Ganz ehrlich: Ich möchte nicht wissen, wie es um den Schienenverkehr in Deutschland ohne Subventionen bestellt wäre (sei es "Baukostenzuschüsse" vom Bund, Streckenfinanzierungen im Regionalverkehr durch die Länder oder Bahnhofsneubauten durch Kommunen).
Und ich denke, dass die Mobilität bei Benutzung der Bahn immer noch bezahlbar ist (im Vergleich dazu, wenn eine Person im Auto unterwegs ist). Für die Gelegenheitsnutzer, die am Tag der Abfahrt im Reisezentrum ihre Fahrkarte von Hamburg nach München kaufen möchten, sieht das natürlich nochmal anders aus. Aber warum sollte es bei der Bahn anders als bei anderen Unternehmen sein? Die "Schlauen" werden halt immer günstiger davon kommen.
Im Prinzip gebe ich dir Recht. Gerade im Bereich des ÖPNV wäre es eine Katastrophe, wenn die Bahn (und dazu zähle ich hier auch Regionalzüge) nicht existieren würde. Ich will gar nicht wissen, wie es aussehen würde, wenn, z.B. hier in Hamburg, alle mit dem Auto pendeln müssten. Von Parkplätzen etc. völlig abgesehen wäre das auch noch ein sehr teures Vergnügen. Und auch auf Mittelstrecken (gerechnet auf das Auto also so 300-400 km) ist die Bahn eine lohnende Alternative, wenn man zwischen großes Städten fährt. (Berlin - Hamburg) Will man allerdings zu Zielen etwas abseits der größeren Siedlungen, dann ist der Zeitverlust mit der Bahn meist so enorm, dass sich das Auto schon wieder lohnt (denn bei den meisten hier ist Zeit auch Geld oder zumindest FREIzeit). Klar, letztes Jahr sind wir mit drei Personen von HAM nach HAJ mit der Ju geflogen und zurück mit der Bahn. Preis: 29€ für 3 Leute. Ohne Frage ging das nicht günstiger. Versucht man allerdings von Stuttgart in den Europapark mit der Bahn zu gelangen...keine Chance im Vergleich zum Mietwagen.
Auf Langstrecken >500 km (das ist nicht umsonst die Streckenlänge, auf der die größte Konkurrenz zwischen Auto/Bahn/Flugzeug herrscht) ist es schnell so, dass die Bahn sehr teuer wird und gegen günstige Flugverbindungen verliert. Auch wenn die Transferzeit beim Flugzeug meist eine höhere ist, braucht man halt innerhalb Deutschlands netto nur jeweils ca. 1h um von A nach B mit dem Flieger zu gelangen.
Fazit für mich:
Bahn gerne, wenn es mir einen eindeutigen Vorteil bringt (wieder Hamburg-Berlin, da man als Fahrer von automobilem Kulturgut nicht in die sogenannte "Umweltzonge" darf). Ansonsten fahre ich aber auch zu gerne Auto, als dass ich bei gleicher Fahrzeit auf die Bahn umsteigen würde. Und bei längeren Strecken wird, wenn es erschwinglich ist, auf das Flugzeug gesetzt.
Man darf allerdings bei der gesamten Diskussion nicht vergessen, dass Kerosin zwar nicht subventioniert, aber dennoch steuerfrei (!) ist. D.h. auch da wird ein Ungleichgewicht zum Auto geschaffen. Und was die Ökobilanz angeht. Man darf nie vergessen, dass Flugzeuge an Bodeninfrastruktur eben nur 2 Flughäfen brauchen. Die nehmen extrem wenig Platz weg und wie das Land "dazwischen" beschaffen ist, interessiert nicht. Klar blasen die Airliner ihre Schadstoffe noch direkt in die oberen Schichten den Atmosphäre, aber vielleicht wird auch dort bald eine deutlich bessere Technologie entwickelt. Man darf gespannt bleiben