Flugtaxis - welche Wahrscheinlichkeit und Ausprägung?

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jumpline

Neues Mitglied
28.08.2020
17
0
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Die auf den Ticketpreis umzulegenden Fixkosten eines „Robo-Flugtaxibetriebes“ werden in deren operativen Kalkulation anteilig immer hoch sein, verglichen mit z.B. Linienjets, Bus/Bahn, Straßentaxis und ähnlich, um zu Gewinnen durch hohe Massen/-Umsätze/-Auslastung zu kommen. Denn nur massenhaft verkaufte Tickets können den Fixkostenanteil möglichst im Rundumdieuhrbetrieb verteilen helfen.
Sogar variable Kosten wie z.B. Akkuwiederaufladungen würden nicht unerheblich sein, sofern die Akkukapazität (=Gewicht) variablen Strecken entsprechend nicht angepasst werden könnte. Denn auch ein ggf. übergroßes Leergewicht (Akku) benötigt mehr Energie (=Stromkosten), als idealerweise, wenn das Leergewicht dem momentanen Adhoc-Bedarf entsprechen würde.
Vergleichsweise nutzen Fluggesellschaften auf kürzeren Strecken möglichst angepasst kleinere Flugzeuge für ein optimales Verhältnis Flugzeugleergewicht inkl Kerosin / Verbrauch Kerosin/Sitzplatzmeile.

Vielleicht mag ein „Robo-Flugtaxibetrieb“ betriebswirtschaftlich immer nur fixe Routen (von Hub zu Hub) fliegen, um das Fluggerät mit dem optimalen Akku bestücken zu können. Jedoch wäre dies eher eine Art Linienflugbetrieb mit ggf. erforderlichem Umsteigen an den Hubs (auch auf andere Vehrkehrsmittel) und würde unerwünscht mehr Zeit kosten. Für möglichst attraktive zeitschnelle Flugpassagen würde ein „Robo-Flugtaxibetrieb“ logistisch also mehrseitig gefordert.
 

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
4.366
492
In dem Zusammenhang ist es auch sehr relevant, das aufgrund des strikt beschränkten Akkugewichts und damit einer stark eingeschränkten Reichweite jeder Flug kurz sein wird. Das eröffnet natürlich die Chance, mit einem Flugtaxi sehr, sehr viele Flüge pro Tag / Flugzeugleben machen zu können, was die Fixkosten auf sehr viele Nutzungen umlegen würde. Es erfordert andererseits aber natürlich eine extrem gute Auslastungsplanung, es macht kein Sinn dass Flugtaxis irgendwo stundenlang rumstehen und auf Kunden warten.
Die Infrastruktur und Einsatzplanung wird am Ende für den Erfolg der Flugtaxis mindestens genauso wichtig werden wie Zuladung, Geschwindigkeit oder Akkukapazität. Die Städte/Gegenden der Welt wo sie wirklich Sinn machen (sprich: wo sie vor allem preislich akzeptabel sein können) ist extrem beschränkt.

Ich vermute wir werden sie sehr viel eher z.B. für autonome 5 Minuten Rundflüge über die Niagarafälle sehen, als um von Zuhause zum nächsten Flughafen zu kommen.

Über Stromkosten würde ich mir mittelfristig wenig Sorgen machen, ich erwarte dass Strom für Flugtaxis sehr lange und hoch subventioniert wird (obwohl das wenig Sinn macht...)
 

Kamel

Erfahrenes Mitglied
31.01.2019
494
29
Südbaden
Wie soll eigentlich bei all diesen Ideen auf Dauer die Luftraumüberwachung funktionieren? Aber einer gewissen Frequenz würde ich sagen kommen die herkömmlichen Sichtflugregeln an ihre Grenzen.
 

jumpline

Neues Mitglied
28.08.2020
17
0
Denke, über Luftraumüberwachung braucht man sich wenig Sorgen machen, aus Gefälligkeit wird man diversen Roboflugtaxi-Startupunternehmen keine Beliebigkeit gewähren. Immerhin ist auch Airbus mit einem Roboflugtaxi am Start (Video zum Textende).

Zu Sichtflugregeln nur eine soeben gefundene Quelle:

„Die Integration der Flugtaxis in den Luftraum bereitet nach alledem in rechtlicher Hinsicht keine Probleme.“
...hier weiterlesen: https://www.rehm-verlag.de/eLine/po...d9f206b6f25d8a' and @outline_id='upr_online']
Jedoch gehen Sichtflugregeln bisher bemannte Pilotenflüge an. Roboflugtaxis wären etwas ganz neues, wo zu „Sichtverhältnissen“ eine Software am Flughimmel vollautonom befinden muss.
Eine solche Software zur Sichtung des Flughimmels gilt als anspruchsvoll und wird insbesondere noch einiges an Entwicklungsgeld kosten, wenn anstelle eines Piloten nur vorprogrammierte Software derart Entscheidungen fällen muß. Denn selbst für menschliche Piloten in Hubschraubern ist dies auf Adhoc-Routen eine Herausforderung.
Dazu lediglich ein paar Zeilen zum jüngsten Hubschrauberunglück bei Los Angeles:
Ursachensuche für das Hubschrauberunglück bei Los Angeles mit Basketballstar Kobe Bryant
..bei nebligem Wetter in hügeligem Gelände unterwegs ......
Allerdings können Helikopter auch bei schlechter Sicht fliegen - vorausgesetzt, die Maschine ist technisch für solche Flüge nach Instrumentenflugregeln (IFR) ausgerüstet und der Pilot entsprechend ausgebildet. «Das ist durchaus möglich, aber anspruchsvoll», sagt die erfahrene Helikopterpilotin Sybille Quandt.
https://www.zeit.de/news/2020-01/27/zubringer-mit-star-appeal-helikopter-als-verkehrsmittel
CITY-AIRBUS: Dieses Flugtaxi soll Passagiere autonom transportieren https://www.youtube.com/watch?v=U0JwStrTSok
 
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Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
4.366
492
Wie soll eigentlich bei all diesen Ideen auf Dauer die Luftraumüberwachung funktionieren? Aber einer gewissen Frequenz würde ich sagen kommen die herkömmlichen Sichtflugregeln an ihre Grenzen.
Ich erwarte daher sowohl bei Flugtaxis als auch beim "autonomen" Fahren eine Lösung, bei der die Gefährte digital regional zentralisiert gesteuert werden. Sprich: dir wird eine exakte Route mit klaren Zeitvorgaben digital von einem Serviceprovider zugeteilt, und du bist daran gebunden und meldest Abweichungen kontinuierlich an die Zentrale. Praktisch wie heute wenn du das Navi startest, nur dass die Route die es ausspuckt dann 100% verbindlich sein wird.
Herkömmlicher Sichtflug mit autonomen Vehikeln ist kaum möglich und auch nicht sinnvoll. Warum etwas optisch detektieren, was man auch per GPS und Datenlink metergenau orten, und die Flugbahn vorausberechnen kann. Schon jetzt wird ja viel von intelligenter Verkehrssteuerung geredet (und man meint damit intelligente Ampeln und Geschwindigkeitsgrenzen), genau darauf wird es hinauslaufen. Nur auf dem nächsten Level, mit digitalen Ampeln und Geschwindigkeitsschildern die nur noch im Computer existieren.

"autonom" ist halt nur maketingtechnisch der bessere Term als "ferngesteuert"...

Zum Sichtlflug gehört eben freie Sicht, deshalb gibt es auch klare Mindestflughöhen und Flugplatzzwang. In Straßenschluchten einer Großstadt kann man Sichtflug vergessen.
Von daher ist die Aussage "bereitet in rechtlicher Hinsicht keine Probleme" lächerlich, man will sich mit Flugtaxis ja eben nicht an das geltende Luftrecht halten, Sicherheitsmindesthöhen über Städten unterschreiten, statt Flugplatzzwang überall landen, auf Flugleiter und den verantwortlichen Luftfahrzeugführer verzichten.
 
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Luftikus

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08.01.2010
14.982
582
irdisch
Autonom ist gerade nicht ferngesteuert. Autonom weicht eigenständig aus und koordiniert sich untereinander. So wie ein Dauer-TCAS. Dezentral und gerade nicht zentral gesteuert. Dabei muss man sehen, was tatsächlich dort ist, nicht nur was geplant ist oder war. Sichtflug geht heute auch nachts und durch Vernetzung mit anderen Beobachtungsmethoden, Radar, IR etc. sehr viel besser.

Ob das kommt und wie sicher man das hinkriegt bleibt abzuwarten. Das muss auch im Worst Case sicher sein und damit wird es alles sehr aufwändig und eben keine einfache Drohne. Sieht man beim Militär, das wirklich Geld für sowas ausgibt und verheerende Absturzraten hat.
 

Volume

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01.06.2018
4.366
492
Ja natürlich. Wir können noch 20 Jahre warten bis autonom halbwegs sicher ist, wir können aber auch sehr bald zentral kontrolliert fliegen.
Programmier mal ein TCAS das im komplett unkontrollierten Luftraum sagen wir mal 10 Objekte sicher voneinander trennen kann...

Wohlgemerkt, wir wollen damit in Häuserschluchten fliegen, wo die Ausweichoptionen extrem eingeschränkt sind, und sinken in der Regel keine Option.

Das Militär fliegt ja ganz bewusst in leeren Lufträumen, da gehen ganz andere Dinge. Und natürlich akzeptieren sie ganz andere Verlustraten. Solange die Absturzraten in der Größenordnung der Abschussraten liegen, sind die schon zufieden.

Autonom werden die Dinger nur ihre Flugbahnen einhalten und starten/landen, auf Wetter etc. selbstständig reagieren. Bei der Wahl der Flugbahn von A nach B ist autonom weder notwendig noch sinnvoll, das kann man viel besser zentral verwalten.
 

jumpline

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28.08.2020
17
0
Just gibt es ein neustes kurzes Flugtaxi-Video zum chinesischen „ehang“ mit einer deutschsprachigen Test-Journalistin: https://www.youtube.com/watch?v=ax73ZuVx1DQ&feature=youtu.be

In abgesteckten Gebieten sollen solche „Passagierdrohnen“ taximäßig per adhoc-Zielbestimmung unterwegs sein können. Auch ein Flugpassagenpreis „nicht signifikant höher als Taxi“ kommt nochmals zum Ausdruck. Es soll sich jedoch um abgesteckte Lufträume handeln, wo es eine Vielzahl von möglichen adhoc-Flugpassagen geben soll, vermutlich aber auch nur zu vordefinierten Hubs und nicht die grüne Wiese / Vorgärten als Ziel. Immerhin ist der Luftraum außerhalb von Linien-/Charterflugstrecken eigentlich eher leer, aber was ist mit privaten adhoc-Hobbyfliegern und Polizei-/Rettungshubschraubern, die ja grundsätzlich entsprechend geringen Vorgaben „auf Sicht“ überall 24/7 unterwegs sein können (Hubschrauber tieffliegend, Propellermaschinen etwas höher?)

Sofern also solche abgesteckten Flugtaxigebiete (ggf. inkl Paketlieferdrohnen) vordefiniert würden, dann wären in diesem Geschäftsmodell Hobbyflieger, Polizei-/Rettungshubschrauber gefährliche Unbekannte oder ebenso technisch/optisch noch einzubinden.
 

Volume

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01.06.2018
4.366
492
Propellermaschinen etwas höher.
Viel höher!
§ 6 - Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO)
Über Städten, anderen dicht besiedelten Gebieten, Industrieanlagen, Menschenansammlungen, Unglücksorten sowie Katastrophengebieten beträgt die Sicherheitsmindesthöhe mindestens 300 Meter (1.000 Fuß) über dem höchsten Hindernis in einem Umkreis von 600 Metern, in allen übrigen Fällen 150 Meter (500 Fuß) über Grund oder Wasser.
Für Multicopter bedeutet ja im Gegensatz zu Flächenflugzeugen große Höhe = geringe Dichte keinen Leistungsgewinn, sondern Verlust. Die wollen so tief bleiben wie möglich.
 

jumpline

Neues Mitglied
28.08.2020
17
0
eVTOL als weiterer Pioneer der “Urban Air Mobility" (UAM) konzentriert sich auf die Förderung einer nahtlosen 100% igen Elektromobilität in überlasteten Städten. Sowohl bei der EASA als auch der FAA läuft der Antrag auf die Musterzulassung, um binnen 2-3Jahren einen Geschäftsbetrieb in Europa und USA-Ballungsräumen starten zu können.
Volocopter spricht von vergleichbaren Kosten regulärer Taxidienste und das Ganze liest sich für mich so, als würde Volocopter (ebenso wie andere) als Heilsbringer mobilitätsüberlasteter Städte antreten und sehr wahrscheinlich nicht unerheblich Subventionen benötigen, um zu taxiähnlichen Kosten Flugpassagen überhaupt anbieten zu können.

Textauszüge nachfolgend vom 15 January 2021,Washington, D.C./Bruchsal
https://press.volocopter.com/index.php/volocopter-launches-campaign-to-bring-electric-air-taxi-services-to-u-s-cities
Compared to other eVTOL players in the UAM industry, Volocopter is focused on promoting seamless, 100% electric mobility within congested cities.
---
Furthermore, Volocopter’s business plan aims to provide scalable air taxi services at costs comparable to regular taxi services.
---
Volocopter is currently working with EASA on certification for commercial launch planned in the next 2-3 years. When Volocopter receives type certification approval from EASA, immediately followed by the FAA validation in this timeframe, they will be positioned to enter the electric air taxi market first and pave the way for the UAM industry to expand services globally.
 

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
4.366
492
Volocopter spricht von vergleichbaren Kosten regulärer Taxidienste
Das allein genügt mir, um den Rest der Idee vom Realitätssinn her einschätzen zu können...

Volocopter receives type certification approval from EASA, immediately followed by the FAA validation
Mangels gleicher Vorschriften beiderseits des Teichs wäre auch das mehr als erstaunlich.
Seit inzwischen mindestens 20 Jahren sind LSA/Ultraleichtflugzeuge nicht kompatibel, bei den Fliewatüts wird das nicht besser aussehen.
 

jumpline

Neues Mitglied
28.08.2020
17
0
Mangels gleicher Vorschriften beiderseits des Teichs wäre auch das mehr als erstaunlich.
Seit inzwischen mindestens 20 Jahren sind LSA/Ultraleichtflugzeuge nicht kompatibel, bei den Fliewatüts wird das nicht besser aussehen.
Nun, mit Unterschieden in den Zulassungsanforderungen kann ich selbst gar nichts anfangen, jedoch plant United Airlines bereits zeitnah den Kauf 200 solcher Flugtaxis (usd 1 Milliarde) als Zubringervehikel zu den Flughäfen.
United Airlines plans to buy 200 flying electric taxis that it hopes will fly passengers to the airport within the next five years.
---
United and Mesa said they predict using the taxis to fly passengers over congested high-ways to hub airports.
// 7 days ago https://www.bbc.com/news/business-56020650
---
United Airlines teams up with Archer to develop flying taxis as airport shuttles. The airline has pledged $1 billion for electric craft that will reduce its carbon footprint. United Airlines is set to purchase 200 flying vehicles from Archer as part of a wider investment in carbon footprint-reducing technologies.
// February 10, 2021 https://fortune.com/2021/02/10/archer-going-public-united-airlines-flying-taxis/

United verspricht sich nicht nur einen vorzeigbaren ökologischen Fingerabdruck, sondern rechnet auch mit Rendite eines solchen eVOTL-Unterfangens.
United says that the craft, should they replace traditional shuttles and taxis, will help the firm reduce its carbon emissions as well as earn a "strong financial return." https://www.zdnet.com/article/unite...-to-develop-flying-taxis-as-airport-shuttles/
Voraussetzung für Passagiernachfrage in eVOTL-Flugtaxis kann nur wahrgenommener Kundennutzen sein (Zeitgewinn, Komfort) und könnte vielleicht einen noch gehobenen Premiumpreis rechtfertigen.

Noch Info zu Mesa Air/Archer startup: Feb 16, 2021:
https://www.abc15.com/news/region-p...licon-valley-electric-aircraft-startup-archer
 

Volume

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01.06.2018
4.366
492
United verspricht sich nicht nur einen vorzeigbaren ökologischen Fingerabdruck
Das könnte ja durchaus noch hinkommen. Wenn ich mal vergleiche wieviel Sprit ich brauche wenn ich eine Dienstreise mit dem Motorsegler mache, und was wenn ich mit mit einem Taxi fahren lasse, dann sehe ich da durchaus Chancen.

Allerdings ist ja nach der selben Logik auch ein Inlandsflug (Luftlinie mit um die 4 l/100km) deutlich ökologischer als eine Fahrt mit Chauffeur (großer Umweg, eher 8 l/100km), aber das will ja auch niemand hören. Sowas wird heute nicht mehr nach Fakten sondern von Meinungsmachern bestimmt.

Die Tatsache, das Trump jetzt weg ist macht es der FAA jedenfalls viel einfacher, die ganzen benötigten Vorschriften für Flugtaxis zu erararbeiten. Unter Trump galt für die amerikanischen Behörden ja Bürokratieabbau auf Powerpoint Niveau: Für jede neue Vorschrift müssen zwei alte gestrichen werden. Um also Flugtaxis zu erlauben, muss man z.B. Segelflugzeuge und Hubschrauber verbieten. Deshalb lag das alles jetzt 4 Jahre auf Eis. Jetzt werden die ganzen Vorschriften kommen, die Flugtaxis erlauben (Zulassung, Produktion, Wartung, Betrieb, Pilotenlizenzen, Mechanikerlizenzen...).

jedoch plant United Airlines bereits zeitnah den Kauf 200 solcher Flugtaxis (usd 1 Milliarde) als Zubringervehikel zu den Flughäfen.
Wer die Division beherrscht, kann so relativ einfach die Preise mit denen von Taxis vergleichen ;)
Für die anderen: 1.000.000.000 / 200 = 5 Millionen Dollar das Stück. So Taxis fährt nicht mal ein Scheich...
 
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Luftikus

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08.01.2010
14.982
582
irdisch
Drohnentaxi? Heute ist nicht der Weg zum Flughafen das Problem, sondern der im Flughafen. TSA und so mit teilweise unkalkulierbaren Schlangen. Besonders bei irgendwelchen Ferienwochenenden oder so.
 

MANAL

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29.05.2010
11.589
1.929
Dahoam
In den USA mögen Flugtaxis eine Option sein. Dort ist in weiten Teilen des Landes viel Platz über den man ungestört fliegen kann. Im engen Deutschland sehe ich da einfach keinen Platz für weitere Radaumacher in der Luft und auch passende Landeplätze im Stadtbereich.
 

jumpline

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28.08.2020
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In S`pore, Dubai und selbst in den USA will man die Flugtaxis wohl gar nicht für „Pampaflüge“ einsetzen, sondern in / um Metropolestädte, z.B. als Alternative zu überlasteten (Stop+Go)Straßen.

United and Mesa said they predict using the taxis to fly passengers over congested highways to hub airports. California-based Archer says the taxis will be capable of flying a distance of 60 miles (95km) at 150 miles an hour (240km/h) and could nearly halve carbon dioxide emissions for passengers travelling to the airport.
https://www.bbc.com/news/business-56020650

In einem post hatte @Volume schon betont, dass diesen Flugtaxis umsatzorientiert eine hohe Frequenz zugute käme, also 5-10min Flug, ob nun zum Sightseeing an den Niagarafällen oder als Zubringerflug. Die Maschinen könnten im Einsatzgebiet stets rotierend auch schnell zwischengeladen werden. Bei einem Stückpreis von 5Mill sehe ich da in Zukunft allerdings auch keine Rendite. Bei ca 100.000/Stck könnte ich mir eine Rendite eher vorstellen. Oder die Airlines sehen das als Anlockspielwiese zu deren Hauptgeschäft für Businessflieger. Immerhin macht Emirates das auf der Straße sogar kostenlos mithilfe von „blacklane“.
Emirates bietet kostenlosen Chauffeur-Service für deutsche Abflughäfen
https://www.tageskarte.io/marketing...ffeur-service-fuer-deutsche-abflughaefen.html
Selbst Eurowings macht mit nur EUR 5,- Sandwiches nach Male sicherlich auch kein Geschäft, denn soviel nimmt auch der Hausbäcker, aber dennoch gibt es EUR 5,- Sandwiches selbst im Flieger.
 
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Volume

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01.06.2018
4.366
492
In den USA mögen Flugtaxis eine Option sein. Dort ist in weiten Teilen des Landes viel Platz über den man ungestört fliegen kann. Im engen Deutschland sehe ich da einfach keinen Platz für weitere Radaumacher in der Luft und auch passende Landeplätze im Stadtbereich.
Bis Flugtaxis verlässlich (sprich: bei jedem Wetter) 50km Reichweite haben werden, wird es noch sehr lange dauern! In den USA ist das in weiten Teilen des Landes völlig undiskutabel. Zumal man dort ja schon bisher die kleinen Regionalflugzeuge wie EMB 135 erfolgreich voll bekommt, es gibt überhaupt keinen Grund die durch je 25 Drohnentaxis zu ersetzen.

Wenn überhaupt macht es Sinn um von Downtown Manhatten zum JFK oder von Beverly Hills zum LAX zu kommen. Da könnte eine vernünftige U-Bahn Expresslinie mit einem 1.Klasse Abteilwagen aber genauso funktionieren... Und zwar auch bei Nebel, Eisregen oder 30 Knoten Wind.

Bei ca 100.000/Stck könnte ich mir eine Rendite eher vorstellen.
Guck dir mal die Preisliste typischer einfachster Ultraleichtflugzeuge an. Dann ist ziemlich klar in welcher Preisregion die Drohnen mit Hochleistungsbatterie, Luxuskabine, Klimaanlage und natürlich autonom liegen werden, die bei (halbwegs) jedem Wetter fliegen können.

Ich verstehe den Fetisch der Individualbeförderung als Service ohnehin nicht. Privatauto das jederzeit und sofort verfügbar ist in Ehren, aber in den allermeisten Städten ist ein Chauffeur schon rein zeitlich meist keine Alternative zum öffentlichen Verkehr, und preislich schon mal sowieso nicht.
 
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Luftikus

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08.01.2010
14.982
582
irdisch
Wenn es diesen Flugshuttle-Bedarf als Massenmarkt gäbe, würde und müsste man auch heute viel mehr solche Dienste per klassischem Hubschrauber sehen. Die gibt es aber weltweit fast nicht oder nur ganz selten. JFK-Downtown Heliport Manhattan oder Nizza-Monte Carlo. Oder meinetwegen in Sao Paulo.
Da ist auch viel börsentypische Investorensuche-Euphorie mit drin, ohne dass tatsächlich der Markt geprüft wird. Mancher will und muss eben einfach Risikokapital anlegen und wer das schönste Märchen erzählt, kriegt es.

Ich glaube eher, dass Lieferdrohnen eine echte Zukunft haben könnten. Die können simpler sein, wenn sie unbewohnte Bereiche überfliegen weil nicht immer das Leben der Insassen auf dem Spiel steht. Und das wird es in vielen Drohnen.
 
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Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
4.366
492
Wenn es diesen Flugshuttle-Bedarf als Massenmarkt gäbe, würde und müsste man auch heute viel mehr solche Dienste per klassischem Hubschrauber sehen.
Genau da liegt die große Illusion... Klassische Hubschrauber sind halt viel zu teuer, erwiesenermaßen. Zu glauben, das könnte man in Zukunft um mindestens Faktor 10 drücken (dann wäre man immer noch signifikant teurer als Taxis) ist die große Lebenslüge der Flugtaxis. Faktor 2-3 vielleicht, aber das wird bei weitem nicht reichen.

Als Spaßmobil für Eventflüge vielleicht. Als reguläre Verkehrsinfrastruktur wird es nie preislich mit den Alternativen mithalten können.

Bei den Lieferdrohnen sehe ich eher das Problem im tatsächlichen Auslieferungsvorgang. Man kann ja schlecht ein Packet auf der Straße vor dem Haus absetzen und da dann liegen lassen. Selbst direkt vor der Haustür wäre nicht wirklich clever. Funktioniert also nur für Leute mit Dachterrasse... Und selbst dann muss man es natürlich wetterfest verpacken, falls es regnet ehe der Kunde nach Hause kommt.
Es wird wirklich nur als Expresslieferung funktionieren, wenn der Kunde es definitiv vor der Haustür bzw. an einem vorgegebenen anfliegbaren Punkt minutengenau in Empfang nehmen kann. Als Blindlieferung ist es untauglich.
 

Luftikus

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08.01.2010
14.982
582
irdisch
Ich tippe mal, man wird mit Lieferdrohnen eher Lieferzentren oder sowas wie Postfilialen oder Firmenfilialen ansteuern, wo sich der Kunde seine Sendung abholen kann, oder von wo es ein Bote mitbringt.
 

Volume

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01.06.2018
4.366
492
Dann aber macht es wirklich kaum Sinn, bei Fillialen reden wir von einem Aufkommen, das Transport mit LKW absolut sinnvoll macht.
Eine Expresslieferung die ich dann doch in einer Filiale abholen muss, macht wenig Sinn.

Ich glaube sicher an bestimmte Anwendungen, z.B. Medizinische Proben von den Norseeinseln ins nächste Labor oder Medikamente auf die Insel oder den Berg. Da kann es sogar tatsächlich wirtschaftlich sein.
Für den Versand von Konsumgütern glaube ich eher nicht daran. Für den Personentransport als individuelle Verkehrsinfrastruktur auch nicht.

Um es mal von einer anderen Seite zu betrachten: fast alle Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zielen darauf, bestehende Produkte wirtschaftlicher und ökologischer zu machen.
Jetzt plötzlich wieder ein hochpreisiges Produkt komplett neu am Markt etablieren zu wollen, passt so überhaupt nicht in das Bild der aktuellen Wirtschaft und Gesellschaft.
Vor 100 Jahren hätte ich mir sowas vorstellen können, aber heutzutage?
Das Produkt an sich ist schon komplex und hochpreisig, wird sich am absolut oberen Ende des Transportsektors einordnen. Damit gute Gewinne erzielen zu können die die Investitionen attraktiv machen ist nicht zu erwarten. Zumal wir ja gleichzeitig die First Class mehr und mehr abschaffen, also nicht mehr an das obere Ende als großen Gewinnbringer glauben. Die Qualität überall mehr und mehr dem Preis zuliebe eindampfen. Die Kundschaft, die mit dem Flugtaxi zu einem Economy-Flug ohne Gepäck und Catering anreist will ich erstmal sehen...

Wir werden jetzt erstmal sehen, wie sich Homeoffice weiterentwickelt und ob der Run auf die Großstädte wirklich anhält. Wenn klar ist wie wir in vielen Jahren wohnen und arbeiten, wird klar sein welche Anforderungen an den Transportsektor wir stellen werden, ob pendeln zur Arbeit noch der Standard sein wird. Ob es das Problem der verstopften Ballungsräume mit völlig überforderter Verkehrsinfrastruktur überhaupt noch geben wird. Ob wir unsere Städte massiv auf ein effizientes öffentliches Verkehrssystem umbauen werden. Wie lange Flugreisen noch das Mittel der Wahl sein werden um Geschäfte mit der Welt zu machen. Wie lange der Spruch "Zeit ist Geld" noch gelten wird. Danach wird sich zeigen, wieviel Markt für Flugtaxis übrig bleibt, und was es kosten darf.

Das erfreuliche ist, dass die Investitionen für die Entwicklung eines Prototyps überschaubar, und die Zahl mutiger Investoren groß ist. Wenn es also technisch möglich ist, bin ich sehr zuversichtlich dass es auch tatsächlich entwickelt wird. Aktuell sind ja eine Vielzahl völlig unterschiedlicher Konzepte am Start. Man wird also zeitnah Entscheidungen basierend auf echten Fakten treffen können, eine sehr genaue Vorstellung von den Möglichkeiten und Kosten haben. Ich befürchte nur, sie werden nicht der Auftakt zu einer Revolution sein...
 
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Kamel

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31.01.2019
494
29
Südbaden
Die Attraktivität von Flugtaxis für Personen wird spätestens dann schlagartig nachlassen, wenn die Leute mal an einem etwas rauhen Tag in so einer Drohne in Bodennähe tüchtig durchgeschüttelt wurden. Wer kennt sie nicht, die angstvollen Gesichter, wenn es auf einem Flug mal zu ein paar Turbulenzen kommt - in Bodennähe tritt sowas nich nur unberechenbarer auf, in kleinem Fluggerät ist man den Naturgewalten auch wesentlich unmittelbarer ausgeliefert. Ein nicht vorhandener Pilot wird das subjektive Gefühl der Sicherheit garantiert nicht verstärken.

Flugreisen generell werden auch weiterhin gewünscht sein: der Drang den eigenen Fleck zu verlassen ist eigentlich so alt wie die Menschheit und zudem haben jetzt einige Generationen am süßen Gift der Globalisierung geleckt und ihre gesamten Lebensentwürfe daraufhin ausgelegt.
Ich denke, wir sehen das etwas zu sehr aus unserer ökologisch-eurozentrischen Blase. Es gibt genügend, extrem bevölkerungsstarke Gegenden auf der Welt, denen diese Gedanken auf absehbare zeit noch völlig am Allerwertesten vorbei gehen und die sich nicht so schnell vom Reisen (aus den verschiedensten Gründen) abhalten lassen werden.
 
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jumpline

Neues Mitglied
28.08.2020
17
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Hinsichtlich einer möglichen Profitabilität von Robo-Flugtaxis lassen sich in der Presse durchaus kritische Bemerkungen finden.

"...... Effizienzpotenzial der Technologie...... Es gibt auch grundsätzliche Zweifel. Fliegen sei mit Unerwartetem verbunden, argumentieren die Praktiker – «batteriefressender» Kälte, unerwartetem Gegenwind, Nebel... usw. Sie fragen sich, wer sich unter solchen Rahmenbedingungen in ein Fluggerät setzen wolle, das aufgrund der begrenzten Speicherfähigkeit selbst der modernsten Batterie nur für sehr begrenzte Zeit in der Luft bleiben werde."
Bis zu einem realen Flugbetrieb sind jedoch weiterhin Vorleistungen zu erbringen, die finanziell geschultert werden müssen.
"Die Finanzierung allein stellt allerdings noch lange nicht sicher, dass sich die entwickelten Fluggeräte auch durchsetzen werden. Immerhin haben sich in der Vergangenheit schon viele Firmen und Tüftler mit solchen oder ähnlichen Ideen verhoben. So floss phasenweise sehr viel Geld in die Entwicklung sehr leichter Privatjets, für die sich dann aber nie ein Markt auftat – und herkömmliche Helikopter-Taxidienste scheiterten schon immer an Problemen wie hohen Preisen, unzureichender Infrastruktur, mangelhaften Sicherheitsstandards und vor allem auch am enormen Lärm."
Bei den Vorauskosten scheint es vereinzelt bereits zu Turbulenzen zu kommen, denn über LILIUM (möchte bis zu 300km/Strecke der „ICE der Lüfte“ werden) wird in Branchenforen bereits darüber spekuliert, mit Ideen des neuen Finanzchefs Geoffrey Richardson aus den USA bald indirekt über Finanzvehikel (SPAC) an Börsengelder zu kommen. Denn in „das deutsche Flugtaxi-Projekt Lilium haben Technik- und Risikoinvestoren bereits fast 400 Millionen Euro investiert und mittlerweile zählt das Unternehmen rund 700 Beschäftigte. Das bislang investierte Geld reicht allerdings bei weitem nicht. Die gleiche Summe wird nochmals bis zum Serienstart benötigt. Lilium muss also weiter hochfliegende Ziele nennen, um die Erfolgsvision am Leben zu erhalten. Die Firma avanciert zur derzeit größten Wette der Luftfahrt.“
Quelle: 13 Jan 2021 https://www.businessinsider.de/grue...-luefte-ist-die-groesste-wette-der-luftfahrt/

Der 5Pers-Lilium-Jet beabsichtigt nun lange Zeit auch gar nicht ohne menschlichen Flugkapitän auszukommen, das würde vielleicht viel später folgen.
16.05.2019: Bei den Testflügen wird der Prototyp ferngesteuert, im Betrieb soll er zunächst von Piloten geflogen werden. "Das vereinfacht die Lizenzen und Zulassungen", sagte Firmengründer Daniel Wiegand. "In zehn Jahren vielleicht soll es aber auch autonom fliegen können."
https://www.stern.de/digital/technik/flugtaxi---muenchner-start-up-lilium-hebt-ab-8712700.html

Ganz aktuell wird das bereits börsennotierte chinesische Roboflugtaxi „EHang“ in der Presse „shambolischer Verträge auf fabrizierte Einnahmen“ verdächtigt.
17. Februar 2021, Claudio Kummerfeld:
Das chinesische Unternehmen will den Markt für Flugtaxis aufmischen. Die Aktie konnte die letzten Wochen kräftig zulegen. Aber dann kam gestern die Firma Wolfpack Research mit einem ver-nichtenden Statement über EHang. Da sei sehr viel heiße Luft im tatsächlichen Geschäft der Firma, um es mal vereinfacht auszudrücken (hier das Statement im Original). Ist die ganze Firma ein Be-trug? Wolfpack spricht von einer „ausgeklügelten Aktien-Promotion“.
https://finanzmarktwelt.de/ehang-gruender-gibt-aktuell-statement-ab-aktie-kann-zulegen-191419/
und
https://wolfpackresearch.com/research/ehang/
 
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Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
4.366
492
Es gibt genügend, extrem bevölkerungsstarke Gegenden auf der Welt, denen diese Gedanken auf absehbare zeit noch völlig am Allerwertesten vorbei gehen und die sich nicht so schnell vom Reisen (aus den verschiedensten Gründen) abhalten lassen werden.
In vielen dieser Gegenden sind in den letzten Boomjahren hochmoderne Metropolen mit hocheffizienter Verkehrsinfrastruktur entstanden.
Da lacht man nur über unsere Probleme in Städten mit z.T. 2000 Jahre altem Grundriss und permanentem Verkehrschaos. Entsprechend gering ist der Bedarf an Flugtaxis, wenn man auch mit der U-Bahn in 20 Minuten im internationalen Terminal des Flughafens ist.

Ich denke, wir sehen das etwas zu sehr aus unserer ökologisch-eurozentrischen Blase.
Ökologisch werden Flugtaxis ziemlich sicher nie sein. Elektromobilität ist aktuell reine St. Floriansökologie, in meiner Straße wird es sauberer, die in der Nähe der Kohlekraftwerke bekommen stattdessen den Dreck...
Solange wir nicht 100% Ökostrom haben, muss sich Elektromobilität mindestens mal am Strommix, realistischer an der Energiequelle orientieren, die Mehrbedarf decken kann, also nicht an der Kapazitätsgrenze operiert. Und das sind aktuell die fossilen Energieträger. Elektromobilität aus Kohlestrom ist definitiv unökologischer als moderne Jettriebwerke oder moderne Hybridbenziner, deren Wirkungsgrad allein schon höher ist als der unserer Kraftwerke, und da reden wir noch nicht vom Vergleich Kohle-Öl was den CO2 Ausstoß angeht. Und noch überhaupt nicht von der Batterie.
Um auf seinen Hochgeschwindigkeitszug "100% Ökostrom" zu drucken und gleichzeitig auf Jahrzehnte Importsteinkohlestromkontingente in Datteln 4 einzukaufen, einen konzerneigenen Energiekonzern zu haben der 100% fossil arbeitet (immerhin viele relativ ökologische Gaskraftwerke), muss man schon arg an der Intelligenz seiner Kundschaft zweifeln. Scheint aber eine korrekte Einschätzung zu sein...

Eigentlich wollen wir uns ja nur ökologisch fühlen... Deshalb muss der Aufkleber auch auf Flugtaxis.
Hilft ausserdem bei politisch korrekten Anlegern und Subventionen aus der Politik.