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Thema: [Tripreport] Bärenstark: Eine arktische Expeditions-Kreuzfahrt mit Ziel Spitzbergen

  1. #1
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    Standard [Tripreport] Bärenstark: Eine arktische Expeditions-Kreuzfahrt mit Ziel Spitzbergen

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    Bärenstark: Eine arktische Expeditions-Kreuzfahrt mit Ziel Spitzbergen

    Das Beste kommt zum Schluss: Zinnis Streben nach dem Arktis-Cup


    Auftaktspiel in Leith, Schottland

    Die Reise und das Schreiben des Berichtes erfolgten während der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Das inspirierte mich, es in die Story einzubauen. Ich hoffe, dass es Fußball-Uninteressierten trotzdem gefällt.

    Spielbericht aus Leith, kurz:


    Die erste Halbzeit zog sich in die Länge (durch die lange Busfahrt) bis zum Pausenpfiff. Lange Passagen ohne Abwechslung, und vielen Unterbrechungen (wegen der Bus-Stopps). Danach wurde es munter (in den Pubs), mit viel Unterhaltungswert, und etwas Chaos (Baustelle...).

    Ein verdientes Unentschieden beim Auftakt gegen 'Cool Britannia'.


    Lang:


    Wenn ich mir ein Reiseziel vornehme, realisiere ich das meist schnell. Bei der Bäreninsel hatte es länger gedauert. Sie stand ewig auf meine 'To Do' Liste, klappte aber aus logistischen Gründe nicht. Sie liegt auf dem halben Weg zwischen dem Festland von Norwegen und Spitzbergen, aber es gibt keine regelmäßigen Verkehrsmittel dorthin

    Ich konnte bislang lediglich einen Blick auf die Insel werfen bei einer Kreuzfahrt in 2014:


    Die Bäreninsel, 2014

    was meine Sehnsucht dort hinzukommen noch steigerte. Nachdem ich eine Kreuzfahrt entdeckte, bei der es geplant war die Insel anzufahren, war ich ins Grübeln gekommen. Finanzielle Gründe und ein gesunder Menschenverstand sprachen dagegen. Ein Laster hat ja jeder, und es wurde trotz Unvernunft, und vermutlich wegen meines Starsinnes bei gewollten Urlauben, gebucht. Auch weil sich Schottland und Norwegen vorher, und anschließend Spitzbergen gut angelesen hatten.

    Wenige Wochen nach meiner Buchung war die erste Ernüchterung gekommen: Der kleine Ort 'John O-Groats' an der Nordostspitze Schottlands war der erste geplante Stopp. Der klangvoll klingende Name hatte mir gefallen, und hatte ihn vorher noch nie gehört. Leider wurde der Aufenthalt ersetzt durch Kirkwall auf den Orkney Inseln. Das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau, aber dort war ich vor nicht allzu langer Zeit. War gut, ist aber nicht Neues, schade.

    Die Kreuzfahrt ging ab Edinburgh an einem Dienstag los. Ich plante drei Übernachtungen dort, um das volle Wochenende ausnutzen zu können. Die Hotelpreise erschienen mir für diesen Zeitraum sehr teuer. Ich fand nur eine bessere Bed & Breakfast Unterkunft für 450 Euro für die drei Nächte. Der Samstag war der Knackpunkt. Die Nacht am Samstag kostete das doppelte wie die beiden anderen zusammen (schöne Rechenaufgabe). Ich verwarf meine Reiseplanung, und beschloss erst am Sonntag anzureisen. Ich kenne Edinburgh. Die vielen Euro für ein paar Bier in einem Pub, und der überlaufenen Burg, waren mir das Geld nicht wert. Ein Konzert der Rolling Stones, und ein Marathon waren die Ursachen. Durch die verringerte Nächteanzahl reichte mir ein Aufenthalt in Leith, ein Stadtteil im Norden der Stadt, und fand ein Hotel direkt am Kreuzfahrt-Terminal.

    Nach der Ankunft am Frankfurter Flughafen, um mit der Lufthansa nach Schottland zu fliegen, trank ich erst einmal ein Bier (etwas ganz Neues für mich!!!). Ich war mit dem Kellner aus Sri Lanka ins Gespräch gekommen. Es hatte sich gut angehört was er mir über sein Land erzählt hatte. So gut, dass ich vielleicht plane im nächsten Jahr dort hinzufahren, mal sehen.
    An Bord wurde ein Warsteiner Bier 'World Cup Edition' aus einer lustigen Flasche serviert. Fand ich eine passende Idee zur WM, haben die bestimmt extra wegen meinem Bericht gemacht:


    Warsteiner Bier 'World Cup Edition' an Bord der Lufthansa

    Der Flug ging schnell herum, mit schönen Blicken auf Schottland:


    Anflug auf Edinburgh

    Wir landeten pünktlich in Edinburgh. Ich wollte ein Taxi zum Hotel nehmen, und entdeckte auf dem Weg dorthin einen Bus mit der Nummer 300, und meinem gewünschten Ziel. Ich passte mich der schottischen Geiz-Mentalität an, und stieg in den Bus. Aber nur für eine Minute. Der nette Fahrer akzeptierte nur Münzen, die ich nicht hatte. Mit Scheinen konnte ich an einem Kiosk das benötigte Ticket erwerben, mit dem Hinweis, dass ich die Linie 200 nehmen sollte. Bus-Erfahren wie ich in Edinburgh war (immerhin stand ich ja schon einmal eine Minute drin), ignorierte ich den Hinweis des wahrscheinlich überlasteten und mutmaßlichen Berufs-Anfängers, und lief wieder zur Linie 300, die umgehend abging. Voller Stolz auf meine heldenhafte Tat dachte ich an eine Nonstop-Fahrt in einem fast leeren Bus. Aber nur kurz. Schnell wurde angehalten, und die Passagierzahl erhöhte sich umgehend auf das Doppelte. Das ging im Minutentakt so weiter, und brachte mich kein Stück näher zu meinem Ziel. Aufgrund meiner durch Brille aufsetzen wiedergeherstellten Lesefähigkeit erblickte ich das Display mit der geplanten Ankunftszeit, neunzig Minuten nach der Abfahrt vom Flughafen... Diesen Bus zu nehmen war völliger Quatsch, und ist nur sehr eingeschränkt zu empfehlen vom Airport aus nach Leith. Obwohl ich danach alle Vororte und 98 Prozent der Straßen von Edinburgh kenne, mindestens. Ich war froh endlich an meinem gebuchten Holiday Inn Express Hotel in Leith angekommen zu sein.
    Mittlerweile war es später Nachmittag, gefühlt mitten in der Nacht. Ich überlegte ob ich schlafen, Essen gehen oder in einen Pub einkehren soll. Das war kein ernst gemeinter Gedankengang... So kurz wie möglich die Stadt anschauen, Essen, und natürlich ein Pub! Dass letzteres ein Glücksgriff werden sollte, ahnte ich da noch nicht.

    Die große Kamera lies ich zu Hause (was ich bei Pub-Besuchen immer mache), und lief den kurzen Weg vom Novotel am Hafen in die Innenstadt. Mein erster Eindruck: Nett. Kein hektisches Treiben wie in der Innenstadt (wofür ich auch keine Lust hatte), und vielen herausgeputzten Gebäuden mit Künstler, Galerien, Wohnzimmercafés und Feinschmecker-Restaurants:


    Die Innenstadt von Leith, Schottland


    Die Innenstadt von Leith, Schottland


    Die Innenstadt von Leith, Schottland


    Die Innenstadt von Leith, Schottland

    und natürliche unzählige Pubs:


    Malt & Hops Pub in Leith

    Und das abseits des Tourismus. Außer schottisch und englisch hörte ich keine andere Sprache. Vielleicht weil der Stadtteil früher berüchtigt war, und sich eine üble Drogenszene breit machte. Wer den Spielfilm 'Trainspotting' kennt weiß was ich meine, er spielt dort. Wobei die meisten Szenen aus Kostengründen in Glasgow gedreht wurden, und die wenigen Filmschnitte aus Leith von den Behörden beim Dreh behindert wurden.

    Ich hatte keine Probleme mit den Einheimischen, obwohl mir vom Hotel geraten wurde beim Zurücklaufen Vorsicht walten zu lassen.
    Nicht nur ich fand meine neuen Freunde eher putzig, und alles andere als furchteinflößend. Sie waren die Straßen-Stars:


    Eine Schwanenfamilie in Leith, Schottland

    Die kleinen machten sogar ein süßes (wenn auch etwas hektisches) Tänzchen für mich. Hier ein kleines Video:

    Video: Schwanentanz in Leith, 12 Sekunden Laufzeit:

    http://zinni-online.de/Arktis-2018/Leith-2.mp4

    Ich hatte genug vom Sightseeing (so viel gab es auch nicht zu sehen), hatte Hunger, und lies die Nationalspeise 'Haggis' mit den leckeren Zutaten Schafsmagen, Herz, Leber, Lunge und Nierenfett links liegen. Kein Wunder, dass sich die schottische Mannschaft bei dieser Team-Verpflegung nicht für die Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert hatte. Ich bestellte mir lieber einen riesigen lokalen Krebs im tollen Fisch-Restaurant 'The Ship on the Shore':


    Das Fisch-Restaurant 'The Ship on the Shore', Leith, Schottland


    'Scottish Crab', serviert in Leith, Schottland

    Als Digestiv bestellte ich mir schottischer Whisky. Der erste war mir viel zu rauchig, und ich hatte noch am nächsten Morgen den Geschmack im Mund. Danach wurde nur noch 'Non-Smoky' getrunken.

    Das ich damit nicht meinen Durst stillen kann war klar, und fand schnell einen kleinen feinen Pub, dachte ich zumindest. Denn so winzig war er gar nicht, in einem Hinterzimmer spielte Livemusik. Sehr gute. Ich ergatterte einen Platz, und hörte der leidenschaftlich spielenden Gruppe begeistert zu. Ich hoffe, dass dieses Video die Stimmung gut rüberbringt:

    Video: Live Musik in Leith, 27 Sekunden Laufzeit

    http://zinni-online.de/Arktis-2018/Leith-1.mp4

    Ich trank geschätzte drei bis zwölf Bier mit den Einheimischen zusammen, Hooligans waren keine dabei. Ich fand keine Box für eine Spende an die Gruppe, und angesprochen darauf sagten die tollen Jungs: 'Wir werden dafür bezahlt, alles ok'. Ich gab denen einen Trink aus, und verließ zufrieden die Gaststätte. Auf dem Weg zum Hotel gab es einen weiteren Hinweis auf Livemusik, die ich mir nicht entgehen lassen wollte. Der Solospieler hatte die undankbare Aufgabe, nach einem Weltmeister-Auftritt mich mit Zweitliga-Fußball zu unterhalten. Das gelang ihm leider nicht. Wobei ich mich freuen würde, wenn meine Lieblingsmannschaft so hoch angesiedelt wäre.

    Danach ließ ich mich lieber (beim letzten Stopp) im nächsten Pub in die Whisky- und Gin-Geheimnisse der Umgebung einweisen, obwohl es nur eine Kreisklassen-Auswahl gab:


    Getränkeauswahl eines Pubs in Leith

    Da habe ich ja mehr Flaschen bei mir zu Hause... Unsinn, war super, mit einem sehr kompetenten Personal, und Einblick in die hiesigen Spirituosen.

    Unbeschadet lief ich glücklich und zufrieden wie nach einem Heimsieg meiner Lieblinge zurück ins Hotel.



    Gute Nacht Leith

    Spazieren war angesagt am nächsten Tag. Aber nicht lange. Der 'Water of Leith Walkway' entlang des Flusses Leith (wo auch sonst bei dem Namen) endete gerade als es schön wurde:



    Water of Leith Walkway, Leith



    Water of Leith Walkway, Leith

    Eine Baustelle in der Mitte der Strecke unterbrach den Pfad, die Umleitungsschilder zur Fortsetzung müssen die Mitarbeiter nach einem ausgiebigen Pub-Besuch angebracht haben. Ich irrte herum von einem dubiosen Pfeil zum anderen, um wieder in die gleiche Richtung geschickt zu werden. Ein ausgebranntes Auto mit einer verzweifelten Inhaberin sorge für Abwechslung, auch weil sie mir erklärte warum das passiert war. Ich verstand nur viele rollende 'R', bellartige Laute und Krächzen, aber kein einziges Wort, da in Schottisch-Gälisch vorgetragen. Ich gab auf, und lief wieder zurück nach Leith.

    Die ehrfürchtige HMY 'Her Majesty's Yacht' Britannia bei beginnenden Regen anzuschauen fand ich eine gute Idee. Sie war die dreiundachtzigste und letzte königliche Yacht von Großbritannien. Prinz Charles Mission Hong Kong an China zu übergeben war der letzte Einsatz. Seitdem liegt sie nicht vor Anker, sondern festgemacht als Museumsschiff in Leith:


    Die HMY Britannia in Leith

    und ist eines der wenigen Schiffe, deren Namen nicht auf der Seite steht.

    Ich hatte Glück, die Besuchermenge war überschaubar, um mir in Ruhe alle fünf Decks anschauen. Während Stoßzeiten wird man in einen riesigen Pulk durchgeschoben... Nach dem Stapellauf am 16. April 1953 wurde sie am 11. Januar 1954 in Dienst gestellt. Während ihres Dienstes als Königliche Motoryacht beförderte sie die Königin, und weitere Mitglieder der Familie. Außergewöhnlich war die Evakuierung von rund tausend Briten aus dem Bürgerkriegsgebiet im Jemen in den 1980ern. Kurios: Sie sollte der königlichen Familie im Falle eines Atomkriegs als sicherer Rückzugsort dienen.

    Die Laufrichtung ist vorgegeben, ob man eine rote Karte bei Missachtung bekommt hatte ich nicht ausprobiert. Man startet auf der Brücke ganz oben, und geht Deck für Deck tiefer:


    Die HMY Britannia in Leith

    Zu sehen gibt es viel. Auch überraschendes so wie ein 1:0 in der 96 Minute: Zum Beispiel ein Rolls-Royce, der immer mit einem Kran an Deck gehoben werden musste. Die Queen wollte sich auch an Land bewegen, und Mietwagen wurden aus Sicherheitsgründen vermieden:


    Ein Rolls-Royce auf der HMY Britannia in Leith

    Wo sonst kann man in das Schlafzimmer einer regierenden Monarchin schauen? Dass sie nicht drin gelegen hatte, war wahrscheinlich besser für alle Beteiligten. Trump würde sagen: 'God shave the Queen', aber auf das für eine Königin unangemessene Niveau begebe ich mich nicht.


    Das Queen-Schlafzimmer auf der HMY Britannia in Leith

    Sonderbar, wie einiges andere auch: Queen und Ehemann hatten getrennte Kabinen, Charles und Diana dagegen durften sich ein Ehebett teilen für die Flitterwochen.
    Der große Saal ist für Bankette heute noch nutzbar:


    Der große Saal auf der HMY Britannia in Leith

    Als Wohnzimmer der Royals wurde der Drawing Room genutzt:


    Der Drawing Room auf der HMY Britannia in Leith

    Langsam begab ich mich zu den Mannschaftsrängen. Wie hier, wo die unteren Ränge ihren Durst löschten:


    Die Verge Inn Bar auf der HMY Britannia in Leith

    Wer den kleinen Stoffhund sieht (der auf fast jedem Bett, Schränkchen, Tisch etc. sitzt) lässt ahnen was es im Souvenirshop zu kaufen gibt. Hoffentlich geht es ihm bald besser:


    Hundi ist krank auf der HMY Britannia in Leith

    Ich hatte durch den Anblick der Bar Durst. Ich weiß nicht wie ich auf die spontane Idee gekommen war, die einer Sensation gleichkam, ähnlich wie Dänemark Fußball-Europameister wurde: Ich trank in einem Teehaus tatsächlich purer Tee, ohne Gin, Rum, Wodka oder sonst etwas darin. Und das ohne bleibenden Schaden, wenigstens bekannten. Hier das Beweisbild. Ok, das Getränk im Hintergrund lässt ahnen, dass es nicht bei einem Tee geblieben war:


    Im Teehaus auf der HMY Britannia in Leith

    Genial war das gleichzeitige und ungeplante Einlaufen der MS Cloud. Das Kreuzfahrt-Schiff auf meiner Reise, was ich toll von meinem Platz aus beobachten konnte:


    Einlauf der MS Cloud in Leith

    Daraufhin sah ich mir im Internet die Bilder meiner gebuchten Kabine an:


    Meine Kabine auf der MS Cloud!!!

    und war entsetzt, so simpel hätte ich mir das nicht vorgestellt.

    Was natürlich Unsinn ist (ich hätte das mit dem Tee sein lassen), das sind Bilder der Mannschafts-Unterkunft auf dem königlichen Schiff. Was für ein Kontrast: Oben noble Champignons-Liga mit Champagner & Co:


    Champagner auf der HMY Britannia in Leith

    und unten für die Crew einfachste Einrichtungen ohne Privatsphäre:


    Mannschaftsduschen auf der HMY Britannia in Leith

    Trotzdem war es für die Mannschaften eine Auszeichnung, hier dienen zu dürfen. Trotz Sonderheiten wie das lautes Rufen an Bord verboten war, die Befehle wurden mit Handzeichen gegeben. Oder der Befehl der Queen, dass sie nicht gegrüßt werden soll. Denn dann hätte sie laut Reglement zurück grüßen müssen, worauf sie keine Lust hatte.
    Der Besuch war sehr interessant und kurios, ich hatte das so nicht erwartet. Ich habe danach ein anderes Verhältnis zum britischen Könighaus. Zum einen ist es durch manche bizarren Eigenarten für mich noch mehr nur Humor als Ernsthaftigkeit. Aber durch das Abspielen der inoffiziellen Nationalhymnen 'Rule, Britannia!' und 'God Save the Queen', und dem tollen Personal auf dem Schiff hatte ich den Eindruck, dass viele Britten sehr stolz darauf sind. Hat was, anders als Deutschland, wo wir in Deutschland nur einen Fußball-Kaiser haben. Ohne jeglichen Glamour.
    Den Abend beendete ich ähnlich wie am Vortag, nur ohne Livemusik.

    Am nächsten Morgen stöberte ich etwas durch das Shoppingcenter 'Ocean Terminal' (durch das man auf dem Weg zum Ticketoffice der MS Britannia geschleust wird), um wie immer das in der Heimat vergessene zu erwerben. Ich wünsche jedem viel Glück bei so etwas mit der Suche nach einem Stromkabel für meinen Rasierer, mir war es nicht gelungen in den siebzig Geschäften dort. Ich kaufte mir dann einen neuen, gibt schlimmeres. Gut gelaunt lief ich zu meiner gebuchten Kreuzfahrt zum Terminal, und freute mich darauf wie auf einem Gewinn der Weltmeisterschaft. Ich erkannte einen Expeditions-Mitarbeiter von einer früheren Kreuzfahrt mit der Silversea. Auch er erinnerte sich an mich, und freute sich, dass ich wieder an Bord war.

    Die Silversea-Welt ist klein.
    Geändert von Zinni (16.07.2018 um 15:06 Uhr)
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  2. #2
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    Kirkwall (Orkney-Inseln, Großbritannien)


    Spielbericht aus Kirkwall, kurz:

    Ein stürmischer Beginn (durch den Regen), danach das lange Warten auf den Pausentee (der Pub-Besuch). Die zweite Halbzeit wurde trotz starker Leistung erneut durch den Regen behindert, und geht wahrscheinlich als 'die Wasserschlacht von Orkney' in die Geschichte ein.

    Gegen die Outlander das zweite Unentschieden geholt, es wird eng zum Weiterkommen.


    Lang:

    Wie es mir auf der MS Cloud ergangen war, wird in einem späteren Kapitel erwähnt.

    Wir verließen abends Leith in Richtung Orkney Inseln, um dort nach 225 nautischen Meilen angekommen zu sein. Ich war dort das letzte Mal in 2014, bei strahlenden Sonnenschein. Ich hoffte auf ähnliches Wetter, die Vorhersage war allerdings konträr mit meinen Vorstellungen. Nachdem die ersten Ausblicke auf die Inselgruppe möglich waren, sah es erfolgsversprechend aus. Nicht gerade Traumwetter, aber immerhin trocken und grün wie der schönste Fußballplatz-Rasen. Aber auch kahl wie der Kopf von Sean Connery, der in Edinburgh geboren ist. Keine Bäume weit und breit...:



    Blick auf die Orkney-Inseln


    Blick auf die Orkney-Inseln




    Blick auf die Orkney-Inseln


    Bei Silversea sind auf Expeditions-Kreuzfahrten alle Ausflüge eingeschlossen. Auf den Orkney Inseln hatte ich die Auswahl zwischen Skara Brae (eine jungsteinzeitliche Siedlung) und dem Fischerort Stromness, und bei beiden wurde der 'Ring of Brodgar' besucht. Einmal am Tag reichten mir alte Steine anschauen, ich wählte den Fischerort.


    Der Ausflug begann erst nach dem Mittagessen, und wir waren bereits ein paar Stunden vorher dort. Zu Fuß in die Stadt Kirkwall zu laufen war zu weit, und in der Umgebung gab es nichts anzuschauen. Ich nahm trotz knapp bemessener Zeit den Shuttlebus in die Stadt, und lies das Mittagessen ausfallen. Putenbrust kann ich täglich essen, Kirkwall ansehen nicht. Das Stadtbild war eher 'trübe und trostlos' als 'sonnig und erfreulich'. Schade, aber bei Regen wirkt auch der Eiffelturm nicht...:



    Blick auf Kirkwall, Schottland


    Ich besuchte die St.-Magnus-Kathedrale, dass 'Licht des Nordens', und DIE (und mit die Einzige) Sehenswürdigkeit der Stadt:




    Die St.-Magnus-Kathedrale in Kirkwall, Schottland



    Die St.-Magnus-Kathedrale in Kirkwall, Schottland


    Die St.-Magnus-Kathedrale in Kirkwall, Schottland


    Die St.-Magnus-Kathedrale in Kirkwall, Schottland

    Viel mehr zum Anschauen hatte ich keine Zeit. Mittlerweile regnete es, nicht gerade Bindfäden, aber auch kein Moment zum 'So ein Tag wie wunderschön wie heute' zu singen.
    Beim Ausflug nach Stromness, und Ankunft dort schloss ich mich nicht der Führung an, sondern lief auf eigener Faust planlos herum.
    Dem grauen Stadtbild fehlten die Farben, kein Wunder bei Sprühregen:


    Blick auf Stromness, Orkney Inseln, Schottland

    Bereits beim Blick auf das lokale Hotel, das im typischen britischen Stil errichtet wurde, dachte ich an eine Einkehr:


    Hotel Stromness, Stromness, Orkney Inseln, Schottland

    Fand aber überraschend eine neue Freundin. Die süße Kleine lief mir minutenlang verliebt hinterher:


    Meine neue Freundin auf Stromness, Orkney Inseln, Schottland

    Der Gang durch die Pflasterstein-Gassen war beschwerlich, und ich rutsche ein paarmal aus. Für einen erneuten Schulterbruch hatte ich keine Lust. Ich brach die Besichtigung nun endgültig ab, und widmete mich mit der Ausrede 'Erkundung lokaler Spezialitäten' typischen Getränken der Insel wie Bier und Whisky:


    Zinni im lokalen Pub von Stromness, Orkney Inseln, Schottland

    Die Locals versicherten mir, dass sie bei der WM zu allen Mannschaften (auch Deutschland) halten, wenn es gegen England geht.
    Nach einer ereignislosen Weiterfahrt durch das 'Neolitic Heartland', immerhin mit auf der 'UNESCO World Heritage Site' Liste:


    Das Neolitic Heartland auf den Orkney Inseln, Schottland

    erreichten wir den 'Ring of Brodgar'. Er ist ein rund 5.000 Jahre alter Kreis mit 21 von einst 60 Steinen. Schätzungen gehen von 80.000 Arbeitsstunden aus, ohne Maschinen. Das gewaltige Monument ist größer als Stonehenge, und exakt ausgerichtet. Es wirft immer noch viele Fragen auf, niemand weiß, warum der Ring errichtet wurde.

    *Schönreden Modus an*

    Bei Sonnenschein, wie in 2014, waren es nur ein paar Steine für mich:


    Ring of Brodgar in 2014, Orkney Islands, Schottland

    Doch an diesem Tag war es mehr. Das Wetter sorgte es für eine mystische und geheimnisvolle Highland-Stimmung. Eine perfekte Szene von rohen Elementen, düster und dominierend standen die Steine im Kreis:


    Ring of Brodgar, Orkney Inseln, Schottland


    Ring of Brodgar, Orkney Inseln, Schottland


    Ring of Brodgar, Orkney Inseln, Schottland

    *Schönreden Modus aus*.

    Wir waren alle ungeschützt dem Regen ausgesetzt, und wurden klatschnass. Und kein Pub oder wenigstens eine überdachte Sitzplatz-Tribüne in Sicht:


    Der nasse Zinni, und der Ring of Brodgar, Orkney Inseln, Schottland

    Ein Regenschirm hätte nichts gebracht, er wäre sofort umgeknickt beim Verlassen des Buses. Vorteil: Wir wurden nicht von den Plagegeistern 'Midges' genervt, von denen es 37 Spezies geben soll. Wen die blutsaugenden Insekten bei Regen nerven weiß ich nicht, uns zum Glück nicht.

    Ein Tag mit auf und ab. Das 'Neue' (Stromness) war nix durch das Wetter, das 'Alte' (Ring of Brodgar) dagegen umso mehr, um den Ring auch in anderen Facetten kennen zu lernen. War wirklich cool, ohne schön zu reden. Wie ein 4:4, wenn man einen Sieg benötigt. Kein grenzenloser Jubel, aber Zufriedenheit mit Unterhaltungswert.
    Geändert von Zinni (15.07.2018 um 19:16 Uhr)
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  3. #3
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    Aufatmen auf den Shetland-Inseln, Schottland, Großbritannien


    Spielbericht aus Lerwick, kurz:

    Am Anfang plätscherte es vor sich hin, es gab kaum schöne Szenen (der erste Bus-Stopp). Kurz danach gab es eine atemberaubende Entwicklung (das Cliff). In der zweiten Halbzeit ein Spiel wie in früheren Jahren (der Jarlshof), denn am Ende gewinnt immer Zinni.

    Der erste Sieg trotz Anfangsschwierigkeiten gegen den 'SSV' (Schottische Schräge Vögel).


    Lang:

    Vor Ewigkeiten war ich einmal auf den Shetland-Inseln. Vorweg: ich konnte mich an nichts mehr erinnern, was ich damals unternommen hatte. Ich habe leider kein Bild aus alten Tagen, und wenn wäre es grottenschlecht.

    Nach nur 101 nautischen Meilen erreichten wir die zu Schottland gehörende Inselgruppe, die den nördlichsten Teil des Vereinigten Königreichs bilden. Die größte Stadt der Shetlands ist Lerwick auf Mainland, auf der wir anlegten. Ich buchte den Ausflug zum Jarlshof (eine prähistorische archäologische Stätte), und dem Sumburgh Head Cliff (ein Leuchtturm, und ein Naturschutzgebiet).


    Das Wetter war leider wieder nur bescheiden, wie der Ausblick beim ersten Foto-Stopp. Auch wenn es so aussieht, das ist nicht die rote Armee. Die roten Jacken sind im Reisepreis inklusive. Ich war fast der Einzige, der meine eigene bevorzugte.


    Blick auf Mainland Shetland, Schottland


    Blick auf Mainland Shetland, Schottland


    Blick auf Mainland Shetland, Schottland

    War nett, aber etwas wirklich Interessantes konnte ich nicht erblicken. Ich denke, dass der Fahrer lediglich einen guten Platz zum Anhalten gefunden hatte. Zum Glück ging es spannender weiter, mit dem Blick auf eine Bucht mit vielen Seehunden:


    Blick auf Mainland Shetland, Schottland

    Wir fuhren weiter durch die erneut baumfreie Hauptinsel der Shetland-Inseln, mit vieler grüner Landschaft. Irland lässt grüßen:


    Blick auf Mainland Shetland, Schottland

    Eine typische 'Bäuerin sucht Mann' Gegend:


    Blick auf Mainland Shetland, Schottland

    Wir passierten den Flughafen Sumburgh, den größten der Inselgruppe. Das westliche Ende der Start- und Landebahn kreuzt die von uns befahrene Landstraße. Der Flugverkehr wird durch eine Schranke geregelt:


    Fahrt über die Runway des Flughafens von Shetland, Schottland

    Die Reiseleiterin erwähnte, dass wegen Nebel tagelang keine Flüge stattfinden können. Das ist mir in Vorzeiten passiert, ich pendelte zwei Tage zwischen dem Airport und der Stadt bis das Wetter passte.

    Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir unser erstes Ziel, das Sumburgh Head Cliff. Es hatte mir auf Anhieb gefallen.
    Weniger wegen dem ersten Leuchtturm von Shetland:


    Der Leuchtturm vom Sumburgh Head Cliff in Shetland, Schottland

    sondern wegen den fantastischen Szenerien und Ausblicken. Das Naturschutzgebiet liegt an der südlichen Spitze der Insel, und wird geleitet von der RSPB, der 'Royal Society for the Protection of Birds'. Ist Europas größte sich um den Schutz von Wildvögeln kümmernde Organisation, und hat mehr Mitglieder als Großbritanniens drei größte politische Parteien zusammen:



    Das Sumburgh Head Cliff in Shetland, Schottland


    Das Sumburgh Head Cliff in Shetland, Schottland

    Die Seevogelkolonien sind sehr einfach und zugänglich zu erreichen. Lummen, Alkenvögel, Möwen und Eissturmvögel brüten hier:


    Das Sumburgh Head Cliff in Shetland, Schottland


    Das Sumburgh Head Cliff in Shetland, Schottland


    Das Sumburgh Head Cliff in Shetland, Schottland

    Die kleinen Stars sind natürlich die Papageientaucher, in Englisch Puffins genannt:


    Papageientaucher, Sumburgh Head Cliff in Shetland, Schottland


    Papageientaucher, Sumburgh Head Cliff in Shetland, Schottland

    Es war Weltklasse, die putzigen Tiere zu beobachten. Ich muss mich outen: In Island probierte ich einmal eine geräucherte Puffin-Brust. Kommt nicht mehr vor, verspreche ich.
    Der Besuch war das erste wirkliche Highlight der Reise. Das Wetter passte, Millionen von Vögel waren zu sehen, und eine tolle Landschaft. Zum perfekten Glück fehlte nur noch, dass uns Wale mit Fontänen grüßten, aber man kann leider nicht alles haben. Wir mussten uns mit diesem Modell beglücken:


    Sumburgh Head Cliff Besucherzentrum, Shetland, Schottland

    Die zweite Attraktion war der nahegelegene Jarlshof, eine prähistorische archäologische Stätte. Die dicht konzentrierten Bauten umfassen Gebäude aus der Bronzezeit. Ich bin nicht der große Fan von so etwas. Ich entfernte mich von der Gruppe, verzichtete auf die Erklärungen, und lief alleine durch die Anlage:


    Das Haus vom Landbesitzer (mit schöner Aussicht), Jarlshof in Shetland, Schottland


    Der Jarlshof in Shetland, Schottland


    Eine Wohnung aus der Eisenzeit (Jarlshof in Shetland, Schottland)



    Wikinger-Langhäuser, Jarlshof in Shetland, Schottland

    Ein Wheelhouse ist ein runder Steinbau (ok, was sonst bei dem Namen?), und die im Jarlshof sind die bekanntesten und besterhaltenen in Großbritannien. Dieses Video zeigt 'Der alte Mann und das runde Haus':


    Video: 'Der alte Mann und das runde Haus', Jarlshof in Shetland, Schottland, 5 Sekunden Laufzeit

    http://zinni-online.de/Arktis-2018/Shetland-1.mp4


    Wheelhouse im Jarlshof in Shetland, Schottland

    97,2 Prozent denken bei Shetland an die Ponys. In der Tat, das Shetlandpony kommt ursprünglich von den Shetland-Inseln! Wer hätte das gedacht. Ich konnte einen schönen Blick auf ein paar davon werfen:


    Ein Shetland-Pony in Shetland, Schottland

    Shetland-Ponys in Shetland, Schottland

    ehe es wieder zurück in die Hauptstadt Lerwick ging. Der Jarlshof konnte nicht ganz mit dem Cliff mithalten, war trotzdem hoch interessant.


    Blick auf Lerwick, Shetland, Schottland


    Bye bye Shetland, Schottland

    Dieses Mal brauche ich mir nichts schönreden. Das war ein toller Tag, wenn auch mit Anfangsschwierigkeiten. Nichts für das man ein Expeditions-Schiff benötigt, der Aufenthalt hatte ich trotzdem gelohnt.
    Geändert von Zinni (15.07.2018 um 19:25 Uhr)
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  4. #4
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    Spielbericht aus Geiranger, kurz:

    Ein Spiel mit Höhen und Tiefen. Nach einem durchwachsenen Start (die Fahrt durch den Fjord) wurde das Spiel miserabel (der Ausflug auf den Berg), ohne Hoffnung auf einen Punktgewinn. Eine sensationelle Endphase (die Zodiac-Fahrt) drehte das Spiel, und sorgte noch für einen überraschenden Punktgewinn in der Verlängerung.

    Dem Winter mit Glück in der Schlussphase einen Punkt abgetrotzt.

    Lang:

    Fünf Wochen zuvor war ich im Rahmen einer anderen Kreuzfahrt in Geiranger. Damals war es 25 Grad warm, aber nicht wolkenfrei. Dort hatte ich eine Ausflugsfahrt zu zwei Aussichtspunkten unternommen, und hoffte, dass Silversea etwas anders anbietet, Wiederholungen mussten nicht sein. Mein Wunsch ging in Erfüllung. Den angebotenen Besuch einer Farm, wo man sieht wie Käse gemacht wird, verschmähte ich. Aber auf dem 1476 Meter hohen Gipfel des Berges Dalsnibba, mit der Aussichtsplattform 'Geiranger Skywalk', war ich noch nie.

    Vor dem Ausflug fuhren wir aber erst einmal durch den langen Geiranger-Fjord, bei trüben Wetter:


    Fahrt durch den Geiranger-Fjord, Norwegen



    Fahrt durch den Geiranger-Fjord, Norwegen


    Fahrt durch den Geiranger-Fjord, Norwegen

    Der Höhepunkt jeder Geiranger-Fjord-Fahrt sind die 'Sieben Schwestern', direkt nebeneinander in den Fjord stürzende Wasserfälle. Es sind trotz des Namens nicht immer sieben. Im Sommer fehlt das Wasser, und im Winter sind einige Zugänge auf dem Gipfel vereist:


    Die 'Sieben Schwestern' im Geiranger-Fjord, Norwegen


    Auf der gegenüberliegenden Fjordseite befindet sich der Wasserfall 'Freier'. Nach einer Sage wollte der Freier jede der sieben Schwestern heiraten. Da alle ablehnten, griff er zur Flasche, wie die Form des Wasserfalls (mit etwas Vorstellungskraft) zeigt:


    Der 'Freier' im Geiranger-Fjord, Norwegen

    Ich hätte zur Flasche gegriffen, wenn ich sieben Schwester hätte heiraten müssen. Jeden Tag müssen alle sich gegenseitig ertragen, eine Scheidung ist aus norwegischen Rechtsgründen nicht möglich:



    Die 'Sieben Schwestern' und der 'Freier' im Geiranger-Fjord, Norwegen

    Nach aus Schottland zurückgelegten 316 'Nautical Miles' waren wir im kleinen Ort Geiranger angekommen. Obwohl wir das erste Kreuzfahrtschiff an dem Tag waren, durften wir nicht an dem neuen schwimmenden Anlegesteg anlegen, der ein Tendern überflüssig macht. Schade, so verloren wir Zeit beim Übersetzen.
    Wäre ich daheim, hätte ich das Haus nicht verlassen, denn es regnete in Strömen. Trotzdem hatte ich natürlich an dem Ausflug teilgenommen. Nach einer kurzen Busfahrt hatten wir den gleichen Stopp, wo ich ein paar Wochen vorher schon einmal gestanden hatte.

    Hier der Sechs-Wochen-Unterschied, finde die Unterschiede!


    Der Geiranger-Fjord am 3. Mai 2018, Norwegen


    Der Geiranger-Fjord am 15. Juni 2018, Norwegen

    Nass war es. Ich war trotzdem gut gelaunt. Ich bin sogar darauf gefragt worden, warum ich immer so zufrieden wirke:


    Der nasse Zinni

    Ich denke dieser Person hatte es auch gefallen, wer immer das auch war:


    Der Geiranger-Fjord, Norwegen

    Selten wurde meine Erwartungshaltung weniger erfüllt, als in den nächsten Stunden. Bitte, wenn von Interesse, Bilder vom 'Lake Djupvatnet' im Internet anschauen, und mit diesen vergleichen:


    Der Lake Djupvatnet, Norwegen


    Der Lake Djupvatnet, Norwegen

    Das hatte wenig gemeinsam, und hier zieht auch die Ausrede 'Mythische Stimmung' oder so etwas nicht. Ich hatte wenig Hoffnung, dass es beim nächsten Ziel, dem Mount Dalsnibba, besser wurde.

    Und leider hatte ich recht mit meiner Annahme. Auf dem Gipfel war es eiskalt, und es schneite mehr als alles zusammen in meinem Heimatort den ganzen letzten Winter lang. Ich konnte mir gut vorstellen, dass die Ausblicke umwerfend sein können. Aber nicht, wenn Schneeregen und Schneeschauer sich abwechseln.
    Theorie:

    'Von hier haben Sie einen spektakulären Blick auf die norwegische Berglandschaft und sehen bis hinab zum Geirangerfjord. Wahrscheinlich die phantastischste Aussicht der Welt'

    Praxis:


    Auf dem Mount Dalsnibba, Norwegen


    Auf dem Mount Dalsnibba, Norwegen


    Auf dem Mount Dalsnibba, Norwegen

    Ich war einer der wenigen, die sich wagten draußen zu fotografierten, und sich dabei die Finger abzufrieren. Der Rest der Passagiere blieb lieber im trockenen Bus, oder setzte sich in das überfüllte Café.

    Ich erfüllte meine Mission 'Jeder 15. Juni im Jahr eine gute Tat', und machte einem Passagier aus Uruguay eine Freude. Er hatte kein Wi-Fi, war aber am Ergebnis seiner Nationalmannschaft interessiert. Ich informierte ihn regelmäßig darüber. Als Dank umarmte er mich, als ich ihm das 1:0 kurz vor Schluss für seine Mannschaft mitteilte. Er grüßte mich seitdem auf dem Schiff so freundlich, als ob ich der Fußball-König von Deutschland wäre.

    Bei der Rückfahrt nach Geiranger regnete/schneite/nieselte es für paar Minuten gerade mal nicht. Diesen einmaligen Moment nutzten wir zu einem trockenen Spaziergang entlang des 'Knuten' zu laufen. Ein alte Geiranger-Straße, erbaut in 1882, mit einer eigenartigen Konstruktion. Man wollte an Höhe gewinnen, und über schwieriges Gelände hinwegkommen. Wir hatten sogar den Mut, unter dieser uralten Steinbrücke durchzugehen:


    Die alte Geiranger-Straße 'Knuten', Norwegen

    Da nach dem Ende der Tour noch Zeit für einen Aufenthalt war, und es nicht regnete, war mein Plan an der Kirche aussteigen. Das wurde entweder vergessen, oder verwehrt. So lief ich unnötig vom Anlegeplatz des Schiffes wieder zurück, um mir das oktogonale Gotteshaus anzuschauen. Sie wurde 1842 gebaut, und ist die dritte, die an diesem Ort steht. Eine wurde abgerissen, die andere angezündet und verbrannte:


    Die Kirche von Geiranger, Norwegen

    Ich dachte nach der Rückkehr auf das Schiff, dass die Aktivitäten des Tages am späten Nachmittag abgeschlossen waren. Kaum saß ich in der Bar, geschah eine (für mich wirkliche) Sensation. Unerwartet gab es eine Ansage, dass man kurzfristig eine Zodiac-Tour zu den 'Sieben Schwestern' und dem 'Freier' anbietet, wer Interesse hat sollte sich melden. Mein Puls ging hoch, das war eine tolle Überraschung der Reiseleitung. Dafür mag ich Silversea, das können sie perfekt. Ich war so schnell wie möglich jenseits von Tresen, und machte mich bereit für den Ausflug.

    Die Tour mit dem Zodiac hatte lustig begonnen: In 2014 war ich mit der 'MS Azores' in Norwegen. Genau das Schiff, das früher vom 'Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes' unter dem Namen 'Völkerfreundschaft' bereedert und später umbenannt wurde:


    Die MS Azores, ex 'Völkerfreundschaft', in Norwegen 2014

    hatte sich hier verewigt:


    Die Völkerfreundschaft war im Geiranger-Fjord, Norwegen

    Wir widmeten uns wichtigeren Aufgaben als Felsen beschmieren, und fuhren Richtung der Wasserfälle. Mit etwas Sonne und anderem Licht sah die Umgebung wesentlich spektakulärer aus als am Vormittag:


    Der Geiranger-Fjord, Norwegen

    Bei den beiden Fällen angekommen, wurde es spannend und sehr unterhaltsam. Wir fuhren so nah wie möglich, diese Sicht haben wahrscheinlich nur sehr wenige Besucher des Fjordes.

    Je näher wir den Fällen gekommen waren, umso nasser wurde es. Ich hatte leider die aufregendsten Momente direkt unter den Fällen nicht fotografiert. So viel Wasser auf einmal bekommt keiner Kamera gut, und auf einen Totalverlust hatte ich keine Lust:


    Der 'Freier' im Geiranger-Fjord, Norwegen. Präsentiert à la Silversea


    Der 'Freier' im Geiranger-Fjord, Norwegen. Präsentiert à la Silversea


    Die 'Sieben Schwestern' im Geiranger-Fjord, Norwegen. Präsentiert à la Silversea


    Die 'Sieben Schwestern' im Geiranger-Fjord, Norwegen. Präsentiert à la Silversea


    Die 'Sieben Schwestern' im Geiranger-Fjord, Norwegen. Präsentiert à la Silversea

    Ich war sehr zufrieden über dieses Erlebnis. Hier hatte super Spaß gemacht, nass zu werden. Es war das erste Mal auf dieser Reise, wo ich mich als Explorer fühlte:


    'Der nasse Mann und der Fjord', Norwegen

    Ein schöner Sonnenabend beendete ein Tag, der unterschiedlicher nicht hätte sein können. Bescheidene Erlebnisse am Morgen endeten mit einem Kracher am Nachmittag. Es war alles andere als langweilig...


    Gute Nacht Geiranger-Fjord, Norwegen

    Am nächsten Morgen war ich überrascht. Das Tagesprogramm stand unter dem Thema: 'Cruise Norwegian Fjords' (mit einem Fjord als Titelbild!). Naiv wie ich war, stellte ich mir darunter vor, dass wir ein oder zwei Fjorde abfahren. Dies von der Brücke moderiert wird, und wir mit Glück vielleicht sogar eine kurze Zodiac-Tour unternehmen können.

    Als ich die Aktivitäten gelesen hatte, war davon keine Rede. Heute: Bordtag. Kein Finale, kein Druck, keine Höhepunkte. Einfach nur Vorträge, lustige Spiele, Yoga-Klassen und ähnliches. Die geplante Route ging meilenweit entfernt von einem Fjord... So spannend wie ein 0:0 bei einem Freundschaftsspiel. Jeder vom Personal, den ich angesprochen hatte, konnten mir keine Erklärung geben warum das so war. Wenn wir ein Ziel wegen Wettergründen oder ähnliches nicht anlaufen können habe ich natürlich Verständnis, dafür nicht.

    Da ich nicht vorhatte, den lieben langen Tag an der Poolbar zu verbringen, machte ich etwas auf Ornithologe. Den Vögeln hatte der Aufenthalt an Bord gefallen, manche fuhren stundenlang mit uns mit. Das hatte den Vorteil, dass viele immer wieder zur ihrem Lieblingsplatz zurückgekommen waren, obwohl man sie paar Minuten vorher dort gestört hatte. Es machte Spaß den Piepmätzen zuzuschauen:


    Vögel beobachten auf der Silversea Cloud


    Vögel beobachten auf der Silversea Cloud

    Ein schöner Sonnenuntergang beendete den Tag, den ich mir anders vorgestellt hatte. War aber auszuhalten. Gute Nacht Freunde.


    Sonnenuntergang im Nordmeer

    Geändert von Zinni (16.07.2018 um 06:56 Uhr)
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  5. #5
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    Befreiungsschlag auf den Lofoten, Norwegen



    Spielbericht aus Leknes, kurz:


    Die erste Halbzeit begann fantastisch, mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung (der Fotograf & ich). Auch in der zweiten Halbzeit gab es eine souveräne Überlegenheit (im Museum), nur als das Spiel sicher entschieden war, wurde ein Gang zurückgedreht (Nusfjord).


    Eine klare Sache, und ein hochverdienter Sieg gegen die Wikinger.

    Lang:

    Nach 405 zurück gelegen Meilen waren wir auf den Lofoten angekommen. Das Wetter machte Laune:


    Die Silversea Cloud auf den Lofoten, Norwegen

    Bereits in Hafennähe konnte ich erahnen, wie herrlich hier die Landschaft ist:


    Im Hafengelände von Leknes, Lofoten, Norwegen

    Der Ausflug war erst am Nachmittag, der Vormittag stand uns zur freien Verfügung. Um als Hobby-Fotograf noch etwas dazu zu lernen, gönnte ich mir eine dreistündige Fotosession mit einem Profi vom Schiff. Er ließ mir die Wahl, ob wir das in seinem Studio machen sollten, an Deck oder außerhalb. Das wir das in der Natur durchführen werden war für mich Ehrensache. Ich lief zu den lokalen Mitarbeitern des Fremdenverkehrsamtes, die am Hafen einen kleinen Stand hatten. Ich unkundige mich nach einer geeigneten Wanderung, und den gemachten Vorschlag realisierten wir sofort.

    Nach kurzer Zeit genossen wir bereits das das Wetter und die Landschaft. Es war eine reine Pracht:


    Wandern auf den Lofoten, Norwegen


    Wandern auf den Lofoten, Norwegen


    Wandern auf den Lofoten, Norwegen

    Es passte alles, Damien, der Fotograf, gab mir wertvolle Tipps, wie ich meine Aufnahmen verbessern kann. Wir sprachen aber auch viel über unsere Familien, Länder, Fußball und vieles andere wichtige und unwichtige. Ich glaube (oder hoffe zumindest), dass es ihm auch so gut gefallen hatte:


    Der Fotograf Damien auf den Lofoten, Norwegen

    wie mir:


    Zinni auf den Lofoten, Norwegen

    Wir liefen langsam wieder zurück Richtung Schiff, und fanden erneut eine schöne Szene nach der anderen:


    Wandern auf den Lofoten, Norwegen


    Wandern auf den Lofoten, Norwegen


    Wandern auf den Lofoten, Norwegen


    Wandern auf den Lofoten, Norwegen

    Ich war hochzufrieden, und hoffe, dass man mir das ansieht. Ich hatte keinen Cent bereut dafür etwas ausgeben zu haben.


    Zinni auf den Lofoten, Norwegen

    Dass dies am Nachmittag nicht zu toppen war, war mir klar. Ursprünglich hatte ich einen sieben Stunden langen Ausflug gebucht, am Vortag aber auf einen vierstündigen umgebucht, das war mir dann doch zu lange. Obwohl ich skeptisch war, ob das 'Lofoten Viking Museum' einen Besuch wert war. Im Vorfeld informiert hatte ich mich nicht wegen der kurzfristigen Umbuchung.

    Nach der Ankunft im Museum war ich über die lange Aufenthaltsdauer (neunzig Minuten) erstaunt, die wir dort zur freien Verfügung hatten. Ich sah mich bereits eine Stunde im Café sitzen, war aber nach wenigen Augenblicken anderer Meinung. Es ist ein Freilichtmuseum, mit vielen Wanderpfaden, Vegetation und einheimischen Tieren. Ich war noch nie in einem so großen Museum, das herrlich in die Natur eingebunden ist:


    Das Lofoten Viking Museum, Norwegen

    Letztendlich hätte ich noch viel länger dortbleiben können. Sogar von den Ausstellungen hatte ich vor lauter Wandern nichts gesehen, geschweige denn einer dieser lustigen Aktivitäten gemacht zu haben:


    Das Lofoten Viking Museum, Norwegen

    Ich wanderte durch die reizende Landschaft:


    Das Lofoten Viking Museum, Norwegen

    Sagte den Pferden ein 'Wieher':


    Ein Pferd im Lofoten Viking Museum, Norwegen


    Pferde im Lofoten Viking Museum, Norwegen

    Hoffte, dass die sich nicht in die Wolle kriegen:


    Schafe im Lofoten Viking Museum, Norwegen

    Und dachte hier an etwas in meiner Firma:


    Die faule Sau vom Lofoten Viking Museum, Norwegen

    Ich hatte wenig erwartet, und viel bekommen. So kann das gerne öfter sein. Ein paar Minuten nach der Abfahrt des Busses wurde gemerkt, dass wir einen Passagier vergessen hatten. Natürlich kehrten wir wieder zurück, und war danach ein Dauer-Gag. Ist mir so auch noch nicht passiert.

    Die Weiterfahrt ging nach dem kleinen Ort Nusfjord, ein Fischerdorf auf Flakstadøy, einer der Hauptinseln des Lofotenarchipels und eines der bekanntesten. Die Siedlung wurde als eines der Pilotprojekte ausgewählt, die den typisch norwegischen Baustil erhalten möchten. Die meisten Gebäude stammen aus dem 19. Jahrhundert, und sind sehr gut erhalten:


    Nusfjord, Lofoten, Norwegen


    Nusfjord, Lofoten, Norwegen


    Nusfjord, Lofoten, Norwegen

    Das war alles schön und nett, und der Ort liegt idyllisch begrenzt durch steile Berge. Sah in der Tat gut aus.

    Jetzt kommt das 'Aber': Ich war mir wie im Disneyland vorgekommen. Der Besuch kostet Eintritt, und wir waren weitaus nicht die einzigen Besucher. Wahrscheinlich weil in den meisten Reiseführern steht, dass Nusfjord auf der UNESCO-Liste ist, was nicht stimmt.

    Vögel zahlen wenigstens wissentlich keinen Eintritt:


    Nusfjord, Lofoten, Norwegen

    und dieser arme Kerl erst recht nicht. Jugendliche unter 16 Jahren sollten sich das Bild nicht ohne Erziehungsberechtigte anschauen:


    Nusfjord, Lofoten, Norwegen


    Trotzdem war es ein Spitzentag, der für viel Laune sorgte. Das Wetter hätte nicht besser sein können, und meine Ausflugsumbuchung war eine gute Entscheidung im Nachhinein. Und ich habe einen neuen Freund, Damien, der Fotograf. Ist unbezahlbar.

    Das Leid wegen der deutschen Niederlage am Abend gegen Mexico war gespielt, ernsthaft. Ist mir schwer gefallen das so hinzubekommen, und war Oscar würdig:


    Das lange Leiden des Zinnis auf der Silversea Cloud

    Geändert von Zinni (15.07.2018 um 19:33 Uhr)
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  6. #6
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    Kurzes Spiel in Tromsø, Norwegen



    Spielbericht aus Tromsø, kurz:


    Kurz und knapp (durch den kurzen Aufenthalt) war es eine schnelle Entscheidung (wegen dem Wechsel des Ausfluges). Überlegen gewonnen (durch den Aufenthalt auf dem Berg), leider ohne eine dritte Halbzeit (Keine Zeit für Mack).


    Klarer Sieg, in kurzer Zeit.


    Lang:


    Die nächste Destination nach 208 nautische Meilen war Tromsø, die größte Stadt im Norden des Landes. Wird auch als 'Tor zur Arktis' bezeichnet, weil man hier das Phänomen des Nordlichts mehr als irgendwo sonst auf der Welt sehen kann. Während unserer Zeit natürlich nicht. 'Dunkel' und 'Mond' waren Fremdwörter auf dieser Reise. Die Sonne blieb oben, und schien die ganze Nacht. Nennt sich 'Mitternachtssonne', und ein guter Vorwand lange in der Bar zu bleiben (ich gehe, wenn es dunkel wird...).

    Tromsø war mein Sorgenkind vor der Reise. Ich war schon paarmal dort, und meinte alle Höhepunkte der Stadt zu kennen, die ich allesamt außer der Mack Brauerei nicht besonders sehenswert finde. Ich buchte trotzdem, um die Zeit zu vertreiben, einen Ausflug mit so spannenden Highlights wie 'Polarmuseum' (ein paar ausgestopfte Tiere) und der 'Eismeerkathedrale', eine überbewertete Kirche die Eintritt! nimmt. Große Erwartungen auf spannende Stunden hatte ich nicht bei dieser Tour.

    Es gab eine Wende zum Guten: Ich wollte meinen Ohren kaum trauen, als ich eine Ansage hörte: 'Treffpunkt für die Wanderung ist...'. Dieser wurde kurzfristig in das Tagesprogramm aufgenommen. Vielleicht hätte ich doch mehr zu den Vorträgen gehen sollen. Ich konnte umbuchen, und war hocherfreut darüber.

    Wir fuhren mit dem Bus zur Talstation der Seilbahn zum Berg Storsteinen, auf dem ich noch nie war, bei gutem Wetter. Für eine Wanderung war es nicht zu heiß, nicht zu kalt, und (noch) kein Regen.

    Nach der vierminütigen Fahrt auf den Berg setzte ich mich von unserer Gruppe ab. Ich hatte Bedenken, dass ich einen gewissen Ort in der nächsten Zeit benötigen werde, und blieb lieber in der Nähe der Bahnstation anstatt die zweistündige Wanderung mitzumachen. Das hatte sich trotzdem gelohnt.

    Nach einiger Zeit wagte ich mich ein paar Wanderwege abzulaufen, und die Aussicht war grandios:


    Blick auf Tromsø, Norwegen

    Kurz vor dem Sommer-Beginn (wir hatten den 18.6), lag noch jede Menge Schnee dort oben, cool:


    Sommer-Schnee in Tromsø, Norwegen


    Sommer-Schnee in Tromsø, Norwegen

    Die Wanderwege waren gut begehbar und übersichtlich. Die Chance sich zu verlaufen war sehr gering:


    Wandern auf dem Berg Storsteinen, Tromsø, Norwegen

    Alleine war ich nicht, aber die Menge der Wanderer war sehr übersichtlich. 22 Mann/Frau für ein Fußball-Spiel zu finden wäre schwer geworden:


    Wandern auf dem Berg Storsteinen, Tromsø, Norwegen


    Wandern auf dem Berg Storsteinen, Tromsø, Norwegen

    Die markierten Steinhaufen sahen mir hier mehr nach Dekoration aus:


    Markierte Steinhaufen auf dem Berg Storsteinen, Tromsø, Norwegen

    War cool:


    War eisig auf dem Berg Storsteinen, Tromsø, Norwegen

    Auf meinem Rückweg zur Station fing es leicht zu regnen an. Eine immer gerne genutzte Ausrede von mir, um ein Bier zu trinken. Natürlich von der Brauerei Mack, und erwartungsgemäß teuer (zehn Euro). Es wurden trotzdem zwei...


    Bier mit Aussicht, Tromsø, Norwegen

    Als die Wandergruppe zurückkehrte, beschlossen die meisten Passagiere zurück zu laufen. Ich schloss mich an, und war über das Tempo überrascht. Der Weg war glitschig und nass, ich hatte Befürchtungen auszurutschen. Gebrochene Knochen brauche ich nicht mehr in meinem Leben:


    Zurück nach Tromsø, Norwegen

    Ich hatte es unfallfrei überstanden, um doch noch einen kostenfreien Blick auf die Eismeerkathedrale zu werfen:


    Blick auf Tromsø, Norwegen

    Die Wanderung war mir viel lieber gewesen als das Stadt-Geplänkel.

    Das Schiff lag weit weg vom Zentrum. Da wir nur eine begrenzte Zeit im Hafen lagen, konnte ich erstmalig nicht die Brauerei Mack besuchen. Schade, es ist schön in dem Lokal dort:


    Zinni bei Mack in Tromsø, Norwegen, 2014

    Dafür hatte ich zwei Bier der Brauerei auf dem Berg mit besserer Aussicht, und kann gut damit leben.

    Am nächsten Tag ging es wie geplant Richtung Bäreninsel, der Hauptgrund warum ich die Kreuzfahrt gebucht hatte, und ich mich sehr darauf freute.

    Geändert von Zinni (15.07.2018 um 19:36 Uhr)
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  7. #7
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    Halbzeit auf der Bäreninsel und der MS Silversea Cloud



    Spielbericht von der MS Silversea Cloud, kurz:


    Das Spiel war ausgefallen aus Wettergründen (durch den Nebel), schade um den hohen Aufwand dort hinzukommen. Catering gab es trotzdem (das gute Essen an Bord). Die Mitarbeiter gaben sich alle Mühe, das Missgeschick auszugleichen (die Crew an Bord).

    Satz mit X, war wohl nix. Schade.


    Lang:


    Morgens war immer noch Vorfreude für den gedachten Höhepunkt der Reise, der Bäreninsel. Wobei ich immer im Hinterkopf hatte, dass bei meinen Reisen etwas Überraschendes passieren kann. Mittlerweile würde es mich wundern, und eine versteckte Kamera erwarten, wenn alles abläuft wie geplant.

    Im Vorfeld hatte die Reederei und ich andere Vorstellungen über die Ankündigung 'Cruise & Explore Bear Island'. Ich stelle mir bei 'Explore' ein 'Erkunden mit Besuch der Insel' vor, im Programm stand nur eine Zodiac-Tour, ohne Landgang. Das dies letztendlich egal war, ahnte ich da noch nicht.

    Wir erreichten von Tromsø aus nach 296 nautischen Meilen die Bäreninsel. Und wie man sieht, wir sahen nichts:


    Keine Sicht auf die Bäreninsel

    Wir waren dreihundert Meter von der Insel entfernt, und keine Chance irgendwas zu erkennen. Selbst von Bug bis Heck gab es keine Sicht. Bei dem Wetter herauszufahren hätte nichts gebracht. Nach einer angemessenen Wartezeit war erwartungsgemäß die Meldung gekommen, dass wir weiterfahren müssen. Ich könnte jetzt eine Floskel wie 'Das ist Reisen' oder so ähnlich nutzen, und natürlich 'Sicherheit geht vor' (was stimmt), war aber trotzdem enttäuscht, dass mein Hauptziel der Reise nicht zu sehen war.
    Schade. Alle sangen zusammen statt Sally: 'and so Bear Island can wait', und das Leben an Bord ging weiter.

    Da wir einen ereignislosen Tag vor uns hatten, hatte ich Zeit das Schiff genauer anzuschauen. Ich war das erste Mal auf der Cloud, die 1993 von der Silversea als erstes Schiff der Reederei eingesetzt wurde. Sie bediente bis 2017 klassische Routen, seitdem fährt sie als Expeditions-Schiff durch die Welt, hauptsächlich in polare Gebiete. Bei den olympischen Spielen 2016 in Rio diente sie als Unterkunft der Basketballteams der USA.

    Ich hatte keinen großen Unterschied zwischen ihr und den anderen drei mir bekannten Schiffen des Unternehmens erwartet, und so war es auch.
    Es war kein Problem, bereits Stunden vor der geplanten Zeit einzuchecken, und das war in einer Minute gemacht. Wenn ich an andere Ansteh-Orgien von Costa & Co denke, schätzte ich sofort wieder die Reederei. In die Kabine konnte ich da noch nicht, aber alle öffentlichen Einrichtungen nutzen.

    Nach dem späteren Beziehen fand ich sie gewohnt großzügig, elegant und natürlich sauber vor:


    Meine Kabine auf der Silversea Cloud

    Meine Butlerin aus Indien stellte sich vor, und amüsierte sich täglich wegen meinem 'Namaste' Gruß. Vor mir hatte sie ihre Ruhe, ist ein netter Service vom Schiff, den ich aber nicht benötige. Erwartungsgemäß war das Personal wie bei allen meinen Kreuzfahrten mit Silversea fast immer nett, kompetent und aufmerksam, obwohl auch Silversea auf Sandro Wagner verzichtete.

    Ein Blick auf das Haupt-Restaurant:


    Das Restaurant auf der Silversea Cloud

    Dort gibt keine festen Sitzplätze. Die Standard-Frage war, ob man alleine sitzen möchte, oder in Gesellschaft. Ungewohnt hatte das dieses Mal nicht immer geklappt, ich hatte am 'Shared Table' auch mal alleine den ganzen Abend gesessen.

    Der Chefkoch und seine Crew kümmerten sich rührig um meinen Knoblauch-Boykott. Ein typisches von mir vorbestelltes Abendessen. Die Menüs hatte ich am Vortag erhalten, und konnte auswählen was ich ohne Garlic haben wollte. Ein Service, wo man merkt, dass man ernst als Passagier genommen wird:


    Ein Menü vom Abendessen vom Restaurant auf der Silversea Cloud

    Das Essen war durchweg fein, wie diese Vorspeise:


    Eine Vorspeise auf der Silversea Cloud

    und die Auswahl groß. Der Service war aufmerksam, und alles bei einer gediegenen Atmosphäre. Einen Dresscode gab es nicht. Mit Fußball-Trikot sah ich trotzdem niemanden im Speisesaal.

    Neben dem Haupt-Restaurant gab es noch das 'La Terrazza' (das ich stets zum Frühstück und zum Mittagessen besuchte, da Büffet), das 'La Dame' (ein Restaurant mit Aufpreis, nicht genutzt) und den Grill. Da außen am Pool, war es mir zu kalt dort auf dieser Reise, trotz angebotener Decken:


    Das Pool-Deck auf der Silversea Cloud

    Manchmal hatte ich Durst. An der Pool-Bar hatte ich nie gesessen, Grund siehe oben, außer bei einer Glühwein-Party. Ich bevorzugte die beiden Innen-Bars, je nach Tageszeit. Ab 10:00 morgen hatte die Panorama-Lounge offen, mit Blick nach außen (daher der Name...), und direktem Ausgang nach draußen:


    Das Außendeck neben der Panorama-Lounge auf der Silversea Cloud

    Hier bediente mich mein neuer Freund Glenn, außerordentlich freundlich und aufmerksam. Bei ihm gönnte ich mir einen 'Remy Martin Louis XIII', der König der Spirituosen, und der erste in meinem Leben.

    Glenn zelebrierte ihn wunderbar (trotz ungeahnten Handspiel), siehe dieses Video:


    Video: Remy Martin Louis XIII Zeremonie auf der Silversea Cloud, 65 Sekunden Laufzeit

    http://zinni-online.de/Arktis-2018/Silversea-3.mp4


    À votre santé!


    Wie für einen Zinni gemacht: Remy Martin Louis XIII, serviert auf der Silversea Cloud

    Glenn war entsetzt, als ich Eis dazu bestellte! Quatsch, ich nicht, sollen aber Gäste auf einer früheren Kreuzfahrt gemacht haben. Bitte nicht nach dem Geschmack fragen, das wäre nur mit Blind-Testen ohne das Wissen was es ist möglich gewesen. Hier war ich zu voreingenommen. Fast alle Getränke sind auf dem Schiff inklusive, selbst Champagner. Nur einige sehr hochwertige Weine und Spirituosen kosten Aufschlag, dieser natürlich auch...

    Bei längeren Barbesuchen benötigt man in der Regel Toiletten. Das war ein Schwachpunkt, da sie gut versteckt, und nur durch intensive Google-Suche zu finden waren. Und wahrscheinlich vom 'Toilettenverband der Sitzpinkel-Kultur' konzipiert wurden, keine weiteren Details.

    Die zwei Profi-Fotografen Damiel und Bruno an Bord waren spitze:


    Zwei Profi-Fotografen und ein Knipser auf der Silversea Cloud

    Sie waren nicht an Bord um penetrant Bilder von Gästen zu machen, sondern drehten lediglich ein Video von den Höhepunkten der Reise. Ansonsten gaben sie gute Hilfestellungen in allen fotografischen Belangen, auf dem Schiff und bei den Landgängen. Hut ab!

    Die knapp über zweihundert Passagiere waren gefühlt zu je mindestens 55 Prozent aus Australien und der USA, dazu noch ein paar Exoten aus Deutschland, Uruguay, Taiwan und dem Rest der Welt. Wissentlich kein Grönländer. Das Durchschnittsalter lag unter weit unter dem von einer deutschsprachigen Flusskreuzfahrt, und der Drängler-Faktor noch viel tiefer. Das fehlende Meckern, wie auf deutschen Kreuzfahrt-Schiffen üblich, hatte ich nicht vermisst. Herr Wichtig und Frau Eitel hatte ich zum Glück an Bord nicht kennengelernt. Reiseerfahrung waren alle, mit denen ich gesprochen hatte. Unerwartet waren die meisten in der Antarktis, aber fast niemand in der Arktis. Nur eine Passagierin nervte mich. Sie fragte mich ernsthaft, ob Oslo nördlicher als Spitzbergen liegt. Und nicht nur das, mehr erspare ich mir hier.

    Ich schwänzte alle Vorträge, und kann dadurch nichts über die Qualität schreiben. Das Expeditions-Team, mit dem souverän wirkenden deutschen Leiter, und sein 22-köpfiges Team, war hoch qualifiziert und professionell. Eine unrühmliche Leistung gab es leider, diese wird später in dem Bericht über die Destination erwähnt. Ansonsten fühlte mich stets in guten Händen. Kudos!

    Es war ungewohnt für mich, dass bei Silversea 'lustige' Bord-Feste veranstaltet wurden. Die Polartaufe (normal beim ersten Überqueren des Polarkreises) wurde bereits zehn Stunden vorher gefeiert. Nehme ich mir als Vorbild, mein nächster Heiligabend wird am 23. Dezember zelebriert, dann gibt es schon früher Geschenke. Spielereien mit Nahrungsmitteln wie hier mit 'Kiss the Fish' (Passagiere sollten einen toten Lachs küssen) finde ich humorlos und deplatziert. Da die meisten Passagiere ihren Spaß daran hatten, ist es wohl gewünscht. Ich kann damit nichts anfangen, man nenne mich gerne langweilig oder Spaßbremse.

    Während die Polonäsen noch harmlos waren, fand ich den 'Polar Plunge' gefährlich. Wer wollte, konnte in das Nordmeer (in Spitzbergen!) springen. Bei einer Außen-Temperatur bei sieben Grad, das Wasser gefühlt unter null. Ohne Neoprenanzug, oder andere schützende Kleidung. Sinn sah ich dahinter keinen. Ich sprach zufällig mit dem Arzt an Bord, ohne zu wissen, dass er es ist. Er hatte alle Passagiere gewarnt, aber keiner hatte auf ihn gehört. Wissentlich ist nichts passiert, zum Glück.


    Polar Plunge auf der Silversea Cloud


    Polar Plunge auf der Silversea Cloud


    Video: Polar Plunge auf der Silversea Cloud, 13 Sekunden Laufzeit

    http://zinni-online.de/Arktis-2018/Silversea-1.mp4


    Trotzdem Schade, dass schon Halbzeit war. Aber die Höhepunkte der Reise standen ja noch bevor.

    Geändert von Zinni (16.07.2018 um 07:06 Uhr)
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  8. #8
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    Spielbericht aus Gnålodden, kurz:

    Nach dem Aufstieg in die höheren Regionen (Spitzbergen) war ich in der Champignons-Liga angekommen. Nach einem kurzen Durchhänger am Anfang (keine Chance auf Eisbären zu sehen) war es eine coole und überlegene erste Halbzeit (die Eisberge von Burgerbukta), die für Gänsehaut-Stimmung sorgte. Die zweite Halbzeit hatte das Spitzen-Niveau gehalten, mit spektakulären Einlagen (das Drehen der Eisberge in Gnålodden). Das Spiel endete mit einem Spektakel (Landgang in Gnålodden). Es war ein Sommermärchen.

    Kantersieg, keine Chance für die Nordmänner.

    Lang:

    Bislang war es für mich mehr Spielerei (hätte fast alles auch mit einem klassischen Schiff gemacht werden können), nun wurde es Ernst:


    Guten Morgen Spitzbergen!

    Von der Bäreninsel nach Burgerbukta waren es 283 nautische Meilen, die in der Nacht zurückgelegt wurden. Im Tagesprogramm wurde ausgeschrieben, dass es extra zu einer Region geht, wo es viel Eis gab wegen den Eisbären. Das gab es morgens ab sechs zu sehen. Mitarbeiter des Expeditions-Teams waren auf dem Deck, um uns auf der Suche nach Tieren zu helfen.

    Neugierig wie ich war, stellte ich mir den Wecker, und war einer der Einzigen an Bord der sich dieses Szenario so früh angeschaut hatte. Schlafen kann ich zu Hause, und spitzbergener Nächte sind kurz.

    Schnell war klar, dass das dünne Eis keine Eisbären getragen hätte:


    Eismeer in Spitzbergen


    Eismeer in Spitzbergen

    War zu verkraften, und ging langweiligen Routineaufgaben wie Frühstücken & Co nach.
    Wir fuhren Richtung Burgerbukta, und die Landschaft dort war Spitzenklasse:


    Blick auf Burgerbukta, Spitzbergen


    Blick auf Burgerbukta, Spitzbergen


    Blick auf Burgerbukta, Spitzbergen


    Blick auf Burgerbukta, Spitzbergen


    Blick auf Burgerbukta, Spitzbergen
    Die Führer der Zodiacs machten sich bereit, um mit uns Passagieren unsere erste Tour in Spitzbergen zu unternehmen:


    Bereit für die Burgerbukta Zodiac-Tour auf Spitzbergen

    Wir waren erwartungsfroh wie Kinder auf ihre Weihnachtsgeschenke.

    Auch auf die Gefahr hin, mich mehrfach zu wiederholen: Das war genial. Herrliche Wasser-Spiegelungen:


    Wasserspiegelung in Burgerbukta, Spitzbergen

    und skurrile Eisberge machten die Fahrt zu einem außergewöhnlichen Spektakel:


    Ein Eisberg in Burgerbukta, Spitzbergen


    Ein Eisberg in Burgerbukta, Spitzbergen


    Ein Eisberg in Burgerbukta, Spitzbergen

    Erstmals sah ich so beeindruckende Eisberge außerhalb von Grönland.

    Das war aber nicht alles an dem Tag, ein nicht erwartender Höhepunkt stand noch an. Wir fuhren zu unserem Schiff zurück, mit einer beeindruckenden Hintergrund-Kulisse:


    Die MS Cloud in Spitzbergen

    Auf dem Weg nach Gnålodden sahen wir vieles, wie schwarze Eisberge (liegt an den Sedimenten, mineralische Lockermaterialien):


    Gnålodden, Spitzbergen

    Danach erlebte ich den ungeplanten Knaller der Reise. Ein Eisberg drehte sich. Ich habe keine Ahnung warum, ich glaube kaum, dass unsere kleine Zodiacs oder Zinnis Gewicht ihn mit Wellen aus dem Gleichgewicht gebracht hatten:


    Eisberg-Tanz auf Gnålodden

    Hier das Drama in drei Akten auf Video. Wer kann die 'Oh my god' und 'Wow' zählen?


    Video: Eisberg-Tanz auf Gnålodden, Akt Eins, 13 Sekunden Laufzeit

    http://zinni-online.de/Arktis-2018/Spitzbergen-1-1.mp4



    Video: Eisberg-Tanz auf Gnålodden, Akt Zwei, 15 Sekunden Laufzeit

    http://zinni-online.de/Arktis-2018/Spitzbergen-1-2.mp4


    Video: Eisberg-Tanz auf Gnålodden, Akt Drei, 51 Sekunden Laufzeit

    http://zinni-online.de/Arktis-2018/Spitzbergen-1-3.mp4

    Das war Arktis pur, und unbezahlbar. Wir jubelten, als ob wir Atlantis entdeckt hätten.

    Wir setzten unser Abenteuer mit einer Fahrt nach Gnålodden weiter. Mitten im Hornsund liegt die spektakuläre Landspitze:


    Auf Gnålodden, Spitzbergen

    Der Berg wirkte traumhaft, unwirklich, und sündhaft schön:


    Auf Gnålodden, Spitzbergen

    Die Ausblicke waren fantastisch:


    Auf Gnålodden, Spitzbergen

    Die Vogelwelt beeindruckte:


    Auf Gnålodden, Spitzbergen

    Und sogar das Kind im Manne/Frau, das einfach nur spielen möchte, wurde bei Schneeballschlachten ausgelebt:


    Auf Gnålodden, Spitzbergen

    Es tat mir leid, dass wir diesen surrealen Ort wieder verlassen mussten:


    Auf Gnålodden, Spitzbergen

    Was für ein Hammertag. Und das alles bei so einem Himmel:


    Das Blaue vom Himmel, Spitzbergen

    Gute Nacht Spitzbergen:


    Gute Nacht Spitzbergen

    Geändert von Zinni (16.07.2018 um 07:03 Uhr)
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  9. #9
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    Spielbericht vom Recherchefjorden, kurz:

    Nach anfänglichen Irritationen (durch die Faullenzer-Tour) drehte sich schnell das Spiel. Am Ende der ersten Halbzeit (die zweite Tour auf Bamsebu) war das Spiel bereits entschieden für mich. Die zweite Halbzeit mit der Verlängerung (der Aufenthalt in Recherchefjorden) war weltmeisterhaft.

    Mit dieser Leistung gegen WALes gewinnt Zinni den Arktis-Cup!

    Lang:

    Am Vormittag besuchte wir die Insel Bamsebu, eine ehemalige Walfangstation. Alleine der Name bereits, so klangvoll wie Ittoqqortoormiit, Gjoa Haven und Barentsburg. Wunderbar. Nach dem Übersetzen wurde ich ungefragt einer Gruppe zugewiesen. Auf den ersten Blick sah die Insel sehr skurril aus. Auf alle anderen übrigens auch:


    Blick auf Bamsebu, Spitzbergen

    Wir liefen zu einer Jagdhütte, die 1930 erbaut wurde, und als Basis-Station für die Jagd auf Weißwale und Pelztiere diente:


    Eine Jagdhütte auf Bamsebu, Spitzbergen

    Sie war gut geschützt mit Nägel wegen den Eisbären:


    Eine Jagdhütte auf Bamsebu, Spitzbergen

    Diese Informationen hätten mir gereicht, aber die Lektorin rede unentwegt weiter. Vieles über Walfang, Flora, Fauna und Gott und die Welt. Zu viel, viel zu viel. Ich sah neidisch auf die anderen Gruppen, die zu Rentieren liefen, einem Hügel hoch, die Bucht runter und vieles mehr.


    Wandern in Bamsebu, Spitzbergen

    Wir dagegen bewegten uns in einem Radius eines Klein-Fußball-Feldes:


    Eine Jagdhütte auf Bamsebu, Spitzbergen


    Der Strand von Bamsebu, Spitzbergen

    Wenigstens liefen wir die paar Schritte zu den Knochen von 500 Beluga-Walen, die in den 1930er-Jahren von Fischern im Bellsund gefangen wurden. Die Haut der Wale war begehrt für Handtaschen feiner Damen, und sonstiger Quark. Ich fand den Anblick traurig, so viele tolle Tier für so einen Quatsch sterben zu lassen...:


    Knochen von Beluga-Walen auf Bamsebu, Spitzbergen


    Knochen von Beluga-Walen auf Bamsebu, Spitzbergen


    Knochen von Beluga-Walen auf Bamsebu, Spitzbergen

    War interessant, aber nicht so dass jeder Knochen erläutert wurde musste wie geschehen. Minute zu Minute von dem vielen Gerede war ich genervter, da der Aufenthalt auf zwei Stunden begrenzt war. Ich war nicht zum Zuhören von der Volksbildungswerk-Weiterbildung 'Walfang im 17. Jahrhundert auf Spitzbergen' dort. Als ich den zweiten Guide darauf angesprochen hatte, zeigte er keinerlei Verständnis. Er beantworte albern, dass ich mir doch extra diese Tour ohne Wandern ausgesucht hatte. Und: 'Mehr sei nicht erlaubt, die Umgebung ist geschützt'. Aha, wir dürfen nicht, aber der Rest der Passagiere. Sehr witzig, ohne dass ich darüber lachen konnte. Ich wurde nie angesprochen nach meinen Interessen. Alleine unterwegs sein war auf der Insel nicht erlaubt, ich war in der Rede-Falle.

    Frustriert starrte ich auf die schöne Landschaft, sehnte trotzdem ein Ende herbei. Ich überlegte, ob ich zum Schiff zurückfahren soll, ehe ich stehend einschlafe. Dann war mir ein Geistesblitz gekommen: Ich fragte den Guide, ob ich auf der Insel bleiben kann, um mit der zweiten Gruppe der Passagiere (es dürfen immer nur einhundert auf der Insel sein, und wir waren zweihundert) eine andere Wanderung durchführen kann. Er hatte anscheinend ein schlechtes Gewissen, denn er willigte sofort ein. Dadurch änderte sich meine Laune. Der Rest der Erzählungen brachte ich irgendwie herum, und blieb bei den Guides bis die Nachzügler angekommen waren. Ich lies mich natürlich in den Ausflug mit der längsten Wanderung einteilen.

    Jetzt wurde es toll. Die Landschaft wirkte bizarr und unwirklich: Eine karge Vegetation, mit steil hervorragende Berge:


    Bamsebu, Spitzbergen


    Bamsebu, Spitzbergen


    Bamsebu, Spitzbergen


    Der Strand von Bamsebu, Spitzbergen, leider ohne Beachbar


    Der Strand von Bamsebu, Spitzbergen, leider ohne Beachbar


    Ein Eisbärwächter auf Bamsebu, Spitzbergen

    Auch unsere Kajak-Fahrer sollten ihren Spaß gehabt haben:


    Kajak fahren vor Bamsebu, Spitzbergen

    Leider hatte dieser junge Eisbär kein langes Leben:


    Ein toter Eisbär auf Bamsebu, Spitzbergen

    Durch die zweite Tour hatte sich der Aufenthalt doch für mich gelohnt. Der Besuch von Bamsebu war ein Erlebnis, und wirklich etwas ganz Neues für mich.

    Es war nur eine kurze Weiterfahrt zum Recherchefjorden, elf nautische Meilen. Viel erwartete ich nicht bei dem Ausflug dorthin. Ein Blick auf den Gletscher, ein langes 'aaah', alternativ 'Ohhhh', 'Wow', oder 'Oh my God'. Ich hatte aber die Rechnung ohne die Gegend gemacht.

    Erfreut sah ich schon bei der Tenderfahrt den Abstand zwischen den Eisbären-Guides, das lange Wanderungen möglich sein sollten. Und tatsächlich, wir konnten uns frei ohne Anwesen vom Expeditions-Team in einem großen Bereich bewegen. Schnell war ich trotzdem wieder traurig, den es wurden aus der ausgeschriebenen Aufenthaltsdauer von zwei Stunden nur neunzig Minuten. Ich hatte die gleiche Idee wie im letzten Hafen, und fragte nach, ob ich mit der nächsten Gruppe zurückfahren kann. Erfreut wurde mir zugesagt, und von nun an hatte ich genug Zeit für die herrliche Gegend. Hätte meine Idee mehrere Passagiere gehabt wäre es nicht gegangen. Es dürfen immer nur hundert Passagiere gleichzeitig an Land gehen, und knapp davor war die Anzahl der Neuankömmlinge.

    Eine unnötige Standpauke hatte ich trotzdem bekommen, weil ich verlängert hatte. Warum auch immer, denn gefragt hatte ich ja vorher.
    Der Gletscher Recherchebreen war der erste Anlaufpunkt von fast allen Passagieren:


    Auf dem Weg vom/zum Gletscher Recherchebreen, Recherchefjorden, Spitzbergen

    Glitzernd und majestätisch inmitten einer traumhaften Stille präsentiert sich der Gletscher:


    Der Gletscher Recherchebreen, Recherchefjorden, Spitzbergen


    Der Gletscher Recherchebreen, Recherchefjorden, Spitzbergen


    Zinni und der Gletscher Recherchebreen, Recherchefjorden, Spitzbergen

    Es gab aber noch viel mehr Sehenswertes, wie dieses Eis am Stand, garantiert ohne Vanille-Geschmack:


    Der Strand von Recherchefjorden, Spitzbergen

    Den Blick auf die MS Cloud:


    Die MS Cloud im Recherchefjorden

    Und wunderschöne Wasser-Spiegelungen:


    Wasser-Spiegelungen im Recherchefjorden


    Wasser-Spiegelungen im Recherchefjorden


    Wasser-Spiegelungen im Recherchefjorden


    Wasser-Spiegelungen im Recherchefjorden

    Traurig hatte ich Abschied von dieser tollen Landschaft genommen:


    Recherchefjorden

    Ein Tag, geschaffen für die Ewigkeit.

    Geändert von Zinni (16.07.2018 um 07:01 Uhr)
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  10. #10
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    Das Wunder von Spitzbergen: Woodfjorden & Monacobreen



    Spielbericht aus Monacobreen, kurz:


    Nach einem Traumstart (der tolle Gletscher) war das Spiel schnell entschieden. Es war auf Weltklassen-Niveau (die skurrilen Eisberge). Es gab keinen Verlierer, alle spielten auf sehr hohen Champignons-Liga Niveau (selbst die Seehunde).

    Wer das deutsche 7:1 Spiel gegen Brasilien gesehen hatte, weiß was ich meine.

    Lang:

    Der Fluch der Bäreninsel, mit dem Nebel dort, war mittlerweile Geschichte. Der erste Blick aus dem Fenster war Sonne pur:


    Blick aus meiner Kabine auf der Silversea Cloud, Spitzbergen


    Guten Morgen Spitzbergen

    Wal-Beobachtung war angesagt, und jede Menge Belugas hatten sich sehen lassen. Wirklich hunderte. Leider nur von der Ferne, hier bemühte ich die Zoom Funktion bis zum Äußersten auszureizen. Wer findet sie?


    Lustiges Wale-Suchen im Woodfjorden, Spitzbergen

    Dieser war der einzige Neugierige, der sich näher an unser Schiff traute:


    Ein Beluga-Wal im Woodfjorden, Spitzbergen

    Die Passagiere waren trotzdem gespannt wie ein Flitzebogen auf die tollen Tiere, es war spannend:


    Whale Watching auf der MS Cloud, Spitzbergen

    Die wunderschönen Gletscher Monacabreen:


    Der Gletscher Monacobreen, Spitzbergen

    und Seligerbreen im Haakon VII Land waren unsere nächsten Ziele:


    Der Gletscher Seligerbreen, Spitzbergen

    Bis 2015 hatten sie eine gemeinsame Abbruchkante, dann zogen sie sich zurück. Der Berg Stortingspresidenten trennt die beiden mittlerweile:


    Der Berg Stortingspresidenten, Spitzbergen

    Gebannt konnten wir sie zuerst vom Schiff aus beobachten, und beide gaben sich nichts von ihrer Schönheit her. Was für ein tolles Szenario:


    Panorama-Bild auf die Gletscher Monacobreen und Seligerbreen, Spitzbergen

    Das war natürlich nicht alles was Silversea uns geboten hatte. Erneut wurde eine Zodiac Tour veranstaltet, zu den Gletschern und bizarren Eisbergen. Ohne viel labern zu wollen, lasse ich die Bilder für sich sprechen:


    Mit dem Zodiac unterwegs zu dem Gletscher Monacobreen, Spitzbergen


    Unterwegs in der Gletscherwelt vom Monacobreen und Seligerbreen, Spitzbergen


    Unterwegs in der Gletscherwelt vom Monacobreen und Seligerbreen, Spitzbergen


    Unterwegs in der Gletscherwelt vom Monacobreen und Seligerbreen, Spitzbergen


    Unterwegs in der Gletscherwelt vom Monacobreen und Seligerbreen, Spitzbergen


    Unterwegs in der Gletscherwelt vom Monacobreen und Seligerbreen, Spitzbergen


    Unterwegs in der Gletscherwelt vom Monacobreen und Seligerbreen, Spitzbergen


    Unterwegs in der Gletscherwelt vom Monacobreen und Seligerbreen, Spitzbergen


    Unterwegs in der Gletscherwelt vom Monacobreen und Seligerbreen, Spitzbergen

    Auch wilde Tiere ließen sich sehen, die während unserer Kreuzfahrt ansonsten scheinbar alle im Urlaub waren:


    Ein Seehund im Woodfjorden, Spitzbergen


    Ein Seehund im Woodfjorden, Spitzbergen

    Ein Tag, schöner wie drei Wochen Urlaub an einem Strand.

    Geändert von Zinni (16.07.2018 um 07:04 Uhr)
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  11. #11
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    Spielbericht aus Alkhornet, kurz:

    Nach einem schwungvollen Auftakt mit den Einheimische (die Seelöwen) gab es eine kurze Schwachphase (die Absage des Landgangs). Die Organisatoren steckten das locker weg, und das grandiose Spiel endete mit einem Paukenschlag (die Gletscherfahrt).

    Zinni hat das Ding. Der Arktis-Cup wurde verdient gewonnen.

    Lang:


    Poolepynten = Treffpunkt der Walrosse. Hatte sich gut angelesen. Erwartungsfroh setzte ich auf die Insel über:


    Die Insel Poolepynten, Spitzbergen

    und wurde nicht enttäuscht:


    Walrosse auf Poolepynten, Spitzbergen

    Aus verständlichen Tierschutz-Gründen sollten wir leise sein, und einen Sicherheitsabstand zu den tollen Tieren haben. Mehrere Walrosse-Kolonien haben die Heimat auf der Insel, die zum 'Forlandet National Park' gehört:


    Walrosse auf Poolepynten, Spitzbergen

    *Vorurteils-Mode an*

    Selbst die italienischen, spanischen und südamerikanischen Passagiere würdigten Respekt vor diesem Natur-Spektakel.

    *Vorurteils-Mode aus*.

    Es herrschte eine angenehme Friedhofs-Ruhe, um die tollen Tiere in aller Ruhe beobachten zu können:


    Poolepynten, Spitzbergen

    Ein (bis dahin, jetzt ehemaliger) Freund von mir, meinte dass wir Zwillinge sind:


    Seelöwe 1 auf Poolepynten, Spitzbergen


    Seelöwe 2 auf Poolepynten, Spitzbergen

    Wer ist noch dieser Meinung, und möchte auch den Kontakt zu mir verlieren?

    Leider konnten wir nicht frei herumlaufen. Die Insel war urig, und ich hätte gerne eine ausgiebige Wanderung gemacht:


    Die Insel Poolepynten, Spitzbergen


    Die Insel Poolepynten, Spitzbergen

    'Das ist Spitze!' hätte Hans Rosenthal gesagt. Mein Höhenflug wurde gedämpft, als durchgesagt wurde, dass wir nicht die geplante Anlandung in Alkhornet machen können aus Wettergründen. Silversea wäre aber nicht Silversea, wenn dies einfach hinweggenommen wird. Das hervorragende Expedition-Team organisierte eine Zodiac-Tour zu einem nahegelegenen Gletscher. Ich lasse die Bilder sprechen ohne Kommentare, das sollte für sich sprechen:


    Ein Gletscher bei Alkhornet, Spitzbergen


    Ein Gletscher bei Alkhornet, Spitzbergen


    Ein Gletscher bei Alkhornet, Spitzbergen


    Ein Gletscher bei Alkhornet, Spitzbergen


    Ein Gletscher bei Alkhornet, Spitzbergen


    Ein Gletscher bei Alkhornet, Spitzbergen


    Ein Gletscher bei Alkhornet, Spitzbergen

    War genial, und einem Endspiel würdig.

    Bei der Einfahrt in Longyearbyen war mir traurig bewusst, dass das Abenteuer vorbei war:


    Bei Longyearbyen, Spitzbergen


    Longyearbyen, Spitzbergen

    Die Tage auf Spitzbergen hätten unendlich sein können, so schön wie die waren.
    Die Prozedur beim Auschecken war professionell, besser kann ein Kreuzfahrt-Unternehmen das nicht hinbekommen. Keine Wartezeit, weder auf dem Schiff noch am Flughafen. Es ging direkt vom Check-In am Flughafen zum Einsteigen, und der Flieger war nur halbleer.


    SAS in Spitzbergen


    Video: Auf Wiedersehen Spitzbergen, 20 Sekunden Laufzeit

    http://zinni-online.de/Arktis-2018/Spitzbergen-4-1.mp4

    Eine Dreier-Reihe für mich ließ den 2 1/2 Stunden Flug angenehm und schnell herumgehen, obwohl leider die Aussicht bei null war. Ungewohnt: Freie Getränke und Essen bei SAS, mehr Getränke-Umläufe als bei manchen Langstreckenflügen, und USB Anschluss am Sitz, cool. Ich schlief gefühlte hundert Stunden, das war ein sehr angenehmer Flug.


    Willkommen Norwegen!

    Leider nicht wie der Airport von Oslo, unzählige Kontrollen mit endlos langen Schlangen, und Wanderungen mit Muskelkater-Effekt machten es nicht leicht. Plus meine zwei Jacken bei 27 Grad, die nicht mehr in den Koffer gingen. Das war nur im Suff zu ertragen:


    Die Aquavit-Bar, Flughafen Oslo, Norwegen

    Der Flughafen Oslo spielte mit der Crew meines Fluges, und uns Passagieren. Es gab drei Gate Änderungen, es dauerte etwas bis schließlich alle Beteiligten das Richtige gefunden hatten. Der Rückflug und der Transfer nach Hause waren belanglos.

    Obwohl ich nicht auf die Bäreninsel konnte, wieder keine Eisbären gesehen hatte (wobei ich auf die bei Wanderungen dazu auch keine Lust habe), und keine Nordlichter (wie auch, war klar), war es eine geniale Reise, mit zurück gelegten 2.419 nautischen Meilen. Von meinen bislang sechs Reisen nach Spitzbergen war diese die Beeindruckendste. Niemals hatte ich so intensiv die imposante Landschaft kennengelernt.

    Das Wetter hätte in Schottland und Norwegen teilweise besser sein können, dafür war es in Spitzbergen perfekt, ich wollte nicht tauschen. Mit Silversea kann man nicht viel falsch machen, ich hoffe in der Zukunft wieder Gast dort zu sein. Macht süchtig, mit allen positiven Aspekten. Ich hatte viele neue Destinationen erkundet, und einiges dazu gelernt, und nette und interessante Menschen kennen gelernt. Ich hoffe weiter die Welt zu bereisen, sei es mit Schiff, Flugzeug oder auf dem Rücken eines Eisbären (die leider während der Reise alle im Urlaub waren), wo auch immer. War Weltklasse, ohne Übertreibung.

    Zinni's coming home.

    Nachtrag Eins: Zurück in Deutschland. Unsere Nationalmannschaft verliert gegen Süd-Korea, und scheidet in der Vorrunde aus. Hatte ich angeschaut in einem Biergarten, wo ein kleines Mädchen ihr Leid gegenüber ihrer Mutter plagte: 'Mom, this game is sooooo boring'. Die Kleine hatte in der Tat Fußballverstand... Ich denke, dass ich zu Hause nicht viel verpasst hatte, und meine Erlebnisse in der Arktis spannender waren.

    Nachtrag Zwei: Ein Fußball Spiel kann mitreißend sein, und eine Reise aufregend. Ist aber nichts gegen private Schicksale. Ich hatte drei traurige Nachrichten kurz vorher oder während der Reise mitgeteilt bekommen. Ich ließ es bewusst aus dem Bericht raus. Schön waren die Meldungen nicht. Genießt das Leben, solange es geht. Ironie frei.

    Nachtrag Drei: Während des Schreibens dieses Berichtes, hatte mich die Situation der Fußball-Jungs in Thailand und ihrem verhängnisvollen Höhlenausflug sehr bewegt. Nie hatte ich mir mehr gewünscht, dass ein Fußballteam gewinnt. Ein Kampf gegen Wasser, Mangel an Sauerstoff, die Dunkelheit und die Zeit. Das erste Mal, dass die ganze Welt nur für eine Mannschaft gehalten hatte. Das Ergebnis war eindeutig: 13:0 für die Wildschweine. Great Job. Was ist schon eine WM.

    Geändert von Zinni (16.07.2018 um 07:02 Uhr)
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  12. #12
    Erfahrenes Mitglied Avatar von tosc
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    Sehr schön - was im 'Ship on the Shore' beginnt, kann ja auch nur gut werden!

  13. #13
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    Zitat Zitat von Zinni Beitrag anzeigen
    Wer kann die [...] 'Wow' zählen?
    Mindestens ebenso viele möchte ich für deinen Bericht aussprechen. Mal wieder absolut super!

    Dazu noch zwei Dinge. Als der Eisberg sich drehte, seid ihr da im Zodiac gewesen? Ich musste an dieses Video denken (etwa ab 1:50) und frage mich, ob eine Drehung wohl eine ähnliche Welle auslöste? https://www.youtube.com/watch?v=RL3EjH9-WSs

    Weiterhin kann ich deinen Nachträgen nur zustimmen.
    Nochmals danke für deinen, wie immer, fabelhaften Bericht!
    Zinni sagt Danke für diesen Beitrag.

  14. #14
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    Hi Zinni

    danken für den wieder tollen Bericht. Irgendwann treffen wir uns einmal am Polarkreis in Kiruna beim Arctic Thai
    Zinni sagt Danke für diesen Beitrag.

  15. #15
    Erfahrenes Mitglied Avatar von shauri
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    Standard

    Ah, endlich wieder ein Bericht von Dir, habe schon darauf gewartet, nachddem ich Fotos von Dir im Handybilder-Thread gesehen habe, die verdächtig nach Reise aussahen.

    Die Hunde auf der Britannia sind übrigens Welsh-Corgies, die Hunde, die die Queen vorwiegend besitzt

    In Geiranger hast Du ja echtes "Traumwetter" erwischt dieses mal :/ aber die Zodiac Tour schien ja doch ein wenig zu entschädigen. Tolles Erlebnis sicherlich.

    Die Fototour auf den Lofoten hätte ich auch sofort gemacht. Überhaupt finde ich die Begleitung durch beratende Fotografen eine super Sache!

    Schade mit der Bäreninsel, musst Dus wohl nochmal versuchen

    Bin auch kein Freund von Spielchen, schon gar nicht mit Lebensmitteln und springen ins Polarmeer grenzt an Irrsinn aus meiner sicht, aber bitte, man ist ja erwachsen.

    Die Landschaft in Burgerbukta ist wahrlich ein Traum, zum Glück spielte da das Wetter mit.
    Die sich drehenden Eisberge habe ich mal in Island erlebt, schon Wahnsinn, der in Deinem Video war noch um einiges größer.
    Eisberge gehen ja sowieso immer, finde ich.

    Die Walrosse...rösser??? sind großartig, denen bin ich noch nicht begegnet. Ich glaube, ich wäre allerdings schon aus Selbstschutz leise, nicht dass sich so ein Koloss belästigt fühlt...

    Tut mir leid mit den drei traurigen Nachrichten!

    Vielen Dank fürs mitnehmen und den wie immer tollen Bericht!
    Zinni sagt Danke für diesen Beitrag.
    Kein Viel- aber Gern-Flieger und Nerd.

  16. #16
    Erfahrenes Mitglied
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    @all

    Danke für die Danke

    Zitat Zitat von tosc Beitrag anzeigen
    Sehr schön - was im 'Ship on the Shore' beginnt, kann ja auch nur gut werden!
    Danke, liest sich so an, dass du auch schon einmal dort gewesen bist

    Zitat Zitat von handballplayer3 Beitrag anzeigen
    Mindestens ebenso viele möchte ich für deinen Bericht aussprechen. Mal wieder absolut super!

    Dazu noch zwei Dinge. Als der Eisberg sich drehte, seid ihr da im Zodiac gewesen? Ich musste an dieses Video denken (etwa ab 1:50) und frage mich, ob eine Drehung wohl eine ähnliche Welle auslöste? https://www.youtube.com/watch?v=RL3EjH9-WSs

    Weiterhin kann ich deinen Nachträgen nur zustimmen.
    Nochmals danke für deinen, wie immer, fabelhaften Bericht!
    Danke für den Kommentar . So eine Welle wurde zum Glück nicht ausgelöst. Ich stand im Zodiac bei der Aufnahme. Die Bootsführerin forderte mich danach auf, mich zu setzen (ist am Ende zu hören).

    Zitat Zitat von concordeuser Beitrag anzeigen
    Hi Zinni

    danken für den wieder tollen Bericht. Irgendwann treffen wir uns einmal am Polarkreis in Kiruna beim Arctic Thai
    Danke, ich war glaube noch nie in Kiruna, geschweige denn beim Artic Thai. Kann man aber ändern

    Zitat Zitat von shauri Beitrag anzeigen
    Ah, endlich wieder ein Bericht von Dir, habe schon darauf gewartet, nachddem ich Fotos von Dir im Handybilder-Thread gesehen habe, die verdächtig nach Reise aussahen.

    Die Hunde auf der Britannia sind übrigens Welsh-Corgies, die Hunde, die die Queen vorwiegend besitzt

    In Geiranger hast Du ja echtes "Traumwetter" erwischt dieses mal :/ aber die Zodiac Tour schien ja doch ein wenig zu entschädigen. Tolles Erlebnis sicherlich.

    Die Fototour auf den Lofoten hätte ich auch sofort gemacht. Überhaupt finde ich die Begleitung durch beratende Fotografen eine super Sache!

    Schade mit der Bäreninsel, musst Dus wohl nochmal versuchen

    Bin auch kein Freund von Spielchen, schon gar nicht mit Lebensmitteln und springen ins Polarmeer grenzt an Irrsinn aus meiner sicht, aber bitte, man ist ja erwachsen.

    Die Landschaft in Burgerbukta ist wahrlich ein Traum, zum Glück spielte da das Wetter mit.
    Die sich drehenden Eisberge habe ich mal in Island erlebt, schon Wahnsinn, der in Deinem Video war noch um einiges größer.
    Eisberge gehen ja sowieso immer, finde ich.

    Die Walrosse...rösser??? sind großartig, denen bin ich noch nicht begegnet. Ich glaube, ich wäre allerdings schon aus Selbstschutz leise, nicht dass sich so ein Koloss belästigt fühlt...

    Tut mir leid mit den drei traurigen Nachrichten!

    Vielen Dank fürs mitnehmen und den wie immer tollen Bericht!
    Danke für den Kommentar . Sooo lange ist mein letzter Bericht aber auch nicht her Dass die Queen Hunde hat wusste ich nicht. Dass es denen schlecht geht glaube ich eher nicht.

    Gruß
    Gerald
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  17. #17
    Erfahrenes Mitglied Avatar von shauri
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    Zitat Zitat von Zinni Beitrag anzeigen
    Danke für den Kommentar . Sooo lange ist mein letzter Bericht aber auch nicht her Dass die Queen Hunde hat wusste ich nicht. Dass es denen schlecht geht glaube ich eher nicht.
    Deine Berichte sind immer zu lang her, wenn gerade kein neuer da ist
    Zinni sagt Danke für diesen Beitrag.
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  18. #18
    Erfahrenes Mitglied Avatar von LINDRS
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    Zinni, dieser Bericht gehört zum absolut besten, das dieses Forum je hervorgebracht hat! Chapeau! Ich hatte das Gefühl, ich war komplett mit dabei.
    Okay, war ich vielleicht auch, einen Tag nach dir war ich auch in Leknes, da war das Wetter allerdings wieder schlecht.

    Noch einmal: Absolutes Riesenkompliment!
    Zinni sagt Danke für diesen Beitrag.
    vormals User "Bayernlover"|my.flightradar24|

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    SFO

  19. #19
    Erfahrenes Mitglied
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    @all

    Danke für die vielen 'Danke'!!!

    Zitat Zitat von shauri Beitrag anzeigen
    Deine Berichte sind immer zu lang her, wenn gerade kein neuer da ist
    Ich muss ja auch mal arbeiten Ohne das kein Geld für Urlaub, leider

    Zitat Zitat von LINDRS Beitrag anzeigen
    Zinni, dieser Bericht gehört zum absolut besten, das dieses Forum je hervorgebracht hat! Chapeau! Ich hatte das Gefühl, ich war komplett mit dabei.
    Okay, war ich vielleicht auch, einen Tag nach dir war ich auch in Leknes, da war das Wetter allerdings wieder schlecht.

    Noch einmal: Absolutes Riesenkompliment!
    Für Dank für den tollen Kommentar, freut und ehrt mich, dass mein hoher Aufwand gewürdigt wird. Schade, dass das Wetter in Leknes bei dir wieder schlecht war...

    Gruß
    Gerald
    Ehemals User "Nur Leser" was nach über 100 Beiträgen unpassend war...

  20. #20
    Erfahrenes Mitglied Avatar von shauri
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    Zitat Zitat von Zinni Beitrag anzeigen
    Ich muss ja auch mal arbeiten Ohne das kein Geld für Urlaub, leider
    Das Problem kenne ich, dennoch scheinst Du öfter Urlaub machen zu können, als ich
    Zinni sagt Danke für diesen Beitrag.
    Kein Viel- aber Gern-Flieger und Nerd.

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