Nur für Nichtraucher in Bayern - Abstimmen gehen

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Soll es besseren Nichtraucherschutz in Bayern geben?

  • Ja

    Abstimmungen: 30 55,6%
  • Nein

    Abstimmungen: 24 44,4%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    54

rorschi

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
10.204
3.603
ZRH / MUC
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Möglicherweise die Gastronomie, weil sie befürchten weniger Umsatz zu machen. Es soll ja sogar Kneipen gegen haben, die nachweissen konnten, dass der Umsatz dramatisch eingebrochen war.

Die Eckknepie bei mir vor dem Haus in MUC (eine typische Dartkneipe) hat gut 1/4 Umsatz eingebüsst seit Anfang 2008, und sich bis heute nicht erholt.

Der Wirt meint auch, dass das komplette Rauchverbot wohl der Tod des Lokals bedeuten würde.

Wenn das wirklich so eintreffen würde, würde das auch mich empfindlich treffen - denn wo soll ich sonst abends bei einem schönen Kaffee die Zeitung lesen oder mit dem Etagennachbarn das neueste Gossip rund ums Haus besprechen?
 

Exdon

Erfahrenes Mitglied
08.05.2009
1.401
393
"Die internationalen und die deutschen Erfahrungen zeigen, dass entgegen Prognosen von Branchen- und Wirtschaftsverbänden selbst infolge von umfassenden Rauchverboten weder drastische Umsatzeinbußen noch massive Arbeitsplatzverluste eingetreten sind. Während in den USA die große Mehrheit der wissenschaftlichen Studien keine negativen Auswirkungen von Rauchverboten in der Gastronomie feststellen kann, sind in einigen europäischen Ländern und auch in Deutschland zumindest kurzzeitige Umsatzrückgänge in der getränkegeprägten Gastronomie infolge von Anpassungsreaktionen auf die Rauchverbote aufgetreten.
Anschließend stabilisierten sich die Umsätze jedoch und folgten wieder dem
langfristigen Trend.
Fazit: In der Gastronomie wird das Konsumverhalten weitgehend durch gesamtwirtschaftliche und strukturelle Entwicklungen determiniert. Es kam zu keinen nachhaltigen Umsatzrückgängen als Folge von Rauchverboten in der Gastronomie."
 

Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
22.417
17.683
Ich kenne den Vergleich. Wo hast du ihn her?

Weiss nicht, irgendwo aufgeschnappt, der ist uralt. Und absolut treffend.



Tolles Ding, danke.


Ich finde es geradezu tragisch, und ein Armutszeugnis fuer unsere Gesellschaft, wie die Rauchverbote in der Gastronomie umgangen und uebertreten werden und sich die umsetzenden Behoerden einen Dreck darum scheren.

Ich haette ja gar nichts gegen die eine oder andere Ausnahme ("Eckkneipe", kein Personal, echte Raucherclubs, in denen aber auch nur geraucht werden darf, sowas halt), aber das Problem ist (und das war abzusehen), dass die Ausnahmen missbraucht werden. Die Erfahrung zeigt, dass nur alles oder nichts geht, und das ist schade.
 
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economyflieger

Erfahrenes Mitglied
22.02.2010
4.977
1
Ostsee
Ich haette ja gar nichts gegen die eine oder andere Ausnahme ("Eckkneipe", kein Personal, echte Raucherclubs, in denen aber auch nur geraucht werden darf, sowas halt), aber das Problem ist (und das war abzusehen), dass die Ausnahmen missbraucht werden. Die Erfahrung zeigt, dass nur alles oder nichts geht, und das ist schade.

Da stimme ich Dir zu. Wobei sich das Thema der Raucherclubs ja schon regeln lässt. So hat z.b. das Arabella Hilton in München eine sehr nette Raucherlounge. Da muss man Mitglied werden, Mitgliedsbeitrag löhnen und darf dann mit max. einem Gast rein. Diese Lösung finde ich super, die Zigarrenraucher sind unter sich und stören niemand. (y)
Wieso soll das verboten werden, dass verstehe ich nicht. :confused:
 

krypta

Erfahrenes Mitglied
23.05.2009
3.493
2
Jedem seine Illussionen.
Freie Entscheidungen? Wer könnte denn außer den "Rauchern" ein Interesse daran haben, eine komplett rauchfreie Gastronomie zu verhindern?

Eben erschienen: http://www.dkfz.de/de/tabakkontroll...oteReihe/Band_15_Nichtraucherschutz_wirkt.pdf

Der rauchfreien und nicht ganz rauchfreien Gastronomie ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Zuerst danke für die Quelle.

Ich habe zwar nur die Zusammenfassung überflogen aber an 2 Punkten sind mir sofort sehr schwammige Angaben aufgefallen:

- Umsatzrückgang in der Gastronomie. Der hat tatsächlich stattgefunden, sogar im 2stelligen Prozentbereich. Die Dehoga hat dazu genaue Zahlen, wobei man nicht unterscheiden konnte, inwieweit der Rückgang auch auf die Krise zurückzuführen ist.

- ab wann bzw welchem Volumen Passivrauchen schädlich ist. Hier gibt es von der WHO exakte Daten, die auf die Schadstoff-Konzentration in Räumen sowie Aufenthaltsdauer eingehen. Fazit, etliche Gaststätten bieten genügend Frischluftzufuhr, dass die Gefährdung minimal bzw nicht vorhanden ist/wäre.

Da dies natürlich kontraproduktiv für den durchaus sinnvollen Nichtraucherschutz ist, ist a) die Studie kaum bekannt, b) die Ergebnisse auf die Realität kaum umsetzbar.
Ich schaue mal, ob ich diese Studie wiederfinde, die einst in der NZZ zitiert wurde.

Doch wir können das Ding drehen und wenden wie wir wollen. Sicher finden sich auch noch etliche gegenteilige Studien. Zu einer allseits bedürfnisorientierten Lösung werden wir nie kommen.

So, und bevor Ihr jetzt auch auf mich einprügelt, bitte kurz tief Luft holen - danke :kiss:
 

SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
22.402
14.614
FRA/QKL
Möglicherweise die Gastronomie, weil sie befürchten weniger Umsatz zu machen. Es soll ja sogar Kneipen gegen haben, die nachweissen konnten, dass der Umsatz dramatisch eingebrochen war.
Diese Argumentation der Gastronomie ist erstens schlichtweg falsch (siehe z.B. DKFZ Link von Exdon) und zweitens, selbst wenn sie korrekt wäre trotzdem kein Grund einen umfassenden und vollständigen Nichtraucherschutz zu verhindern. Wenn ich als Unternehmer (auch als Gastwirt) ein Produkt anbiete und die Anforderungen/Rahmenbedingungen/Strukturen ändern sich muss ich darauf reagieren und mein Produkt so konzipieren, dass es auch zu den geänderten Anforderungen/Rahmenbedingungen/Strukturen noch wettbewerbsfähig ist. Kann ich das nicht, dann verschwinde ich vom Markt, ganz einfach.

Jedes Unternehmen hat einen gewissen Lebenszyklus und muss sich ständig veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Ansonsten verschwindet es vom Markt. Wieso soll das nicht auch für die Eckkneipen gelten? Aber deren Besitzer/Betreiber wollen es nicht und machen es sich teilweise zu einfach. Innovative Eckkneipen Wirte haben das Rauchverbot durchaus zu ihrem Vorteil genutzt und ihr Produkt den neuen Bedingungen angepasst. Für alle anderen habe ich ehrlich gesagt kein Mitleid. Und Tschüss...
 

SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
22.402
14.614
FRA/QKL
Zunächst mal ist die DEHOGA der Oberversager, da diese jahrelang nicht hinbekommen habe, was sie versprochen hatten. Zum anderen ist der verlinkte Artikel eine Umfrage zur Erwartungshaltung kurz nach der Einführung des Nichtraucherschutzes in BW, d.h. hier geht es nicht um Fakten sondern um durch nichts belegte Ängste der Betreiber. Aus dieser Glaskugelnummer eine Statistik mit Zahlen abzuleiten spricht für die Klasse der DEHOGA. :rolleyes: Billigster Lobbyismus und Sprachorgan der Tabakindustrie, nicht mehr und nicht weniger. (n)
 

Exdon

Erfahrenes Mitglied
08.05.2009
1.401
393
Letzter Versuch: Wer hat ein Interesse daran, dass solche Meldungen ("Rauchverbote ruinieren arme Gastronomen") verbreitet werden?? Wer könnte dahinterstecken?

Na also...
 

flysurfer

Gründungsmitglied
Teammitglied
06.03.2009
26.001
45
www.vielfliegertreff.de
Doch wir können das Ding drehen und wenden wie wir wollen. Sicher finden sich auch noch etliche gegenteilige Studien. Zu einer allseits bedürfnisorientierten Lösung werden wir nie kommen.

Ein wahres Wort. :kiss: Ähnlich läuft es ja auch in vielen anderen Bereichen, von der Handystrahlung über kontaminierte Bordluft bis zu Lebensmittelzusatzstoffen. Da wird über Generationen hinweg geforscht, man schlägt sich gegenseitig Studien um die Ohren, und nach 50 Jahren kommt dann hin und wieder raus, dass man das, was alle Welt seit 50 Jahren macht, niemals hätte erlauben dürfen. :rolleyes:

Das eigentlich Problem ist doch: Der Großteil der regelmäßigen Raucher ist krank. Suchtkrank. Und als Süchtige sind sie nicht mehr in der Lage, ihr eigenes Verhalten frei zu kontrollieren. Viele MÜSSEN einfach rauchen, sonst geht es ihnen schlecht. Anders lässt sich das rücksichtslose Verhalten ja nicht erklären, ansonsten wären die meisten Raucher aszoiale Egoisten, die sich einen Dreck um ihre Mitmenschen scheren. Das ist natürlich nicht der Fall - sie sind ja im Gegensteil so krank, dass sie sich nicht einmal mehr um die eigene Gesundheit scheren. Sie müssen zur Zigarette greifen, um den aktuellen Notstand zu beseitigen - wohl wissend, dass sie sich damit auf längere Sicht schaden. Das ist psychisch durchaus belastend, nur durch Verdrängungsreaktionen wird man diesem Zustand Herr. Nun ist aber klar: Wer das eigene Gesundheitsrisiko erfolgreich verdrängt, der marginalisiert auch gleichzeitig das Risiko für die anderen - alle andere wäre schizophren. Somit kann man den süchtigen Rauchern tatsächlich nur eine eingeschränkte Schuldfähigkeit an der Misere zugestehen.

Andererseits ist sonnenklar, dass man das Verhalten von Menschen, denen rationales und soziales Handeln aufgrund einer Suchterkrankung gestört ist (das gilt natürlich auch für Alkohol, Drogen etc.), nicht die freie Entscheidung über den Gebrauch des Suchtmittels geben kann, insbesondere wenn diese Gebrauch auch Dritte schädigt oder beeinträchtigt. Somit sind spätestens mit der Erkenntnis, dass Rauchen schädlich ist, Zwangsmaßnahmen (Gesetze) zum Schutz der Nichtraucher unvermeidlich. Wenn man die Kranken schon nicht vor sich selber schützen kann, dann doch wenigstens die Unbeteiligten vor den Kranken.

Die Gruppe der reinen Genussraucher, die Tabak ohne den geringsten Suchteffekt genießen, stellt doch überhaupt kein Problem dar. Niemand von denen käme auf die Idee, im Winter nachts bei Regen vor der Tür eine Zigarette "genießen" zu müssen (während im Lokal das Leben tobt), oder sich im Airport in einen dieser Glaskästen zu stellen. Gäbe es nur Genussraucher, bräuchten wir keine Nichtraucherschutzgesetze. Denn Genussraucher genießen ihren Tabak nur alleine oder zusammen mit Gleichgesinnten. Die allerwenigsten würden es "genießen", dabei unbeteiligte Dritte zu gefährden, denn das wäre hochgradig asozial. Und die allerwenigsten Menschen sind von ihrem Wesen her asozial. Dass sich viele Raucher trotzdem asozial verhalten (und dies natürlich vehement verdrängen, leugnen, relativieren usw., das liegt in der Natur der Sache), beruht schlicht und einfach darauf, dass sie suchtkrank sind.

In Deutschland ist es freilich nicht verboten, krank zu sein. Man darf hierzulande sogar hochgradig geisteskrank und nicht mehr Herr seine Sinne sein - dennoch darf gegen den erklärten Willen dieses Kranken keine Zwangsbehandlung angeordnet werden, solange nicht etwas Schlimmeres passiert. Wenn wir den Menschen jedoch die Freiheit zugestehen, nach verschiedensten Dingen süchtig zu sein und diese Sucht unbehandelt ihr ganzes Leben lang zu pflegen, muss man die Gesunden wenigstens vor den Folgen dieser Krankheit schützen. Das gebietet auch das schon zitierte Grundgesetz.
 
Zuletzt bearbeitet:

b58

Erfahrenes Mitglied
12.08.2009
406
5
Mitte Bayerns
Ich wünsch mir noch eine kleine Ergänzung:

Rauchen im 3-Meter-Radius rund um die Eingangs-Türen ebenfalls zu verbieten.

Ich kenn da ein paar Geschäfte, da stehen die Raucher draußen an der Tür, gucken hinein (zur Frau/Mann/Freundin oder wer sonst da Geld ausgibt) und paffen die Leute an, die rausgehen wollen. Pfui.
 
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rorschi

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
10.204
3.603
ZRH / MUC
Eine Bitte an alle, die für das Rauchverbot gestimmt haben:

Würdet Ihr nun auch wirklich die Eckkneipen, in welchen bisher geraucht werden durfte, mit Eurer Konsumation unterstützen?

Ich wäre Euch wirklich verbunden, wenn dank Euch mein Eckwirt überlebt und ich weiterhin die Möglichkeit habe, Abends bei Kaffee und Spezi gemütlich die Zeitung zu lesen und mit meinen (nichtrauchenden) Nachbarn den neusten Gossip zu bereden.

Ein großes Danke im Voraus!
 
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Reaktionen: PatBateman

peter42

Moderator
Teammitglied
09.03.2009
13.384
1.250
Eine Bitte an alle, die für das Rauchverbot gestimmt haben:

Würdet Ihr nun auch wirklich die Eckkneipen, in welchen bisher geraucht werden durfte, mit Eurer Konsumation unterstützen?

Ich wäre Euch wirklich verbunden, wenn dank Euch mein Eckwirt überlebt und ich weiterhin die Möglichkeit habe, Abends bei Kaffee und Spezi gemütlich die Zeitung zu lesen und mit meinen (nichtrauchenden) Nachbarn den neusten Gossip zu bereden.

Ein großes Danke im Voraus!

Allen seriösen Statistiken zeigen, dass es außer einen temporären Delle, keine Änderung des langfristigen Umsatztrendes durch ein Rauchverbot gibt - also frei nach HGTG: "DONT'T PANIC!"
 

Lion

Erfahrenes Mitglied
14.08.2009
1.699
0
Dahoam
www.1steintisch-in-krabi.de
Ich wünsch mir noch eine kleine Ergänzung:

Rauchen im 3-Meter-Radius rund um die Eingangs-Türen ebenfalls zu verbieten.

Ich kenn da ein paar Geschäfte, da stehen die Raucher draußen an der Tür, gucken hinein (zur Frau/Mann/Freundin oder wer sonst da Geld ausgibt) und paffen die Leute an, die rausgehen wollen. Pfui.

Nicht zu vergessen: auch nach oben und unten!

Oben könnte ein Raucher auf seinem Balkon stehen und Feinstaub auf die Gäste des Lokales herabregnen lassen.
Und im Souterein könnte ein Raucher wohnen, welcher bei geöffnetem Fenster pafft, und somit die Gäste belästigt.
Und dann im sommerlichen Stau auf der Autobahn. Wo kämen wir denn da hin, wenn man als Nichtraucher nach stundenlangem sitzen im Auto mal aussteigt, um sich die Beine zu vertreten und dann raucht der im Auto neben mir bei geöffnetem Fenster?

Nö, so geht das nicht!




















Wehret den Anfängen:confused: