Ganz viel kleinteiliges Japan

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skyman

Reguläres Mitglied
14.06.2017
69
0
OKJ/ITM
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Willkommen zu diesem Reisebericht der vergangen Jahre in Japan.

Ich habe mir schon öfters gedacht, ich könnte auch mal einen Reisebericht schreiben, aber irgendwas war dann doch immer wieder. In den vergangen Jahren habe ich es wahrscheinlich zu jedem bekannten Tourispot mindestens einmal geschafft. Was aber interessanter ist, sind die vielen weniger bekannten Orte, da wo man als Langnase eine Seltenheit ist. Wo die aufgeschlossenen und neugierigen Japaner interessiert ein Gespräch anfangen, aber auch da wo man hin und wieder eine dezente Verachtung als Gaijin erfährt.

Es wird kein Bericht über eine Reise nach Japan, sondern kleine Berichte über Reisen innerhalb von Japan oder auch nur über einen Tages-/Wochenendausflug zu einem Ort.
Ich hoffe, dass es an so einem Bericht, gefüllt mit vielen kleinen Reiseberichten, über Japan Interesse gibt und so den ein oder anderen auch andere Gegenden oder Zeiten für zukünftige Reisen begeistern kann.

Dann yoroshiku onegaishimasu
 

skyman

Reguläres Mitglied
14.06.2017
69
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OKJ/ITM
Los geht es mit Nara, aber nicht das was so ziemlich jeder Japanbesucher sich anschaut, sondern es geht um das Wakakusa Yamayaki und das Chuugen Mantourou bzw. Setsubun Mantourou.
Beim Wakakusa Yamayaki wird die alte vertrocknete Grasfläche auf dem Berg Wakakusa abgebrannt. Auf dem Gipfel des Wakakusa befindet sich ein Grab, das Uguisuzuka Kofun. Die Menschen glaubten, dass böse Geister aus den Gräbern aufsteigen und Unglück über die Stadt und Menschen bringen. Es wurde dann weiter geglaubt, die Grasflächen des Berges müssen bis zum traditionellen Frühlingsbeginn (Setsubun) verbrannt werden, um die bösen Geister zu verhindern. Zu der Zeit wurden die Feuer unkontrolliert gelegt und so kamen die Feuer den nahgelegen Tempeln und Schreinen hin und wieder sehr nah und noch näher. Daraufhin wurde es Verboten den Berg anzuzünden, aber der Glaube war stärker als irgendwelche Verbote und es wurden weiter Feuer gelegt. Um den Menschen die Angst vor den bösen Geistern zu nehmen, entschlossen sich die umliegenden Tempel, Schreine und Stadtvertreter dazu, den Berg kontrolliert in Brand zu setzen und war nun ein festes Ritual, das Wakakusa Yamayaki.
Mal ohne jeglichen Aberglauben betrachtet, könnte es auch einfach sein, dass das alte Gras einfach angezündet wurde um dem neuen frischen Gras Platz zu schaffen, noch ein paar Nährstoffe zur Verfügung zu stellen und dabei gleich noch Schädlinge zu reduzieren, aber das klingt viel zu nüchtern.

Es gab tagsüber immer mal kurze Regen-/Schneeschauer gegeben und auch bei der Ankunft in Nara kam wieder eine dunkle Wolke angezogen.



Das ist der Wakakusayama mit dem braunen Gras, das heute abgefackelt wird.


Danach kam aber nichts mehr und es hat bis auf ein paar Wölkchen aufgezogen und so gab es noch einen netten Sonnenuntergang.





Zum einen gibt es das Ritual am Schrein, wo das Feuer entzündet wird und dann noch am Berg eine Art Danksagung an die Feuerwehrleute der Gemeinde.





Danach haben sich einige Feuerwehrleute auf den Weg gemacht und rings um die Grasfläche verteilt. Auf der Leinwand wurde die Entzündung des Feuers und die Prozession zum Berg gezeigt. Am Ende der Prozession am Berg ein Holzhaufen angezündet, an dem Feuer werden dann die Fackeln für das Yamayaki entfacht. Es beginnt dann auch das 15-minütige Feuerwerk auf dem Berg.





Dann machen sich weitere Feuerwehrleute auf den Weg und verteilten sich ebenfalls und zünden gleichzeitig den Berg an.





Trotz der geschätzten 50m Entfernung hat man die Wärme des Feuers gespürt und das war sehr angenehm, denn es ist unter dem wolkenlosen Himmel verdammt kalt geworden.





Das Feuer hat sich dann in einem gemütlichen Tempo den Berg in Brand gesetzt und dann ging es zurück in den Nara-Park für Fotos aus der mittleren Distanz.

 

plotz

Erfahrenes Mitglied
26.05.2015
832
0
Wenn der Berg gerade nicht brennt, bietet er auch einfach einen schönen Block über Nara und ein paar Bänke :D.
Ich habe schon auf dem heiligen Gras gesessen, die Geschichte kannte ich bis gerade aber noch nicht!
 

skyman

Reguläres Mitglied
14.06.2017
69
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OKJ/ITM
Laternenfest im Kasuga Taisha
Am 3. Februar zum Setsubun Fest und Mitte August zum Obon Fest werden die über 3000 Stein- und Metalllaternen des Kasuga Taisha angezündet.
Da es mit Kerzen gemacht wird, sorgt das Flackern der Laternen für eine sehr schöne Atmosphäre. Es gibt auch so gut wie kein elektrisches Licht, nur an Stolperstellen und die Hauptwege durch den Park sind beleuchtet.
Jede Laterne sieht anders aus, da sie den Wunsch von einer Person/Firma symbolisieren. Es ist ähnlich wie mit den Holztafeln nur etwas teurer und aufwendiger. Vor grob 100 Jahren als man noch mehr Zeit hatte, wurden die Laternen im Tempel noch jeden Abend angezündet.
















Viele der Metalllaternen sind mit vielen Details bestückt und schön anzuschauen.










Da Stative im Schrein verboten sind, kommt man relativ schnell an Grenzen ohne verwackelte oder verrauschte Bilder zu machen.
Was sehr gut war, ein paar Minuten nachdem wir im Schrein waren, wurde der Zugang gesperrt und auch nicht mehr aufgemacht. Es war auch noch lange nicht die ofizielle Schließzeit erreicht, aber warum zugemacht wurde, Keine Ahnung. Uns hat es jedenfalls sehr gefreut, weil es leer geworden ist und in aller Ruhe die Runde durch den Schrein gehen konnten.
 

dplane

Erfahrenes Mitglied
04.01.2017
1.080
12
Das interessiert, bitte mehr davon.

Du schreibst von Reisen, aber hast Du noch andere Verbindungen nach Japan? Oder ist es die Faszination, die Dich so oft dort hinzieht? Jeden bekannten Tourispot in JP mindestens einmal besucht zu haben ist, losgelöst von der Definition, schon eine Ansage.
 
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plotz

Erfahrenes Mitglied
26.05.2015
832
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Das interessiert, bitte mehr davon.

Du schreibst von Reisen, aber hast Du noch andere Verbindungen nach Japan? Oder ist es die Faszination, die Dich so oft dort hinzieht? Jeden bekannten Tourispot in JP mindestens einmal besucht zu haben ist, losgelöst von der Definition, schon eine Ansage.

Falls Du mobil im Forum unterwegs bist: Der User hat als Standort OKJ/ITM - Okayama/Osaka Itami da stehen. Deutet auf einen Lebensmittelpunkt dort hin :) .
 

dplane

Erfahrenes Mitglied
04.01.2017
1.080
12
Hatte ich vernommen, aber bei manchen ist das ja nicht so ganz ernst ausgefüllt. Außerdem ist die Geschichte hinter den Kürzeln meist interessanter, daher die Frage.
 

skyman

Reguläres Mitglied
14.06.2017
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OKJ/ITM
Die Tourisports habe ich für mich mal so definiert, dass was der Tourist aus dem Westen in ein oder zwei Wochen in Japan sehen will. Also entlang der Shinkansenstrecke von Tokyo nach Hiroshima.
Wie so oft war am Anfang das Interesse da, dann hat sich eine Möglichkeit ergeben nach Japan zu gehen. Habe in einer anstrengenden Aktion die Sprache auf Minimumniveau gelernt. Dann bin ich durch glückliche Umstände in der Präfektur Okayama gelandet.
Das soll es dann auch dazu gewesen sein, denn es geht ja um den Reisebericht.
 

asahi

Erfahrenes Mitglied
08.04.2010
2.607
0
Wismut Aue
Mehr mehr mehr...
Danke für die Eindrücke abseits der üblichen Pfade.
Den Berg habe ich schon erklommen und den Schrein besucht, aber von dem Ritualen habe ich zuvor noch nichts gehört.

Freue mich schon auf den nächsten Bericht.
 
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skyman

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14.06.2017
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OKJ/ITM
Iwate Tsunami Museum in Rikuzentakata

Jetzt etwas das mir sehr am Herzen liegt und jedes Mal wenn ich mir die Bilder anschaue, vergeht mir vieles. Ich kann jedem bei einem längeren oder einer wiederholten Reise nur empfehlen an die Sanriku-Küste zu fahren. Die große Erdebene von 2011 hat deutliche Spuren hinterlassen und wenn man die Straße entlang fährt überkommt einem ein ungutes Gefühl.
Das was einem als erstes beim Fahren auffällt sind die Schilder, die die Überflutungszonen markieren. In einigen Buchten sieht man noch nicht mal das Meer und es sind noch gute 20 Meter Höhenunterschied bevor man das Meeresniveau erreicht, da musste ich schon schlucken. Man hat es zwar schon gelesen und gehört, aber wenn man diese Dimensionen dann selber in echt sieht, ...
Im Herbst 2019 wurde in Rikuzentakata ein Museum, Raststation und ein Memorial Park eröffnet und das war auch einer der Gründe warum ich da hingefahren bin. Das Ziel von dem Museum ist, nicht zu vergessen welche Gefahr von so einem Tsunami ausgeht. Denn viele Leute haben ihn komplett unterschätz. Es gab zwar lange keinen großen Tsunami an der japanischen Küste, aber der Tsunami von 2004 im Indischen Ozean war noch nicht solange her.

Aber nun zu dem Museum und Park.
Zuerst ging es in den neu angelegten Park. Er war noch nicht sehr schön, zum einen durch die Jahreszeit und es noch sehr viel gebaut und Bäume gepflanzt wurden. Es war nur der Zentralebereich mit den Gedenkmöglichkeiten fertig.








Und der Blick zurück auf der rechten Seite ist das Iwate Tsunami Museum und links ist die neue Raststation.




Das Stadtgebiet wurde durch aufgeschüttete Erde um bis zu 10 Meter angehoben, darum wirkt es teilweise nicht mehr so auf den Bildern. Der rote Strich an dem Gebäude im 45° Winkel markiert in etwa die Höhe des Tsunamis mit fast 15 Meter und die Anlaufhöhe an den Bergen erreichte teilweise 17 Meter.
Das Gebäude war die alte Raststation und der Aussichtspunkt oben drauf zur Evakuierung bestimmt und es befanden sich auch auf den obersten Treppenstufen ein paar Menschen.




Und der Blick vor der Schutzmauer. Es wurde auch wieder neue Kiefern gepflanzt, das in einigen Jahrzehnten wieder der Schutzwald Takata Matsubara entsteht.




Die letzten Reste vom vorherigen Kiefernwald




Dann wäre da noch eines der Hoffnungssymbole für die Menschen nach der Katastrophe.
Kiseki no Ipponmatsu - Das Wunder der einen Kiefer
Direkt an der Küste befand sich ein großer Schutzwald aus über 70.000 Kiefern und einem schönen weißen Sandstrand. Doch durch den Tsunami wurde der komplette Wald und die Sandbank auf der er sich befand weggespült. Nur dieser einzige Baum hat den Tsunami überstanden und ist stehen geblieben.
Diese Standhaftigkeit haben die Bewohner als Vorbild und Wunder wahrgenommen. Doch da der Tsunami den Boden versalzte, ist auch dieser eine Baum nach einem guten Jahr abgestorben. Die Kiefer wurde gefällt, abtransportiert, ausgehöhlt, nachgebaut und wieder aufgestellt.




Und das ist die ehemalige Jugendherberge, die so gelassen wurde wie sie nach dem Tsunami war. Im Hintergrund sieht man das neue Fluttor für den Fluss.




Das Museum ist nicht sehr groß, aber fein. Es ist alles ins Englische übersetzt und die Videos untertitelt. Es gibt viel zu lesen und einige Videos, da hält man sich aber zurück.
Im Eingangsbereich wird generell etwas zu Erdbeben und Tsunamis erklärt und eine Visualisierung von dem Erdbeben wie sich die Platten bewegt haben.
Das demolierte Feuerwehrauto steht für zahlreichen freiwilligen Feuerwehrleute die gestorben sind. Das waren diejenigen die zu den Fluttoren gefahren sind und diese von Hand geschlossen haben. Auch zu dem Fluttor in Rikuzentakata sind sie gefahren, da es sich nicht automatisch geschlossen hat und als sie gerade dabei waren es zu schließen kam der Tsunami und hat das Fluttor überspült und die Feuerwehrleute mit sich gerissen.




In den Tagen danach ist es zusätzlich auch noch kalt geworden und es hat angefangen zu schneien. Es war auch nicht möglich sofort den Menschen zu helfen, weil die Straßen mit dem Geröll der zerstörten Städte blockiert waren. Dieser musste zuerst mit Schneepflügen, Baggern und Bulldozern beiseite geräumt werden.





Durch die Auswertung von Handydaten wurde eine Karte erstellt wer sich wie bewegt hat. Das erschreckende ist, viele Leute waren in einer sicheren Zone, aber fahren in das Überflutungsgebiet, um nach ihren Wohnungen, Geschäften, Familien, Tieren oder anderes zu schauen. Eltern wollten zu ihren Kinder fahren und diese mitnehmen, aber die wurden bereits von der Schule oder Kindergarten in höhere Gebiete evakuiert und haben überlebt, aber die Eltern sind bei der Suche gestorben. Viele haben auf den Flutschutz vertraut und in der ersten Warnung wurde vor einer Wellenhöhe von wenigen Metern berichtet und so haben nur wenige die Gefahr eines Tsunami ernst genommen. Wie es auch ein paar traurigen Berichten von Überlebenden bzw. Verstorbenen erzählt wird.




Auf mich hatte das Museum eine ähnliche Wirkung wie die Museen in Hiroshima und Nagasaki. Ich habe ein paar Freunde die damals in der Gegend gelebt haben und zwei davon sind so traumatisiert, dass sie bei jedem spürbaren Beben, in Panik geraten und Angst haben es wird wieder ein großes Erdbeben.
 

PAXfips

Erfahrenes Mitglied
15.12.2016
1.420
1
HAM
Ah, wow. Chris ("Abroad in Japan" bei YT) hatte die Tage auch eine Wiederaufbau-Doku in Tohoku erstellt.

Bitte mehr von solchen "unueblichen" Orten!
 
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skyman

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14.06.2017
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OKJ/ITM
Sanriku-Küste Teil 1

An der Sanriku-Küste war ich mit Mietwagen unterwegs. Mit dem Zug ist es schon sehr schwierig viel zu sehen. Während meiner zweiten Reise dahin bin ich auch noch Abschnittsweise den Wanderweg, welcher von Hachinohe bis nach Soma führt, gelaufen.
Aber was soll ich jetzt dazu schon schreiben, wenn Bilder so viel mehr sagen.

Die Ryusendo Höhle in Iwaizumi.
Die klaren Wasserhöhlen am Ende waren Imposant und nach Regen fließt auch Wasser durch die Höhlen, bei mir war es nur ein kleines Bächlein.





Die Klippen an der Steilküste sind bis zu 200m hoch.










Dieser Abschnitt war vor dem Erdbeben ein Teil des Wanderweges, aber durch die Absenkung kommt man nach den Tunnel nicht mehr trockenen Fußes an sein Ziel. Auf dem vorherigen Bild sind die beiden Tunnel auch unten links zu sehen.




Aber auch in den Tunneln sollte man auf das richtige Timing achten, um nicht nass zu werden.






Da sie nicht mehr gepflegt werden, sammelt sich ein Menge Treibgut darin.





Licht am Ende des Tunnels.






 

skyman

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14.06.2017
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OKJ/ITM
Sanriku-Küste Teil 2

Zeitig aufstehen lohnt sich für den Sonnenaufgang, dann im Onsen hübsch machen, frühstücken und kurz nach 8 Uhr aufbrechen. Man möchte ja auch etwas vom Tag haben. In der Nacht hat es nochmal etwas geschneit und es war alles leicht angezuckert, was sich aber leider auch schnell aufgelöst hat.




Und jetzt kommt eine kleine Flut an Bildern, die entlang der Steilküste entstanden sind, welche den nördlichen Teil der Sanriku-Küste ausmacht.
























In den Buchten und vor der Küste sind viele Fischer unterwegs, die viel Meeresgetier an Land bringen, was es dann als Leckerei im Hotel gibt.








Aber auch an Land wir geduldig auf ein paar Fische gewartet, dass es dann zu Hause was leckeres gibt.

 

skyman

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14.06.2017
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OKJ/ITM
Sanriku-Küste Teil 3


Der Wanderweg an der Küste sollte man sich nicht als gut ausgebauten Weg zum laufen/spazieren vorstellen. Es ist ein Trekkingpfad mit ordentlichen Steigungen, schmalen Abschnitten und von Stein zu Stein springen, aber leider auch mal entlang der Straße. Nichts desto trotz hat sich jeder Meter auf diesem Weg gelohnt.
Auf dem Weg von Kitayamazaki nach Tanohata sind auch zwei Tunnel Teil des Weges. Zuerst musste ich aber wieder runter auf Meereshöhe und diese rund 70m sind nach 150m laufen überwunden. Danach versperrt nur noch ein großer Felsen den Weg bei Ebbe kann man noch davor langlaufen. Aber ist gerade Flut oder hohe Wellen, geht es nur noch über diese Leiter weiter.




Der erste Tunnel ist 160m lang und es geht nicht nur geradeaus und so wird es Stockdunkel, dass ich nicht mal mehr die eigene Hand sah. Bei mehr als 1,50m Körpergröße würde ich auch nicht das Risiko eingehen, aufrecht durchzulaufen.




Nachdem Tunnel muss dieses Geröll überquert werden. Am Anfang bei den kleinen Steinen ist es noch einfach, aber bei den großen Steinen werden auch die Abstände und Höhenunterschiede zwischen den Steinen größer.




In der Bucht liegt dann auch diese komplette LKW Antriebsachse samt Blattfedern. Ich vermute, dass sie vom Tsunami dahin gespült wurde, denn anders kann ich es mir nicht erklären.




Nochmal ein Blick zurück.




Und dann geht es weiter in den nächsten über 200m langen Tunnel.




Am Ende ist man wieder an einem verlassenen Strandabschnitt und ein gutes Plätzchen zum übernachten.






Auf der anderen Seite des Strandes ist wieder eine hohe Klippe und so richtig wusste ich erst mal nicht wie es da weitergeht, bis ich dann etwas abseits diese Leiter entdeckt hatte, um die Klippe hoch und gleich wieder runter zulaufen.




Ich habe es bestimmt schon mal geschrieben, aber der Wanderweg ist sehr schön und man hat ihn weitestgehend für sich alleine. Abgesehen von den wenigen Stellen wo eine Straße hinführt, habe ich in 2,5 Tagen auf dem Weg zwei Japaner getroffen und westliche Touristen überhaupt nicht die gesamte Zeit.



Das ist die Bucht von Jodogahama einer der besten Strände Japans.




Aber nicht weil es ein schöner Sandstrand ist, vielleicht in ein paar tausend Jahren ist er das. Jetzt ist es die Lage, die diesen Strand ausmacht. Komplett ruhiges Wasser und die schroffen Felsen, die aus dem Wasser aufragen und sich im Wasser spiegeln, hat durchaus etwas Beruhigendes. Der Name kommt auch aus dem Buddhismus und man darin das "Reine Land" gesehen. Die Steine und das ruhige Wasser fordern einen auch förmlich dazu auf ein paar Steine flitschen zu lassen.









Es gibt einige Möwen in der Bucht, die aber nicht frech oder aufdringlich sind. Sie machen bei den kleinen und großen Booten mit Touristen sowieso mehr Beute, weil da werden fleißig Cracker verteilt.




Ich hatte dann noch auf einen schönen Sonnenuntergang gehofft, aber es schien eine langweilige Sache zu werden, weil kein Wölkchen am Himmel war. Aber dann hat sich zumindest noch ein kräftiger Lilastreifen am Himmel gebildet






Das ist die Bucht von Miyako mit der neuen noch nicht fertigen Tsunamimauer. Es fällt mir schwer vorzustellen, dass es durch so eine Mauer bei dem nächsten ähnlich hohen Tsunami weniger Schäden gibt. Von daher kann ich es verstehen, wenn die Einwohner nicht so eine Mauer dahin gesetzt bekommen wollen und vielleicht sogar irgendwann wieder für ein falsches Sicherheitsgefühl sorgt.






Am letzten Tag konnte ich noch von dem kleinen Außenbereich des Onsens genießen. Es passen 4-5 Leute rein und war auch schnell voll. Die Musik zu dem Time Lapse Bideo konnte ich mir nicht verkneifen und es hat auch zeitlich ganz gut gepasst.




Von Ofunato aus ist es nicht weit zur Goishi Küste



 

skyman

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14.06.2017
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OKJ/ITM
Vor zwei Jahren war mein Ziel die Alpenroute und das Frühlingsfest in Takayama.
Mein Lager für diesen Trip habe ich in einem Hotel nahe dem Bahnhof in Toyama bezogen. Eigentlich war der Plan sich auch noch in der Gegend die Kirchblüten anzuschauen, aber nach einem kalten Winter mit viel Schnee kam der Frühling zeitig mit warmen Temperaturen. Und so war die Blüte fast zwei Wochen eher als "normalerweise" und leider schon lange vorbei.

Am 14.4 war wieder zeitig aufstehen angesagt, frühstücken und dann ging es mit dem Hida Express nach Takayama. Der Zug war sehr gut gefüllt und es wurde zahlreich gestanden. In der Altstadt von Takayama wurde versucht der alte japanische Style zu bewahren. Die Stadt selbst ist noch traditionell mit engen Straßen und flachen Holzhäusern, aber es ist sehr touristisch und da kommt bei mir nicht so recht Charme auf. Natürlich bin ich genauso auch ein Tourist. Ich sehe das Problem auch mehr in den Reiseführern und Reiseanbietern, überall wird Takayama als die idyllische, verträumte traditionelle Stadt Japans schlecht hin angepriesen. Da will dann auch jeder mal hin und so wird es mehr ein Vergnügungspark als irgendwas Authentisches.

Der religiöse Teil des Festes ist die Prozession des Kami aus dem Schrein in einem Mikoshi durch die Stadt geführt und nach dem Fest wieder zurück in den Schrein geschafft. Mit traditionellen japanischen Instrumenten und Trommeln wird Musik gemacht und für die richtige Atmosphäre gesorgt. Dazu führen Drachen Tänze auf und alle warten darauf, dass der Kami aus dem Schrein geführt wird und seinen Platz im Mikoshi bezieht.




Und dann ist es soweit mit dem Tuch wird der schüchterne Kami vor neugierigen Blicken und Kameras geschützt.




Nun wird der Mikoshi durch die Stadt geschoben und der Oberpriester hinterher mit einem wachen Blick auf seinen Kami. Direkt nachdem Schrein gibt es eine kurze steile Stelle, wo mit viel Manneskraft alles gegeben wird, dass sich der schwere Mikoshi nicht verselbstständigt und gegen eine Wand prallt.




Der andere Teil des Festes sind die Festwagen, die ebenfalls von ihren Garagen durch die Stadt zu einem Platz geschoben werden. An diesem Platz gibt es dann eine Karakuriningyou Aufführung, dass wird aber für nicht wenige nach 10 Minuten recht schwere Kost werden. Karakuriningyou (mechanische Puppe) sind Puppen die aufwendige Bewegungsabläufe automatisch aufführen. Technisch sehr aufwendig und schon Meisterwerke, aber zum anschauen sehr langatmig das Ganze.




Es werden alle Festwagen präsentiert und können betrachtet werden.






Am Nachmittag werden die Festwagen dann wieder zu ihren Garagen geschoben und mit Laternen geschmückt, um sie dann am Abend beleuchtet durch die Straßen zu schieben.




Doch dann hat leichter Regen eingesetzt und die Wagen wurden sehr schnell in die Garagen gebracht und die empfindlichen Puppen und Verzierungen mussten schnell mit Jacken, Tüchern und Folien geschützt werden.



Ich habe mich in einem Soba Restaurant niedergelassen, gestärkt und die Ankündigungen zum Festival beobachtet und dann kam auch die Meldung, dass das Abendprogramm abgesagt ist. Da machte sich Enttäuschung breit, denn das wäre das Highlight des Festes gewesen.

Na gut dann kann ich mich auch auf den Weg zum Bahnhof machen und mit dem Express Zug zurück nach Toyama fahren und nicht mit dem letzten Lokal Zug. Der Bahnsteig war brechendvoll, zum Glück sind es nur 1,5 Stunden Fahrzeit. Es war dann schon 20 Minuten nach der Abfahrtszeit und kein Zug. Ich hab dann bei JR Central nachgeschaut und es war ein Erdbeben und darum verspätete sich der Zug. Nach einigen weiteren Minuten kam dann der Zug und auch eine Durchsage auf Japanisch, nicht einzusteigen und der Zug nach Nagoya fährt. Versucht irgendjemanden vom Personal in der Menschenmenge zu finden, gefunden und gefragt was denn los sei und warum nicht nach Toyama. Die Strecke ist zwischen Inotani und Toyama wegen Sturm gesperrt und heute fährt kein Zug mehr nach Toyama. Bei geschätzt 98% der Leute am Bahnsteig regte sich nichts und warteten darauf, dass sie in den Zug können. Ich bin dann erst mal zurück zum Schalter in der Hoffnung mehr Infos zu bekommen. Es nur wenig am Schalter los und wirklich mehr Infos gab es nicht, außer dass der Lokal Zug nach Inotani noch fährt und auch noch wartet. Nachgeschaut ob ich dann irgendwie von Inotani nach Toyama weiterkomme und welch Glück es gibt einen Bus der fährt. Die Fahrkarte zurückgeben und eine nach Inotani gekauft. Ich habe dann noch ein paar Leute über die Situation informiert und dann mitgekommen sind. Bei der Abfahrt des Lokal Zuges war der andere Bahnsteig immer noch voll mit Leuten, es tat mir zwar Leid, aber alle hätten auch nicht mitkommen können. Im Zug habe ich dann noch von Einheimischen erfahren, dass es auf der Strecke häufig passiert, dass sie gesperrt wird und nicht nur bei Sturm sondern auch bei etwas stärkerem Wind. In Inotani hat es dann zwar etwas mehr geregnet und es war etwas Wind, aber in Allem nichts Außergewöhnliches. Nach langer Wartezeit kam dann der Stadtbus und die geschätzt 50 Leute waren glücklich im Bus zu sein. Toll war, dass der Busfahrer an den Haltestellen in Toyama zusätzlich noch die Hotels angesagt hat, die in der Nähe waren.
Die japnische Eisenbahn ist nicht so fantastisch wie oft gesagt wird. Und nicht nur auf den konventionellen Strecken sondern auch auf den Shinkansen Strecken hatte ich schon Verspätungen und ausgefallene Züge. Und wie in Japan üblich sobald etwas vom Plan abweicht, wird es kompliziert und der Service hört auf. Ich will nicht sagen, dass JR richtig schlecht ist, aber es ist auch nicht so phänomenal super.


Am nächsten Tag ging es wieder zeitig raus aus den Federn und nach einem schnellen Frühstück sollte es zum Bahnhof gehen. Doch daraus wurde nichts, in der Nacht und auch noch aktuell gab es starken Schneefall und die Straße nach Murodo nicht befahrbar. Die Straße wird beräumt sobald es aufgehört hat zu schneien und man hofft, dass sie morgen wieder frei ist. Okay, alle Hoffnungen auf morgen setzen und das Hotel in Toyama um eine Nacht verlängern hat geklappt, aber das Hotel für die Nacht in Matsumoto verwigerte die späte Stornierung. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es dann nach Takaoka und Kanazawa.








Am Abend gab es noch keine neue Meldung über den Zustand der Straße und so ging es zeitig ins Bett mit voller Hoffnung auf den morgigen Tag.
 

sithlord

Aktives Mitglied
06.12.2010
129
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Eine Frage, die mich bei deinen detaillierten Schilderungen innert wieder beschäftigt ist, ob du die Landessprache ggf sogar fließend beherrschst. Oder wie kommst du auf diese tollen Reiseideen, dass ja wirklich weit von der üblichen Touristenvorstellung entfernt liegen.
 

foobar212

Erfahrenes Mitglied
04.08.2016
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Eine der schönsten Berichte hier, macht Lust auf eine (hoffentlich bald wieder mögliche) Reise gen Osten. Danke,
 
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asahi

Erfahrenes Mitglied
08.04.2010
2.607
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Wismut Aue
Wieder ein beeindruckender Bericht.

Ich war 2017 beim Frühlings Matsuri in Takayama. Hatte rechtzeitig bezahlbare Hotels ergattern können und war vom 13.-15. April vor Ort. Dieses Jahr hatte ich auch wieder geplant das fest zu besuchen. Corona hat aber einen strich durch die Rechnung gemacht.
Schade das es bei deinem Besuch mit dem Wetter nicht gepasst hat. Ich hatte damals Glück und durch die Übernachtung vor Ort konnte ich jeweils am Morgen die Wagen ohne Menschenmassen begutachten.

Eine Frage, die mich bei deinen detaillierten Schilderungen innert wieder beschäftigt ist, ob du die Landessprache ggf sogar fließend beherrschst. Oder wie kommst du auf diese tollen Reiseideen, dass ja wirklich weit von der üblichen Touristenvorstellung entfernt liegen.
Ich spreche mal für mich, da ich auch schon viele abgelegene Regionen abgeklappert habe. So habe ich eine Fremdsprachenphobie. In der Schule hatte ich kein englisch (DDR) und von den jeweiligen Landessprachen der besuchten Länder kann ich maximal 10-20 Höflichkeitsfloskeln.
Das wichtigste ist die Vorbereitung. Das ist im Internetzeitalter recht einfach, da die wichtigsten Informationen überall verfügbar sind. Den Rest macht das Übersetzungsprogramm und der gesunde Menschenverstand
 
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Reaktionen: DavidHB und skyman

skyman

Reguläres Mitglied
14.06.2017
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OKJ/ITM
Eine Frage, die mich bei deinen detaillierten Schilderungen innert wieder beschäftigt ist, ob du die Landessprache ggf sogar fließend beherrschst. Oder wie kommst du auf diese tollen Reiseideen, dass ja wirklich weit von der üblichen Touristenvorstellung entfernt liegen.

Ich spreche die Sprache, aber als notwendig für die Reise selbst würde ich das absolut nicht erachten. Vielleicht nehme ich es auch nicht mehr wahr, wenn etwas nicht auch in Englisch da steht. Aber ansonsten kann ich asahi nur zustimmen.

Ich war 2017 beim Frühlings Matsuri in Takayama. Hatte rechtzeitig bezahlbare Hotels ergattern können und war vom 13.-15. April vor Ort.

Ein Hotel in Takayama ist schon besser für das Fest, aber da es an einem Wochenende war, ist es nochmal schwerer also so schon. Da aber auch die Alpenroute der eigentliche Hauptgrund für den Trip war, machte sich Toyama als Basis einfach besser. Bei schönem Wetter hätte es zumindest auch mit dem Nachteil geklappt, wäre nur deutlich anstrengender geworden als eine Übernachtung vor Ort, aber nichts geht über ein Schläfchen im Zug. :rolleyes:
 
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Reaktionen: Konsul_0201 und asahi

skyman

Reguläres Mitglied
14.06.2017
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OKJ/ITM
Augen aufgemacht und gleich einen Blick auf die Statusmeldungen geworfen...Mist die Straße ist immer noch gesperrt. Erst mal frühstücken und die Meldungen weiter beobachten und dann kam die Erlösung, die komplette Route ist geöffnet. Frühstück abgebrochen, Tasche geholt, ausgechekt und im flotten Schritt zum Bahnhof. Es standen noch nicht sehr viele Leute am Ticketschalter an und so konnte ich ein Ticket für 8:40 mit der Standseilbahn ergattern und die Alpenüberquerrung konnte starten.
Da es durch die gestrige Absage der praktische Eröffnungstag der kompletten Route war, gab es entlang der Zugstrecke von Toyama nach Tateyama viele winkende Kinder und Erwachsene. Es ist schön zu sehen, wenn ganze Schulklassen, Firmen und Beamte sich zum kollektiven winken aufstellen und Tapeten mit Grußbotschaften hochhalten. Nach der Ankunft in Tateyama hatte ich noch etwas Zeit bis meine Bahn die 487m den Berg nach Bijodaira hinaufgezogen wird.




Im Waggon wurde jeder Quadratmeter Platz voll ausgenutzt und Fotos während der Fahrt ein Ding der Unmöglichkeit. Es gab aber auch noch nichts Aufregendes zu sehen und so ging es dann nach der Ankunft zügig zum Ausgang und rein in den Bus. Kurze Zeit nach dem losfahren türmten sich rechts und links der Straße die Schneewände auf. Das sah schon mal vielversprechend aus nur das Wetter wollte mir nicht so recht gefallen.




Es gab dann einen Blick auf den Shōmyō-taki mit 350m höchsten Wasserfall Japans. Rechts daneben stürzt der Hannoki-taki 500m in die tiefe, aber dieser Wasserfall entsteht nur während der Schneeschmelze von April bis Juni und ist deshalb nicht offiziell der eigentlich höchste Wasserfall.




Und dann ging es in die Wolken rein und die Sicht war nur noch sehr begrenzt. In einem Video wurde erzählt was ich hätte alles sehen können bzw. wie es im Sommer und Herbst aussieht. Das einzige was ich aber sah waren Schneewände die immer höher wurden, am Anfang konnte ich noch drüber schauen, aber bald war der Bus kleiner als die Schneewand und dann ging auch das nicht mehr. Aber die Wolken waren nur tiefhängend und es war traumhaftes Kaiserwetter.




Im Murodo Stationsgebäude war dann etwas Betrieb, aber ich hatte es mir sehr viel schlimmer vorgestellt. Ich habe mir auf der Terrasse erst mal einen Überblick verschafft. Dabei habe ich festgestellt, es fühlt sich nicht wie knapp über 0°C an und die Sonne brennt ordentlich im Gesicht.






Danach ging es zu der "Hauptattraktion" Yuki no Otani (Schneetal). Zuerst vorbei an einer der Schneefräsen die in Zusammenarbeit mit Baggern und Radladern von Ende Februar an die Straßen und Flächen beräumen.




Die Scheewand war bei mir bis zu 17m hoch. Im Jahr davor 19m und dieses Jahr 15m.








Das sollte mir dann davon auch reichen und habe mich auf den Weg zu meiner Hauptattraktion gemacht, durch die Schneelandschaft wandern, die Stille genießen und nur das knirschen des Schnees hören.
Davor geht es hinter der Station noch durch das kleine Schneetal bis man oben auf dem Schnee ist und vorbei an einem Hotel, welches gerade befreit wird oder noch befreit werden muss.








Mit jedem Meter weiter weg von der Station werden es weniger Leute bis nur noch ein paar andere Wanderer oder Skifahrer übrig bleiben. Am Anfang sind die Wege noch mit Stäben abgesteckt und etwas verdichtet, aber das fällt dann auch weg und bewegt sich auf teilweise unberührten Schnee.
Das ist der Tateyama bzw. Mount Tate und zusammen mit dem Fujisan und Hakusan gehört er zu den Sanreizan (drei heiligen Berge).





Blick zur Yuki no Otani


Entlang der Kante


Da ist der See Mikuriga




Den Skifahrern hinterher




Aber nichtmal hier liegt im Tal der Hölle (Jigokudani) Schnee







Auf dem Rückweg bin ich noch den Panoramawalk gelaufen. Das Panorama in der Natur hat mir zwar besser gefallen, aber am Yuki no Otani entlang und in die Schlucht reinschauen hat auch was, auch wenn da wieder deutlich mehr Leute sind.








Es ging dann zurück in die Station und abwärts in den Untergrund und von da mit einem Oberleitungsbus durch das Tateyama Massiv, um am Ende an der Bergstation der Tateyama Seilbahn anzukommen. Von der Terrasse sieht man einen kleinen Teil des Kurobe Stausees und dass die Seilbahn ohne Stützen auskommt.






Blick von der Talstation zur Bergstation die eigentlich eher eine Mittelstation ist.




Von da geht es wieder unter die Erde und die Kurobe Standseilbahn fährt in einem Tunnel zum Kurobe Staudamm.




Der Staudamm ist der größte in Japan, aber verglichen mit anderen aber winzig. Zu der Zeit konnte ich nur auf der Krone laufen und zu der oberen Aussichtsterrasse. Alle anderen Wege sind noch wegen Eis und Schnee gesperrt.
Im Winter wird viel Platz im See für das Schmelzwasser und die spätere Regenzeit gelassen, um dann Ende Juni die Schlusen zu öffnen und bis in den Oktober wieder abfließen zu lassen.






Auf der letzten Etappe bin ich dann wieder mit einem Oberleitungsbus in durch den Berg nach Ogizawa gefahren. Dieser Tunnel wurde für den Materialtransport des Staudammes gebaut, aber die touristische Nutzung war auch damals schon klar. Seit 2019 fahren keine Oberleitungsbusse mehr sondern Elektrobusse auf der Strecke.




 

foobar212

Erfahrenes Mitglied
04.08.2016
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Ich kann es nur schwer in Worte fassen, aber das japanische Design weckt bei mir immer ganz schnell Sehnsuchtsgefühle. Selbst bei so banalen, unemotionalen Dingen wie den Fahrzeugen, Maschinen und Schildern. Auch beim Staudamm habe ich das Gefühl, dass der bei uns ganz anders aussehen würde.
 
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skyman

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14.06.2017
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Kann dich sehr gut verstehen. Es ist so, als wäre trotz technischen Fortschritts die Zeit stehen geblieben und auf alt (bewährte) Sachen gesetzt wird.
Es ist andersherum aber genauso und Japaner sind vom deutschen Design und Städten begeistert. Es ist eben das andere, was uns fasziniert.
 
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skyman

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14.06.2017
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OKJ/ITM
Ich bleibe in der Präfektur Toyama, aber nun im Spätsommer durch die Kurobe Schlucht mit der Schmalspurbahn.
Von Toyama ging es eine kurze Fahrt mit dem Shinkansen bis nach Kurobe-Unazukionsen und von da weiter mit der Toyoama Chiho Railway nach Unazukionsen.

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Hier ist der Startpunkt der Schmalspurbahn durch die Kurobe Schlucht. Die Strecke wurde in den 20er Jahren begonnen zu bauen, um den Bau des Staudammsystems zu realisieren. Auch heute wird neben den vielen Touristen noch Material, Geräte und Arbeiter für den Betrieb des Dammsystems befördert.

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Das kleine kräftige Eisenschwein für die Fahrt und bevor es losgeht, wird, wie es sich gehört, einmal Sauber gemacht.

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Die Strecke bis Keyakideira führt über viele Brücke und Tunnel, entlang an Berghängen, Stauseen und natürlich dem Kurobegawa.

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Nach der Ankunft an der Endstation bin ich in der nahen Umgebung herumgelaufen. Es gibt aber nur zwei Routen die man laufen kann. Die erste Route führt an einem Nebenfluss lang bis zum Babadani Onsen. Der andere Weg verläuft unten am Kurobegawa zur Sarutobikyo und auf dem Rückweg habe ich einen Stopp am Fußbad eingelegt und etwas entspannt.

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Es gibt auch noch eine 3 Route und das ist die interessanteste und zwar zum Kurobe Damm. Der Trail ist 25km lang und den will ich sehr gern in Zukunft noch laufen.
Da die Eisenbahn für den Bau des Kurobe Dammsystems errichtet wurde, kann sie nicht 25km vorher aufhören. Macht sie auch nicht und über einen Aufzug geht die Strecke weiter bis zum Kurobe Damm. Dieser Teil war und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Es gibt nur geführte Touren für die man sich bewerben kann und mit etwas Losglück kann man an so einer Tour mitmachen. Ich hatte nicht das Glück, aber es konnten damals auch nur rund 2000 Personen im Jahr diese Tour machen. Mittlerweile hat man es auf deutlich mehr aufgestockt (10000?), die genaue Zahl weiß ich nicht mehr.
Aber bis 2024 soll diese Strecke soweit ausgebaut werden, dass sie der Allgemeinheit zugänglich gemacht wird und von jedem benutzt werden kann.

Auf der Rückfahrt bin zuerst bis nach Kanetsuri gefahren und runter zum Fluß gelaufen, wo sich ein Open Air Onsen befindet. Es ist aber mehr ein Fußbad und wurde so auch von mir benutzt. Am Rande des Flussbetts kommt heißes Quellwasser aus dem Boden und vermischt sich so mit dem kalten Flusswasser. So kann dann auch jeder nach seine persönliche Optimale Temperatur suchen.

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Danach ging es weiter zu Kuronagi Station mit der höchsten Brücke der Strecke und der kurvigen Station direkt davor.

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Mit der Erlaubnis des Stationsaufsehers ging es über die Gleise und den Berg hinauf und einen Wanderweg entlang zum Kuronagi Onsen.

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Und das ist das Rotenburo vom Kuronagi Onsen. Ich bin zur Rezeption gegangen hab die Tagesgebühr bezahlt und wunderbar entspannt. Es ist einfach fantastisch gelegen in dieser Schlucht direkt am Fluss.

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Die Zeit verging sehr schnell und so musste ich wieder zurück zur Station und zurück nach Unazuki fahren. Da hatte ich noch Zeit und hab noch ein paar Fotos von der Shin-Yamabiko Brücke gemacht.

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skyman

Reguläres Mitglied
14.06.2017
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Eine Stunde Zugfahrt von Fukuoka entfernt liegt die Stadt Kashima mit dem Yutoku Inari Jinja. Der Schrein ist auf Stelzen an einem Hang gebaut und auf der anderen Talseite blühen einige Kirschbäume.
Das wäre ein kleiner Ausflug von Fukuoka aus und könnte es mit Kurume/Saga verbinden oder macht einen Stopp auf dem Weg Richtung Nagasaki. Im März 2023 soll aber dann der Expresszug von Hakata nach Nagasaki eingestellt werden und nur noch bis Kashima fahren.

Das Torii und die Straße Souvenir- und Essensläden

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Die Haupthalle steht auf 18m hohe Hozlbalken an dem Hang

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Es war ein guter Zeitpunkt, weil die Kirschbäume angefangen haben ihre Blüten zu verlieren.

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Hinter dem Schrein gibt es noch Wege mit klienen Toriis und Schreinen den Hang hinauf.

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Die andere Talseite

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Wo es als nächstes hingehen soll

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Oben befindet sich ein kleiner Park, wo sich gut in kompletter Ruhe die Bentobox verspeisen lässt

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