Drohender Streik an deutschen Flughäfen

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Anonyma

Erfahrenes Mitglied
16.05.2011
16.855
10.856
BRU
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Dazu kommt noch der enorme Druck seitens der Airlines die jede noch so kleine Verspätung auf den entsprechenden Dienstleister abwälzen um so nicht zahlen zu müssen oder Abzüge in Rechnung zu stellen.
(...)
Also wenn Du beim nächsten Flug vor dem Start Deinen Schampus geniesst - denk auch mal an die Leute die es ermöglichen das Du möglichst pünktlich und mit Gepäck da ankommst wo Du hin willst.

Auch wenn es etwas off topic wird: Ich hatte alleine in den letzten Monaten in BRU ein paarmal den Fall, dass wegen Verzögerungen bei der Abfertigung (Tankwagen zu spät da, Verzögerungen bei der Gepäckverladung, Pushback-Fahrzeug nicht rechtzeitig da….) ein Slot verpasst wurde. Ergebnis: 2 verpasste Anschlüsse, ein paar weitere Male war ich kurz davor. Insofern würde mich interessieren, wer in solchen Fällen eigentlich für den Schaden der Airline aufkommt (Umbuchungen der Paxe, Versorgungsleistungen, EU-Ausgleichszahlung…). Ist das wirklich der jeweilige Handling Agent?

PS: Ob das jetzt real an Personalmangel oder an Dauer-Bummelstreik der belgischen Gewerkschaften oder (wahrscheinlich) einer Kombination aus beidem liegt, sei mal dahingestellt.
 
F

feb

Guest
Echt, ist das so? Was sind denn die Bereiche in denen das der Fall ist? (ernst gemeinte Frage, ich kenne mich da nicht aus) Sind das Anlernjobs oder "richtige" Ausbildungsberufe?

Vor einiger Zeit habe ich für einen anderen Thread einmal die Einstellungsvoraussetzungen für einen Siko- Job in MUC durchgesehen: Gefordert war eine abgeschlossene Berufsausbildung und die Beherrschung der englischen Sprache (nicht verwunderlich). Der Siko- Job selbst ist sicherlich "Anlernsache".

Einen Grund, den Beruf herablassend zu betrachten, wie es manchen Foristen gefällt, sehe ich jetzt nicht.
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.190
536
Vor einiger Zeit habe ich für einen anderen Thread einmal die Einstellungsvoraussetzungen für einen Siko- Job in MUC durchgesehen: Gefordert war eine abgeschlossene Berufsausbildung und die Beherrschung der englischen Sprache (nicht verwunderlich). Der Siko- Job selbst ist sicherlich "Anlernsache"..

"SiKo" wird aber auch keineswegs mit 8,84 bezahlt - wie ja ein paar Posts weiter oben auch bestätigt wurde.
 
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Hape1962

Erfahrenes Mitglied
24.01.2011
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CGN
Auch wenn es etwas off topic wird: Ich hatte alleine in den letzten Monaten in BRU ein paarmal den Fall, dass wegen Verzögerungen bei der Abfertigung (Tankwagen zu spät da, Verzögerungen bei der Gepäckverladung, Pushback-Fahrzeug nicht rechtzeitig da….) ein Slot verpasst wurde. Ergebnis: 2 verpasste Anschlüsse, ein paar weitere Male war ich kurz davor. Insofern würde mich interessieren, wer in solchen Fällen eigentlich für den Schaden der Airline aufkommt (Umbuchungen der Paxe, Versorgungsleistungen, EU-Ausgleichszahlung…). Ist das wirklich der jeweilige Handling Agent?

PS: Ob das jetzt real an Personalmangel oder an Dauer-Bummelstreik der belgischen Gewerkschaften oder (wahrscheinlich) einer Kombination aus beidem liegt, sei mal dahingestellt.

Hängt von der Vertragsgestaltung zwischen Airline und Dienstleister ab. Aber Du kannst sicher sein das die Verträge nie zu Ungunsten der Airline sind....
Und spätestens beim aushandeln der nächsten Vertragsverlängerung wird sich die Airline dann entsprechend verhalten. Und spätestens dann kommt jedes Fehlverhalten des Dienstleisters zur Diskussion auf den Tisch.

Einfaches Beispiel :
beim einchecken/boarding eines Passagiers wird übersehen das der betreffende die Einreisevorraussetzungen nicht erfüllt. Derjenige fliegt los wird aber bei der Einreise zurückgewiesen und mit dem nächsten Flieger retour geschickt. Die Kosten werden zwar der Airline in Rechnung gestellt, und die sind nicht niedrig, aber von der Airline dem Dienstleister berechnet. Wie das bei Verfehlungen anderer Art ist entzieht sich meiner Kenntnis.
 
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F

feb

Guest
Gewerkschaften sind ja auch nicht die Interessenvertreter der Arbeitnehmer, als die sie sich immer gerne ausgeben, sondern die Klientel-Lobbyisten der Arbeitsplatz-Besitzer. Und auch da nur derjenigen, die als Beitragszahler und/oder Betriebsrats-Wähler als relevant angesehen werden.

Dich wundert ERNSTLICH, dass Gewerkschaften ihre zahlenden Mitglieder vertreten? Ich schätze immer deine kundigen Beiträge, aber bei dem Wort "Gewerkschaft" legt sich da ein dicker Nebel....
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.190
536
Sagte ich dergleichen??

Die Frage von trichter (auf die Du geantwortet hast) bezog sich - so wie ich es verstanden habe - auf "Jobs, von denen man nicht leben kann". Deswegen habe ich angemerkt, daß SiKo ausweislich des von mir erwähnten Posts da eher nicht als einer der Ersten erwähnt werden muß.

Dich wundert ERNSTLICH, dass Gewerkschaften ihre zahlenden Mitglieder vertreten? Ich schätze immer deine kundigen Beiträge, aber bei dem Wort "Gewerkschaft" legt sich da ein dicker Nebel....

Nein, mich wundert es nicht.
Es ist nur so: Bei Arbeitgeberverbänden ist es jedem klar, daß sie die Interessen ihres Verbandes vertreten. Das ist umgekehrt bei Gewerkschaftsvertretern merkwürdigerweise nicht der Fall.

Im Übrigen ist es ja auch nicht schlimm, wenn jemand seine Interessen vertritt. Und manchmal hat er ja sogar gute Argumente. Dann kann man sich damit auseinandersetzen.
Was ich dagegen nicht mag, ist - ganz allgemein gesprochen und nicht auf diese Diskussion bezogen:
a) wenn sich jemand das Deckmäntelchen der Neutralität gibt, obwohl er nicht neutral ist,
b) wenn wider besseres Wissen selbst das dümmste (falsche) Argument verwendet wird, nur weil man glaubt, daß es der eigenen Position dient.
 
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nevadaman

Erfahrenes Mitglied
20.07.2013
2.230
4
"SiKo" wird aber auch keineswegs mit 8,84 bezahlt - wie ja ein paar Posts weiter oben auch bestätigt wurde.

Man darf aber eins nie vergessen die Jobs sind im/am Sicherheitsbereich ... wo es nicht nur darauf ankommt stupide/leicht/angelernte Arbeit zu erledigen sondern man ist auch gefordert acht zu geben was um einen herum passiert und auf Außergewöhnliches den Vorgesetzten/Kollegen/Teamleiter aufmerksam zu machen.

Jetzt findet aber bitte jemanden für 8/9 Euro/h der das machen kann und auch will.
Die ersten Probleme fangen doch schon mit der Zuverlässigkeitsprüfung an und geht weiter über die LBA Schulung/en ... ich frag mich wirklich machmal wie manche die Prüfung geschafft haben, mit so gut wie keinen deutsch Kenntnissen.

Da bewegt man sich auf einem schmalen grad ...

ps ... ich bin kein ver.di Anhänger finde die Forderungen auch etwas weit hergeholt, aber passieren sollte was!
 

InsideMUC

Kostenfaktor
06.11.2009
8.663
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Fluchhafen
Ein Problem ist halt, dass die Airlines die Kosten bei den Abfertigungsverträgen immer weiter in den Keller treiben. Die Folge ist, dass sich die Abfertiger gegenseitig unterbieten und dann selbst kaum noch kostendeckend arbeiten können. Wo werden die Kosten eingespart? Genau, beim Personal und dann auch noch beim Equipment.

Daraus ergibt sich:
  • Niedrige Ticketpreise
  • Verspätete Gepäckausladung
  • Verpasste Slots durch verspätete Gepäck- und Frachtzuladung
  • Stehengebliebene Koffer
  • Hohe Belastung der Mitarbeiter im Groundhandling
  • Teilweise Rekrutierung der Mitarbeiter aus Bulgarien und Rumänien, die kein Wort verstehen
 

Langstrecke

Erfahrenes Mitglied
31.08.2013
12.676
12.484
LEJ
Ein Problem ist halt, dass die Airlines die Kosten bei den Abfertigungsverträgen immer weiter in den Keller treiben. Die Folge ist, dass sich die Abfertiger gegenseitig unterbieten und dann selbst kaum noch kostendeckend arbeiten können. Wo werden die Kosten eingespart? Genau, beim Personal und dann auch noch beim Equipment.

Daraus ergibt sich:
  • Niedrige Ticketpreise
  • Verspätete Gepäckausladung
  • Verpasste Slots durch verspätete Gepäck- und Frachtzuladung
  • Stehengebliebene Koffer
  • Hohe Belastung der Mitarbeiter im Groundhandling
  • Teilweise Rekrutierung der Mitarbeiter aus Bulgarien und Rumänien, die kein Wort verstehen
Das ganze Problem ist doch das Ergebnis des ewigen "outsourcings". Arbeitseinheiten werden in Arbeitsschrittchen zergliedert und zusammengefasst, das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, dass es eine Trottelarbeit wird. Eine ganzheitliche Betrachtung wird nicht mehr vorgenommen. Es ab in vielen Branchen mal ein richtiges Berufsbild, das ist leider abhanden gekommen und die Vielschichtigkeit der Einsatzmöglichkeiten von eigenen Arbeitnehmern ist abhanden gekommen. Übertragen auf die Feuerwehr bedeutet das, dass es dann Schlauchträger gibt und Drehleiter-Verantwortliche. So lange es nicht brennt, würde das funktionieren, aber wehe wenn!

Genauso sehe ich das mit dem Bodenpersonal. Bodenpersonal sollte für die gesamte Abfertigung in einem richtigen Ausbildungsberuf ausgebildet werden. Es könnte sich gegenseitig ersetzen und "klassenlos" arbeiten. Wer in welcher Tarifgruppe arbeitet steht auf einen ganz anderen Blatt. Um Antworten diverser User vorzubeugen: das hat mit Sozialismus nichts zu tun, es ist eine Frage der Qualität, die einmal das Made in Germany ausmachte.

Der Witz an der ganzen ach so modernen Unternehmensführung : Als Schaltermitarbeiter einer Bank musst du gelernter Bankkaufmann sein, als Wertpapierverkäufer brauchst du nur einen Märchenerzähler mit einem großen Mundwerk.
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.190
536
Der Witz an der ganzen ach so modernen Unternehmensführung : Als Schaltermitarbeiter einer Bank musst du gelernter Bankkaufmann sein, als Wertpapierverkäufer brauchst du nur einen Märchenerzähler mit einem großen Mundwerk.

Das hat weniger mit "moderner" Unternehmensführung zu tun, als vielmehr mit der Gegenreaktion auf die Aufwertung derer, die im Unternehmen sind.
Der Bankkaufmann wird aufgewertet (in den unteren Tarifgruppen werden immer weniger Tätigkeiten eingestuft), und im Gegenzug fragen sich die Unternehmen, ob denn dieses oder jenes noch einen ausgebildeten Bankkaufmann erfordert, oder auch ausgelagert werden kann.
Alles eine Folge dessen, daß man die, die drinnen sind (übertrieben) zu Lasten derer schützt, die draussen sind. Eurowings läßt grüßen.
 

rat

Aktives Mitglied
10.01.2016
226
0
Dich wundert ERNSTLICH, dass Gewerkschaften ihre zahlenden Mitglieder vertreten? Ich schätze immer deine kundigen Beiträge, aber bei dem Wort "Gewerkschaft" legt sich da ein dicker Nebel....
Also sobald jemand seinen Job verloren hat, wird er nicht mehr vertreten.
 
F

feb

Guest
Also sobald jemand seinen Job verloren hat, wird er nicht mehr vertreten.

Hmm. Ich werde jetzt nicht die Mitgliedschaftsregeln der Gewerkschaften studieren, aber ich würde erwarten, dass ein Arbeitsloser schon Gewerkschaftsmitglied bleiben kann und einen kleinen/ winzigen Betrag hierfür aufwenden muss. Hast du andere Kenntnisse?
 
F

feb

Guest
Bei Verdi muss ich immer an Wasser predigen und Wein trinken denken,incl F für umme in den Urlaub fliegen

Ich kann dir aus eigener Kenntnis versichern: Das gilt für die Funktionäre der Arbeitgeberverbände/Handwerkskammern/Industrie-und Handelskammern und anderer Vereinigungen (zB auch meiner geschätzten Rechtsanwaltskammer) umso mehr.
 
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Platinier

Gesperrt
09.12.2016
192
1
Menschen aus aller Welt reißen sich darum, eine solche Arbeitsstelle an einem deutschen Flughafen zu bekommen.
Ich sehe keinen Grund, diesen Menschen mehr zu bezahlen, und erst recht nicht, ihnen ein Streikrecht, d.h. Kündigungsschutz bei Arbeitsverweigerung zu gewähren. Das Grundgesetz ist insoweit nicht mehr zeitgemäß.

Das klingt hart und herzlos.
Es wird aber nicht mehr lange dauern, bis auch der letzte Sozialromantiker verstanden hat, daß es so nicht weitergeht. Wir können den Wohlstand von Fußballspielern, Ärzten, Vorstandsvorsitzenden, Günther Jauch etc. und die Versorgung von Millionen Einwanderern auf Dauer nicht sichern, wenn wir jedem ersetzbaren Esel, sei er nun Pilot oder "haben-Sie-Flüssigkeiten-dabei"-Sprechpuppe erlauben, uns zu erpressen.
Der Durchschnittsdeutsche jdf. wird so auf der Strecke bleiben.
 

FlyRoli

Erfahrenes Mitglied
30.04.2014
554
308
Regensburg
Menschen aus aller Welt reißen sich darum, eine solche Arbeitsstelle an einem deutschen Flughafen zu bekommen.
Ich sehe keinen Grund, diesen Menschen mehr zu bezahlen, und erst recht nicht, ihnen ein Streikrecht, d.h. Kündigungsschutz bei Arbeitsverweigerung zu gewähren. Das Grundgesetz ist insoweit nicht mehr zeitgemäß.

Das klingt hart und herzlos.
Es wird aber nicht mehr lange dauern, bis auch der letzte Sozialromantiker verstanden hat, daß es so nicht weitergeht. Wir können den Wohlstand von Fußballspielern, Ärzten, Vorstandsvorsitzenden, Günther Jauch etc. und die Versorgung von Millionen Einwanderern auf Dauer nicht sichern, wenn wir jedem ersetzbaren Esel, sei er nun Pilot oder "haben-Sie-Flüssigkeiten-dabei"-Sprechpuppe erlauben, uns zu erpressen.
Der Durchschnittsdeutsche jdf. wird so auf der Strecke bleiben.
Jede Person die in Vollzeit eine verantwortungsvolle Arbeit ausführt verdient erstmal meine Anerkennung und meinen Respekt. Und ich hoffe es ist nicht herzlos wenn ich mir wünsche das diese Menschen auch dafür ein "anständiges" Gehalt bekommen.
OT:
Leider ist es eben heute in unserer Gesellschaft so das einzelne aus meiner Sicht gesellschaftlich wichtige Berufe (Pflegekräfte, Assistenztärzte, Polizisten....) zu schlecht bezahlt werden.
Pflegekräfte z.B. dürften zwar auch "streiken", erzeugen aber leider keine so öffentliche Wirkung oder Druck wie dies z.B. bei den Piloten oder Lokführern der Fall wäre...
 
F

feb

Guest
(...) Ich sehe keinen Grund, diesen Menschen mehr zu bezahlen, und erst recht nicht, ihnen ein Streikrecht, d.h. Kündigungsschutz bei Arbeitsverweigerung zu gewähren. Das Grundgesetz ist insoweit nicht mehr zeitgemäß. Das klingt hart und herzlos.
Es wird aber nicht mehr lange dauern, bis auch der letzte Sozialromantiker verstanden hat, daß es so nicht weitergeht. (...)

Das erzähl doch 'mal den Sozialromantikern vom Bundesverfassungsgericht (BVerfGE 92,365). Hier ein Zitat:

Das Grundrecht aus Art. 9 Abs. 3 GG ist in erster Linie ein Freiheitsrecht. Es gewährleistet den Einzelnen die Freiheit, Vereinigungen zur Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen zu bilden und diesen Zweck gemeinsam zu verfolgen. Darüber sollen die Beteiligten grundsätzlich frei von staatlicher Einflußnahme, selbst und eigenverantwortlich bestimmen können. Geschützt ist damit aber auch das Recht der Vereinigungen selbst, durch spezifisch koalitionsmäßige Betätigung die in Art. 9 Abs. 3 GG genannten Zwecke zu verfolgen.

Du plapperst hier nicht nur über das Streikrecht, sondern über ein Freiheitsrecht, dass in D ohnehin durch den Gesetzgeber ganz nett "gesundgeschrumpft" wurde.
 

rat

Aktives Mitglied
10.01.2016
226
0
Hmm. Ich werde jetzt nicht die Mitgliedschaftsregeln der Gewerkschaften studieren, aber ich würde erwarten, dass ein Arbeitsloser schon Gewerkschaftsmitglied bleiben kann und einen kleinen/ winzigen Betrag hierfür aufwenden muss. Hast du andere Kenntnisse?
Mitglied schon. Aber seine Interessen werden nicht mehr vertreten. (Das ist keine Vermutung sondern Erfahrung).
 
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Springsteen

Erfahrenes Mitglied
04.10.2011
297
0
Hamburg
Menschen aus aller Welt reißen sich darum, eine solche Arbeitsstelle an einem deutschen Flughafen zu bekommen.
Ich sehe keinen Grund, diesen Menschen mehr zu bezahlen, und erst recht nicht, ihnen ein Streikrecht, d.h. Kündigungsschutz bei Arbeitsverweigerung zu gewähren. Das Grundgesetz ist insoweit nicht mehr zeitgemäß.

Das klingt hart und herzlos.
...

Hoch leben die Arbeitssklaven. Ganz großer Sport. :censored:
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.190
536
Jede Person die in Vollzeit eine verantwortungsvolle Arbeit ausführt verdient erstmal meine Anerkennung und meinen Respekt. Und ich hoffe es ist nicht herzlos wenn ich mir wünsche das diese Menschen auch dafür ein "anständiges" Gehalt bekommen....

Auch wenn er eine nicht-verantwortungsvolle Arbeit ausführt, verdient er meinen Respekt.

Aber was ist ein "anständiges" Gehalt? Ich verweise hier auf meinen Beitrag #18. Dem einen reichen 1000 EUR im Monat, für den anderen, der 10 Kinder von ebenso vielen Ex-Frauen hat, 5 Schachteln Zigaretten am Tag raucht und am Wochende 500 EUR verprasst, reichen selbst 8000 EUR nicht aus. Ist dafür der Arbeitgeber verantwortlich?
Ein Gehalt ist dann angemessen, wenn sich Leute finden, die dafür arbeiten. Wenn das Gehalt jemandem zu wenig erscheint, dann ist es erst einmal seine Aufgabe, daran etwas zu ändern (Weiterbildung, Suche nach besserer Arbeit etc.). Kann er das nicht (zu krank, zu alt, zu unqualifiziert, oder aber zu hohe Lebenshaltungskosten), dann (und nur dann) ist es eine Gemeinschaftsaufgabe, ihn dabei zu unterstützen (Sozialhilfe etc.).
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.190
536
Das erzähl doch 'mal den Sozialromantikern vom Bundesverfassungsgericht (BVerfGE 92,365). Hier ein Zitat:
....
Du plapperst hier nicht nur über das Streikrecht, sondern über ein Freiheitsrecht, dass in D ohnehin durch den Gesetzgeber ganz nett "gesundgeschrumpft" wurde.

Platinier hat ja ausdrücklich das GG genannt.
Es stellt sich aber in der Tat folgende Frage: Wir leben in einer immer stärker arbeitsteiligen Welt. Da kann es eigentlich nicht "im Sinne des Erfinders" sein, daß einige Wenige ihre geschäftskritische Tätigkeit dafür ausnutzen, Partikular-Interessen auf Kosten anderer (Arbeitnehmer!) durchzusetzen. Hierfür gab es früher das Abwehrinstrument der Aussperrung, welches übrigens ebenfalls vom BVerfG wiederholt bestätigt wurde. Durch die Existenz von Sparten-Gewerkschaften würde eine Aussperrung heutzutage aber weitgehend in's Leere laufen.
Problematisch ist auch, wenn dieses Streikrecht mißbraucht wird, um nur vordergründig Arbeitsrechtsthemen aufzugreifen (Stichwort Piloten-Altersversorgung vs. Eurowings).
Ich habe hier auch kein Patentrezept, aber das Recht auf Streik ist, wie jedes andere Freiheitsrecht auch, nicht schrankenlos, und in manchen Fällen muß man sich schon darüber Gedanken machen, ob man sich nicht gefährlich in die Nähe von Nötigung bewegt und ob es hier nicht neuer Regeln bedarf, die der stark arbeitsteiligen Gesellschaft besser Rechnung tragen.
 

rotanes

Erfahrenes Mitglied
01.06.2010
7.016
6
HAM
Wenn das Gehalt jemandem zu wenig erscheint, dann ist es erst einmal seine Aufgabe, daran etwas zu ändern (Weiterbildung, Suche nach besserer Arbeit etc.). Kann er das nicht (zu krank, zu alt, zu unqualifiziert, oder aber zu hohe Lebenshaltungskosten), dann (und nur dann) ist es eine Gemeinschaftsaufgabe, ihn dabei zu unterstützen (Sozialhilfe etc.).

Früher gab es noch verbreitet und erfolgreich die Variante, dass die "Minderqualifizierten" ihr gutes Einkommen durch Unmengen von Überstunden gesichert haben; das wird denen heute ja leider durch unzählige Regularien im Zeichen der 35-Stunden Woche unmöglich gemacht. Durch die Gewerkschaften.
 
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