Ist jetzt vielleicht etwas OT, da nur mehr am Rande von C->Y.
Als jemand, der selbst einmal an einer Universität gearbeitet hat, weiß ich, dass dies ein vollkommene Parallelwelt ist. Teilweise gibt es abtrus hohe Aufwandsersätze in den Verträgen (inkl. km-Geld für Fußwege!), tw. geht man davon aus, dass sich der Assistent den Flug zum Kongress selber zahlt (geht ja um seine Karriere). Das war auch ein Grund, warum ich schnell das weite gesucht habe.
Kenne ich (nicht von meiner Uni), insbesondere solch aberwitzige Situationen, dass folgendes erwartet wird: 1) Konferenz primär in D, dann in DACH, dann in EU, aber nicht außerhalb EU 2) Reise primär mit Mitfahrerzentrale, dann Bahn, dann Flugzeug 3) Unterkunft primär Jugendherberge, dann Zimmer zusammen mit Kollegen, dann Einzelzimmer. Sorry, in so einem Fall muss ich nicht reisen bzw. bin gut daran beraten, mir eine andere Uni zu suchen. Ja, leider haben nicht alle Unis gleich viel Geld und leider gibt's an den 'reichen' Unis nicht beliebig viele Stellen. Aber wenn mein AG so etwas von mir verlangt, dann habe ich die längste Zeit zur Reputation dieser Uni beigetragen.
Da gab es unter anderem dem Fall, dass das Institut mir einen Flug genehmigt hat, und im Nachhinein wollte, dass ich mir das selbst zahle, weil man das Geld anders ausgeben wollte. Oder wir kein Geld mehr für Druckertoner hatten (im Juni) und erst auf das neue Budgetjahr (Oktober) warten mussten. Bin froh das ich weg bin.
Das wundert mich aber sehr, da Reisemittel ungleich Betriebsmittel ungleich Personalmittel. Bei uns lassen sich die diversen Fonds nicht untereinander matchen.
Ich kenne das aus der Uni auch nur so, dass Reiseklasse = günstigste Klasse (heißt aber nicht Buchungsklasse sondern Economy). Bei Flugreisen ist eine Begründung notwendig, wobei sich das formal eher auf zB Innerdeutsch bezieht.
Wurde bei beiden Unis, an denen ich bisher war, genau so gehandhabt. Darin sehe ich aber auch kein Problem. Reisen innerhalb DACH geht prima mit der Bahn, bei sonstigen Reisen mit Flugzeug muss ECO gebucht werden - sind ja immer noch Steuergelder, die wir hier verfliegen. Das gilt bei uns übrigens für Doktoranden, PostDocs, Professoren, Kanzler und Präsident. War zwar in einem anderen Post, aber ich habe da auch kein Verständnis, wenn Politiker aus Steuermitteln in C fliegen. Kommt das Geld aus der Industrie und gestattet mir eine Reise in C, ist das etwas anderes. Ob ich es dann auch buche oder lieber 3-4 Reisen in Y mache, muss jeder für sich selbst entscheiden. Nur sollten diejenigen dann bitte auch nicht meckern, wenn nach einem Flug in C sämtliche Reisemittel aufgebraucht wurden und Flüge dann aus der eigenen Tasche zu zahlen sind.
Flüge zu Konferenzen habe ich auch schon selbst bezahlt - allerdings war von Anfang an klar, dass es kein Budget für mich dafür gibt.
Kenne ich, habe ich aber selbst so noch nicht machen müssen. Ich fordere meine Doktoranden immer dazu auf, einen entsprechenden DAAD-Antrag zu stellen (Doktorand einmal pro 12 Monate, PostDoc einmal pro 24 Monate). Der DAAD übernimmt zwar nicht die vollen Kosten, aber einen Großteil. Somit kann jeder meiner Doktoranden zweimal pro Jahr auf eine Konferenz fliegen (typischerweise einmal ex EU und einmal innerhalb EU). Dass die das selber zahlen müssen, möchte ich nicht und versuche ich auch (bisher erfolgreich), durch Drittmittel zu verhindern.
Das manche Budgets wirklich bescheiden sind, hängt aber von jeweiligen Lehrstuhlinhaber ab. Ich hatte sehr gute Erfahrung, es gab keine Probleme und es war gut gemanaged. Bei anderen Leuten habe ich aber die haarsträubensten Dinge gehört, incl 2 Monate arbeitslos melden ...
Yup, siehe oben (Konferenz nur in D, Mitfahrerzentrale und Jugendherberge). Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist einfach nur traurig, wie Forschung und Lehre in D gehandhabt werden. Wir erwarten, dass an den Unis unsere Ingenieure, Naturwissenschaftler, Mediziner etc. ausgebildet werden, die zukünftig den Standort D bereichern und im internationalen Wettbewerb vertreten sollen, halten sie aber bei vielen Dingen an der kurzen Leine (halbe TV-L-Verträge, keine vernünftige Ausstattung, keine Reisemitteln usw.). Wenn wundert es da, wenn die guten schnell ins Ausland, d.h. an ausländische Unis abwandern...
Sorry, für OT - kann auch gerne verschoben werden.