„Influencer“ wollen gratis ins Luxushotel

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RayJo

Erfahrenes Mitglied
13.01.2018
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Habe das Thema die letzten Tage in der britischen Presse mitverfolgt. Die dortigen Kommentare sind da sogar mehr auf der Seite der Bloggerin. Der Hotelier hätte die ja durchaus ganz nett geschriebene Anfrage entweder einfach ablehnen, ignorieren oder auch annehmen gekonnt. Dadurch dass er so ein Bohei daraus gemacht hat, scheint er nun auch ein ziemlicher Wichtigtuer zu sein ...
 

bluesaturn

Erfahrenes Mitglied
27.05.2014
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Und wo ist der Unterschied, ob ein Youtube-"Star" ein Produkt bewirbt oder Jogi Löw sich Nivea im TV ins Gesicht schmiert oder Mila Kunis die Whiskey-Fässer bearbeitet?
Oder glaubt jemand, dass Mila Kunis wirklich bei Jim Beam arbeitet?
Werbung wird immer ihren Weg finden - und weil die Jungen mit dem altbackenen TV absolut nichts mehr anfangen können, muss es eben anders gehen.
Aber hier mit Wörtern wie degeneriert um sich zu werfen, zeigt schon wes Geistes Kind hier teilweise beheimatet ist...
De von dir genannten Personen machen nicht auf Kumpel oder beste Freundin, um dir dann das Produkt anzupreisen. Sie behaupten auch nicht, sie seien genauso wie die Zielgruppe. Werbung via Blog und YT ist subtiler als klassische im TV.

Re Bloggerin aus Irland: Warum zahlt sie denn nicht selbst im Vorfeld und wird irgendwie spaeter bezahlt? Aber nein, sie will ja alles gleich im Vorfeld umsonst.
 

Worldtraveler42

Erfahrenes Mitglied
15.02.2015
3.885
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MRS
Wo kommt eigentlich hier dieser Hass(?) auf neue Trends wie Vlogger, Instagram oder Influencer her?

Weiß gar nicht wo ich anfangen soll:

  • "Reviews" sind Dauerwerbesendung
  • Es wird selten darauf hingewiesen dass der beworbene Betrieb dafür zahlt. Die Werbung wird als vermeintlicher Test beworben
  • In den meisten Fällen mangelt es eh an Substanz. Wie soll denn auch jemand der die letzten zwei Jahren eine Diät bestehend aus Cup Noodles und McDonalds ein gutes Restaurant testen und ein Testurteil abgeben dass in Details geht
  • Diskreditiert Tester die es aus eigener Tasche zahlen.


Und wo ist der Unterschied, ob ein Youtube-"Star" ein Produkt bewirbt oder Jogi Löw sich Nivea im TV ins Gesicht schmiert oder Mila Kunis die Whiskey-Fässer bearbeitet?

Im TV ist Werbung eindeutig erkennbar. Die wenigsten Influencer erklären vorab dass es ein Werbefilm ist.
 
E

El_Duderito

Guest
Ich habe mir den Spass gemacht das 17 Minuten Video anzugucken. Als 30+ Jaehriger will man ja von der Business-Frau lernen wie social media geht.

Sie stellt sich als Opfer da. Die Welt (zumindest die Generation 30+) haette nicht verstanden wie social media geht. Sie fuehre selbst ein erfolgreiches Business, bla bla bla.
Und gleichzeitig stellt sie sich als '22 year old female' Opfer dar und drueckt auf die Traenendruese. Das ist natuerlich sehr professionell und ueblicher Business-Knigge.

Sie erwaehnt die Zusammenhaenge zwischen Publishern und Advertisern nicht - wahrscheinlich weil sie die nicht komplett verstanden hat. Sie glaubt wahrscheinlich wirklich, dass sie etwas ganz tolles selbst gebaut hat und dass sie alleine auf diese Idee gekommen ist.

Ohne ihren Content zu kennen glaube ich nicht, dass sie mehr gemacht hat als einen bekannten Pfad zu nehmen und ggf. eine bestimmte Nische (travel und beauty ist jetzt nicht wirklich neu) zu fuellen.

Natuerlich haben grosse Firmen (B2B) verstanden wie social media geht. Wenn grosse Firmen es nicht verstehen, dann kaufen sie eben kleine Startups.
Subjektiv gesehen muessen die Software-Anbieter ihren Kunden (Hotels, Airlines, Autovermietungen, Restaurants, Beauty-sonstwas, ...) erklaeren wie das ganze social media Zeug funktioniert (also Geld abwirft). Horden von Beratern verkaufen dann Werbeplaetze bei Groupon, Eatigo und Co oder haben in anderen Branchen auch riesige Projekte von denen man als Kunde nichts mitbekommt.

Beispiel: in Brasilien muessen die Telekommunikationsanbieter saftige Strafen zahlen, wenn die Leistung nicht korrekt erbracht wird. Die Kunden haben zum Teil herausgefunden, dass sie das (wie in Deutschland damals angeblich die AG-Hopper) ausnutzen koennen und die Kompensation kassieren koennen.
Als Telco geht man dann eben zu den grossen Consulting-Buden und sagt 'loest das Problem'. Diese haben einfach diverse interne Datenbanken mit dem national registry fuer besagte Beschwerden sowie social media gebuendelt. Heraus kommt ein System bei dem Kundenbeschwerden auf Twitter proaktiv behandelt werden, um Kompensationszahlungen zu verhindern. Gleichzeitig konvertiert man die Twitter-Nutzer zu 'influencern', weil sie dann positiv ueber den Laden reden (Net Promoter Score). Hier wissen die Influencer nicht mal, dass sie ausgenutzt werden.

Hyatt hat mir - offensichtlich aus Versehen - mal meine Daten zugeschickt, die sie ueber Twitter und Co haben. Ich habe bei Twitter nach meeting rooms gefragt und ueber deren 'lead generation' wurde das an einen Bearbeiter weitergeleitet. Der hat die interne Email in seiner Antwort an mich weitergeleitet. Da steht genau drin was Hyatt von einem haelt und wie rentabel es ist jemandem etwas zu spendieren.

Ich unterstelle vielen Influencern, dass sie einfach einen bekannten Pfad nehmen und Teil einer grossen Maschinerie sind. Einige bekommen gar nicht mit, dass sie Spielball der grossen Firmen sind.

Wer Zeit (und Geld dafuer) hat, sollte sich mal eine Forrester Customer Experience Konferenz antun. Da sieht man wie orchestral man Dinge praesentieren kann und wie Kundendaten genutzt werden (customer experience, retention loyalty, enrichment, advocacy, ..).
Aber hey, die 22 Jaehrige weiss das sicher alles besser.
 

ctrl+f

Erfahrenes Mitglied
05.01.2013
1.014
1
Wien
Ich habe mir den Spass gemacht das 17 Minuten Video anzugucken. Als 30+ Jaehriger will man ja von der Business-Frau lernen wie social media geht.

Sie stellt sich als Opfer da. Die Welt (zumindest die Generation 30+) haette nicht verstanden wie social media geht. Sie fuehre selbst ein erfolgreiches Business, bla bla bla.
Und gleichzeitig stellt sie sich als '22 year old female' Opfer dar und drueckt auf die Traenendruese. Das ist natuerlich sehr professionell und ueblicher Business-Knigge.

Das hatte ich mir auch vorgenommen und konnte aus den von dir genannten Gründen nach 7 Minuten nicht mehr - Hut ab! :D
 
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Flying Lawyer

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
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Interessanter Aspekt - meist vermute ich einfach mal, wird der Geldwerte Vorteil vom "Sponsornden" Unternehmen gezahlt.
Ich stelle die Behauptung auf, dass es zumindest 99% aller Blogger nicht tun.


Im Prinzip wahrscheinlich das Gleiche wie gesponsorte "Vine" Produktbewertungen auf Amazon.
Dort steht ja auch an jeder Bewertung in grünen Lettern dran, ob diese Rezensionen von einem kostenfreien Produkttester stammt.
Am Ende nichts anderes als Werbung und Einflussnahme im engeren Wortsinn - man schafft sich eine Plattform in der Stimmen von (vermeintlichen) Kunden eine Meinung zu einem Produkt/Dienstleistung vertreten. Durchaus eine valide Marketingstrategie, wenn man sich mal anschaut wie viele Bewertungsplattformen es insgesamt gibt.


Ich selber hatte auch mal eine Bloggerin im Bekanntenkreis - es ist natürlich auch nicht immer alles Gold was glänzt. Bis zum perfekten Foto dauert es durchaus auch mal mehrere Versuche und die Nachbearbeitung ist auch intensiv. Dazu kommt, wenn man es seriös betreibt, auch Aufwand für eine journalistische Leistung.

Welcher "Geldwerte Vorteil"? Erstens ist die Dame nicht beruflich in Deutschland stetig. Wenn sie es zweitens waere, dann wuerde sie Einkuenfte aus gewerblicher oder freiberuflicher Taetigkeit erzielen und die waeren Betriebsausgaben. Das Statement ist aber irgendwie typisch hier. Sobald jemand was umsonst kriegt, kommt immer irgendjemand aus dem Busch hier und fragt nach dem Finanzamt. Ich warte drauf, dass das mal bei einem kostenlosen Upgrade, einer EF oder sonst irgendeinem hier so geliebten Vorteil passiert.
 
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Snappy

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23.07.2010
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Bielefeld
Die machen dann voll retro 'was mit Medien'...

:D

Obs in 10 Jahren noch Medien in der heutigen Form gibt? Also z.B. ein festes Fernsehprogramm oder Zeitungen in Papierform? Ich glaub das verschiebt sich immer mehr und mehr hin zu Youtube + Co.

Die Jugend von heute wird ja in 10 Jahren nicht auf einmal anfangen um 20:15 Uhr vor dem Fernseher zu sitzen.
 

umsteiger

Erfahrenes Mitglied
22.01.2012
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Berlin
www.kanzlei-woicke.de
Obs in 10 Jahren noch Medien in der heutigen Form gibt? Also z.B. ein festes Fernsehprogramm oder Zeitungen in Papierform? Ich glaub das verschiebt sich immer mehr und mehr hin zu Youtube + Co.

Die Jugend von heute wird ja in 10 Jahren nicht auf einmal anfangen um 20:15 Uhr vor dem Fernseher zu sitzen.


Denke, dass da unheimlich viel passieren wird.

Der aktuelle Zustand ist ja quasi anarchisch. Superstars gibt´s praktisch keine mehr. Außer den alten, die noch aktiv sind.

Die Kohle geht vor allem an jene, die für die Infrastruktur sorgen.

Ist ja alles schön und nett. Aber praktisch bedeutet es eben, dass Unterhaltung immer mehr auf das Niveau von Schulveranstaltungen sinkt und Information auf das von Kaffeeklatsch. Irgendwann reicht "uns" das nicht mehr und dann werden die Karten neu gemischt.

Bin gespannt.
 
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El_Duderito

Guest
Die Kohle geht vor allem an jene, die für die Infrastruktur sorgen.
Das sehen die Deutsche Telekom & Co anders (Stichwort: Netzneutralitaet).
Die Telekom, AT&T, ... sorgen dafuer, dass Endkunden und Dienstleister miteinander reden koennen.
Mit Skype, VoIP und Co war es unabhaengigen Dritten moeglich z.B. Telefoniedienste anbieten zu koennen. Das mochten Telekom&Co natuerlich nicht und haben ueber die Regulierungsbehoerden 10+ Jahre lange versucht den anderen das Leben schwer zu machen (Details und Anekdoten auf Anfrage ;))
Mit Youtube, Netflix und Co wurden Telekom&Co noch mehr zur dumb pipe und bekommen nichts vom Kunden ab.
Als Youtube und Video-Porn in Deutschland populaer wurde (iirc 2005) stieg die Durchschnittsauslastung der DSL-Leitungen von ca. 35kbps auf ca. 350kbps im Monatsschnitt pro Kunde. Damit war das Geschaeftsmodell der Telekom bedroht, da sie als Vordienstleister diverse Leitungen vorhalten mussten und ihre over-comittments fuer deutliche Engpaesse sorgten.
Kurz: der Kunde will immer mehr von dem Internet- und Mobilfunkanbietern, aber an der Wertschoepfung sind sie nicht beteiligt. Das Geld geht an
Netflix etc.

Ist ja alles schön und nett. Aber praktisch bedeutet es eben, dass Unterhaltung immer mehr auf das Niveau von Schulveranstaltungen sinkt und Information auf das von Kaffeeklatsch. Irgendwann reicht "uns" das nicht mehr und dann werden die Karten neu gemischt.

Zur Zeit leben wir noch im land rush was Video und Co angeht. Netflix kann monatlich noch neue Kunden gewinnen und produziert meiner Meinung nach qualitativ hochwertigen Content. Ob das so bleiben wird ist eine andere Sache.

Wenn Du mit deinem Kommentar die Dienstleistungsanbieter fuer die influencer meinst (Instagram, Youtube, ..): die machen sicherlich je nach Phase ihres Lebenszyklus auch 'ein paar Euro'. Youtube ist wahrscheinlich dank der Werbung profitabel, aber bei Instagram weiss ich das nicht.
 

umsteiger

Erfahrenes Mitglied
22.01.2012
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Berlin
www.kanzlei-woicke.de
In der Tat, mit Infrastruktur meine ich hier die großen Plattformen, allen voran Youtube.

Offiziell noch immer ein Minusmacher, sehen Analysten ihren Wert teilweise annähernd bei 100 Milliarden Dollar.

In Zeiten, in denen immer weniger für geistiges Eigentum Geld ausgeben möchten, ist das Geschäft mit den Klicks vermutlich die Goldgrube schlechthin.


Mein Ansatz ist aber, dass "wir" es irgendwann leid sind, den Lochies beim Musizieren zuzuhören oder KenFM als Nachrichtenquelle zu verstehen.

Dann wird der Markt neu sortiert.

Politik und Wirtschaft stehen garantiert Gewehr bei Fuß.
 

SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
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FRA/QKL
Obs in 10 Jahren noch Medien in der heutigen Form gibt? Also z.B. ein festes Fernsehprogramm oder Zeitungen in Papierform? Ich glaub das verschiebt sich immer mehr und mehr hin zu Youtube + Co.

Die Jugend von heute wird ja in 10 Jahren nicht auf einmal anfangen um 20:15 Uhr vor dem Fernseher zu sitzen.

Die Medien in der heutigen Form entwickeln sich selbstverständlich weiter. Und das Konsumverhalten ändert sich auch mit dem Alter. Auch Zeitungen in Papierform wird es wenn auch reduziert weiterhin geben. :yes:

Je jünger man ist desto eher glaubt man an bahnbrechende Änderungen. Mit den Lebensjahren zeigt die Erfahrung dass kaum etwas so heiß gegessen wird wie es mal gekocht wurde. ;)
 

Bilbo

Erfahrenes Mitglied
28.10.2009
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PAD/HAJ/KSF
Die Medien in der heutigen Form entwickeln sich selbstverständlich weiter. Und das Konsumverhalten ändert sich auch mit dem Alter. Auch Zeitungen in Papierform wird es wenn auch reduziert weiterhin geben. :yes:

Je jünger man ist desto eher glaubt man an bahnbrechende Änderungen. Mit den Lebensjahren zeigt die Erfahrung dass kaum etwas so heiß gegessen wird wie es mal gekocht wurde. ;)

Stimmt dieses Internet wird sich nicht durchsetzen.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
25.648
11.605
irdisch
Naja aber Radio gibt es immerhin noch. Und Tageszeitungen, sogar gute. Gut "man" liest sie eher elektronisch. Das TV sehe ich eher am Absteigen.

In zehn Jahren gibt es statt TV vermutlich "das nächste Facebook" (wahrscheinlich chinesische oder russische Eigentümer...) das schickt einem dann die Filme, wann es sie für passend hält. Da alle Geräte Wanzen werden, wissen die, wann man sich langweilt und "Freizeit" hat - und welche Werbung einen gerade trifft. Viel Spaß.
 

SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
21.963
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FRA/QKL
Stimmt dieses Internet wird sich nicht durchsetzen.

Hat Bill Gates gesagt und damit natürlich einen Fehler gemacht, den er später zugegeben hat. Solche Fehleinschätzungen gibt es zuhauf in den Anfangsjahren einer Entwicklung. Oft ist die Annahme ("wird sich nicht durchsetzen") richtig, manchmal (Auto, Flugzeug, Internet, Bedeutung Öl) aber auch falsch. Trotzdem legen die meisten auch wirklich bahnbrechenden Entwicklungen keinen Schalter um, sondern koexistieren für eine oft sehr lange Zeit mit vorher existierenden Dingen oder verschmelzen mit diesen. ;)
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
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11.605
irdisch
Mit den nächsten Mobilfunknetzen kann man viel mehr Daten übertragen. Richtig Bewegtbild an jeder Ecke zeigen, jedermanns Positionen überwachen, Kamerabilder irgendwelcher VR-Brillen an die Zentrale schicken und alle Leute identifizieren, die man selber sieht oder die irgendwelche Kameras oder andere sehen. Außerdem werden alle möglichen Gegenstände Daten senden. Und irgendwelche Nerds machen dann künstliche Intelligenz dazu, die alles verknüpft und "optimiert", wie die Internetriesen sich das vorstellen.

Ich würde schon mal Aktien von Herstellern verspiegelter Sonnenbrillen kaufen.