15.08.26 VN34 MUC-HAN B789 Runway overrun & tailstrike

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marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
5.733
7.223
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Ein Schaden am Reifen durch die Befeuerungsanlagen der 08R dürfte von den Bildern der Startbahn auch eher am rechten Hauptfahrwerk gewesen sein. Dagegen sind die Reifen am linken Hauptfahrwerk bei der Landung zerstört worden.
Sieht eher so aus, als hätten sie die Reifen an den Runway Lights aufgeschlitzt. Auf den beiden völlig zerstörten Reifen war wohl auch kein Druck mehr.

Aber warten wir mal ab...
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wenn eine Bremse irgendwo schleift wird sie immer wärmer, dann heiss, dann glüht sie, Material dehnt sich aus, die Bremswirkung nimmt zu...
Hatte ich auch schon überlegt. Allerding lässt die Bremswirkung bei steigenden Temperaturen der Reibelemente gleichzeitig nach.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Das ist keine Blockierspur, das ist eine Bremsspur innerhalb des vom Antiskid zugelassenen weil gewollten Schlupfbereichs.
Sehe ich anders - aber egal, warten wir mal ab.
 

Gulliver

Erfahrenes Mitglied
10.11.2009
1.695
127
Kerkrade (NL)
www.kuhnert.nl
Das hat jemand an anderer Stelle dazu gepostet:

Anhang anzeigen 348416

Quelle: pprune.
Ich nehme an, dass die obere Grafik den Verlauf des Fluges darstellen soll? Dann kann man die hinzugewonnene Geschwindigkeit in Knoten / Sekunde berechnen. Auffällig wäre hier, dass zwischen 138 und 147 knoten viel Zeit vergeht für wenig Beschleunigung. Dann beschleunigt das Flugzeug zwischen 147 und 166 Knoten wieder deutlich stärker und zum Schluss fällt die Beschleuinigung von 166 bis 170 extrem ab.

Geschwindigkeit (Knoten)ZeitstempelDifferenz zum vorherigen Messpunkt in KnotenZeit vergangen seit vorherigem Messpunkt in SekundenHinzugewonnene Geschwindigkeit in Knoten / Sekunde
611:55:52
8111:56:3175391,92
13811:56:4957183,17
14711:57:019120,75
16611:57:081972,71
17011:57:194110,36
 

marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
5.733
7.223
Ich nehme an, dass die obere Grafik den Verlauf des Fluges darstellen soll?
Korrekt. Die untere Grafik ist ein normaler T/O von VN34 vor ein paar Tagen.

Gewisse Unterschiede kann es natürlich durch Beladung und Temperaturen gegeben haben.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Normalerweise sind 35 bis 40 Sekunden
Auf einer sehr langen Bahn mit einem schweren Twin auch etwas mehr aber sicher nicht mehr als 50s.
 
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MANAL

Erfahrenes Mitglied
29.05.2010
15.672
12.303
Dahoam
Auffällig wäre hier, dass zwischen 138 und 147 knoten viel Zeit vergeht für wenig Beschleunigung. Dann beschleunigt das Flugzeug zwischen 147 und 166 Knoten wieder deutlich stärker und zum Schluss fällt die Beschleuinigung von 166 bis 170 extrem ab.
Da hat man im Cockpit wohl angefangen zu realisieren dass was schiefläuft und ist auf TOGA-Power gegangen. Anschließend dann das Rotieren wodurch man natürlich wieder an Beschleunigung verliert.
 
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marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
5.733
7.223
Auffällig wäre hier, dass zwischen 138 und 147 knoten viel Zeit vergeht für wenig Beschleunigung. Dann beschleunigt das Flugzeug zwischen 147 und 166 Knoten wieder deutlich stärker und zum Schluss fällt die Beschleuinigung von 166 bis 170 extrem ab.
Leider sind sehr dynamische Vorgänge aus FR24 Daten nur schwer zu rekonstruieren. Es kommt meist zu Artefakten, da das Aufzeichnungsintervall nicht immer gleich ist.
 
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Gulliver

Erfahrenes Mitglied
10.11.2009
1.695
127
Kerkrade (NL)
www.kuhnert.nl
Leider sind sehr dynamische Vorgänge aus FR24 Daten nur schwer zu rekonstruieren. Es kommt meist zu Artefakten, da das Aufzeichnungsintervall nicht immer gleich ist.
Ich weiß nicht, wie groß diese Artefakte sein können, es fällt aber schon auf, dass bei 166 Knoten der kleinste Zeitabschnitt eine vielfach höhere Beschleunigung aufweist als die zwei Messpunkte davor und dahinter.
Da kommt schon die Frage auf, ob zunächst etwas gebremst hat, dann wieder beschleunigt und danach wieder gebremst. Aber sowas wird in der Untersuchung bestimmt herauskommen, denn das dürfte in den Logs festgehalten sein.
 

tripleseven777

Erfahrenes Mitglied
27.06.2016
5.922
7.206
DTM
Die Vereinigung Cockpit (VC) hat sich auch zum Vorfall geäußert.
In München (MUC) hat man zum Glück am Ende der Runways relativ viel Freifläche. Dies sieht beispielsweise in Frankfurt/Main (FRA) oder Düsseldorf (DUS) anders aus.

Zitat:
"Der Vorfall mit der Boeing 787 von Vietnam Airlines in München war insbesondere für die Passagiere und die Crew zweifellos eine außergewöhnliche und belastende Situation. Entscheidend ist zunächst, dass das Flugzeug trotz des Vorfalls wieder sicher landen konnte.
Der Vorfall mit der Boeing 787 von Vietnam Airlines in München war insbesondere für die Passagiere und die Crew zweifellos eine außergewöhnliche und belastende Situation. Entscheidend ist zunächst, dass das Flugzeug trotz des Vorfalls wieder sicher landen konnte.

Wie es dazu kommen konnte, dass die Maschine beim Start über das reguläre Ende der Startbahn hinausgeriet, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt seriös nicht beurteilen. Für eine belastbare Bewertung liegen derzeit schlicht noch nicht genügend gesicherte Informationen vor. Insbesondere Aussagen darüber, ob technische Faktoren eine Rolle gespielt haben, wären zum jetzigen Zeitpunkt Spekulation. Hier gilt es, die Untersuchungen und die Auswertung der entsprechenden Daten abzuwarten.

Auch die sichtbaren Schäden am Luftfahrzeug lassen für sich genommen keinen Rückschluss zu. Schäden können in sehr unterschiedlicher Reihenfolge entstehen; was Ursache war und was Folge, ergibt sich erst aus den zu erfolgenden Untersuchungen der Behörden, sowie dem Abgleich mit aufgezeichneten Daten.

Der Vorfall zeigt zugleich, welche Bedeutung die Sicherheitsreserven rund um Start- und Landebahnen haben. Dass sich hinter dem Ende der Startbahn in München zunächst eine weitgehend freie Fläche befindet, war in dieser Situation sicherlich von Vorteil. Solche entsprechend freigehaltenen Bereiche können zusätzliche Sicherheitsreserven bieten, wenn ein Luftfahrzeug das reguläre Ende einer Start- oder Landebahn überschreitet.

Für eine weitergehende Einordnung des konkreten Geschehens ist es allerdings noch zu früh. Aus einzelnen Bildern oder Videoaufnahmen Rückschlüsse auf einen bestimmten technischen Defekt oder eine konkrete Ursache zu ziehen, wäre nicht seriös. Entscheidend ist nun, dass der Vorfall fachlich untersucht wird und auf Grundlage gesicherter Daten geklärt wird, welche Faktoren tatsächlich eine Rolle gespielt haben."


Quelle: vcockpit über Instagram bzw. über deren Website
 

chrini1

Erfahrenes Mitglied
26.03.2013
8.765
14.635
HAM
Die Vereinigung Cockpit (VC) hat sich auch zum Vorfall geäußert.
In München (MUC) hat man zum Glück am Ende der Runways relativ viel Freifläche. Dies sieht beispielsweise in Frankfurt/Main (FRA) oder Düsseldorf (DUS) anders aus.

Zitat:
"Der Vorfall mit der Boeing 787 von Vietnam Airlines in München war insbesondere für die Passagiere und die Crew zweifellos eine außergewöhnliche und belastende Situation. Entscheidend ist zunächst, dass das Flugzeug trotz des Vorfalls wieder sicher landen konnte.
Der Vorfall mit der Boeing 787 von Vietnam Airlines in München war insbesondere für die Passagiere und die Crew zweifellos eine außergewöhnliche und belastende Situation. Entscheidend ist zunächst, dass das Flugzeug trotz des Vorfalls wieder sicher landen konnte.

Wie es dazu kommen konnte, dass die Maschine beim Start über das reguläre Ende der Startbahn hinausgeriet, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt seriös nicht beurteilen. Für eine belastbare Bewertung liegen derzeit schlicht noch nicht genügend gesicherte Informationen vor. Insbesondere Aussagen darüber, ob technische Faktoren eine Rolle gespielt haben, wären zum jetzigen Zeitpunkt Spekulation. Hier gilt es, die Untersuchungen und die Auswertung der entsprechenden Daten abzuwarten.

Auch die sichtbaren Schäden am Luftfahrzeug lassen für sich genommen keinen Rückschluss zu. Schäden können in sehr unterschiedlicher Reihenfolge entstehen; was Ursache war und was Folge, ergibt sich erst aus den zu erfolgenden Untersuchungen der Behörden, sowie dem Abgleich mit aufgezeichneten Daten.

Der Vorfall zeigt zugleich, welche Bedeutung die Sicherheitsreserven rund um Start- und Landebahnen haben. Dass sich hinter dem Ende der Startbahn in München zunächst eine weitgehend freie Fläche befindet, war in dieser Situation sicherlich von Vorteil. Solche entsprechend freigehaltenen Bereiche können zusätzliche Sicherheitsreserven bieten, wenn ein Luftfahrzeug das reguläre Ende einer Start- oder Landebahn überschreitet.

Für eine weitergehende Einordnung des konkreten Geschehens ist es allerdings noch zu früh. Aus einzelnen Bildern oder Videoaufnahmen Rückschlüsse auf einen bestimmten technischen Defekt oder eine konkrete Ursache zu ziehen, wäre nicht seriös. Entscheidend ist nun, dass der Vorfall fachlich untersucht wird und auf Grundlage gesicherter Daten geklärt wird, welche Faktoren tatsächlich eine Rolle gespielt haben."


Quelle: vcockpit über Instagram bzw. über deren Website

Bei dem Informationsgehalt hätte man sich den Post auch sparen können.
 

huby

Erfahrenes Mitglied
01.08.2021
770
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Bei Kohlefaser-Bremsen (die hat die 787) ist das nicht zwingend der Fall.
Ein Schleifen und dadurch bedingtes Erwärmen würde insbesondere bei elektrisch betätigten Bremsen eher nur an einem Rad auftreten. Auf den Videos sind ja aber sogar Bremsspuren beider Hauptfahrwerke zu sehen, auch wenn die rechts deutlich stärker sind. Dass alle Bremsen gleichzeitig ein thermisch bedingtes Problem haben, ist glaube ich eher unwahrscheinlich.
 

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
14.512
12.737
Bei dem Informationsgehalt hätte man sich den Post auch sparen können.
Man muss halt mal ein wenig Kompetenz und Aktivität zur Schau stellen um sich von Verdi abzuheben...

Bei Kohlefaser-Bremsen (die hat die 787) ist das nicht zwingend der Fall.
Die scheinen im Bereich 150-200°C am besten zu arbeiten.
Da dürften sie bei dieser Bremsspur aber locker drüber gewesen sein !

Im Gegensatz zu hydralischen Bremsen wird bei den elektrischen natürlich Null Energie über die Hydraulikflüssigkeit abgeführt, und die Elektrik mag es sicher auch eher moderat warm...
 
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Micha1976

Erfahrenes Mitglied
09.07.2012
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Ein Schleifen und dadurch bedingtes Erwärmen würde insbesondere bei elektrisch betätigten Bremsen eher nur an einem Rad auftreten.
Wenn ein mechanisches Problem die Ursache für das Schleifen ist dann liegst du richtig.
Wenn die Bremsen aber leicht betätigt wurden oder ein elektrisches Problem vorlag waren alle Bremsklötze an den Scheiben.
 

marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
5.733
7.223
Bei 200 Grad ist eine Kohlefaserbremse noch im Bereich von "kalt". Wenn du die Zahl verdoppelst kommt das schon eher hin.
Generell arbeiten Kohlefaserbremsen kalt sehr schlecht, das stimmt. Es gibt dann einen Sweet Spot über einen relativ weiten Temperaturbereich, danach lässt dann aber die Bremswirkung auch wieder nach.

Das jetzt gegen Ausdehnungen auf Grund der Erwärmung aufzurechnen ist nahezu unmöglich.

Was es hier aber sicher nicht gibt, ist hydraulisches Fading durch kochende Bremsflüssigkeit. Wie die Elektromotoren zur Betätigung auf extreme Erwärmung reagieren - keine Ahnung.

Die einzigen Probleme mit den elektrischen Bremsen, die es gelegentlich mal gab ist, dass sie nach der Landung nicht wieder auffahren. Keine Ahnung warum und wodurch. Keine Ahnung, ob das hier eine Rolle gespielt hat.

Es gab vor ein paar Jahren mal in LHR einen T/O einer B787 von AC mit einem komplett blockierten Reifen auf Grund eines Fehlers an der Bremse. Dabei gab es aber im Cockpit dann (wohl erst nachdem das Flugzeug in der Luft war) eine Warnmeldung.
 

MANAL

Erfahrenes Mitglied
29.05.2010
15.672
12.303
Dahoam
Die spekulieren (offiziell) halt nicht mit, so wie wir hier in diesem Forum (zu zahlreichen Vorfällen) 😜
Laufende Ermittlungen -> Mund halten und vorerst nicht näher äußern 🤐 (die Anwälte hier kennen das doch bestens)
Ich finde die Art und Weise wie hier über Zwischen- und Unfälle diskutiert wird sehr gesittet und man lernt häufig vieles neue über die Technik, weil doch einige mit guten Fachkenntnissen sich beteiligen.
Natürlich ist es Spekulation was wir hier betreiben, aber es greift jeder irgendwelche Aspekte auf und sucht plausible Antworten dafür. Man lernt selber immer wieder neues. Von dem Airbus TOM-System wusste ich z.B. bis zu dieser Diskussion noch nichts.

Man kann es natürlich wie im MUCforum treiben wo Spekulationen und Diskussionen zu Unfällen von den Admins gleich abgewürgt werden. Aber dann braucht es auch kein Forum...
 

ilam

Aktives Mitglied
25.06.2013
137
147
Avherald hat ein Luftbild der Startbahn. Man sieht insgesamt 4 Bremsspuren - beidseits. Das Versagen einer einzelnen Bremse kann also ausgeschlossen werden.
 

ilam

Aktives Mitglied
25.06.2013
137
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Avherald hat ein Luftbild der Startbahn. Man sieht insgesamt 4 Bremsspuren - beidseits. Das Versagen einer einzelnen Bremse kann also ausgeschlossen werden.

Ich habe mal mit Google Earth verglichen und nachgemessen. Die Bremsspuren sind über 300m lang (wie lang genau lässt sich nicht sagen, weil sie im allgemein Abrieb enden). Beeindruckend, dass die Reifen nicht schon beim Start geplatzt sind. Da kann nicht mehr viel Gummi drauf geblieben sein und ordentlich warm sind die auch geworden. Dass es dann in der Luft eine Reifendruckwarnung gab, ist klar...