Lufthansa nach der Rettung - Diskussion zu Zukunft, Sparmaßnahmen und Firmenpolitik

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Der blanke Hon

Erfahrenes Mitglied
08.10.2020
399
4
DUS
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Allerdings halte ich schon immer ein Großteil der sogenannten Geschäftsreisen für puren Tourismus
Genau das habe ich doch paraphrasiert. Wenn die "sogenannten" Geschäftsreisen purer Tourismus sind, dann bedeutet das doch, dass es für die Shareholder oder bei Behörden den Steuerzahler außer Spesen nichts gewesen ist.

Das war m.E. schon vor Corona im Großen und Ganzen nicht so. Der Großteil der Geschäftsreisen produzieren mehr Werte als an Reisekosten anfallen. Das wird auch nach Corona so sein. Nur dass durch den covid-bedingten Lernzuwachs in Bezug auf Videokonferencing der Wert von persönlichen Begegnungen relativ zu digitalen ein klein bisschen gesunken ist. Von daher glaube ich, wird es nachdem die potentiell geschäftlich reisenden Leute geimpft sind, zu einer starken Erholung des corporate travel Segmentes kommen.
 
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Luftikus

Megaposter
08.01.2010
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irdisch
Geschäftsreisen sind komplett durchgetaktet und müssen Ergebnisse bringen. Die Abläufe sind eher unerholsam. Bei mir und allen, die ich kenne, die "normal" reisen. Zum Beispiel wird keine große Rücksicht auf etwaigen Jetlag oder Klimawechsel genommen, egal woher man kommt. Bevor man sich assimiliert hat, fliegt man schon wieder zurück. Oft mit der Crew vom Hinflug.
Die oben genannte Art von Konferenztourismus, mit Frau Gemahlin und so, mag es immer noch geben, aber typisch ist er wohl nicht mehr. Ich kenne aber persönlich Ärzte, die immer wieder zu Pharma-"Vorträgen" eingeladen werden. In irgendwelche Ski-Ressorts. Eine Stunde Vortrag, 3 Tage Ski fahren...
 
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somkiat

Erfahrenes Mitglied
30.05.2013
5.869
4.655
Gummersbach
Der Großteil der Geschäftsreisen produzieren mehr Werte als an Reisekosten anfallen.

Ich fürchte , daß diese Feststellung auf ebenso diffusen Vorstellungen beruht wie meine eigenen . Vermutlich verfügt der Deutsche Reisebüroverband über passende Studien hinsichtlich enormer Reiseerfolge , denen müßte man dann ebensolche gegenüberstellen , die nach meinetwegen einem Jahr ermitteln , was denn anders wäre wenn niemand verreist wäre und nachdem der Staub sich wieder gesetzt hat . Beim ersten Lockdown war übrigens der Himmel immer schön blau mangels Kondensstreifen , ist ja auch was wert .
 

Batman

Erfahrenes Mitglied
18.11.2017
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Hamburg
Also in unserem Bereich kann ich nur sagen, dass die Pandemie gezeigt hat dass es keinen Ersatz für persönlichen Kontakt und Austausch gibt. Man mag ein paar Sachen im digitalen Wandel voran bringen und die Augen für viele neue Prozesse geöffnet haben. Aber der interkulturelle Austausch, sowie die Präsenz auf Messen wird man nicht ersetzen können. Es gibt besonders bei noch nicht lange zusammenarbeitenden Partnern leider oft Probleme, die man über Videokonferenzen und Telefonaten nur schwer beheben kann. Zumal sich bei fast allen von uns eine Videokonferenzmüdigkeit einstellt. Absurd ist, wenn man für Internationale Konferenzen im Internet mehrere Hundert Euro zahlen soll. Da kann man dann Vorort durch die persönlichen Gespräche und durch zusätzlich entstehende Kontakte mehr erreichen. Allerdings ist es natürlich manchmal notwendig, wenn es sich um z.B. Veranstaltungen auf anderen Kontinenten handelt. Schlimmstenfalls ist sonst ein Mitbewerber mit dabei und ggf. auf einem Panel und man selbst ist nicht dabei. Schwierig.

Weiterhin, ist es in meinem spezifischen Bereich durchaus wichtig ein gutes Verkehrsnetz zu haben. Was nützt mir ein Wizzair Direktflug Hamburg Warna, wenn es nur eingeschränkte Flüge gibt und zu absurden Zeiten. Da meine Reisen zu großen Teilen von Europäischen Steuergeldern finanziert werden, sind die Veranstaltungen eng getaktet und auch die An- und Abreise. Länger bleiben geht nur auf eigene Kosten, oder wenn das Ticket gleichviel kostet. Hotel natürlich dann privat gezahlt für die Extra Tage....Insofern buchen wir allein auf Grund der Frequenzen oft die Lufthansa Gruppe über unser Firmenreisebüro. Es kommt durchaus vor, dass auch AF/KLM oder häufig sogar SAS gebucht wird, wenn LH keine gute Verbindung hat. Nur LOT ist bei uns nach bestimmt über einem Dutzend Ausfällen / Verspätungen auf der No-Fly Liste.

Es mag sicherlich Bereiche geben, wo weniger Geschäftsreisen stattfinden werden. Aber pauschalisieren kann man das m.M.n. nicht.

Genauso wie die handschriftlichen Weihnachtskarten, wird aber auch der Besuch des Geschäftspartners einen höheren Stellenwert bekommen und weniger selbstverständlich, weil eben die Digitalisierung hier in vielen Bereichen voranschreiten wird. Komplett ersetzen wird er aber den persönlichen Austausch nicht.
 

asdf32333

HH Gold Junkie
22.08.2014
2.864
316
HAJ
Und mal unter uns, auf Zoom & Co. hat jetzt schon keiner wirklich Lust mehr, gerade weil man mehr und mehr die immensen Nachteile realisiert. Ein ehemaliger Kollege zoomt seit Sommer über einen Verkauf eines small ticket in ein Nachbarland..., ging früher in 2 Tagen mit einer kleinen Delegation vor Ort , heute braucht man 17 Calls mitsamt Rattenschwanz. Unterm Strich mit Zoom deutlich teuer.

Kann ich nur bestätigen, meine MDs haben auch keine Lust mehr auf Videokonferenzen, ich denke, dass die Beratungen die ersten Business-Gäste bei den Airlines post-Covid werden
 
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Anonyma

Erfahrenes Mitglied
16.05.2011
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BRU
Bei uns in der Arbeit so ähnlich: Videokonferenzen und Co. werden als Notlösung gesehen, solange es anders nicht geht. Aber sicher nicht als gleichwertiger Ersatz.
 
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oliver2002

Indernett Flyertalker
09.03.2009
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MUC
www.oliver2002.com
Meine Amis spinnen momentan komplett und machen was sie wollen, meine Chinesen sind alle Dank einem (von McK begleiteten) Projekt alle einmal ausgetauscht worden. In solchen Situationen wird lokal das gemacht, was der lokale Chef vermeintlich für besser hält. Es ist zum Haareraufen. Externe behelfen sich irgendwie. Wenn ich da nicht einmal im Jahr persönlich vor Ort bin und mal mit den Kollegen ein Getränk konsumiere bzw. mit dem Chef mal das Geschäft durchgehe werden die Prozesse nicht gelebt. Externe erzählen dir über eine Video/Telecon gar nichts, und die Gestik fehlt komplett.

Behördengange/anhörungen über digitale Medien sind totale Kacke. Dein Gegenüber versteckt sich und antwortet nur mit Ja oder Nein. Die kleinen Gespräche bei der Begrüssung die hilfreiche Infos geben sind weg. Die Dynamik der gegenüber sitzenden EU Beamten, aus der man ermittelt wohin die Reise geht ist nicht mehr messbar. Im Frühling haben wir Vertreter von 20+ EU Ländern per Video/telecon bearbeitet. Super günstig aber totale Kacke. Die 2000€ die solch eine Reise kostet ist ihr Geld wert.

Das irgendwelche IT nerds jetzt nicht mehr reisen wollen/sollen verstehe ich voll. Aber deshalb die gleiche Logik auf alle anderen anzuwenden...
 

CX777

Erfahrenes Mitglied
05.03.2017
304
763
Guten Morgen!

Das Thema Videokonferenzen und Reiseaktivitäten kann man denke ich nicht pauschalisieren und ist je nach Branche und Unternehmen einzelfallabhängig. Die meisten auch vom Teilnehmerkreis international aufgestellten Termine bei uns, die von Präsenz zu MS Teams und Co. gewechselt haben, sind wesentlich flexibler und schneller organisiert und bringen am Ende auch zügiger Ergebnisse, weil sich v.a. die Lust auf das Drumherum aka die nebensächlichen Themen arg in Grenzen hält. Die Reisebudgets werden entsprechend angepasst, aber nicht bis aufs absolute Minimum zusammengestrichen. Für eine Fortbildung in meinem Fachbereich darf ich mich wohl auch zukünftig in die Bahn oder das Flugzeug setzen. Gut so, da mir bei den zwei Fortbildungen via Web der persönliche Zugang zu den anderen Teilnehmern gefehlt und sich bei den richtig interessanten Problemen niemand aus der Deckung getraut hat.

Auch kommt es ein wenig auf das Alter und die Bereitschaft zum Wandel unter den Kollegen an. Ich mit Anfang 30 habe noch die fetten Zeiten in unserem Unternehmen erleben dürfen, wo der halbe Flieger mit Kollegen gefüllt war, um zum nächsten Branchentreffen zu düsen. Von den Stories von anno dazumal, wo es für Sprachreisen mal zwei Monate natürlich in Business an die Westküste ging mal ganz zu schweigen. Bei den ganz jungen Kollegen wollen wiederum steht die work-life-balance ganz oben im Lastenheft und die tauschen jede zeitraubende Dienstreiseaktivität gegen eine Webkonferenz und damit mehr Freizeit ein. Sitzen dann aber wahrscheinlich abseits der Arbeit öfter im Flieger als die erfahrenen Kollegen.

Wenn Corona mal unter Kontrolle gebracht wurde - und das kann nach meiner Einschätzung aufgrund unseres gesamten Staats- und Gesellschaftssystems noch im Vergleich mit anderen Systemen ziemlich lange dauern - dürfte das Ergebnis zwischen "es wird überhaupt nicht mehr gereist" und "alles wird wie vorher" wohl in der Mitte liegen.
 
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Vollzeiturlauber

Erfahrenes Mitglied
27.11.2012
11.217
3.811
Nord Europa
Was ich überhaupt nicht Verstehe, diese LUFTHANSA Werbung.

EUROPA 99 EURO

Wenn man dann recherchiert handelt es sich um Hin- und Rückflug.

Alle (viele) anderen Airlines werben mit OW-Preisen. Warum steht da nicht RT dabei.

An wen wendet sich diese Werbung? An den der für 69 Euro (OW) mit EasyJet fliegt?
 

Threy

Erfahrenes Mitglied
05.05.2020
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1.164
Bei uns in der Arbeit so ähnlich: Videokonferenzen und Co. werden als Notlösung gesehen, solange es anders nicht geht. Aber sicher nicht als gleichwertiger Ersatz.

Und so sieht es in mehr und mehr Unternehmen aus. Zoom ist eine Ergänzung, ersetzt Telefonate etc.

Man darf auch nicht unterschätzen, dass die Reiseaktivitäten bei vielen Unternehmen bereits im Sommer 2019 reduziert wurden, da sich der Business Outlook eintrübte, die Korrelation zum Wirtschaftswachstum ist ja ein altbekanntes Phänomen.

Von daher sollte man den Unkenrufen wenig Glauben schenken, weltweit führende Airlines wie die Hansa haben ja schon zu Beginn der letzten drei Dekaden Kapazität aus dem Markt genommen, um dann recht schnell wieder den umgekehrten Pfad einzuschlagen, da die Nachfrage sehr schnell wieder anzog.
 

CGNFlyer

Erfahrenes Mitglied
23.05.2012
5.044
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Was ich überhaupt nicht Verstehe, diese LUFTHANSA Werbung.

EUROPA 99 EURO

Wenn man dann recherchiert handelt es sich um Hin- und Rückflug.

Alle (viele) anderen Airlines werben mit OW-Preisen. Warum steht da nicht RT dabei.

An wen wendet sich diese Werbung? An den der für 69 Euro (OW) mit EasyJet fliegt?
Sie wissen nicht was sie tun bei LH, dieses konzeptlose Rumgeeiere bei Werbung,Erstattungen und Flugstreichungen und on top noch diese unsägliche IT/Homepage.
 

Threy

Erfahrenes Mitglied
05.05.2020
2.880
1.164
Was ich überhaupt nicht Verstehe, diese LUFTHANSA Werbung.

EUROPA 99 EURO

Wenn man dann recherchiert handelt es sich um Hin- und Rückflug.

Alle (viele) anderen Airlines werben mit OW-Preisen. Warum steht da nicht RT dabei.

An wen wendet sich diese Werbung? An den der für 69 Euro (OW) mit EasyJet fliegt?

Ist doch eigentlich sehr leicht zu verstehen...und wenn es mit der Webseite nicht passt, bleibt doch noch der Weg ins Reisebüro, zumindest bis Mittwoch!
 

FCL

Erfahrenes Mitglied
02.04.2020
3.867
3.515
Die Welt hat sich in den letzten 9 Monaten auch ohne eine ganze Menge auf-einmal-nicht-mehr-vielfliegender Business-Kasper weitergedreht... und wird das auch weiterhin tun.

Wo Fliegen unersetzlich war, ist auch in dieser Zeit geflogen worden.

Und wer wirtschaftlich wirklich unersetzlich ist, der steht auch schon in der ersten Impf-Warteschlange.

Alles andere ist nur "me me me, I I I" Getue.

Nun ja.

Um auf andere Gedanken zu kommen... und vielleicht auch wieder etwas mehr zum Thread-Thema "Zukunft"... gibt's eigentlich einen Weg seine M&M Meilen einem guten Zweck zukommen zu lassen? Ich kann mir z.B. gut vorstellen, sie einem Krankenhaus zu vermachen...
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
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irdisch
Viele Flüge und Events sind einfach nur aufgeschoben worden. Da gibt es auch viel aufgestauten Nachholbedarf, nicht nur bei Urlaubern.
 

MANAL

Erfahrenes Mitglied
29.05.2010
15.065
10.751
Dahoam
Was ich überhaupt nicht Verstehe, diese LUFTHANSA Werbung.

EUROPA 99 EURO

Wenn man dann recherchiert handelt es sich um Hin- und Rückflug.

Alle (viele) anderen Airlines werben mit OW-Preisen. Warum steht da nicht RT dabei.

An wen wendet sich diese Werbung? An den der für 69 Euro (OW) mit EasyJet fliegt?


Soll LH mit ihren häufig überzogenen Fantasie-Oneway-Preisen werben? :confused:
 
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Luftikus

Megaposter
08.01.2010
25.648
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irdisch
Ich glaube eher, dass Kundenbindung weiter verblassen wird. Die Meilen werden oft von den Firmen einbehalten oder dürfen sogar ausdrücklich nicht mehr von den MA genutzt werden. Gleichzeitig buchen sich Abteilungen ihre eigenen Flüge und haben einen Etat, von dem sie mehr Flüge rauskriegen, wenn sie sparsam buchen. Da koppelt man sich eher von den Airlines und den mit diesen verbundenen Reisebüros immer weiter ab. Die haben doch oft gar kein Interesse, zu sparen, die wollen viel Umsatz machen.
Man guckt also reihum, steigt jedes mal woanders um und hat nirgendwo mehr relevanten Status. Auch nicht weiter tragisch.
 

oliver2002

Indernett Flyertalker
09.03.2009
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MUC
www.oliver2002.com
Heute morgen habe ich folgendes gehört (Interview mit dem CEO der UA auf Marketplace) und dachte dies passt gut hier hieneien ;)

Ryssdal: Last thing and then I’ll let you go. I want to talk about business travel, which, as you more than most are well aware, is is the bread and butter of airline profits these days, or has been or was till March. There are predictions, you know, Bill Gates has said 50% is never going to come back, but take your pick on others, it’s a fair bet that a lot of companies are going to see some worth in Zoom meetings than in sending people across the country. What are you going to do as you’re running United to make up for that loss in business travel? First of all, do you buy it? And then how are you gonna make up for it?

Kirby: The biggest answer is I don’t buy it. And I recognize that my view is not the consensus. I do think it’ll take a couple of years for business demand to come back. But humans are social creatures, we need the interaction. As nice a substitute as Zoom and [Microsoft] Teams have been during the pandemic when there’s no alternative, it is nowhere close to being there in person, building relationships, having a dinner, having drinks at the end of a conference. And I think that the first time a company loses a sale to a competitor, because they tried to do a sales call on Zoom and their competitor showed up in person, is the last time that they will try to make sales calls on Zoom. And so you can put me firmly in the camp of thinking business demand will recover. This debate, by the way, happened 20 years ago when video conferencing first started and turned out not to be the case. And I think it’s fundamental to what human nature is. It’s not the same doing these online as it is being there in person. I do think it’ll take a couple more years for business demand to recover, but we’re expecting it to fully recover

https://www.marketplace.org/2020/12...-ceo-the-top-job-means-taking-care-of-people/
 

Der blanke Hon

Erfahrenes Mitglied
08.10.2020
399
4
DUS
Na ja gut, Kirby ist ein Lobbyist. Der muss Optimismus verbreiten.

Ich habe ja meine Meinung bereits breitgetreten. Es gibt Dinge, was weiß ich, die Präsentationen von ein paar junior staff, die neu in der Firma sind, die man ganz gut per Webex, Adobe Connect, Zoom und Konsorten machen kann. Dafür wird man nicht extra ne kleine Konferenz machen, für die ein paar Leute durch die Gegen fliegen müssen. Oder man verdichtet den Terminkalender während des jährlichen Team-Building-Seminars. Also werden natürlich manche Geschäftsreisen wegfallen, weil jetzt einfach jeder die Videoconferencing/Digital Seminar Room/etc. Technologie beherrscht und es viele Szenarien gibt, in denen non-verbale Kommunikation, "shop talk" während eines informellen Essens usw. nicht so wichtig sind. Eine ganze Menge, aber *nicht* alle Geschäftsreisen werden zurückkehren.

Ich hatte vorhin schonmal gepostet (aber dann gelöscht, weil eigentlich nicht wirklich LH-spezifisch), dass die größere Entwicklung der technologische Wandel in Bezug auf das Management von Geschäftsreisen ist. Tools wie die von Salesforce sind Win-Win für Konzerne *und* Airlines. Und die geschäftsreisenden MA werden dadurch gläserner. Nein, man führt diese Tools nicht primär ein, um MA zu überwachen, aber es ist sicherlich ein Weg, Ihr Verhalten mehr im Sinne des Konzerns zu steuern. Und wenn es über Anreize wie Targeting von Marketing-Maßnahmen nicht geht, wird es punktuell Einschränkungen geben. Für den geschäftlichen Vielflieger sind das schlechte Nachrichten, weil weniger Möglichkeiten bestehen, zusätzliche Meilen/Punkte/Status zu generieren oder nerd-mäßig eine andere Buchungsstrategie zu fahren als das Gros der Kollegen.

Salesforce und co. bringt auch Vorteile, z.B. vereinfachte (Um-)Buchungsprozesse. Und manche Freiheiten für MA werden bestehen bleiben, auch weil man Angestellten, die trotz des Stresses Fliegen und Zeit weg von der Familie verbringen, auch ne gewisse Wertschätzung zukommen lassen wird. In toto prognostiere ich jedoch umfassenderes Management seitens corporate travel und weniger "Maximierungsmöglichkeiten" für den geschäftsreisenden Nerd und VFT-ler.
 

Japandi

Erfahrenes Mitglied
06.04.2014
1.511
956
BRN
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Kirby spricht von Sales Meetings. Das ist eine Kategorie, wo ich ebenfalls davon ausgehe dass die sich zu 100% erholen werden (von online wieder auf persönlich vor Ort). Ebenso Consulting und alle anderen Arten von Meetings, wo der persönliche Kontakt und das "Soziale" wichtig sind.

Aber dann gibt es noch eine Reihe von Meetings, wo es nicht um "viel" geht. Klassische Projektmeetings, Sprint Planung mit mehreren Lieferanten, etc. Und hier denke ich schon, dass sich manches dauerhaft in Richtung Online verlagert.
Sehe ich bei uns: Der Tenor ist, solche Meetings "nach Corona" teilweise weiterhin via Videokonferenz abzuhalten. Die Betonung liegt auf teilweise - ab und zu muss (sollte) man sich schon sehen. Aber dass für ein simples Statusmeeting jede Woche oder jeden Monat diverse Leute stundenlang unterwegs sind - das war schon vor Corona meist eine Verschwendung von Ressourcen und wurde jetzt erst richtig erkannt, nachdem es auch online gut funktioniert.

Daher gehe ich schon davon aus, dass sich ein Teil der Geschäftsreisen verlagert - aber ich gehe von einem deutlich kleineren Anteil aus, maximal 20%, eher weniger.

Die letzten Jahre war bereits der Trend, mehr wohlhabende Privatreisende anzusprechen und in die C zu bringen. Das wird darum wohl immer wichtiger werden.
 
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