Parteienfinanzierung: CDU erhält Riesenspende von BMW-Großaktionären

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Weltenbummler42

Erfahrenes Mitglied
08.06.2010
3.725
1.114
noch TXL
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Egal ob Griechenland jetzt von den EU-Hilfen einen Großauftrag an eine deutsche Werft für U-Boote vergibt, oder
z.B. Siemens einen Großauftrag zur Sanierung der Athener U-Bahn erhält - es werden damit auch wieder Arbeitsplätze
in Deutschland gesichert und nicht zu vergessen natürlich die Gewinne - die bleiben auch in Deutschland. -
Denn einer muß auch ja wieder Parteispenden zahlen/empfangen können.... :D - womit sich der Kreis schließt und
wir wieder beim Threadtitel sind.
Es ist halt alles ein Kreislauf - oder wie der Volksmund so schön sagt: "das Geld ist nicht weg, nur in einer anderen Tasche ;)"
Weltenbummler
 
Zuletzt bearbeitet:

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.177
516
Evidenzlevel IV (Expertenwissen)
.

Wenn Du keine besseren Belege hast, dann ziehe ich das Wissen dieses "Experten" mal in Zweifel. Ich glaube kaum, daß Du alle 20 Mio. Arbeitnehmer in D., die Du allesamt als miserabel bezahlt oder arbeitslos bezeichnest, persönlich kennengelernt hast.
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.177
516
Okay, der Wahlbürger darf sich auch mal für das Richtige entscheiden. Ich will jetzt hier auch keinen Atomkrieg anzetteln. Fakt ist, dass mögliche Kosten der Industrie allein auf die Bürger abgewälzt werden.

Und wenn "die Industrie" die Kosten alleine zahlt, wer trägt sie dann? Trifft es nicht über höhere Preise und größere Arbeitslosigkeit ebenfalls den Bürger? Es ist ein häufig anzutreffender Kardinalfehler, diesen vermeintlichen Gegensatz zwischen Bürgern und "Industrie" zu schüren. Wir sitzen alle im selben Boot. Wenn wir uns dazu entschließen, Energie nicht auf die eine, sondern auf die andere Art zu produzieren, eine die uns teurer aber dafür nachhaltiger und sauberer erscheint, dann müssen wir (als Gesellschaft) die Kosten dafür tragen. Wir können uns allenfalls noch über Transmissionsmechanismen und Aufteilungen unterhalten.

Das Perverse hierbei ist, dass bei aktuellem Überangabot (relativ niedriger Ölpreis, Strom vom Atom) der Strompreis im Keller ist. Hier wäre sicher sinnvoll, über eine Reduzierung des Angebotes regulierend einzugreifen

niedriger Ölpreis? Bei 110? :eyeb:Aber egal, ist in diesem Kontext nicht unbedingt relevant.
Reduzierung des Angebotes? Das ist ja gleich dreifacher Unsinn:
1. Da ein immer größerer Teil der Erzeugung nicht verlässlich zur Verfügung steht (Sonne, Wind), müssen wir zwangsläufig immer mehr Überkapazitäten aufbauen, als Erzeugungsreserve.
2. Wie stellst Du Dir das rein praktisch vor? Enteignung? Zahlst Du dann die fälligen Entschädigungen?
3. Reduzierung des Angebotes = steigende Preise ->> also NOCH höhere Strompreise? :eek:Und wer zahlt das dann?
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.177
516
Ich behaupte, dass der rechtlich richtige Begriff hier "Kollusion" lauten könnte. Warum? Weil jeder gewusst hat, dass die Griechen bescheissen.

Stimmt. Und unter wessen Regierung wurde "amtlich" festgestellt, daß das alles "schon so passt"?


Ich denke, dass kaum ein Staat überhaupt ohne Schulden auskommt.

Warum? Ich denke nicht, daß man Probleme mit den Denkweisen löst, die dorthin geführt haben. Schulterzucken und als-selbstverständlich-hinnehmen werden das Problem nicht lösen. Allerdings befinden wir uns mit der "Schuldenbremse" ja durchaus auf einem guten Weg dahin. Bin allerdings gespannt, was passiert, wenn man das nächste Mal droht, die Schuldenbremse, die ja immerhin Verfassungsrang hat, zu verletzen.

. Man druckt einfach so lange Geld, bis sich das Problem von selbst löst.

Dafür braucht man allerdings eine eigene Notenbank. "Dumm", wenn man die nicht hat... ;)



Leider können wir Griechenland (auch andere Staaten) nicht mit normalen Schuldnern vergleichen.


Doch.

Wenn ich einen Staat zwinge kein Geld mehr für Investitionen bereitzustellen, schaufele ich sein Grab. Ich würge die Wirtschaft ab und die Gesellschaft.

1. Wer sagt, daß Investitionen in einer freien Welt vom Staat getätigt werden (müssen)? Jedes Geld kann nur einmal ausgegeben werden, und im Zweifelsfall verdrängen unsinnige staatliche Investitionen nur sinnvolle private Investitionen. Oder glaubt seit dem Zusammenbruch des Ostblocks wirklich noch irgendjemand, daß der Staat es besser weiß, wo Geld investiert werden soll?
2. Wer sagt, daß der Staat (ausschließlich) bei Investitionen sparen soll?


Ah, es ist also die gelebte europäische Idee Griechenland am langen Arm verhungern zu lassen

Davon kann doch keine Rede sein. Oder nennst Du "107 Milliarden schenken" "verhungern lassen"? Aber das ist in den obenstehenden Posts ja schon hinreichend diskutiert worden.

Die derzeitige Situation ist aber eine Spirale nach unten. Positiver (zusammengelogener) Primärhaushalt hin oder her. Ich hätte auch nicht vor den Griechen zu sagen wie sie zu leben und zu regieren haben. Das macht Dr. Murksel schon zur Genüge. Ich würde die Griechen leben lassen. Wenn für sie der Sinn des Lebens darin besteht den Arsch in die Sonne zu legen und den Staat und damit sich selbst zu bescheissen, dann bitte. Aber dafür gibt es nur eine Lösung: Raus aus dem Euro, her die Drachme. Dann können sie tun und lassen was sie wollen.

Richtig. Nur haben sich die Griechen bei den Wahlen dafür entschieden, im Euro zu verbleiben. Es gab ja genug Parteien, die einen Ausstieg gefordert haben, aber sie haben mehrheitlich Nea Demokratia und Pasok gewählt, die beide dafür standen, im Euro zu verbleiben. Das heißt, man müßte sie schon aktiv hinausschmeissen. Und wie willst Du das machen?

Bisher hat im Übrigen noch niemand aus der hohen Politik erklären können, ausser abgedroschenen Phrasen über Stabilität und Wirtschaftszusammenbrüchen ohne nachvollziehbare Begründungen, wieso gerade der Austritt der Wirtschaftssupermacht Griechenland aus dem Euro schlecht wäre für Deutschland. Ach, war ja ganz einfach. Man ist ja sofort in der rechten Ecke und Europafeindlich. Das sind für mich die schlimmsten Sprüche und Gesabbel, noch weit hinter: "Wir lassen die Kirche im Dorf und die Moschee in Istanbul".

Hab ich was vergessen? Oder kann mir von euch jemand erklären, warum dieses Gewurschtel der letzten Jahre weitergehen soll?

Ich stimme soweit auch zu, als es in der Tat nicht der Untergang des westlichen Abendlandes wäre, wenn GR ausgetreten wäre. Allerdings hätte man das - wenn - dann vor 2 Jahren tun sollen. Jetzt ist das Schlimmste sowieso schon überstanden, und auch wenn es viele noch nicht bemerkt haben, der Tiefpunkt liegt hinter uns.
 
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Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
22.001
16.268
Nö, "der" Bürger (wieso immer Singular) hatte die Angie der verlängerten Laufzeiten gewählt. Dann kam der Schwenk für den die Wähler nun wirklich nichts konnten.

Oh c'mon. Der Buerger (immer Singular, weil man ja auch z.B. "der Iwan" sagt :D [anders nur bei den Arabern, dann ist es "die Strasse" ;)]) hat Atomkraft immer abgelehnt. 2009 war die letzte Gelegenheit, bei der Merkel Wahlkampf inklusive einer bitteren Pille fuer das Wahlvolk gemacht hat. Was mich nach dem Kirchhof-Desaster 2005 sehr gewundert hat, aber gut.

Die Aussage, der Waehler haette 2009 Atomkraft gewaehlt und 2011 Zeter, Mordio und Wahlbetrug geschrien, ist bis auf ein paar Ausnahmen (moi, z.B.) grotesk.

Vgl. statt vieler

BMU - FORSA-Umfrage: Mehrheit lehnt Atomkraft ab
 
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hansiflyer

Erfahrenes Mitglied
10.12.2012
2.183
5
BER
Die Aussage, der Waehler haette 2009 Atomkraft gewaehlt und 2011 Zeter, Mordio und Wahlbetrug geschrien, ist bis auf ein paar Ausnahmen (moi, z.B.) grotesk.

Wahlbetrug bleibt Wahlbetrug. Auch dann, wenn sich die Mehrheit ausnahmsweise über den Wahlbetrug freut.
Sagt einer, der sich über den Atomausstieg freut. :)
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
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Wahlbetrug bleibt Wahlbetrug. Auch dann, wenn sich die Mehrheit ausnahmsweise über den Wahlbetrug freut.
Sagt einer, der sich über den Atomausstieg freut. :)

Wirklich nicht. Wie sagte doch Keynes: "Wenn die Fakten sich ändern, ändere ich meine Meinung. Und was machen Sie?"
 
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Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
22.001
16.268
Wahlbetrug bleibt Wahlbetrug. Auch dann, wenn sich die Mehrheit ausnahmsweise über den Wahlbetrug freut.

Diese sehr dogmatische Einstellung ehrt Dich, geht aber an der Realitaet vorbei. Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift. Und Wahlbetrug ist, wenn der Waehler "Wahlbetrug!" schreit.

Wirklich nicht. Wie sagte doch Keynes: "Wenn die Fakten sich ändern, ändere ich meine Meinung. Und was machen Sie?"

Welche Fakten haben sich denn geaendert? Ernsthafte Frage meinerseits, denn es sind zwei Moeglichkeiten vorstellbar: 1. Die Stimmung beim Waehler hat sich von 80 auf 99 % Anti-Atom veraendert; 2. Fukushima hat erwiesen, dass Atomkraft inhaerent unsicher ist.

Wenn Du 2. meinst, springe ich im Dreieck. Pardon, dann gibt es hier Atomkrieg, wie auf einer der vorherigen Seiten so treffend stand ;)
 
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Ice_B

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22.11.2011
2.244
1
Münchener Outback
Zuerst mal: Sorry, dass ich jetzt einfach meine Antworten in blau dazwischen gekritzelt habe. Beim richtigen zitieren würde ich morgen noch hier sitzen :D


Stimmt. Und unter wessen Regierung wurde "amtlich" festgestellt, daß das alles "schon so passt"?

Völlig egal, ist alles ein Haufen. Da fällt mir immer nur der Spruch mit dem Knüppel und dem Sack ein.


Warum? Ich denke nicht, daß man Probleme mit den Denkweisen löst, die dorthin geführt haben. Schulterzucken und als-selbstverständlich-hinnehmen werden das Problem nicht lösen. Allerdings befinden wir uns mit der "Schuldenbremse" ja durchaus auf einem guten Weg dahin. Bin allerdings gespannt, was passiert, wenn man das nächste Mal droht, die Schuldenbremse, die ja immerhin Verfassungsrang hat, zu verletzen.

Was soll denn passieren? Nix. Das wird als außergewöhnliche Umstände abgetan und gut ist.



Dafür braucht man allerdings eine eigene Notenbank. "Dumm", wenn man die nicht hat... ;)


Was uns zum Staat und der Politik und deren Zweckmäßigkeiten zurückbringt. Oder glaubst Du etwa, dass die EZB die Zinsen aus eigenem Antrieb so niedrig hält?


1. Wer sagt, daß Investitionen in einer freien Welt vom Staat getätigt werden (müssen)? Jedes Geld kann nur einmal ausgegeben werden, und im Zweifelsfall verdrängen unsinnige staatliche Investitionen nur sinnvolle private Investitionen. Oder glaubt seit dem Zusammenbruch des Ostblocks wirklich noch irgendjemand, daß der Staat es besser weiß, wo Geld investiert werden soll?
2. Wer sagt, daß der Staat (ausschließlich) bei Investitionen sparen soll?

zu 1.: Der Staat weiß es nicht besser, ganz sicher sogar. Aber ich habe mal was von antizyklischer Finanzpolitik gelernt, aber was soll´s, Schule is´ eh scheisse :D
zu 2.: keiner



Davon kann doch keine Rede sein. Oder nennst Du "107 Milliarden schenken" "verhungern lassen"? Aber das ist in den obenstehenden Posts ja schon hinreichend diskutiert worden.

Naja, mal so gesagt. Hätte man den Griechen 107 Mrd geschenkt, dann hätte sich der Schuldenstand doch zumindest etwas nach unten bewegen müssen. Aber nein, es wurden mehr Schulden. :confused:


Richtig. Nur haben sich die Griechen bei den Wahlen dafür entschieden, im Euro zu verbleiben. Es gab ja genug Parteien, die einen Ausstieg gefordert haben, aber sie haben mehrheitlich Nea Demokratia und Pasok gewählt, die beide dafür standen, im Euro zu verbleiben. Das heißt, man müßte sie schon aktiv hinausschmeissen. Und wie willst Du das machen?

Nun, wir haben ja auch das Angela wieder an der Backe. Wie war das? Am Wahlergebnis der Bundestagswahl sieht man deutlich, dass es die Regierungen der letzten Jahre nicht geschafft haben den Bildungsnotstand in der BR Deutschland zu beseitigen. :D


Ich stimme soweit auch zu, als es in der Tat nicht der Untergang des westlichen Abendlandes wäre, wenn GR ausgetreten wäre. Allerdings hätte man das - wenn - dann vor 2 Jahren tun sollen. Jetzt ist das Schlimmste sowieso schon überstanden, und auch wenn es viele noch nicht bemerkt haben, der Tiefpunkt liegt hinter uns.

Sicher, dass das Schlimmste überstanden ist? Never ever ... Angie hat sich mit ihren Milliarden Zeit gekauft, nicht mehr. Das dicke Ende kommt noch. Können wir drehen und wenden wie wir wollen, der Arsch bleibt hinten.

Sicher, dass das Schlimmste überstanden ist? Never ever ... Angie hat sich mit ihren Milliarden Zeit gekauft, nicht mehr. Das dicke Ende kommt noch. Können wir drehen und wenden wie wir wollen, der Arsch bleibt hinten.
 

Ice_B

Erfahrenes Mitglied
22.11.2011
2.244
1
Münchener Outback
Egal ob Griechenland jetzt von den EU-Hilfen einen Großauftrag an eine deutsche Werft für U-Boote vergibt, oder
z.B. Siemens einen Großauftrag zur Sanierung der Athener U-Bahn erhält - es werden damit auch wieder Arbeitsplätze
in Deutschland gesichert und nicht zu vergessen natürlich die Gewinne - die bleiben auch in Deutschland. -
Denn einer muß auch ja wieder Parteispenden zahlen/empfangen können.... :D - womit sich der Kreis schließt und
wir wieder beim Threadtitel sind.
Es ist halt alles ein Kreislauf - oder wie der Volksmund so schön sagt: "das Geld ist nicht weg, nur in einer anderen Tasche ;)"
Weltenbummler

Da kann ich die Kohle den Unternehmen und Banken auch direkt in den Hals schmeißen. Ach, ganz vergessen, machen wir ja eh (y)
 
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GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
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Welche Fakten haben sich denn geaendert? Ernsthafte Frage meinerseits, denn es sind zwei Moeglichkeiten vorstellbar: 1. Die Stimmung beim Waehler hat sich von 80 auf 99 % Anti-Atom veraendert; 2. Fukushima hat erwiesen, dass Atomkraft inhaerent unsicher ist.

Wenn Du 2. meinst, springe ich im Dreieck. Pardon, dann gibt es hier Atomkrieg, wie auf einer der vorherigen Seiten so treffend stand ;)


zu 1.: Ja.
zu 2.: Na die Fakten haben sich definitiv geändert. Ob man die neuen Fakten so interpretieren muß, wie Du es beschrieben hast, ist die andere Frage. Ich denke, wir sind uns da durchaus einig.
 

GoldenEye

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30.06.2012
13.177
516
zu 1.: Der Staat weiß es nicht besser, ganz sicher sogar. Aber ich habe mal was von antizyklischer Finanzpolitik gelernt, aber was soll´s, Schule is´ eh scheisse

Das Problem ist nur: Wenn ein Politiker sein Steckenpferd verwirklichen will, dann wird er Dir alles mögliche erzählen, warum das jetzt aber ganz stark antizyklisch ist! :sick:
 
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TAPulator

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25.12.2011
4.858
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PIX, BER, ZRH
Wenn Du keine besseren Belege hast, dann ziehe ich das Wissen dieses "Experten" mal in Zweifel. Ich glaube kaum, daß Du alle 20 Mio. Arbeitnehmer in D., die Du allesamt als miserabel bezahlt oder arbeitslos bezeichnest, persönlich kennengelernt hast.

Also ich sehe jetzt keine Notwendigkeit, alle Betroffenen persönlich kennenlernen zu müssen. Vielleicht kann in Deinem Falle die Bundeszentrale für politische Bildung zur Begriffsklärung beitragen.
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.177
516
Also ich sehe jetzt keine Notwendigkeit, alle Betroffenen persönlich kennenlernen zu müssen. Vielleicht kann in Deinem Falle die Bundeszentrale für politische Bildung zur Begriffsklärung beitragen.

Eben. Wie der Link so schön erklärt: Es ist ein Schlagwort. Schön griffig, für all' die, die für ihre Vorurteile keine Fakten brauchen.
 

Anne

Erfahrenes Mitglied
20.06.2010
4.421
2
Okay, der Wahlbürger darf sich auch mal für das Richtige entscheiden. Ich will jetzt hier auch keinen Atomkrieg anzetteln. Fakt ist, dass mögliche Kosten der Industrie allein auf die Bürger abgewälzt werden. Das Perverse hierbei ist, dass bei aktuellem Überangabot (relativ niedriger Ölpreis, Strom vom Atom) der Strompreis im Keller ist. Hier wäre sicher sinnvoll, über eine Reduzierung des Angebotes regulierend einzugreifen oder halt im Falle von fossilen Brennstoffen den Umwelt-"Verbrauch" bzw. von Atomenergie die Entsorgungskosten verbrauchter Brennstäbe in die Preiskalkulation einzubeziehen. Aber auch bei der Atomenergie ist es eben so, dass Profite privatisiert und Kosten (Transport, [End]-Lagerung usw.) sozialisiert werden.

Leider stimmt nahezu nichts von dem, was Du schreibst.

Denn der System-Fehler liegt darin, daß die GRÜNEN Franz-Josef Fell und Hermann Scheer ihrerzeit unter der Ägide des Umweltministers Jürgen Trittin im EEG eine fixe Einspeisevergütung für alternativ erzeugten Strom beschlossen. Dies bedeutet, daß jede kWh, die aus erneuerbarer Energie stammt, mit einem bestimmten Preis vergütet werden muß. Dieser ist im Laufe der Zeit zwar gesunken, jedoch führt es eben zur Zeit zu der für Endverbraucher absurd anmutenden Situation, daß der an der Börse gehandelte Strompreis rekordverdächtig niedrig und zeitweise sogar negativ ist, auf der Abrechnung jedoch immer teurer notiert. Dies liegt an der Deckungslücke zwischen den Kosten für die an die Solarstrom-/Windstrom-/etc-Erzeuger zu zahlende, per EEG fest vereinbarte Vergütung und dem dazu weit niedriger liegenden Preis für den Wiederverkauf

Es ist praktisch so, als wäre man als Gemüsehändler gezwungen, für einen Teil seiner Karotten das Drei- bis Vierfache des üblichen Einkaufspreises zu berappen. In der Folge ist man durch Mischkalkulation gezwungen, den durchschnittlichen Verkaufspreis für den Kunden rapide anzuheben. Die zu Marktpreisen eingekauften Möhren subventionieren also die zu zwangsweise eingekauften Möhren zu Fixpreisen.:doh:

Gäbe es den Zwang zur Abnahme des grünen Stroms jedoch nicht, würden die EEG´s verhungern, weil sie eben immer noch nicht konkurrenzfähig sind, noch gilt das Prinzip "produce & forget". Weder Rot-Grün, Rot-Schwarz noch Schwarz-Gelb haben es bisher geschafft, den gordischen Knoten zu zerschlagen. Einerseits wollen die Deutschen mehrheitlich den Ausstieg aus konventioneller Energieerzeugung, andererseits wollen sie verständlicherweise auch keine sie erdrückende Strompreise.

Das grundsätzliche Problem sind die Durchleitung und Speicherung von grünem Strom. Windräder drehen sich nun einmal bevorzugt da, wo konstante Windverhältnisse herrschen, und das ist eben meist nicht dort, wo der Strom stets gebraucht würde. Solange die Leute dann gegen jede neue Überlandleitung von Nord nach Süd zu Felde ziehen, verschiebt sich das Problem zu Lasten des Endverbrauchers weiter in die Zukunft, da nahezu keine Speicherkapazitäten existieren.

-

Ergo läßt sich resümieren, daß das Beharren auf ideologisch manifestierten Position á la Trittin ("böse Stromkonzerne") inzwischen von der Wirklichkeit überholt worden ist, die Börsenabstürze der Giganten RWE etc. beweisen dies nachdrücklich. Jede Regierung, egal welcher Couleur, muß diesen Missstand beseitigen, das wissen auch alle Protagonisten. Schwarz-Grün funktioniert (noch) nicht, weil Herr Trittin es so gestern wollte, Özdemir und Göring-Eckhardt sahen das bereits öffentlich ganz anders. Hoffen wir also, daß Gabriel & Co sich nun pragmatischer zeigen, andererseits gibt es Neuwahlen.:eek:
 

Weltenbummler42

Erfahrenes Mitglied
08.06.2010
3.725
1.114
noch TXL
Und die zahlen sie dann wieder als Löhne und Gehälter an die Bürger bzw. als Zinsen an die Sparer... :D

Löhne, Gehälter und Zinsen hast Du alles genannt. Aber hast Du nicht etwas wichtiges vergessen? Was ist mit den Gewinnen?
So ist das wie mit der Bankenkrise, Schulden werden sozialisiert, d.h. dafür soll gefälligst die ganze Gesellschaft - also der Steuerzahler aufkommen, aber die Gewinne werden natürlich privatisiert.
Wenn die Gesellschaft aber für Verluste einstehen soll - warum also nicht auch die Gewinne gerecht verwenden?
Und zwar nicht als Parteispenden:D

Weltenbummler
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.177
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Löhne, Gehälter und Zinsen hast Du alles genannt. Aber hast Du nicht etwas wichtiges vergessen? Was ist mit den Gewinnen?
So ist das wie mit der Bankenkrise, Schulden werden sozialisiert, d.h. dafür soll gefälligst die ganze Gesellschaft - also der Steuerzahler aufkommen, aber die Gewinne werden natürlich privatisiert.
Wenn die Gesellschaft aber für Verluste einstehen soll - warum also nicht auch die Gewinne gerecht verwenden?
Und zwar nicht als Parteispenden:D

Weltenbummler


Das sind doch dumme Stammtisch-Parolen. Wo sind denn in der Bankenkrise "Gewinne privatisiert" worden? Frag' 'mal die Aktionäre der HRE, ob die das Gefühl haben, daß bei ihnen irgendwelche Gewinne zu Lasten der Steuerzahler angekommen sind! :doh:
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.177
516
Löhne, Gehälter und Zinsen hast Du alles genannt. Aber hast Du nicht etwas wichtiges vergessen? Was ist mit den Gewinnen?

Ja, in der Tat, Gewinne sind wichtig. Denn ein Unternehmen, das keine Gewinne erwirtschaftet, ist nicht überlebensfähig. Das gibt es bald nicht mehr.
Aber nur um nochmal die Dimensionen in Erinnerung zu rufen (das wird nämlich gerne vergessen). Nehmen wir ein Unternehmen, das uns allen vertraut ist:
Lufthansa:
Personalaufwand 2012: 7,052 Mrd.
Konzernergebnis 2012: 0,99 Mrd.
 

TAPulator

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25.12.2011
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PIX, BER, ZRH
Das sind doch dumme Stammtisch-Parolen. Wo sind denn in der Bankenkrise "Gewinne privatisiert" worden? Frag' 'mal die Aktionäre der HRE, ob die das Gefühl haben, daß bei ihnen irgendwelche Gewinne zu Lasten der Steuerzahler angekommen sind! :doh:

Dann erklär uns doch mal, wo der ganze Schotter abgeblieben ist.
 

TAPulator

Erfahrenes Mitglied
25.12.2011
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Leider stimmt nahezu nichts von dem, was Du schreibst.

Das stimmt so eher nicht.

Denn der System-Fehler liegt darin, daß die GRÜNEN Franz-Josef Fell und Hermann Scheer ihrerzeit unter der Ägide des Umweltministers Jürgen Trittin im EEG eine fixe Einspeisevergütung für alternativ erzeugten Strom beschlossen. Dies bedeutet, daß jede kWh, die aus erneuerbarer Energie stammt, mit einem bestimmten Preis vergütet werden muß. Dieser ist im Laufe der Zeit zwar gesunken, jedoch führt es eben zur Zeit zu der für Endverbraucher absurd anmutenden Situation, daß der an der Börse gehandelte Strompreis rekordverdächtig niedrig und zeitweise sogar negativ ist, auf der Abrechnung jedoch immer teurer notiert. Dies liegt an der Deckungslücke zwischen den Kosten für die an die Solarstrom-/Windstrom-/etc-Erzeuger zu zahlende, per EEG fest vereinbarte Vergütung und dem dazu weit niedriger liegenden Preis für den Wiederverkauf

Diese Fakten sind mir durchaus bekannt, vergleiche auch den NZZ-Artikel.

Es ist praktisch so, als wäre man als Gemüsehändler gezwungen, für einen Teil seiner Karotten das Drei- bis Vierfache des üblichen Einkaufspreises zu berappen. In der Folge ist man durch Mischkalkulation gezwungen, den durchschnittlichen Verkaufspreis für den Kunden rapide anzuheben. Die zu Marktpreisen eingekauften Möhren subventionieren also die zu zwangsweise eingekauften Möhren zu Fixpreisen.:doh:

So ist es wohl, die Karotten erinnern auch durchaus an Butterberge und Milchseen.

Gäbe es den Zwang zur Abnahme des grünen Stroms jedoch nicht, würden die EEG´s verhungern, weil sie eben immer noch nicht konkurrenzfähig sind, noch gilt das Prinzip "produce & forget". Weder Rot-Grün, Rot-Schwarz noch Schwarz-Gelb haben es bisher geschafft, den gordischen Knoten zu zerschlagen.

Genau. Gut gemeint ist ja noch lange nicht gut gemacht. Und auf die Frage der Konkurrenzfähigkeit zielt ja eben auch meine Argumentation mit dem Umweltverbrauch bzw. im Falle von Atomstrom eine Umlage von Kosten für Entsorgung und Endlagerung auf den entsprechenden Strompreis. Diese Kosten sind im viel zu günstigen Strom aus fossiler oder nuklearer Energie nicht repräsentiert. Darüber liesse sich zum einen eine relativ bessere Konkurrenzfähigkeit regenerativer Energien und eine Einsparung bei fossilen Brennstoffen erreichen. Dann müsste man für keine 23 000 000 000 kWh Öl und Gas verbrennen und teilweise sogar verschenken.

Einerseits wollen die Deutschen mehrheitlich den Ausstieg aus konventioneller Energieerzeugung, andererseits wollen sie verständlicherweise auch keine sie erdrückende Strompreise.

Ja, das ist wohl das Dilemma.

Das grundsätzliche Problem sind die Durchleitung und Speicherung von grünem Strom. Windräder drehen sich nun einmal bevorzugt da, wo konstante Windverhältnisse herrschen, und das ist eben meist nicht dort, wo der Strom stets gebraucht würde. Solange die Leute dann gegen jede neue Überlandleitung von Nord nach Süd zu Felde ziehen, verschiebt sich das Problem zu Lasten des Endverbrauchers weiter in die Zukunft, da nahezu keine Speicherkapazitäten existieren.

Also an den Stromleitungen wird es wohl nicht liegen, da ist nicht nur die Bundesrepublik im Inneren sondern auch mit den europäischen Nachbarn gut genug vernetzt. Probleme liegen aber mit Sicherheit in der Speicherung und in der Frage, wie man genügend Kapazitäten für den Fall vorhalten kann, wenn sich mal bei Flaute kein Windrad dreht oder die Sonne nicht "schön wie nie" über Deutschland scheint. Aber irgendwie sollte sich das doch kalkulieren lassen, vielleicht nicht mit Berliner Mathe-Kenntnissen aber vielleicht mit Fähigkeiten aus den anderen NBL oder meinetwegen auch Bayern oder Ba-Wü. ;)

Ergo läßt sich resümieren, daß das Beharren auf ideologisch manifestierten Position á la Trittin ("böse Stromkonzerne") inzwischen von der Wirklichkeit überholt worden ist, die Börsenabstürze der Giganten RWE etc. beweisen dies nachdrücklich.

Das das Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht spurlos an RWE vorübergehen wird, war ja wohl absehbar. Scheinbar hat man da ja die ein oder andere Entwicklung verschlafen, hätte man aur erneurbare Energien gesetzt, hätte man sich bei garantiertem Einkaufspreis sicher auch ein Stück vom Öko-Stromkuchen abschneiden lassen. Ist halt so mit der Besitzstandswahrung, erinnert mich irgendwo auch an die deutsche Automobil-Industrie, wo man lieber so weiterwursteln will wie bisher, anstatt in neue umweltfreundlichere Technologien zu investieren, um wieder zum Thema zurückzukommen. Innovation sieht anders aus.

Jede Regierung, egal welcher Couleur, muß diesen Missstand beseitigen, das wissen auch alle Protagonisten. Schwarz-Grün funktioniert (noch) nicht, weil Herr Trittin es so gestern wollte, Özdemir und Göring-Eckhardt sahen das bereits öffentlich ganz anders. Hoffen wir also, daß Gabriel & Co sich nun pragmatischer zeigen, andererseits gibt es Neuwahlen.:eek:

Gut, wir haben jetzt alle verstanden, dass Du Herrn Trittin nicht leiden kannst. In diesem Sinne Vive le Dosenpfand!
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.177
516

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.177
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Also an den Stromleitungen wird es wohl nicht liegen,


Doch.

da ist nicht nur die Bundesrepublik im Inneren sondern auch mit den europäischen Nachbarn gut genug vernetzt. Probleme liegen aber mit Sicherheit in der Speicherung und in der Frage, wie man genügend Kapazitäten für den Fall vorhalten kann, wenn sich mal bei Flaute kein Windrad dreht oder die Sonne nicht "schön wie nie" über Deutschland scheint. Aber irgendwie sollte sich das doch kalkulieren lassen, vielleicht nicht mit Berliner Mathe-Kenntnissen aber vielleicht mit Fähigkeiten aus den anderen NBL oder meinetwegen auch Bayern oder Ba-Wü. ;)

Wenn Du uns verrätst, wie man Strom in größerem Maßstab speichert (außer in Speicher-Seen, die aber nicht überall möglich sind), dann nominieren wir Dich für den Nobelpreis in Physik!
 
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Reaktionen: Anne und teiring

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.177
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Genau. Gut gemeint ist ja noch lange nicht gut gemacht. Und auf die Frage der Konkurrenzfähigkeit zielt ja eben auch meine Argumentation mit dem Umweltverbrauch bzw. im Falle von Atomstrom eine Umlage von Kosten für Entsorgung und Endlagerung auf den entsprechenden Strompreis. Diese Kosten sind im viel zu günstigen Strom aus fossiler oder nuklearer Energie nicht repräsentiert. Darüber liesse sich zum einen eine relativ bessere Konkurrenzfähigkeit regenerativer Energien und eine Einsparung bei fossilen Brennstoffen erreichen.

Mit anderen Worten: Fliegen... äh, Strom muß teurer werden! =;