Vorsicht Metro Brescia Tap & Go

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Rosinante

Reguläres Mitglied
03.06.2026
34
27
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Ich bin heute des Schwarzfahrens verdächtigt worden und konnte mich erst nach längerer erregter Diskussion aus den Fängen einer Kontrolleursrazzia befreien.

Dabei hatte ich alles richtig gemacht und trotzdem große Probleme, meine Unschuld nachzuweisen.
Was war passiert?
Da ich das erste Mal mit dieser Metro fahren wollte, habe ich mich vor der Abfahrt von einem hilfsbereiten Mitarbeiter über den TicketErwerb beraten lassen.
Dieser wies mich auf die Möglichkeit von Tap and Go mit Apple Pay hin.
Wir haben dann gemeinsam mit meiner Apple Watch ein Ticket erworben und beim Versuch der Verifizierung sogar aus Versehen noch ein zweites Ticket, das ich gar nicht brauchte.

Das böse Ende kam, als ich an meinem Ziel den Bahnhof verlassen wollte und in eine Ticketkontrolle geriet. Die Dame wedelte mit irgendeinem Android Gerät vor meiner Apple Watch herum und sagte dann, dass sie mein Ticket nicht finden könne.
Ich wurde stutzig, als das auch keinem der Mitreisenden funktionierte, die mit dem Telefon gezahlt hatten.
Ich wurde dann genötigt auf meinem Telefon im Wallet, die Endziffern des Tokens mitzuteilen und das selbe noch mal auf meiner Watch. Diese wurden dann jeweils in irgendeiner Liste auf den Telefonen der Kontrolleure gesucht -beides führte nicht zum Erfolg.
Dann wurde ich aufgefordert, die Abbuchung auf meiner Bankseite zu zeigen, die zu diesem Zeitpunkt aber natürlich noch gar nicht verfügbar war, vermutlich weil der Ticketerwerb nur 20 Minuten zurück lag. (Das war übrigens auch bei meinen Mitreisenden so, die mit Telefon bezahlt hatten.)
Auch jetzt noch, Stunden später gibt es nur eine vorgemerkte Buchung über zwei Cent, ich vermute je Ticket ein Cent zur Validierung der Kreditkarte.
Es lief auf hinaus, dass ich, der ich keinerlei Nachweis hatte, meine Unschuld beweisen sollte, während mein Versuch, die Gegenseite von der Disfunktionalität des Kontrollmechanismus zu überzeugen komplett ignoriert wurde.
Auch meine Aufforderung den Metro Mitarbeiter, mit dem ich das Ticket gekauft hatte aufzufinden und als Zeugen zu befragen wurde ignoriert.
Man meinte, ich sei jetzt fällig und müsse Strafe bezahlen. Da ich mir 100-prozentig sicher war, dass ich bezahlt hatte, bin ich darauf nicht eingegangen und habe verlangt, im Beisein der Polizei ein Probeticket zu lösen, damit nachgewiesen werden kann, dass das Verfahren nicht funktioniert.
Daraufhin hat man dann doch noch mal an irgendeiner Stelle angerufen und wurde belehrt, dass man bei einer Apple Watch nicht in der Wallet Anzeige, sondern direkt in der Wallet App nachschauen muss, weil natürlich die Kreditkarte auf der Watch eine andere Token Nummer hat als auf dem Telefon. Unter dieser Nummer wurde dann tatsächlich meine Buchung gefunden..
Ich bin hochgradig verärgert, weil ich meiner Ansicht noch alles richtig gemacht habe, aber die Gegenseite ein offensichtlich untaugliches Kontrollverfahren einsetzt und dann zu meinen Lastenirgendwelche Behelfsverfahren einsetzt.
Dazu kommt natürlich noch die Sprachbarriere.
Ich bin schon auf der ganzen Welt U-Bahn gefahren, kenne es zum Beispiel von Vancouver oder Athen so, dass man sich ein und austapt. Identische Maschine an beiden Enden, das hat eigentlich immer funktioniert, offenbar hat man hier in Brescia eine disfunktionale Hybridlösung implementiert, die einen als Kunden, da man ja keinerlei Nachweis hat, ziemlich in der Luft hängen lässt..
Ich überlege noch, ob ich mich bei den hiesigen Verkehrsbetrieben beschwere.
Aber als Warnung an alle, mit Apple Watch bezahlen, ist bei der METRO in Brescia offensichtlich riskant. Mitreisende, die mit dem Telefon bezahlt hatten, hatten keinerlei Problem.
 

westcoastflyer

Erfahrenes Mitglied
03.09.2019
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Ich wurde dann genötigt auf meinem Telefon im Wallet, die Endziffern des Tokens mitzuteilen und das selbe noch mal auf meiner Watch.
Du musst hierbei die letzten 4 Ziffern der virtuellen Kreditkarte der Watch angeben. - Die sind im Device selbst nen bisschen versteckt.
Ich vermute, dass du ihnen die letzten 4 Ziffern der PAN gegeben hast (also die der physischen Karte) oder die DPAN des Telefons und nicht die der DPAN der Watch (die der virtuellen Karte der Watch).

Die der physischen Karte sind erheblich einfacher zu finden als die der virtuellen Karte.

Und das ist durchaus was, wonach man meiner Meinung nach Apple als auch Google gehörig ans Bein pinkeln sollte.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Ich bin hochgradig verärgert, weil ich meiner Ansicht noch alles richtig gemacht habe, aber die Gegenseite ein offensichtlich untaugliches Kontrollverfahren einsetzt und dann zu meinen Lastenirgendwelche Behelfsverfahren einsetzt.
Das ist leider im Allgemein-Konzept nen bisschen Challenging. Insbesondere weil du als Verkehrsbetrieb den PCI DSS Scope klein halten möchtest.
In ordentlichen Verkehrsunternehmen haben die Kontrolleure ein transportables Kreditkartenterminal dabei, dass diese Daten ordentlich auslesen kann. - Das ganze ist aber recht klobig und sperrig und die Main-Challenge ist, dass die meisten Terminalanbieter da keine Lust darauf haben, weil das Aufkommen im Public Transit vergleichsweise niedrig ist.

Sorry, dass Du diese Erfahrung machen musstest. - Theoretisch wäre zu erwarten gewesen, dass die Kontrolleure an die Sache von Anfang an etwas vorsichtiger heran gehen. (Aber ich weiß auch nicht sicher, seit wann Brescia Open Loop live hat)

Theoretisch würde es dort auch noch ein anderes Verfahren geben. - Dort könnten sie über die Primary Account Reference (PAR) gehen und dann alle artverwandten Transaktionen desselben Accounts finden (egal ob physische Karte, Smartphone oder Wearable). Weshalb sie das nicht tun, wissen sie vermutlich nur selbst.
 
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Rosinante

Reguläres Mitglied
03.06.2026
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Nein. Es geht schon um die Nummer des Tokens = virtuelle Kreditkarte. Die Apple Watch zeigt im Wallet an dieser Stelle leider die letzten 4 Stellen der virtuellen Karte des Telefons an. Die gesuchte Nummer für die Watch werden nur in der Wallet App aus dem Menü auf der Watch angezeigt, nicht aber beim „Doppelklick“ warum auch immer.
Aber am Ende sind es ja technische Detailfragen, die mir als Kunde völlig egal sein können. Apple Pay funktioniert korrekt angewendet einwandfrei. Der Fehler lag hier in der Kontrollmethode, die ich als Kunde überhaupt nicht beeinflussen kann.
Wie gesagt, die eigentlich vorgesehene Kontrollmethode, nämlich das Gerät mit der gleichen virtuellen Kreditkarte an ein Kontrollgerät zu halten, funktionierte bei keinem der Mitreisenden. Das Suchen nach diesen Nummern war irgendwie eine Art Workaround.
 
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westcoastflyer

Erfahrenes Mitglied
03.09.2019
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Das Suchen nach diesen Nummern war irgendwie eine Art Workaround.
Das ist an vielen Stellen bei Open Loop (noch) das Standardvorgehen weil die Lösungen die ein Smartphone involvieren, nicht zuletzt wegen des PCI DSS Scopes und der verhältnismäßig geringen Marktdurchdringung alle noch ein wenig hakelig sind.

Wie gesagt, die eigentlich vorgesehene Kontrollmethode, nämlich das Gerät mit der gleichen virtuellen Kreditkarte an ein Kontrollgerät zu halten, funktionierte bei keinem der Mitreisenden.
Ich kann jetzt nicht für Brescia sprechen, aber das ist eigentlich ein gelöstes Problem. - Der Fruchtgroßhändler aus Cuppertino kann diesbezüglich aber nen bisschen picky sein, wann er dir was gibt. - Nicht zuletzt ist auch die Challenge, dass du eine Karte als Apple Express für Public Transit eingerichtet haben kannst und noch weitere Karten im Wallet haben kannst. - Sofern du Apple Express für Public Transit an hast, bekommt der Entwerter die richtige Karte, die Inspektionslösung aber die falsche oder eine gänzlich andere. Dafür gibt es von einer nicht näher genannten Firma aus Cuppertino aber noch keine gute Lösung (und den Kram kannst du dann auch alles wieder einzeln zertifizieren).
 

Rosinante

Reguläres Mitglied
03.06.2026
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Na dann besteht ja meine Warnung zurecht.:)

Im Ernst:
Das mag alles richtig sein, aber erstens funktioniert Apple Pay als Tap and go in vielen Städten dieser Welt einwandfrei und zweitens zwingt ja niemand die hiesigen Verkehrsbetriebe Apple Pay anzubieten.
Wenn es dennoch angeboten wird, aber nicht funktioniert, kann das nicht Problem des Kunden sein, daher auch meine Warnung.
 

westcoastflyer

Erfahrenes Mitglied
03.09.2019
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zweitens zwingt ja niemand die hiesigen Verkehrsbetriebe Apple Pay anzubieten.
Oh doch. - Da gibt's durchaus einigen Druck der Passagiere und die Card Brands sowie die Geräte-Hersteller heizen da auch ganz gut ein.
Wenn es dennoch angeboten wird, aber nicht funktioniert, kann das nicht Problem des Kunden sein
Ja, da hast du völlig Recht. Deswegen gehen die meisten Verkehrsbetriebe dort auch deutlich defensiver vor.
Vermutlich standest du vor jemandem mit einem deutlich ausgeprägtem Dunning-Kruger-Effekt.
 
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