Letztes Mal in Y war erst heute. Auf Narrow-Bodies (abgesehen von Premium-Airlines wie QR) macht C für mich bei Vorhandensein eines passenden Status sehr wenig Sinn. Hatte heute Morgen (upgradefähige Buchungsklasse war vorhanden) bei AZ überlegt mit vom zeitnahen ungenutzten Verfall bedrohten BFY Vouchern upzugraden. Upgrade-Verfügbarkeit war gegeben, hätte nur zu einem Ticket-Schalter ein paar Meter weiter gehen müssen, das inkompetente Fremdpersonal am CI konnte das nicht prozessieren. War mir dann zu doof, nachdem ich vorher in der Sky Priority Lane schon 25 min (!!!) angestanden hatte (hätte man alle vier Agenten on the spot feuern sollen, zumal sie das Boarding genauso miserabel durchgeführt hatten, ohne jedwede Ansage und ohne Priority Boarding durchzuführen oder durchzusetzen). Ich hätte mich wohl an Bord über das Upgrade mächtig geärgert und meine unteren Extremitäten werden mir in den kommenden Tagen dafür danken, dass ich nicht C geflogen bin. Denn so blieb es bei Platz 9C im A321, d. h. 2 m Beinfreiheit, dazu komplett freie Dreier-Reihe. Habe dann an Bord gnädigerweise jemandem erlaubt auf 9A zu sitzen, B musste jedoch frei bleiben. Mir wurde als einzigem in der Y eine rote Decke und ein Kissen angeboten, sonst niemandem, der Showeffekt war genial und der Komfort auch. VLML für die C hätte man so kurzfristig ohnehin wohl nicht beitreiben können und der Service in der Y war ganz akzeptabel, zumal, wenn man vorher schon ausgiebiges Frühstück im Hotel und 2. Frühstück in der Lounge hinter sich hatte. Priority Services gab es ohnehin alle, zumindest theoretisch. Das C-Upgrade hätte mir trotz freiem Nebensitz nur einen Beinkrampf eingebracht und dann lieber Plastik-Besteck und bequem sitzen. Auf dem zweiten Segment das gleiche, A319, 10C, komplett freie Reihe am Exit, auch hier gnädigerweise Platz 10A durch einen anderen Pax nutzen lassen (war auch ST E+. eigentlich unverschämt, dass man beim ST im Gegensatz zu OW dieses Privileg nicht grundsätzlich bei der gesamten Allianz bekommt, musste auf CDG-TLV auch 20 Euro berappen). Dennoch den wohl besten Platz im Flieger gehabt, 2 Armlehnen, selbst Recline, aber Reihe vor dem Exit hat keinen, also nicht durch Recline gestört worden. Selbst Reihe 1 hätte das volle Ausstrecken der Beine nicht in gleichem Maße ermöglicht.
Diese Segmente bestätigen mich wieder darin, dass bei europäischen Airlines mit minderwertigsten Short Haul C Hard Products das Geld viel besser in einen Exit Seat investiert ist (falls man den überhaupt bezahlen muss) als in die C.
Long Haul vermeide ich inzwischen die Y weitgehend, wenn es preislich irgendwie opportun ist. Wenn man die MCE bei AA nicht hinzuzählt (ist zwar Ticket-technsich Y, allerdings beim für mich wichtigsten Kriterium Beinfreiheit überlegen), war das längste Einzelsegment in Y dieses Jahr FRA-DOH. Bei einer qualitativ hochwertigen Airline ist das mit Exit Row und Statusprivilegien gut aushaltbar. Was ich absolut vermeide, sind Y-Segmente ohne Status, da ich Warten und Anstehen wie die Pest hasse. Von der Sorte gab es dieses Jahr nur 3 Segmente, alle trotzdem mit Exit Seat (zwei Mal umsonst, einmal für 5 Euro) und das längste 2:10 h.
Insgesamt muss für mich das Preis-Leistungs-Verhältnis (nach Abzug von Meilen-Revenue) stimmen. Das kann in jeder Klasse gegeben sein und dieses Jahr hält sich das bei mir auch etwa die Waage bei den Segmenten (Y vs. C/F), nach Meilen/Stunden dann natürlich erheblich mehr in C und F. Aber weder um jeden Preis noch alleine aus Prinzip. Y hat, mit Status und/oder der richtigen Sitzplatzwahl, weiterhin eine wesentliche Berechtigung, auf jeden Fall in europäischen Narrow-Bodies.