hmm und in der Vorschau-App für Fotos? Gibts da möglicherweise exportieren (dann als jpeg)...
Mir geht es mittlerweile gar nicht mehr unbedingt um die 400–500 Euro, die mein beschädigter Koffer vielleicht wert ist. Es geht mir um das System dahinter. Genau deshalb habe ich meinen Beitrag auch in den Thread „Lufthansa, langsam wird es peinlich“ geschrieben. Denn langsam frage ich mich wirklich, ob das alles noch ernst gemeint sein kann.
Wir reden hier schließlich von einer der größten Fluggesellschaften der Welt, die mit einem angeblichen 5-Sterne-Anspruch auftritt. Da sollte man doch erwarten dürfen, dass wenigstens die grundlegenden Abläufe funktionieren. Oder ist das inzwischen schon zu viel verlangt?
1: Newark, Terminal B.
Wir kommen mit Lufthansa in Newark an. Der Koffer ist beschädigt. Also möchte man den Schaden melden und sucht einen Lufthansa-Mitarbeiter. Ergebnis: Niemand da. Kein Ansprechpartner, keine Schadensaufnahme vor Ort. Man wird freundlich oder weniger freundlich auf die Online-Meldung verwiesen.
2: Die moderne Lufthansa-IT.
Also gut, denkt man sich, dafür gibt es schließlich digitale Prozesse. Man nimmt sein iPhone, versucht die Schadensmeldung aufzurufen und möchte die Fotos des beschädigten Koffers hochladen. Schließlich gibt es weltweit Millionen iPhone-Nutzer. Aber offenbar ist es für die Lufthansa-IT eine unlösbare Herausforderung, das System oder das Bildformat zu akzeptieren.
Na gut, vielleicht liegt es ja am iPhone. Oder am Browser. Oder an den Cookies. Oder vielleicht doch am Nutzer? Also probiert man verschiedene Möglichkeiten aus. Das Ergebnis bleibt dasselbe.
3: JFK und die Suche nach dem berühmten Lufthansa-Service.
Wir kommen um 14:45 Uhr am JFK an, sogar etwas früher, weil ein anderes Familienmitglied mit ITA Airways nach Rom (FCO) fliegt. Also schaut man sich am Flughafen um und sucht den Lufthansa-Service.
Und siehe da: Am Service-Schalter der Lufthansa Group ist kein Mensch zu sehen. Bei ITA Airways, Korean Air, Air France und anderen Fluggesellschaften sind Mitarbeiter vor Ort. Bei Lufthansa dagegen: gähnende Leere.
Die Mitarbeiter am Check-in erklären, dass sie mit der Gepäckschadensbearbeitung nichts zu tun haben. Das mag organisatorisch durchaus korrekt sein. Aber ernsthaft: Einige Stunden später sollen noch die Lufthansa-Flüge LH401, LH411 und LH405 starten. Und trotzdem ist offenbar niemand für solche Anliegen erreichbar?
4: Zurück in Deutschland – jetzt muss es doch funktionieren.
Wieder zu Hause versucht man, den Schaden über die Lufthansa-Website zu melden. Verschiedene Browser, verschiedene Geräte, unterschiedliche Links. Und was kommt? „Page Not Found“.
Man kontaktiert Lufthansa, bekommt die Aufforderung, die Cookies zu löschen und einen anderen Browser zu verwenden. Genau das hat man längst gemacht. Man klickt erneut auf die Links und landet wieder vor derselben Fehlermeldung.
Irgendwann bekommt man den Eindruck, dass nicht der Koffer das eigentliche Problem ist, sondern das Lufthansa-System, das einen von einer nicht funktionierenden Seite zur nächsten schickt.
Und jetzt kommt der ironische Teil:
Vielleicht sollte Lufthansa künftig nicht nur den Kofferanhänger mit einem Barcode versehen, sondern auch eine Gebrauchsanweisung für die eigene IT beilegen. Oder alternativ einen Warnhinweis anbringen:
„Achtung: Bei Beschädigung Ihres Gepäcks wenden Sie sich bitte an unseren Online-Service. Dieser ist möglicherweise nicht erreichbar. Sollte er doch erreichbar sein, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Formular nicht funktioniert. Bitte wenden Sie sich anschließend an unseren Kundenservice, der Ihnen erneut den Link zum nicht funktionierenden Formular zusendet.“
Das wäre wenigstens ehrlich.
Noch einmal: Mir geht es nicht primär um die 400 oder 500 Euro für den Koffer. Natürlich möchte ich meinen Schaden ordnungsgemäß melden und meine berechtigten Ansprüche geltend machen. Aber wenn eine Fluggesellschaft dieser Größenordnung es nicht schafft, einen funktionierenden Meldeweg anzubieten, einen Ansprechpartner am Flughafen bereitzustellen oder eine alternative Lösung anzubieten, dann läuft grundsätzlich etwas falsch.
Fünf Sterne auf dem Papier sind schön. Entscheidend ist aber, was passiert, wenn einmal etwas schiefgeht.
Denn eine Premium-Airline erkennt man nicht daran, wie gut alles funktioniert, wenn alles gut läuft. Sondern daran, wie sie mit Problemen umgeht.
Und genau da wird es für Lufthansa in meinem Fall langsam wirklich peinlich.