Luftfahrt in Deutschland im Niedergang

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juliuscaesar

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12.06.2014
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FRA
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bonkers

Erfahrenes Mitglied
19.03.2011
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Hier mal was Destatis dazu mitteilt, passenderweise heute gelesen:

„In Deutschland ist der Inlandsflugverkehr besonders stark von strukturellen Veränderungen betroffen: ein überdurchschnittlicher Ausbau des Bahnfernverkehrs, politische und gesellschaftliche Kritik an Inlandsflügen sowie eine stärkere Fokussierung der Airlines auf lukrative Europa- und Urlaubsstrecken führen dazu, dass nur noch etwa die Hälfte der innerdeutschen Flüge von 2019 angeboten wird. Gleichzeitig ist die Zahl der Dienstreisen deutlich eingebrochen, da viele Unternehmen seit der Pandemie verstärkt auf Videocalls und hybride Meetings setzen und dadurch weniger Bedarf für kurzfristige Inlandsflüge zu Präsenzterminen besteht. So lag die Zahl der Geschäftsreisen in Deutschland im Jahr 2024 mit 107 Millionen noch deutlich unter dem Vor-Pandemie-Niveau.“

Spanien und Portugal profitieren dagegen vom kräftigen Boom des internationalen Tourismus. Sie überschreiten bei den Passagierzahlen bereits wieder das Vorkrisenniveau, sodass Airlines dort mehr Kapazitäten bereitstellen und zusätzliche Verbindungen aufnehmen, insbesondere zu Ferienregionen.

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Alfalfa

Erfahrenes Mitglied
23.01.2022
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Nein, das ist ein Trugschluss: Die Bahn muss einen Stundentakt anbieten, um attraktiv zu sein, also auch zu toten Zeiten.
Ähnlichkeit zum Flugverkehr hier aber mehr als deutlich. Je mehr Angebot, desto mehr Nachfrage. Bei nur einmal täglich Fra-Ber würde das niemand nutzen. Deshalb blicke ich gespannt auf Condor, wie die mit ihrem eher rudimentären Netz das woppen werden.
 

Luftikus

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08.01.2010
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irdisch
Ich brauche keinen Stundentakt bei der Bahn. Ich brauche Züge zu den Zeiten, zu denen ich fahren will. Krumme Abfahrtzeiten oder Lücken über den Mittag sind mir komplett egal. Wozu hat man den Fahrplan im Mobiltelefon?
 

Alfalfa

Erfahrenes Mitglied
23.01.2022
8.238
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Ja und? Da sollte doch gerade so ein Stundentakt reichlich Auswahl bieten oder etwa nicht??? Verstehe das Problem nicht ...
Stundentakt ist in einer auf Mobilität basierenden Gesellschaft spätestens dann nicht mehr ausreichend, wenn Anschlüße nicht mehr funktionieren und die Anschlüße nicht mal mehr 2-3 Minuten warten.
 

Luftikus

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08.01.2010
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irdisch
Ja und? Da sollte doch gerade so ein Stundentakt reichlich Auswahl bieten oder etwa nicht??? Verstehe das Problem nicht ...
Nachfragegerecht statt Planwirtschaft. Morgens und abends und am Wochenbeginn und Ende braucht man mehr Züge. Mittwochmittag fährt kaum einer. Takt klingt gut und ist leicht zu planen aber vergisst Nachfragespitzen. Gerade heute, wo man maximal ein oder zwei Zugteile einsetzen kann, um die Kapazität anzupassen.
 
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rolandditz

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03.12.2012
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Westfalen
In Deutschland ist zudem die Schließung von Tegel und der Umzug des Berliner Flughafens nach Brandenburg ein Hauptgrund für den zurückfallenden Inlandsflugverkehr. Die langen Wege vom Flughafen in die Städte, vor allem in BER und MUC, macht die kurzen Inlandsflüge unattraktiv für Passagiere, die Berlin oder München als Endziel der Reise haben. Dazu kommt der mittlerweile längere Zeitbedarf an der Sicherheit an vielen Plätzen. Wer dann einmal gemerkt hat, wie schnell mit dem Auto und tatsächlich auch mit der Bahn einige innerdeutschen Ziele erreichbar sind (meine persönliche Erfahrung), der ist dort für den Luftverkehr als Kunde dauerhaft verloren.
 

zimbowskyy

Erfahrenes Mitglied
29.11.2016
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CGN
Nachfragegerecht statt Planwirtschaft. Morgens und abends und am Wochenbeginn und Ende braucht man mehr Züge. Mittwochmittag fährt kaum einer. Takt klingt gut und ist leicht zu planen aber vergisst Nachfragespitzen. Gerade heute, wo man maximal ein oder zwei Zugteile einsetzen kann, um die Kapazität anzupassen.
Und die Gleise wachsen, ähnlich wie die Slots an Flughäfen und die Siko Mitarbeiter, die dir ja in jedem Flughafen thread zuwenig sind, auf Bäumen?
Es gibt nun mal überall Spitzen an denen die Infrastruktur am Limit betrieben wird. Dann kann ich entweder die Kapazität erhöhen (wird deutlich teurer für alle) oder, wenn das nicht möglich ist, versuchen das Angebot breiter zu Fächern.
 

juliuscaesar

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12.06.2014
25.276
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FRA
FlixTrain (deutlich marktwirtschaftlicher, als die DB) fährt/fuhr z.B. manche Strecken

Do, Fr, So, Mo: 3 mal am Tag
Sa, Di: 2x am Tag
Mi: gar nicht
 
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CarstenS

Erfahrenes Mitglied
08.09.2012
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Es geht um Dienstleistung und Kundenbedürnfisse.
Eine solche Aussage zeigt eigentlich nur, dass du von Infrastruktur keine Ahnung hast.

Natürlich sind Kunden- und Nutzungsbedürfnissen elementar und bestimmen die Dimensionierung.

Aber Kapazitätserweiterungen kosten Geld - und das nicht linear - beschäftige dich mal mit Sprungkosten.

Deswegen ist es immer eine Balance zwischen Kapazität und Kosten. Denn das Geschrei ist auch gross, wenn die Betriebskosten (und damit jede Art von Nutzungskosten) explodieren, weil die Infrastruktur überdimensioniert und nur zu kleinen Teilen ausreichend ausgelastet ist.
 

Alfalfa

Erfahrenes Mitglied
23.01.2022
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Deswegen ist es immer eine Balance zwischen Kapazität und Kosten. Denn das Geschrei ist auch gross, wenn die Betriebskosten (und damit jede Art von Nutzungskosten) explodieren, weil die Infrastruktur überdimensioniert und nur zu kleinen Teilen ausreichend ausgelastet ist.
So kann man Fehlplanung, falsche und mangelnde Investitionen auch bezeichnen.
 

CarstenS

Erfahrenes Mitglied
08.09.2012
4.212
6.089
So kann man Fehlplanung, falsche und mangelnde Investitionen auch bezeichnen.
Das Internet ist schon toll - all die Leute, die keine Ahnung, keine Verantwortung aber viel Meinung haben, geben überall ihren Senf dazu. Müssen aber niemals für irgendwas gerade stehen, da sie ja nur kritisieren.

Immer nur dagegen sein - aber niemals einen Plan darlegen und gar durchführen - denn das wäre ja mit Anstrengung verbunden und man müsste selber Entscheidungen treffen und dafür auch gerade stehen. Die Fraktion lässt das mal schön sein und beschränkt sich auf's lautstarke kritisieren.


Ohne Frage gibt es Fehlplanung und falsche Investitionen.

Aber so zu tun, als ob keinerlei Abwägung zwischen Kosten und Wünschen notwendig ist, das ist einfach nur dumm. Nicht mal naiv.
Und es geht in den letzten Beiträgen das allgemeine Anerkennen dieses Prinzips - nicht um einen spezifischen Einzelfall, ob dabei die richtigen Entscheidungen getroffenen worden sind.
 

Alfalfa

Erfahrenes Mitglied
23.01.2022
8.238
6.200
Das Internet ist schon toll - all die Leute, die keine Ahnung, keine Verantwortung aber viel Meinung haben, geben überall ihren Senf dazu. Müssen aber niemals für irgendwas gerade stehen, da sie ja nur kritisieren.

Immer nur dagegen sein - aber niemals einen Plan darlegen und gar durchführen - denn das wäre ja mit Anstrengung verbunden und man müsste selber Entscheidungen treffen und dafür auch gerade stehen. Die Fraktion lässt das mal schön sein und beschränkt sich auf's lautstarke kritisieren.


Ohne Frage gibt es Fehlplanung und falsche Investitionen.

Aber so zu tun, als ob keinerlei Abwägung zwischen Kosten und Wünschen notwendig ist, das ist einfach nur dumm. Nicht mal naiv.
Und es geht in den letzten Beiträgen das allgemeine Anerkennen dieses Prinzips - nicht um einen spezifischen Einzelfall, ob dabei die richtigen Entscheidungen getroffenen worden sind.
Du hast dich schon lange als Mitglied der "juhu" Fraktion geoutet. Aber deine Analyse ist fundiert, zusammengefasst "Sachgründe". Blutleere Bwl at its best. 😉
 

CarstenS

Erfahrenes Mitglied
08.09.2012
4.212
6.089
Du hast dich schon lange als Mitglied der "juhu" Fraktion geoutet. Aber deine Analyse ist fundiert, zusammengefasst "Sachgründe". Blutleere Bwl at its best. 😉
Infrastruktur ist nicht BWL…

BWL Prinzipien funktionieren in dem Feld nur in kleinen Teilbereichen - wenn überhaupt.

Schön, dass weiter deine Unwissenheit gepaart mit absoluter Selbstgewissheit demonstriert.
 

weltfahrer

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07.09.2018
356
167
In Deutschland ist zudem die Schließung von Tegel und der Umzug des Berliner Flughafens nach Brandenburg ein Hauptgrund für den zurückfallenden Inlandsflugverkehr. Die langen Wege vom Flughafen in die Städte, vor allem in BER und MUC, macht die kurzen Inlandsflüge unattraktiv für Passagiere, die Berlin oder München als Endziel der Reise haben. Dazu kommt der mittlerweile längere Zeitbedarf an der Sicherheit an vielen Plätzen.
Wenn man die Zahlen anschaut wirds deutlich. Berlin hatte 2018 über 36 Mio Passagiere, davon 24 Mio in Tegel. 2025 waren es knapp 26 Mio, also gut 10 Mio weniger. Das ist ein Drittel oder fast die Hälfte der von Tegel fliegenden Passagiere.

Wobei ich mich frage, ob man mit dem neuen Flughafen dem Flugverkehr einen Bärendienst erwiesen hat.
 

weltfahrer

Erfahrenes Mitglied
07.09.2018
356
167
Interessant ist, dass es in Frankreich ebenfalls starke Rückgänge im mittleren zweistelligen Prozentbereich gab. Interessant ist auch der Rückgang in Schweden (Ist da Greta schuld?) Und selbst Norwegen, wo die Land Infrastruktur kein schnelles Reisen ermöglicht.

In Italien dagegen sind die Inlandsflüge vor allem von in Norditalien arbeitenden Süditalienienern für Familien- und Verwandtenbesuche genutzt. Die SchnellfahrstreckecMailand Rom hat Anfang der 10er Jahtre auch einen Einbruch verursacht.
 
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Micha1976

Erfahrenes Mitglied
09.07.2012
7.391
5.274
Nein, das ist ein Trugschluss: Die Bahn muss einen Stundentakt anbieten, um attraktiv zu sein, also auch zu toten Zeiten. Und die Plätze werden dann rausgehauen. Montag morgen, Freitag nachmittag, Sonntag abend und werktäglich zwischen 6 und 9 und 16 und 19 Uhr findest Du solche Aktionstickets nicht.
Komisch, ich habe erst kürzlich solche Dumping-Tickets für Montagmorgen und Freitagnachmittag gekauft. Klar, nicht für 7,99 EUR, aber der Preis lang immer noch unter 20 EUR. Und das sogar mit Vorlauf von weniger als 7 Tagen.
 

Micha1976

Erfahrenes Mitglied
09.07.2012
7.391
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2018 über 36 Mio Passagiere, davon 24 Mio in Tegel. 2025 waren es knapp 26 Mio, .
Wenn wir mal den Quotienten aus 26 und 36 bilden und das mit Hundert multiplizieren - nichts anderes macht die Prozentrechnung - kommt da eine Zahl raus, die 72,2 heißt. Und dieses Ergebnis liegt irgendwie näher an drei Vierteln als an zwei Dritteln.

Etwas weniger Übertreibung könnte also vielleicht nicht schaden ;-)
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Das war der Sargnagel für viele Langstrecken.
Wieviele Langstrecken sind denn am Provinzairport in Schönefeld nachts um 3 gestartet oder gelandet?
 

Airsicknessbag

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11.01.2010
22.689
18.387
Wenn wir mal den Quotienten aus 26 und 36 bilden und das mit Hundert multiplizieren - nichts anderes macht die Prozentrechnung - kommt da eine Zahl raus, die 72,2 heißt. Und dieses Ergebnis liegt irgendwie näher an drei Vierteln als an zwei Dritteln.

10/24 sind knapp 42 %. "Ein Drittel oder fast die Hälfte" kommt hin.