Dann haben wir hier einen Fall, wo sich die Person doch relativ genau auskennt, auf was man Anrecht hat und sich dann aber doch nicht allzu professionell verhält und im Nachgang mit Anwalt, Bundesamt für Verspätungen und Internationaler Entschädigungshof daher kommt. Für mich persönlich geht das irgendwie nicht so Recht auf, aber nur meine eigene Meinung. Bin irgendwie der Ansicht es gibt das eine oder das andere. Aber ein detailliertes Theoriewissen und keine Praxiserfahrung, ich häng da etwas fest.
Irgendwo weiter vorn hatte ich es erwähnt: Ich fliege halt nicht nur gelegentlich mal in den Urlaub, sondern "darf" durchaus auch das ein oder andere mal in einem der typischen Pyjamabomber zu geschäftlichen Terminen sitzen. Trotz aller mehr oder weniger regelmäßigen Flugpraxis hatte ich eben NOCH NIE einen solchen Verspätungsfall. Dass zum Boarding häufig noch nicht mal klar ist, an welchem Gate der Flieger überhaupt abgestellt wurde, erschreckt mich nicht. Dass es einer Airline aber völlig egal ist, was mit ihren Passagieren über Nacht passiert, überrascht mich schon.
Da ich beruflich regelmäßig mit der Umsetzung von EU-Verordnungen zu tun habe, bin ich in der Lage, selbige zu finden, zu lesen und zu deuten. Bringt das etwas Licht in Deine schwarz-weiße Welt?
Zwischen 3 und 4 Uhr haben wir ca. 25 Hotels im näheren und weiteren Umkreis abtelefoniert. Die meisten hatten von unserer Misere schon mitbekommen, waren aber eben ausgebucht. Natürlich fragten wir jeweils auch gleich nach weiteren Hotels der selben Kette oder in der Nachbarschaft und deren Verfügbarkeit im Großraum London – alles erfolglos. HRS und andere Mittler konnten nachts um die Zeit auch nichts ausrichten. Mir ist nicht ganz klar, warum uns einige hier Untätigkeit bei der Suche nach einem Zimmer vorwerfen, versucht hatten wir das durchaus. In allen Preisbereichen und in unterschiedlichsten Entfernungen zum Flughafen.
Ob jemand mit einer chronischen Erkrankung reisen kann oder nicht, das überlasst mal demjenigen selbst. Hier grundsätzlich nach einem Reiseverbot zu schreien ist höchst unsensibel und diskriminierend. Da werden weitaus beschädigterte Menschen täglich in Flugzeuge geladen, als ich es bin. Und ich war es auch nicht, die sich beim Weg zum Take Off wieder zurückbringen aus ausladen ließ...
Also, ich hab jetzt verstanden: Als wirklicher Vielflieger nimmt man jedwedes Verhalten einer Fluggesellschaft klaglos hin, organisiert sich in einer komplett ausgebuchten Stadt mit Magie ein Zimmer oder rollt sich auf seinem Gepäck am Flughafen zusammen, bis es am nächsten Tag weiter geht. Wenn geltendes Passagierrecht dabei von der Airline missachtet wird, dann ist das mit der Verspätungs-Kompensation ausgeglichen und weitere Schritte sind unnötig. Ich sollte ne Airline aufmachen und nur Vielflieger (zumindest aus diesem Forum) als Kunden akquirieren. Scheint sich zu lohnen, die brauchen nicht mal Bodenpersonal, weil sie alles selbst organisieren.
