Ich kenne zugegebenermaßen die Flugpläne nicht auswendig; ich weiß nicht, ob das für jeden Tag gilt. Ich kann nur sagen dass ich selbst vorletztes Jahr in der Situation war und deswegen eine Übernachtung extra in NRW eingelegt habe, wo ich früher noch problemlos mit dem Flieger nach Berlin gekommen wäre.
Unstrittig dürfte sein dass der Flugplan massiv ausgedünnt ist. Ab einem bestimmten Grad, und den haben wir längst erreicht, ist es dann auch ein selbstverstärkender Effekt: es gibt kein passendes Angebot (und die wenigen, die fliegen, sind extrem teuer geworden), daher verzichten immer mehr Leute auf den Flug (sei es im touristischen Bereich, indem sie, z.B. als ausländische Besucher, sich ein anderes Zielland auswählen, oder als Geschäftsreisender, indem sie mehr und mehr Vor-Ort-Termine in Videokonferenzen umwandeln oder alternative Verkehrsmittel wie Auto oder Bahn verwenden.
Es ist sicher ebenso unstrittig, dass das genau auch politisch gewollt ist (OK, abgesehen von der Reiserei mit dem Auto natürlich).
Die Unternehmen und ihre Kunden, zumal wenn sie damit auch Kosten sparen können, passen sich der veränderten Situation an. Innereuropäische Tourismusströme verlagern sich zu anderen Zielen. Fluggesellschaften, einschließlich der LH, schauen nach profitableren Märkten und finden sie in anderen Ländern.
Nüchtern betrachtet kann man eben nicht gleichzeitig sowohl eine signifikante Reduzierung des Flugverkehrs und einen Wirtschaftsboom in den Branchen, die davon direkt oder indirekt abhängen (und sei es nur durch den Standortfaktor der bequemen internationalen Erreichbarkeit), haben.
Ich empfehle allen mal den Besuch des schönen Luftfahrtmuseums direkt am Flughafen Malaga. Dort wird sehr anschaulich dargestellt, wie der (Aus-) Bau des Flughafens dort ab den 1950ern die Grundlage für den bis heute andauernden Wirtschaftsaufschwung der gesamten Region dort war.
Anderes eher anekdotisches Beispiel: man sagt, dass ein signifikante Grund der Verlagerung von Sonys Europazentrale von Berlin nach London nach dem Ausscheiden des CEOs, der zu Berlin eine besondere Beziehung hatte, weil er dort studiert hatte, die Erkenntnis der japanischen Manager war, dass es keinerlei Direktflüge nach Japan gab.
Man darf davon ausgehen, dass die Wirtschaftsleistung der Rhein-Main-Region ohne FRA mit seinem Angebot deutlich geringer wäre. Ähnliches gilt (in geringerem Umfang) für München.