Das ist dein gutes Recht. Trotzdem sind die Beförderungsbedingungen und damit die Frage, wann eine Leistungserschleichung vorliegt, häufig abweichend. Das beginnt schon bei der Frage, ob ich vor Fahrtantritt einen Fahrausweis lösen muss oder nicht. Was passiert, wenn Automaten in Fahrzeugen kaputt sind. Was ist bei Fahrerverkauf, wenn der Fahrer nicht wechseln kann. Wann muss ein E-Ticket gelöst sein. Wann ist die Fahrt beendet, beim Verlassen des Fahrzeugs, des Bahnsteigs, der Haltestelle und was ist, wenn es gar keinen Bahnsteig gibt. usw usw
Ich entscheide über die AGB eines großen Verkehrsunternehmens. Das allein ist zwar kein Kompetenzausweis, aber bisher haben sie immer standgehalten.
Es kommt wirklich hier auf den Einzelfall an. Auf die Umstände oder mit dem Lufthansa Vokabular ausgedrückt: Sachverhalt. Das Fingerspitzengefühl ist wichtig.
So pauschal will ich gar nicht sagen das die Absicht in deinen zitierten Fällen zum Schwarzfahren besteht:
... Was passiert, wenn Automaten in Fahrzeugen kaputt sind. Was ist bei Fahrerverkauf, wenn der Fahrer nicht wechseln kann. Wann muss ein E-Ticket gelöst sein....
Aber moralisch betrachtet ist es nicht in Ordnung wenn der Gast sich über die unentgeltliche Fahrt freut.
Theoretisch sollte er das Unternehmen anbieten das Geld nachträglich zu überweisen.
(ausgenommen der Zugbegleiter oder Buschauffeur hat ihn darauf eingeladen)
Es sind zuviele Einzelfälle und Konstellationen um das jetzt auszudiskutieren, ich denke jeder weiß nun wie weit meine Meinung reicht.
Farscape du gehst ja richtig auf in deiner Rolle als Fahrkartenkontrolleur. Klasse.
Ich denk bei dem Thema immer an die Szene bei Indiana Jones 3 im Zeppelin. "Keinen Fahrschein!"
Ja das taugt mir ungemein

Am besten ist der Gesichtsausdruck wenn ich denjenigen jetzt offenbare wo das Beratungsgespräch endet

Meine Rezepte (Zahlscheine) verteile ich mit größtem Vergnügen an meine Patienten (Schwarzfahrer)
Manche brauchen mehrere Rezepte bis die Medikation anschlägt und andere Lernen es nie
Ganz am Anfang tat ich mir echt schwer mir das Grinsen zu verkneifen als ich jemanden erwischte und seine Ausrede durchschaut hatte.
Schließlich bin ich als ehemaliger Dauerschwarzfahrer (über 5 Jahre vor der ÖBB Zeit) mit allen Wassern gewaschen.
Bei den bettelnden und mitleid Schindenden muss man etwas lauter werden falls sie den Ausweis nicht hergeben wollen.
Zur Hauptpendlerzeit reicht ein dezenter Hinweis als Durchsage: Der Herr auf Sitz 104 ist verantwortlich dafür dass ALLE im Zug jetzt zu spät zur Arbeit kommen. Da entsteht so eine Art Eigendynamik im Wagen

Andere wiederum muss man überlisten, sie wollen einen Fahrschein und ich bitte um den Ausweis, ohne Namen gäbe es keine Fahrscheine, dass der Zahlschein auch als Fahrschein gilt stellt sich erst später heraus
Landstreicher jeglicher Herren Länder kann man nur rauswerfen, die sind Immun aller Taschenspielertricks.
Ich möchte aber betonen: Es geht hier für die meisten um viel Geld und im Hinterkopf weiß ich dass der Tag bzw die gesamte Woche des Schwarzfahrers damit ruiniert ist.
Das ist natürlich nicht fein den Tag eines anderen kaputt zu machen.