LX: Sorry, kein Weihnachtsbonus, wir haben alles für das hässliche Logo ausgegeben

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boekel

Erfahrenes Mitglied
04.11.2009
2.883
496
GVA
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4. Wer hier von Sozialkompetenz faselt, sollte realisieren, dass genau so ein langfristiges Konzept einen kleinen Wutzicarrier aus einer weitgehend isolierten Volkswirtschaft sicher in die Zukunft fliegen wird und musste nicht sogar der
Profitgigant Nestle in diesem Jahr realisieren, dass die Schweiz mehr und mehr die Wettbewerbsfaehigkeit verliert...mit gewissen Konsequenzen fuer den Franken

kann es sein, dass Du hier Wirkung und Ursache verwechselst? Der starke Franken fuehrt zu einem Verlust der Wettbewerbsfaehigkeit und nicht umgekehrt.:idea:
 
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TAZO

Erfahrenes Mitglied
09.04.2009
4.570
0
Laesst sich mit 50 EUR aus deinem Weihnachtsgeld sicherlich verwirklichen!

Zu teuer

In letzter Vergangenheit ist es wohl eher umgekehrt. Die LH hat nichts zum subventionieren.

Wirklich ?


Es gab in der Vergangenheit also keine Jahresboni fuer die Mitarbeiter waehrend sich LX zum leistungsstarken Carrier entwickelt hat? Ist es ebenso langfristige Strategie wenn sich die Manager weiterhin gute Ausschuettungen genehmigen und den Mitarbeitern an vorderster Linie (welche zumindest nach den Auskuenften von Yurop Flyer bereits jetzt weniger verdienen wie Coop Angestellte im Einzelhandel) noch die letzte Gratifikation und Motivation nehmen?

Bisher wurden die Ziele mehr als erfuellt, in diesem Jahr nicht...so ist es halt. Muss ein FA mehr verdienen als ein Angestellter im Einzelhandel ? Wie sah es denn mit den Coopmitarbeitern in Deutschland aus, die bekamen irgendwann auch kein Weihnachtsgeld mehr und auch kein normales Gehalt..., da die Unternehmung am Ende war :idea:


Laecherlich ist eher der hier von dir verfasste Post. Was hat Globalisierung mit der Entscheidung bzgl des Weihnachtsgeldes fuer eine einzige Berufsgruppe des Konzerns zu tun? Wenn dann muessen alle sparen. Und das an Dingen die sinnvoll sind. Wie man an dem Beispiel Flugstreichungen sieht balanciert sich diese Einsparung wieder aus. Wenn das Beispiel 'Verweigerung von Ueberstunden' Schule macht wird dies ein Minusgeschaeft fuer LX.

Du hat die Kernaussage des Posts missverstanden. Entweder man ist koherent in seinem Handeln und postet entsprechend oder man ist es nicht. Die Pseudogutmenschen, die dann zu Aldi gehen und Nike Sneaker tragen, aber ansonsten gerne einen auf moralisch korrekt ( also gegen Globalisierung und pro Arbeit in Europa ) sind es leider nicht. 90% der Poster im VFT, die nun einen auf Solidaritaet mit den FA machen, beschweren sich morgen ueber zu hohe Preise der Hansa ex Berlin und nutzen jede zwielichtige Website, um noch einmal den Preis um ein paar Euros zu druecken...

Ich fordere daher pauschal jeden dieser Poster auf, in 2012 pauschal 100 Euro mehr fuer ein C und F Ticket ( auch Award, ihr US Air Schlingel :p ) zu zahlen, damit wir auf die 14 Mio CHF kommen und so den WB fuer 2012 sichern.

Die Beschaeftigten muessen fuer Produktmaengel und daraus folgende Kompensationen mit ihrem Gehalt gradestehen? Interessanter Ansatz... Aber leider wieder daneben denn es geht hier nicht um 'die Beschaeftigten' im Kollektiv. Denn es wird ja nicht jedem MA etwas abgezogen. Das Argument ist also fuer die Tonne.

Nee, u.a Eu 261 und die Gehaltsentwicklung sind voellig getrennt zu betrachten. Da ziehen Airlines eine ganz klare Linie und sehen sich nicht die Gesamtkosten an, von daher kannst du jederzeit weiter Kompensation fuer jede Kleinigkeit fordern und trotzdem gut schlafen, wenn gewisse Boni und Perks gestrichen werden, da besteht ganz ganz sicher kein Zusammenhang... ;)

Sorry, aber hier moralisch einen auf dicke Hose zu machen und gleichzeitig der Discountkoenig sein zu wollen, das passt leider nicht ganz zusammen...
 

franzose

Fremdbucher
10.07.2009
5.940
168
MUC
Bisher wurden die Ziele mehr als erfuellt, in diesem Jahr nicht...so ist es halt. Muss ein FA mehr verdienen als ein Angestellter im Einzelhandel ? Wie sah es denn mit den Coopmitarbeitern in Deutschland aus, die bekamen irgendwann auch kein Weihnachtsgeld mehr und auch kein normales Gehalt..., da die Unternehmung am Ende war :idea:

Wo steht das? Die offizielle Aussage war:

Der Verzicht auf Auszahlung eines Weihnachtsgeldes in diesem Jahr habe damit zu tun, dass die Unternehmensziele, anders als in den vorangegangenen Jahren, nicht übertroffen wurden.

Wenn man sich den Finanzbericht anschaut, sieht das aber anders aus. Ich kenne nicht die Ziele, aber für mich sieht das so aus als ob die illusorisch hoch hingen!

SWISS steigerte in den ersten neun Monaten den Betriebsertrag um 5 % auf CHF 3‘707 Mio. Dank guter Nachfrage und hoher Auslastung resultierten im 3. Quartal CHF 159 Mio. Gewinn. Damit liegt der kumulierte operative Gewinn bis Ende September bei 288 Mio. CHF, 24 % über der Vergleichsperiode.

Und dann streiche ich das Weihnachtsgeld der Tarifbelegschaft? Wirklich nur schwer nachzuvollziehen. Zudem ist das Weihnachtsgeld keine Leistungskomponente. Die Zahlung sollte ursprünglich zum Kauf von Geschenken und einem besseren Gelingen des Festes beitragen, ist also eher eine Sozialkomponente. Gerade deswegen ist dies ein Schlag ins Betriebsklima und wird sehr emotional diskutiert.

Und hier noch einer: Versteckte Drohung des Swiss-Managements? - News Zürich: Region - tagesanzeiger.ch
 
Y

YuropFlyer

Guest
Wer steckt denn diesmal unter dem Nick ägyptischer pharao ?
Langsam reicht's ...

Auch wenn ich vermute das der Pharao einen Zweit/Dritt/Viertnick darstellt, im Gegensatz zu Zurichflyer/Hollönder, Grauen, Elly etc. sind seine Postings bisher sachlich und zum Thema Reisen geschrieben. u.A. hat er auch diese Hotelrate gepostet:

http://www.vielfliegertreff.de/smar...n-d-cube-seoul-fuer-26-90-chf.html#post606017

Und er hat noch nicht behauptet, ein Super-Duper-Mega HON zu sein, der aber nur immer mit el-cheapo-KLM-eco-fares in der FIRST fliegt :rolleyes:

Will heissen: Unschuldig bis Schuld bewiesen :D
 

Lohausen

Erfahrenes Mitglied
29.07.2010
1.074
533
BER
Zunächst mal der Link zu den von franzose zitierten Zahlen:

Finanzergebnis 1.-3. Quartal: SWISS mit CHF 159 Mio Gewinn im dritten Quartal

http://www.swiss.com/web/DE/about_swiss/financial_information/financial_reports/Documents/2011/20111027_Medienmitteilung_Business_Report%20Q3.pdf

Am 09.12. wurden dann die Zahlen für November veröffentlich, die eine Steigerung zum Vorjahr aufweisen:

Verkehrszahlen November 2011 - SWISS mit Passagierzuwachs im November

http://www.swiss.com/web/DE/about_swiss/financial_information/financial_reports/Documents/2011/20111027_Medienmitteilung_Business_Report%20Q3.pdf

Ist es da ein Wunder, dass die Mitarbeiter der Begründung "Gewinn ist nicht genug, satter Gewinn muss her" nicht folgen können?
 
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TAZO

Erfahrenes Mitglied
09.04.2009
4.570
0
kann es sein, dass Du hier Wirkung und Ursache verwechselst? Der starke Franken fuehrt zu einem Verlust der Wettbewerbsfaehigkeit und nicht umgekehrt.:idea:

Genau so ist es, der Franken wurde zu stark und das hatte dann gewisse Konsequenzen fuer den weiteren Verlauf des Franken..., steht aber auch schon im ersten Post, aber vielleicht nicht ganz so deutlich.
 
Y

YuropFlyer

Guest
Verkaufsstandort: Kloten

Ob man das direkt in Balsberg abholen kann? :D

Es wäre toll wenn wir eine Aktion hinbekommen, mit welcher wir den Swiss-Angestellten unsere Solidarität in ihrem Kampf gegen ihre offenbar etwas weltfremd (ich habs nett ausgedrückt :D )gewordene Führungsetage ausdrücken können.

Welche User aus der Umgebung Zürich (die also an einem Event in ZRH Airport dabei sein können) hätten da Interesse? Ziel: Spontan in den nächsten 3 Tagen, vor Weihnachten. Ernsthafter Aufruf. Wer mag auch per PM antworten, oder öffentlich hier.
 
Z

Zurich Flyer

Guest
Zunächst mal der Link zu den von franzose zitierten Zahlen:

Finanzergebnis 1.-3. Quartal: SWISS mit CHF 159 Mio Gewinn im dritten Quartal

http://www.swiss.com/web/DE/about_swiss/financial_information/financial_reports/Documents/2011/20111027_Medienmitteilung_Business_Report%20Q3.pdf

Am 09.12. wurden dann die Zahlen für November veröffentlich, die eine Steigerung zum Vorjahr aufweisen:

Verkehrszahlen November 2011 - SWISS mit Passagierzuwachs im November

http://www.swiss.com/web/DE/about_swiss/financial_information/financial_reports/Documents/2011/20111027_Medienmitteilung_Business_Report%20Q3.pdf

Ist es da ein Wunder, dass die Mitarbeiter der Begründung "Gewinn ist nicht genug, satter Gewinn muss her" nicht folgen können?


Wow, beeindruckende Zahlen. Die Swiss scheint kernsolide und auf Wachstumspfad zu sein. Da müsste ein kleines Weihnachtsgeld schon drinliegen
 

bettina7411

Erfahrenes Mitglied
23.04.2011
766
1
VIE
Wenn man ueberlegt wieviele Millionen ein Unternehmen ausgeben muss um sich ueber Lobbyarbeit und Werbung positiv in Szene zu setzen dann war diese Einsparung von 14 Millionen ein echter Crapshot. Alle schweizer Medien schlagen auf die Swiss ein & an negativer Publicity kann die LX derweil nicht wirklich noch mehr gebrauchen. Klasse Leistung, Hohmeister!

Sehe ich so ähnlich. Und ja, ich habe grundsätzlich Verständnis für das Verhalten der Crew und ich finde die Entscheidung des Managements auch nicht richtig. Nur ich weiß nicht, ob Ihr immer noch so viel Verständnis hättet, wenn Ihr selber Weihnachten in Cairo oder sonstwo festsitzt....

Also man kann eindeutig festhalten dass das Management hier versagt hat. Warum:

a) negative Publicity durch "Käsebrett statt Weihnachtsgeld"
b) ständiges hervorholen der Geschichte "aber fürs doofe Logo hatte man Geld"
c) Crew-Überstunden-Weigernis
d) Swiss hat gut verdient aber zahlt kein Weihnachtsgeld Geschichte
e) usw.

Managen heißt für mich auch, die Tragweite von Entscheidungen abschätzen zu können. Jetzt kann man den Inhalt der Entscheidung noch gegf. vertreten (also kein Weihnachtsgeld zu zahlen), aber so wie das gemacht wurde, war das ein kapitaler Managementfehler. Das muss einem Vorsitzenden der GF doch klar sein, dass gerade rund um Weihnachten und kurz nach Verlautbaren von "tollen Gewinnen" das Streichen von Weihnachtsboni für die "unteren Schichten" in der Öffentlichkeit zu 99,9% negative Schlagzeilen erzeugt.

Was ginge wäre:

a) Vorstand spart bei sich selbst trotz Rekordgewinnen und kürzt Boni
b) Rekordgewinne - auch Mitarbeiter bekommen ihren Teil
c) usw.

Aber den fünf Managern, die jetzt sagen toll, dafür fliege ich Swiss stehen nun tausende Personen gegenüber, die darüber nachdenken, ob sie wirklich weiter Swiss fliegen wollen. Und der Lufthansa hat das ganze auch eher geschadet (kommt in jeden zweiten Artikel vor), und falls es die Idee der LH Spitze war, dann hat die aber auch einen kapitalen Bock geschossen.

Da mussten schon Vorstände wegen weniger kapitalen Managementfehlern den Hut nehmen.

Und ganz ehrlich - sollte ich irgendwo hängen bleiben dann sehe ich die Schuld nicht bei den Mitarbeitern, sondern wieder beim Management der Airline.

B.
 

linuxguru

Erfahrenes Mitglied
01.09.2009
3.241
3
ZRH
...
Da mussten schon Vorstände wegen weniger kapitalen Managementfehlern den Hut nehmen.

Und ganz ehrlich - sollte ich irgendwo hängen bleiben dann sehe ich die Schuld nicht bei den Mitarbeitern, sondern wieder beim Management der Airline.

B.
Ich gehe mit Dir total d'accord.
Dass Vorstände wegen geringeren Fehlern den Hut nehmen mussten, muss aber schon sehr lange her sein...
Nach meinem Verständnis für Business-Ethik wäre das die einzige Konsequenz, die den jetzt bereits entstandenen Schaden wieder haöbwegs aufwiegen könnte.
Leider sind diese Ansichten eine sog. "old-school attitude". Die modernen "Nieten in Nadelstreifen" können mit solchen, wie den von Dir aufgezeigten, Handlungsweisen und Schadensbegrenzungsszenarien leider doch absolut nichts mehr anfangen.

Ich warte auf die Situation, wo einer der Beschenkten das Käsebrett einem der Vorstände "um die Ohren haut"... ;)
 

TAZO

Erfahrenes Mitglied
09.04.2009
4.570
0
Da sind sie wieder, die moralischen Leuchten unserer Gesellschaft, die den Nieten in Nadelstreifen permanent kapitale Managementfehler unterstellen, gleich deren Kopf fordern und eine Stunde spaeter den naechsten LH C Sale gar nicht abwarten koennen.

Wer angesichts einer drohenden Rezession weltweit, einer problematischen Waehrung, moeglichen Repressionen fuer europ. Airlines aus den USA in Sachen Emissionshandel und Oelpreisen im dreistelligen Bereich also Cash einsparen will, weil gesetzte Ziele nicht ueberboten wurden, laeuft Gefahr Gegenstand der Bestsellerlisten zu werden, sollte der gute Ogger noch aktiv sein...

Wenn man sich nun einschlaegigen Weltklasseunis und deren Professoren widmet und man in Harvard und bei Kotter inne haelt, stoesst man u.a auf die Erkenntnis, dass ein 'sense of urgency' geschaffen werden muss, um wirklich etwas zu aendern, klassisches Changemanagement.

Das hat die Swiss hier ohne Zweifel getan und man kann ihr nur Beifall spenden, wenn sicherlich auch die Art und Weise der Kommunikation Fragen aufwirft.

Vielleicht eine Retourkutsche fuer die Millionenverluste, die man einstecken musste, als sich vor Jahren waehrend der Verhandlungen mit dem fliegenden Personal dieses erstaunlich oft krank meldete und Tausende von Fluegen ausfallen mussten, da man keine Crews mehr hatte...in Stuttgart kann man davon ein Lied singen, es soll Wochenenden gegeben haben, an denen kein Flug nach Stuttgart abheben konnte.

Franz scheint mir hier mehr ein Elephant, weniger ein Wolf zu sein.
 
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Reaktionen: Anne

linuxguru

Erfahrenes Mitglied
01.09.2009
3.241
3
ZRH
Fall Du mich mit
Da sind sie wieder, die moralischen Leuchten unserer Gesellschaft, die den Nieten in Nadelstreifen permanent kapitale Managementfehler unterstellen, gleich deren Kopf fordern und eine Stunde spaeter den naechsten LH C Sale gar nicht abwarten koennen.
meinst, hast Du den eigentlichen Kern meines Posts nicht erfasst.

Es ist richtig und keineswegs verwerflich, in der Zeit zu sparen, damit man in der Not hat, nur sollte das halt auch einfach vernünftig kommuniziert werden.
Ich verstehe nicht, warum sich alle auf die 2k CHF verbissen haben, was ja scheinbar die Obergrenze ist (ich kenne die Details dahingehend fast nicht bzw. nur unzureichend). Letzlich wäre es eine - in meinen Augen sehr gute - Geste, dem Personal beispielsweise 200 CHF auszubezahlen mit einer ensprechenden Erklärung, wieso und warum und vorallem diese Reduktion dann auch - mindestens prozentual - bei den Boni der empfangsberechtigten Manager durchzusetzen.

Aber das Personal, ohne welches die Gewinne so nicht hätten realisiert werden können, mit einem Holzbrett und einem wirklich dummen Spruch abzuservieren, zeugt eben in meinen Augen von fehlendem Verständnis für Management-Ethik und v.a. fehlender Kinderstube.
 

west-crushing

Erfahrenes Mitglied
03.08.2010
8.031
3.287
CGN
Da sind sie wieder, die moralischen Leuchten unserer Gesellschaft, die den Nieten in Nadelstreifen permanent kapitale Managementfehler unterstellen, gleich deren Kopf fordern und eine Stunde spaeter den naechsten LH C Sale gar nicht abwarten koennen.

Es sind hier halt einige armchair Manager unterwegs ...

Is halt immer ne Frage der Sichtweise. Man könnte genauso gut sagen, hier sind halt (bei der typischen Vielfliegerklientel nicht besonders überraschend) ne Menge Leute unterwegs, die an die ungehemmte, unsolidarische freie Marktiwrtschaft glauben, die uns in diese Krise geführt haben.

Wenn noch ein paar weitere LX Crews das Beispiel "Keine Überstunden" aufgreifen, hat die Swiss am Ende locker mehr Geld allein damit verloren, als sie durch das gestrichene Weihnachtsgeld gespart hat.

Gerade hier wird doch immer gefordert, jeder solle seine Sache machen und nicht Dritte damit hineinziehen (Stichwort z.B. : Streiks) und Leute die anderes sagen schlichtweg als assozial abgekanzelt. Dann ist es aber doch nur folgerichtig ein Mangement, dass Millionen Franken für eine völlig sinnlose und unter PR-Gesichtspunkten absolut schiefgegangene Logo-Änderung ausgibt und daraufhin den Betriebsfrieden sowie den Kundenservice (unmotivierte Mitarbeiter bieten in aller Regel schlechteren Service) durch Streichung einer einmaligen Sonderzahlung runterfährt als "Nieten" zu bezeichnen.
 

TAZO

Erfahrenes Mitglied
09.04.2009
4.570
0
Fall Du mich mit meinst, hast Du den eigentlichen Kern meines Posts nicht erfasst.

Es ist richtig und keineswegs verwerflich, in der Zeit zu sparen, damit man in der Not hat, nur sollte das halt auch einfach vernünftig kommuniziert werden.
Ich verstehe nicht, warum sich alle auf die 2k CHF verbissen haben, was ja scheinbar die Obergrenze ist (ich kenne die Details dahingehend fast nicht bzw. nur unzureichend). Letzlich wäre es eine - in meinen Augen sehr gute - Geste, dem Personal beispielsweise 200 CHF auszubezahlen mit einer ensprechenden Erklärung, wieso und warum und vorallem diese Reduktion dann auch - mindestens prozentual - bei den Boni der empfangsberechtigten Manager durchzusetzen.

Aber das Personal, ohne welches die Gewinne so nicht hätten realisiert werden können, mit einem Holzbrett und einem wirklich dummen Spruch abzuservieren, zeugt eben in meinen Augen von fehlendem Verständnis für Management-Ethik und v.a. fehlender Kinderstube.

und/oder einer sehr risiko-aversen Managementphilosophe und einer sehr pessimistisch Prognose fuer die kommenden Quartale.

Ich gehe wirklich mehr und mehr von einer Retourkutsche fuer die Probleme um 2006/07/08 aus. Ohne mich bisher lokal informiert zu haben, muss ich ansonsten schon sehr schwarz sehen, wo wir wieder beim Rainer in Berlin waeren und in diesem Fall wirklich einmal die Managementleistung hinterfragen muessten.

Natuerlich gehe ich davon aus, dass auch das Management nicht zusaetzlich entlohnt wird, sollte deren Ziele nicht ueberboten worden sein.
 

TAZO

Erfahrenes Mitglied
09.04.2009
4.570
0
Is halt immer ne Frage der Sichtweise. Man könnte genauso gut sagen, hier sind halt (bei der typischen Vielfliegerklientel nicht besonders überraschend) ne Menge Leute unterwegs, die an die ungehemmte, unsolidarische freie Marktiwrtschaft glauben, die uns in diese Krise geführt haben.

Setz' mich hier aber bitte nicht mit Roesler, Bahr und Konsorten in eine Lounge

Bin weiss Gott kein Verfechter der freien Marktwirtschaft in Reinkultur, kenne nur die Transfer Pricing Aktivitaeten in diversen Konzernen, kann daher Profite und Gewinne durchaus relativieren.

Sehe im VFT auch per se keinen Trend zur voellig freien Marktwirtschaft, allerdings ganz klar einen Trend zum Sparen bei Tickets und Hotels unter Ausnutzung aller legalen und ab und an auch weniger legalen Tricks&Kniffe...was leider nicht ganz koherent mit den moralischen Anspruechen einiger User daherkommt.

99 Euro ab Berlin mit der Hansa - 20 Euro Onlinebonus und davor noch nett die Senlounge leer essen, resultiert dann in Subunternehmen wie Aviation Power oder Callcentern in der Tuerkei oder Suedafrika...
 
Z

Zurich Flyer

Guest
Nun ja, wenn's nur die SEN-Lounge ist. Da hat doch kürzlich jemand geschrieben, dass pro SEN-Lounge-Besuch ein kleiner einstelliger Betrag verrechnet wird. Aber es gibt ja noch ganz andere Lounges die man mit einem ~ 50 €-Nett-Preis besuchen kann. Und das auf dem Hin- und Rückweg :D
 

Anonyma

Erfahrenes Mitglied
16.05.2011
16.575
9.982
BRU
Sehe im VFT auch per se keinen Trend zur voellig freien Marktwirtschaft, allerdings ganz klar einen Trend zum Sparen bei Tickets und Hotels unter Ausnutzung aller legalen und ab und an auch weniger legalen Tricks&Kniffe...was leider nicht ganz koherent mit den moralischen Anspruechen einiger User daherkommt.

99 Euro ab Berlin mit der Hansa - 20 Euro Onlinebonus und davor noch nett die Senlounge leer essen, resultiert dann in Subunternehmen wie Aviation Power oder Callcentern in der Tuerkei oder Suedafrika...

In diesem Punkt gebe ich Dir recht. Diese übertriebene "Geiz-ist-Geil"-Mentalität mancher Leute ist letztendlich auf privater Ebene nicht viel was anderes, als manch ein Manager eben auf Unternehmens-Ebene macht.

Ich bin in puncto BWL ein absoluter Laie (enthalte mich also irgendwelcher Management-Ratschläge....), nur auch für mich passt es irgendwo nicht zusammen, einerseits höhere Bezahlung der Angestellten etc. zu verlangen, andererseits selber aber immer nur das Billigste zu wollen.

Weswegen ich aber den Entschluss, das Weihnachtsgeld komplett zu streichen, trotzdem nicht richtig finde. Ich denke auch, dass die Leistung der Mitarbeiter entsprechend anerkannt werden sollte, und dass es da bessere Lösungen gegeben hätte, etwa in der Art, wie Linuxguru zuvor geschrieben hat.
 

MultiiSaft

Erfahrenes Mitglied
06.04.2010
301
0
EDDS
Und dies auf dem Rücken unbeteiligter Dritter - Pax - auszutragen bringt aber nicht immer den gewünschten Sympathieeffekt...

Sehe ich so ähnlich...

Grundsätzlich komme es immer wieder vor, dass eine Crew ausgewechselt werden müsse, weil ihre Arbeitszeit sonst das legale Mass überschreiten würde.
Kabinenbesatzung weigerte sich zu fliegen - News Zürich: Region - tagesanzeiger.ch

achso, wenn es darum geht, etwas auf dem Rücken der unbeteiligten Paxe auszutragen oder der Sympathiewert schrumpfen könnte, ist es natürlich ganz selbstverständlich, Regelungen in Tarifverträgen oder gar Gesetze zu ignorieren :eek:

Dass jedoch Flüge aus diesem Grund annulliert werden müssen, sei ein Ausnahmefall. «Wir hatten in der kurzen Zeit keine Möglichkeit, Ersatz zu finden.»

das ist ein Versagen des Managements! der Flug dauert ja nicht plötzlich so extrem lange und es muss sicher auch nicht zum allerersten Mal in der Schweiz enteist werden. Z. B. mehr Personal auf Stand-By - ach nee, das kostet ja auch...

Ab gesehen davon: Hat sich denn schon mal jemand Gedanken gemacht, dass die FA nicht nur dafür da sind, schön auszusehen, einem die Zeitung zu bringen, den HON beim Namen anzusprechen oder die erlesene Auswahl an Kostlichkeiten zu erklären?
Die Hauptaufgabe ist immernoch die Sicherheit an Bord. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit recht gering ist: Ich möchte keine überarbeitete und übermüdete FA, die es nicht auf die Reihe bekommt, im Notfall die Maschine zu evakuieren etc., nur weil wegen Sympathieeffekten dem Pax gegenüber die nicht ohne Grund vereinbarten gesamtarbeitstariflichen Maximalstunden überschritten wurden...
 

Anonyma

Erfahrenes Mitglied
16.05.2011
16.575
9.982
BRU
achso, wenn es darum geht, etwas auf dem Rücken der unbeteiligten Paxe auszutragen oder der Sympathiewert schrumpfen könnte, ist es natürlich ganz selbstverständlich, Regelungen in Tarifverträgen oder gar Gesetze zu ignorieren :eek:
...

Nun ja, also die Streiks, von denen ich dieses Jahr betroffen war, waren Proteste gegen Sparmaßnahmen / Reformen / Heraufsetzung des Rentenalters.... und hatten nichts, aber rein gar nichts, mit einem Verstoß gegen Gesetze zu tun.
Und wenn wirklich gegen Tarifverträge oder gar Gesetze verstoßen wird, dann sollte es doch andere Möglichkeiten geben, das zu regeln, als plötzlich Passagiere stehen zu lassen....

das ist ein Versagen des Managements! der Flug dauert ja nicht plötzlich so extrem lange und es muss sicher auch nicht zum allerersten Mal in der Schweiz enteist werden. Z. B. mehr Personal auf Stand-By - ach nee, das kostet ja auch...

Also ohne jetzt Details zum Einzelfall zu kennen: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Crew plötzlich völlig übermüdet ist, nur weil der Flieger wegen Enteisung eine halbe Stunde später fliegt :confused: Insofern weiß ich nicht so recht, was ich von so einer Aktion halten soll.

Wobei ich Dir andererseits recht gebe, dass sowas durch eine vernünftige Planung, mehr Personal auf Stand-By etc. vermieden werden sollte. Nur wie Du selber schreibst - das kostet ja, und viele Kunden sind heute ja auch nicht unbedingt bereit, mehr als einen Schnäppchen-Preis zu zahlen....
 

west-crushing

Erfahrenes Mitglied
03.08.2010
8.031
3.287
CGN
Weswegen ich aber den Entschluss, das Weihnachtsgeld komplett zu streichen, trotzdem nicht richtig finde. Ich denke auch, dass die Leistung der Mitarbeiter entsprechend anerkannt werden sollte, und dass es da bessere Lösungen gegeben hätte, etwa in der Art, wie Linuxguru zuvor geschrieben hat.

Gehen wir mal hypothetisch davon aus, dass die Behauptung von TAZO zutrifft und es notwendig ist Cash in der Firma zu behalten. Dann wäre eine Lösung doch ganz einfach gewesen: " Liebe Mitarbeiter, trotz der hohen Gewinne müssen wir wegen schlechter Aussichten (etc, bla, bla) leider weiter Geld im UNternehmen halten. Daher: Reduzierung Weinachtsgeld auf 200 CHF. Selbstverständlich werden auch die außertariflichen Mitarbeiter wie das Managment nur 10% ihres Bonus erhalten. Wir hoffen auf euer Verständnis, und mit gemeinsamer Anstrengung, etc. bla bla"

Sowas hätte doch ne ganz andere Ausenwirkung gehabt, und sicherlich auch zu anderen Presserekationen geführt. Man hätte zwar statt 14 Mio. CHF Weihnachtsgeld nicht 0, sondern immerhin noch 1,4 Mio CHF auszahlen müssen. Die Auszahlung ist aber a) sicherlich geringer und wird b) durch einen entsprechenden Verzicht der Führungsetage locker wieder ausgeglichen, wenn nicht sogar übertroffen.

Das Problem daran ist einzig und allein die Ideologie und Einstellung unserer heutigen Manager die oftmals offensichtlich nur an sich denken. Was passiert, wenn alle im Unternehmen so handeln kann man jetzt bei Swiss beobachten: Flüge fallen aus, da Crews nicht mehr mehr als vereinbart für das Unternehmen tun.