Hard Hikes make the best Memories - Reinebringen
Der Form halber sei zu erwähnen, es gab gestern Nordlichter. Allerdings nur einen winzigen Hauch. Ein Foto der Vollständigkeit halber. Da geht noch mehr.
Da wir momentan in einem Ferienhaus residieren, ist das Frühstück weniger üppig als im Hotel gewohnt. Wenigstens habe ich meinen Kaffepott und einen Reise-Kaffeefilter dabei.
Zum Frühstück gibt es gestern Abend gekaufte Blätterteigteilchen und Porridge mit Mandeln und Blaubeeren aus der Kühltheke. Sollte eigentlich Joghurt werden, aber was solls. Immerhin sind Aussicht und Wetter gut.
Mal schauen, ob wir so ausreichend gestärkt sind. Zügig fahren wir jetzt etwa eine Stunde durch bis nach Reine, wo wir den Reinebringen besteigen wollen. Der Reinebringen ist wohl eine der, wenn nicht die Top Wanderung auf den Lofoten und noch dazu eine sportliche Herausforderung mit knapp 2000 Stufen, die auf 1,1 km etwa 500 Höhenmeter überwinden, zuzüglich jeweils 2 km hin und Rückweg zum Parklpatz. Wir sind gespannt, wie anstrengend und wie voll es wird.
Das "zügig" nach Reine fahren ist dann auch so eine Sache, wenn man unterwegs an solchen Landschaften vorbeikommt und genau weiß, nachmittags wird die Sonne ungünstig stehen und man könnte nur noch im Gegenlicht fotografieren.
Irgendwann gegen Mittag (bekanntlich unsere liebste Wanderzeit) erreichen wir dann endlich auch den gigantischen Parkplatz in Reine, der gerade mal zur Hälfte gefüllt ist. Was muss hier also erst in der Hauptsaison los sein, es sind jetzt schon Menschenmengen, wie wir sie hier noch nirgends gesehen haben, unterwegs zum Trail.
Halbwegs zügig arbeiten wir die einfachen 2 km Hinweg entlang der Straße ab, wenn nicht gerade ein Aussichtspunkt dazwischen kommt.
Das ist er also, der berüchtigte Reinebringen. Fun Fact: Pünktlich zu Beginn unserer Wanderung reißt der Himmel komplett auf, und es wird mal wieder schweißtreibend (wäre es ohne Sonne schon ausreichend gewesen, aber wir jammern mal lieber nicht über "zu gutes Wetter").
Long Story short, die nächsten 1,1 km und 500 Höhenmetern sind wir mit Stufen steigen und atmen beschäftigt. Bei einer Trinkpause mache ich mal zwei Fotos, damit man zum einen sieht, wie viel hier los ist, zum anderen, wie steil die Treppen sind (das war nicht der steilste Abschnitt).
Immerhin, bis auf einige Ausnahmen geht es sehr entspannt und rücksichtsvoll zu, es gibt genügend Ausweichstellen für Pausen oder zum überholen und überholt werden. Letzteres passiert uns erstaunlicherweise seltener, als befürchtet. Wir haben den Eindruck, dass nicht alle, die mit uns losgelaufen sind, auch oben ankamen. Sobald der erste Aussichtspunkt auf Reine erreicht ist, ist es wirklich voll. Der eigentliche Gipfel ist erst hinten in der Mitte des Bildes, zu dem links davon liegenden müssen wir zum Glück nicht auch noch.
Die Aussicht ist aber auch wirklich großartig.
Der Reiseelch hängt derweil gechillt am Rucksack ab, er musste ja auch nicht laufen. Traudel hatte ein bisschen Höhenangst und blieb lieber im Ferienhaus.
Viele steigen von hier auch direkt wieder ab, wir lassen es uns natürlich nicht nehmen, bis zum Gipfelschild weiterzulaufen. Der Gatte macht freundlicherweise ein Beweisfoto von mir.
Danach kommt der Teil, den wir, wenn möglich, durch eine Seilbahnfahrt ersetzen. Hier gibt es keine, also müssen wir die knapp 2000 Stufen auch auf unseren eigenen Füßen wieder hinunterlaufen. Aufgrund der zum Berg hin leicht schrägen Stufen ist es nicht so unangenehm zu laufen wie befürchtet, dennoch fängt die Beinmuskulatur zwischenzeitlich an, interessante Dinge zu tun. Trotzdem schaffen wir es unverletzt und nicht allzu langsam nach unten.
Danach geht es zügig Richtung Auto, außer es gibt schöne Fotospots mit Spiegelungen.
Am Auto angekommen gibt es zur Feier des Tages ein alkoholfreies Issbjørn.
Danach lassen wir es uns natürlich nicht nehmen noch bis Å i Lofoten an der Südspitze zu fahren und dort ein paar Meter zu einem Aussichtspunkt zu gehen (aua). Von hier hat man heute einen schönen Blick nach Væroy.
Landschaftlich ist es auch hier sehr schön, ein Vogelfelsen sorgt für akustische Untermalung. Wir sind aber zu müde für Vogelbeobachtung und es ist mal wieder recht spät, wir müssen ja noch zurückfahren.
An den einspurigen Brücken hier gibt es Ampelregelungen, aber wer wartet nicht gern mit so schöner Aussicht.
Am Skagsanden können wir uns einen weiteren Stop nicht verkneifen, was für ein toller großer Sandstrand mit Panorama.
Das Wasser ist extrem klar und nach ein paar Fotos können wir es uns nicht verkneifen, unsere Füße darin ein bisschen zu kühlen, man könnte eher sagen "schockzufrosten". Das Wasser ist gefühlt noch kälter, als ich es am Nordatlantik im Sommer erwartet hätte. Recherchen ergeben, es müssen so 11 bis 12 Grad gewesen sein. Es erfrischt jedenfalls für die Weiterfahrt.
Direkt neben dem Strand liegt der kleine Ort Flakstadt mit einer malerischen kleinen Kirche, die ebenfalls zu einem Fotostopp einlädt.
Jetzt aber fix unter die Dusche und zum Abendessen, wir hatten nur ein paar Knabbereien unterwegs und sind am Verhungern. Das Abendessen fällt daher mit Knoblauchbrot, Zwiebelringen, Fish&Chips und einem Lava-Cake zum Nachtisch etwas üppiger aus. Das Kulturgut bleibt heute alkoholfrei.
Rentier-Counter:13
Elch Counter: 0