Mir ging es weniger um die Hotels, sondern darum, dass Ryanair nach der ungeplanten Landung wohl die medizinische Versorgung am Flughafen nicht angemessen organisiert hat.
Die Ursprungsdiskusion ging aber nicht um medizinische Versorgung, sondern um die Aussage:
Laut Tagesschau Meldung musste die Passagiere die Nacht am Flughafen verbringen. Ist das wirklich so?
Kein Hotel? Das wäre schon starker Tobak.
Die Betonung lag auf kein Hotel für alle Passagiere. Die 30 Verletzten sind ja ins Krankenhaus gekommen, die hatten ein Bett in der Nacht.
Und es ging ums FR bashing ("das Geschäftsgebaren von Ryanair"), so als würden andere Airlines niemals ihre Passagiere ohne Hotel die Nacht im Flughafen verbringen lassen. Das konnte man nicht unkommentiert stehen lassen.
Bitte Ross und Reiter benennen: Wo und wann haben Lufthansa und KLM nach einem Unfall mit Dutzenden Verletzten die weiteren (wahrscheinlich ueber 100) ggf. ebenfalls verletzten Passagiere einfach ueber Nacht ins Terminal gekippt?
Wie gesagt, es ging um den "Starken Tobak" kein Hotel zu bieten, nicht um einen Unfall mit dutzenden Verletzten. Und ich würde es als schlimmer ansehen, wenn eine Airline es nicht hinbekommt an ihrer Homebase mit 100 Hotels im Umkreis von 20 km nichts zu organisieren, verglichen mit einer Notlandung in der Pamapa. Das Hotels nicht die höchste Priorität bei einer Notlandung haben dürfte trivial sein, und würde ich einer Airline nicht vorwerfen. Ein Notfall ist für die Airline genauso eine Ausnahmesituation wie für die Passagiere, da würde ich kein "Red Carpet Treatment" erwarten.
Bezüglich Ross und Reiter muss ich nachgucken, es waren jeweils Freitagabend-Flüge aus TLS vor 10-12 Jahren (die chronisch verspätet sind wegen überfülltem Luftraum, man sitzt immer abflugbereit im Flieger und wartet auf einen Slot) und bei denen die MCT in FRA und AMS schlicht nicht reicht, also klar schlechte Organisation der Airlines. Es ist Jahre her, denn ich lerne natürlich dazu. Ehe man die Airlines ändert, ändert man sich lieber selbst, das ist effektiver. Es gibt Routen, auf denen hat man das Problem nicht. LH in MUC holt einen direkt am ankommenden Flugzeug aus TLS mit dem Kleinbus ab, wenn man verspätet ist und man erreicht den Anschluss noch problemlos im Direkttransfer Flugzeug-Flugzeug. In FRA oder AMS überlässt man den Passagier sich selbst.
Servicewüste ist kein Privileg der Billigairlines.
Ist der Druckabfall eigentlich in Kabine und Cockpit gleich?
Nein. Selbst die relativ große Cockpittür macht immer noch einen Strömungswiderstand, das Volumen im Cockpit ist signifikant kleiner als in der Kabine. Und wenn im Cockpit ein Druckabfall passiert (was sehr selten ist), dann in der Regel wegen einem Fenster. Es gibt also sofort ein relativ großes Loch. Deshalb ist ein Druckabfall in der Kabine normalerweise "milder", dafür hat die Crew aber auch 100% sauberen Sauerstoff aus Flaschen verfügbar, der Passagier bekommt nur beigemischten Sauerstoff aus chemischen Generatoren. Während die Piloten sich also zügig wieder erholen können, bleiben die Passagiere gerade mal auf einem überlebbaren Level an Sauerstoff, ohne sofortigen Sinkflug hätten sie ernste Probleme. Die Piloten bekommen bei einem Leck im Cockpit "heftig auf die Ohren", bei einem Leck im Kabinenbereich (vielleicht sogar am overpressure valve ganz am Ende der Kabine) bekommen die Piloten den mildesten Druckabfall ab.
Von daher ist es nicht gleich, es kommt aber auf die Umstände an, ob es nun schlimmer oder besser ist.
Meint ihr wirklich das in Europa/Deutschland ein Verkehrsflughafen genehmigt wird an dem die medizinischen Versorgung im Notfall nicht gewährleistet werden kann?
Kommt sicher drauf an für wie viele Personen das gleichzeitig der Fall sein muss.
Kommt wohl auch darauf an, ob innerhalb oder ausserhalb der Betriebszeiten... Wenn der Flughafen zu ist, braucht man gar nichts vorzuhalten.
wenn FR, bzw der Pilot hier unter Generalverdacht gestellt wird die Gesundheit oder Sicherheit der Passagiere gefährdet zu haben.
Druckabfall/Notsinkflug ist eine Routineübung für Piloten. Es wird ähnlich wie ein Triebwerksfeuer als "harmloser Notfall" angesehen, bei dem man nicht von einer größeren Gefährdung der Passagiere ausgeht. Es kommt regelmäßig vor, und man hört selten davon, dass Passagiere aus den Ohren bluten (
Hier z.B. hat nur ein Passagier "leichte Verletzungen" erlitten, nur ein deppiger FA der keine Sauerstoffmaske benutzt hat ist in Ohnmacht gefallen hat sie die Nase verbeult). Für die Piloten dürfte daher die Lage des Flughafens und die Länge der Bahn wichtiger gewesen sein, als die Anzahl an Ärzten am Flughafen und Krankenhäuser in der Umgebung. Zumal er dafür keine verlässlichen Informationen an Bord hat.
Bin gespannt auf nähere Informationen, es muss eine ziemlich heftige Dekompression gewesen sein.