Ein Gehalt ist dann angemessen, wenn sich Leute finden, die dafür arbeiten. Wenn das Gehalt jemandem zu wenig erscheint, dann ist es erst einmal seine Aufgabe, daran etwas zu ändern (Weiterbildung, Suche nach besserer Arbeit etc.). Kann er das nicht (zu krank, zu alt, zu unqualifiziert, oder aber zu hohe Lebenshaltungskosten), dann (und nur dann) ist es eine Gemeinschaftsaufgabe, ihn dabei zu unterstützen (Sozialhilfe etc.).
Man könnte meinen die Jobs fallen nur so vom Himmel und man braucht das anhängende Etikett nur nach dem bestbezahlten Job suchen.
Wenn man auf der Strasse steht, man froh ist überhaupt mal ein Vorstellungsgespräch zu bekommen um dann festzustellen dass man die letzten 100 Kilometer mal wieder sinnlos verfahren hat, nimmt man auch Jobs bei den Sklavenhändlern, sorry Zeitarbeitsfirmen, an um wieder an die Arbeit zu kommen.
Stundenlöhne oberhalb 10 Euro ist schon fast utopisch. Wenn man dann seine Bewerbung bei einem seriösen Großunternehmen der Energiewirtschaft macht und gefragt wird was man denn zur Zeit macht und darauf "Zeitarbeit" nennt, bekommt man zur Antwort: Zeeeiiiitttarbbbeeeeeiit, (ipfui gedanklich)
Irgendwann fängt man dann bei einer privatwirtschaftlich betriebenen Eisenbahn an, bekommt einen schicken Vertrag mit satten 13,-- Euro die Stunde.
Juhu, toll. Aber mit den pauschalen 13 Euro ist alles abgegolten, Samstag, Sonntag, Feiertag, Weihnachten, Sylvester. Paar Cent für die eine oder andere Nachtstunde...
Ist inzwischen auch etwas angepasst worden, trotzdem sind genug Kollegen dort, die Wohngeld beziehen.
Wenn man dann mit altgedienten Hasen spricht, die noch im Beamtenverhältnis stehen wird man nur belächelt, denn das was heute Brutto verdient wird, reicht bei den Altkollegen noch nicht einmal fürs Netto...
Die Zeiten wo es Festangestellte an der CNC-Drehbank für 18,-- Euro + Zulagen und Prozente gab sind vorbei, heute stehen dort Leiharbeiter für Mindestlohn.