Selbstanzeige Uli Hoeneß wegen Verdacht der Steuerhinterziehung

ANZEIGE

Marc_HH

Erfahrenes Mitglied
08.07.2010
631
2
BER (TXL)
ANZEIGE
Hoeneß-Anwalt Feigen sagt auch, dass die Verteidigung von den Zahlen keineswegs überrascht gewesen sei."Wir sind ja nicht dämlich!", sagte Feigen und betonte zudem: "In der Selbstanzeige, die Herr Hoeneß am 17. Januar 2013 eingereicht hat, sind sämtliche Zahlen bereits enthalten." Die Zahlen gehen nach Ansicht Feigens auch aus der Selbstanzeige vom 18. Januar 2013 hervor.

Feigen hat offensichtlich wenig strategische Verteidigungsoptionen und die von ihm gewählte Option scheint darin zu bestehen, die Richtigkeit und Vollständigkeit der Selbstanzeige mit allen Mitteln zu beweisen. Insofern darf er jetzt natürlich nicht zugeben, dass ihn irgendeine Zahl plötzlich überrascht. Zu beneiden ist er allerdings angesichts der Fakten, die sicherlich auch für ihn jetzt noch überraschend hinzukommen sicherlich nicht. Und selbst bei einer Richtigkeit und Vollständigkeit der Selbstanzeige ist immer noch fraglich, wie diese zu einer Straffreiheit i.S.d. § 371 Abs. 2 Nr. 3 bzw. § 371 Abs. 3 führen sollte. § 371 AO Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung - dejure.org
 
F

fly_dude

Guest
Ist das schon zu sehr OT oder passt das noch hier rein: Wer wird denn eigentlich Nachfolger als FCB Präsident? Und wenn Kalle, wer folgt ihm nach?
 
  • Like
Reaktionen: economyflieger

economy

Erfahrenes Mitglied
21.04.2012
452
0
@ Marc, deine Argumentation kann ich nachvollziehen. Nur dann passt die Nachzahlung definitiv nicht. Die Strategie der Verteidigung wird der Richter wohl auch durchschauen. Er wird sicherlich würdigen dass sie letztendlich Unterlagen vorgelegt haben und eine Selbstanzeige gemacht haben - wenn dies auch fehlerhaft war.

Der Verteidiger ist definitiv nicht zu beneiden...
 

Marc_HH

Erfahrenes Mitglied
08.07.2010
631
2
BER (TXL)
@ Marc, deine Argumentation kann ich nachvollziehen. Nur dann passt die Nachzahlung definitiv nicht. Die Strategie der Verteidigung wird der Richter wohl auch durchschauen. Er wird sicherlich würdigen dass sie letztendlich Unterlagen vorgelegt haben und eine Selbstanzeige gemacht haben - wenn dies auch fehlerhaft war.

Richtig. Wenn ihn die Zahlen nicht überraschen, hätte die Nachzahlung auch schon längst in entsprechender Höhe erfolgen müssen. Es bleibt spannend...
 
  • Like
Reaktionen: concordeuser

economy

Erfahrenes Mitglied
21.04.2012
452
0
Das ist richtig der Geldbeutel des Verteidigers gewinnt kurzfristig. Inwiefern das dann eine gute Werbung für ihn ist, ist halt fraglich...

Im übrigen hat jetzt ein EDV Experte ausgesagt, das ein Teil der Dokumente tatsächlich 2014 erstellt wurde...
 

concordeuser

Erfahrenes Mitglied
01.11.2011
5.755
1.816
Hamburg
Ich hoffe ja sehr, dass der geladene Betriebsprüfer deutlich etwas zur Aufklärung der Mittelherkunft beitragen kann.

Die Lachnummer mit dem Darlehen des Addidas Freundes erklärt nur wenig und ist unglaubhaft.
 

Kingoliver

Neues Mitglied
29.06.2013
13
0
Welche Strafen wurden denn in der Vergangenheit für Steuerhinterziehung im zweistelligen Millionenbereich erlassen?
 
Zuletzt bearbeitet:

thbe

Erfahrenes Mitglied
27.06.2013
9.444
9.876
Ich gehe nicht davon aus, dass die Verteidigung tatsächlich auf die befreiende Wirkung der Selbstanzeige setzt.

M. E. geht es ausschließlich darum, im gegebenen Rahmen eine möglich kurze Freiheitsstrafe zu möglichst verträglichen Haftbedingungen zu erreichen. Eine FS <= 24 Monate - und damit bewährungsfähig - kann ausgeschlossen werden.

Das wäre dann alles unspektakuläes Handwerk und eher fleissiges Zusammenzählen aller Milderungsgründe. Kunst wäre dagegen, wenn eine verminderte Schuldfähigkeit festgestellt würde. Bin gespannt, wann diese Karte offiziell gezogen wird. Prominent genug wäre Hoeneß ja dafür. ;)
 

DSkywalker

Erfahrenes Mitglied
06.11.2011
5.291
2
MUC
Welche Strafen wurden denn in der Vergangenheit für Steuerhinterziehung im zweistelligen Millionenbereich gesprochen?

Zumwinkel hatte nur eine Mio.. und wanderte 2 Jahre nicht in den Knast sondern es wurde zur Bewährung ausgesetzt. Fachleute sagen 3 Jahre ohne Bewährung wäre aber "drin" gewesen.

Macht bei Hoeneß 20 Mio * 3 Jahre = 60 Jahre - "Ich bin kein Sozialschnorrer" 5 Mio * 3 Jahre = 45 Jahre =;
 

brummi

Erfahrenes Mitglied
21.12.2010
3.132
237
FRA
Er hat sich doch selbst angezeigt - irgendwie werden die die Selbstanzeige so hinbiegen, dass sie vollständig und korrekt war und er bekommt Bewährung und ne Geldstrafe.
 
A

Anonym12392

Guest
Lesenswerter Kommentar von Heribert Prantl:

Uli-Hoene

Das war offenbar die Prozess-Strategie der Verteidigung: Alles, was auch nur vage bekannt ist, einzubeziehen, die Summe der Steuerschuld zu deckeln - und dann ein für allemal Ruhe zu haben vor weiteren Ermittlungen. Was noch im Dunkel ist, soll im Dunkeln bleiben.
Sinnvoller wäre es gewesen, wenn das Gericht das Verfahren ein paar Monate ausgesetzt hätte und in dieser Zeit die Konten penibel hätte auswerten lassen. Dann hätte es die Verhandlung ganz neu ansetzen können, auf der Basis von neuen, stabilen Erkenntnissen.

Die Strategie ist, dass schnellstmöglich der Deckel drauf kommt und nicht weiter ermittelt wird. Im Gegenzug akzeptiert die Verteidigung jede Zahl und bekommt dafür Rabatt.

Insbesondere die Frage, woher der Angeklagte die halbe Milliarde hat, wird nicht ermittelt sondern als nicht aufklärungsbedürftig akzeptiert.
 

Marc_HH

Erfahrenes Mitglied
08.07.2010
631
2
BER (TXL)
Insbesondere die Frage, woher der Angeklagte die halbe Milliarde hat, wird nicht ermittelt sondern als nicht aufklärungsbedürftig akzeptiert.

Diese Beträge, mit denen gezockt wurde, habe ich nun schon mehrfach gelesen. Letztes Jahr hieß es mal, es seien mehr als 350 Mio., jetzt liest man etwas von 500 Mio. Hat es im Prozess dazu irgendetwas gegeben? Ich habe nur gelesen, dass er mal mit 150 Mio. gewettet hat, den Einsatz aber nicht in voller Höhe leisten musste (wobei ja dann wenigstens die Bonität für 150 Mio. ausreichen müsste).

Gibt es eine Quelle dazu? Falls ja, hielte ich es auch für skandalös, dies nicht weiter aufzuklären.
 

boekel

Erfahrenes Mitglied
04.11.2009
2.883
496
GVA
Ist das schon zu sehr OT oder passt das noch hier rein: Wer wird denn eigentlich Nachfolger als FCB Präsident? Und wenn Kalle, wer folgt ihm nach?

Ist Kalle nicht wg. der Uhrengeschichte vorbestraft? Frage mich, wie man das den Mitarbeitern der Konzerne, dessen Vertreter im AR sitzen, unter Compliance-Gesichtspunkten verkaufen will. Aber beim FCB ist ja alles moeglich.

Vielleicht wird der FCB auch naechstes Jahr von allen UEFA-Wettbewerben ausgeschlossen, wenn herauskommt, dass mit Vereinsschwarzgeld gezockt hat
 
  • Like
Reaktionen: 1 Person

umsteiger

Erfahrenes Mitglied
22.01.2012
3.454
48
55
Berlin
www.kanzlei-woicke.de
Strafprozesse sind in dieser Hinsicht ja eigentlich immer enttäuschend, weil unbefriedigend.

Sieht man aktuell bei einem viel wichtigeren Verfahren in der selben Stadt.

Ansonsten sehe das ganz genauso: Hier wäre Gründlichkeit vor Geschwindigkeit sicher die bessere Wahl gewesen.

Aber wenn wir mal ehrlich sind: Mit der Ansetzung - vier Verhandlungstage direkt nacheinander - hat das Gericht eigentlich die Marschrichtung schon vorgegeben.
 
  • Like
Reaktionen: feb und Anonym12392

economyflieger

Erfahrenes Mitglied
22.02.2010
4.977
1
Ostsee
Diese Beträge, mit denen gezockt wurde, habe ich nun schon mehrfach gelesen. Letztes Jahr hieß es mal, es seien mehr als 350 Mio., jetzt liest man etwas von 500 Mio. Hat es im Prozess dazu irgendetwas gegeben? Ich habe nur gelesen, dass er mal mit 150 Mio. gewettet hat, den Einsatz aber nicht in voller Höhe leisten musste (wobei ja dann wenigstens die Bonität für 150 Mio. ausreichen müsste).

Gibt es eine Quelle dazu? Falls ja, hielte ich es auch für skandalös, dies nicht weiter aufzuklären.

Die Steuerfahnderin nannte einen Saldo von 150 Mio. Quelle: SPON
 

Marc_HH

Erfahrenes Mitglied
08.07.2010
631
2
BER (TXL)
Die Steuerfahnderin nannte einen Saldo von 150 Mio. Quelle: SPON

Damit könnten diese 150 Mio. gemeint sein, mit denen er einmal gegen eine Währung (USD, glaube ich, ist aber auch egal) gezockt hat. Da wurde aber auch gesagt, dass er den Betrag nicht in voller Höhe leisten musste. Natürlich sprechen wir auch hier schon von ungeheuerlich viel Geld, bei dem sich die Frage der Herkunft stellt. Aber was ist mit den stern-Recherchen, bei denen mal von mehr als 350 Mio. gesprochen wurde?
 

economyflieger

Erfahrenes Mitglied
22.02.2010
4.977
1
Ostsee
Damit könnten diese 150 Mio. gemeint sein, mit denen er einmal gegen eine Währung (USD, glaube ich, ist aber auch egal) gezockt hat. Da wurde aber auch gesagt, dass er den Betrag nicht in voller Höhe leisten musste. Natürlich sprechen wir auch hier schon von ungeheuerlich viel Geld, bei dem sich die Frage der Herkunft stellt. Aber was ist mit den stern-Recherchen, bei denen mal von mehr als 350 Mio. gesprochen wurde?

Sie sprach von einem Höchstsaldo von 150 Mio.

Von der Stern-Recherche mit bis zu 800 Mio CHF habe ich seitdem nichts mehr gehört. Ich vermute das dies Teil des Deals ist, 27 Mio Steuerschuld und keinen interessiert woher die Kohle stammt. Da könnte die Süddeutsche schon recht haben.
 
  • Like
Reaktionen: Marc_HH und umsteiger

economy

Erfahrenes Mitglied
21.04.2012
452
0
Na ja man muss unterscheiden zwischen wirklichem Depotvermögen und evtl. Hebel - Wirkung von Termin / Futures Geschäften. Das kann man aus dem was so gemeldet wird nicht wirklich exakt herausfiltern. Es gibt zum Beispiel Futures bei denen eine Kursbewegung von 0,01 USD eine Gutschrift oder Belastung von 1.250 USD pro Kontrakt bedeutet. Jetzt kann man das theoretisch hochrechnen. Ein Kontrakt hat einen"Größe "von 125.000 USD... dann braucht man für die 150 Mio Euro / USD Geschäft im Grunde 1.200 Kontrakte. Pro Kontrakt muss man eine Sicherheit hinterlegen das ist dann weitaus weniger . Bei angenommen 5.000 USD pro Kontrakt ist die Sicherheitsleistung dann lediglich 1,8 Millionen...

So muss man sich das vorstellen...
 
  • Like
Reaktionen: GoldenEye