Fragen im Vorstellungsgespräch

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jodost

Erfahrenes Mitglied
23.10.2011
4.187
1.170
CGN
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Wiegesagt bei solchen Gesprächen beim ersten mal wünsche ich einen guten Tag (ausser mein Gegenüber hat mich schon um den Finger gewickelt) und breche das Gespräch ab. Das soll der Bewerber auch ruihig merken das es ne blöde Idee war. Meiner Meinung nach ist das ein Zeichen das es nur ums Geld geht. Und solche Leute brauche ICH zuminderst nicht. Und ja auch ich gehe für Geld arbeiten, den das brauche ich. Aber mir muss der Job SPASS machen. Und wen ich 8-10h jede Menge Spass hab bei 20% weniger Mücken dann nehme ich das in kauf. Wer das Gegenteil behauptet sollte sich fragen warum er beim Daimler nicht am Band steht...

die Frage nach der Reiserichtlinie kann ja alles mögliche beinhalten. Wenn der Bewerber abfragt, ob auch ja immer Star Alliance gebucht wird, ob er die Meilen privat behalten darf usw., dann wäre ich vielleicht(!) geneigt, Dir Recht zu geben - demjenigen geht es evtl. um reine Spesenreiterei, das ist vielleicht im ersten Gespräch etwas unangebracht und spricht auch nicht gerade für ihn.

Die Frage aber
- nach der Beförderungsklasse bei längeren Flugreisen
- nach der gebuchten Hotel-Kategorie oder generell der Buchungsfreiheit
- nach "muss ich morgens um 6 den ersten Flug nehmen, oder ist auch eine Anreise am Abend vorher + Übernachtung möglich"
- nach "ich verbinde Dienstreisen in fremde Länder gerne mit ein paar Tagen Land&Leute kennenlernen, um meinen Horizont zu erweitern. Ist das generell möglich, den Rückflug z.B. ein paar Tage später zu buchen und dazwischen ein paar Tage Zeitausgleich zu nehmen"

usw. finde ich durchaus legitim. Denn wie Du selbst sagst, der Job muss Spaß machen, das ist wichtiger als nachher ein paar (wie viel genau, ist bei jedem unterschiedlich) Prozent Gehaltsunterschied. Und eine Anreise mitten in der Nacht in Economy, ein schlechtes Hotel in einem Industriegebiet "Hauptsache nah am Kunden dran" und eine Abreise direkt nach dem Termin, ohne auch nur 10 Minuten Sightseeing machen zu können kann einem durchaus den Spaß verderben. Warum das also nicht im ersten Gespräch klären?

Und davon abgesehen: Ein zweites Gespräch macht ja nur dann Sinn, wenn man beim ersten Gespräch den Eindruck hatte, dass es passen könnte. Das zweite Gespräch ist reine Zeitverschwendung für alle Parteien, wenn es dann an Eckdaten scheitert, die man im ersten Gespräch hätte klären können. Und eine dieser Eckdaten ist sicherlich das Gehaltsniveau ("Budget") und, wenn einem das wichtig ist, eben auch die Art und Weise, wie man den Job machen muss (Reisemodalitäten).

Wen ich ein Auto verkaufe finde ich es ebenso deplatziert mit dem ersten Satz über den Preis zu diskutieren obwohl ich das ganze Produkt nicht kenne...

Die Autoverkäufer haben in der Regel schon eine Vorstellung, was Sie für das Auto haben wollen ("Preisschild").

Die Autokäufer haben meistens eine Preisvorstellung, wie viel sie ausgeben können und/oder wollen.

Von daher findet ganz automatisch (meistens) eine "Diskussion", oder sagen wir besser ein stillschweigender Dialog über den Preis statt. Es bringt nämlich herzlich wenig, man erstmal in Ruhe das Produkt vorführt, der Kunde eine Probefahrt macht, man schon mal die Lieferzeit für die Wunschausstattung abfragt, und man dann erst klärt, ob man sich für seine 30.000 Euro Budget wirklich einen Alpina B5 leisten kann.
 

flyglobal

Erfahrenes Mitglied
25.12.2009
5.624
527
Hallo liebe Community,

@Mods: Falls das hier falsch sein sollte, bitte dann ins richtige Unterforum verschieben. Danke!

Ich werde demnächst ein Vorstellungsgespräch bei einem Unternehmen haben, wo die Reisequote bei 30 bis 40% liegt. Die Dienstreisen sind global.

Jetzt ist es für mich das erste Vorstellungsgespräch seit Jahren und zudem das erste für einen Job mit Reisetätigkeit.

Da ich mit sowas keine Erfahrungen habe, bin ich für Ratschläge für zu stellende Fragen hilfreich.

Vielen Dank [emoji1]

Auch wenn viele schon hier ihre unterschiedlichen Sichtweisen kundgetan haben, hier einfach noch eine weitere zusätzliche.

1) Reisequote ist 30-40% - das ist recht hoch-
2) Du solltest aus der Job Beschreibung und auch der Anforderungen erkennen können um welche Tätigkeiten/ Kunden/ Regionen etc. es sich handelt.
3) Daraus wird sicher eine typisch projektbezogene Gesprächsrunde in der sich beide Seiten im positiven Sinn gegeneinander Abklopfen um festzustellen ob der Kandidat zu uns passt. Dies sollte ein Wesentlicher Teil des Gesprächs ausmachen.
4) Gegen Ende dieses Abschnitts würde ich mich nach interessanter Projektdiskussion erkundigen wie im Unternehmen die Reise Tätigkeiten (im Sinne der Effizienz) abgewickelt werden, z.B. Selbstbuchung, Vertragsunternehmen (AMEX, BCD Travel, eigene Reisstelle; Visaservice, Vertragshotels, Mietwagenfirma etc.) - dabei lässt sich auch die Frage nach einer Travel Policy und Firmenkreditkarte usw. einstreuen. Da wird dann schon eine Antwort kommen wie z.B. - 'Wir wickeln alles über unser AMEX implant Reisebüro ab, für die Mitarbeiter haben wir die AMEX Corporate'. Die Antwort würde ich hinnehmen wie sie kommt, die Frage nach der Meilenverwendung würde ich lassen. Diskussion über die Travel Policy nur wenn aufgefordert, dann würde ich schon sagen - ich dachte in der X-Branche ist Business ab 4h Standard.

Ich halte die Frage bei so viel Reisetätigkeit und es spricht nichts dagegen das dann einzubringen wenn man ohnehin schon über auswärtige Projekte diskutiert.



Flyglobal
 
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DFW_SEN

Erfahrenes Mitglied
28.06.2009
17.653
16.163
IAH & HAM
Diskussion über die Travel Policy nur wenn aufgefordert, dann würde ich schon sagen -

Ich sehe das anders. Bei 30-40% Reisetätigkeit (insbesondere wenn es weltweit ist) , halte ich es fuer absolut angemessen zu fragen wie die Travel Policy aussieht. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn es fuer mich als Bewerber ein Auschlusskriterium ist. Ich wuerde zB keinen Job annehmen, bei dem ich Langstrecke in Eco fliegen muesste, warum also nicht im ersten Gespräch fragen ob dies der Fall ist und dadurch fuer beide Seiten unnötige Zeitverschwendung zu vermeiden. Wenn es kein auschlusskriterium ist, dann braucht man natuerlich nichts zu fragen.

Ich denke als Bewerber sollte man sich ueber seine "Must Haves" im Klaren sein und diese auch im ersten Gespräch abklopfen.
 

SQ325

Erfahrenes Mitglied
11.10.2011
3.227
10
SIN
Ich persoenlich wuerde die Frage nach Reiserichtlinie von Alter, Erfahrung des Bewerbers abhaengig machen. Ein Bewerber der bisher eine Stelle ohne Reisetatetgkeit hatte, sollte sich aus meiner Sicht diese Frage fuer ein zweites Gespraech aufheben.
Sollte die Reisetaetigkeit auf Europa/Deutschland begrenzt sein, halte ich persoenlich diese Frage im ersten Gespraech bei juengeren Bewerbern sogar fuer unangebracht. Solchen Bewerbern wuerde ich mangelndes Interesse an der Stellausschreibung vorwerfen, eine Einladung zu einem weiteren Gespraech waere eher unwarscheinlich.
Alleine wenn klar ist, das die Reisetaetigkeit haeufige Langstreckenfluege notwendig macht, halte ich die Frage im ersten Gespraech fuer berechtigt, wobei aus meiner Sicht der Bewerber nicht den Eindruck zu erwecken sollte, das Reiserichtlinie Prio 1 ist.


Gehalt sollte man im ersten Gespraech thematisieren ein Thema sein, wobei diese Frage eigentlich vom Unternehmen an den Bewerber kommen sollte. Denn falls hier die Vorstellungen beider Seite zu seit auseinanderliegen, macht es ohnehin wenig Sinn sich auf weitere Gespraeche einzulassen.
 

daukind

Erfahrenes Mitglied
03.02.2012
2.219
906
Augen auf bei der Stellensuche, den niemanden weiß, ob die ausgeschriebene Stelle noch frei oder unbesetzt bleiben soll.

Klar. HR hat nichts besseres zu tun als den lieben langen Tag sinnlose Vorstellungsgespräche zu führen, am Besten noch unter Einbeziehung der Fachabteilungen. Die würden ja sonst alle nur Däumchen drehen...

Wenn der Fachkräftemangel so hoch ist, wieso läuft dann alles über Zeitarbeitsfirmen und nicht über Festanstellungen bei den Konzernen. Wenn der Fachkräftemangel überhaupt existieren würde, dann könnte man ein entsprechen hohes Gehalt fordern und dieses würde auch bezahlt werden.

Wird es. Vermutlich zählst Du halt einfach nicht zu den gesuchten Fachkräften. Tut mir dann leid für Dich, aber kein Grund deinen Frust hier zu Verallgemeinern.
 

FREDatNET

Erfahrenes Mitglied
11.07.2010
8.301
13
VIE
Kann ich aus AG-Sicht nicht bestätigen.
Das sollte vielleicht nicht die erste Frage nach dem "Guten Tag" sein, aber warum sollte ein Bewerber im Rahmen eines Erstgesprächs nicht die Frage nach den Reisemodalitäten stellen - insbesondere wenn die Reisetätigkeit einen größeren Anteil der Arbeitszeit darstellt.

Im Gegenteil: Für mich ist es hilfreich zu verstehen, was dem Bewerber besonders wichtig ist.
Nur so kann ich - falls ich an ihm als Mitarbeiter interessiert bin - ein passendes Paket schnüren.

Ich stelle aber auch im Gespräch keine Bullshitfragen a la "Herr Müller, wo sehen sie sich in fünf Jahren", vielleicht liegt da der Fehler. ;)

Letztere Frage ist nicht immer bullshit...

Es kommt immer darauf an. Ein Berufseinsteiger wird andere fragen stellen als ein mit beiden Beinen im Berufsleben stehender Mensch. Bei letzterem ist die Frage nach dem Salär natürlich eine die durchaus sogar noch vor der eigentlichen Bewerbung gestellt werden kann/soll. Auch die Frage ob Langstrecke Business oder Eco geflogen wird ist legitim, für mich wäre das auch ein Grund gar nicht ins Detail zu gehen, denn es wäre Zeitverschwendung für beide Seiten
 
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darkeka0

Erfahrenes Mitglied
30.10.2017
846
1.549
Klar. HR hat nichts besseres zu tun als den lieben langen Tag sinnlose Vorstellungsgespräche zu führen, am Besten noch unter Einbeziehung der Fachabteilungen. Die würden ja sonst alle nur Däumchen drehen...

Man bekommt einiges mit. Verzeih mir, wollte auch nicht die HR in den Dreck ziehen, da du vermutlich dort arbeitest. Ja, du hast Recht, die machen auch nur ihre Arbeit.

So nun zurück zum Thema vom TE:


Welche Dinge kann er noch im Vorstellungsgespräch ansprechen oder nicht ansprechen, bei einer Reisetätigkeit von 30-40%!
 

ambodenbleiberin

Erfahrenes Mitglied
24.04.2015
930
10
Ich werde demnächst ein Vorstellungsgespräch bei einem Unternehmen haben, wo die Reisequote bei 30 bis 40% liegt. Die Dienstreisen sind global.

Jetzt ist es für mich das erste Vorstellungsgespräch seit Jahren und zudem das erste für einen Job mit Reisetätigkeit.

Da ich mit sowas keine Erfahrungen habe, bin ich für Ratschläge für zu stellende Fragen hilfreich.

Vielen Dank [emoji1]
Wenn mehr als 1/3 der Arbeitszeit auf DR entfallen, ist das ja schon mal ne Größenordnung, die einen interessieren sollte, nicht nur bezogen auf die Reiseklasse. Heißt also: relevant für Entscheidung, frühe Thematisierung sinnvoll und nachvollziehbar.

Und wenn sie Dir noch ein klein wenig wichtiger sind als "ich nehm's hin wie's kommt", dann hast Du doch allen Grund, die Frage nach den Reiserichtlinien im ersten Gespräch zu stellen. Zumal wenn Deine Tätig- und Fähigkeiten gesucht sind.

Außer natürlich, Du hast während des Gesprächs das Gefühl, dass es total unpassend wäre, und/oder man signalisiert Dir, dass das zu einem späteren Zeitpunkt geklärt wird und jetzt gerade überhaupt nicht gut kommt. (Logisch, oder?) Womit der potenzielle AG aber das Risiko eingeht, Zeit und Geld vertrödelt zu haben. Will er in der Regel nicht. Und er wird Dich sicher nicht rauskegeln, wenn er ansonsten meint, jemanden gefunden zu haben, mit dem er "kann" und den er gerne für die nächsten Jahre als MA einstellt oder zumindest noch ein zweites Mal sehen möchte im Vorstellungsrundenspiel. Das ja auch für Dich interessant sein kann, falls Du Dir nicht ganz sicher bist, ob Du den Vertrag unterschreiben/ bei dem AG arbeiten willst.

Eher ist zu überlegen, was Dich genau interessiert, was no go/ ok bzgl RRL ist und wie Du Deine Fragen formulierst.

Kann auch sein, dass Du die RRL + Info als schriftliches Paket mit nach Hause kriegst und Dir in Ruhe durchlesen kannst.

Dein letzter Satz: Ratschläge für zu stellende Fragen: Na Du fragst das, was Dich interessiert. Was Dir unklar ist. Pseudofragen sind doch Quatsch, die darf ein Praktikant noch stellen. Ergo: Zu stellende Fragen sind Deine Baustelle.

Ende meiner Weisheiten.
 
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DavidHB

Erfahrenes Mitglied
14.04.2017
755
4
Bremen
Erst einmal ein großes Danke an alle bisher Beteiligten. Einige Antworten werde ich mit in das Gespräch nehmen. Vielleicht noch ein paar Details zu mir, warum ich diesen Thread eröffnet habe:

Ich bin bei meiner jetzigen Firma seit über 6 Jahren angestellt. Es ist ein IT-Systemhaus mit ausschließlich regionalen Kunden. Die maximalste Reisetätigkeit ist eine halbe Stunde mit dem Auto. Da es mich schon immer gereizt hat, zu reisen und andere Länder und Leute kennenzulernen, denke ich halt über einen Wechsel nach.
 
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tix

Erfahrenes Mitglied
20.02.2011
3.952
2.180
Wie laufen dann bei dir die Erstgespräche und Zweitgespräche ab? Und ganz besonders interessiert mich dann das Drittgespräch mit dem Team, wie läuft dieses dann ab?

1. Gespräch mit HR und Fachabteilung: Diskussion mit den Bewerber um ihn/sie zwischenmenschlich kennen zulernen
2. Gespräch mit der Fachabteilung: Diskussion mit dem Bewerber über seine fachliche Qualifikation, Kenntnisse, Fähigkeiten
3. Gespräch mit dem zukünftigen Kollegen aus der Fachabteilung: Diskussion mit dem Bewerber über Gott und die Welt und Fussball? Bedeutet dass dann wenn das falsche Fussballteam genannt wird, kommt es dann nicht zum Arbeitsvertrag?

Üblicherweise so:

0. Gespräch am Telefon, um Termin zu vereinbaren. Das mache ich mittlerweile selbst, weil (a) HR immer so seltsame Zeiten plant (um 7:45 bin ich einfach noch nicht da...) und ich (b) notfalls noch umdisponieren kann, wenn der Bewerber sich als der absolute Psycho herausstellen sollte.
1. Gespräch: HR und Fachabteilung
2. Gespräch: HR, Fachabteilung und ggf. Unternehmensführung
3: Gespräch: Team, und zwar ohne Vorgaben. Es gibt Kollegen, die reden da nur über fachliches, andere über Musik, Hobbies, ...

2. und 3. Gespräch finden meistens am selben Termin statt; die grundlegende Entscheidung treffen wir meist nach dem 1. Gespräch.

Das ist aber insgesamt keine konzernweite Vorgehensweise; ich mach das bei mir im Bereich so, aber sehr verbreitet ist das 3. Gespräch wohl eher nicht.

Fachliche Qualifikationen diskutiere ich nicht besonders gründlich. Ich glaube da dem Lebenslauf; und wenn es sich dabei um ein komplettes Phantasieprodukt handeln sollte, gibt es ja eine Probezeit. Ist mir aber noch nie passiert. Ich stelle vielleicht mal eine nicht lösbare fachliche Frage, aber eher wegen der Reaktion, und außerdem frage ich immer, wo der Bewerber das letzte Mal im Urlaub hingefahren ist. Auch wegen der Reaktion, und weil es mich wirklich interessiert.

Wegen des falschen Fußballvereins scheitert kein Arbeitsvertrag. Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist ja genau der, daß es im Team keine Vollpfosten gibt, die sich an so etwas stören würden. Wenn da jemand sein Veto einlegt, muß er das schon sehr genau begründen. :)


Ich stelle aber auch im Gespräch keine Bullshitfragen a la "Herr Müller, wo sehen sie sich in fünf Jahren", vielleicht liegt da der Fehler. ;)

Letztere Frage ist nicht immer bullshit...

Naja - solange die prompte Gegenfrage "Wo sehen Sie Umsatz und Gewinn sowie die Abteilung und meine Aufstiegschancen in fünf Jahren?" keine Schnappatmung beim AG hervorruft, ist diese Frage OK. Sonst würde ich sie auch unter "bullshit" abheften, gleich hinter "Wo sind Ihre Stärken und Schwächen?" (Gegenfrage: "Was läuft richtig schlecht im Fachbereich?") und "Wie würde Ihre Mutter sie beschreiben?" (Gegenfrage: "Und Ihre?")

Disclaimer: Ich empfehle nicht, diese Gegenfragen tatsächlich zu stellen. Aber sie zu formulieren zeigt die Absurdität der ursprünglichen Bullshit-Frage ziemlich deutlich. :D
 

Lasogga

Aktives Mitglied
26.10.2016
162
0
Erst einmal ein großes Danke an alle bisher Beteiligten. Einige Antworten werde ich mit in das Gespräch nehmen. Vielleicht noch ein paar Details zu mir, warum ich diesen Thread eröffnet habe:

Ich bin bei meiner jetzigen Firma seit über 6 Jahren angestellt. Es ist ein IT-Systemhaus mit ausschließlich regionalen Kunden. Die maximalste Reisetätigkeit ist eine halbe Stunde mit dem Auto. Da es mich schon immer gereizt hat, zu reisen und andere Länder und Leute kennenzulernen, denke ich halt über einen Wechsel nach.

Hey David,

ich arbeite ebenfalls im IT Bereich, DACH Region.
Du hast hier schon viele mehr oder weniger sinnvolle Tipps bekommen und kannst dir vor dem/den Gespräch/en sicher ein paar Grundgedanken machen. Damit meine ich nicht deine künftigen Aufgaben im Tagesgeschäft, sondern eher die Rahmenbedingungen zu denen du bereit bist das 5 Tage pro Woche zu machen. Überlege dir was dir wichtig ist, wo du ggf. kompromissbereit bist und sprich vernünftig die Themen an wenn du der Meinung bist. Es ist ein Vorstellungsgespräch für beide Seiten.

Bei der möglichen Verhandlung ist auch klar das der potenzielle AG dich nicht freiwillig mit benefits zuschüttet. Du kommst doch aus der Branche, du weist dann doch auch welche Dinge völlig weit weggeholt und welche eher verhandelbar sind ;)
 
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Lasogga

Aktives Mitglied
26.10.2016
162
0
Üblicherweise so:

Naja - solange die prompte Gegenfrage "Wo sehen Sie Umsatz und Gewinn sowie die Abteilung und meine Aufstiegschancen in fünf Jahren?" keine Schnappatmung beim AG hervorruft, ist diese Frage OK. Sonst würde ich sie auch unter "bullshit" abheften, gleich hinter "Wo sind Ihre Stärken und Schwächen?" (Gegenfrage: "Was läuft richtig schlecht im Fachbereich?") und "Wie würde Ihre Mutter sie beschreiben?" (Gegenfrage: "Und Ihre?")

Disclaimer: Ich empfehle nicht, diese Gegenfragen tatsächlich zu stellen. Aber sie zu formulieren zeigt die Absurdität der ursprünglichen Bullshit-Frage ziemlich deutlich. :D

Auch gut ist:

"Warum haben Sie sich gerade bei uns beworben?"

;)
 
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tix

Erfahrenes Mitglied
20.02.2011
3.952
2.180
Auch gut ist:

"Warum haben Sie sich gerade bei uns beworben?"

;)

Genau - Gegenfrage: "Tja - mh, also. Jaaaah. Warten Sie mal... nee, fällt mir jetzt echt nicht mehr ein. Was spricht denn für Sie als AG?" =;

Cool finde ich aber die Variante aus Bewerbersicht: "Was hat Sie an meinem CV besonders überzeugt, daß Sie mich eingeladen haben?" Die würde ich tatsächlich stellen, die Antworten sind oft ziemlich überraschend. :)
 
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darkeka0

Erfahrenes Mitglied
30.10.2017
846
1.549
"Wo sehen Sie mich in 5 Jahren?" Die Frage geht vom Bewerber an die HR
:eek:

Lasst lieber solche Scherze oder macht sie nur mit einem kleinen Augenzwinkern.

@tix: Danke für deine Antwort :)
 
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Flying Lawyer

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
7.058
5.150
Lass dir bitte schriftlich geben, ob Sie dir die Reisekosten zum Vorstellungsgespräch bezahlen, da du vermutlich viel Geld für deine Vorstellungsgespräch investierst. Dann weißt du ob Sie auch beim Gehalt herum zicken, insbesondere wenn das Vorstellungsgespräch über 50km von deinem Wohnort entfernt ist. Eine gute Firma erstattet dir die Reisekosten zu den Vorstellungsgespräch und schickt dir dazu eine Reisekostenrichtlinie mit.

Viel Erfolg bei deinem Gespräch!

Das ist in Deutschland zumindest keine Frage. Sobald ein Arbeitgeber zum Vorstellungsgespräch bittet, muss er die anfallenden Reisekosten übernehmen (§ 670 BGB). und zwar unabhängig davon, ob sich der Bewerber auf eine Stellenanzeige, initiativ oder online beworben hat. Und die Kosten sind die angemessenen Kosten - inkl. Bus und Bahn.
 

weltbuerger

Erfahrenes Mitglied
06.02.2018
2.089
1.698
Das ist in Deutschland zumindest keine Frage. Sobald ein Arbeitgeber zum Vorstellungsgespräch bittet, muss er die anfallenden Reisekosten übernehmen (§ 670 BGB). und zwar unabhängig davon, ob sich der Bewerber auf eine Stellenanzeige, initiativ oder online beworben hat. Und die Kosten sind die angemessenen Kosten - inkl. Bus und Bahn.
Der AG muss die Kosten übernehmen, wenn er keine anderen Angaben macht. Es gilt aber schon die Vertragsfreiheit: Wenn der AG Kandidaten in der Stellenausschreibung und/oder der Einladung zum Gespräch informiert, dass die Reisekosten nicht übernommen werden, ist das völlig i.O.
 
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Monty_GER

Reagenzglaskellner
21.11.2010
1.383
3
43
Niederrhein
Der AG muss die Kosten übernehmen, wenn er keine anderen Angaben macht. Es gilt aber schon die Vertragsfreiheit: Wenn der AG Kandidaten in der Stellenausschreibung und/oder der Einladung zum Gespräch informiert, dass die Reisekosten nicht übernommen werden, ist das völlig i.O.

Dann ist es natürlich auch ok, als Kandidat nicht zum Bewerbungsgespräch zu fahren. Mal ehrlich: Gibts noch Firmen, die das wirklich machen?
 
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Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
22.434
17.707
Ich kenne auch eine Personalerin und sie fragt an Ende des ersten Gespräches immer was die Vorstellungen hinsichtlich Geld und perks sind.

"Perks" sind fuer mich Dienstwagen, Versicherungen, Mitarbeiterverguenstigungen etc. Wer dann nach den Umstaenden des Reisens fragt, also deutlich macht, dass er das Reisen nicht als Arbeitsmittel sondern als Selbstzweck sieht, disqualifiziert sich ein Stueckweit.


Da es mich schon immer gereizt hat, zu reisen und andere Länder und Leute kennenzulernen, denke ich halt über einen Wechsel nach.

Ich glaube, Du machst Dir da gewisse Illusionen ueber das Dienstreisen. Ich habe da nie "Laender, Menschen, Abenteuer" erlebt, sondern halt gearbeitet. Mit etwas beschwerlicherem Arbeitsweg und schlechterer Infrastruktur als an einem normalen Arbeitstag. Im Gegenteil, das dienstliche Reisen hat mir dann das private Reisen vergaellt. Ich bin sehr froh, dass ich dienstlich nicht mehr reisen muss und somit meine saemtliche (begrenzte) "Reiseenergie" voellig frei in selbstbestimmte Privatreisen investieren zu koennen.
 
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honk20

Erfahrenes Mitglied
19.05.2011
5.357
17
wohl lernt man die Reisen bzw Länder mit Hilfe der Geschäftspartner ganz anders kennen als man je mit Privatreisen würde.
Ach waren das Zeiten als DXB eine Riesen Baustelle war.... ohne Metro noch... Diese Aufbruchstimmung habe ich seitdem nirgendwo mehr erlebt.
 
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Ragesh

Erfahrenes Mitglied
19.02.2014
659
9
Dann ist es natürlich auch ok, als Kandidat nicht zum Bewerbungsgespräch zu fahren. Mal ehrlich: Gibts noch Firmen, die das wirklich machen?

Das spiegelt dann ja schon eine gewisse Grundhaltung der Firma wieder, wo man sich als Bewerber fragen muss ob er bei einer solchen Firma arbeiten will. Für mich wäre es ein Ausschlusskriterium überhaupt zum Gespräch zu fahren.
 
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jodost

Erfahrenes Mitglied
23.10.2011
4.187
1.170
CGN
"Perks" sind fuer mich Dienstwagen, Versicherungen, Mitarbeiterverguenstigungen etc. Wer dann nach den Umstaenden des Reisens fragt, also deutlich macht, dass er das Reisen nicht als Arbeitsmittel sondern als Selbstzweck sieht, disqualifiziert sich ein Stueckweit.

Naja. Bei 30% Reisetätigkeit fände ich die Frage nach den Reisemodalitäten ehrlich gesagt auch als Arbeitgeber relevanter (und zeugt von mehr Interesse am Job) als "gibt es über Sie eine günstige Hausratversicherung? Haben Sie Rabatte im Fitness-Studio?"
 
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