Moldawien – Sicherheitslage?

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anonimous

Erfahrenes Mitglied
20.02.2017
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Ich war noch nie in Moldawien. Ist es momentan sicher dorthin zu reisen? Ich meine auf dem Luftweg, nur die Hauptstadt Kischinau und Umgebung.

War letztens jemand dort und kann aus erster Hand berichten?
 
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Femminello

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08.05.2012
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Sollte so sicher sein, wie immer.
Kriegsauswirkungen hast du keine und solange du dich von Transnistrien fernhältst auch ansonsten keine dadurch bedingten Probleme zu erwarten.


Ich würde es als "normal sicher" bezeichnen, aber das mag jeder anders empfinden.
 
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global2011

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04.06.2011
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Ich war im vergangenen September sowohl in Moldawien (Chișinău, Cricova, Orhei, Ungheni, Bălți und Soroca) als auch in Transnistrien (Tiraspol, Bender, Chițcani) inkl. einer privaten Tour von Nord nach Süd mit https://transnistria-tour.com/de/.

Ich habe mich zu keiner Zeit unsicher gefühlt.

Der Grenzübertritt Moldawien/Transnistrien und zurück verlief ebenfalls unbürokratisch. Der Pass wird nicht gestempelt - man erhält lediglich eine Einreisekarte:

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Femminello

Erfahrenes Mitglied
08.05.2012
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Von Transnistrien würde ich mich nach der jüngsten Entwicklung fern halten, ja.
 

Karl Langflug

Erfahrenes Mitglied
22.05.2016
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Ich war im vergangenen September sowohl in Moldawien (Chișinău, Cricova, Orhei, Ungheni, Bălți und Soroca) als auch in Transnistrien (Tiraspol, Bender, Chițcani) inkl. einer privaten Tour von Nord nach Süd mit https://transnistria-tour.com/de/.

Ich habe mich zu keiner Zeit unsicher gefühlt.

Der Grenzübertritt Moldawien/Transnistrien und zurück verlief ebenfalls unbürokratisch. Der Pass wird nicht gestempelt - man erhält lediglich eine Einreisekarte:

Anhang anzeigen 241898
Ich machte die Reise auf eigene Faust, allerdings schon etliche Jahre her, irgendwann zwischen Krimbesetzung und Corona. Einreise mit dem Zug easy. Dann musste ich einen Ort finden, an dem man mich registriert. Interessanterweise wusste weder der Zoll, noch die örtliche Polizeistation, wo man sich am Sonntag registrieren lassen kann (war notwendig). Schliesslich halfen mir die netten Angestellten des Hotels, den richtigen Ort zu finden. Jedesmal wird ein Zettel eingezogen und man bekommt einen neuen. Die Ausreise per Bus war garstig, ein Geschrei, dabei verstehe ich das russische Geschwätz auch dann nicht, wenn man es mehrfach und lauter wiederholt. Dabei ging es nur darum, in einem Büro den Zettel abzugeben.

Probleme gibt es dann eventuell bei der Ausreise, weil du keinen Einreisestempel hast. Ich ging daher an den Flughafen (liegt auf dem Weg Tiraspol-Chisnau) und lies mir die Einreise bestätigen, es gab einen Stapel Papiere ohne Stempel im Pass. Die Ausreisedame war grimmig, ich müsste bei jeder neuen Einreise so einen Stapel Papiere mitnehmen, sonst gäbe es Probleme.

Alles in allem gut machbar, aber etwas aufwendig.

Es ist halt unberechenbar, sowohl in Moldawien und Transnistrien. Die Gagausier sind pro russisch, wie mein dem gagausischen Volk angehörigen Lehrling erklärte. Die Moldawier sind pro westlich. Und die Transnistrier sind m.A.n. keineswegs so eindeutig pro russisch, eher gespalten, sie haben auch viele ukrainische Flüchtlinge aufgenommen. Mir begegnete in Transnistrien aber auch klare Feindschaft und relativ aggressiv zur Schau getragene Begeisterung für Russland.

Moldawier erlebte ich als sehr nett, ein sehr hilfsbereites Volk. Ich habe da immer eine Challenge. Ohne die Sprache zu können in der Metzgerei 200 Gramm Wurst zu kaufen. In Moldawien diskutierte die ganze Kundschaft darüber und alle halfen mit, dass ich das richtige bekam, am Bahnschalter dasselbe. In der Ukraine war das schon viel schwieriger, in China unmöglich, in den 00er Jahren in Litauen scheiterte ich beinahe daran, weil sie den Preis auf einem Zählrahmen anzeigte, ich erinnerte mich nicht mehr, wie man da die Zahlen abliest, oooh wie peinlich)
 

FM77

Aktives Mitglied
09.12.2022
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Ich war Ende April in Chisinau.

Keinerlei Probleme dort, allerdings für mich die häßlichste Hauptstadt in der ich je war.

Und für den Bus immer genügend Kleingeld dabeihaben.
 

weltfahrer

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07.09.2018
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Das Problem ist auch, dass die Lage sehr fragile ist. Aktuell denke ich, dass es noch sicher ist. Aber in einer Woche kann viel passieren und es ist vielleicht ganz anders.
 

FM77

Aktives Mitglied
09.12.2022
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So unterschiedlich ist die Wahrnehmung. Ich liebe Chisinau (vielleicht nicht gerade wegen der Architektur). Auf jeden Fall kann ich bestätigen, alles ganz easy. Transnistrien meide ich aber auch.
Die Wahrnehmung ist verschieden und auch in Ordnung, aber das Essen dort ist sehr gut.

Aber auch ich hatte Sicherheitsbedenken nach Moldawien zu reisen.
 
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anonimous

Erfahrenes Mitglied
20.02.2017
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Die Wahrnehmung ist verschieden und auch in Ordnung, aber das Essen dort ist sehr gut.

Kann nur bestätigen, habe sehr gut in Moldawien gegessen. Lokaler Wein und Brandy schmeckten auch recht gut. Sogar 40-jährigen Brandy probiert. Dort kann man noch bezahlen.
 
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anonimous

Erfahrenes Mitglied
20.02.2017
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Bin gerade aus Transnistrien / Pridnestrovie zurück -> aktuell keine Probleme im August 2025.

Man kann mit Marshrutka (Kleinbus) auf eigene Faust oder einen Tagesausflug über Viator oder eine Agentur buchen.

Der Grenzübertritt verlief problemlos, die einzige Frage war, ob man am selben Tag zurückkehrt, anschliessend habe ein 12-Stunden-Visum auf einem kleinen Zettel bekommen.

Die Region Transnistrien steht nicht unter der Kontrolle der moldauischen Regierung und irgendwie war es cool, so ein Sowjetunion-Feeling… jetzt in 2025 noch zu erleben.

Wo immer ich in Moldawien und in Transnistrien / Pridnestrowie war, die Mehrheit der Einheimischen mochte die Ukraine und die Ukrainer nicht. Ich hatte den Eindruck, dass sie Russland mehr mögen. Es gab aber auch diejenigen, die zu diesem Thema nicht sprechen wollten. Ausserdem bin ich nicht dorthin gegangen, um über heikle Themen zu reden und rate auf keinen Fall, nach Transnistrien zu gehen oder dorthin NICHT zu gehen, das sollte jeder selbst wissen ...
 
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Femminello

Erfahrenes Mitglied
08.05.2012
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Transnistrien / Pridnestrowie war, die Mehrheit der Einheimischen mochte die Ukraine und die Ukrainer nicht. Ich hatte den Eindruck, dass sie Russland mehr mögen.
Wenig überraschend in einem seit Jahrzehnten von der russischen Armee kontrollierten Phantasiestaat.

Im Rest Moldaus glaube ich das aber eher nicht, müssen sie doch damit rechnen, dass sie als nächstes dran sind.
 

unseen_shores

Erfahrenes Mitglied
30.10.2015
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Trans Balkan Express
Im Rest Moldaus glaube ich das aber eher nicht, müssen sie doch damit rechnen, dass sie als nächstes dran sind.

Es kommt halt tatsächlich darauf an. Um das genaue Stimmungsbild mitzubekommen, sollte man schon rumänisch/und oder russisch im gehobenen Niveau sprechen. Ich nehme das nicht für mich in Anspruch. Außerdem wird nicht jeder auf der Straße seine Meinung kundtun.

Mit meinem rudimentären Reste-Russisch:

Meine letzten beiden Aufenthalten habe ich keine antiukrainische Ressentiments verspürt. Im Mai 2023 habe ich es wegen der riesigen pro-europäischen Demo fast nicht auf den Flughafen geschafft.

Der Riss geht ggf. durch die Familien, insbesondere wenn auch ein Teil der Familie in der Ukraine lebt. Es gibt ja auch in der Odesaer-Gegend Putin-Fans. Was ich aus meinem Umfeld mitbekomme: Die Gagausen spielen eher im Team Putin, wollen sich aber z.T. ohnehin eher abspalten.

Ich habe aber auch fließend Englisch sprechende pro-ukrainische Leute getroffen, die Freunde in der ukrainischen Armee haben (auf Details verzichte ich in einem öffentlichen Forum, aber die Solidarität ist da schon stark verwurzelt).

Andererseits ist Chisinau ein Ort, in dem sich ukrainische Frauen mit ihren Männern treffen, die das Land verlassen haben. Moldova liefert hier nicht an die Urlaine aus.

Es kommt wahrscheinlich auch darauf an, was bei der nächsten Wahl passiert. Am Rathaus von Chisinau steht ja auch ein Wegweiser zur Partnerstadt Odesa. Es sind knapp über 100 Kilometer dorthin und man ist sich in Chisinau sicher aller Risiken bewusst. Darüber, dass die Gustave-Eiffel-Brücke in Ugheni ein hoch gerüssteter Sicherheitsbereich (EU-Außengrenze) ist, habe ich ja bereits andernorts berichtet.
 

anonimous

Erfahrenes Mitglied
20.02.2017
677
221
Es kommt halt tatsächlich darauf an. Um das genaue Stimmungsbild mitzubekommen, sollte man schon rumänisch/und oder russisch im gehobenen Niveau sprechen. Ich nehme das nicht für mich in Anspruch. Außerdem wird nicht jeder auf der Straße seine Meinung kundtun.

Mit meinem rudimentären Reste-Russisch:

Meine letzten beiden Aufenthalten habe ich keine antiukrainische Ressentiments verspürt. Im Mai 2023 habe ich es wegen der riesigen pro-europäischen Demo fast nicht auf den Flughafen geschafft.

Der Riss geht ggf. durch die Familien, insbesondere wenn auch ein Teil der Familie in der Ukraine lebt. Es gibt ja auch in der Odesaer-Gegend Putin-Fans. Was ich aus meinem Umfeld mitbekomme: Die Gagausen spielen eher im Team Putin, wollen sich aber z.T. ohnehin eher abspalten.

Ich habe aber auch fließend Englisch sprechende pro-ukrainische Leute getroffen, die Freunde in der ukrainischen Armee haben (auf Details verzichte ich in einem öffentlichen Forum, aber die Solidarität ist da schon stark verwurzelt).

Andererseits ist Chisinau ein Ort, in dem sich ukrainische Frauen mit ihren Männern treffen, die das Land verlassen haben. Moldova liefert hier nicht an die Urlaine aus.

Es kommt wahrscheinlich auch darauf an, was bei der nächsten Wahl passiert. Am Rathaus von Chisinau steht ja auch ein Wegweiser zur Partnerstadt Odesa. Es sind knapp über 100 Kilometer dorthin und man ist sich in Chisinau sicher aller Risiken bewusst. Darüber, dass die Gustave-Eiffel-Brücke in Ugheni ein hoch gerüssteter Sicherheitsbereich (EU-Außengrenze) ist, habe ich ja bereits andernorts berichtet.

Ich kann recht gut Russisch, aber mein Fachvokabular ist begrenzt. Anyway das hilft enorm die moldauische Seele zu verstehen. Die jungen Englisch sprechende Menschen sind eindeutig für ein Deal mit EU, obwohl sie mich mehrmals daran erinnerten, dass Odessa einst ein moldauische Stadt war und von der Ukraine annektiert wurde, was für mich eine echte Überraschung war und ich habe keine Ahnung, woher sie diese Information haben.

Ich erinnere mich, als ich vor etwa zwanzig Jahren in Odessa war und mir beim Kauf ukrainischer Musik mitgeteilt wurde, dass ich dafür in die Westukraine fahren müsse und dass Odessa eine russische Stadt sei. Es war der 1. Mai und ich sah eine echte kommunistische Maiparade mit roten CCCP-Flaggen sowie und Lenin- und Stalin-Motiven. Einige Veteranen hatten so viele Orden, dass sie nicht mehr auf ihre Uniformen passten.

Ich besuchte auch Gagausien, wo die Türkisch ähnliche Sprache stark ausgeprägt ist und Russisch eindeutig dominiert. Ich hatte den Eindruck, dass dort fast jeder pro-Putin war.

Um sich jedoch ein realistisches Bild zu machen, reichen ein paar Tage nicht aus. LG und schönen Tag.
 
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Femminello

Erfahrenes Mitglied
08.05.2012
8.613
4.935
Ich erinnere mich, als ich vor etwa zwanzig Jahren in Odessa war und mir beim Kauf ukrainischer Musik mitgeteilt wurde, dass ich dafür in die Westukraine fahren müsse und dass Odessa eine russische Stadt sei. Es war der 1. Mai und ich sah eine echte kommunistische Maiparade mit roten CCCP-Flaggen sowie und Lenin- und Stalin-Motiven. Einige Veteranen hatten so viele Orden, dass sie nicht mehr auf ihre Uniformen passten.
Das sieht man in Odesa heute ganz anders. Selbst in der Ostukraine.
Da hat Russland ganze Arbeit geleistet, die Leute die sich einst zu Russland gezogen fühlten wären heute froh, wenn Russland aufhören würde zu existieren.

Russland wird immer nur gut gefunden, solange es wegbleibt. :D
 

weltfahrer

Erfahrenes Mitglied
07.09.2018
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Das sieht man in Odesa heute ganz anders. Selbst in der Ostukraine.
Die Sache ist kompliziert. Mittlerweile haben die Ostukrainer Angst vor Vergeltungsmassnahmen bei Rückkehr der Ukrainer. Dass selbst ein einfaches Weiterarbeiten im Job unter russischer Besatzung schon als Kollaboration ausgelegt wird. Selbst wenn der Betreffende vorher auf Seite der Ukraine stand.