Kreuzfahrten und Service Charges

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Micha1976

Erfahrenes Mitglied
09.07.2012
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Er sagt er muss von seinem Gehalt einen fixen Betrag aeine Agentur abführen die auf den Philippinen die Mitarbeiter „rekrutiert und ausbildet und sich um alle Verträge und Weiterbildungen kümmert“ und sonst ist sein Gehalt hier so hoch das er zu Hause seine Eltern mit unterstützen kann und für später sparen kann. Er ist jetzt seit 10 Jahren dabei und verlängert immer wieder.
So in der Art habe ich das auch schon von mehreren Mitarbeitern auf Schiffen verschiedenster Reedereien gehört.
Teilweise waren die Leute sogar fast 20 Jahre dabei. Ganz schlecht scheint es also wirklich nicht zu sein.
 
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Langstreckenpendler

Erfahrenes Mitglied
28.12.2021
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So in der Art habe ich das auch schon von mehreren Mitarbeitern auf Schiffen verschiedenster Reedereien gehört.
Teilweise waren die Leute sogar fast 20 Jahre dabei. Ganz schlecht scheint es also wirklich nicht zu sein.
Das klingt nach illegaler Praxis auf Handelsschiffen (dazu gehören auch Kreuzfahrtschiffe), wenn die Crew selbst vom Gehalt recruitment fees oder auch manning fees zahlen muss. Das ist schlicht illegal gemäß MLC (Maritime Labour Convention).
Ich kann mir aber ein Extra an den Vermittler in Asien trotzdem vorstellen, das hat aber dann nichts mit den Aufgaben einer Crewing Agency zu tun.

Der Employer, sprich die Reederei muss die Crewing Agencies bezahlen, d.h. fürs Recruitment und fürs Manning.
Recruitment (one-time fee) deckt die Personalbeschaffung, die Überprüfung der Zertifikate etc. ab,
Manning (monthly fee) deckt Reisekosten, Visa, Arbeitgeberanteile, Verwaltung Arbeitsvertrag.

Die fees sind fix oder prozentual aufs Gehalt.

Es gibt wenige Kreuzfahrtreederei die direkt einstellen - und selbst wenn sie das - wie z.B. AIDA - selbst tun, bleiben Bereiche, die mit Hilfe von Crewing Agencies besetzt werden.
 
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juliuscaesar

Megaposter
12.06.2014
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FRA
Es gibt wenige Kreuzfahrtreederei die direkt einstellen - und selbst wenn sie das - wie z.B. AIDA - selbst tun, bleiben Bereiche, die mit Hilfe von Crewing Agencies besetzt werden.
Wie läuft das denn bei den Eigentümern der AIDA?

AIDA Cruises ist eine vorwiegend auf den deutschsprachigen Markt ausgerichtete Kreuzfahrtmarke. Eigentümer der Schiffe ist Costa Crociere, ein Tochterunternehmen der Carnival Corporation & plc mit Sitz in Genua.


Sämtliche AIDA-Schiffe gehören zur Handelsmarine Italiens. Dadurch gelten für die Schiffe die Umwelt-, Arbeits- und Steuerregelungen Italiens als Flaggenstaat.

Bis 2015 entlohnte die Reederei ihre Hilfskräfte in den Restaurants mit 587 US-Dollar monatlich. Das Unternehmen rechtfertigte dies mit dem Argument, dass die Mitarbeiter im Hotelservice auf den Philippinen nur 150 bis 250 Dollar verdienen würden, jedoch auf den Schiffen 700 bis 900 Dollar plus Kost und Logis. Die Zeit rechnete aus, dass die Besatzungsmitglieder nach deutschem Mindestlohn auf mehr als 2000 US-Dollar kämen.

 
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Langstreckenpendler

Erfahrenes Mitglied
28.12.2021
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Bis 2015 entlohnte die Reederei ihre Hilfskräfte in den Restaurants mit 587 US-Dollar monatlich. Das Unternehmen rechtfertigte dies mit dem Argument, dass die Mitarbeiter im Hotelservice auf den Philippinen nur 150 bis 250 Dollar verdienen würden, jedoch auf den Schiffen 700 bis 900 Dollar plus Kost und Logis. Die Zeit rechnete aus, dass die Besatzungsmitglieder nach deutschem Mindestlohn auf mehr als 2000 US-Dollar kämen.

Ich kann 2015 jetzt nicht mehr nachvollziehen, aber letztlich hängt das von Qualifikation und Stundenzahl ab.

Ob der Ausdruck richtig ist, dass sich das Unternehmen rechtfertigen muss, wenn es ITF-Tarif zahlt, weiß ich nicht. Es gibt gerade mit den höheren Tarifgruppen Situationen, wo mehr verdient wird als ein Minister im Herkunftsland. Ich kenne auch die Situation, dass man heimatnah 14 Tage on / 14 Tage off macht und so die Gehälter auf 2 Personen aufteilt.
Wenn es in den Anstellungsländern keinen Mindestlohn gibt, so gilt (hoffentlich) wenigstens der ITF-Tarif mit dort definierten Mindestlöhnen und Urlaub (Leave Pay 30 Tage im Jahr mit Urlaubsgeld) und Überstunden. In der Tabelle werden standardmäßig 104 Überstunden pro Monat kalkuliert, das geht von 72 h/Woche aus, wobei Overtime (d.h. alles zwischen 48 und 72 h mit 25% Zuschlag bezahlt wird.

Zur Erläuterung:
Hilfskräfte in den Restaurants fallen regelmäßig unter
“OS“ = ordinary seaman, das sind Leute mit Basisausbildung als Seefahrer außerhalb der Maschine,
„ERR (jun)“ bedeutet Engine Room Rating (junior),
„AB“ = Able Bodied Seaman meint ausgebildetes Personal außerhalb Maschine..
 
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