Close call in Bogota

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Alfalfa

Erfahrenes Mitglied
23.01.2022
8.424
6.298
Die sind die schnellen Elha Dreamliner auf der Strecke noch nicht gewohnt. 😆
 

Loungepotato

Erfahrenes Mitglied
02.12.2016
5.544
8.290
Sieht so aus als hätten die LH-Piloten eine gute situational awareness gehabt, ermöglicht auch dadurch, dass die Zuweisung der Landebahn an QR auch auf Englisch war:


Auf der gleichen Frequenz waren auch Flugzeuge, die mit ATC in Spanisch kommuniziert haben. Nicht auszudenken, wenn die Freigabe die gleiche Landebahn anzufliegen an eines dieser Flugzeuge gegangen wäre und die LH Piloten evtl. kein Spanish sprechen.
 

tripleseven777

Erfahrenes Mitglied
27.06.2016
5.870
7.057
DTM
…Vertikalabstand zwischen den Flugzeugen im fast zeitgleichen Anflug auf Bogotá (auf) rund 84 Meter…
Diese geringe Entfernung ist schon etwas beängstigend, wenn dies wirklich der Realität entspricht.
Mich wundert ein wenig, dass das Kollisionswarnsystem (TCAS) nicht angesprungen ist. Vielleicht hat dieses keine potenzielle Kollisionsmöglichkeit berechnet oder es ist für derartige Situationen im Anflug nicht gemacht. Ich weiß es nicht.
Warte da erstmal weitere Daten bzw. den vorläufigen Untersuchungsbericht ab.
Englisch ist die weltweite Standardsprache im internationalen Flugfunk, um eine einheitliche Kommunikation zwischen Piloten und Lotsen zu gewährleisten. Einige Länder, mit Hauptsprache Spanisch oder Französisch, weichen davon leider ab. Das ist in meinen Augen sicherheitskritisch, da die Piloten anderer Maschinen auch über das Verhalten der anderen Maschinen im Bilde sein sollte.
 

DFW_SEN

Erfahrenes Mitglied
28.06.2009
18.786
17.936
IAH & HAM
Einige Länder, mit Hauptsprache Spanisch oder Französisch, weichen davon leider ab. Das ist in meinen Augen sicherheitskritisch, da die Piloten anderer Maschinen auch über das Verhalten der anderen Maschinen im Bilde sein sollte.
Deine Ueberheblichkeit kannst Du Dir sparen. Sowohl im QR Cockpit als auch im Tower von Bogota wird Englisch gesprochen
 

Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
22.756
18.500
Aber eben auch Spanisch, nämlich mit anderen Anflügen. Beispiele hört man genau in der Aufnahme.

In der oben verlinkten Besprechung sagt der Moderator, dass sich die kolumbianische Zivilluftfahrtbehörde wie folgt eingelassen habe: Die 32R sei kurz zuvor geschlossen worden, daher sei aller anfliegender Verkehr auf die 32L umgeleitet worden. Dafür musste, um alles einzuordnen, teilweise die Anfluggeschwindigkeit reduziert werden und es kam zu der Annäherung, die LH dann eigeninitiativ aufgelöst hat.

Das hört man auch in der Aufzeichnung: LH sagt QR ist in Sicht und lässt sich kurz darauf bestätigen, dass QR und er beide auf die 32L gehen. Als Tower das bejaht, sagt er postwendend "Going around".
 

tripleseven777

Erfahrenes Mitglied
27.06.2016
5.870
7.057
DTM
Ich gehe davon aus, dass sowohl die Lufthansa B787, als auch die Qatar B777F, den Verkehr als Traffic Advisory (TA, gelber Kreis) über das TCAS angezeigt bekommen haben. Da hatte man sehr wahrscheinlich einen Blick drauf. Keine Ahnung warum die Flugsicherung es zu dieser Situation hat kommen lassen. Dies wird wahrscheinlich nun untersucht werden und ein (vorläufiger) Untersuchungsbericht wird nähere Informationen liefern.
Primäre Sprache im Flugfunk ist und bleibt Englisch. Weitere offizielle ICAO-Sprachen sind zudem Französisch, Spanisch, Russisch, Chinesisch und Arabisch. Wegen der bereits angesprochenen 'situational awareness' wäre eine Vereinheitlichung wünschenswert. Irgendwie funktioniert's aber, auch wenn ein paar Länder da aus der Reihe tanzen.
 

Alfalfa

Erfahrenes Mitglied
23.01.2022
8.424
6.298
Irgendwie funktioniert's aber, auch wenn ein paar Länder da aus der Reihe tanzen.
Es ist immer dieses "irgendwie", weshalb Unfälle oder Fehler genau in kritischen Situationen funktionieren. Aber zum spanisch: ist erschreckend, weil kolumbianische Crews oft nicht des Englischen mächtig sind.
 

tripleseven777

Erfahrenes Mitglied
27.06.2016
5.870
7.057
DTM
Es ist immer dieses "irgendwie", weshalb Unfälle oder Fehler genau in kritischen Situationen funktionieren. Aber zum spanisch: ist erschreckend, weil kolumbianische Crews oft nicht des Englischen mächtig sind.
Das wird nun ziemlich off-topic, aber jeder der im Besitz eines "Allgemeinen Sprechfunkzeugnis für den Flugfunkdienst (AZF)" ist, kann vermutlich von veränderter Phraseologie ein kleines Lied singen.
Beispiele:
früher "holding position", heute "holding point"
"niner" (Aussprache!) statt "nine" (9) sollte allgemein bekannt sein
"Take-off" nur im Zusammenhang mit der Startfreigabe - daher gibt es auch kein "Ready for take-off", sondern immer das "Ready for departure" -
Auf La Palma (SPC) wurde im Sprechfunk zwischen ATC und beispielsweise Binter oder Canaryfly auch stets spanisch gesprochen (das hatte ich
zumindest drei Jahre lang in der Schule - französisch nur ein Jahr).
Eine reibungslose Kommunikation ist in der Luftfahrt sehr wichtig (Aviate - Navigate - Communicate). Irgendwann wurde ja auch der ICAO Language Proficiency Check eingeführt. Aber auch hier haben einige Schlaufüchse 🦊 Mittel und Wege gefunden, um sich ein Englisch Level 6 (Muttersprachler-Niveau) in die Lizenz eintragen zu können, obwohl sie's vielleicht nicht unbedingt verdient hätten 😜
Meist führt am Ende eine Verkettung von Umständen bzw. Fehlern zu einem (Flug-)Unfall. Teneriffa-Nord im März 1977 (mit über 500 Toten) fällt mir als Beispiel ein, wo die Kommunikation auch eine Rolle spielte. Die meisten Piloten werden wohl zustimmen, dass sie gerne auch die anderen Funksprüche verstehen möchten, um zu wissen was um sie herum passiert.
#offtopicEnde
 

Martin.Berlin

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07.07.2010
970
763
TXL
In manchen Ländern kann man jede Art von amtlichen Dokumenten gegen Barzahlung erwerben.
Hab ich gehört.
MB
 

mpm

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02.07.2011
1.412
447
Reihe 42a
Habe mir gerade die Funksprüche (siehe oben) angehört. Beeindruckend wie kurz, klar und richtig die Lufthansa Piloten hier entschieden haben. Krass, wie ruhig er dabei spricht und dass die Lotsen sowas vorher nicht auf dem Plan hatten.
 

Loungepotato

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02.12.2016
5.544
8.290
Habe mir gerade die Funksprüche (siehe oben) angehört. Beeindruckend wie kurz, klar und richtig die Lufthansa Piloten hier entschieden haben. Krass, wie ruhig er dabei spricht und dass die Lotsen sowas vorher nicht auf dem Plan hatten.
Dafür gibt's in Reihe 0 das oft üppige Einkommen.

Es ist eher beunruhigend, dass es Überhaupt dazu gekommen ist.
 
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Loungepotato

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02.12.2016
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Ich gehe davon aus, dass sowohl die Lufthansa B787, als auch die Qatar B777F, den Verkehr als Traffic Advisory (TA, gelber Kreis) über das TCAS angezeigt bekommen haben. Da hatte man sehr wahrscheinlich einen Blick drauf. Keine Ahnung warum die Flugsicherung es zu dieser Situation hat kommen lassen. Dies wird wahrscheinlich nun untersucht werden und ein (vorläufiger) Untersuchungsbericht wird nähere Informationen liefern.
Primäre Sprache im Flugfunk ist und bleibt Englisch. Weitere offizielle ICAO-Sprachen sind zudem Französisch, Spanisch, Russisch, Chinesisch und Arabisch. Wegen der bereits angesprochenen 'situational awareness' wäre eine Vereinheitlichung wünschenswert. Irgendwie funktioniert's aber, auch wenn ein paar Länder da aus der Reihe tanzen.
Die offiziellen Sprachen der ICAO haben mit der Übersetzung der Dokumente zu tun, aber rein gar nichts mit dem Flugfunk in bestimmten Ländern. Inlandsflüge müssen eben nach ICAO-Vorgaben nicht in Englisch kontrolliert werden und das ist auch in Ländern mit anderen primären Sprachen so üblich, z.B. Brasilien.

Hauptproblem und seit vielen Jahren eine Diskussion ist die Frage, wie gefährlich es ist, wenn auf er gleichen Frequenz bzw. im gleichen Luftraum verschiedene Sprachen verwendet werden (wie hier Englisch mit LH und QR, aber Spanisch mit anderen Airlines). Aus der Sicht vieler, mich eingeschlossen, ist das sehr ungünstig, lässt sich aber nur schwer ändern (aus mehreren Gründen).
 
Zuletzt bearbeitet:

Loungepotato

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02.12.2016
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Korreliert Einkommen mit Reaktionsgeschwindigkeit? :unsure:
Reihe 0 kriegt das Geld nur, wenn man regelmäßig im Simulator zeigen kann, dass man mit genau solchen Situationen umgehen kann. Dabei muss nicht blitzschnell, aber zügig und richtig entschieden werden. Ein Go-Around war in jedem Fall die richtige Ansage, better safe than sorry.

Die Situation war ja nun nicht so dramatisch, aber dennoch muss man anerkennen, dass sie das anständig gemacht haben.
 
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tripleseven777

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27.06.2016
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DTM
Es ist nun mal wieder Zeit für dieses Lied 🎶🎼🎶, denn auch die Piloten der Lufthansa lernten dies noch vor ihrem ersten Alleinflug:
….vielleicht erfährt man eines Tages noch mehr zu den Umständen, die zu dieser Situation im Anflug auf BOG 🇨🇴geführt haben oder vielleicht auch nicht.
 
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Loungepotato

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02.12.2016
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Es ist nun mal wieder Zeit für dieses Lied 🎶🎼🎶, denn auch die Piloten der Lufthansa lernten dies noch vor ihrem ersten Alleinflug:

….vielleicht erfährt man eines Tages noch mehr zu den Umständen, die zu dieser Situation im Anflug auf BOG 🇨🇴geführt haben oder vielleicht auch nicht.
Ja (y)

Get-there-itis kann auch zu unerwünschten Folgen führen.
 
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tripleseven777

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27.06.2016
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DTM
Die Qualitätspresse ist nun auch auf den Vorfall aufmerksam geworden und würdigt das Verhalten „des Lufthansa-Piloten“ 🙏 - eine Katastrophe wurde verhindert.
Sehr wahrscheinlich war man während des Anflugs zu dritt im Cockpit. Pilot Flying (PF) war aber nur eine Person. Kein weiterer Kommentar!
 
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Loungepotato

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02.12.2016
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Die Qualitätspresse ist nun auch auf den Vorfall aufmerksam geworden und würdigt das Verhalten „des Lufthansa-Piloten“ 🙏 - eine Katastrophe wurde verhindert.
Sehr wahrscheinlich war man während des Anflugs zu dritt im Cockpit. Pilot Flying (PF) war aber nur eine Person. Kein weiterer Kommentar!
Die Piloten haben ihre Arbeit ordentlich gemacht und es ist nichts passiert, die Presse bauscht das aber natürlich etwas auf, denn "alles völlig Routine" verkauft keine Zeitung. Fast-Katastrophe finde ich auch zu viel, denn ich war schon in etlichen Go-Arounds, auch im Cockpit, und das ist einfach eine zig-fach trainierte Standardprozedur.

Wenn dann nicht unsinnige Anweisungen gegeben werden, wie vor ein paar Tagen bei den beiden Southwest-Fliegern in Nashville, dann gibt es auch keine Katastrophe. Dort musste dann das TCAS per RA schlimmeres verhindern.
 

Papua

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31.12.2025
190
275
Die Piloten haben ihre Arbeit ordentlich gemacht und es ist nichts passiert, die Presse bauscht das aber natürlich etwas auf, denn "alles völlig Routine" verkauft keine Zeitung. Fast-Katastrophe finde ich auch zu viel, denn ich war schon in etlichen Go-Arounds, auch im Cockpit, und das ist einfach eine zig-fach trainierte Standardprozedur.
Der Go-Around ist nicht die Fast-Katastrophe sondern die Annäherung auf 84m(!!!). Das Wort Fast-Katastrophe trifft es sehr gut.
 

Loungepotato

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02.12.2016
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Der Go-Around ist nicht die Fast-Katastrophe sondern die Annäherung auf 84m(!!!). Das Wort Fast-Katastrophe trifft es sehr gut.
Es war klar loss of separation, aber von einer Katastrophe schon noch ein gutes Stück entfernt und der Go-Around eben das Mittel, dass es auf gar keinen Fall dazu kommt. 84m in Fuß umrechnen und schon klingt es gar nicht mehr so schlimm ;)
 
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