Rückblick in den Frühsommer 2019. Damals war ich auf einen SunExpress-Flug von Antalya nach Köln/Bonn gebucht. Eigentlich ein Garant für eine langweilige B737-800 - weshalb mein Beitrag in diesem Thread eigentlich völlig fehl am Platz wäre.
Doch SunExpress sah sich im Mai und Juni 2019 mit einer ausgesprochen hohen Passagiernachfrage konfrontiert. SunExpress reagierte darauf, indem man sich für einige Wochen Großgerät charterte - und zwar in Form von A340-300 der Air Belgium und B747-400 der spanischen Wamos Air (womit wir beim Thema wären

).
In Antalya waren an diesem Tag sogar zwei Wamos B747-400 zugegen:
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Die Aufgabe, an diesem Abend nach Köln/Bonn zu fliegen, wurde der EC-MRM zuteil. Die Maschine wurde im April 1998 an Malaysia Airlines ausgeliefert:
Uns gegenüber stand die EC-KXN, welche ihre fliegerische Karriere ebenfalls bei Malaysia Airlines gestartet hatte - allerdings bereits im März 1994:
Wie unschwer zu erkennen, waren an dieser Maschine keine Fluggasttreppen angedockt:
Nichtsdestotrotz musste einer unserer Piloten auf die Schnelle noch in der Schwestermaschine vorbeischauen. Nun, auch für solche Probleme hält die Boeing 747 eine Lösung parat. Denn über den vorderen Fahrwerksschacht kann man - ein wenig körperliche Fitness und Trittsicherheit vorausgesetzt - ins Innere des Jumbos gelangen:
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Doch etwas bequemer gestaltete sich der Aufstieg in unsere B747:
Oben angekommen, sollte mich mein Weg sogleich nach links führen. Praktischerweise hatte SunExpress die Seatmap der B747 in ihr Buchungssystem geladen, sodass ich mir den prestigeträchtigen Platz 1A in der Nase sichern konnte. An Komfort sollte es dort auch nicht mangeln - schließlich erwartete mich dort die ehemalige First Class der Malaysia Airlines mit 12 bequemen angled lie flat-Sesseln:
Bei Malaysia Airlines wäre man wahrscheinlich von einer der FBs in die First Class geleitet worden. Eine ganz so wertschätzende Begrüßung durch die Besatzung von Wamos Air wurde mir leider nicht zuteil - eher im Gegenteil!
Mit Blick auf meine Bordkarte und den darauf vermerkten Sitzplatz ließ man mich wissen, dass die Plätze in der Nase allein der Crew vorbehalten seien. Ich fühlte mich in diesem Moment unweigerlich an
diese Szene mit Great British Air-Flugbegleiterin Penny in Come fly with me erinnert
Man bot mir jedoch an, im Türbereich zu warten, bis das Boarding beendet sei und der Purser die Lage beurteilen könne. So stand ich also bis zum Ende des Boarding als "Grüßonkel" an Tür 1L und harrte erwartungsvoll der Dinge. Der Purser fiel schließlich sein (unerfreuliches) Urteil: die Nase bleibe für Passagiere tabu! Aber ich dürfe mir gerne jeden anderen Platz aussuchen, der mir gefiele. Gut, dann eben ab ins Oberdeck, wo mich eine 3-3 Economy-Bestuhlung erwartete.
Immerhin konnte ich Catering-technisch den Hauch von Luxus ein wenig wahren (das Essen war natürlich kostenpflichtig vorbestellt):
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Interessant war das Zusammenspiel aus Tageszeit und Flugroute, welches auf dem gut 3,5-stündigen Flug für eine andauernde Abenddämmerung sorgte:
Abwechslung war dagegen bei der Beleuchtung in der Kabine geboten. Die Maschine war nämlich mit einer frühen Version des Mood Lighting ausgestattet - und damit hatte die Crew anscheinend ihren Spaß. Nachdem wir zwischenzeitlich im "Nachtsicht-Modus" unterwegs waren...
...wurde kurz nach dem Servicedurchgang Verdunkelung befohlen. Hieß: es wurde im Oberdeck stockdunkel. Und da die Leseleuchten ebenso wie das IFE und die Luftdüsen außer Funktion waren, spendeten allein die beiden illuminierten Nichtraucher-Zeichen an der Wand Richtung Cockpit ein klein wenig Licht.
Beim Aussteigen wurden dagegen in punkto Kabinenbeleuchtung noch einmal alle Register gezogen:
Wenn ich mich nicht irre, dürften dies im Frühsommer 2019 die letzten planmäßigen Passagierflüge mit B747 in CGN gewesen sein: