Ich habe abseits der Haupttouristenorte wirklich sehr nette Menschen getroffen. In Kotor und Budva sind ganz viele halt von den Menschenmassen und dem Verkehr genervt.
Den Verkehr in Kotor wirkte auf mich tatsächlich auch außerhalb der Saison jetzt schon als für die Gegebenheiten zu viel. Da kann man sich durchaus vorstellen, wie schlimm es im Sommer sein muss.
Ansonsten hat mir Montenegro als Ziel für einen Kurztrip im Frühjahr allerdings wirklich gut gefallen. Landschaftlich macht diese Kombination aus Bergen direkt am Meer schon einiges her, man kommt auf weitestgehend guten Straßen schnell von A nach B, und aktuell ist es natürlich auch noch nicht zu überlaufen, und dabei finanziell halbwegs überschaubar. Und wo ich nun schon dabei bin, kapere ich den Thread doch einfach für einen kurzen eigenen Bericht

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Geplant hatten wir nach Ankunft in Podgorica eigentlich uns mit zwei, drei Zwischenstops langsam nach Tivat durchzukämpfen, doch da der Rückflug von Easyjet storniert wurde, ging es letztendlich allerdings von Dubrovnik zurück, so dass ein erster Tag in Podgorica und/oder am Skadersee rausgefallen ist. Ein kurzer Zwischenstop war an letzterem an sich trotzdem geplant, allerdings hat es in Strömen geregnet, und freie Parkplätze waren in Virpazar auch keine in Sicht, so dass wie direkt weiter richtung Sonne am Meer gefahren sind, und stattdessen kurzfristig in Petrovac gehalten haben.
Abgesehen vom Wasser gab es dort auf den ersten Blick nicht all zu viel zu sehen, aber man kann schön die Promenade entlangschlendern und einen Spaziergang den über Küstenwanderweg nach Perazića Do machen, der zum einen einen tollen Blick auf's Meer bietet, und durch verschiedene (beleuchtete) Tunnel führt. Am Ziel erwartet einen dann eine wirkliche schöne Bucht - mit einer wirklich imposanten, riesigen Bauruine. Dem Hotel As:
(Foto: Internetfund)
Ausgelegt für tausende von Gästen, war es nur in einem kurzen Zeitraum in den 1980er und frühen 90er Jahren in Betrieb, bevor es geschlossen, irgendwann an russische Investoren veräußert, entkernt, und nie wieder aufgebaut wurde. Und in diesem Zustand steht es dort nun seit ~20 Jahren.
Als Ziel für die Nacht war die ehemalige Hauptstadt Montenegros, Cetinje, angepeilt, also bot sich auf dem Weg noch ein kurzer Stop am Kloster Praskvica kurz vor Budva an, wo man den Mönchen ne Flasche (hoffentlich - beim Preis von 25 Euro pro Liter) erstklassiges Olivenöl aus eigener Herstellung abkaufen kann, und man nach Wanderung über den Friedhof und hoch den Berg eine tolle Aussicht auf die Halbinsel Sveti Stefan hat - welche anscheinend seit einigen Jahren nicht mehr zugänglich ist, aus Gründen die sich mir nicht ganz erschlossen haben.
Cetinje diente als Halt dann eher als Mittel zum Zweck, aber es gab eine schöne Fußgängerzone, alte Gemäuer, man konnte recht gut und günstig die örtliche Küche genießen. Mit mehr Zeit und Lust hätte es dort auch einige Museen gegeben, um tiefer in die Geschichte der Stadt und des Landes einzutauchen.
Nach Unterkunft in der ehemaligen bulgarischen Botschaft dort ging es am nächsten Morgen weiter in den angrenzenden Lovćen Nationalpark, und hoch auf ~1700m zum Mausoleum von Petar Njegoš, wo man - nach hunderten von Stufen und 8 Euro Eintritt - in alle richtungen die Landschaft bestaunen kann. Ohne Nebel sicher nochmal beeindruckender, aber auch so Fahrt und Aufstieg wert:
Von dort ging es dann über die Serpentinenstraße herab nach Kotor, die ich im Gegensatz zu
@handballplayer3 allerdings bergab bei nasser Straße, teilweise Nebel, und oft ohne Sicht auf möglichen Gegenverkehr doch anspruchsvoll fand - wenn auch dabei natürlich trotzdem ein Erlebnis.
In Kotor angekommen wurde das Wetter leider immer nur noch schlechter, so dass wir den geplanten Marsch hoch zur Burg auf den frühen Abend verschoben haben - um dann dabei allerdings trotzdem pitschnass zu werden, und festzustellen, dass über den nördlichen Wanderweg aktuell kein Zugang zur Burg möglich ist. Allerdings gibt es dort stattdessen eine interessante kleine Lokalität, wo man Käse essen und selbstgebrannten Schnaps trinken kann - was der ältere Inhaber auch durchweg tat. Säfte usw stellt er laut eigener Aussage auch aus eigenen Früchten her, und alles was sonst von Nöten ist, wird mit Mauleseln den Berg hochgeschafft.
Wieder unten angekommen, ging es mangels Motivation dann in ein x-beliebiges Touristenrestaurant, um wenigstens wieder halbwegs trocken zu werden, und auch eine total überteuerte Cocktailbar haben wir noch gefunden. Ansonsten fand ich Kotor für einen Tagestrip aber wirklich sehenswert, und Kreuzfahrttouristen waren an dem Tag auch keine zu erblicken.
Reichlich Touristen hatte es dann allerdings am nächsten Morgen in Perast, wo sie von Guides durch die Stadt geheizt und auf kleine Bote zur vorliegenden Insel verfrachtet wurden. Gepaart mit hin und her rasenden Golfcarts mit Hotelgästen und einem immer wieder auf und ab fahrenden Schiff samt Geigerin, das sich ein Pärchen für vermutlich imense Summen privat gemietet hatte, wirkte das Ganze auf mich dann doch eher skurril. Aber auch dort hatte man einen schönen Blick auf's Meer, und wenn man die Parkplatzmafia vermeiden kann, ist es seine ein, zwei Stunden Aufenthalt wert.
Zwischen Perast und Risan lohnt sich dann ein Stop um Muscheln zu essen, die dort überall direkt aus dem Meer gefischt werden, und oberhalb der Stadt hat man nochmal einen tollen Aussicht auf die Bucht:
Letzter Stopp der Reise war dann Igalo/Herceg Novi, wo es außer dem Hotelpool und ner Fischplatte nicht mehr viel zu erleben gab, Aber es liegt halt nah an der kroatischen Grenze, und entsprechent schnell waren wir von dort morgens in Dubrovnik zur Heimreise.