13.07.18: FR7312 - Sicherheitslandung in HHN

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Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
9.616
187
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Dann hätte das nicht von Ryanair gestellte, medizinische Personal vor Ort falsch gehandelt, aber auch hierfür fehlt bislang jede Bestätigung.

Betroffene Passagiere sagen:
Im Anschluss seien alle Passagiere medizinisch durchgecheckt worden. 33 der insgesamt 189 Passagier wurden sogar zur weiteren Versorgung in Krankenhäuser in Mainz und Koblenz gebracht.

Ryanair-Notlandung in Frankfurt-Hahn: Jetzt spricht eine Passagierin

Ich bin mir sicher das Ryanair nicht zu den Airlines gehört die sich mit Ruhm bekleckern wenn es um Service geht, ich frage mich aber was passiert wäre wenn da KLM, AY oder in ähnlicher Situation hätten landen müssen - zaubern können die ja alle nicht. Und in Hahn gibt es eben nicht besonders viele Hotelzimmer und Mitarbeiter.
 
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FREDatNET

Erfahrenes Mitglied
11.07.2010
8.301
12
VIE
Bitte Ross und Reiter benennen: Wo und wann haben Lufthansa und KLM nach einem Unfall mit Dutzenden Verletzten die weiteren (wahrscheinlich ueber 100) ggf. ebenfalls verletzten Passagiere einfach ueber Nacht ins Terminal gekippt?

Dieser Frage stimme ich zu. Bitte Flugnummern und Datum angeben, denn eine solche Behauptung alleine stehen lassen ist der Anfang vom Ende. Wenn keine Antwort kommt, sollte schnell der Besen zum durchkehren da sein..... :(

Hab ich etwas verpasst? Bitte benennt die genaue Anzahl der „verletzten Passagiere“ die „über Nacht“ „alleine“ „ins Terminal gekippt“ wurden! Wegen durchkehren und so...

Mir ist auch nicht bekannt, dass eine Airline Passagiere zu irgendwelchen Untersuchungen zwangseinweisen kann. Gerade in der heutigen Zeit, gehen wesentlich mehr Personen bei Unfällen auch ohne Beschwerden ins Krankenhaus, als jene die trotz Symptomen den harten Hund markieren. Es ist also davon auszugehen, dass alle die verletzt waren medizinische Versorgung erhalten haben.

Auch LX hätte nach einer Notlandung mit einer Kabine voller wohl hochgiftigem Rauch (Probleme mit Klimaanlagen im A340) und hunderten Paxen mit starkem Hustenreiz alle zum Lungenfacharzt bringen können (sollen). Nachdem sich die Passagiere aber nicht zur Untersuchung gemeldet haben ist das wohl auch ok.
 
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Fare_IT

Erfahrenes Mitglied
06.12.2012
4.492
20
Farewell City
Das was hier nicht nur in Andeutungen zu lesen ist, grenzt schon an Rufschädigung der FR (sofern sie denn einen hat...) - hier ereifern sich einige, offenbar ohne jeden Sachverstand und irgendeine Ahnung von der Materie, in einer Art und Weise, welche mich wirklich zweifeln lässt, was Sinn und Zweck dieser Posts sein soll.

Unbedingt ist der Beitrag des Kollegen Takeoff53 nochmal zum Lesen zu empfehlen:

(...) In diesem Fall stehen sicher zuerst die Rettungsmassnahmen und Versorgung der Passagiere an erster Stelle und dies wird durch Bodendienste erledigt und niemand der Crew oder der Airline sagt welcher Pax wohin geht und wie behandelt wird.(...)

Dem ist imho nichts hinzuzufügen.

Interessante Fragen zu diesem Case wären im Übrigen: Wieso blutet man eigentlich aus der Nase / Mund im Falle einer Dekompression? Was ist eigentlich eine Rapid Dekompression? Gibt es verschiedene Arten? Wie oft kommt sowas statistisch vor? Wie verhalte ich mich richtig? Wie wählt eigentlich eine Crew den Flughafen aus, an dem sie landen möchte? Welche Regeln Kriterien gelten für die Zulassung und Betrieb als Flughafen in Deutschland / Europa? Wie sieht der Versicherungsschutz aus für Passagiere mit einem Standard Flugschein aus? Wie genau sieht das eigentlich aus, wenn ich als Patient in den Fängen der notärtzlichen Betreuung bin? u.v.v.m.

;)

Guckst du einfach bei Google unter Ryanair Staatsanwaltschaft Sozialversicherung Ryani und findest z. B Ermittlungen gegen Ryanair-Manager und Piloten ziehen sich in die Länge - airliners.de

wird dir als (positiver) intensiver Forist sicherlich bekannt sein.

By the way: ich habe nicht argumentiert dass es sicherheitsrelevante staatsanwaltliche Ermittlungen gegen FR gibt, sondern dass diese Company wegen ökonomischer Vorteile offenbar auch bereit ist, gegen gesetzliche Bestimmungen zu verstoßen.

Daher auch mein großes Mißtrauen in der aktuellen Causa

Du hattest etwas anderes geschrieben - tatsächlich gibt es afaik kein EINZIGES Gerichtsverfahren gegen FR seit Bestehen der Airline. Deshalb kann es auch kein EINZIGES Urteil geben. Und: Klar kann FR als Firma mit irischem Sitz nirgends in Europa AUSSER in ihrem Heimatland vor Gericht gezehrt werden - aber das ändert nichts, aber auch gar nichts an der Tatsache dass auch keine Mitarbeiter der FR irgendwo JEMALS (bis heute afaik) in einem ordentlichen Gerichtsverfahren als Angeklagte geführt wurden. ACHTUNG: In Frankreich und Spanien muss man als in einem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren bereits vor einen Richter - das hat aber überhaupt gar nichts mit einem Gerichtsverfahren im deutschen Sinne zu tun.

Wiedereinmal fühle ich mich genötigt deutlich zu sagen: Ich bin KEINE FR Freund - aber die Art und Weise wie sich hier manche abarbeiten ist einfach schwer erträglich...
 

FREDatNET

Erfahrenes Mitglied
11.07.2010
8.301
12
VIE
Bei manchen Postings könnte man auch meinen die FR Security hat die Verletzten mit Gewalt gezwungen am Flughafen zu bleiben.
 
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Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
22.375
17.551
man sollte die Entscheidung der Piloten an einem bestimmten Flughafen zu landen respektieren.

Die Auswirkungen einer solchen Entscheidung der Piloten sind regelmaessig Gegenstand von Flugunfalluntersuchungen.

Vgl. z.B. BA 268

Thus, no evidence was found to show that the flight continuation posed a significant increase in risk, and the investgation established that the aircraft landed with more than the required minimum fuel reserves.

und LX 850.

Ein besonderer Schwerpunkt der Analyse liegt allerdings in der Entscheidungsfindung der Crew zu einem Zeitpunkt, als ihr noch viele Optionen für den weiteren Flugverlauf zur Verfügung standen. Nach ihrem abgebrochenen Anflug auf Hamburg und dem Einflug in das Warteverfahren über dem Funkfeuer LUB galt es, den weiteren Flugverlauf zu bestimmen. Grundsätzlich ist es ein übliches Verfahren bei einer Nichtanfliegbarkeit des ursprünglichen Zieles, einen der vorbestimmten Ausweichflughäfen anzufliegen. Da Bremen hinter der Wetterfront lag und für die Crew keine Passage durch die Front oder ein Umfliegen des Gebietes in Frage kam, war die Entscheidung, den zweiten Ausweichflughafen Hannover, der ebenfalls inzwischen hinter der Kaltfront lag, anzufliegen, nicht nachvollziehbar. Aus Sicht der BFU lässt dies eine eher schematisch getroffene Entscheidung erkennen.
Während des Holdings wäre es angebracht gewesen, sich für einen umfassenderen Überblick über die Gesamtwettersituation und die zur Verfügung stehenden weiteren Verkehrsflughäfen in Reichweite ausreichend Zeit zu nehmen. Das Einholen aller verfügbaren Informationen für die Entscheidung über das weitere Vorgehen hätte sich dabei nicht auf bordseitigeInformationsquellen beschränken, sondern auch externe Quellen über Funk mit einbinden sollen.

Die Fragen, weshalb in Hahn gelandet wurde, ob die medizinische Versorgung in Hahn optimal war und, falls nicht, ob die Piloten die medizinischen/Versorgungsaspekte in die Wahl des Ausweichflughafens haetten einbeziehen muessen, sind valide und hoffentlich Gegenstand einer Untersuchung.
 

marhen

Erfahrenes Mitglied
20.08.2013
353
2
Naja, irgendjemand muss die Behörden ja informieren und am besten noch koordinieren. Da ist die Airline schon gefordert, finde ich. Oder soll jeder Pax seinen eigenen Notruf absetzen und auf seinen Krankenwagen warten? (wobei der Teil wohl funktioniert hat, da die Verletzten ja ins Krankenhaus kamen)

Informieren, ja. Das wird FR und/oder der Flughafen auch erledigt haben. Alles andere ist Aufgabe der Rettungsleitstelle und dann ggf. der Einsatzleitung.
 

sveli

Aktives Mitglied
01.08.2017
183
2
TXL
Ist der Druckabfall eigentlich in Kabine und Cockpit gleich?
Da eine Tür dazwischen ist, interessiert mich, ob die Piloten die gleichen gesundheitlichen Probleme haben (können), wie die Paxe in der Kabine.
Hintergrund der Frage ist, in wie weit so ein Problem zu einem viel größeren werden könnte (vielleicht etwas weit hergeholt, aber wie ist es mit Gleichgewichtssinn bzw. evtl.vorubergehender Taubheit der beiden da vorne)?

Ich weiß, etwas viel "wenn"… aber irgendwie interessiert es mich..

Falls hier nicht ganz passend, bitte verschieben..
 

SuperConnie

Erfahrenes Mitglied
18.10.2011
5.018
64
Nordpfalz
Ist der Druckabfall eigentlich in Kabine und Cockpit gleich?

Ja.

Es handelt sich um ein und dieselbe Druckzelle; bedenke: die Tür zum Cockpit stand früher vielfach offen. Die neuen Sicherheitstüren haben eigens Luftdurchlässe, um den gleichen Kabinendruck zu gewährleisten. Und diese Türen werden ja regelmäßig während des Fluges geöffnet.
 

Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
22.375
17.551
Wobei der Druckausgleich zwischen Cockpit und Kabine mit normalen Tueren leichter war. Da flog die Tuer einfach auf, und die Atmosphaere war die gleiche. Das geht heute mit den festungsartig ausgebauten Cockpits langsamer.

Neben der bekannten Suizid-Problematik sowie dem erschwerten Zugang fuer Rettungskraefte im Falle eines Unfalles (vgl. TK 1951) ist das ein weiterer Aspekt, in dem die neuen Cockpittueren ein Mehr an Security aber ein Weniger an Safety gebracht haben.
 

FREDatNET

Erfahrenes Mitglied
11.07.2010
8.301
12
VIE
Die Fragen, weshalb in Hahn gelandet wurde, ob die medizinische Versorgung in Hahn optimal war und, falls nicht, ob die Piloten die medizinischen/Versorgungsaspekte in die Wahl des Ausweichflughafens haetten einbeziehen muessen, sind valide und hoffentlich Gegenstand einer Untersuchung.

Ja vielleicht wird ja in einem derartigen Szenario auch die Topologie der Route und eventuelle Notlandemöglichkeiten im Falle einer Verschlimmerung der Situation berücksichtigt? Fragen über fragen...

Bitte Hahn ist in Mitteleuropa und nicht im Kongo, wenn ein Pilot in Deutschland auf die ärztliche Versorgung Rücksicht nehmen muss dann sollte der Gesundheitsminister zurücktreten.
 

Langstrecke

Erfahrenes Mitglied
31.08.2013
11.637
10.854
LEJ
Bitte Hahn ist in Mitteleuropa und nicht im Kongo, wenn ein Pilot in Deutschland auf die ärztliche Versorgung Rücksicht nehmen muss dann sollte der Gesundheitsminister zurücktreten.

Mit solchen oder ähnlichen Aussagen machen es sich manche Foristen etwas zu einfach.
 

Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
9.616
187
Bitte Hahn ist in Mitteleuropa und nicht im Kongo, wenn ein Pilot in Deutschland auf die ärztliche Versorgung Rücksicht nehmen muss dann sollte der Gesundheitsminister zurücktreten.

Mit solchen oder ähnlichen Aussagen machen es sich manche Foristen etwas zu einfach.


Meint ihr wirklich das in Europa/Deutschland ein Verkehrsflughafen genehmigt wird an dem die medizinischen Versorgung im Notfall nicht gewährleistet werden kann?
 

tian

Erfahrenes Mitglied
26.12.2009
10.709
140
Meint ihr wirklich das in Europa/Deutschland ein Verkehrsflughafen genehmigt wird an dem die medizinischen Versorgung im Notfall nicht gewährleistet werden kann?

Kommt sicher drauf an für wie viele Personen das gleichzeitig der Fall sein muss.
 

Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
9.616
187
Kommt sicher drauf an für wie viele Personen das gleichzeitig der Fall sein muss.

Also für wie viele Personen muss in Hahn die medizinische Versorgung gewährleistet sein? Wenn da regelmässig eine 737 startet und landet, dann sollten dort auch entsprechende Kapazitäten vorgehalten werden. Was ja auch im aktuellen Fall kein Problem war.
 

tian

Erfahrenes Mitglied
26.12.2009
10.709
140
Wenn da regelmässig eine 737 startet und landet, dann sollten dort auch entsprechende Kapazitäten vorgehalten werden. Was ja auch im aktuellen Fall kein Problem war.

In diesem Fall wurden 33(?) Leute behandelt, nicht alle Pax. Und was wenn 2 Maschinen gleichzeitig betroffen wären, wären dann auch noch Kapazitäten da? Denke schon, dass die Crew vor der Landung klärt, ob eine Behandlung möglich ist und nicht zuvor evtl. schon eine andere Maschine dort gelandet ist oder ein anderes Großereignis eine Behandlung unmöglich macht bzw. verzögert.
 

Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
9.616
187
In diesem Fall wurden 33(?) Leute behandelt, nicht alle Pax. Und was wenn 2 Maschinen gleichzeitig betroffen wären, wären dann auch noch Kapazitäten da? Denke schon, dass die Crew vor der Landung klärt, ob eine Behandlung möglich ist und nicht zuvor evtl. schon eine andere Maschine dort gelandet ist oder ein anderes Großereignis eine Behandlung unmöglich macht bzw. verzögert.

Ich glaube nicht das es eine Genehmigung für einen Flughafen gibt an dem man nicht den gleichzeitigen Unfall von zwei der größten dort zugelassenen Maschinen handeln kann. Sollte dies so sein ist es leichter die Auflagen im Ernstfall eines Unfalls zu erfüllen als den Brandschutzauflagen zu entsprechen.

Also am BER sind 236 Feuerwehrleute im Einsatz und man simuliert Einsätze bei denen bis zu 1200 Menschen betroffen sein können.

Das ganze scheint auch international geregelt zu sein:

https://de.wikipedia.org/wiki/ICAO-Brandschutzkategorie

Die Flughafenfeuerwehr ist mit 18 Mann rund um die Uhr in Hahn im Einsatz, wäre unlogisch wenn es dann nicht auch entsprechende Kapazitäten in der Versorgung geben würde.

https://www.bks-portal.rlp.de/organisation/flughafenfeuerwehr-frankfurt-hahn
 
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Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
13.338
11.373
Mir ging es weniger um die Hotels, sondern darum, dass Ryanair nach der ungeplanten Landung wohl die medizinische Versorgung am Flughafen nicht angemessen organisiert hat.
Die Ursprungsdiskusion ging aber nicht um medizinische Versorgung, sondern um die Aussage:
Laut Tagesschau Meldung musste die Passagiere die Nacht am Flughafen verbringen. Ist das wirklich so?
Kein Hotel? Das wäre schon starker Tobak.
Die Betonung lag auf kein Hotel für alle Passagiere. Die 30 Verletzten sind ja ins Krankenhaus gekommen, die hatten ein Bett in der Nacht.
Und es ging ums FR bashing ("das Geschäftsgebaren von Ryanair"), so als würden andere Airlines niemals ihre Passagiere ohne Hotel die Nacht im Flughafen verbringen lassen. Das konnte man nicht unkommentiert stehen lassen.

Bitte Ross und Reiter benennen: Wo und wann haben Lufthansa und KLM nach einem Unfall mit Dutzenden Verletzten die weiteren (wahrscheinlich ueber 100) ggf. ebenfalls verletzten Passagiere einfach ueber Nacht ins Terminal gekippt?
Wie gesagt, es ging um den "Starken Tobak" kein Hotel zu bieten, nicht um einen Unfall mit dutzenden Verletzten. Und ich würde es als schlimmer ansehen, wenn eine Airline es nicht hinbekommt an ihrer Homebase mit 100 Hotels im Umkreis von 20 km nichts zu organisieren, verglichen mit einer Notlandung in der Pamapa. Das Hotels nicht die höchste Priorität bei einer Notlandung haben dürfte trivial sein, und würde ich einer Airline nicht vorwerfen. Ein Notfall ist für die Airline genauso eine Ausnahmesituation wie für die Passagiere, da würde ich kein "Red Carpet Treatment" erwarten.

Bezüglich Ross und Reiter muss ich nachgucken, es waren jeweils Freitagabend-Flüge aus TLS vor 10-12 Jahren (die chronisch verspätet sind wegen überfülltem Luftraum, man sitzt immer abflugbereit im Flieger und wartet auf einen Slot) und bei denen die MCT in FRA und AMS schlicht nicht reicht, also klar schlechte Organisation der Airlines. Es ist Jahre her, denn ich lerne natürlich dazu. Ehe man die Airlines ändert, ändert man sich lieber selbst, das ist effektiver. Es gibt Routen, auf denen hat man das Problem nicht. LH in MUC holt einen direkt am ankommenden Flugzeug aus TLS mit dem Kleinbus ab, wenn man verspätet ist und man erreicht den Anschluss noch problemlos im Direkttransfer Flugzeug-Flugzeug. In FRA oder AMS überlässt man den Passagier sich selbst.
Servicewüste ist kein Privileg der Billigairlines.

Ist der Druckabfall eigentlich in Kabine und Cockpit gleich?
Nein. Selbst die relativ große Cockpittür macht immer noch einen Strömungswiderstand, das Volumen im Cockpit ist signifikant kleiner als in der Kabine. Und wenn im Cockpit ein Druckabfall passiert (was sehr selten ist), dann in der Regel wegen einem Fenster. Es gibt also sofort ein relativ großes Loch. Deshalb ist ein Druckabfall in der Kabine normalerweise "milder", dafür hat die Crew aber auch 100% sauberen Sauerstoff aus Flaschen verfügbar, der Passagier bekommt nur beigemischten Sauerstoff aus chemischen Generatoren. Während die Piloten sich also zügig wieder erholen können, bleiben die Passagiere gerade mal auf einem überlebbaren Level an Sauerstoff, ohne sofortigen Sinkflug hätten sie ernste Probleme. Die Piloten bekommen bei einem Leck im Cockpit "heftig auf die Ohren", bei einem Leck im Kabinenbereich (vielleicht sogar am overpressure valve ganz am Ende der Kabine) bekommen die Piloten den mildesten Druckabfall ab.
Von daher ist es nicht gleich, es kommt aber auf die Umstände an, ob es nun schlimmer oder besser ist.

Meint ihr wirklich das in Europa/Deutschland ein Verkehrsflughafen genehmigt wird an dem die medizinischen Versorgung im Notfall nicht gewährleistet werden kann?
Kommt sicher drauf an für wie viele Personen das gleichzeitig der Fall sein muss.
Kommt wohl auch darauf an, ob innerhalb oder ausserhalb der Betriebszeiten... Wenn der Flughafen zu ist, braucht man gar nichts vorzuhalten.

wenn FR, bzw der Pilot hier unter Generalverdacht gestellt wird die Gesundheit oder Sicherheit der Passagiere gefährdet zu haben.
Druckabfall/Notsinkflug ist eine Routineübung für Piloten. Es wird ähnlich wie ein Triebwerksfeuer als "harmloser Notfall" angesehen, bei dem man nicht von einer größeren Gefährdung der Passagiere ausgeht. Es kommt regelmäßig vor, und man hört selten davon, dass Passagiere aus den Ohren bluten (Hier z.B. hat nur ein Passagier "leichte Verletzungen" erlitten, nur ein deppiger FA der keine Sauerstoffmaske benutzt hat ist in Ohnmacht gefallen hat sie die Nase verbeult). Für die Piloten dürfte daher die Lage des Flughafens und die Länge der Bahn wichtiger gewesen sein, als die Anzahl an Ärzten am Flughafen und Krankenhäuser in der Umgebung. Zumal er dafür keine verlässlichen Informationen an Bord hat.

Bin gespannt auf nähere Informationen, es muss eine ziemlich heftige Dekompression gewesen sein.
 

Fare_IT

Erfahrenes Mitglied
06.12.2012
4.492
20
Farewell City
(...) als die Anzahl an Ärzten am Flughafen und Krankenhäuser in der Umgebung. Zumal er dafür keine verlässlichen Informationen an Bord hat.

Muss die Crew auch nicht haben, denn es gibt einen gueltigen Standard für alle "Verkehrsflughäfen" - insofern, sind aus Sicht der Crew alle "gleich" gut.

(...) Bin gespannt auf nähere Informationen, es muss eine ziemlich heftige Dekompression gewesen sein.

Leider sind die Interviews und Publikationen dazu wenig aussagekräftig - mir kommt diese ganze Geschichte offengestanden, aufgrund des Verletzungsbildes einiger weniger Passagiere sowieso von Anfang an merkwürdig vor.

Ich würde mal absolut ins Blaue tippen, dass

* die betroffenen Passagiere mit Blutungen aus Ohren und ziemlich nah im Flugzeug beieinander saßen

* die Verletzungen zu einem ziemlich späten Moment des Sinkfluges auftraten (also nicht unmittelbar nach Einleiten des Abstiegs)

Wenn dem so wäre - was ich nicht weiss (!) - dann könnte das auf eine Fehlbedienung durch die Cockpit Crew (im Zuge des Abarbeitens des Druckverlustes der Kabine) hinweisen.

...schon passiert. Das kommt in "besten Familien" vor - bevor aus dieser "nicht belegten Variante" und reinen "Mutmaßung" jemand ein: Low Cost Piloten sind eben auch Low Cost macht ;)
 

tian

Erfahrenes Mitglied
26.12.2009
10.709
140
Muss die Crew auch nicht haben, denn es gibt einen gueltigen Standard für alle "Verkehrsflughäfen" - insofern, sind aus Sicht der Crew alle "gleich" gut.

Dieser Standard gilt dann in Deutschland, der EU, Weltweit? Ist sicherlich ein Unterschied ob man auf Sylt landet oder in HAM, da bestimmte Fälle sicher auch nicht überall behandelt werden können.
 

Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
9.616
187
Dieser Standard gilt dann in Deutschland, der EU, Weltweit? Ist sicherlich ein Unterschied ob man auf Sylt landet oder in HAM, da bestimmte Fälle sicher auch nicht überall behandelt werden können.

Schau dir doch die IACO Regeln an, und dann schau mal nach RFF Kategorie, das gilt weltweit. Sylt sollte Cat. 7 sein.
 
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