Da kommen neue Anbieter.
Nicht jetzt und nicht in 3 Monaten, mittelfristig wird daran aber kein Weg vorbei führen. Wir befinden uns in einer sozialen Marktwirtschaft mit kapitalistischem Touch und keinem Kommunismus oder Diktatur.
Sehr schön aus dem theoretischen Lehrbuch rezitiert. Leider aber an der Realität vorbei.
Gerade weil wie in einer moderat kapitalistischen Wirtschaftsform leben, müssen neue Anbieter entsprechend kapitalisiert sein, wenn sie in einen bereits bestehenden Markt eintreten. Wohlgemerkt: "Bereits bestehen" heißt hier, dass es das Produkt "Innerdeutscher Flugverkehr" bereits gibt und auch die entsprechenden Konkurrenzprodukte (Bahn, Bus, Auto) bereits gibt.
Ein neuer Anbieter kann sich also nun überlegen, ob er auf bereits bestehende Strecken als Wettbewerber geht (siehe oben "entsprechende Kapitalsierung" vorausgesetzt) oder ob er lediglich die Nischen/Brotkrumen aufliest, die der Hauptanbieter aus irgend einem Grunde ignoriert oder nicht anbieten kann.
Da reden wir nun also entweder über eine ausländische Bestandsairline, die Head to Head mit Familie Hansen incl. Wingsdings, Sabena und die beiden Almöhis geht und Reserven hat, über Jahre hinweg Geld zuzuschießen, bis man seinen eigenen Marktanteil etabliert hat. Oder wir reden über mittelmäßig kapitalisierte Neugründungen, die versuchen, Strecken von Dresden nach Hamburg oder Düsseldorf nach Rostock für EUR 300 halbwegs kostendeckend zu bedienen.
Wer ist denn der große etablierte, der jetzt oder in einer paar Monaten mit Wucht auf den Hauptstrecken einsteigt?
Transavia mit Geld von Mama Marijke und Papa Jean-Paul? Anderes Geschäftsmodell, wie das Beispiel MUC gezeigt hat.
Easy? Zeigt selbst in Heimatmarkt UK, dass man streckentechnisch selektiv arbeitet und bestimmte Routen komplett links liegen lässt.
MOL, der sich wie in GR, IT, ES, GB und PT Hoffnungen macht, feste Marktanteile auf inländischen Strecken dauerhaft aufzubauen? Wohl noch am ehesten.
Wohlgemerkt: Ich rede immer von DOMESTIC. Nicht Berlin-Wien oder Hamburg-Zürich.