Nitus in Südafrika: Winelands, Gartenroute, Kapstadt & Krüger National Park

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Nitus

Erfahrenes Mitglied
04.04.2013
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MUC
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Im Sommer wurde der Plan geboren, für einen ausgedehnten Weihnachtsurlaub nach Südafrika zu fliegen. Da +1 und ich uns im Oktober das Ja-Wort gegeben hatten, sollte dies unsere Hochzeitsreise sein, sodass wir uns bewusst für etwas mehr Komfort sowie Genuss in Form von gutem Essen und Trinken entschieden haben. :)

Für uns Beide war dies die erste Reise nach Südafrika bzw. auf den afrikanischen Kontinent. Es wurde im Vorfeld viel Zeit verbracht, die verschienden Stationen, Hotels, Aktivitäten, Routen und Restaurants zu planen. Folgende Route ist es bzw. folgende Übernachtungsorte sind es dann geworden:

Franschhoek - Mossel Bay - Plettenberg Bay - Swellendam - Stellenbosch - Kapstadt - Johannesburg - Mbombela - Krüger National Park - Polokwane - Johannesburg

Nachdem ich selbst zahlreiche Inspirationen und Informationen aus verschiedenen Threads für unsere Reiseplanung nutzen konnte, möchte ich mit meinem Reisebericht ein wenig Feedback und Tipps geben. Ursprünglich wollte ich den Bericht mehr oder weniger live schreiben, aber wurde mir schnell klar, dass mir dafür die Zeit fehlen würde. Ich werde nun nach unserer heutigen Rückkehr in den folgenden Tagen, so wie es mir die Zeit erlaubt, den Bericht gemäß meiner noch recht frischen Erinnerungen schreiben.

Wir starteten Anfang Dezember an unserer Heimatbasis DUS. Da der Check-In-Schalter von Turkish Airlines in Düsseldorf erst 2,5 Stunden vor Abflug öffnet, mussten wir uns aufgrund unserer mehr als zeitigen Anreise noch ein wenig gedulden, bevor wir unsere Koffer abgeben und unsere Bordkarten entgegen nehmen konnten. Aufgrund der in meinen Augen nur äußerst mäßigen Opensky-Lounge im Abflugbereich C spazierten wir zum anderen Ende des Flughafens, um dort die LH Senator Lounge zu besuchen.

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Kulinarisch starteten wir mit einem Geflügel-Geschnetzeltem und belgischem Bier.

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Pünktlich nur wenige Minuten vor dem Boarding-Beginn standen wir dann am Gate C36 an, um den A330-200 der Turkish Airlines zu betreten, der uns mit der alten Business Class nach Istanbul bringen sollte.

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Kurze Zeit nach dem Start wurde ein recht gutes Abendessen serviert.

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Die Ankunft am Istanbuler Atatürk Flughafen erfolgte an einer Außenposition. Mit dem Bus ging es dann zum Terminalgebäude, an welchem die Ankunft relativ weit entfernt vom Zentralbereich erfolgte, sodass ein länglicher Fußweg notwendig war, um zur TK-Lounge zu gelangen.

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Leider war zu vorgerückter Stunde der Stand mit den türkischen Ravioli, die mir bei meinem letzten Aufenthalt so gut geschmeckt hatten, geschlossen. Dennoch bot die Lounge mehr als genug Auswahl, um die Zeit bis zum Weiterflug mit Nahrungsaufnahme zu verbringen.

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Irritiert war ich, dass bereits zwei Stunden vor dem geplanten Weiterflug nach Kapstadt auf den Anzeigetafeln in der Lounge die beiden TK-Flüge nach CPT und JNB mit "Go to Gate" angeschlagen waren, wohingegen alle früheren Flüge erst jeweils ca. 30 Minuten vor Abflug mit "Boarding" / "Go to Gate" angezeigt wurden. Da ich mir sicher war, dass das Boarding nicht so früh starten würde, blieben wir dennoch ein wenig länger in der Lounge. Als wir dann gut eine Stunde vor der geplanten Abflugzeit auf dem Weg zum Gate waren, erklärte sich die Anzeige. Für Flüge nach Südafrika wurde ein separater Dokumenten-Check durchgeführt. So besuchten wir noch kurz die nah am Gate gelegene Comfort-Lounge, um eine knappe Stunde vor dem geplanten Abflug uns am Dokumenten-Check anzustellen.

+1 ist thailändischer Staatsbürger. Dies veranlasste die Dame am Dokumenten-Check zu einem akribischen Durchblättern seines Reisepasses. Nachdem sie kein Visum für Südafrika finden konnte, fragte sie in einem zickigen Tonfall "Where's you're visa?" +1 antwortete nicht minder zickig "I don't need one!" Ich versuchte die Situation etwas zu deeskalieren, indem ich erklärte "Germans get 90 days visa-free and Thai nationals 30 days visa-free in South Africa." Unbeeindruckt erwiederte die Dame "For Germans I know, but for Thai I don't think so." Sie rief ihre Kollegin, übergab ihr den Reisepass von +1 und sagte, dass ihre Kollegin sich das genauer ansehen würde. Wir folgten der besagten Kollegin, die nach wenigen Sekunden Klicken in Timatic +1 seinen Reisepass wortlos zurück gab. Sowas könnte man auch anders gestalten.

Beim Eintreffen am Gate startete das Boarding, das ebenso wie das De-Boarding unseres Zubringers mit einem Bus durchgeführt wurde.

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Zu unserer Freude war der A330-300 mit einer top-modernen Business Class ausgestattet, die wir uns erstmal genauer ansehen mussten.

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Noch am Boden erhielten wir die Getränke- und Speisekarte sowie die Bestellkarte für das Frühstück, die wir sogleich ausfüllten.

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Nach dem Start war es Zeit für temperierte Nüsse und Champagner, bevor das hervorragende und gefühlt vierte Abendessen des Tages serviert wurde.

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Mehr als gesättigt legten wir uns hin, um uns schlafenderweise unserem Urlaubsziel zu nähern.
 

Alex6

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03.01.2016
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35
Auf deinen Bericht bin ich gespannt und hoffe, dass wir noch ein paar Impressionen für unsere Reise bekommen werden.
 

Nitus

Erfahrenes Mitglied
04.04.2013
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MUC
Tag 2

Nach halbwegs ausreichend Schlaf mit sanfter Musikberieselung aus den von TK bereit gestellten Denon-Noise-Cancelling-Kopfhörern musste ich vorsichtig einen Blick aus dem Fenster wagen.

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Kurz darauf wurde das Frühstück gemäß der Bestellung vom Vorabend serviert.

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Die restliche Flugzeit verbrachte ich weiterhin damit, Musik aus dem IFE-System und die Aussicht zu genießen, die sich mit der Annäherung an Kapstadt immer wieder änderte.

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Nach der pünktlichen Landung schafften wir es, als Erste bei der Passkontrolle aufzuschlagen, wo tatsächlich wirklich niemand vor uns wartete, sodass dies abgesehen von etwas Stempelarbeit durch die relativ freundliche Grenzbeamtin fast ein glatter Durchmarsch war. Beim Besuch der Toiletten fiel uns auf, dass der Wassermangel weiterhin ein ernstes Thema ist, denn die Armaturen an den Waschtischen waren mit einer Art Wassersparaufsatz versehen, die lediglich einen sehr feinen Nebel von sich gaben. Positiv überrascht waren wir, dass das Priority-Gepäck tatsächlich schon ausgeladen war, als wir das Gepäckband erreichten.

Landseitig hob ich ausreichend Rand am erstbesten Geldautomaten ab, ärgerte mich aber etwas über die vom Geldautomatenbetreiber erhobenen 1% Bargeldabhebungsgebühr. Anschließend erwarben wir jeder eine Vodacom-SIM-Karte mit Datenpaket, um direkt online gehen zu können.

Nach ein wenig Fußweg erreichten wir die Mietwagenschalter, wo ausgerechnet bei Avis die meisten Personen anstanden. Da auch ich dort gebucht hatte, reihten wir uns in der etwas kürzeren "Avis Preferred"-Schlange ein. Ein Mitarbeiter fragte, ob wir auch wirklich "Avis Preferred Member" seien, was ich bestätigte. Der freundliche Mitarbeiter, zu dem wir nach einigen Minuten Wartezeit vordringen konnten, bot diverse zusätzliche Versicherungen an, die ich mit Verweis auf die durch meine Kreditkarte (Amex Platinum) bestehenden Versicherungen ausschlug. Er sagte mir, dass der Mietvertrag per E-Mail zugestellt werden würde. Ich müsse nur noch auf dem Display unterschreiben. Wie sich später herausstellen sollte, hat er mir entgegen meinem Wunsch eine "Windshield & Tyre Insurance" dazugebucht. Gebucht hatte ich Monate vorher eine vorausbezahlte Rate, die nach meinem Verständnis 100% der Mietkosten abdecken sollte. Tatsächlich beliefen sich die Mietkosten gemäß dem erst später per E-Mail erhaltenen Mietvertrag aber auf einen höheren Betrag als durch den "Voucher" meiner Vorausbuchung gegengerechnet wurde. Leider war dies bei Unterschrift auf dem Display nicht ersichtlich, da mir der Vertrag nicht gezeigt wurde. Meine Lehre hieraus ist, dass ich in Zukunft nicht mehr auf diesen Bildschirmen unterschreiben werde, ohne dass mir die genauen Details präsentiert werden. :-(

Auch wenn es trotz Avis-Status kein Upgrade sondern genau den gebuchten Toyota Corolla Automatik gab, waren wir froh, dass dieser erst eine mittlere vierstellige Zahl an Kilometern auf der Uhr hatte und dementsprechend in sehr gutem Zustand war. So brachten wir die Handyhalterung an und ließen uns durch Google Maps zu unserem ersten Hotel, dem Protea (by Marriott) Franschhoek navigieren.

Unterwegs machte sich ein wenig Hunger bei uns bemerkbar, sodass wir noch auf dem Weg nach Franschhoek Ausschau nach einem Weingut mit Restaurant hielten. Unsere Wahl fiel auf das Weingut "Vrede en Lust", in dessen Restaurant wir ein wirklich hervorragendes Mittagessen genießen konnten. Mein Schweinebauch in Miso-Brühe war ein Traum. +1 war mit seinem Thunfisch und Avocado auch mehr als zufrieden.

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Nachdem wir auch mit dem Wein zum Essen sehr zufrieden waren, entschieden wir uns, direkt eine Weinprobe beim "Vrede en Lust" zu machen, wenngleich ich als designierter Fahrer mehr Wein ausspucken als komplett genießen durfte. Die Aussicht vom Balkon des "Tasting Rooms" war trotz des leicht bewölkten Wetters sehr nett und die superfreundlichen Damen, die den zu probierenden Wein einschenkten und erläuterten, sorgten zusätzlich für eine Wohlfühlatmosphäre.

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Nach der Weinprobe setzten wir unsere Fahrt zum Protea-Hotel in Franschhoek fort, wo wir sicher parken und schnell einchecken konnten. Nachdem wir etwas Wasser im örtlichen Pick'n'Pay gekauft, uns ausgeruht und frisch gemacht hatten, begaben wir uns zum vorab reservierten und angezahlten angesagten Restaurant "Le Coin Francais", wo wir uns mit einem 8-Gänge-Menü mit "Wine Pairing" verwöhnen lassen wollten.

Tatsächlich waren die einzelnen Gänge sowohl optisch als auch geschmacklich wahre Kunstwerke, die uns haben über den Preis für die gebotene Leistung wirklich staunen lassen.

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Ich hatte hier im Vft bereits gelesen, dass es aktuell zum sog. "Load Shedding" kommen solle, was bedeutet, dass täglich der Strom an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten abgestellt wird, da aufgrund von Wartungsarbeiten an den Kraftwerken bzw. der Infrastruktur die verfügbare elektrische Leistung die Nachgefragte unterschreitet. Um einen Black-out zu vermeiden, wird daher reihum mal der Strom komplett abgedreht. Laut der Eskom-Webseite war für Franschhoek eine Abschaltung für 20:00-22:30 geplant. Darauf wurden wir auch nach Eintreffen durch das Restaurant-Personal hingewiesen. Diese bemühten sich, rechtzeitig zahlreiche Kerzen und Teelichter im Restaurant aufzustellen. Dennoch sorgte der tatsächlich pünktlich um 20 Uhr schwindende Strom dafür, dass es unangenehm dunkel wurde. Nur dank unserer Handy-Lichter konnten wir den ansonsten hervorragenden Hauptgang, das Pre-Dessert und das Dessert erkennen. Tatsächlich war das "Load Shedding" weniger gemütlich als unangenehm.

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Glücklicherweise war die Stromversorgung gegen 21 Uhr wiederhergestellt, sodass wir den Rückweg zum Hotel mit ausreichend Beleuchtung antreten konnten.
 

Nitus

Erfahrenes Mitglied
04.04.2013
2.209
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MUC
Tag 3

Nach einem erholsamen Schlaf haben wir das Frühstückbuffet im Hotel genoßen und uns dann zu Fuß auf zum "Ticket Office" der "Wine Tram" in Franschhoek gemacht, da ich für heute bereits im voraus eine Fahrt mit dieser gebucht hatte. Wir hatten uns für die "Purple Line" entschieden. Zwei Tage zuvor hatten wir eine E-Mail bekommen, dass man das Weingut "Soms Delta" neu in die Route der "Purple Line" aufgenommen hätte. Leider hat sich die E-Mail darüber ausgeschwiegen, dass dafür das Weingut "Zorgvliet", bei dem wir eine Reservierung zum Mittagessen hatten, nicht mehr angefahren werden würde.

Zusammen mit Teilnehmern der "Orange Line" ging es gemeinsam in einen Bus, der so ähnlich aussah wie die eigentliche Wein-Tram. An der Endhaltestelle der Tram durften die Teilnehmer, die die "Orange Line" gebucht hatten, auf die Bahn wechseln, wohingegen wir wenige Teilnehmer der "Purple Line" weiter mit dem Bus gefahren wurden. Das erste angefahrene Weingut "Allee Bleue" schlugen wir aus und entschieden uns, bei "Soms Delta", dem neu aufgenommenen Weingut, das laut Aussage des Wine-Tram-Guides bis vor Kurzem unter Insolvenzverwaltung gestanden haben soll, auszusteigen.

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Die Weinprobe wirkte etwas lieblos, allerdings auch intim, da neben uns nur ein Pärchen aus Österreich in dem etwas kargen und dunklen "Tasting Room" Wein probierte. Insbesondere der "Africana", ein sehr komplexer und schwerer Rotwein, wusste uns aber sehr zu gefallen, sodass wir zwei Flaschen davon erstanden. Nachdem ich hörte, wie die Bedienung sich mit den Kollegen auf Afrikaans unterhielt, wollte ich mit meinen moderaten Niederländischkenntnissen probieren, in einem Mix aus Niederländisch und Afrikaans die zwei Flaschen zu bestellen, was aber gnadenlos scheiterte, sodass ich es für den Rest des Urlaubes unterlies, mich in Afrikaans zu probieren.

Da die Wein-Tram der "Purple Line" alle 35 Minuten fährt und die Weinprobe etwas länger als eine halbe Stunde gedauert hatte, sahen wir uns noch ein wenig auf dem Weingut um.

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Zum Weingut gehörte interessanterweise ein kleines Musik-Museum, in welchem wir uns kurz umschauten.

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Nach dem Eintreffen des Wine-Tram-Busses übergab ich dem Fahrer den gekauften Wein, der den Karton mit einem numerierten Aufkleber versah und mir eine Quittung aushändigte. Am nächsten Weingut "Boschendal" stiegen wir dann auch direkt wieder aus.

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Es gab verschiedenste Tastings im Angebot, die man von einer kleinen Menükarte wählen konnte. Der "Tasting Room" war sehr voll und es war laut und im Gegensatz zum "Soms Delta" nicht intim sondern fühlte sich ein bisschen nach Massenabfertigung an. Dazu kam, dass die laut Menükarte angebotenen Käse- und Aufschnittplatten nicht verfügbar waren, was wir sehr bedauerten, da wir doch ein wenig Grundlage schaffen wollten. Die probierten Weine schmeckten uns, waren aber auch nicht spektakulär.

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Auch hier dauerte die Weinprobe etwas mehr als 30 Minuten, sodass wir den nächsten Bus verpassten und uns auch hier ein wenig auf dem Weingut umsahen.

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Mit dem Bus der Wein-Tram ging es dann weiter zur Haltestelle der eigentlichen Tram, wo wir auf diese umsteigen konnten. An Bord wurde ein kostenfreies Glas Weißwein gereicht, was die gemütliche Fahrt mit schöner Aussicht nicht schlechter machte.

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Die nächsten beiden Weingüter "Plaisir de Merle" und "Vrede en Lust", die beide über Bahnhaltestellen der Wein-Tram verfügten, setzten wir aus, zumal wir das Letztere ja bereits am Vortag selbst besucht hatten. Nach dem Umsteigen von der Wein-Tram auf einen Bus fuhren wir zum Weingut "Noble Hill". Nachdem ich geprüft hatte, dass dieses ein Restaurant besitzt, stiegen wir aus, da so langsam das Verlangen nach Nahrung größer wurde.

Zum Essen gab es hier mexikanische Küche, die kein Vergleich mit dem typischen Tex-Mex-Fastfood selbsternannter mexikanischer Restaurants in unseren Breitengraden war. Die Tacos gefüllt mit frischesten Zutaten waren sehr lecker.

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Gestärkt mussten wir natürlich auch hier noch die Weine probieren. Die Auswahl der Weine war eher gering, jedoch wussten uns zwei der drei Rotweine zu gefallen, sodass auch hier zwei Flaschen Wein gekauft wurden.

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Als der Bus eintraf, war dieser bereits ziemlich voll mit ebenso vollen Passagieren, die lautstark das Ambiente des Wine Tastings in einen Junggesellenabschied zu verwandeln wussten. Glücklicherweise stiegen fast alle Gäste beim nächsten Weingut, dem "Babylonstoren" aus. Dieses hatte ich auch ins Auge gefasst, aber nun die Befürchtung, dass es zu einer Massenabfertigung kommen würde, zumal die mir etwas zu ausgelassene Meute nicht gefiel. Somit blieben wir zusammen mit vier Schweizern, mit denen wir ins Gespräch kamen, die einzigen Fahrgäste und stiegen gemeinsam am nächsten Weingut, dem "Backsberg" aus. Zu sechst probierten wir hier Wein, die Schweizer mit Schokoladen-Pairing und wir mit Käse-Pairing.

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Die Käse waren allesamt sehr lecker, wobei ich leider das Gefühl hatte, dass nicht alle Weine den Käsen gewachsen waren. Nach dem Tasting nahmen wir den nächsten Bus, der uns erneut für den Rückweg zur eigentlichen Tram brachte.

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Im Außenbereich der Tram entdeckte +1 einen blinden Passagier.

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An der Endhaltestelle konnten wir unsere beiden Kartons Wein abholen und auf den Bus umsteigen, der uns ohne Umweg zurück ins Zentrum von Franschhoek brachte. Tatsächlich würde ich die "Wine Tram" als praktisches Verkehrsmittel empfehlen, um an einem Tag verschiedene Weingüter zur Weinprobe besuchen zu können. Insbesondere der Fakt, dass man den gekauften Wein dem Fahrer mitgeben kann, um diesen am Ende der Tour gesammelt zurück zu bekommen, fand ich sehr praktisch. Allerdings steht und fehlt das gesamte Erlebnis in meinen Augen mit den mitreisenden Passagieren, die mitunter die Gefahr bergen, das Erlebnis zu einer Sauftour verkommen zu lassen.

Zu Fuß ging es zurück zum Hotel, wo wir uns ein wenig ausruhten, bevor es am Abend erneut zur Nahrungs- und Getränkeaufnahme ging. Für das Abendessen hatten wir einen Tisch im "Le Petit Manoir" reserviert, wo sowohl das Essen als auch der Service als hervorragend zu bezeichnen war.

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DerSenator

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08.01.2017
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MUC/INN
Danke für den tollen Bericht und die super Bilder. Da ich in einem Monat auch in Franschhoek, erkenne ich aus deinem Bericht nicht heraus, dass ihr im Vrede en Lust reserviert habt und es nicht notwendig war?
 

Nitus

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04.04.2013
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MUC
Danke für den tollen Bericht und die super Bilder. Da ich in einem Monat auch in Franschhoek, erkenne ich aus deinem Bericht nicht heraus, dass ihr im Vrede en Lust reserviert habt und es nicht notwendig war?

Gerne! Korrekt, wir hatten für das Vrede en Lust keine Reservierung. Wir waren am ersten Tag aber auch erst gegen 14:30 im Restaurant und es war recht leer. Am darauf folgenden Tag waren die vier Schweizer, die wir an Bord der Tram getroffen hatten, gegen 13:30 ebenfalls im Vrede en Lust essen. Die Vier hatten auch keine Reservierungen und haben wohl kein Problem gehabt, einen Platz zu finden. Essen dort war wirklich hervorragend!
 
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Nitus

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04.04.2013
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MUC
Danke! Würdet Ihr die Purple Tour empfehlen oder doch lieber eine andere?

Wir waren mit der Purple Tour zufrieden. Ich würde auf dieser Tour Solms-Delta, Vrede en Lust und Noble Hill auf jeden Fall besuchen. Mittagessen am besten bei Vrede en Lust einplanen, ggf. reservieren! Boschendal war ok und Babylonstoren ist etwas gehypt, haben wir aber nicht besucht. Die Orange Linie wäre genau wie die Purple nur in umgekehrter Reihenfolge. Wie gut die anderen Touren sind, kann ich leider nicht sagen.

Persönlich hätte ich sonst noch die Grey oder Pink Line in Betracht gezogen, da hier der Bus / die Tram mit hoher Frequenz fahren. Allerdings sind diese Weingüter eher nah am Zentrum von Franschhoek, sodass ich diese ggf. zu Fuß bzw. auf eigene Faust besucht hätte. Die anderen Touren hatten mir eine zu geringe Frequenz der Verkehrsmittel, sodass man etwas weniger flexibel gewesen wäre.
 

Nitus

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04.04.2013
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MUC
Schade dass ihr Babylostoren ausgelassen habt.

Das Gelände ist extrem weitläufig und der (Gemüse)Garten ist unbedingt sehenswert!

Schade, dann hätten wir wohl doch der deutlich angetrunkenen Reisegruppe folgen sollen. Das erklärt dann auch, warum der Guide sagte, dass Babylonstoren einen Eintritt von 10 Rand erhebt. Für den nächsten Franschhoek-Besuch kommt Babylonstoren auf die Liste! :)
 
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Nitus

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04.04.2013
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Tag 4

Nach unserem zweiten Frühstück in Südafrika / Franschhoek besuchten wir den Franschhoek Village Market, der jeden Samstag von 9 bis 15 Uhr unweit des Protea Hotels stattfindet. Auf dem Markt gab es viele Handwerks- und Kunstartikel sowie viel zu Essen und Trinken. Es herrschte eine sehr angenehme Atmosphäre.

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Ich kaufte mir ein erstes Souvenir, ein "Africa's Original Dirt T-Shirt".

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Anschließend checkten wir aus dem Hotel aus und machten uns auf den Weg Richtung Mossel Bay. Für die Routenplanung hatte ich hier im Forum einige Tipps gefunden / erhalten und so ging es in südöstlicher Richtung auf die R45, aber nicht ohne vorher noch ein paar Fotos von Franschhoek zu machen.

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Am Theewaterskloof Dam folgten wir weiter der R45/R43, vorbei an Villiersdorp und Worcester, wo wir auf die R60 Richtung Robertson / Montagu wechselten. Nach einer Weile erreichten wir "Nuy on the Hill", ein Weingut bzw. Restaurant auf einem kleinen Hügel mit schöner Aussicht.

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Das hier angebotene "Delight Tasting" fand unser Interesse, sodass wir erneut Weine probiert haben, wobei wir das Personal als sehr reserviert und demotiviert erlebt haben. Auch die Weine gefielen uns nicht sonderlich gut, sodass trotz toller Präsentation das Tasting hier nicht als wirklich gut in Erinnerung geblieben ist.

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Ein Stück weiter Richtung Osten an der R60 lag "Graham Beck", eine hervorragende Adresse für südafrikanische Schaumweine und MCCs (Methode Cap Classique, quasi Südafrika-Champagner). Kostenlos konnte man einen Schaumwein probieren, der durch künstliches Hinzufügen von Kohlensäure hergestellt wurde. Erwartungsgemäß gefiel uns dieser nicht sonderlich. Kostenpflichtig konnte man die verschiedenen MCCs probieren. Wir entschieden uns für das Vintage-Tasting, bei dem man zwei der drei Vintage-MCCs probieren durfte. Tatsächlich bot uns die sehr freundliche Mitarbeiterin an, gleich alle drei Vintage-MCCs zu probieren. Insbesondere der Blanc-de-Blancs gefiel uns sehr, sodass wir zwei Flaschen davon einkauften. Zu unserer Überraschung entfielen dadurch die Gebühren für die MCC-Verkostung und es gab noch einen Sekt-Flaschen-Verschluss kostenlos dazu.

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Ein Stückchen weiter erreichten wir den Ort Robertson. Leider haben wir uns nicht die Mühe gemacht, ein ordentliches Restaurant für ein Mittagessen zu finden, sondern wollten die lokale Fastfood-Kette Wimpy ausprobieren. Was für ein Fehler! Der Burger spielte von der Qualität in der Liga von McDonalds und wurde nur aufgrund des Hungers gegessen. Dies sollte dann auch unser erster und letzter Wimpy-Besuch bleiben.

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Hinter Robertson nahm ich weiter die R60 und hinter Ashton die R62, den Kogmanskloof Mountain Pass hinauf nach Montagu. Da +1 die bislang probierten (Schaum)Weine alle verzehrt und nicht wie ich als Fahrer größtenteils ausgespuckt hatte, schlummerte er etwas auf dem Beifahrersitz. Ich hingegen genoß die bergige Landschaft und die leeren Straßen. Eigentlich wäre ich der R62 gerne bis Oudtshoorn gefolgt, aber dafür reichte die Zeit nicht, denn war das Hotel für den Abend in Mossel Bay bereits nicht stornierbar gebucht und noch weit entfernt. Kurz vor Barrydale wechselte ich daher auf die R324 Richtung Süden, wo wir dann die Aussicht am Tradouwpas genossen.

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Während wir uns dort umsahen hielt ein voll besetzter Pickup neben uns, ein älterer Herr stieg aus, öffnete die Motorhaube und füllte Öl nach. Er sprach uns auf Englisch mit maximalem Afrikaans-Akzent an und meinte, dass dies wohl ein wunderschöner Ort sei. Er wolle, dass nach seinem Tod seine Asche hier verstreut werden solle. Wir pflichteten ihm bei, bevor er weiter fuhr. Wir machten noch kurz Rast und setzten die Fahrt auf der R324 fort. Hinter dem Tradouwpas wechselten wir dann auf die R322 gen Osten in Richtung Heidelberg. Leider war diese Straße nicht befestigt, sodass die Fahrt etwas holprig wurde. Hinter Heidelberg ging es dann auf die 2, wo es zügig weiter nach Mossel Bay ging. Der Verkehr war nicht sehr dicht und die einzelnen LKWs konnte man gut überholen, da es entweder temporäre Überholspuren gab oder der ebenfalls dünne Gegenverkehr dies erlaubte.

In Mossel Bay checkten wir im Protea (by Marriott) Hotel ein. Bei der Buchung war mir gar nicht aufgefallen, dass ich eine Suite gebucht hatte. Offenbar waren zum Buchungszeitpunkt alle normalen Zimmer ausgebucht gewesen. Dank meinem BRG-Claim war die Suite aber erstaunlich günstig. Wir betraten unser Domizil auf der oberen Etage, die aus einem gemütlichen Wohnbereich und kleiner Küchenzeile bestand. Eine Treppe mit Glasgeländer führte in die untere Etage, wo ein riesiges Bade- und ein gemütliches Schlafzimmer zu finden waren. Sowohl der Wohn- als auch der Schlafbereich boten jeweils einen Balkon mit Meerblick. Wir waren sehr zufrieden.

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Für das Abendessen hatte ich im Vorfeld bereits eine Reservierung im "Route 57" getätigt. Die Speisekarte enthielt eine Sonderseite mit einem "Load Shedding Menu", das gelten würde, wenn die Küche aufgrund der angekündigten Stromabschaltungen nicht alle Zubereitungsarten nutzen könnte. Darauf angesprochen erklärte die freundliche Inhaberin, dass für heute das "Load Shedding" abgekündigt sei. Sie schien darüber sehr erleichtert zu sein. Das gewählte Wild-Carpaccio war dann ganz ok und der Hauptgang (Medaillons von Kudu, Strauß und Springbok) gut, wenngleich die jeweiligen Saucen den Fleischgeschmack etwas erdrückt haben.

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Für den Rückweg entschieden wir uns entgegen der leichten Bedenken unseres Kellners für den knapp 15-minütigen Fußweg zurück zum Hotel. Er meinte noch, dass aufgrund der aktuell in Betrieb genommenen Weihnachtsbeleuchtung auf der Haupteinkaufsstraße von Mossel Bay genügend Verkehr wäre, dass uns nichts passieren sollte. Tatsächlich waren genug Autos und Menschen auf der Straße, sodass wir uns wirklich nicht sonderlich unsicher gefühlt haben.
 

Nitus

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04.04.2013
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MUC
Tag 5

Aufgrund des eher kostspieligen und nicht im Übernachtungspreis enthaltenen Frühstücks im Protea Hotel entschieden wir uns, außerhalb des Hotels unsere erste Mahlzeit des Tages zu uns zu nehmen. Unsere Wahl fiel auf das fußläufig im Hafen von Mossel Bay gelegene "The Sea Gypsy Cafe". Bei direktem Meerblick ließen wir es uns schmecken. +1 entschied sich für die Seafood Pasta, die als riesige Portion mit reichlich Meeresfrüchten daher kam, und ich für das Pirates Breakfast.

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Ausreichend gestärkt fuhren wir zum Santos Beach, wo wir einige Zeit verbrachten.

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Gegen Nachmittag wechselten wir dann zum ein paar Kilometer weiter nordwestlich gelegenen Diaz Beach. Rund um die mittige Treppe runter zum Strand war ein wenig Leben, links und rechts davon wurde es schön ruhig.

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Als dritte Station des Tages fuhren wir schließlich zum Cape Saint Blaize im äußersten Osten von Mossel Bay, wo sich ein Naturpool befand, in welchem wir zwar nicht geschwommen sind, aber zahlreiche wagemutige Schwimmer beobachten konnten. Wir starteten direkt unten am Pool und sind dann ein kleines Stück den Saint Blaize Hiking Trail gewandert, aber in Ermangelung von Zeit und gutem Schuhwerk bald wieder umgekehrt.

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Für das Abendessen begaben wir uns wieder in den Hafen von Mossel Bay, um dort bei "Kaai 4 Braai" ein Braai (südafrikanisches BBQ) zu genießen. Die Strandbaratmosphäre direkt am Meer wusste zu gefallen, allerdings blieb das etwas lieblose Braai doch etwas hinter unseren Erwartungen zurück. Dennoch genossen wir die Zeit bis zum Sonnenuntergang bei milden Temperaturen und schöner Aussicht.

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Alex6

Erfahrenes Mitglied
03.01.2016
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35
Willst du vorweg sagen, wo ihr in Kapstadt übernachtet habt und wie das Hotel war? Glaube mal gelesen zu haben, dass ihr in Foreshore wart.
Wir müssen noch für die letzten 2 Nächte ein Hotel buchen und wollen Richtung „Innenstadt“.
 

Nitus

Erfahrenes Mitglied
04.04.2013
2.209
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MUC
Willst du vorweg sagen, wo ihr in Kapstadt übernachtet habt und wie das Hotel war? Glaube mal gelesen zu haben, dass ihr in Foreshore wart.
Wir müssen noch für die letzten 2 Nächte ein Hotel buchen und wollen Richtung „Innenstadt“.

In Kapstadt hatten wir 6 Nächte im Park Inn Foreshore. Bei meiner Recherche war es das günstigste Hotel aus der Liste der in Frage kommenden Hotels. War aber nichts besonderes und beim Frühstück etwas chaotisch und überfüllt. Parkplatz im Hotel mit 55 Rand / Nacht erschwinglich. Rund um das Hotel eher Bürogebäude, daher wenig Möglichkeiten ohne Auto, Uber oder mit etwas Fußweg etwas zum Abendessen zu finden (zu Fuß zur Waterfront ca. 20 Minuten). Zimmer war aber ruhig und sauber, sowie das Bett bequem. Würde nicht abraten, aber es auch nicht als Geheimtipp darstellen.
 
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Nitus

Erfahrenes Mitglied
04.04.2013
2.209
1.497
MUC
Tag 6

Nach der Morgentoilette packten wir unsere Sachen und checkten aus dem Protea Hotel in Mossel Bay aus. Auf dem Weg Richtung Osten entlang der N2 machten wir allerdings wenige Kilometer später in Klein Brak River schon unsere erste Pause, um in einem Padstal (ein Bauernhof / -cafe mit hausgemachtem bodenständigem Essen nahe einer Hauptverkehrsstraße) zu frühstücken. Der "Klipheuwel Padstal" sollte sich als gute Wahl herausstellen.

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Bei schöner Aussicht bestellte ich mir bei der sehr jungen Bedienung meinen ersten "Vetkoek" (eine Art frittiertes Brötchen) mit Pilz-Käse-Füllung, der hier besonders gut schmeckte, obwohl er für einen Vetkoek ungewöhnlich groß, außen knusprig und innen kompakt saftig war. Sehr lecker!

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Bei unserem zweiten Cappuccino kamen wir dann mit der Bedienung ins Gespräch. Obwohl sie sehr jung aussah, hätte ich sie dann doch älter als ihre 14 Jahre geschätzt. Sie erzählte, dass sie in den Sommerferien hier einen Ferienjob habe, um etwas Geld zu verdienen. Von ihr erfuhren wir einiges über das südafrikanische Schulsystem, und dass sie sich bereits auf den im kommenden Schuljahr anstehenden Schüleraustausch mit Thailand freuen würde, sodass +1 und sie noch mehr Themen zum Unterhalten hatten. Ferner empfahl sie uns, keine Anhalter mitzunehmen, und erklärte uns, dass es in Südafrika mitunter normal sei, dass öffentliche Toiletten von innen nicht abschließbar seien. Man müsse von innen einfach die Tür zu drücken, wenn man jemanden kommen hören würde. Es gab viele Einsichten und zeigte mir erneut, wie offen, interessiert und freundlich Südafrikaner sind.

Nachdem unsere Pause nun deutlich länger gedauert hatte als geplant, schauten wir uns noch kurz die Alpacas an, die im Garten des Padstals ihre Heimat gefunden hatten, bevor es weiter auf der N2 Richtung Osten ging.

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Nachdem man von der N2 bereits einen wundervollen Blick auf den Strand von Wilderness hatte, mussten wir dort unseren nächsten Stopp einlegen. Leider war es sehr windig, sodass Sand gegen die Waden peitschte und wir daher unseren Strandspaziergang kürzer gestaltet hatten, als er der Schönheit des Ortes angemessen gewesen wäre. Für einen zweiten Südafrika-Urlaub würden wir Wilderness durchaus als Übernachtungsort ins Auge fassen. Sehr schöner Strand!

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Nach einer landschaftlich wirklich schönen Fahrt legten wir die nächste Pause in Knysna ein. Mehr oder weniger durch Zufall bog ich östlich des belebten und leicht stauigen Stadtzentrums von Knysna rechts von der N2 auf den George Rex Drive ab, um diesem bis zu den Aussichtspunkten des East / Eastern Heads zu folgen, wo wir traumhafte Aussichten auf das Meer und die Lagune genießen konnten.

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Auf dem Weg zurück zur N2 bogen wir links auf die Leisure Island ab, wo wir einen kleinen Strandabschnitt finden konnten, von dem man eine wunderbare Aussicht auf die Knysna Heads und die Meerenge / Laguna hatte.

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Nachdem wir genug von der wundervollen Landschaft aufgesogen und beschlossen hatten, bei einem erneuten Südafrika-Besuch mehr Zeit in und um Knysna zu verbringen, folgten wir weiter der N2. In den Diskussionen hier im Forum wurde ich schon darauf vorbereitet, dass die Schönheit der Garden Route durch Feuer vernichtet wurde. Spuren davon konnte man insbesondere zwischen Knysna und Plettenberg Bay sehen. So wenig wie ich mir vorstellen konnte, wie die Landschaft vor der Katastrophe ausgesehen haben muss, so wenig enttäuscht war ich über die Eindrücke, denn trotz der verkohlten Baumstümpfe war die Fahrt auf der N2 eine landschaftlich abwechslungsreiche und interessante Fahrt.

Gegen Nachmittag erreichten wir Plettenberg Bay, wo wir die Plettenberg Mall östlich des Stadtzentrums ansteuerten. Da die für die folgenden Tage gewählte Unterkunft relativ isoliert in einem Naturschutzgebiet auf einem Berg ohne Gastronomieangebot in der Nähe liegt, deckten wir uns mit ausreichend Lebensmitteln und Getränken ein.

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Nur wenige Kilometer weiter östlich hinter der Brücke über den Keurboomsriver mussten wir links abbiegen, um 2km auf einem unbefestigtem schmalem Weg bergauf zu unserer Unterkunft, dem "Alkantmooi" (was ich mit etwas Niederländischkenntnis als "alle kanten mooi" = "alle Seiten schön" übersetzt habe) zu gelangen. Schnell waren wir durch die freundliche Mitarbeiterin eingecheckt und konnten die Aussicht von unserem Appartment genießen, die wirklich "mooi" war!

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Wir unternahmen noch einen kleinen Spaziergang, allerdings gab es hier außer den zwei Gebäudekomplexen mit insgesamt sieben Unterkünften nicht viel zu besuchen. So staunten wir weiter über die Aussicht, bereiteten uns selbst unser Abendessen und schauten etwas südafrikanisches Pay-TV, wobei wir den aus Franschhoek mitgebrachten Wein genossen.
 

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Nitus

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04.04.2013
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MUC
Tag 7

Nach einer erholsamen Nacht mussten wir uns heute das erste Mal in diesem Urlaub unser Frühstück selbst zubereiten. Vorher genossen wir aber erneut die wahrlich wundervolle Aussicht.

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Nach einem gemütlichen Frühstück entschieden wir uns, den örtlichen Strand in Keurboomstrand zu erkunden. Die Dame, die uns am Vortag eingecheckt hatte, empfahl uns den Strand direkt neben dem italienischen Restaurant "Enrico". Dort schlugen wir dann auch unsere Zelte auf bzw. legten unsere Handtücher hin, um in der Sonne zu baden.

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Zum Mittagessen gab es dann einen vorab gekauften Pie vom örtlichen PicknPay, der weniger gut schmeckte, als wir uns das erhofft hätten.

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Später fielen uns einige Delphine auf, denen wir leider nur richtig mit unseren Ferngläsern folgen konnten. Meine Handykamera war hier leider überfordert.

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Gut erkennen konnte man dafür das Treiben dieser kleinen Muscheln, die sich gerne im Sand vergruben, wenn es nicht gerade etwas zu Essen gab.

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Gegen Nachmittag begaben wir uns zur Stärkung zu "Enrico", dem italienischen Restaurant direkt am Strand. Das diesmal leider nicht fotografierte Essen war in Ordnung, aber italienisches Essen schmeckt mir in Europa einfach besser.

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Bevor wir für einen ruhigen Abend zurück in unsere Unterkunft fuhren, schlenderten wir noch ein wenig an der anderen Strandseite entlang, die schön ruhig war.

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Auf dem Weg zurück zum Auto kamen wir dann erneut an "Enrico" vorbei und waren überrascht, dass sich am frühen Abend lange Warteschlangen vor dem Eingang gebildet hatten. Schlecht war das Essen ja auch nicht und die Aussicht einfach super. Scheint sehr beliebt zu sein.
 

stepfel1

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06.01.2012
1.017
1
BER
Ist es nach Eurer Erfahrung eigentlich sicher, abends in den kleineren Orten zu Fuß zu gehen?
 

Nitus

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04.04.2013
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Tag 8

Auch heute startete der Tag mit einem ähnlichen Ritual wie am Vortag: Genießen der wundervollen Aussicht bei einem ersten Kaffee auf dem Balkon und anschließend Frühstück zubereiten und vertilgen. Dementsprechend war es bereits fortgeschrittener Vormittag, als wir mit unserem Corolla eine knappe Stunde Richtung Osten auf der N2 reisten, um zum "Storms River Mouth Rest Camp" der "Tsitsikamma Section" des "Garden Route National Park" zu gelangen. Im Vorfeld unserer Südafrika-Reise hatte ich uns eine Wild-Card gekauft, mit der für ein Jahr kostenloser Zugang zu allen Nationalparks der "South African National Parks" möglich ist. Ich hatte ausgerechnet, dass uns dies günstiger kommen würde, als die geplanten Nationalpark-Besuche einzeln zu bezahlen. Trotz der Wildcard mussten wir uns in die Warteschlangen einreihen, was sich als latent chaotisch herausstellte. Links sollten sich Busse und Gruppen einreihen, rechts der Rest. Obwohl ich uns erst rechts einreihte, wurden wir und einige andere Autos auf die linke Spur gewunken. Dies wäre ggf. auch vorteilhaft gewesen, wenn nicht die Mitarbeiterin, die die linke Spur bearbeitet hatte, sich zwei Autos vor uns in ihre Mittagspause verabschiedet hätte. Es bedurfte eines massiven Protestes des Fahrers vor uns, bis eine Mitarbeiterin des rechten Kontrollhäuschens sich erbarmte, langsam die Autos der linken Spur abzufertigen.
Ich war auf jeden Fall froh, dass wir kostenlos Zugang erhalten konnten, obwohl meine physische Wild-Card auch zwei Monate nach der Online-Bestellung noch nicht angekommen war. Wie mir allerdings im Vorfeld der Kundenservice der SAN-Parks mitgeteilt hatte, würde auch ein Ausdruck der Kaufbestätigung ausreichen. Dieses war tatsächlich so.

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Wir folgten der Straße des Nationalparks bis fast zum Ende, um am Straßenrand ein Plätzchen zu finden, unser Auto abzustellen. Anschließend spazierten wir in Richtung des "Storms River Mouth".

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Wir folgten der Beschilderung des offiziellen Wanderwegs.

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Und näherten uns damit der bekannten Hängebrücke.

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Von der Brücke hatte man einen schönen Blick in den River Mouth, wenngleich das Paddeln uns wohl noch mehr Einblicke in diesen gegeben hätte, aber Paddeln wäre nichts für mich gewesen.

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Dafür entschieden wir uns, den steilen Weg zum Aussichtspunkt zu nehmen. Von jedem Haltepunkt wurde die Aussicht spektakulärer.

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Da das Wetter immer windiger wurde und die Sonne sich langsam hinter ein paar Wolken versteckte, verharrten wir nicht allzu lange auf dem Aussichtspunkt und machten uns auf den Rückweg. Hungrig von so viel Wanderaktivität wollten wir nicht lange nach einem adäquaten Restaurant suchen, sondern nahmen die örtliche Filiale des Kettenrestaurants "Cattle Baron" im Nationalpark. Mein Steak war absolut in Ordnung, aber die Seafood-Pfanne von +1 war offenbar einfachste TK-Ware.

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Satt machten wir uns dann auf den Rückweg, hielten aber gemäß der Empfehlung unseres Reiseführers noch in Nature Valley an. Der dortige Strand war einfach riesig und lud zum Spazieren ein.

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Nitus

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04.04.2013
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Ist es nach Eurer Erfahrung eigentlich sicher, abends in den kleineren Orten zu Fuß zu gehen?

Jein: Um ehrlich zu sein, habe ich mich abends in Südafrika nicht so sicher gefühlt wie in deutschen Klein- oder Großstädten. Das mag berechtigt gewesen sein oder vielleicht auch nur den vielen Warnungen, die man im Vorfeld der Reise gelesen hatte, geschuldet sein. Wir sind aber in der Kapregion überall zu zweit zu Fuß auch am Abend im Dunkeln durch die Städte gelaufen. Lediglich einen Abend gegen 23 Uhr haben wir in Kapstadt ein Uber genommen.

In den kleineren Städten (im Umfeld der Garden Route) war das Sicherheitsgefühl definitiv größer als in Kapstadt. Es waren immer viele andere Touristen unterwegs und ich konnte mir nicht vorstellen, hier Opfer zu werden.

In Polokwane und Nelspruit sind wir abends im Hotel geblieben und ich könnte mir vorstellen, dass dies als Tourist auch besser so war. In und um Johannesburg war mein Sicherheitsgefühl selbst tagsüber eingeschränkt. Nachts wäre ich hier definitiv nicht zu Fuß unterwegs gewesen.
 

Dreaonline

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29.04.2012
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CGN
Schöner Bericht mit wirklich tollen Tips für unseren eigenen Trip, der allerdings noch etwas auf sich warten lassen muss, bin schon auf die Fortsetzung gespannt
 
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Nitus

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04.04.2013
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Tag 9

Das Wetter sollte sich heute ähnlich wie am Vorabend fortsetzen. Aufgrund der Bewölkung entschieden wir uns gegen einen Strandbesuch und spontan für den Besuch des "Monkey Land", einem Park, in welchem Affen aus verschiedenen Zoos und Laboren ein neues Zuhause finden konnten. Die Affen können sich dort frei in dem relativ großen Areal bewegen. Alle 10-15 Minuten startet dann ein Guide, um die Besucher durch diesen Park zu führen, wo man die Affen aus nächster Nähe beobachten konnte. Nachdem man sich kostenfrei mit Anti-Moskito-Creme einschmieren durfte, wurde man noch gewarnt, auf lose Gegenstände gut aufzupassen, und wurde dann durch den Park geführt. Tatsächlich war es ein bis dato unbekanntes Erlebnis, Affen aus direkter Nähe in ihrem (nicht ganz) natürlichen Lebensraum beobachten zu können.

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Direkt neben dem Affenpark befand sich der "Birds of Eden"-Park, in welchem man zahllose Vögel beobachten konnte, die sich frei in dem schön angelegten Gelände unter einer großen Kuppel bewegen konnten. Tatsächlich gefiel mir persönlich der Besuch hier, der in einem Kombiticket mit dem Affenpark enthalten war, etwas besser.

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Schon auf der Fahrt zu den Tierparks waren mir einige Schilder zu diversen Weingütern aufgefallen. Da sich nun etwas Hunger einstellte, checkten wir die Bewertungen der verschiedenen Weingüter in der Nähe, um uns aufgrund der hervorragenden Bewertungen für das nächstgelegene Weingut "Bramon Wine Estate" zu entscheiden. Nach etwas Fahrt auf unbefestigten Wegen erreichten wir das Restaurant des Weinguts. Mit etwas Glück konnten wir dort den letzten Tisch im Außenbereich direkt zwischen den Weinstöcken ergattern, wo wir neben lokalem MCC auch leckere Tapas genießen konnten.

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Gegen Nachmittag fuhren wir dann zum "Robberg Nature Reserve", zu dem der Zutritt trotz Wild Card kostenpflichtig, da dieses nicht von den SANParks verwaltet wird, aber nicht wirklich teuer war.

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Nach dem Studium der örtlichen Informationskarte entschieden wir uns, zumindest den "The Gap" Trail zu wandern. Aufgrund der vorgerückten Zeit schlossen wir den "The Point" Trail aus, wollten aber eventuell den "Witsand" Trail probieren. Während der Wanderung genossen wir die Aussicht sowie Flora und Fauna.

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Hinter dem Verbindungspunkt "The Gap" wanderten wir weiter auf dem "Witsand" Trail. Da ich nicht gänzlich frei von Höhenangst und etwas Trittunsicherheit bin, entschieden wir uns aufgrund der zunehmenden Steilheit des Trails in Kombination mit immer geringerer Befestigung, umzudrehen. Zurück am Verbindungspunkt entschieden wir uns nach kurzer Lageprüfung, den "Witsand" Trail entgegen dem Uhrzeigersinn zu wandern, um so wenigstens bis zur Insel ("The Island") zu gelangen. Tatsächlich war dieser Weg sehr gut wanderbar, sodass wir die Insel gut erreichen konnten.

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Für das Abendessen hatte ich bereits im Vorfeld einen Tisch im "Fat Fish" reserviert, wo sowohl das Ambiente, Freundlichkeit der Bedienung als auch das Essen nicht zu beanstanden waren. Meine "Fishcakes" übertrafen meine Erwartungen, und die "The Fat Fish and Chips" wussten ebenfalls sehr zu gefallen, wobei die Portion deutlich größer war, als die Bilder sie erscheinen lassen.

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Obwohl wir eigentlich satt waren, musste heute ein Dessert sein. Sowohl meine "White Chocolate Crème Brûlée" als auch der "Baked Cheesecake" von +1 wussten sehr zu gefallen.

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