AB: Air Berlin meldet Insolvenz an

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Buckyball

Erfahrenes Mitglied
07.09.2017
453
3
NYC/EDI
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Ich habe keinen Hass auf LH. Ich bin HON Circle Mitglied, halte LH Aktien in sehr erheblichem (schon im sehr niedrigen Promille) Bereich, habe so ein Schweinegeld mit der AB Insolvenz verdient (schon im gehobenen 100.000er Bereich) und freue mich, wie Spohr das geschafft hat. Ich habe nur die Sorge, dass zu viele Laienschauspieler wie Du mitgespielt haben und da eben das Ding doch noch knallt. Und mal ganz ehrlich: Welche Sozialkasse das subventioniert, kann allen egal sein. Das ist nämlich das einzige, woran Du dich aufhängen kannst. Toll nur, wie Spohr das geschafft hat. Aber das haben einige Laienschauspieler noch nicht erkannt.

Wieviel Promille hast Du im Moment?
 

red star

Erfahrenes Mitglied
04.04.2009
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0
LEJ
Da kommen neue Anbieter.
Nicht jetzt und nicht in 3 Monaten, mittelfristig wird daran aber kein Weg vorbei führen. Wir befinden uns in einer sozialen Marktwirtschaft mit kapitalistischem Touch und keinem Kommunismus oder Diktatur.

Das ist aber niedlich. Zwar OMNI, aber richtig herzerfrischend. Ein Weltbild wie bei ebay-Kleinanzeigen gekauft. Aber vielleicht befinden wir uns ja auch in einer kommunistischen Marktwirtschaft mit diktatorischem Touch? Oder einer sozialen Diktatur mit kapitalistischem Touch? Oder, der reine Horror, gar in einer kapitalistischen Diktatur mit kommunistischem Touch? Wer weiß das schon so genau?
 

kingair9

Megaposter
18.03.2009
22.378
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Unter TABUM und in BNJ
Da kommen neue Anbieter.
Nicht jetzt und nicht in 3 Monaten, mittelfristig wird daran aber kein Weg vorbei führen. Wir befinden uns in einer sozialen Marktwirtschaft mit kapitalistischem Touch und keinem Kommunismus oder Diktatur.

Sehr schön aus dem theoretischen Lehrbuch rezitiert. Leider aber an der Realität vorbei.

Gerade weil wie in einer moderat kapitalistischen Wirtschaftsform leben, müssen neue Anbieter entsprechend kapitalisiert sein, wenn sie in einen bereits bestehenden Markt eintreten. Wohlgemerkt: "Bereits bestehen" heißt hier, dass es das Produkt "Innerdeutscher Flugverkehr" bereits gibt und auch die entsprechenden Konkurrenzprodukte (Bahn, Bus, Auto) bereits gibt.

Ein neuer Anbieter kann sich also nun überlegen, ob er auf bereits bestehende Strecken als Wettbewerber geht (siehe oben "entsprechende Kapitalsierung" vorausgesetzt) oder ob er lediglich die Nischen/Brotkrumen aufliest, die der Hauptanbieter aus irgend einem Grunde ignoriert oder nicht anbieten kann.

Da reden wir nun also entweder über eine ausländische Bestandsairline, die Head to Head mit Familie Hansen incl. Wingsdings, Sabena und die beiden Almöhis geht und Reserven hat, über Jahre hinweg Geld zuzuschießen, bis man seinen eigenen Marktanteil etabliert hat. Oder wir reden über mittelmäßig kapitalisierte Neugründungen, die versuchen, Strecken von Dresden nach Hamburg oder Düsseldorf nach Rostock für EUR 300 halbwegs kostendeckend zu bedienen.

Wer ist denn der große etablierte, der jetzt oder in einer paar Monaten mit Wucht auf den Hauptstrecken einsteigt?

Transavia mit Geld von Mama Marijke und Papa Jean-Paul? Anderes Geschäftsmodell, wie das Beispiel MUC gezeigt hat.

Easy? Zeigt selbst in Heimatmarkt UK, dass man streckentechnisch selektiv arbeitet und bestimmte Routen komplett links liegen lässt.

MOL, der sich wie in GR, IT, ES, GB und PT Hoffnungen macht, feste Marktanteile auf inländischen Strecken dauerhaft aufzubauen? Wohl noch am ehesten.

Wohlgemerkt: Ich rede immer von DOMESTIC. Nicht Berlin-Wien oder Hamburg-Zürich.
 
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Micha1976

Erfahrenes Mitglied
09.07.2012
6.610
4.523
Easy? Zeigt selbst in Heimatmarkt UK, dass man streckentechnisch selektiv arbeitet und bestimmte Routen komplett links liegen lässt.

MOL, der sich wie in GR, IT, ES, GB und PT Hoffnungen macht, feste Marktanteile auf inländischen Strecken dauerhaft aufzubauen? Wohl noch am ehesten./QUOTE]

MOL hat sich doch gerade mehr oder weniger krachend von Köln-Berlin zurückgezogen. Stuttgart-Berlin hat er schon vor längerem eingestellt. Irgendwie scheint man schon zu ahnen, dass es innerhalb Deutschlands nichts wird.
 
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kingair9

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18.03.2009
22.378
772
Unter TABUM und in BNJ
Ach, und noch was: Viele User haben wahrscheinlich nicht auf dem Schirm, dass die innerdeutsche Fliegerei USt-Pflichtig ist. Ein EUR 59 Ticket innerdeutsch ist also für die Airline erheblich weniger "profitabel" als ein EUR 59 Ticket auf vergleichbar langen einer Strecke ins benachbarte Ausland.
 

JoE68

Neues Mitglied
30.09.2017
19
0
Ist das hier schon bekannt?

https://www.welt.de/wirtschaft/arti...t-die-vier-Gruende-der-Air-Berlin-Pleite.html
Welt meinte:
Letztlich hatte Air Berlin kein einziges Flugzeug mehr im Eigentum – alle waren verkauft und wurden dann geleast. Der Airline gehörte auch kein Grundstück. Die Maschinen und technischen Anlagen werden mit insgesamt gut 5000 Euro in der Verwertungsmasse genannt. Immerhin hatte Air Berlin neben geleasten Fahrzeugen zuletzt noch 37 eigene Autos im Zeitwert von rund 127.000 Euro. Die bei der Insolvenzanmeldung noch vorhandenen Catering-Waren mit einem Buchwert von zwei Millionen werden nur mit einem Euro in der Insolvenzmasse bewertet.

Hat jemand als Gläubiger schon Kontakt zum Insolvenzverwalter und ggfs. Zugriff auf das Gutachten?
 

hopstore

Erfahrenes Mitglied
22.04.2012
4.099
2
TXL
Ich habe keinen Hass auf LH.
neeeiiinn, wie sollte man da auch nur drauf kommen?!

Ich bin HON Circle Mitglied, halte LH Aktien in sehr erheblichem (schon im sehr niedrigen Promille) Bereich, habe so ein Schweinegeld mit der AB Insolvenz verdient (schon im gehobenen 100.000er Bereich) und freue mich, wie Spohr das geschafft hat.
Dann freu dich doch! ... Man verdient immer nur im Verkaufsmoment ... bis zu dem, haste absolut nichts verdient.

Ich habe nur die Sorge, dass zu viele Laienschauspieler wie Du mitgespielt haben und da eben das Ding doch noch knallt.
Ich habe Sorge, dass Leute, die keine Argumente haben, gern die Schublade tiefer mit Ihren Formulierungen greifen. Damit meist daneben greifen.

Und mal ganz ehrlich: Welche Sozialkasse das subventioniert, kann allen egal sein.
Auch wenn du es zum 6. mal schreibst, wird es nicht wahrer. Es sind keine Sozialkassen!

Das ist nämlich das einzige, woran Du dich aufhängen kannst. Toll nur, wie Spohr das geschafft hat. Aber das haben einige Laienschauspieler noch nicht erkannt.
Ich hänge mich an gar nichts auf. Nur gibt es diverse Auslegungen der angeblichen Sachlage.

Ich kann nicht ändern, wenn du mit Scheuklappen auf das Thema schaust. Das Thema hat ne Runde mehr Dimensionen.
Aufgabe von Politik ist es, Alternativen abzuwägen und sich dann für einen Weg zu entscheiden. Du scheinst mir nur den einen Fall zu sehen, und den mit deiner Auslegung der Rechtslage zu bewerten. Nochmal: bewerten tut das nen Richter. Aber das muss ich dem Anwalt ja nicht erklären. Und wie unterschiedlich die es sehen, muss ich dem Anwalt, der Wege durch Instanzen kennt, wohl auch nicht sagen.

Und ja, ich bin froh, dass Carsten Spohr es "geschafft hat" - ganz genau hat er noch gar nichts geschafft, noch liegt alles bei GD Wettbewerb - und das ganz Konstrukt ist gerade im Moment für LH höchst gefährlich. Das ist mir grundsätzlich (volkswirtschaftlich und sozialpolitisch) lieber, als dass es Michael Kevin hier Profit draus schlägt. Dies wäre nämlich die faktische Alternative gewesen.
 
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airhansa123

Erfahrenes Mitglied
03.11.2012
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Wo muss ich mich melden, um zwei Euro für die restlichen Herzen zu bieten? :D

ich würde es mal bei der ausgezeichneten "Restrukturierungskanzlei des Jahres 2017" probieren, Flöther & Wissing, Wallstraße 14 A, 10179 Berlin Telefon: 030 417 14024.
Ich habe allerdings schon fünf Euro geboten, einschließlich der drei letzten Flaschen 0,2l Pommery Champagner.
 

kingair9

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18.03.2009
22.378
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Unter TABUM und in BNJ
Ganz einfach: die LH-Gruppe hat mit 3,5 mal so vielen Passagieren mehr als 8,5 mal so viel Umsatz wie AB gemacht....

Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst für Deine Zwecke verdreht hast.

Welchen Anteil an Langstrecken-Passagieren hat LH?
Und welchen Anteil an Langstrecken-Passagieren hatte AB?
Und wie viel mal größer ist der Umsatz eines einzigen Langstreckenpassagiers gegenüber einem einzigen Kont-Passagier?
 
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thorfdbg

Erfahrenes Mitglied
14.10.2010
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696

Nein, aber finde ich jetzt nicht wirklich überraschend. Auch die Gründe für die Pleite sind jetzt keine wirklichen Unbekannten - die TUI-Verträge sind ja hier schon oft genannt worden, und auch die Umstrukturierungsmaßnahmen halfen da nicht. Das war eher das übiche "hektischer Aktivismus ersetzt geistige Windstille".

Wie man sehenden Auges Verträge mit einer einseitgen Verlängerungsoption seitens TUI und einer Laufzeit von 10 Jahren abschließen kann, erschließt sich mir nicht.
 

Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
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Ich hoffe, damit dürfte auch der letzte hier von den Idee abkommen, die AB wäre als ganzes zu retten gewesen.

Wenn du gerade auch den Vorgänger Thread hierzu kennen würdest, wüsstest du das es in diesem Forum eine große Fraktion gab die schon vor Jahren gesagt hat bei AB ist nichts mehr zu retten. Das ändert aber nichts daran das das Verfahren das hier benutzt wurde schon bedenklich ist. Für AB wurde und wird seit Jahren eine Extrawurst gebraten - finde ich seit Jahre bedenklich.

Siehe z.B. hier

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik habe das Luftfahrt-Bundesamt einer Airline trotz Pleite nicht die Betriebsgenehmigung entzogen.
 
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Wuff

Erfahrenes Mitglied
01.04.2012
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HAM/LBC
Wie man sehenden Auges Verträge mit einer einseitgen Verlängerungsoption seitens TUI und einer Laufzeit von 10 Jahren abschließen kann, erschließt sich mir nicht.

.... bei den TUI Verträgen sollte man berücksichtigen, dass das seinerzeit eine Gegenleistung für die Einbringung des TUI Vielfliegerprogramms nach Topbonus war. Da hatte man sich wohl mehr von versprochen, aber hinterher ist man ja immer schlauer.
 

Flying Lawyer

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
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4.659
Dann freu dich doch! ... Man verdient immer nur im Verkaufsmoment ... bis zu dem, haste absolut nichts verdient.

Danke für den Rat. Habe ich gerade beherzigt.
18.8.2017 auf EUR 20,73 gekauft, heute gerade eben auf EUR 27,275 verkauft.

Und "Hass" hat man nicht im Wirtschaftsleben. Auch wenn ich Anteile an Unternehmen halte, heißt dass nicht, dass ich alles gut und richtig finde, was ein solches Unternehmen macht. Bei AB hat man zu Gunsten der LH vieles vergessen, was "the Rule of Law" vorgibt. Die Aufarbeitung wird irgendwann kommen, im Moment ging es darum, schlimmeres zu vermeiden und die Scherben zusammenzukehren.
 
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A

Anonym38428

Guest
.... bei den TUI Verträgen sollte man berücksichtigen, dass das seinerzeit eine Gegenleistung für die Einbringung des TUI Vielfliegerprogramms nach Topbonus war. Da hatte man sich wohl mehr von versprochen, aber hinterher ist man ja immer schlauer.

... und nicht zu vergessen die ganzen "lukrativen" City-Strecken. Man hat eben nicht nur ein paar Flugzeuge gemietet, sondern sich erschlossene Märkte gekauft. Eine Aquise die nicht nur nicht versprochen hat, was man erwartet hat, sondern im nachhinein betrachtet nicht sonderlich clever ausgestaltet war. Jedenfalls aus AB Sicht.
 
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Julian

Erfahrenes Mitglied
28.06.2010
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Nein, aber finde ich jetzt nicht wirklich überraschend. Auch die Gründe für die Pleite sind jetzt keine wirklichen Unbekannten - die TUI-Verträge sind ja hier schon oft genannt worden, und auch die Umstrukturierungsmaßnahmen halfen da nicht. Das war eher das übiche "hektischer Aktivismus ersetzt geistige Windstille".

Wie man sehenden Auges Verträge mit einer einseitgen Verlängerungsoption seitens TUI und einer Laufzeit von 10 Jahren abschließen kann, erschließt sich mir nicht.

Herr Hunbold konnte damals sehenden Auge alles, nur nicht mehr vernünftig wirtschaften.
Er war es mit seiner Unfähigkeit, der AB in den Abgrund trieb.