Also man kann es nur unterstützen, dass Minijobber und Niedriglöhner anständig entlohnt werden. Und ich weiss nicht, warum sich einige Forumsinsassen hier so aufregen. Es geht um den Lohn für Menschen, die meinen Koffer im Flugzeug verstauen, meinen Flug am Gate abfertigen, den Rollstuhl für den Gehbehinderten fahren, das Essen für uns kochen ....
Das alles sind Tätigkeiten, die anständig entlohnt werden sollen. Und es sind Tätigkeiten, die auch Respekt verdienen. Das meine nicht nur ich, sondern auch der Präsident der IHK Oberbayern, selbst Unternehmer und als Unternehmer ein Vorkämpfer für den Mindestlohn.
Ich kann dir versichern, dass es auch bei Zeitarbeitsfirmen viele Jobs mit deutlich über 10€ gibt. Entsprechende Qualifikation vorausgesetzt. Auch wir setzen das Konstrukt der Arbeitnehmerüberlassung ein, einfach um Spitzen abzufangen für die ich nicht langfristig Personal aufbauen kann. Und da Entlassen in diesem unserem Land ja nicht geht (bzw. die Hürden utopisch hoch sind) bin ich als Unternehmer quasi dazu gezwungen mir meine gewünschte unternehmerische Flexibilität über Zeitarbeitsfirmen einzukaufen. Allerdings liegt der Stundenlohn den ich dafür bezahle z.Zt. im Schnitt bei über 85€. Bei den Personen kommen gut 50% als Bruttolohn an. Also über 40€, aber dafür sind diese Leute auch ausreichend qualifiziert die Tätigkeit zu leisten.(...) nimmt man auch Jobs bei den Sklavenhändlern, sorry Zeitarbeitsfirmen, an um wieder an die Arbeit zu kommen.
Stundenlöhne oberhalb 10 Euro ist schon fast utopisch. (...)
........ Allerdings liegt der Stundenlohn den ich dafür bezahle z.Zt. im Schnitt bei über 85€. Bei den Personen kommen gut 50% als Bruttolohn an. Also über 40€, aber dafür sind diese Leute auch ausreichend qualifiziert die Tätigkeit zu leisten.![]()
Respekt für einen hochgerechneten Monatslohn von 6400 € Brutto bei einer 40 Stunden Woche. Wir haben auch zeitweise mit Zeitarbeitsfirmen zu tun, aber bei den Mitarbeitern kommen bestimmt keine 40 € an. Und das bei Leuten mit Bachelor of Science.
Alles OT und ist in GudW besser aufgehoben.
Trotzdem: Es ist spielt keine Rolle ob der Pilot 150000€ bekommt. Das ist nicht das Thema.
Der Kern des Problems liegt nicht nur an einer fairen Entlohnung, sondern auch in einer "normalen " Altersvorsorge. Mit dem Mindestlohn ist heute schon vorprogrammiert, dass die Altersversorgung später nicht ausreicht und diese Leute auf Sozialgeld angewiesen sind. Diese Mittel werden aus Steuergeldern finanziert und somit sozialisiert. Ich behaupte sogar, dass der Mindestlohn in seiner heutigen Form eine versteckte Kreditaufnahme ist, bei der die Rechnung in einigen Jahren auf den Tisch gelegt wird. Heute wird billigst geflogen, gegessen, gekauft etc. und von Dienstleistern mit Billiglöhnen angeboten. Bezahlt werden muss es irgend wann und und jeder denkt dabei an das Floriansprinzip. Gewinner sind nur die Inhaber der Dienstleister von heute.
Manchmal denke ich, wir ticken nicht mehr richtig.
Nein. Darum geht es nicht. Es geht darum das man mal die Relationen im Kopf behalten sollte. 20% von einem aktuellen Durchschnittslohn von sagen wir mal EUR 10,- sind in meinen Augen deutlich weniger als das was anderenorts, auch in anderen Industriebereichen, gefordert wird.
Ich kenne keinen Industriebereich in dem 20% mehr gefordert werden, kennst du einen? Außerhalb der Luftfahrt/Verkehr bei den Berufen mit weniger Erpressungspotential ist das... nunja, sagen wir einmal es ist ziemlich ungewöhnlich.
Im übrigen verstehst du mich so wenig wie ich dich, mir geht es nicht darum, dass meine Koffer möglichst billig verladen werden. Ich wünsche jedem Arbeitnehmer am Flughafen - und auch sonst - ein auskömmliches Gehalt. Ich mag nur die inflationären Streiks im Luftfahrtbereich nicht und ich glaube, dass man vernünftige Vereinbarungen auch ohne dieses Getöse erreichen könnte. Evtl. kommt man dann aber nicht in die Nachrichten...
Respekt für einen hochgerechneten Monatslohn von 6400 € Brutto bei einer 40 Stunden Woche. Wir haben auch zeitweise mit Zeitarbeitsfirmen zu tun, aber bei den Mitarbeitern kommen bestimmt keine 40 € an. Und das bei Leuten mit Bachelor of Science.
In der Größenordnung ist es auch keine klassische Zeitarbeit, sondern meist eher Vermittler von Freelancern. Wenn da ein Vermittler dazwischen ist, ist das Thema Scheinselbstständigkeit wohl einfacher zu erschlagen.
(Liebes Finanzamt, ich kenne da einen der......)Die Frage ist, wer die Dienstleistungen dann in Anspruch nimmt. Warum haben wir denn in D eine Schattenwirtschaft ohne Ende? Da zahlt man lieber 20€ pro Stunde schwarz, als die offiziellen 69€ mit MwSt.![]()
Aus http://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_pb_9_2017.pdf kann ich jetzt auf die Schnelle keine methodischen Fehler oder willkürlichen Interpretationen erkennen.
Die Daten kommen vom DIW und der IAB.

Also man kann es nur unterstützen, dass Minijobber und Niedriglöhner anständig entlohnt werden. ....
...Der Kern des Problems liegt nicht nur an einer fairen Entlohnung, sondern auch in einer "normalen " Altersvorsorge. Mit dem Mindestlohn ist heute schon vorprogrammiert, dass die Altersversorgung später nicht ausreicht und diese Leute auf Sozialgeld angewiesen sind. ....
Bei unserem "Human-Management" der heutigen Zeit bist du mit 40+ weg vom Fenster und dann geht es abwärts. Die Ursache dafür ist zunächst unerheblich.Und woher leitest Du die Gleichung "Einmal Mindestlohn = immer Mindestlohn" ab? Denn das unterstellst Du ja offensichtlich, wenn Du annimmst, daß jemand in 45 Berufsjahren nichts für die Altersvorsorge zur Seite legt.
Ich kenne keinen Industriebereich in dem 20% mehr gefordert werden, kennst du einen? Außerhalb der Luftfahrt/Verkehr bei den Berufen mit weniger Erpressungspotential ist das... nunja, sagen wir einmal es ist ziemlich ungewöhnlich.
Im übrigen verstehst du mich so wenig wie ich dich, mir geht es nicht darum, dass meine Koffer möglichst billig verladen werden. Ich wünsche jedem Arbeitnehmer am Flughafen - und auch sonst - ein auskömmliches Gehalt. Ich mag nur die inflationären Streiks im Luftfahrtbereich nicht und ich glaube, dass man vernünftige Vereinbarungen auch ohne dieses Getöse erreichen könnte. Evtl. kommt man dann aber nicht in die Nachrichten...
In der Studie ging es ja auch um Minijobber, das habe ich sogar im Radio mitbekommen.Danke für die Verlinkung der Originalquelle.
DIW ist natürlich auch nicht neutral (ebenfalls gewerkschaftsnah, so wie Hans-Böckler-Stiftung auch).
Zwei Dinge, die mir bei kurzem Überfliegen aufgefallen sind:
1) 50% der Stichprobe sind Hartz-IV-Empfänger. Da wundert es nicht, daß das Ergebnis ist, daß darunter viele Mini-Jobber sind.
2) Die Stichprobe stammt aus 2014/2015. Das Mindestlohngesetz wurde aber erst zum 1.1.2015 eingeführt. Auch da wundert es nicht, daß "vielen der Mindestlohn vorenthalten" wird.![]()
98,6% FÜR STREIK
Vom 28. Februar bis zum 2. März 2017 konnten die ver.di Mitglieder unter den etwa 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bodenverkehrsdienst in Berlin und Brandenburg entscheiden, ob sie bereit sind für einen neuen Vergütungstarifvertrag zu streiken.
Mit diesem Ergebnis habt ihr den Arbeitgebern eine Antwort gegeben, was ihr von ihrem selbsternannten „fairen Angebot“ haltet. Vorausgegangen sind insgesamt fünf Verhandlungsrunden über drei Monate und jeweils zwei Warnstreiks in Tegel und Schönefeld.
Damit ist der Weg für umfangreiche Streiks von euch geschaffen worden, um unsere Tarifforderungen mit Nachdruck durchzusetzen. Nun sind die Arbeitgeber aufgefordert, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Nur sie können jetzt noch Streiks an unseren Flughäfen abwenden, genauso wie sie die Verantwortung tragen, wenn wir wirklich streiken werden. Es ist die letzte Chance uns und unsere berechtigten Forderungen ernst zu nehmen. Wir haben entschieden, den Arbeitgebern eine letzte Chance bis zum 7. März 2017 einzuräumen. Danach können Streiks jederzeit beginnen.
Es ist keinesfalls das Ziel mit massiven Streiks wochenlang den Flugverkehr aus und nach Berlin lahm zu legen. Wir wollen endlich einen Vergütungstarifvertrag, der unsere Leistungen würdigt und unseren Qualifikationen gerecht wird.
An dieser Stelle auch mal von uns als Tarifkommission an euch: Vielen Dank für das Vertrauen und die Unterstützung, die ihr
uns als Tarifkommission gebt.
auch mit Streiks.
(Ironieschalter aus)
Wir wollen endlich einen Vergütungstarifvertrag, der unsere Leistungen würdigt und unseren Qualifikationen gerecht wird.
Erstens: Kontext nicht verstanden.Ein Streik fügt einer Volkswirtschaft massiven, langfristigen Schaden zu. Ob sich ein Land dies leisten kann? Wir werden sehen wie sich die deutsche Volkswirtschaft in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren entwickeln wird.