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Thema: LH stellt bei Nichteinhaltung der Couponreihenfolge nachträglich Differenz in Rechnung

  1. #2561
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    Zitat Zitat von Aviatar Beitrag anzeigen
    Welche Urteile des BGH meinst du denn? So weit ich mich erinnere, waren die meisten dieser Urteile eher im Sinne des Verbrauchers. Ich habe da sehr starke Zweifel, dass LH beim BGH durchgekommen wäre.
    Die Linie in der Entscheidung Xa ZR 5/09 finde ich nicht besonders verbraucherfreundlich.

    Da sagt der BGH zwar zunächst:

    Der (generelle) Ausschluss des Rechts eines Kunden, die Beförderungsleistung nur teilweise in Anspruch zu nehmen, benachteiligt den Kunden entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen, weil er mit dem Grundgedanken der gesetzlichen Regelung nicht zu vereinbaren ist und die Interessen der Beklagten das Abweichen von der gesetzlichen Regelung über den von der Klausel beschrittenen Weg nicht zu rechtfertigen vermögen.

    Dann allerdings kommt er zum Ergebnis:

    Pflichten und Sanktionen in allgemeinen Geschäftsbedingungen, die aufgrund eines berechtigten Verwenderinteresses dem Vertragspartner auferlegt werden, unterliegen einem Übermaßverbot und bedürfen einer konkreten und angemessenen Eingrenzung [Nachweise] jedenfalls dann, wenn die Regelung wie vorliegend zu einer gravierenden Verschiebung des Äquivalenzverhältnisses der Leistungsbeziehung zum Kunden führt.

    Und jetzt kommt das Entscheidende (Hervorhebung durch mich):

    Für die Wahrung der Interessen der Beklagten an einer autonomen Gestaltung ihrer Tarifstruktur genügte zur Vermeidung einer Umgehung dieser Struktur eine Regelung, die den Kunden gegebenenfalls zur Zahlung eines höheren Entgelts verpflichtet, wenn die Beförderung auf einer vorangehenden Teilstrecke nicht angetreten wird. Dazu wäre es etwa ausreichend, wenn in den Beförderungsbedingungen bestimmt würde, dass bei Nichtinanspruchnahme einer Teilleistung für die verbleibende(n) Teilleistung(en) dasjenige Entgelt zu zahlen ist, das zum Zeitpunkt der Buchung für diese Teilleistung(en) verlangt worden ist, wenn dieses Entgelt höher ist als das tatsächlich vereinbarte.

    Das ist auch die Antwort auf die Frage von Airsicknessbag, warum die vorliegende Konstellation vom BGH noch nicht entschieden wurde.

    Und dann stellt der BGH nochmal klar, dass es wohl nur darum geht, eine Neuberechnung durchzuführen, wenn weitere Leistungen in Anspruch genommen werden sollen (erneut Hervorhebung durch mich):

    Eine solche Regelung ist für die Beklagte nicht deshalb unzumutbar, weil sie hiernach bei nur teilweiser Inanspruchnahme der Beförderungsleistung gegebenenfalls eine Zusatzvergütung fordern müsste. Auch nach der beanstandeten Klausel kann sie ihre Rechte nur durchsetzen, wenn sie an jeder Station der Reise überprüft, ob die Bedingungen eingehalten sind, und Kunden, die die Leistung nicht vollständig in Anspruch nehmen, abweist. In gleicher Weise kann sie die Gewährung der Teilleistung davon abhängig machen, dass der Kunde den gegebenenfalls anfallenden Aufpreis zahlt. Im Übrigen wäre bei einer solchen Regelung der Versuch der Umgehung der Tarifstruktur unattraktiv, so dass mit einer praktischen Anwendung der Regelung im Wesentlichen nur in denjenigen Fällen zu rechnen wäre, in denen der Kunde abweichend von seiner ursprünglichen Planung disponieren muss und deshalb eine Teilleistung nicht in Anspruch nehmen kann.

    Damit ist m.E. gesagt (ohne dass ich die Rechtsauffassung teile, denn ich meine, auch das geht vor dem Hintergrund, dass die Rechtsordnung einem (von Ausnahmefällen abgesehen) zugesteht, nur Teilleistungen in Anspruch zu nehmen, zu weit (vgl. das erste Zitat):

    Neuberechnung ja, wenn der Kunde später zusteigt und somit weitere Leistungen in Anspruch nehmen will, ansonsten dürfen sie ihn abweisen. Nicht so geschickt finde ich die Formulierung dass der Preis zu entrichten ist, der "im Zeitpunkt der Buchung" für die alternative Routenführung angefallen wäre. Bereits da fehlt mir die Transparenz. Dann sollen sie halt sagen, der Preis, der im Zeitpunkt des Reiseantritts anfällt; den kann man wenigstens noch halbwegs nachprüfen. Aber immerhin hat der Kunde hier noch die Wahl, ob er sich darauf einlassen will.

    Allerdings besteht m.E. ein erheblicher Unterschied zwischen: "Du darfst Kunden abweisen oder die weitere Beförderung davon abhängig machen, dass sie einen Aufpreis zahlen" und "Du darfst später nachkalkulieren, wenn die Leistung nicht bis zum Ende in Anspruch genommen wird". Denn in ersterem Fall hat es der Kunde in der Hand, ob er in Kenntnis der Mehrkosten die Leistung weiterhin in Anspruch nehmen will und damit mehr bezahlt oder den Flug ausfallen lässt und somit nur das verliert, was er bereits bezahlt hat oder ob man ihm im Nachhinein als Vertragsstrafe (nichts anderes kann das sonst sein!) eine Zahlung in beliebiger Höhe auferlegt, die er nicht kennt und bei der er auch das Risiko nicht beherrscht und im Notfall sagen kann: "Dann mache ich es halt gar nicht, bevor ich soundsoviel mehr zahle." Genau da greift das Transparenzgebot ein und daher hat das AG Mitte (jedenfalls insoweit) recht.

    Wenn der BGH aber sagt, Beförderung verweigern bzw. nachkalkulieren geht, wer weiß, ob er dann nicht auch gesagt hätte: Nachkalkulieren geht. Aber da hätten sie das (europarechtlich garantierte) Transparenzgebot umschiffen müssen und das hätte ich gerne mal gesehen..
    Geändert von emhazett (04.10.2019 um 10:11 Uhr)
    Menschen, die etablierte Denkweisen in Frage stellen, machen erstaunliche Entdeckungen.
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  2. #2562
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    Zitat Zitat von bNNddd?! Beitrag anzeigen
    Es bleibt einfach nur die Frage wie man mit der Gepäcksituation umgeht. Bei Weigerung des shortcheckens am Zielflughafen ganz klar sagen man fliegt nicht mit dürfte doch nahe 100% funktionieren?

    Dazu noch S&G zurückverlangen und LH dreht vermutlich völlig am Rad...
    Nachdem mich die Lufthansa-Polizei wohl kaum mit Handschellen in den Flieger schaffen wird, ist das eine durchaus interessante Frage. Ohne PAX kommt das Gepäck ja eh nicht mit. Also müsste die Airline ja alleine schon um ein Verspätung zu verhindern shortchecken. Zumindest wenn ich ihnen das o.G. (sicher nicht mitzufliegen) im Vorfeld klar ankündige. Die Frage ist dann halt, wie lange man das machen kann, ohne auf einer no-fly zu landen.

  3. #2563
    Erfahrenes Mitglied Avatar von SleepOverGreenland
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    Zitat Zitat von bNNddd?! Beitrag anzeigen
    Es bleibt einfach nur die Frage wie man mit der Gepäcksituation umgeht. Bei Weigerung des shortcheckens am Zielflughafen ganz klar sagen man fliegt nicht mit dürfte doch nahe 100% funktionieren?
    Falls man in USA bei UA eincheckt für einen Zubringer zur LH Langstrecke ist die Antwort inzwischen sehr einfach. Das Gepäck wird durchgecheckt bis zum finalen Zielort oder das Gepäck wird gar nicht eingecheckt. Der Kunde hat die freie Wahl aus diesen beiden Optionen.

    Ob man weiterfliegt oder nicht wäre dann in FRA oder MUC zu klären, um an das Gepäck zu kommen. Und da hat LH durchaus Möglichkeiten es für den Kunden zumindest unangenehm zu gestalten. Gibt ja keine festgelegte Maximalzeit für die Herausgabe des Gepäcks.
    hippo72, cockpitvisit, kexbox und 2 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.
    Achtung Signatur: Hier könnte eine Meinung geäussert werden, die nicht allen Wohl und keinem Weh tut. Entspricht aber nicht den Regeln? Weichspülung par excellence, auch Web 3.$ genannt. Clicks make the world go round. Was für eine verrückte Welt.

  4. #2564
    Erfahrenes Mitglied Avatar von ekel alfred
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    Zitat Zitat von SleepOverGreenland Beitrag anzeigen
    Falls man in USA bei UA eincheckt für einen Zubringer zur LH Langstrecke ist die Antwort inzwischen sehr einfach. Das Gepäck wird durchgecheckt bis zum finalen Zielort oder das Gepäck wird gar nicht eingecheckt. Der Kunde hat die freie Wahl aus diesen beiden Optionen.

    Ob man weiterfliegt oder nicht wäre dann in FRA oder MUC zu klären, um an das Gepäck zu kommen. Und da hat LH durchaus Möglichkeiten es für den Kunden zumindest unangenehm zu gestalten. Gibt ja keine festgelegte Maximalzeit für die Herausgabe des Gepäcks.
    Einfach z.B. EWR-FRA//MUC-CDG buchen.

    Kostet ein paar Euronen Tax mehr, aber somit stellt sich die Problematik nicht.
    pimpcoltd sagt Danke für diesen Beitrag.

  5. #2565
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    Würde nicht eine Tarifänderung analog QR das Thema für LH klären?
    Wäre halt bei LH MUC und FRA.

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  6. #2566
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    Wobei sie sich mit der Weigerung, das Gepäck nur bis MUC/FRA etc. zu labeln, am Ende doch aber selber schaden. Etwa, wenn das Gepäck dann in den Anschluss verladen wird, der Pax nicht erscheint, und sie erst das Gepäck suchen und ausladen müssen (mit der Gefahr, den Slot zu verpassen / verspätet abzufliegen).
    peter42 sagt Danke für diesen Beitrag.

  7. #2567
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    Zitat Zitat von Anonyma Beitrag anzeigen
    Wobei sie sich mit der Weigerung, das Gepäck nur bis MUC/FRA etc. zu labeln, am Ende doch aber selber schaden. Etwa, wenn das Gepäck dann in den Anschluss verladen wird, der Pax nicht erscheint, und sie erst das Gepäck suchen und ausladen müssen (mit der Gefahr, den Slot zu verpassen / verspätet abzufliegen).
    Wenn man sich in den Kopf gesetzt hat diese Kunden zu "erziehen" spielen solche Überlegungen keine Rolle mehr bzw. man nimmt das dann billigend in Kauf.
    hippo72, Anonyma und suraso sagen Danke für diesen Beitrag.
    Achtung Signatur: Hier könnte eine Meinung geäussert werden, die nicht allen Wohl und keinem Weh tut. Entspricht aber nicht den Regeln? Weichspülung par excellence, auch Web 3.$ genannt. Clicks make the world go round. Was für eine verrückte Welt.

  8. #2568
    Erfahrenes Mitglied Avatar von Airsicknessbag
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    Zitat Zitat von emhazett Beitrag anzeigen
    Ich hatte seinerzeit die Entscheidungen mal nachgelesen und sie so verstanden, dass der hier verhandelte Fall so noch nicht entschieden war. Eine Formulierung am Rande könnte man zwar tatsächlich im Sinne von LH so auslegen, wie Du es tust, aber ich habe starke Zweifel, dass der BGH damit die vorliegende Konstellation tragend entscheiden wollte. Ich habe übrigens auch Zweifel an einem wirklich gewollten obiter dictum (dann hätte man das deutlicher gemacht); die Formulierung halte ich einfach für dem Kontext geschuldet und sprachlich verunglückt.
    Zitat Zitat von emhazett Beitrag anzeigen
    Und jetzt kommt das Entscheidende (Hervorhebung durch mich):

    Für die Wahrung der Interessen der Beklagten an einer autonomen Gestaltung ihrer Tarifstruktur genügte zur Vermeidung einer Umgehung dieser Struktur eine Regelung, die den Kunden gegebenenfalls zur Zahlung eines höheren Entgelts verpflichtet, wenn die Beförderung auf einer vorangehenden Teilstrecke nicht angetreten wird. Dazu wäre es etwa ausreichend, wenn in den Beförderungsbedingungen bestimmt würde, dass bei Nichtinanspruchnahme einer Teilleistung für die verbleibende(n) Teilleistung(en) dasjenige Entgelt zu zahlen ist, das zum Zeitpunkt der Buchung für diese Teilleistung(en) verlangt worden ist, wenn dieses Entgelt höher ist als das tatsächlich vereinbarte.

    Das ist auch die Antwort auf die Frage von Airsicknessbag, warum die vorliegende Konstellation vom BGH noch nicht entschieden wurde.
    Das ueberzeugt mich nicht. Denn mit jener Entscheidung ist erschoepfend entschieden, was die Airline gerade noch darf. Natuerlich ist damit nicht ueber jede einzelne Ueberschreitung explizit entschieden. Muss aber auch nicht - denn wenn etwas positiv definiert ist, muss ich nicht die unbestimmte Vielzahl aller denkbaren negativen Definitionen aufstellen. Daher liegt hier mE auch gerade kein Obiter dictum vor. Und dass sich ein BGH einfach mal so sprachlich verhaut und in einer Folgeentscheidung sagt "'schulligung, habe ich nicht so gemeint", faende ich recht ueberraschend.
    kexbox sagt Danke für diesen Beitrag.

  9. #2569
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    Zitat Zitat von Airsicknessbag Beitrag anzeigen
    Das ueberzeugt mich nicht. Denn mit jener Entscheidung ist erschoepfend entschieden, was die Airline gerade noch darf. Natuerlich ist damit nicht ueber jede einzelne Ueberschreitung explizit entschieden. Muss aber auch nicht - denn wenn etwas positiv definiert ist, muss ich nicht die unbestimmte Vielzahl aller denkbaren negativen Definitionen aufstellen. Daher liegt hier mE auch gerade kein Obiter dictum vor. Und dass sich ein BGH einfach mal so sprachlich verhaut und in einer Folgeentscheidung sagt "'schulligung, habe ich nicht so gemeint", faende ich recht ueberraschend.
    Das steht Dir ja frei und wird von mir auch gar nicht kritisiert, weil es hier kein Richtig und kein Falsch gibt. Die Entscheidung ist nicht so klar, als dass sie keinen Raum für Auslegung ließe.

    Ich meine trotzdem, dass der BGH nicht abschließend klären wollte, was geht und was nicht geht. Insbesondere wollte er nicht für alle Fallkonstellationen der Nachtarifierung eine rote Linie ziehen. Er wollte nur für diese Konstellation (cross ticketing) klarstellen, was zulässig ist und was nicht. So verstehe ich die Entscheidung.

    Dass der BGH mal sprachlich daneben liegt, ist nichts Neues. Jahrelang wurde darum gestritten, ob der BGH in einer Abschleppentscheidung durch die beiläufige Wendung, die Kosten für Abschleppmaßnahmen können von Fahrer und Halter ersetzt verlangt werden, den Streit um die zivilrechtliche Halterhaftung entscheiden wollte (Hervorhebung durch mich). Wollte er nicht, wie sich später herausstellte, die Wendung ist einfach in die Entscheidung"reingerutscht", da hat der wiss. Mit. bei der Abfassung der Begründung nicht aufgepasst und der Berichterstatter und die übrigen Beisitzer dann nur noch "überflogen". Das kommt schon vor. Später wurde die Streitfrage dann (tragend) entschieden, jedoch nicht unter Bezugnahme auf etwaige frühere Rspr. Das war also auch sprachlich einfach zu weit gefasst.

    Sowas kommt durchaus öfter vor. Man versteht den BGH in einer gewissen Weise und später wird dann vom BGH selbst klar gestellt, dass das so gar nicht gemeint war.

    Wie der BGH die vorliegende Fallkonstellation beurteilt, werden/würden wir erst wissen, wenn wirklich mal ein Fall "hoch läuft", falls LH sich überhaupt nochmal traut zu klagen.

    edit: Ist mir grade eben noch eingefallen zu dem Thema:

    Ganz aktuelles Beispiel:
    Die leidige Diskussion um das "standardisierte Messverfahren". Da gab es in den 90er Jahren zwei Entscheidungen vom BGH, die seitdem von den OLGen verbogen und verdreht werden und alle reklamieren für sich, noch auf Linie des BGH zu sein. Ganz anders hat es vor kurzem der Saarländische Verfassungsgerichtshof gesehen - auch er reklamiert für sich, auf Linie des BGH zu sein, obwohl die Entscheidung das komplette Gegenteil von dem ist, was die OLGe machen. Ein Richter des BGH hat kürzlich auf einem Kongress dazu mal angemerkt, dass das so ganz sicher nicht gemeint war, wie die OLGe es heute verstehen und anwenden und es Zeit würde für eine Divergenzvorlage, aber da traut sich kein OLG ran, weil sie fürchten, dass der BGH dann alles auf den Kopf stellt. Naja, wir geraten off topic... Das nur mal zum Thema sprachliche Klarheit von BGH-Entscheidungen.
    Geändert von emhazett (04.10.2019 um 13:45 Uhr)
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  10. #2570
    Erfahrenes Mitglied Avatar von SleepOverGreenland
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    Zitat Zitat von emhazett Beitrag anzeigen
    Naja, wir geraten off topic...
    Mindest-
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  11. #2571
    Erfahrenes Mitglied Avatar von cockpitvisit
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    Zitat Zitat von SleepOverGreenland Beitrag anzeigen
    Falls man in USA bei UA eincheckt für einen Zubringer zur LH Langstrecke ist die Antwort inzwischen sehr einfach. Das Gepäck wird durchgecheckt bis zum finalen Zielort oder das Gepäck wird gar nicht eingecheckt.
    Was ist wenn man mit einer Übernachtung (aber ohne Stopover) umsteigt und das Gepäck aus diesem Grunde am Umsteigeflughafen braucht?
    Dinosaurier waren auch gegen den Klimawandel. Die Lösung war aber, sich einfach daran anzupassen!

  12. #2572
    Erfahrenes Mitglied Avatar von cockpitvisit
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    Zitat Zitat von Aviatar Beitrag anzeigen
    So weit ich mich erinnere, waren die meisten dieser Urteile eher im Sinne des Verbrauchers. Ich habe da sehr starke Zweifel, dass LH beim BGH durchgekommen wäre.
    Es geht hier weniger um konkrete Urteile und vielmehr darum, dass der BGH in der Vergangenheit manchmal Abweichungen vom normalen Dienstleistungsrecht erlaubt hat, um "Besonderheiten" der der Luftfahrtbranche Rechnung zu tragen (u. a. bei der Tarifbildung).

    Daher kann man leider nicht mehr davon ausgehen, dass der BGH in der Zukunft zu 100% auf der Seite des Verbrauchers stehen wird, wenn dieser ihm eigentlich im BGB zugesicherte Rechte als Leistungsempfänger wahrnehmen will.
    Dinosaurier waren auch gegen den Klimawandel. Die Lösung war aber, sich einfach daran anzupassen!

  13. #2573
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    Wobei sie sich mit der Weigerung, das Gepäck nur bis MUC/FRA etc. zu labeln, am Ende doch aber selber schaden. Etwa, wenn das Gepäck dann in den Anschluss verladen wird, der Pax nicht erscheint, und sie erst das Gepäck suchen und ausladen müssen (mit der Gefahr, den Slot zu verpassen / verspätet abzufliegen).
    Das tun sie, aber es interessiert sie nicht und man muß tatsächlich damit rechnen, daß shortchecken nicht bzw. nur in Ausnahmefällen geht.

    Ohne PAX kommt das Gepäck ja eh nicht mit.
    Das stimmt und die Chance das Gepäck danach (also nachdem der Flieger ohne Dein Gepäck weg ist) dann von Lost+Found heraus zu bekommen ist vermutlich gar nicht mal schlecht (aber Achtung, gemacht habe ich so was nur in anderem Zusammenhang, sprich mit einem durch Schuld der Airline verpaßten Anschluß, keine Ahnung ob sie das Gepäck sperren können).

    Nur bis dahin hat es eben je nachdem ordentlich lange gedauert. Wer das nicht will muß entweder nachzahlen oder ohne sein Gepäck abziehen und dann die Airline zur Zustellung zwingen.

  14. #2574
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    Zitat Zitat von MitLeser Beitrag anzeigen
    Ohne PAX kommt das Gepäck ja eh nicht mit.
    auf dem Papier ja - in der Realität würde mich mal interessieren, wie oft es bei Umsteigern das Gepäck zwar geschafft hat, aber der Fluggast zu spät am Gate erschien?

    Zumindet in VIE habe ich jetzt einen Fall, wo ein Freund wegen MCT 45min (50min gebucht) und 10min Verspätung selber den Flug verpasst hat, sein Gepäck aber den Weg nach STR gefunden hatte und zwar BEVOR er dort ankam! Weil ihm AuA sowohl Hotel als auch Umbuchung verweigerte und er vermutete, dass sein Gepäck ausgeladen würde, hatte er sogar noch ein Ticket mit Gepäck gekauft.
    Geändert von XT600 (04.10.2019 um 21:46 Uhr)

  15. #2575
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    Zitat Zitat von TDO Beitrag anzeigen
    Würde nicht eine Tarifänderung analog QR das Thema für LH klären?
    Wäre halt bei LH MUC und FRA.

    IF THE STOPOVER IN DOHA BETWEEN CONNECTING
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    Papier ist geduldig, wenn die Security Regel angewendet würde (kein Gepäck ohne dazugehöriger Passagier) und/oder man dem Fluggast jetzt noch vorschreiben will, wie er seinenn 23 Aufenthalt gestalten muss????

  16. #2576
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    übrigens: was wir hier diskutieren ist jetzt kein Massenmarkt, sondern es machen vereinzelte Vielflieger, Geschäftsreisende mit Reisebüro und Reiserichtlinie (interne Vorgaben) dürften das gar nicht machen dürfen, wiel sie sonst die Gefahr laufen, raus zu fliegen (und wieso der Firma 2000€++ sparen?)

    Also ob es den Aufwand, solche Gäste aufzuspüren und zu bestrafen wirklich lohnt, wage ich zu bezweifeln! Die Airlines resp. LH müsste bei jeder Buchung überprüfen, ob der gewählte Tarif jetzt durch das weglassen günstiger würde als von XX gestartet? Woher wissen die XX? Völlig inpraktikabel - und es würde das völlig irre Tarifsystem noch weiter offenlegen, was die ja gerade nicht wollen!

    Drohen können Sie, aber die meisten die sparen wollen, lassen sich davon nicht abhalten!

  17. #2577
    Erfahrenes Mitglied
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    Zitat Zitat von XT600 Beitrag anzeigen
    auf dem Papier ja - in der Realität würde mich mal interessieren, wie oft es bei Umsteigern das Gepäck zwar geschafft hat, aber der Fluggast zu spät am Gate erschien?

    Zumindet in VIE habe ich jetzt einen Fall, wo ein Freund wegen MCT 45min (50min gebucht) und 10min Verspätung selber den Flug verpasst hat, sein Gepäck aber den Weg nach STR gefunden hatte und zwar BEVOR er dort ankam! Weil ihm AuA sowohl Hotel als auch Umbuchung verweigerte und er vermutete, dass sein Gepäck ausgeladen würde, hatte er sogar noch ein Ticket mit Gepäck gekauft.
    Die Aussage "kein Gepäck ohne Passagier" wäre in dieser Pauschalität auch falsch. Sonst würde Gepäck ja auch nie nachgeschickt werden können, wenn es mal hängen bleibt. Es darf aber nicht für den Pax planbar sein, das Gepäck auf eine Maschine X zu bekommen und selbst nicht mit zu fliegen. Das hat man eingeführt, nachdem auf diese Art mal Flugzeuge vom Himmel geholt wurden (Pax geht mit Gepäck an Board, steigt beim Zwischenstopp aus, statt wie gebucht weiter zu fliegen und das zweite Leg hat das Flugzeug dann nicht überstanden).
    thaifoodpower, kexbox und foobar212 sagen Danke für diesen Beitrag.

  18. #2578
    Erfahrenes Mitglied Avatar von Wombert
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    Zitat Zitat von cockpitvisit Beitrag anzeigen
    Was ist wenn man mit einer Übernachtung (aber ohne Stopover) umsteigt und das Gepäck aus diesem Grunde am Umsteigeflughafen braucht?
    Das hatte ich neulich als Diskussion mit TP in EWR, für EWR-OPO-LIS-(Nacht)-OSL.

    Die wollten bis OSL durchchecken, ging dann aber "ausnahmsweise" doch bis LIS, nachdem die Chefin mich ins Kreuzverhör genommen hatte.

    QR ist da zum Beispiel knallhart, aber die können ja auch selbst über Nacht das Gepäck behalten, weil es quasi "ihr" Flughafen ist, und die Regel im Endeffekt nur DOH betrifft.
    Hello. I am a signature virus. Please copy me to your own signature to help me spread :]

  19. #2579
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    Zitat Zitat von SleepOverGreenland Beitrag anzeigen
    Wenn man sich in den Kopf gesetzt hat diese Kunden zu "erziehen" spielen solche Überlegungen keine Rolle mehr bzw. man nimmt das dann billigend in Kauf.
    Womit wir wieder bei den richtigen Prioritäten in so einem Unternehmen wären. Einen Kunden zu erziehen vs. viele verärgerte Kunden durch verspätete Ankünfte und eventuell verpasster Anschlussflüge, inklusive Folgekosten für LH.

    Also wenn einer meiner MA in vergleichbaren Situationen so verfahren würde, und z.B . erhöhte Projektkosten oder längere Durchlaufzeiten verursacht, weil er „jemanden erziehen“ will, dann bekäme er mächtige Probleme.
    Geändert von Autumla (05.10.2019 um 10:13 Uhr)
    peter42, hippo72, pimpcoltd und 6 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.
    2018: VIE, DTM, KTW, WAW, GDN, KRK, NUE, HAM, LNZ, FRA, LHR, LCY, ZRH, GRZ, MUC, BCN, LGW, AMS, MAN, BHX, BUD, TGD, SPU, ZAG, DUS, EWR, DEN, LAS, SFO, YYZ, MLA, ADD, HAH, NWA, LAX, BOS
    2019: done: GRZ, MUC, FCO, FRA, AMS, VIE, LHR, ZRH, BHX, CLT, IAD, MLA, TXL,
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    2020: booked: SLU, BGI, GND, BOS, MUC, GRZ, FRA, OTP

  20. #2580
    Erfahrenes Mitglied Avatar von pimpcoltd
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    Man fragt sich wirklich, ob eine Fluggesellschaft, die seit Monaten den Wunsch ihrer C-Pax nach einer Online-Sitzplatzreservierung mit "You don't have permission to access this resource on the server" beantwortet, keine anderen Probleme hat. Da geht es ja nicht nur um ein paar Schlauberger, sondern um alle Passagiere.
    Rambuster, peter42, hippo72 und 17 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

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