende Schweizer und eventuell noch Analysten.
Der Stil der Zeitschrift ist, ganz unabhängig von spezifischen Thema, ein "gefälliger" Ton - eben typisch schweizerisch und halt anders als Wirtschaftswoche oder Spiegel.

Und mein inhaltlicher Kommentar:
Mit der Qualität des LH-Produktes bin ich im großen und ganzen sehr zufrieden.

Ausnahme ist "Wings", aber hier sehe ich die "Schuld" auch nicht beim LH-Management, sondern bei uns Kunden. Wenn wir (in der großen Mehrheit) nur noch 59€ für einen Flug bezahlen, kann kein besseres Produkt dafür geliefert werden.

Trotzdem gehört zu einem Interview, das ernst genommen werden will auch das kritische Nachfragen - so wie gerade bei Claus Kleber zu sehen!
 

MrGroover

Master of the 737
30.04.2012
2.714
9
Trotzdem gehört zu einem Interview, das ernst genommen werden will auch das kritische Nachfragen - so wie gerade bei Claus Kleber zu sehen!

Es wurde doch schon des öfteren angemerkt, wenn auch nicht unbedingt im Zusammenhang mit diesem, dass solche Interviews gern vom Interview-Partner freigegeben werden. Heißt übersetzt, alles was da nicht drin stehen soll, selbst wenn es gesagt wurde, steht dann auch nicht drin. Erwartet dann jemand ernsthaft, dass der Chef sagt: "Ja, es läuft bescheiden und mir fällt keine Lösung ein"? Oder gezielte Nachfragen, die diesen Sachverhalt auch ohne Benennung offenbaren?

Juser Somkiat kann ja auch gern einmal Herrn CEO zu Fischstäbchen oder Matjes auf's Schloss einladen, nur fürchte ich, dass dann zwar ehrliche, unzensierte Aussagen zu erwarten sind, dies aber auch beim Herrn CEO bekannt ist, so dass die Einladung dankend mit Hinweis auf den vollen Terminkalender abgelehnt wird. Oder ohne Begründung.
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.190
536
Das hier verbreitete Lob für das Interview verstehe ich nicht.

Die Kernaussage "wir muessen so viel besser sein, wie wir teurer sind, ist absolut richtig. ABER:
a) ist das keine neue Aussage, also kein Grund aus dem Hauschen zu geraten, das hat Spohr schon wiederholt gesagt und wurde hier auch damit zitiert.
b) ist schwer zu erkennen, wo dieser Erkenntnis bisher Taten gefolgt sind.


Für mich besteht die Marke LH (und deren Töchter) aus exzellenten Piloten, einem sehr engagierten Kabinenpersonal, einem auf der Langstrecke guten Produkt..... und einer leider mediokren Unternehmensführung.

1) Ja! 2) Teils, teils, sehr gemischt. 3) nein, kann ich gerade auf der Langstrecke nicht bestaetigen. 4) Nun ja, gemessen an den vergleichbaren AF, AZ, SK hat die Unternehmensfuehrung einen guten Job gemacht, gemessen an BA nicht ganz so, wobei BA einfach ein paar strukturelle Vorteile hatte. Das deutet darauf hin, dass der Job in der Tat alles andere als leicht ist, und das Management vielleicht nicht perfekt war, ein anderes Management aber auch vieles noch deutlich schlechter hätte machen können. Aber vielleicht ist es auch das, was Du mit "medioker" meintest.

Hier geht es um Pensionszusagen, die bereits zum Grab vieler Mittelständler wurden. Jedes Unternehmen muss hier reagieren und Dinge verändern, will es nicht in eine Abwärtsspirale kommen. Pensionszusagen sind aus Unternehmerischer Sicht Teufelszeug aus ferner Vergangenheit. Jeder tut mir leid, der sich heute damit rumschlagen muss.

Nun ja, das Problem resultiert ja insbesondere aus der Zinspolitik der EZB und dem daraus resultierenden Anstieg der Pensionsverpflichtungen. Das gute alte HGB sah ja eine Diskontierung von Pensionsverpflichtungen mit 6% vor. Würde man diese 6% heute noch anwenden, könnte sich LH vor Milliardenüberschüssen in der Bilanz gar nicht retten. Statt dessen bilanziert man - getreu dem Motto "am Amerikanischen Renchnungs-Wesen soll die Welt genesen - heute die "true and fair view" (das sogenannte kaufmaennische Vorsichtsprinzip hat ausgedient) gemäß IFRS ("Irre Führendes RechnungsSystem") und US-GAAP und läßt mit Mini-Diskontsätzen die Pensionsverpflichtungen explodieren. Würde man mit 4% diskontieren, hätte die LH kein Defizit. "A-ha! Spricht da der - neudeutsch - Accountant: Habt Ihr denn auf den Zinsmarkt geschaut? 1,6% ist ja noch großzügig, demnächst müßt ihr mit 1% diskontieren!". Der Weise jedoch erwidert: "Das habt ihr uns doch eingeführt. Wegen Euch sind wir auf das angewiesen, was die Kapitalmärkte liefern. Auslagerung aus der Bilanz - habt ihr uns gesagt. Entlastung des Eigenkapitals- habt ihr uns gesagt. Früher war das unsere Innenfinanzierung in der Bilanz, und 4% konnten wir operativ im Unternehmen auf Dauer erwirtschaften. Könnten wir es nicht, müßten wir das Unternehmen doch ohnehin dicht machen."


Es wurden zwar viele Themen angesprochen, aber nichts kritisch hinterfragt!

An einer Stelle wurde es zumindest angerissen, nämlich:

Ausnahme ist "Wings", aber hier sehe ich die "Schuld" auch nicht beim LH-Management, sondern bei uns Kunden. Wenn wir (in der großen Mehrheit) nur noch 59€ für einen Flug bezahlen, kann kein besseres Produkt dafür geliefert werden.

Kommt eben darauf an, wo man sparen kann und will. EW hat man ja nicht deswegen eingeführt, weil der Kunde gesagt hat, "ich will gerne bei Wasser und Brot fliegen", sondern weil er gesagt hat "ich will für einen kurzen Hüpfer von einer Stunde nicht mehr die Luxusversorgung von ehemaligen Staatsbeamten finanzieren". Und weil man aus diesen Alt-Verträgen als LH nicht schnell genug herausgekommen ist, mußte eben EW her. Dies wurde ja im Interview (zaghaft) gefragt, man hat sich dann aber viel zu schnell mit der Antwort zufrieden gegeben, EW sei ja eine deutsche Gesellschaft mit deutschem Tarifvertrag. In Wirklichkeit dient EW natürlich dem Zweck, einerseits schnell mit "zeitgemäßen" Tarifverträgen starten zu können, andererseits sicher auch dem Zweck, die Gewerkschaften unter Druck zu setzen. Irgendwo wurde hier einmal die These geäußert, EW sei die "bad bank" der LH-Gruppe. Ich hatte dort gesagt (und wiederhole es hier), daß nicht EW die bad bank ist, sondern LH. Bad bank hier definiert als die Unternehmenseinheit, in der "Alt-Lasten" gebündelt werden, derer man sich nicht unmittelbar entledigen kann, und dann sukzessive abgearbeitet werden. Wenn der letzte "luxusversorgte" (ich überspitze hier) Pilot in den Ruhestand gegangen ist, wird man EW als "Lufthansa-Kontinental" oder so etwas ähnliches rebranden.
Im Grunde ist EW nicht das Produkt der Kundenwünsche, sondern das Produkt eines Verteilungskampfes zwischen Alt-Crews (die - verständlicherweise - ihre Privilegien verteidigen) und Neu-Crews (die keine Privilegien haben, und wissen, dass sie zu Alt-Privilegien-Konditionen gar nicht erst den Einstieg in den Job machen können). Das soll keine Wertung sein, sondern nur eine nüchterne Beschreibung. Die Sicht der Alt-Crews ist ja durchaus verständlich, aber die Konsequenz ist eben... EW.
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.190
536
Erwartet dann jemand ernsthaft, dass der Chef sagt: "Ja, es läuft bescheiden und mir fällt keine Lösung ein"? .

Das vielleicht nicht, aber ein "Wir sind auf dem Weg zur 5-Sterne-Airline noch nicht ganz dort, wo wir unserem Anspruch und Selbstverständnis nach sein wollen (und müssen)" statt einem "Wir sind der weltweite Qualitätsführer" hätte man sich schon gewünscht.
 

pimpcoltd

Erfahrenes Mitglied
03.07.2009
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Dass EW (auch) ein Vehikel ist, um LH von Altlasten zu befreien, weiß ja jeder. Die Frage an den CEO bleibt, warum dieses Vehikel so dilettantisch aufgestellt wurde.
 
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Anonyma

Erfahrenes Mitglied
16.05.2011
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BRU
Dass EW (auch) ein Vehikel ist, um LH von Altlasten zu befreien, weiß ja jeder. Die Frage an den CEO bleibt, warum dieses Vehikel so dilettantisch aufgestellt wurde.

Eben. Alleine das Problem Alt-Tarifverträge und Co. begründet aber nicht diese Unterscheidung zwischen Strecken mit Best-Tarif und Statusvorteilen und solchen, auf denen EW reiner LCC ist. Und auch nicht die Einsparungen am Service, eigene Buchungsplattform, eigene Service-Hotline usw.

Gerade letzteres geht doch in die Richtung LCC. Wie gesagt, finde ich grundsätzlich auch nicht verwerflich. Nur dann bitte wirklich getrennt von der Premium Marke. Wie es in den ganzen Interviews und Powerpoint-Präsentationen ja auch dargestellt wird – aber zunehmend nicht mehr der Realität entspricht.

Bin ja neugierig, wie das wird, wenn jetzt weitere Airlines in EW integriert werden sollen. Bzw. frage mich, ob/wie es EW schaffen will, irgendwann ein auf allen Strecken einigermaßen einheitliches Produkt anzubieten, oder ob der Kunde dann am Ende überhaupt nicht mehr weiß, was er auf dem unter „Eurowings“ gebuchten Flug denn jetzt bekommt und was nicht….

SN, mit einer Mischung aus „Business“-Strecken mit Codeshares (VIE, GVA usw.) und Touristenstrecken, eigenem Langstreckennetz und BRU als Hub, wird diesbezüglich interessant.
 
F

feb

Guest
(...)Für mich besteht die Marke LH (und deren Töchter) aus exzellenten Piloten, einem sehr engagierten Kabinenpersonal, einem auf der Langstrecke guten Produkt.....

Nach zweimaligen Lesen des Beitrages frage ich mich, ob dies eine ernstgemeinte Aussage oder Ironie sein soll.

Rückfrage: Ist LH für dich tatsächlich sooo schlecht, dass man mein auf Teilbereiche begrenztes und ernstgemeintes Lob mißverstehen kann?
 

Daid30274

Aktives Mitglied
15.02.2016
149
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VIE
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Interessant finde ich in der derzeitigen Debatte rund um Wings und den Versuch die Pensionsrückstellungen zu reduzieren die Parallelen zu 1992. Ich habe dazu einen recht interessanten Artikel gefunden, wo eine ähnliche Thematik behandelt wird (außer dass LH wirtschaftlich in einem viel schlechteren Zustand war). Sogar die Pensionsdebatte und der verstärkte Wettbewerb waren damals auch ein Thema:

Luftfahrt: Genau die Falschen - DER SPIEGEL 36/1992

Hier wurde auch auf die Cityline Partner ausgelagert und auch Lufthansa Express war ein Konstrukt, um dem entgegenzuwirken. Hierzu auch ein Artikel:

Lufthansa Shifts Into the Express Lane - NYTimes.com

Ziel war es die Komplexität bei den Operations und vor allem die Personalkosten zu reduzieren..Also ähnelt das dem Wings-Ansatz, vor allem was die Senkung der Personalkosten angeht.