@Airsicknessbag
erstmal vorneweg, Danke für die sachlichen Stellungnahmen (ernst gemeint)
es geht auch ohne Angepöbel und Angestänker, das ist doch schon mal was
sich grundsätzlich Respekt gegenüber zu zeigen, ist schon mal ein Anfang
nun zu deinen Punkten:
Mit dem Nicht-erkennen-Können hast Du natürlich einen Punkt. Aber vielleicht kennt man ja irgendeinen guten Anwalt, z.B. den eigenen Haus- und Hofanwalt, falls man einen hat - der kann im Zweifel einen Kollegen empfehlen.
klar, glücklicherweise hat man selber nicht "jeden Tag" eine Scheidung an der Backe, sondern kommt da in aller Regel wie die Jungfrau zum Kinde. Plötzlich braucht man aus heiterem Himmel nen Scheidungsanwalt, und was nu. Klar, dass sich die Allermeisten wohl erstmal im Bekanntenkreis umhören.
"ach du, der Siggi von 3 Häuser weiter hat sich doch vor 3 Jahren scheiden lassen, er war dort hinten bei Kanzlei Müller und war relativ zufrieden, probiers doch mal dort"
so in etwa dürfte der Normalfall aussehen
is ungefähr wie mit dem Arzt
"Bandscheibenvorfall!? ... ach ja, hatte der Nachbarssiggi neulich auch mal und war beim Doktor Schmidt und eigentlich ganz zufrieden. Probiers doch mal beim Schmidt"
wir sind uns hoffentlich einig, wenn Doktor Schmidt beim Siggi gut und erfolgreich war, ist das noch lange keine Garantie, dass es auch bei dir selber klappen wird, zumal jeder Fall ein bisschen anders liegt
Kenne ich so nicht. Klar gibt es Kollegen, die mal etwas konfrontativer auftreten, aber so richtig ausfällig werden eigentlich nur Naturalparteien.
sorry, ich bin da leider ein bisschen allergisch gegen mir Worte in den Mund zu legen, die ich nicht gesagt hatte.
ich sagte Polemik, es wird stark emotional polemisiert in den Schriftsätzen. Von ausfällig werden sagte ich hingegen nichts.
Ich hoffe wir sind uns einig, dass man Schriftsätze auch hart und polemisch formulieren und verfassen kann, ohne dabei ausfällig zu werden, direkt zu pöbeln oder gar Kraftausdrücke zu verwenden ... ich hab das jedenfalls noch nicht gehört oder gesehen ... kräftig polemisiert wird aber trotzdem, obwohl ich persönlich diese Arten von harter gegenseitiger Polemik auch schon für grenzwertig erachte
Was soll das auch? Es bringt dem Mandanten ja nichts.
es geht ja auch nicht um den Mandanten.
mit der Polemik in den Schriftsätzen versuchen die Streitparteienanwälte natürlich Einfluss auf den Richter zu nehmen, ihn zu nudgen und rhetorisch zu fernmanipulieren
wie man das halt so versucht und macht
"Das zitierte Urteil streitet nicht für die Rechtsauffassung der Gegenseite, weil..." ist auch nicht weniger effektiv als "Besagtes Urteil auch nur ansatzweise zu zitieren, ist so abwegig, dass es Zweifel am Geisteszustand des 'Kollegen' aufkommen lässt, weil...
mir ist schon länger klar, wo das eigentliche Problem in der Diskussion hier steckt
es gibt wohl gewisse Störgefühle bei einem ganz bestimmten Personenkreis, weil Manche nicht wahrhaben wollen, was ich hier erzähle, weil es vielleicht ihre heile Welt erschüttert ... oder sind sie naiv ... oder haben einfach keine Ahnung, wie hart die Welt tatsächlich sein kann, wenn gestritten wird
ich weiß es nicht ... jedenfalls reagieren sie dann pampig ... vermutlich weil sie bestimmte Dinge einfach nicht wahrhaben wollen, weil auf ihrem Ponyhof nicht sein kann, was nicht sein darf
egal
ich will nicht mehr mehr Tipps geben, für Leute, die sie eh nicht hören oder lesen wollen, und sogar noch aggressiv dabei werden
so sei es
nur noch ein Hinweis:
der Normalfall aus meiner Praxis jedenfalls ist, dass die Anwälte der Mandanten oft nicht falsch beraten, sondern lückenhaft beraten. Falsch beraten und lückenhaft beraten ist nicht dasselbe. Also bestimmte Dinge erst gar nicht erwähnen, die aber für den Mandanten uU. entscheidend wichtig gewesen wären.
Oft stehen die Mandanten in einem strittigen Verfahren dann da, das Verfahren ist schon mehrere Jahre alt (der Normalfall in Deutschland für strittige Verfahren sind oft mind. 3 Jahre und mehr) und sagen, dass wenn sie das vor 3 Jahren gewußt hätten, was sie heute wissen, sie ihren Fall ganz anders angegangen wären. Und das entsteht dadurch, weil die Mandaten selber die Hauptarbeit machen, vor allem am Verfahrensbeginn, und dort die Hauptfehler begehen, weil sie vom Anwalt nicht darauf hingewiesen wurden. Diese Hauptfehler sind aber nach 2 oder 3 Jahren nicht mehr wieder zurückholbar, weil diese Daten und Dinge vom Verfahrensbeginn dann längst auf dem Gericht liegen.
so
und jetzt soll Jeder stille und/oder schweigende Mitleser hier damit machen, was er will
falls er mal selber in diese Situation gebracht wird, sich in einem strittigen Verfahren scheiden lassen zu müssen, und da durch müsste
er kann es annehmen und mal drüber nachdenken, oder es bleiben lassen ... seine Sache