BBI wird zum ersten Mal zu einer direkten Konkurrenzsituation im grossen Stil fuer die Lufthansa an einem Flughafen in Deutschland fuehren.
Air Berlin ist keine wirkliche Gefahr, da man nicht discountieren kann ( Stichwort Stueckkosten ) , die Praesenz von Easyjet und Ryanair wiegt schon schwerer, da durch den Umzug der geographische Vorteil von Tegel negiert wird und sich LH in der Pampa nun den Discountern stellen muss...insbesondere werden wohl die akzeptierten Preisschwellen ( price ceilings ) fallen.
Da das Interesse an Berlin wohl eher kuenstlich gepuscht wird, geht es der LH natuerlich primaer darum Zeichen zu setzen. Die vor einigen Wochen von einigen Experten hier im Forum als Unionbashing abgewertete Diskussion zu den Hauptthemen Flugbegleiterkosten und LSG ist nach wie vor in vollem Gange und wird intern als eine der Hauptmoeglichkeiten angesehen zu sparen ( aus meiner Sicht reden wir hier aber eher von 4 % und weniger 40 %

)
Die Swiss European gilt ja als das Meisterstueck von Franz und Paradebeispiel in Europa fuer 'billigen Feed' in die Hubs... trotz diverser Standortnachteile.
Beim Handling erhofft man sich natuerlich weiteres Einsparpotential, welches sicherlich auch gegeben sein wird, Tegel gilt ja nicht unbedingt als frei von Barrieren und Hindernissen fast jeglicher Art. Auch hier wird es interessant werden, inwiefern die Discounter diskriminiert werden, vor allem hinsichtlich des Zeitaufwands der Passagiere von Ankunft am Flughafen bis zum Einstieg in den Flieger.
Alles in allem sehe ich eher grosse Probleme auf Air Berlin zukommen. Die Lufthansa saugt in Berlin primaer Feed ab, bzw. operiert ( bei richtiger Bilanzierung ) hoch profitable nationale Routen. Auf diesen Strecken hat sie wenig Konkurrenz und die AB wird schon mit Blick nach Bruessel geduldet.
AB muss sich nun nicht nur direkt Easy und Ryan stellen, sondern auch den anderen Billig/Charterairlines an/ums Mittelmeer. Diese operieren natuerlich zum Grossteil zu deutlich geringeren Kosten als die Air Berlin.
LH ist ja in Hamburg das Risiko eingegangen und hat einige europ. Routen auf grosses Fluggeraet umgestellt. Die Stueckkostendegression tritt natuerlich umgerechnet auf die Sitze ein..., allerdings auch nur in diesem Fall, ansonsten ist eine 733 oder ein A 320 deutlich teurer als ein CRJ. Wenn ich also die Sitze nicht fuellen kann ( und selbst Barcelona ist ueber den Winter nicht so interessant...

) bleiben netto hoehere 'operating costs' , ganz zu schweigen von neuen gegebenen Preispunkten und akzeptierten Preisschwellen im Markt. Inwiefern diese Verluste der Verteidigung und Abschottung gegen die Billigairlines geschuldet sind und ob diese zum guten Ton des Airlinemanagement in Europa im 21. Jahrhundert gehoeren, sollte man dem Management der Hansa ueberlassen und deren Geduldsfaden hinsichtlich dieser operativen Verluste...
Allerdings macht sich ein A 320, der 50% seiner Tageskapazitaet auf Routen von nach Barcelona mit durchschnittlich 50,60 Leuten an Bord fliegen darf, von denen 80% sehr unflexible Tickets gebucht haben, fuer gemeinhin nicht so gut am Ende des Monats
Von daher vermute ich eher eine Aufstockung der P2P Routen innerhalb von Deutschland ( hin zu einem Shuttlebetrieb, wenn moeglich ) bzw. in die Hubs, um hier das Umsteigen zu erleichtern, die Transferzeiten zu reduzieren ( CRS Placing war ja schon in MUC das Zauberwort ) und so den Abfluss in andere Hubs aus Berlin zu reduzieren.
Unter'm Strich kann man so realistisch wohl knapp ein Drittel der 40% realisieren und das waere schon ein grosser Schritt nach vorn und ein weiteres Highlight des LH Managements und wohl auch von Franz